Lehrkräfte gesucht – für Teilnahme an einer Studie zu Gewalt in Schulen

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Aufruf zur Teilnahme an Studie „Perspektivwechsel: Lehrergewalt aus Sicht der Lehrkräfte – Eine Interviewstudie“

Die Ausübung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein Thema von hoher gesellschaftlicher Wichtigkeit. Wird der Diskurs der letzten Jahre um Gewalt an Schulen genauer betrachtet, so fällt auf, dass zumeist die Gewalt zwischen den SchülerInnen in den Blick genommen wird. Die Wenigsten denken daran, dass auch LehrerInnen in der Schule Gewalt gegen ihre SchülerInnen ausüben können. Neben körperlicher Gewalt muss vor allem eine psychische Gewalt, zumeist mit verbalen Mittel, bedacht werden. Die bisher wenigen bekannten Studien zum Thema nehmen jedoch entweder auf Beobachtungen Bezug oder resultieren aus Befragungen von SchülerInnen.

Forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema Gewalt an Schulen: Tina Mielke. Foto: privat

Damit bleibt die Perspektive der LehrerInnen weiterhin unberücksichtigt. Diese Perspektive ist jedoch für die Ergründung von verletzenden Handlungen innerhalb von Interaktionen zwischen LehrerInnen und SchülerInnen, deren Interpretation durchaus weit auseinanderfallen kann, essentiell. Erst wenn LehrerInnen durch qualitative Interviews einen Beitrag zum Gewaltdiskurs innerhalb von Schulen leisten dürfen, kann dieses komplexe System vertieft ergründet werden. Mit ihrer Teilnahmen leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Verständnisses von komplexen Interaktionen und der Beziehungsgestaltung zwischen LehrerInnen und SchülerInnen.

Ziel der Dissertationsstudie

Ziel der Dissertationsstudie „Perspektivwechsel: Lehrergewalt aus Sicht der Lehrkräfte – Eine Interviewstudie“ ist es, durch das Aufgreifen der Lehrerperspektive unterschiedliche Erklärungsmustern und Ursachenbeschreibungen für verletzendes Lehrerverhalten zu suchen. Durch die Erforschung der Lehrerperspektive besteht eine große Chance, Missverständnisse in Interaktionen oder in der Lehrer-Schüler-Beziehung aufzudecken und daraus erste Ableitungen für die alltägliche Praxis ziehen zu können.

Teilnahmevoraussetzungen

An der Teilnahme interessierte LehrerInnen müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Die TeilnehmerInnen werden nicht danach befragt, ob sie selbst verletzend gehandelt haben. Die TeilnehmerInnen werden die Gelegenheit bekommen, innerhalb des Gespräches eigene Schwerpunkte zu setzen und verschiedenen Interaktionsszenen zu beurteilen.

Durchführung

Für das Interview werden die Teilnehmenden von der Erstellerin der Studie an ihrem Heimatort aufgesucht.

Kontakt und weitere Informationen

Wenn Sie teilnehmen möchten, können Sie sich bis 30.10.2021 unter der angegebenen E-Mail-Adresse anmelden. Die Durchführung der Interviews wird im Verlaufe des Jahres 2022 stattfinden.

Für weitere Informationen melden Sie sich sehr gerne unter Tina.Mielke@campus.lmu.de  oder besuchen Sie die Projektwebsite:

https://www.edu.lmu.de/spe/dissertationen/aktuell/mielke/index.html

Anonymität

Aus Gründen der Anonymität werden alle Interviews von der Erstellerin persönlich durchgeführt. Ein Einzelinterview wird ca. 1 Stunde dauern und ist für die LehrerInnen mit keinem weiteren Aufwand verbunden. Auch verbleiben sämtliche Daten bei der Erstellerin selbst, da die Dissertation in keinem Projektzusammenhang steht. Diese Zusicherung wird in schriftlicher Form bei der Erstellung der Interviews ausgehändigt.

Zur Autorin

Mein Name ist Tina Mielke (M. Ed.) und ich bin 34 Jahre alt. Nach einer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung und anschließender Erwerbstätigkeit habe ich einen Bachelor- und einen Masterabschluss im Lehramt für Haupt-, Real-, Sekundar-, und Gesamtschule in den Fächern Biologie und Deutsch sowie im Anschluss einen Aufbaumaster Sonderpädagogik mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie Soziale und Emotionale Entwicklung an der Universität Siegen absolviert. Seit Oktober 2020 befinden ich mich im Promotionsstudium der Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Betreuende während des Promotionsstudiums sind Prof. Dr. Ewald Kiel und Dr. Jonas Scharfenberg.

 

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1 KOMMENTAR

  1. Da bleibt ja nur zu hoffen, dass die ausgewählten Lehrer nicht zu den schwarzen Schafen gehören, von denen ein hohes Mass an Gewalt ausgeht. Unter Gewalt ist nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische Gewalt zu verstehen. Es ist immer mehr zu beobachten und zu hören wie Lehrer ihre Schüler drangsalieren die ihnen nicht genehm sind. Das geht schon los, beim Beruf der Eltern, dem Wohnort, ganz schlimm ist mittlerweile wenn die Eltern ein grosses Auto fahren. Eigentlich sollten Schüler nicht mal mehr ihren Berufswunsch äussern, denn sie könnten dadurch in Ungnade fallen. Mein Nachbar hat seine Kinder in eine andere Schule gegeben, denn er arbeitet in einem Kernkraftwerk, seine Kinder wurden von den Lehrern nur noch gemobbt. Ich bin für die CDU im Kreisrat und erfahre die gleiche Abneigung der Lehrer meinen Kindern gegenüber, sollte vom Schulträger irgendetwas nicht genehmigt werden, dann heisst es gleich, Dein Vater ist schuld. Wenn meine Tochter einen kurzen Rock in der Schule an hat, dann kommen auch verletzende Kommentare von den Lehrern. Das gilt natürlich nur für einige Ausnahmen, die ihren Frust an ihren Schülern auslassen, stellt aber mittlerweile ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Gewaltprävention sollte von beiden Seiten beleuchtet werden.

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