KMK-Präsidentin pocht auf offene Schulen – und setzt (zuhause) Schulbesuchspflicht aus

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POTSDAM. Brandenburgs Schülerinnen und Schüler müssen vor den Osterferien doch nicht mehr in ihre Schule kommen, sondern können ausschließlich zu Hause lernen. Es gibt zunächst keinen verpflichtenden Präsenzunterricht mehr. Zu heikel erscheint offenbar das Infektionsrisiko dort. Gleichzeitig trommelt Bildungsministerin – und KMK-Präsidentin – Britta Ernst (SPD) via «Bild»-Zeitung für offene Schulen. Der Brandenburger Pädagogenverband fragt: «Ist diese Ministerin noch tragbar?»

Trommelt für offene Kitas und Schulen: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), seit Januar Präsidentin der Kultusministerkonfererenz. Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), hat vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor den Auswirkungen von erneuten Schulschließungen gewarnt. «Die Kultusministerinnen und Kultusminister betrachten die Auswirkungen der im Zuge der Eindämmung der SARS-CoV-Pandemie getroffenen Maßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Sorge», sagte die Bildungsministerin von Brandenburg der «Bild»-Zeitung». «Viele Kinder und Jugendliche leiden unter der Pandemiesituation. Damit die Folgen nicht dauerhaft ihr Leben begleiten, liegt die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten.»

«Wir haben uns entschieden, die Öffnung der weiterführenden Schulen im Wechselunterricht bis zu den Osterferien fortzusetzen»

Was sie in diesem Zusammenhang nicht erwähnt: Sie selbst hat die Pflicht zum Präsenzunterricht in Brandenburg bis zu den Osterferien ausgesetzt. Dies gelte für alle Jahrgangsstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen, teilte das Ministerium am Sonntag mit. Damit könnten bis zu den Osterferien die Eltern und Erziehungsberechtigten entscheiden, ob die Kinder vor Ort am Unterricht teilnähmen.

Mit den Schulöffnungen der letzten Wochen haben die meisten Kultusministerien in Deutschland, darunter auch die SPD-geführten in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, die bis dato ausgesetzte Schulbesuchspflicht wieder eingeführt – trotz hoher Inzidenzwerte.

In Brandenburg sind seit rund einem Monat die Grundschulen im Wechselunterricht zwischen der Schule und zuhause geöffnet, seit vergangenem Montag die Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Sie sollten zumindest bis zu den Osterferien offen bleiben, hatte es zuletzt geheißen: Ernst sagte noch am Freitag, ein Vorziehen der Osterferien könne sie für Brandenburg ausschließen. «Wir haben uns entschieden, die Öffnung der weiterführenden Schulen im Wechselunterricht, die seit letztem Montag stattfindet, bis zu den Osterferien fortzusetzen.» Es werde im Laufe der Ferien eine neue Bewertung geben, wie man weitermache mit Blick auf die Inzidenzen.

Der Kreiselternrat Cottbus fragte per Pressemitteilung: «Wann können wir mit einem Mindestmaß an Planbarkeit rechnen und welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt sein?» Die Eltern verlangten den Rücktritt von Bildungsministerin Ernst: «Das Bild, was das Bildungsministerium seit einem Jahr abgibt, ist schlichtweg inakzeptabel.»

Am Freitag war bekannt geworden, dass wegen Lieferengpässen auf dem Weltmarkt nicht alle Schülerinnen und Schüler in Brandenburg – wie angekündigt – zeitnah die zugesagten Selbsttests erhalten. Das Bildungsministerium war darüber nach eigenen Angaben «kurzfristig» informiert worden. Demnach könnten die bestellten Tests nicht zeitgerecht geliefert werden. Deshalb stehe den Schulen zunächst ein begrenztes Kontingent von 150.000 Stück zur Verfügung. Die zweite Lieferung sollte die Schulen eigentlich ab vergangenem Donnerstag erreichen. Die Test waren auf dem letzten Bund-Länder-Gipfel als begleitende Maßnahme für die jüngsten Schulöffnungen beschlossen worden, werden aber in keinem einzigen Bundesland bislang in der Fläche praktiziert. Geöffnet wurde trotzdem.

«Der erste Öffnungsschritt den wir gehen, wird die Rückkehr in Präsenzunterricht sein»

Wegen steigender Infektionszahlen nimmt Brandenburg ab diesem Montag auch die Öffnungen vom 8. März in denjenigen Landkreisen oder kreisfreien Städten zurück, die drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 haben. Bisher galt diese «Notbremse» in Brandenburg bei einem Wert über 200. Private Treffen sind dann nur für einen Haushalt und eine weitere Person statt zweier Haushalte möglich. Geschäfte, die mit Termin offen waren, müssen wieder schließen – bis auf Supermärkte und andere Läden für den täglichen Bedarf. Museen und Gedenkstätten machen auch zu. Individueller Sport ist mit der Notbremse auf zwei Leute beschränkt, Sport von Kindern draußen ist wieder verboten.

SPD-Fraktionschef Erik Stohn teilte am Sonntag über eine Sprecherin mit, dass es bis zum Erreichen eines Sieben-Tage-Wertes von 50 keine neuen Öffnungsschritte geben dürfe. «Der erste Öffnungsschritt den wir gehen, wird die Rückkehr in Präsenzunterricht sein, sobald er verantwortbar ist. Aber auch hier werden zunächst nur entzerrte Schülertransporte und Wechselmodelle verantwortbar sein.» Zunächst gilt allerdings: Augen zu und durch: «Das von den Schulen jeweils gewählte Modell des Wechselunterrichts bleibt bis zu den Osterferien weiter bestehen», hieß es aus dem Bildungsministerium. Die Osterferien beginnen am 29. März. News4teachers / mit Material der dpa

Stellungnahme des BPV

POTSDAM. Nach dem kurzfristigen Aussetzen der Pflicht zum Präsenzunterricht hat der Brandenburgische Pädagogen-Verband (BPV) indirekt den Rücktritt von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) gefordert. «Herr Woidke, ist diese Ministerin noch tragbar?», fragte der Verband am Montag in einer Pressemitteilung Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). Seit über einem Jahr sind die Schulen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen und das Krisenmangement des Bildungsministeriums sei katastrophal, hieß es in der Mitteilung.

Vor einer Woche sei im Wissen um steigende Infektionszahlen und entgegen aller Bedenken aus der Praxis die Öffnung aller Schulen angeordnet worden, schrieb der Verband. «Am gestrigen Sonntagnachmittag wurden die Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern über die Presse informiert, dass ab heute keine Präsenzpflicht mehr in den Schulen besteht», so der BPV. Von Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein der Ministerin könne keine Rede mehr sein, urteilte der Verband. «Wut und Entsetzen machen sich in den Lehrerzimmern und Chats breit über die sinnlosen und unüberlegten Entscheidungen des MBJS (Bildungsministeriums).» dpa


Kultusminister verabschieden sich vom Inzidenzwert – weil Schüler jetzt getestet werden

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30 KOMMENTARE

  1. Frau Ernst hat diesen Schritt nur gemacht, weil der OBB aus Potsdam drohte, daß er alle weiterführenden Schulen sofort schließen lässt. Keine Tests – keine Schulen. So stand sie unter dem Druck, zu handeln. Jetzt können die Eltern wählen. Die Verantwortung also wieder abgeschoben. Ohne diese Drohung aus Potsdam wäre also gar nichts passiert. Die Kinder werden alle zur Schule kommen, denn so schnell kann kaum einer die Betreuung organisieren. Die grossen Schüler bleiben vielleicht daheim, müssen aber selbst sehen, wie sie an die Lerninhalte kommen. Ich darf entscheiden, ob ich Kinder per Video im Unterricht dabei haben möchte, möchte ich aber nicht. Auch da geht der Joker an die, die es ausbaden, was das Ministerium monatelang versäumt hat.

  2. Ich wünsche mir das Herr Lorz (Hessen)die Präzenspflicht auch aufheben würde .
    Unsere große 9 Klasse ist zuhause, unser mittlerer 6 Klasse geht ,allerdings sind an der Schule 2 Klassen in Quarantäne und einige Lehrer und unser jüngster 3 Klasse geht jeden Tag Stundenweise außer Freitag .
    Ich hätte lieber alle zuhause, Homeschooling hat gut geklappt.

  3. „Am Freitag war bekannt geworden, dass wegen Lieferengpässen auf dem Weltmarkt nicht alle Schülerinnen und Schüler in Brandenburg – wie angekündigt – zeitnah die zugesagten Selbsttests erhalten.“ – Ohne Verfügbarkeit der Tests gibt es zwei Möglichkeiten:

    „Auf Wiedersehen, lang ersehnte Schulöffnung – war zu gefährlich, äh – war schön, dich kurz kennengelernt zu haben.“

    Variante zwei: „Hallo, Exponentialfunktion! Schön, dich wiederzusehen, alte Bekannte!“
    (oh nein, nicht die schon wieder; hoffentlich merkt sie nicht, wie sehr ich sie hasse, besser gleich ein Kompliment hinterher schieben:) „Bist ja ein verdammt steiler Zahn diesmal, mit ´ner richtig geilen Kurve!“

  4. Gestern bei Anne Will spricht auch Frau Schwesig!
    Aus ihrem Mund kommen Worte wie “ die Lehrer bringen den Virus in die Schule“, dies ist nicht wortgetreu aber sinngemäß gesagt worden. Von den Schülern nichts darüber! Solange öffentlich dieser Unsinn verbreitet wird ( Frau Schwesig glaubt das anscheinend wirklich), braucht man sich nicht über das ständige hin und her wundern und kämpft auf verlorenem Posten.
    Wie diese Person zu dieser Meinung kommt ist mir wirklich schleierhaft!!

    • „die Lehrer bringen den Virus in die Schule“

      Wenn die KM sowas behaupten und zugleich die LuL mit einem Impfstoff impfen, der nach dem bisherigen Kenntnisstand die Infektion gerade NICHT verhindert (sondern „nur“ schwere Verläufe), dann kann man doch nur noch den Kopf schütteln.

      Die Reihe dieser Widersprüche ist endlos:

      Es wird seit Monaten behauptet, dass junge Kinder sich nicht anstecken, sondern nur die größeren. Trotzdem impft man nur die LuL, die mit jungen Kindern zu tun haben.

      Dann behauptet man, dass es quasi keine Fälle in den Schulen gibt und dort auch nichts weitergegeben wird. Jetzt, wo es die Selbsttests gibt, will man von der Inzidenz als Maß abkommen, weil durch die Tests ja viele Fälle entdeckt werden.

      Dazu die Sache mit dem Impfstoff, der eben keine Infektionen verhindert (s.o.).

      Wie sollen die Kinder logisches Denken erlernen, wenn die ganze Zeit sowas auf sie einprasselt?

    • Und die KMK hat sich auf die bescheuerte Formel „Wer sagt, dass Kinder das Virus in den Schulen verbreiten, stigmatisiert sie“ geeinigt. Frau Schwesig meint also, dass es die Lehrer sind. Darf ich mich jetzt auch stigmatisiert fühlen, oder führt das zu ner Dienstaufsichtsbeschwerde? 😀

    • Das war nicht nur sinngemäß , das hat diese Frau tatsächlich gesagt … Da wären mir vor Schreck fast die Kartoffelchips aus der Hand gefallen . Gefehlt hat noch , dass sie behauptet hätte , dass die Lehrer sich auf den vielen Parties infizieren , die sie jetzt in ihren Dauerferien feiern …

  5. Das ist kein Widerspruch. Sie tritt für offene Schulen ein, weil sie weiß, dass Schulschließungen für gut die Hälfte der Kinder alle möglichen, nicht nur negative schulische Folgen hat. Um jedoch Boykottaktionen der Ängstlichen zu vermeiden, setzt sie die Präsenzpflicht aus. „Die“ können dann eben zuhause bleiben und müssen die Folgen selbst verantworten.

  6. Viele Kinder und Jugendliche leiden unter der Pandemiesituation. Damit die Folgen nicht dauerhaft ihr Leben begleiten, liegt die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten.»

    Genau, und mit offenen Schulen leiden ALLE (auch Schüler) noch länger, weil die Pandemie immer wieder ordentlich ausbricht.
    Ein ewiger Kreislauf made by Kultusministerien.

    Ich ertrage diese Borniertheit nicht mehr.

  7. Dieses Schuljahr sollte nicht mitgezählt werden. Das würde viel Druck wegnehmen, und vlt blieben dann mehr Schüler zu Hause

  8. Auf dem Weg zur Kanzlergattin, die Realität interessiert in der SPD doch schon lange niemand mehr.

    Alle Kultusministerinnen und Kultusminister bitte sofort zurücktreten. Danke.

    • Frau Ernst hat selbst keine Kinder, wie übrigens viele Politiker und Kumis. Es fehlt einfach die Erdung, der Realitätsbezug, die persönliche Betroffenheit.

  9. Gut ist das Ganze nicht, so wie es läuft. Aber ich hier in NRW wäre froh, wenn ich die Möglichkeit hätte meine Kinder zu Hause zu lassen. Ein Betreuungsproblem gibt es doch mit dem Wechselmodell. Bei drei Kids habe ich jeden Tag wenigstens eins zu Hause.
    Außerdem haben meine beiden Großen (6. und 8. Klasse) seit den Schulöffnungen ständig Angst, sich anzustecken. die Schule wird zur Seit saniert und auf der Baustelle sind die Hygienevorschriften, vor allem der Abstand, gar nicht einzuhalten. Nun kommen auch noch die Test, der Durchführung organisatorisch eine Katastrophe ist…
    Die Schulpolitik versagt leider gerade auf ganzer Linie. Wie es allen am Schulleben Beteiligten wirklich geht, interessiert keinen. Genauso wenig wie das, was den Kinder wirklich gut täte. Schule, in welcher Form auch immer, läuft ja die ganze Zeit, aber den Kindern fehlt wirklich ein Ausgleich. Seid fast 5 Monaten kein Sport mehr. Dabei ist Bewegung doch sowohl für die Gesundheit als auch für das Lernen wichtig! Und viele Sportvereine haben super Konzepte mit Kleingruppen, Abstand, Hygiene und das in allen, die mit Luftfiltern ausgestattet sind. Für mich wäre ein kontrollierte Sportbetrieb eher möglich als die Massenveranstaltung Schule, wo keiner bereit ist, in den Infektionsschutz zu investieren und Elternspenden abgeschmettert werden.
    Was es in Sachen Schule braucht, ob mit oder ohne Corona, ist endlich eine Reform, die das Lernen wieder auf die Zukunft ausrichtet und was bitte nicht ausgebremst wird, weil es eventuell etwas kostet. die Kinder sind schließlich unsere Zukunft!

  10. Es ist nur noch zum Weinen !
    Können wir die Kultusminister für diese wissentliche Körperverletzung haftbar machen ?
    Ich hoffe das sehr.
    Die Gesundheit ist doch im Moment wohl wichtiger als Matheregeln, Deutschaufsätze und Englischvokabeln !!!!

  11. Frau Schwesig gestern bei Anne Will“ Lehrer bringen das Virus in die Schulen“ , von Schülern wurde nicnt gesprochen! Lebt sie auf dem Mond, wie weit von der Realität entfernt sind diese Menschen, welche uns regieren?

      • 13 Monate Pandemie:
        Bisher 1 positiver Fall bei den Lehrkräften.
        Bsiher 46 bekannte Fälle bei den SuS.
        Seit August wird aber die freieTestmöglichkeit von fast allen Kollegen genutzt.

        Grübel

        • Drei mal drei macht sechs – widewidewitt – und drei macht neune…
          Kumis machen ihre Welt – wiedewiede – wie es ihnen gefällt!
          Alle groß und klein – tralalala – laden sie auch noch ein!

          Ja, mein Mathelehrer dreht sich garantiert auch im Grab um! Vermutlich hat er sich bald zum Erdkern geschraubt…

        • 75 KuK, 7 KuK Corona positiv, > 12 Klassen in Quarantäne aufgrund positiver Befunde. Mitschüler nicht getestet. Betroffene KuK nicht getestet, unterrichten weiter, da vorausgesetzt, dass FFP2 Maske getragen wurde.Unzählige SuS in Quarantäne aufgrund privater sozialer Kontakte. Nicht gleichzeitig, aber über die letzten 4 Monate. Das dazu!

  12. Der Kreiselternrat Cottbus ist super! Frau Ernst muss Druck gemacht werden. Wieder eine verlogene SPD-Politikerin, die von Bildungsgerechtigkeit faselt und in Wahrheit Durchseuchung meint, weil sie unfähig ist, Schutzmaßnahmen zu etablieren, Digitalunterricht gerecht zu machen und der offensichtlich auch nicht daran gelegen ist, zu erfahren, wie stark Familien und LuL in Schulen SARS-CoV-2 ausgesetzt werden. Deshalb keine Tests. Hauptsache die Wirtschaft brummt, und Ehemann Scholz kann sein zufriedenes Grinsen zeigen. Und wieder eine kinderlose Person, die eiskalt über Kinder und Jugendliche entscheidet und sie einem potentiell tödlichen Virus aussetzt.
    Mir langt es.

  13. Lehrer tragen das Virus in die Schulen? Dann sollten sie nicht mehr hingehen, insbesonders so lange, wie sie ungeimpft sind *facepalm*

  14. Vor einem Jahr waren wir voller Hoffnung, dass Corona die zwingend nötigen Reformen in der Schulpolitik endlich möglich macht. Geblieben davon ist der Wunsch zu retten, was zu retten ist und die Hin- und Hergerissenheit zwischen dem Gesundheitsschutz und dem Recht auf Bildung. Wir haben genauso viel Angst, davor, dass unsere. Kinder durch Ansteckung in der Schule Angehörige verlieren oder schwer an Pims erkranken, wie darum noch mehr Kinder auf der Strecke zu lassen, als es schon vor Corona der Fall war.

    Unsere Hoffnung auf dringend nötige Reformen haben wir schon ad Acta gelegt, aber wie soll es nun weiter gehen, liebe Kultusminister? Ihre Antwort ist klar. Sie setzen auf Präsenzunterricht. Ist er schlecht? Keineswegs. Reicht er aus? Auf keinen Fall.

    Schon immer hing der schulische Erfolg davon ab, dass Eltern ihre Kinder unterstützen wollten und konnten. Das fing beim Lesen lernen an und geht bis zum Vokabelabfragen.
    Dem entgegen steht die Pandemie und die Angst vor Erkrankungen, Toten und Lang Zeit Schäden. Alles nur, um ein System zu erhalten, dass vorne und hinten nicht reicht.

    Wie wäre es, wenn wir mal Mut beweisen, und die Verantwortung an die Menschen geben, die die Kinder kennen, also Lehrer und Eltern. Wäre es nicht sinnvoller, wenn. Kinder in kleinen festen Lerngruppen bei qualifizierten Eltern lernen, manche zu Hause und die, bei denen die Lehrer dringend gebraucht werden, in der Schule? Trauen Sie Eltern und Lehrern so wenig zu?

    Ich hätte mir wesentlich mehr gewünscht, nämlich Schluss mit dem Gleichschritt, hin zu individueller Förderung, aber vielleicht kann dieser kleine mutige Schritt jetzt das Schlimmste auf beiden Seiten verhindern.

    • @Lehrer mit Seele: Sie sprechen mir aus der Seele. Gerade jetzt werden individuelle Lösungen gebraucht. Doch leider spricht die Politik allen Eltern ab, dass sie sich um die Kinder kümmern, sie gut versorgen und ihnen was beibringen können. Gefühlt muss man sich als Eltern ständig rechtfertigen, gerade dann, wenn man sich für die Kinder entschieden hat und „nur“ Hausfrau ist.
      Bitte lasst doch wenigsten mal andere Ansätze zu. es gibt viele Länder auf der Erde, da gibt es keine Schulpflicht und die Kinder, deren Eltern sich für das Homeschooling entscheiden, kriegen es gut hin. jetzt ist die Zeit das Bildungssystem umzukrempeln!

  15. Immerhin ist die Präsenzpflicht in Brandenburg ausgesetzt. Was wäre ich FROH darum in RLP!! Dennoch: nach der Pandemie ist eine Reform im Bildungswesen überfällig. Es sollte viel mehr (selbstverständlich sicher ausgestattete) zeitgemäß moderne Privatschulen geben, das streng hierarchische staatliche Bildungssystem hat in meinen Augen: SO WAS VON FERTIG. Bildung darf nicht länger prekär bleiben!

  16. Kleine Anmerkung noch am Rande: Stecke ich mich, wenn ich notgedrungen mit meinen Kindern im Discounter Schuhe kaufen muss, weil die Fachgeschäfte zu haben, nicht im Supermarkt an, in dem es keine Begrenzung der Besucher gibt? Wie viel gefährlicher kann ein Schuhgeschäft sein, in dem sich auf der gleichen Fläche statt 80 Personen vier Menschen aufhalten?
    Wie sinnig ist eine Ausgangssperre von 1.00-5.00 bei nächtlichem Frost?
    Meiner Meinung nach ist keiner dieser Maßnahmen geeignet um eine Pandemie einzudämmen. Geeignet ist sie aber, damit die Politiker den Bürgern die Schuld in die Schuhe schieben können. Und wen wundert es da, dass nachdem die Altenheime durchgeimpft sind und damit die negative Presse gebannt ist, dass unsere Kinder in die Schulen und Kitas gestopft werden? Klar ist das sinnvoll. Denn da lassen sie den Virus ohne Rücksicht auf Verluste durchlaufen. Sind ja nur Kinder. Jeder, der mir sagt es ginge hier um Bildung ist entweder saudumm oder ein Lügner. Die wollen die absolute Durchseuchung, egal ob die Immunität danach nur ein paar Monate hält oder ob die Schnelltests überhaupt was taugen. Hauptsache die Wirtschaft läuft weiter.

    Ich kämpfe seit Jahren für Bildung, die in allen Schichten ankommt und die dem Kind, dass besser mit Werkzeug klarkommt genauso Chancen gibt, wie denen, die gerne abstrakt lernen. Politisch finde ich mich da leider absolut nicht vertreten und meine Schüler erst Recht nicht.

    • Die Wirtschaft läuft ja kaum noch. Kleine Unternehmen sind so gut wie am Ende, weil man überall verbietet, was in Schulen und KiTas Pflicht ist: möglichst viele Personen auf engen geschlossenen Raum zu stopfen, bitte mindestens 90 Minuten lang.
      Gewonnen hat am Ende die höchste Inzidenz. Gezahlt wird in noch mehr Restriktionen und rigorosen Lockdowns.

      #hauptsachedieschulensindauf
      #weninteressiertschondereinzelhandel
      #bildungsgerechtigkeit
      #coronafüralle
      #alleunter14sindnichtansteckemd
      #esistdochnurschnupfen
      #kinderstigmatisierengehtgarnicht
      #lehrerstigmatisierenistpflicht
      #lehrerarbeitennurwirklichbeipräsenzunterricht
      #kultusministersindschlaueralslauterbach
      #coronaendlosschleife
      Und das wichtigste:
      #mallorcafüralle

  17. …ist eben auch typisch SPD , für mich die s.g. „Ja-(N)ein“-Partei…solange man vom großen Kuchen „Macht“ auch was abbekommt…
    Leider historisch so gewachsen…Die SPD stand und steht mit in Regierunhsverantwortung und jetzt kurz vor den Wahlen den „Schwarzen Peter“ abzuschieben und so zu tun, als habe man das schon immer gewusst, finde ich persönlich schäbig und macht für mich diese Partei in ihrer Gesamtheit unwählbar. Es gibt, das sei trotz allem erwähnt, einige, die aufgrund ihrer Persönlichkeit wählbar wären…Deshalb schade, dass auch die sich dem Machtgerangel in den eigenen Reihen beugen müssen und nicht gehört werden. Scholz, Ernst…gehören für mich nicht dazu.

    Und das zeigt, dass Verantwortung, Fachkompetenz, Sachverstand, gesunder Menschenverstand gewählt werden müssten…
    …Leider ein Wunsch…ist mir bewusst…

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