Bildungsminister räumt ein: Schulschließungen können bis Ostern dauern

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ERFURT. Alle Kultusminister in Deutschland haben es bislang vermieden, einen konkreten Grenzwert zu nennen, ab wann Schulöffnungen wieder möglich sind. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) ist im aktuellen Lockdown der erste, der sich festlegt. «Das bedeutet: Bei einer Inzidenz unter 50 können wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen», sagt Holter. Der Wert ist nicht zufällig gewählt: Er entspricht den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Das allerdings hat Konsequenzen für die Dauer des Lockdowns.

Legt sich fest: Thüringens Bildungsminister Holter. Foto: By Martin Kraft (Own work) CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons

Das bedeutet nämlich laut Holter auch, man müsse damit rechnen, dass die Schulen noch monatelang wegen des Infektionsgeschehens geschlossen bleiben könnten. «Wir stellen uns darauf ein, dass das bis Ostern gehen kann. Wenn die Inzidenzen zurückgehen, werden auch die Schulen im eingeschränkten Betrieb oder auch im vollen Betrieb wieder arbeiten», sagte Holter. Zwischenschritte auf dem Weg zu einem Wert von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen seien denkbar. «Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 200 können wir auch zusammen mit dem Gesundheitsministerium entscheiden, ob wir in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln», sagte der Minister. Dies müsse dann auch dauerhaft anhalten.

Allerdings gibt es nach wie vor Ausnahmen – für Schüler der Abschlussklassen sowie mit besonderem Förderbedarf

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt für Schulen in Städten und Landkreisen mit einem höheren Inzidenzwert als 50 Wechselunterricht (um die Abstandsregel einführen zu können) sowie eine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Im Thüringer Bildungsministerium überarbeite man derzeit das Stufenkonzept für den Schulbetrieb in Corona-Zeiten, hieß es. Das sieht drei Stufen vor: normaler Betrieb (Stufe grün),  eingeschränkter Betrieb (Stufe gelb) oder Schließungen, weil zum Beispiel Corona-Infektionen an der Schule auftraten (Stufe rot).

Der „eingeschränkte Betrieb“ bedeutet für Schulen, dass zumindest ab Klasse 7 nach den RKI-Empfehlungen verfahren wird, konkret: Die Klassenstufen 1 bis 6 verbleiben im Präsenzunterricht in festen Gruppen wo es möglich ist, soweit vor Ort nichts anderes festgelegt ist. Ab Klassenstufen 7 wird an den Schulen zusätzlich der Mindestabstand von 1,5 m auch im Unterricht angeordnet. Dadurch kommt es in der Regel zum Wechselbetrieb aus Präsenzunterricht und häuslichem Lernen.

Allerdings gibt es nach wie vor Ausnahmen: Die neue geplante Verordnung, die nach bisherigen Plänen am Montag veröffentlicht werden und am Dienstag in Kraft treten soll, sieht unter anderem vor, dass neben den Schülern der Abschlussklassen auch Kinder und Jugendliche mit besonderem Förder- oder Unterstützungsbedarf wieder in der Schule unterrichtet werden können. Dem Deutschlandfunk sagte Holter dazu: «Wir haben gar keine andere Chance, als diese Schülerinnen und Schüler, die nicht richtig mitkommen beziehungsweise abgehängt sind, in die Schulen zu holen.» Er wisse, dass die Schulen diese Schüler unterstützen würden. «Wir können nicht diese jungen Menschen abschreiben und sagen: Es ist uns egal.»

AfD lehnt alle Corona-Schutzmaßnahmen ab – der CDU ist die Perspektive für Schulen, erst nach Ostern zu öffnen, zu lang

Thüringen galt auch am Samstag als das Land mit dem bundesweit höchsten Inzidenzwert. Im Freistaat lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen bei 209,5, wie aus Zahlen der Thüringer Staatskanzlei hervorgeht. Die Thüringer CDU-Fraktion kritisierte Holter für seine Aussagen, dass die Schulen möglicherweise bis Ostern geschlossen bleiben müssen, scharf. «Erst zieht er die Winterferien nach vorne, um die Schulen zum 1. Februar wieder öffnen zu können. Jetzt überrascht er die Schüler am ersten Ferientag mit der Ankündigung, dass sie bis nach Ostern zu Hause bleiben sollen», erklärte CDU-Fraktionschef Mario Voigt.

Auch die AfD-Fraktion lehnt Holters Pläne ab. «Wir fordern ausdrücklich nach den Winterferien zum Präsenzunterricht für alle Schularten und Klassenstufen zurückzukehren», erklärte der bildungspolitische Sprecher der Thüringer AfD-Fraktion, Denny Jankowski. Die AfD hatte bereits am Freitag gefordert, die weiteren geplanten Anti-Corona-Maßnahmen nicht umzusetzen und die aktuell geltenden Regeln außer Kraft zu setzen. News4teachers / mit Material der dpa

Drosten nimmt die Kultusminister in die Verantwortung: „Man hat die Infektiosität von Kindern so lange negiert und nichts gemacht…“

 

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54 KOMMENTARE

  1. „Schulschließungen können bis Ostern dauern“ = Das ist nun aber eine Binsenweisheit. Hier wird ja von „können“ gesprochen und nicht „werden bis Ostern dauern“. Insofern ist das ja genauso schwammig wie alle anderen Ankündigungen.

    Was die Festlegung auf den Wert einer Ansteckungsrate von 50 betrifft, bin ich mal gespannt, ob Herr Holter in Thüringen das wirklich durchhält, WENN alle anderen Bundesländer vielleicht bei 130, 100, 70 … doch schon wieder öffnen und sei es nur teilweise, mit Wechselunterricht, für bestimmte Klassen usw.-usf.

    Wir werden sehen!

    • Na, hier steht’s doch: ZWISCHENSCHRITTE sind möglich. Wo ist dann da die klare Ansage, die definitive Festleugung? Ich fühle mich veräppelt. Das alles ist doch nicht neu. Das sagen doch alle anderen irgendwie auch.

      „Zwischenschritte auf dem Weg zu einem Wert von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen seien denkbar. «Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 200 können wir auch zusammen mit dem Gesundheitsministerium entscheiden, ob wir in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln» (siehe oben)

    • Wenn die Doofmänner in Thüringen in der Stadt mit dem höchsten Inzidenzwert einen illegalen Karnevallsumzug machen (was ja legal schon rational kaum zu erklären ist), dann muss man sich nicht wundern, wenn bis Ostern die Schulen dicht sind.

      In meinem Landkreis dürfte dies der Bevölkerung und auch uns Lehrkräften nicht vermittelbar sein (heute kein neuer Fall, Inzidenzwert bei 24).

  2. … „Das bedeutet: Bei einer Inzidenz unter 50 können wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen», … oder besser gesagt „Sobald wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen, werden die Coronazahlen wieder steigen.“

    Coronaidioten!

  3. Ich halte zwar die LINKE für unwählbar, aber mal ehrlich, lieber offen sagen, dass man damit rechnen muss, als immer diese Heimlichtuerei.
    Ich lebe in NDS und bin Herrn Tonne sehr dankbar für seine Einstellung.

  4. Wenn man sich ja auch tatsächlich mal an die eigenen Konzepte bzw. Maßgaben des RKI halten würde. Trotz der krass steigenden Zahlen in Thüringen hat man ja vor Weihnachten möglichst lange am Regelbetrieb festgehalten und Kollegen noch in Abordnungen an verschiedene Schulen geschickt – trotz dortiger Quarantänefälle usw.

    Resultat: Die Schule war dann seit Anfang Dezember wegen 2 Coronafällen (bei 7 Kollegen nicht wenig) ganz dicht. Beide Kollegen mit Langzeitfolgen und noch lange nicht wieder arbeitsfähig.

    Hoffen wir, dass langsam mal mehr Weitsicht einkehrt…

    • @Insomnia: „Hoffen wir, dass langsam mal mehr Weitsicht einkehrt…“ – Danke, dass Sie mich zum Lachen gebracht haben!

  5. Ich vermute mal, dass die Nordländer um Hamburg herum alle spätestens Mitte März mit Öffnungen, egal wie hoch die Inzidenzen dann noch sind, anfangen werden. Mitte März hören in Hamburg die „Ski-Ferien“ auf, danach wird der Senat um Öffnungen, allein wegen den Abschlussklassen und der ewigen Heulerei der Wirtschaft, Eimsbüttler Eltern und sonstiger komischer Gestalten, nicht mehr herumkommen. Heißt aber auch, dass SH, NDS und vermutlich dadurch auch MVP und Bre in Zugzwang kommen. Zumal die Inzidenzen im Norden bisher immer niedriger waren (in der Summe) als im Süden.

  6. @Frau Schlüter…
    „…halte …die Linke für unwählbar..“
    Und die FDP (Eisenmann, Gebauer), die SPD (Hubig, Tonne), die Grünen (Kretschmann) ???…bleibt nicht mehr viel übrig…Die KM (egal welcher Partei) haben allesamt im Krisenmanagement versagt.
    Und Ihr Herr Tonne? Da können Sie tatsächlich „stolz“, angsichts der Nichtoffenlegung des Ausbruchs an einer Schule sein… Herr Ramelow ( Thüringen) war der erste MP, der offen Fehler eingeräumt hat (Respekt), dann zog Herr Kretzschmer (Sachsen) nach…scheinheilig, um jetzt wieder von Öffnung zu „schwafeln“. Man sollte sich einfach mal an gemeinsame Beschlüssen halten…(Punkt)
    Ich nenne es nicht Förderalismus, sondern Kleinstaaterei…historisch gewachsen…

    • @Steff: ähämm…Eisenmann ist CDU-eine Partei ich die WEGEN Eisenmann garantiert nicht wählen werde. Kretschmann(Grüne) gibt ihr wenigstens gelegentlich Pari!

      • Aber die doofe Eisenmann weiß es natürlich wieder besser, und möchte ab nächster Woche Schulen und Kitas öffnen.
        Unabhängig von den Zahlen wohlgemerkt!
        Und Kretschmann geht mit- warum auch immer …

  7. „Jetzt überrascht er die Schüler am ersten Ferientag mit der Ankündigung, dass sie bis nach Ostern zu Hause bleiben sollen“

    Lesekompetenz bzw. Zuhörkompetenz scheint bei diesem Herren nicht sehr ausgeprägt zu sein. Der KM hat nämlich gesagt: „Wir stellen uns darauf ein, dass das bis Ostern gehen kann.“

    Das ist bei weitem nicht das gleiche! Im Gegenteil, es transportiert eine sehr wichtige Botschaft: Haltet euch an die Regeln, dann werden die Zahlen schneller sinken. Wenn sie schneller sinken, werden die Schulen früher geöffnet.

    Das Problem an der aktuellen Politik ist nach wie vor das Fehlen eines Konzepts. Wenn man sich wochenweise weiterhangelt, muss man sich jede Woche immer wieder neu mit all den Leugnern usw. auseinandersetzen.

    Warum beauftragt man nicht ein paar Wissenschaftler damit, ein paar Konzepte zu entwickeln? Die können einander ruhig widersprechen und sie können gerne auch in vollkommen unterschiedliche Richtungen gehen. Danach gibt es dann ein Peer-Review der Konzepte und dann legt man die unterschiedlichen Konzepte zusammen mit den entsprechenden Stellungnahmen der (am jeweiligen Konzept unbeteiligten) Wissenschaftler dem Bundestag vor. Dieser diskutiert das dann und dann entscheidet man sich für EIN Konzept. Das wird dann umgesetzt, und zwar als ganzes, also kein Cherry-Picking aus verschiedenen Konzepten.

    Ein KONZEPT beinhaltet nicht nur einen Plan für die nächste Woche, sondern stellt ein klares Ziel auf und zeigt Wege, wie man das erreicht. Da sind dann Verschärfungen der Maßnahmen ebenso wie Lockerungen klar definiert und an Rahmenbedingungen gekoppelt.

  8. Es sieht so aus als ob nur Leute ohne Kinder Kommentare hier rein schreiben. Es scheint keiner die psychischen Folgen für die Kinder im Blick zu haben und diese haben bestenfalls ihr Leben noch vor sich. Die gesundheitlichen Folgen für die Kinder mag ich mir gar nicht vorstellen. Die sind in jeder Altersgruppe seid Wochen alleine zuhause,weil immer auch noch viele Leute arbeiten sind und auch nicht im Homeoffice sind. Sie dürfen keine Kontakte zu anderen haben. Sie drucken sich Montag in sämtlichen Fächern die Aufgaben aus. In der nächsten Woche bekommen sie die Lösungen. Dürfen dann ihre gemachten Aufgaben selbst kontrollieren und dann die aktuellen Aufgaben wieder machen. Sie haben seid Dezember auch von keinem Lehrer ein Feedback bekommen. Und das noch bis Ostern. Vielen Dank dafür

    • Und was sind die psychischen Folgen für Kinder, die in die Schulen gezwungen werden obwohl sie Angst haben, sich selber oder ihre Eltern zu infizieren? Vor allem, wenn es sich um Risikofamilien oder eine Familie mit Großeltern im Haushalt handelt?

      Also ich schätze die psychischen Folgen mit Homeschooling für meine Kinder als geringer ein als wenn ich zusätzlich zu meinen chronischen Vorerkrankungen noch gravierendere dazubekommen oder gar 2 Meter tiefer enden würde.

      • Das. Genau das. Meine Kinder hatten im Präsenzunterricht immer Angst, mich anzustecken. Sie hatten Panik, Schuld am Tod ihrer Mutter zu sein. Und wofür? Für pro Tag 3 – 4 Vertretungsstunden. Jetzt, daheim, singen sie. Und sind komplett unbeschwert und mit einem gar erstaunlichen Feuereifer bei der Sache.

        Übrigens mildert es den psychischen Stress für Kinder ganz enorm, wenn sich ihre Eltern Mal mit ihnen befassen und Zeit mit ihnen verbringen. Mag jetzt für manche ein völlig neues Konzept sein. Gern geschehen, dieser innovative Trick ist der neue heiße Scheiß.

  9. Und wieder einmal das alte Spiel, wie laufend seit März 2020: Jetzt haben wir zwei Jahre lang verhütet und es ist nichts passiert, lass uns die Präservative wegwerfen.
    Kultusministerlogik.

  10. Danke Kathi.
    Ich bin voll und ganz deiner Meinung.
    Das Jammern der Lehrer ist kaum noch zu ertragen.
    Macht den Kindern Mut und sprecht ihnen gut zu.
    Ihr solltet euch schämen, seit einem Jahr weint ihr nur rum.
    Dabei denkt ihr nicht an die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer, Krankenschwestern, Arzthelferinnen Pflegekräfte…..
    Die Jammern nicht, sondern geben alles, noch mehr als je zuvor.
    Aber ihr bekommt für eure negativen Einstellungen und euer Gejammer noch einen Coronabonus.
    Na, herzlichen Glückwunsch.
    Auch wenn jetzt wieder dumme Aussagen kommen, ich finde euch lächerlich und alles was ihr an Kommentaren dazu jetzt schreibt sind nur Ausflüchte. Weil ihr euch nicht anders mehr zu helfen wisst.
    Eigentlich könntet ihr einem schon fast leid tun.
    Keiner von euch denkt an die Kinder, euch kommt corona doch sehr recht.
    Das ist doch für alles eine prima Ausrede.
    Dass die Kids aber alleine zu Hause sitzen, und, wie Kathi schon schreibt, Aufgaben mal so dahin geklatscht bekommen, das interessiert euch wohl nicht.?!
    Absolut kein Arrangement von Lehrern.
    Traurig, aber wahr….
    Mir tun nur die Kids leid, denn die leiden wirklich darunter….

  11. @Sassi:

    Wenn Sie mit „Corona-Bonus“ eine SARS-CoV-2-Infektion meinen….
    ….gebe ich Ihnen zumindest in diesem Punkt Recht….⁸
    🙂 🙂 🙂

  12. Don’t Feed the Troll, Risikomama. Don’t Feed the tr… Scheiß drauf, da, Troll, Fang, bestes Ribeye.

    Erstens. Lehrerseite. Hier geht’s um Erzieher, Lehrer, all die Leute bis zum Pausenverkauf, die an Kitas und Schulen arbeiten. Nicht um Verkäuferinnen und Co. Da bin ich übrigens selbst eine. Und ich werde durch Verordnungen und meinen Arbeitgeber geschützt (Maskenpflicht, nur x Leute im Verkaufsraum, Seife, Einmalhandtücher, Handschuhe, Desinfektionsmittel…). Die meisten Lehrer und Erzieher haben diese Schutzmaßnahmen nicht. Gibt ja auch immer noch Eltern, die quaken, wenn der Lehrer/Erzieher eine Maske trägt, fühlt das Kind sich unwohl und kann nicht lernen, weil Mimik ja soooo wichtig ist. Also geht manchmal sogar der Schutz von Masken flöten. Als würden Sie mit einem Taschenmesser einem Panzer gegenüber stehen, so muss sich das anfühlen, mit dreißig Kindern in einem Raum. Also, nochmal kurz zum Mitschreiben, so ziemlich jeder ist besser geschützt als das Personal in Kitas und (Förder)Schulen.

    Zweitens: Was für ein Arrangement von Lehrern meinen Sie denn? Wie man am besten die Intensivbetten mit den Lehrkörpern drauf arrangiert? Oder die Urnen so witzig wie beim Dosenwerfen stapelt mit der heiß geliebten Frau Müller-Riebensehl, der vergötterten Frau Hoppenstedt und dem witzigen Herrn Müller-Lüdenscheidt drin? Die NIE WIEDER kommen werden? Mal kurz überlegt, was das mit Kinderseelen macht!?

    Dieses Pseudo-Psychologengeseiere kann einem so auf den Zeiger gehen. Nicht weiter denken als die eigene Nasenspitze. Nicht an die Folgen für die Kinder denken, wenn die wirklich mitkriegen müssen, dass jemand sich bei ihnen angesteckt hat und schwer krank oder gar tot ist. Leute, das macht die Schäden. Nicht ein paar Wochen Mal daheim. Und, für die Fälle, wo das Zuhause problematisch ist, da gibt’s ein Jugendamt.

    Nachtisch gefällig?

    • Sie sprechen mir so aus der Seele! Ich habe auch zwei Grundschulkinder daheim zu betreuen, zu umsorgen, zu belehren und zu bespaßen, das kleinere davon überaus anstrengend hyperaktiv. Ihnen fehlen Freunde, Oma, die Großfamilie und ihre Nachmittagsaktivitäten und sie sind auch oft genervt von Mama und Papa und Homeschooling und Videokonferenzen… ABER: wir machen alle das Beste daraus und die Kinder machen das trotz allem super, man muss sie loben, ermutigen, mit ihnen reden und sie auffangen, und vor allem ihnen Aufmerksamkeit geben. Ich verstehe manche Eltern nicht, die den Ernst der Pandemie nicht begriffen haben. Das hier ist kein Spaß, es geht um Leben und Tod! Und bei einigen frage ich mich wirklich: Sind sie nicht in der Lage mit ihren Kindern Zeit zu verbringen? Den Alltag zu organisieren? Sich mit ihren eigenen Kindern zu beschäftigen? Wer hat euch denn garantiert, dass Kinder haben easy sei und ihr diese in allen Lebenslagen abgeben, abschieben und fremdbetreuen lassen könnt?!?! Wenn ich in meinem Umkreis mitbekomme, wie viele Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung in Kita und Schule schicken, obwohl ein Elternteil nicht arbeitet bzw. einer/beide Home-Office machen, weil sie ÜBERFORDERT sind!!! Oder einfach keine LUST haben, sich um ihre eigenen Kinder zu kümmern, dann kommt mir echt das Kotzen!!
      Mit dieser Einstellung mancher Eltern wird der Lockdown unserer Kinder noch eine ganze Weile dauern….

  13. Bin mit meinem 8 jährigen Sohn alleinerziehend und arbeite in einem systemrelevanten Beruf. Habe das alleinige Sorgerecht und der Vater kümmert sich nicht um seinen Sohn. Es gibt weder Grosseltern,
    noch Tante oder Onkel oder andere Familienangehörigen. Somit habe ich Anspruch auf Notbetreuung und nutze diese auch. Die Lehrerin fragt mich allen ernstes, ob wir die Betreuung jeden Tag wirklich von Morgens bis Nachmittags in Anspruch nehmen wollen, dann müsste die Schule ja nur für uns geöffnet werden. Das sagt ja schon alles, zu Einstellung der Lehrer. Ich bekomme mein Geld als Beamte nicht vom zu Hause bleiben.

    • Genau, „die Lehrer“ …

      1. Es gibt leider unter „den Eltern“ auch solche, die ohne echten Bedarf ihre unbequemen Ableger in der Notbetreuung parken!

      2. Sie könnenauf die (berechtigte) Nachfrage der Lehrerin doch, ohne verallgemeinernde Schlüsse zu ziehen, antworten. Auf Ihre Situation wird man sicherlich mit Verständnis reagieren.

      3. Wenn für Ihr Kind die Schule öffnet und permanente Betreuung nötig ist, die Lehrer aber parallel Distanzunterricht anbieten, haben Sie vielleicht auch Verständnis für die Lehrer, die an dieser Stelle zwei Jobs gleichzeitig machen?!

      Sie erwarten doch auch Verständnis für Ihre privaten Umstände!

    • Einen Lehrer getroffen, der hatte eine Antwort gegeben. Die war nicht die beste und schon haben alle Lehrer diese Meinung und Einstellung. Manchmal möchte ich einfach mal tauschen. Ich würde gerne eine Woche Ihren Beruf machen, denn ich stelle Sie nicht in Frage, aber sie mich und mein Arbeitspensum……..

    • Melanie,
      das ist doch völlig legitim. Sie sind alleinerziehend und systemrelevant. Für Menschen wie Sie ist die Notbetreuung gedacht. Die Kritik richtet sich an HO Eltern und nicht arbeitende Eltern, die aus Stressvermeidung ihre Kinder abgeben.

  14. Ein dringender Appell an die Verantwortlichen in Hessen: Bitte, bitte, vergessen Sie die krampfhafte Offenhaltung der (Grund-)Schulen. Es kann nicht angehen, dass die Schulklassen dort teilweise in Normalbesetzung sitzen. Es können keine Abstände eingehalten werden, es darf aber auch kein Regelunterricht stattfinden. Das ist Wahnsinn!
    Besser wäre, die Schulen entweder komplett zu schließen oder besser zum -bereits erprobten- 50/50-Wechselmodell zu wechseln.
    Nur so, wie es derzeit in Hessen gehandhabt wird, ist es eine rein politisch motivierte Farce (Wählerstimmen), aber keine Entscheidung, die durchdacht, mutig oder mit Rücksicht auf Kinder oder Lehrkräfte getroffen worden wäre.

  15. An Kathi und Sassi@
    Solche Texte sind nur d….
    Ich als Lehrerin weiss, was derartige Mütter dazu treibt. Nur verletzend, rechtschreiblich fragwürdig, sinnentstellt, eben leer…. Nur heiße Luft.
    Trifft voll ins Schwarze bei meinem Eindruck von vielen Müttern heutzutage. Kenne auch tolle Mütter. Sorry, aber meine negativen Erfahrungen sind genau so, wie Ihre Texte.
    Rike

  16. Hallo
    Ich habe kein Problem das die Schulen zu bleiben.
    Man soll auf Herrn Dorsten hören .
    Lange genug wurde schön geredet das die Kinder nicht so infektiös sind .
    Da sollte man mal Eltern fragen deren Kinder daran erkrankt waren .
    Auch Kinder haben das Recht auf Schutz.
    Restaurants bleiben geschlossen aber die Kinder sollen sich ins Klassenzimmer setzen.
    Sind ja nur Kinder oder wie.
    Schützt die Kinder und lasst die Schulen zu und wenn der Wert unter 50 ist dann öffnen.

  17. @Sassi
    Stimmt: KEINE LUST!

    KEINE Lust auf Dummies.
    Dein absolut hirnloses Gewäsch strapaziert unnötig die Nerven der Leser.

    Ich sags ungern, aber es muss sein:
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

  18. Anstatt sich gegenseitig die Augen auszuhacken, ob Schulen geöffnet oder geschlossen gehören. Sollte man eher überlegen, wie man Präsenzunterricht sicher gestalten könnte. Dieses Ziel wird immer noch vernachlässigt. Im Herbst gab es für die Kultusminister schon nur das Motto ganz oder gar nicht. Wechselunterricht wurde nicht in Erwägung gezogen.

    Bei dem Thema Schulöffnung kommt es immer darauf an aus welcher Brille man schaut. Für meine eigenen Kinder kann die Schulöffnung noch bis Ostern gehen, da habe ich auch keine Sorge. Für meine Schüler (Brennpunktschule mit hohem Migrationsanteil) wäre eine Schulschließung bis Ostern ein Vollkatastrophe. Und tatsächlich würde da die ein oder andere Kinderseele leiden.

    Man muss das große Ganze im Blick haben und darf nicht immer nur aus einem Blickwinkel schauen. Es gibt doch in jede Richtung gute und schlechte Argumente. Und weil es die gibt, fühle ich mich gerade sehr zwiegespalten, weil ich nicht weiß, was ich mir wünschen soll.

    • Wechselunterricht ist keine sichere Variante. Bevor die Auswirkungen der Mutanten nicht erfasst sind, darf keine Schule aufmachen. Wie deutlich müssen andere Länder als Beispiel dienen? B117 ist schon in Deutschland.

    • „Sollte man eher überlegen, wie man Präsenzunterricht sicher gestalten könnte.“ Ja, sollte man. Sollte man aber eigentlich seit 10 Monaten getan haben. Haben die KuMi aber nicht… Und nun? Ich würde mich schon mal sicherer fühlen, wenn Lehrer in der Impfpriorisierung in Gruppe 1 wären. Aber auch das hat man versäumt. Das zeigt mal wieder, wie wenig wert die LK dem AG sind. Voraussichtlich werde ich also bis zum Herbst noch reichlich Gelegenheit haben, mir in der Schule eine Infektion einzufangen (und wenn ich mir die Bremer Studie so anschaue, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht mal so klein). Fragt sich nur, wer dann den Präsenzuntericht macht, wenn reihenweise LK ausfallen.

  19. Die GEW fordert mal wieder was. Aber von Infektionsschutz für Lehrer und Erzieher lese ich da nichts.

    6.10 Uhr: Gewerkschaft fordert Öffnung von Grundschulen ab Ende Februar
    Die Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich für eine Überführung der Notbetreuung in einen eingeschränkten Regelbetrieb in den Thüringer Grundschulen ab Ende Februar aus. Das sei eine Konsequenz aus den Erfahrungen vieler Pädagogen, die große Problemlagen nicht nur bei Schülern mit Unterstützungsbedarf sehen. Mit Blick auf die von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) für möglich erachtete Schulschließung bis Ostern seien Lösungen von Bestand nötig.
    https://www.thueringer-allgemeine.de/service/corona-blog-thueringen-covid-19-faelle-infektionen-nachrichten-news-zahlen-karte-verordnung-id228803581.html

  20. Schulen und Kitas in Thüringen sind nicht wirklich geschlossen. Wahrscheinlich wie überall. Gestern war zu lesen:

    „18.40 Uhr: Fast die Hälfte der Kita-Kinder sind in Notbetreuung
    Fast die Hälfte der Thüringer Kita-Kinder werden derzeit in den Kindertagesstätten notbetreut. Zum Stichtag Donnerstag waren dies 36.781 Kinder – und damit rund 41,06 Prozent aller Kitakinder -, wie das Thüringer Bildungsministerium am Freitag mitteilte. In der vergangenen Erhebung vor zwei Wochen hatte der Anteil noch bei rund 36 Prozent gelegen. Der Anteil der Schüler in Notbetreuung ist dagegen deutlich geringer: Nur 5894 Schüler bis zur sechsten Klasse nahmen laut Ministerium das Angebot zum Stichtag wahr. Das sind rund fünf Prozent der Gesamtzahl in den betroffenen Jahrgängen. (dpa)“

    https://www.thueringer-allgemeine.de/service/corona-blog-thueringen-covid-19-faelle-infektionen-nachrichten-news-zahlen-karte-verordnung-id228803581.html

    Die Abschlussklassen sind bei uns in Vollpräsenz nach Stundenplan. Inzidenz um 180.

    • Was jetzt ein Schulabschluss bringen soll, wenn die Absolventen coronabedingt keinen Ausbildungsplatz finden oder nicht ordentlich in ein Studium einsteigen können, weiß der Geier.

  21. Hm, es geht immer nur um schwarz oder weiß in vielen der Mails.
    Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

    Es gibt Schulen, da läuft der Distanzunterricht ganz wunderbar.
    Videokonferenz, Rückmeldungen usw.

    Und es gibt Schulen, da wartet der Schüler eine Woche auf die Beantwortung einer E-Mail.

    Ich selber habe 4 Kinder im Distanzunterricht, ja und ich weiß das ist mein Business.

    Ab nächster Woche, muss ich auch wieder arbeiten, ich betreue nämlich in einer NOTBETREUUNG.

    D. h. aber meine Kinder sollen sich alleine zu Hause organisieren, den ganzen Tag.

    Frühstück, Lernen, Mittagessen.

    Das kann nicht funktionieren, das sind Kinder und Teenager.

    Und nur mal so am Rande, Arbeitsblätter verschicken, und ne Woche später die Lösung hat jetzt aber wirklich nix mit unterrichten zu tun.

    Ne Lösung, die habe ich auch nicht, aber was die Regierung da ständig verzapft, ist desolat.

    • Dass man die eigenen Kinder nicht betreuen kann und evtl. zur Notbetreuung geben muss, um andere Kinder in der Notbetreuung zu betreuen, ist ein Armutszeugnis für das Management der Politiker.

  22. Der gute Herr Holter scheint keine Kinder im betreffenden Alter ab Klasse 7 zu haben oder er hat natürlich sämtliche Möglichkeiten alles gut abzufangen. Die Schulen gehören für ALLE KINDER UND JUGENDLICHEN in einem eingeschränkten und der Situation angepassten Betrieb wieder geöffnet. DAS SOLLTEN UNS UNSERE KINDER, ALS NACHFOLGENDE GENERATIONEN WERT SEIN! Eine Überdenkung des Insidenz Wertes von 50 sollte der wechselnden Situationen genauso angepasst werden, wie all die anderen Entscheidungen.

  23. Spätestens mit der Mutante darf kein Unterschied mehr gemacht werden ob 1. Oder 7. Klasse. Und auch die vormals Präsenzunterricht bis Inzidenz 50 müsste hinfällig sein. Ich denke unter 25 Präsenzunterricht bis 50 Wechselbetrieb und über 50 zu wäre eine vernünftige Regelung die man einfach Mal in ganz Deutschland verbindlich absagen könnte. Ebenso das wenn ein Fall an der Schule war zumindest dieser ganze Jahrgang ne Woche daheim bleibt. Bis Ostern zu, halten ich für extrem vernünftig und auch ein aussetzen der Präsenzpflicht insbesondere für Schüler mit vulnerablen Angehörigen und sei es nur die Oma im Haushalt wäre bestellt angemessen die verschieden denkenden Gemüter zu beruhigen. Meine drei Kinder sind seit März zuhause haben alle Noten wie die Kameraden bekommen , Arbeiten vor Ort im extra Raum geschrieben und auch sogar alle extrem verbessert. Also man kann einfach nicht generalisieren behaupten ohne Anwesenheit in der Schule werden Schüler schlechter, es liegt auch sehr am Individuum und Elternhaus. Eine Notbetreuung für sozial gefährdete oder anderweitig beeinträchtigte Schüler die Gefahr laufen komplett angehängt zu werden sollte freiwillig Angeboten werden.

  24. Ich arbeite in einer solchen Notbetreuung und sehe, dass die Hygienemaßnahmen absolut nicht funktionieren und auch keine ordentliche Beschulung stattfindet oder stattfinden kann.
    Die Notbetreuung kann nicht verhindern, dass Kinder abgehängt werden. Es zeugt von Wahnsinn, dass auf Biegen und Brechen daran festgehalten wird, dass Schuljahr durchzuführen, anstatt einzusehen, dass es gelaufen ist und man am Besten das Jahr wiederholt. Dann können auch Schüler, die vorher schon Gefahr liefen, abgehängt zu werden, die Lücken zu schließen um aufzuholen.

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