Corona-Krise im Kinderzimmer: Isolation und häusliche Konflikte

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FRIEDBERG/HERBORN/DIETZENBACH Die Pandemie ist ein drastischer Eingriff in die Lebenswelt von Kindern: Spielen oder Lernen, vieles müssen sie derzeit alleine bewältigen. Ansprechpartner sind fast nur noch die Eltern. Das wird Experten zufolge nicht ohne Folgen bleiben.

Verkehrte Welt Tag für Tag: In der Schule mit Gleichaltrigen lernen, nachmittags auf dem Bolzplatz toben, Geburtstage feiern mit allen Freunden – derzeit Fehlanzeige für Kinder in der Coronakrise. Stattdessen sind Lernen im Kinderzimmer, Spielen an der Spaßgrenze und Stress mit den Eltern eher der Alltag. Zwei Lockdowns binnen eines Jahres wegen der Pandemie wird für die Kleinsten in der Gesellschaft nicht ohne Folgen bleiben, glauben Experten. Dem hessischen Sozialministerium zufolge zeichnen schon jetzt erste Studien ein Bild, dass bei Kindern und Jugendlichen Anzeichen für Zukunftsängste, psychische Auffälligkeiten wie Hyperaktivität, emotionale Schwierigkeiten oder Verhaltensprobleme zeigt.

Kinder stehen in der Pandemie unter besonderer Belastung – Experten rechnen mit Langzeitfolgen. Foto: Shutterstock Foto: Shutterstock

«Es wird dauerhaft Folgen geben, in wirtschaftlicher Hinsicht durch mangelhafte Ausbildung und auch psychologisch», ist sich die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Hessen, Olivia Rebensburg, sicher. Neben den Schulen und Kitas fehle das Freizeit- und Sportangebot. Hier hätten viele aber Vertrauenspersonen, das fehle massiv. «Die Belastungssituation in den Familien ist hoch.» Zahlen, Daten, Fakten gibt es kaum. In Zeiten der Pandemie sei eine Bestandsaufnahme schwierig. «Erste Befragungen und Meldungen von Psychologen deuten auf Langzeitfolgen hin», sagt Rebensburg.

Studie zum Corona-Lockdown: Entscheidungsspielräume für Kinder können das Familienklima verbessern

In Kinder- und Jugendpsychiatrien in Hessen sind die Folgen der Corona-Krise bereits deutlich spürbar. Dort werden unter anderem viele junge Patienten behandelt, die mit Schulängsten, -unlust und Trennungsängsten kämpfen. Zunächst könne für solche Kinder das Homeschooling zwar eine scheinbare Entlastung bedeuten, weil sie für die Schule zurzeit nicht mehr ihr Zuhause verlassen müssten, sagt der Kinderpsychiater und stellvertretende Direktor der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Herborn, Christoph Andreis.

Oft sei das aber nur eine «Pseudolösung», weil das eigentliche Problem fortbestehe und nur auf später verschoben werde, wenn wieder Schulbesuch, Zusammenkünfte mit Gleichaltrigen und Klassenkameraden, Praktika oder vielleicht auch Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz oder ähnliche soziale Anforderungen anstünden. «Die soziale Isolation kann sich chronifizieren», sagt Andreis.

Hinzu komme: Die entzerrende Wirkung der Schule auf das häusliche Umfeld falle durch den Lockdown derzeit weg. Dadurch steigen Spannungen und Stress in den Elternhäusern – zumal viele Eltern zu Hause gleichzeitig ihrer Arbeit im Homeoffice nachgehen und womöglich auch kleinere Kinder betreuen müssen. «Es kommt viel häufiger zu Momenten, in denen Konflikte aufbrechen», sagt Andreis. Streits, Impulsdurchbrüche oder sogar häusliche Gewalt nähmen tendenziell zu.

Die Klinik arbeitet auch mit zahlreichen Jugendämtern zusammen und begleitet beispielsweise Kinder, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihren eigenen Familien leben können und in Heimen, Pflegefamilien oder Wohngruppen untergebracht sind. Problematisch seien nicht nur die auch dort bestehenden coronabedingten Einschränkungen bei Jugendämtern, deren Mitarbeiter teils weniger persönliche Kontakte zu Familien hätten. Auch Familienhelfer, die in jetzt gegebenenfalls häufigeren Krisensituationen entlasten könnten, seien teils nur noch eingeschränkt tätig.

Folgen habe die Pandemie auch für Umgangskontakte zwischen fremduntergebrachten Kindern und ihren leiblichen Eltern, wenn dabei beispielsweise Körperkontakt wie Umarmungen vermieden werden sollen. Betroffen davon seien gerade kleine Kinder, die solche Situationen noch nicht gut einordnen könnten. «Soziale Kontakte werden sehr artifiziell, das führt zu Entfremdungssituationen, Stress und Belastungen», so Andreis. Wie schwer und dauerhaft die Kinder davon beeinträchtigt werden, hänge immer auch von der sogenannten Resilienz ab, also von der psychischen Widerstandskraft der Kinder und Jugendlichen.

Bei den Beratungsstellen der Kommunen macht man teils unterschiedliche Erfahrungen, zum Beispiel bei den Anfragen für Beratungen. Sicher ist man sich aber, dass die Extremsituation an den Kindern nicht spurlos vorübergehen wird. Die Jugendamtsleiterin des Kreises Offenbach, Sandra Hansmann sagt zu psychischen Belastungen: «Wir haben noch keine Erhöhung festgestellt. Das wird sich 2021 herauskristallisieren.»

Der Sozialdezernent des Kreises, Carsten Müller, ist aber sicher: «Das wird irgendwann Folgen haben.» Für den Fall eines dritten Lockdowns glaubt er: «Die Langzeitfolgen werden dann zum entscheidenden Thema.» Auch die Leiterin der Beratungsstelle Eltern, Kinder und Jugendliche in Ober-Ramstadt, Kordula Gruhn, sagt: «Im Moment ist Resignation zu spüren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das keine Auswirkungen hat.»

Im Kreis Offenbach habe man vielfältige Kontakte zu Kindern, sagt Hansmann. «Die haben eine unglaublich hohe Anpassungsleistung im Augenblick.» Aber es stehe derzeit auch die Beziehung zu den Eltern unter einer hohen Belastung. «Es gibt Kinder, die sich beispielsweise zurückziehen in solchen Belastungssituationen.» Hier bedarf es therapeutischer Angebote. Aber auch für die Eltern ist es nach Aussagen von Rebensburg eine Extremsituation. «Wir bemerken, dass Leute vermehrt Hilfe suchen, gerade beim Elterntelefon gibt es massive Zuwächse.» Einige würden sagen, wenn sie nicht die Möglichkeit bekommen zu sprechen, rutsche ihnen irgendwann die Hand aus. «Da staut sich eine Menge auf.» (Oliver Pietschmann und Christine Schultze, dpa)

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30 KOMMENTARE

  1. So schlimm es ist, dass Kinder derzeit nur eingeschränkt mit Gleichaltrigen spielen können, wird auch diese Zeit vorübergehen und daraus lebenslange Folgen zu fürchten ist übertrieben. Die allermeisten Eltern und Kinder kommen gut miteinander aus und für diejenigen mit ernsthaften Schwierigkeiten ( schulisch oder aus zerrüttetem Elternhaus) stehen die Notbetreuungen offen.
    Wir leben schon in einer komischen Zeit, in der Eltern nicht mal mehr zugemutet wird, sich um ihre eigenen Kinder zu kümmern und sie mit Mahlzeiten zu versorgen. Vor gar nicht vielen Jahren war es üblich, dass Kinder zuhause gegessen haben und die Schule nicht als Hauptnahrungsquelle diente und auch schon vor Jahren haben meist beide Elternteile gearbeitet. Ich finde es super, dass sich jetzt mehr um Familien und Umsorgung der Kinder innerhalb der Schule gekümmert wird, aber das darf doch nicht zu einem Selbstverständnis führen, dass Eltern ihrer Aufgabe, sich um ihre Kinder zu kümmern, nicht mehr nachkommen…bzw. das den Eltern das nicht mehr zugetraut wird, wenn es die Zeiten wie diese nun mal erfordern.

    Die Auswirkungen der Pandemie sind dem Virus geschuldet, nicht den notwendigen Maßnahmen. Ohne Maßnahmen würde alles noch viel länger dauern, es gäbe noch mehr Tote und Kranke, auch Kinder, und auch die allen so wichtige Wirtschaft würde tiefgreifender einbrechen.

    • Ich kümmere mich gern um mein Kind. Wenn man jetzt aber am Vormittag Homeschooling parallel begleitet (Anmerkung: das ist NICHT meine originäre Aufgabe), weil technisch gar nichts funktioniert und Grundschüler nun mal nicht 5 Stunden vor Arbeitsblättern sitzen, dabei noch kocht und den Haushalt am laufen hält, Nachmittags Sportprogramm macht (Anmerkung: auch NICHT meine originäre Aufgabe) und Abends dann wieder was zu Essen auf den Tisch bringt – dann ist endlich wieder die alte Ordnung hergestellt: Frauen an Herd und Heim. Über solche Kommentare – Eltern würden sich nicht kümmern – kann ich mich echt nur ärgern. Diese Pandemie zeigt ganz deutlich, wie rückwärtsgewandt Deutschland in den Köpfen ist.

      • @Eine Mutter:
        Selbstverständlich ist es ihre Aufgabe, Ihr Kind zu betreuen, während es seine Aufgaben bearbeitet! Sie betreuen nur, Sie unterrichten nicht.
        Selbstverständlich ist es Ihre Aufgabe, für ein Sportprogramm zu sorgen, wenn Ihr Kind sich nicht selbst sportlich beschäftigen kann! (Wieso kann Ihr Kind das eigentlich nicht?)
        Und selbstverständlich ist es Ihre Aufgabe, den Haushalt zu führen und das Essen auf den Tisch zu stellen!
        Was ist denn Ihrer Meinung nach Aufgabe von Eltern?????

        • Lustig ich habe mein Kind definitiv unterrichtet, heute Einführung in Geometrie, Geodreick, Senkrechte, Winkel, Gradmesser. Letzte Wochen Vielfache, Teiler, halbschriftliches dividieren etc nein das ist die Bildungsverpflichtung des Bundes und der Länder. Fällt das vom Himmel oder doppelt aus dem Wochenplan….oder erwarten Sie, dass eine Gedankenübertragung von Seitens der Lehrerin statt findet. Es gibt Materialtausch in der Schule. Das war es. Dazu braucht es keine Lehrer.

          • @Neu1:
            Jeder meiner Schüler bekommt von mir zwei Stunden Unterricht pro Woche. Von Gedankenübertragung kann hier keine Rede sein. Sparen Sie sich also Ihren Zynismus.
            Hausaufgaben müssen Kinder schon alleine anfertigen, das war immer schon so.
            Wenn Ihr Kind also den Wochenplan nicht alleine anfertigen kann, dann melden Sie der Lehrkraft zurück, dass Ihr Kind überfordert ist, und bitten Sie die Lehrkraft zu helfen. Aber bitte direkt, wenn Sie die Aufgaben bekommen, und nicht erst kurz vor Abgabeschluss.

  2. Hat man eigentlich auch die Quarantänefolgen im Blick und den Umstand, dass viele Kinder die Schule besuchen (immer noch)/bzw. besuchten und zuhause Risikogruppen leben (die man auch nicht umarmen darf). Und wie steht es um betroffene Familien, die mit dem Tod von Familienangehörigen umgehen müssen oder Long Covid? Angst vor Coronafolgen unter Kindern? Psychische Folgen einer überstandenen Coronainfektion, der eigenen oder der Bezugspersonen? Was ist mit den Kindern, die schwer erkrankte Eltern haben, wie wird das eigentlich geregelt?
    Hier werden wieder ausschließlich Folgen der Pandemiemaßnahmen diskutiert.

    • Ein Vater u. Minna, sehe die vielschichtigen Probleme ganz ähnlich. Problematisch ist die Situation für Familien die keine Kinderbetreuungstage nehmen können oder aus Angst vor Mobbing am Arbeitsplatz nehmen wollen, u.U. aber schon. Die Bundesregierung müsste durch Arbeitsschutzverbesserungen, die aktuell während der Pandemie für die Eltern gewährleistet werden, sich eindeutiger für die Arbeitnehmer positionieren. Für Jugendliche,die sich lieber mit Gleichaltrigen umgeben, kann vielleicht überlegt werden die Anzahl der Kontakte die sie ausserhäuslich haben dürfen, von 1 auf 2 Personen zu erhöhen. Die Viren fordern uns Eltern jetzt verstärkt das ab was schon immer elterliche Aufgabe war:Zuwendung geben, Fürsorge sicherstellen, Kinder fördern….alles ganz schön viel, aber auch sehr bereichernd. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, braucht es aber Zeit u. Sicherheit ( Arbeitsplatzsicherheit, Solidarität d.v.a.kinderlose Kollegen..) Die Eltern, die sich bzgl. ihrer Arbeitsplätze sorgen, sollten sich jetzt nicht scheuen, die Politik u. ihre Arbeitgeber in die Verantwortung zu nehmen. Wer kann es sich denn aktuell ernsthaft wünschen, dass seine Kinder in eiskalten stossgelüfteten Klassenräumen sitzen,und sich mit Viren infizieren, von denen noch nicht geklärt ist was sie, auch langfristig im Körper auslösen können? Auch Wirtschaftsunternehmen müssten doch Interesse an gesunden jungen Arbeitnehmern haben. Von daher sollten Eltern die sich überfordert fühlen, ihre Wut nicht gegen ihre Kinder richten, sondern ihre sehr berechtigten Ansprüche nach kollegialer Solidarität u.Arbeitgeberfürsorgepflicht u. Arbeitsschutz stellen.

  3. Danke für diesen Artikel! Anders als sonst häufig in den Medien kolportiert wird hier nämlich nicht suggeriert, dass das Problem für die Kinder allein oder wenigstens hauptsächlich die geschlossenen Schulen seien. Im Gegenteil, es kommen auch Stimmen zu Wort, die darin immerhin auch eine zeitweilige Entlastung für besonders betroffene Kinder erkennen können. Wenn ich jedenfalls mit meinen Schülern spreche, bekomme ich eher die Rückmeldung, dass Freunde und Vereine im Nachmittag fehlen, Großeltern, Feiern etc. Und verstörend wirkt da vor allem das ständige Auf und Zu des Unterrichts, die spürbaren Sorgen der Erwachsenen und die völlig unklare Perspektive, wann es wie weitergeht.

    • Unser soziales und fröhliches Kind vermisst die Schule auch nach einem Jahr überhaupt nicht! Schon gar nicht die Winterzeit, mit ständigen Erkältungen, kaltem Regen und allseits schlechter Laune. Unser Kind vermisst den Sport, der trotz Risikohaushalt im Sommerhalbjahr noch möglich war und aktuell das Toben mit wenigen engen Freunden (obwohl der Freundeskreis vorher riesig war) und die Reisen. Aber dafür hat es eine UNGLAUBLICHE Kreativität beim Spielen entwickelt. Das mag vielleicht eine Ausnahme sein, denn die Kreativität war vorher schon stark ausgeprägt, aber gemessen an der zukünftigen Bedeutung von Kreativität auf dem Arbeitsmarkt würde ich diese Entwicklung als bedeutsame POSITIVE Entwicklung einstufen.
      Und ja, es gibt etwas zu viel Fernsehen. Auf Englisch. Und dann wird die Sendung AUF ENGLISCH nachgespielt.
      Sorry, aber Schule ist echt überbewertet. Vielleicht ist es das, was die KultusministerInnen verheimlichen wollen. Wer weiß, wieviele Studien dazu schon vertuscht werden.

  4. https://m.focus.de/gesundheit/corona-pandemie-corona-wie-der-lockdown-kinder-krank-macht_id_12949392.html

    Ihr werdet mit diesen psychisch gestörten, gewaltbereiten Kindern/Jugendlichen später in der Schule klar kommen müssen. Ihr habt maßgeblich durch eure Jammerei dazu beigetragen, dass Schulen geschlossen wurden. Ein paar Hundert Euro für FFP2 Masken und ne Plexiglasscheibe vom Gehalt zu kaufen, war ja nicht drin. Ihr hattet 1 Jahr Zeit. Ihr nagt ja nicht am Hungertuch. Aber es ging euch ja ums Prinzip. Wenn der AG nichts kauft jammert ihr u verbreitet Angst damit die Politik die Schulen zu macht. Anstatt selbst für euren Schutz zu sorgen und die Kinder zu unterrichten. Aber ihr werdet ernten was ihr gesät habt. Diese Kinder werden euch den Unterricht zur Hölle machen. Tja aber Psychiater wird es nicht genug geben, auf Therapieplätze wartet man jetzt schon mindestens ein Jahr. Also schleppt ihr diese Unruhestifter auch noch die nächsten Jahre mit durch. Bald wird es Lehrerentlassungen geben. Nicht nur in den Sommerferien. Schulen werden zusammen gelegt werden,weil keine Gelder mehr da sind. Wenn Corona vorbei ist, werden die Klassen noch voller, weil gespart werden muss. Und es wird gespart werden. Dann seht zu wie ihr mit den Kindern in einer 36 Mann starken Klasse, wo die Hälfte psychische Schäden hat klar kommt. Niemand wird euch unterstützen, die Eltern schon gar nicht. Coronageneration eben.

    • Ich fasse kurz zusammen:

      gestörte gewaltbereite Jammerei Hungertuch jammert Angst ernten was gesät zur Hölle Unruhestifter Lehrerentlassungen Schulen zusammen gelegt keine Gelder Klassen voller wird gespart 36 Mann starken Klasse Hälfte psychische Schäden Niemand euch unterstützen

      Liebe Weltbevölkerung,
      die Schuldigen sind hiermit entlarvt. Sie können die Schulen nun beruhigt öffnen.

    • Autsch … dieser Kommentar ist so was von unter der Gürtellinie.
      Und das sage ich nur als Mutter ohne beruflichen Kontakt zu Schule und Kita.

    • @Petra:

      Liebe Frau @Petra:

      Hier meine „Top Ten“ zu Ihren üblen Beschimpfungen, bösen Wünschen und Rachephantasien…
      ich nenne sie einfach mal ganz freundlich „Anliegen“:

      1. Zunächst einmal möchte ich hier von Ihnen nicht geduzt werden!
      2. Wenn ich Ihren Post aufmerksam lese, muss ich davon ausgehen, dass vermutlich gerade Ihr Kind zu denjenigen gehören wird, das in Zukunft versuchen wird, seinen LehrerInnen den Unterricht „zur Hölle“ zu machen. (Ob es sich und Ihnen damit einen Gefallen erweisen wird…who knows!? Denken Sie lieber nochmal in Ruhe darüber nach).
      3. Es gibt tatsächlich vernünftige Eltern, die die Gesamtsituation überblicken und ihre Kinder in Zusammenarbeit mit den LehrerInnen in dieser schwierigen Zeit unterstützen.
      4. Mein Nachwuchs hatte 10 Monate lang keinen Kitaplatz, ferner fehlt ihm ein komplettes Schuljahr wegen G8. (heute Mitte 20/ keine Spätschäden..ich übrigens, obwohl alleinerziehend, auch nicht).
      5. Wenn Sie zu Hause vor Ihrem Sprössling ähnlichen Alarm (wie in Ihrem Post) wegen Problemen mit dem Unterricht in Pandemiezeiten inszenieren (aggressive Schuldzuweisungen gegen LehrerInnen, statt zu überlegen, wo das Problem tatsächlich liegt), muss ich Ihren Nachwuchs bedauern; sie helfen ihm damit NICHT!
      6. Wir haben zzt. ALLE kein Wunschkonzert!
      7. Suchen Sie nach Lösungen/ Hilfe, auch gemeinsam mit den LehrerInnen (bitte in angemessenem Umgangston).
      8. Sollten Sie tatsächlich komplett überfordert sein, sagen Sie es doch einfach, Sie sind nicht die Einzige in dieser Situation.
      9. Frage: Wer hat Sie in Ihrer eigenen Schulzeit dermaßen aufgebracht gemacht?
      10. Die Pandemie wird irgendwann vorbei sein – und DAS wünschen wir uns ALLE!!!

      Btw: Ich bin keine Lehrerin. 🙂

      Herzliche Grüße!

    • Noch dicker hatten Sie’s wohl nicht? Keine regnenden Frösche? Nichts mit Blut und unsere Erstgeborenen bleiben auch verschont? Na dann ist ja gut. Obwohl ich so eine Ahnung habe, dass die Psychiater ganz woanders zu tun haben, als bei unseren Schülern…

    • +++ Ich fühle mich irgendwie verflucht +++
      Möchte mich nicht stellvertretend rechtfertigen, aber vielleicht doch ein paar kleine Gedanken dazu äußern:
      1. FFP2-Masken wird sich hier sicherlich fast jeder auch schon selber gekauft haben.
      2. Den ganzen Tag mit FFP2-Masken herumzulaufen sollen wir Grundschülern zumuten?
      3. Eine Plexiglasscheibe soll was bringen? In einem Glaskasten sitzend zu unterrichten ist bestimmt die Lösung!
      4. Ein Recht auf Arbeitsschutz einzufordern ist nicht gleichzusetzen mit Rumjammern.
      5. Der Unterricht unter Corona-Bedingungen geht spurlos an den Kindern vorbei, ebenso wie die Angst, selbst zu erkranken oder seine Familie anzustecken?
      6. Viele von uns hätten „sicheren“ Präsenzunterricht sicherlich dem jetzigen Hin und Her vorgezogen.
      7. Nicht wir Lehrer sind dafür verantwortlich, sondern andere.
      8. Wir leben in einer Pandemie!
      9 …
      Das ist ein ziemliches Schreckenszenario, das sich hoffentlich nicht bewahrheiten wird … Die Politik ist auf ihre Versäumnisse im Bereich der Bildung gestoßen worden und wird bestimmt (ein Rest Hoffnung bleibt) etwas in Zukunft besser machen.

    • Lassen sie mich raten, ihr Kind war eigentlich hochbegabt. Bis sie es dann eben mal teilweise selbst betreuen mussten.

    • @Petra: Ich habe selten so einen hasserfüllten Kommentar gelesen.
      Sie tun mir aus tiefstem Herzen leid. Dass, was Sie jeden Tag mit Ihrer Persönlichkeit mit sich herumschleppen, ist schlimmer als all das, was Sie anderen gewünscht haben.

    • @Petra

      „Ihr werdet mit diesen psychisch gestörten, gewaltbereiten Kindern/Jugendlichen später in der Schule klar kommen müssen.“

      „Aber ihr werdet ernten was ihr gesät habt. Diese Kinder werden euch den Unterricht zur Hölle machen. Tja aber Psychiater wird es nicht genug geben“

      „Dann seht zu wie ihr mit den Kindern in einer 36 Mann starken Klasse, wo die Hälfte psychische Schäden hat klar kommt. Niemand wird euch unterstützen, die Eltern schon gar nicht.“

      Zwar nicht wortwörtlich, aber wortgetreu sehr ähnlich haben Sie dieses Zeugs schon vor etwa zwei Monaten gepostet.
      Ich bin traurig, weil es Ihnen immer noch nicht besser geht.

  5. Unsere GS- Notbetreuung besteht ganz grob aus 20% Kindern von systemrelevanten Eltern (viele von diesen haben Sicherheitsbedenken und für ihre Kinder andere Betreuungsmöglichkeiten wie die Oma gefunden), 50% leistungsschwachen Kindern und Kindern, die zu Hause nicht gut unterstützt werden und 30% „verhaltensauffälligen“ Kindern, bei denen die Eltern befürchten, es könne ihnen die „Hand ausrutschen“, wenn sie keine Entlastung bekommen.
    Ganz viele Eltern meistern die schwierige Situation wirklich gut! Chapeau!
    Für Fragen und Probleme stehen wir Lehrer eigentlich immer ( außer in unseren Notbetreuungs- und Videokonferenzzeiten, auch am WE) zur Verfügung, treffen uns auch mal draußen mit Abstand mit einzelnen Kindern und Eltern.
    Unsere städtische Schulpsychologin, eine Freundin, hat gerade sehr wenig zu tun, auch wenn wir die Kontaktdaten mindestens einmal die Woche per Rundmail verbreiten.
    Es ist für die meisten Eltern ganz normal geworden und nicht mehr “ ehrenrührig“ , sich bei Fragen sofort an den Lehrer zu wenden, denn in dieser besonderen Situation muss auch die „Frau Doktor“ keine Angst davor haben ihr Gesicht zu verlieren, wenn sie nicht alles im Griff hat.
    Damit will ich die Probleme nicht kleinreden, habe aber in meinen 43 Dienstjahren selten so einen vertrauensvollen Umgang miteinander erlebt.

  6. Reine Isolation ist doch eher bei Quarantäne anzutreffen.
    Die soziale Isolation aber erscheint mir häufig aus Bequemlichkeit, eingefahrene Strukturen oder gar Faulheit vielleicht auch hausgemacht. Die Quote der Risikoschüler dürfte überschauhaubar sein, was kaum eine Verallgemeinerung zulassen sollte.
    Die Präsenzverpflichtung wird überbewertet und die damit einhergehende Angst in der Schule vor Infektion und mitbringen der Infektion in die Familie (Oma oder Tante anzustecken) bewerte ich höher als eine mögliche soziale Isolation. Hier wird sicher auch bald von psychischen Spät- und Langzeitfolgen zu berichten sein. Die Dauerwellen an Lockdownchen werden sicher den Rest besorgen.
    Hat ein Schulkind gelernt selbständig zu arbeiten, wird es auch mit der neuen Situation Distanzlernen zurechtkommen und selbst Mittel und Wege finden sich zu arrangieren. Unselbständige Schüler haben es bestimmt schwerer sich auf neue unbekannte Situationen einzustellen und ohne Hilfen entsprechende oder überhaupt Leistung abzuliefern.
    Mich stört einfach die Verallgemeinerung bei lediglich einer begrenzten überschaubaren Schnittmenge an Risikopotential.

    Können Kinder bis zu 12 Jahren nicht mit Kindern aus mind. einem weiteren Haushalt spielen.
    Und draußen ist es auch eher unproblematisch mit 1,50 m Abstand. In der Freizeit meist 1 Kind aus weiterem Haushalt und in Schule/KiTa dann Klasse-/Gruppenstärke dagegen sinnfrei ist.

    Allerdings ist bei dem Pensum an digitaler Heimarbeit, Hausaufgaben, Videoschalte etc. die verbleibende Freizeit seit dem 11.01. meist erst bei einsetzender Dunkelheit. Mass und Mitte ist dabei scheinbar im Hinblick auf das nahende Ende des Schuljahres (-Ironie-) völlig verloren gegangen oder aber die Abstimmung in digitaler Form einfach noch nicht machbar. Und dann haben schwache oder unselbständige Schüler ohne Präsenzunterricht natürlich sofort verloren.

  7. @petra meinst du das wirklich ernst?

    Ich denke, wie meine Vorredner, dass es weitaus schlimmer ist, wenn die Grosseltern sterben o ein halbes Jahr nicht gesehen werden, als wenn mal ein paar Monate von zu Hause gelernt wird.
    Von zu Hause lernen könnte auch eine Chance sein, selbstständiger zu arbeiten oder freieres lernen zu ermöglichen.
    In meinem näheren Umfeld sehen die meisten Eltern auch die Vorteile zb mehr Zeit für die Familie bzw. Kind kann seinen Tag flexibler gestalten, selbstbestimmter lernen, hat insgesamt mehr Zeit für draussen spielen etc…
    Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber bitte auch nicht verallgemeinern, dass bei den Kindern grosse Schäden entstehen nur weil sie mal eine Weile Fernunterricht haben.
    Im übrigen dürfen die Kinder ja durchaus noch Freunde treffen, nur halt nicht mehr so viele aufeinmal.

  8. #Petra#… ich bin geschockt, über das was Sie geschrieben haben. Welch einseitiges Denken!? Weder werden alle Kinder durch den Nichtbesuch eines Schulgebäudes psychisch krank noch wird es eine typische „Corona“ – Generation geben. Psychisch krank können Kinder auch werden, weil sie in eine Schule (Schulgebäude) gezwungen werden. In Deutschland gab es schon soviele Suizide von Kindern und Jugendlichen aufgrund der Schulbesuchspflicht. Dort geht es um die Gleichmacherei und das Befüllen von Schubladen und nicht um Individualität und Motivation. Stärken stärken und nicht auf den Schwächen rumreiten. Was Sie schreiben, grenzt an massiven Unwissen und einseitigem Denken. Empathie und sich in andere hineinversetzen können, ist leider einigen gerade durch die Schulbesuchspflicht abhanden gekommen. Ich empfehle Ihnen Autoren wie Gerhard Hüther „Education For Future“ und Oliver Hauschke „Schafft die Schulen endlich ab“. Und eins noch: Gäbe es keine Schulbesuchspflicht, bräuchten wir kaum noch Psychiater und Psychologen für Kinder und Jugendliche.

  9. Lehrer haben mit Kindern nur einen gewissen Zeitraum über zu tun, Eltern ein Leben lang. Kinder werden auch nicht psychisch gestört und gewaltbereit, weil Lockdown ist, sondern weil sie in dieser Zeit ggf. mit ihren psychisch gestörten und gewaltbereiten Eltern zusammenhocken müssen, ohne Ausweichmöglichkeiten zu haben.
    Aber ich glaube, wer so etwas schreibt wie Sie, gehört nicht zur obigen Klientel, sondern will nur provozieren.

  10. @Petra:
    Und dann? LEUTE WIE SIE HAT DAS SCHULSYSTEM DOCH AUCH AUSGEHALTEN!
    😉
    Meine Güte, was ist Ihnen denn im letzten Jahr passiert? Was hat sie so werden lassen? Nur Corona?
    🙁
    Haben Sie Ihr eigenes Kind in diesem Geiste gefördert? Haben Sie es zum Bildungs-Guerilla geformt, zum Systemprenger-Rambo?
    🙁
    Und wann werden wir alle genau entlassen? Dann, wenn „abgerechnet“ wird? Kommen wir vor oder nach der „Lügenpresse“ und den „Würgologen“ dran?
    🙂
    Es ist Zeit, dass Sie aufs Forum der WELT oder der BILD umsteigen. Dort würde sich ihr Hass sozial gesehen lohnen Ihre Wut oder ihr Frust nicht so eskalieren. Sie könnten viele Freundschaften schließen. So etwas fehlt Ihnen im Moment offensichtlich.
    🙂 🙂

  11. Ich verstehe nicht, warum man es „Isolation“ nennt, wenn die Kinder bei ihrer Familie sind. Klar vermissen sie die Freunde und Klassenkameraden (meine Kinder auch), aber wir machen zwangsläufig viel mehr zusammen als Familie, weil wir ja viel mehr zu Hause sind und das macht ihnen auch Spaß. Psychische Probleme bekommen sie davon ganz sicher nicht.

    In anderen Ländern, wo keine Schulpflicht herrscht, sind Kinder durchgehend im Homeschooling, weil die Eltern es gern so möchten und spielen (wenn sie z.B. eher abgelegen wohnen) vor allem mit ihren Geschwistern. Die haben doch auch keine psychischen Probleme?

    So sehr ich auch der Meinung bin, dass Kinder auch gleichaltrige zum Spielen und für ihre soziale Entwicklung brauchen, meine ich auch, dass die Zeit zu Hause mit der Familie auch ihren positiven Einfluss hat. Außerdem darf man eine/n Freund/in ja treffen, auf den Spielplatz darf man auch, Isolation ist was anderes.

    Wenn es schlimme häusliche Konflikte gibt, die die Entwicklung und Psyche der Kinder beeinträchtigen können, gab es aber lange vor Corona schon Probleme in diesen Familien und die Pandemie bringt das – wie vieles anderes – erst so richtig ans Licht.

  12. @ Petra, in einem gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Es wird in den nächsten Jahren Zeiten geben, da wird man sich an die vor Corona Zeit zurückstehen. Denn Geld für Bildung ist die nächsten Jahre nicht vorhanden. Die Klassen werden größer, die Eltern evtl Schulgeld zahlen, vielleicht wird das Beamtentum abgeschafft. Aber so sieht es auch bei unserem Gesundheitssystem aus. Der Staat ist pleite.

    • Es deutet sich jetzt doch schon an, wie es weitergeht.
      Wer es sich leisten kann, wird seine Kinder auf teure Privatschulen schicken. Sehr gute Schüler können sich dort auch um ein Stipendium bewerben, da es dem Prestige der Schulen zuträglich ist, auch leistungsstarke SuS zu beschulen!
      Wie in UK, Frankreich, Singapore …. und den USA auch, wird sich an den staatlichen Schulen der Rest ansammeln.
      Der Bedarf an ausgebildeten Lehrern und pädagogischem Personal wird erst einmal von den Eliteschulen/Elitekitas abgeschöpft, was übrig bleibt geht halt in eine staatliche Schule und wird dort in kürzester Zeit verschlissen.
      Super Ausstattung und viel Personal an den Privatschulen, NIX an den staatlichen Schulen.
      Bildungsgerechtigkeit, schon in der Vorpandemiezeit für die KM ein Fremdwort, wird endgültig ad acta gelegt.
      Die „psychisch gestörten, gewaltbereiten Kinder und Jugendlichen“ werden nach unten durchgereicht, an die „Brennpunktschulen“, die es ja jetzt schon gibt.
      Das jetzt noch vorhandene sozialpädagogische Personal an den Brennpunktschulen wird von den „normalen“ staatlichen Schulen abgeworben, während sich in den Eliteschulen Psychologen, Psychotherapeuten und Lerntherapeuten um die Luxusprobleme ihrer Klientel kümmern.
      Das spart enorm viel Geld, weil sich viele Eltern krummlegen werden, um ihren Kindern einen besseren Start ins Leben zu finanzieren.
      Ganz in Petras Sinn, die ja die staatliche Bildung so gerne herunterfahren möchte!
      Ich hoffe nur, sie gehört zur gehobenen Mittelschicht, die sich die 300€ bis 5000€ monatlich pro Kind leisten kann. Dazu kommen natürlich auch noch privat finanzierten Laptops, I-Pads und alle andere Schulmaterialien. Von den Spendenaufrufen für eine neue Aula usw. mal ganz abgesehen.
      Oder will sie ihre Kinder mit den „psychisch gestörten, gewaltbereiten Jugendlichen“ in 36er Klassen stecken?
      Es fällt halt alles auf die eigenen Kinder/Enkel zurück!

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