Geht das Corona-Chaos im nächsten Schuljahr weiter? Wirksamer Infektionsschutz in Schulen ist nach wie vor nicht in Sicht  

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BERLIN. Dass Corona nach diesem Schuljahr verschwunden sein wird, ist ein frommer Wunsch. Um zu verhindern, dass im kommenden Herbst das Chaos nahtlos weitergeht, müsste jetzt gehandelt werden – mit Programmen, die endlich flächendeckend für einen wirksamen Gesundheitsschutz in den Klassenräumen sorgen, mittels Luftfiltern zum Beispiel. Doch abgesehen von regionalen Initiativen (wie in Berlin) ist davon nichts zu sehen.

Wird uns Corona noch im Frühjahr 2022 beschäftigen? Foto: Shutterstock

Die gute Nachricht: Das Forscher-Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin erwartet in der Corona-Pandemie bis zum Herbst ein Ende von Lockdown-Maßnahmen in Deutschland. Es werde weiter Mutationen geben, aber diese würden mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Schrecken verbreiten, sagte Sahin, dessen Unternehmen Biontech einen der derzeit in Deutschland eingesetzten Impfstoffe entwickelt hat. Man müsse dann den Impfstoff anpassen. „Darauf bereiten wir uns bereits heute vor“, sagte er gegenüber den „Welt“-Nachrichtensendern.

Die schlechte: Bis die Situation völlig unter Kontrolle sei, werde es mindestens ein Jahr dauern, schätzen die Forscher – und: „Jüngere Kinder spielen eine entscheidende Rolle in unserem Kampf gegen Covid-19“, so heißt es bei Biontech. Ob und wann Kinder geimpft werden können, steht allerdings in den Sternen.

„Wird es eine Impfempfehlung für Kinder gegen Covid-19 geben? Das ist bisher noch nicht absehbar“

Biontech und Pfizer haben zwar bereits mit Studien zu Wirkung und Sicherheit eines Corona-Impfstoffs bei Kindern bis einschließlich elf Jahren begonnen. Bisher ist das Vakzin, das das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller entwickelt hat, für Jugendliche ab 16 Jahren bedingt zugelassen. Studien für die Altersgruppe 12 bis 16 laufen bereits. Nun werden auch Kinder ab sechs Monaten in die Studien einbezogen, wie Biontech erklärte.

Ob die Ständige Impfkommission (Stiko) aber eine Impfung für Kinder in Deutschland empfehlen wird, ist offen. Auf die Frage „Wird es eine Impfempfehlung für Kinder gegen Covid-19 geben?“, schreibt das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite: „Das ist bisher noch nicht absehbar.“

Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz, Professor Fred Zepp rechnet laut „Ärzte-Zeitung“ „frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres damit“, dass Kinder in Deutschland geimpft werden könnten. „Der Prüfaufwand ist viel höher als bei Erwachsenen“, sagt Zepp, der auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist. Kinder gegen COVID-19 zu impfen, sei zunächst einmal „fremdnützig“, so Zepp. Denn diese erkrankten deutlich seltener schwer. „Wir würden Kinder also vor allem impfen, um Ältere zu schützen.“ Daher müsse hinterfragt werden, ob das abgesehen von Kindern mit besonderen Infektionsrisiken ethisch vertretbar sei. Zudem sei auch ohne Durchimpfung von Kindern vermutlich die angestrebte Herdenimmunität zu erreichen – einfach, indem sie sich infizierten.

Soll das Virus also monatelang ungebremst durch Kitas und Schulen laufen? Das wäre heikel. Kinder erkranken zwar nur selten schwer, können aber das Virus an Ungeimpfte weitergeben. Gerade mal zwei Drittel der Bürger wollen sich impfen lassen. Und: Mit steigenden Covid-19-Fallzahlen treten auch vermehrt Komplikationen bei jungen Menschen auf. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte: „Mindestens 10% Covid Infizierten entwickeln LongCovid. Die meisten sind 6 Monate später nicht symptomfrei. Jetzt wird von Reha Spezialisten auch LongCovid bei Kindern berichtet. Wäre Wahnsinn, wenn wir nach Impfung Erwachsener Kinder ungeschützt ließen“.

Betroffen sind keineswegs nur Kinder mit Vorerkrankungen und/oder Beeinträchtigungen des Immunsystems. So beobachten Kinderärzte verstärkt ein „Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome“, kurz PIMS, das einem Bericht von tagesschau.de zufolge vier bis sechs Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 auftritt und plötzlich schwere Symptome bei zuvor kerngesunden Kindern verursacht. Immerhin 245 Kinder in Deutschland – Tendenz: steigend – waren davon bislang betroffen, nicht selten so stark, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Die Folgeschäden der Erkrankung sind nicht absehbar.

Absehbar jedoch ist, dass ein ungestörter Präsenzunterricht wie vor der Corona-Krise im kommenden Schuljahr kaum zu erreichen sein wird – jedenfalls dann nicht, wenn die meisten verantwortlichen Politiker sich weiterhin dem Thema Infektionsschutz in Kitas und Schulen verschließen.

„Luftreiniger können einen sinnvollen Beitrag leisten, um die Partikel- und Virenkonzentration in einem Raum zu reduzieren“

Dabei gäbe es durchaus technische Lösungen, um zumindest die Gefahr durch virenbelastete Aerosole in Klassenräumen zu minimieren: Luftfilter, ob nun in mobilen Geräten oder verbaut in Lüftungsanlagen. „Luftreiniger können einen sinnvollen Beitrag leisten, um die Partikel- und Virenkonzentration in einem Raum zu reduzieren“, so heißt es bei der Gesellschaft für Aerosolforschung. „Fest verbaute Lüftungsanlagen können ebenso sinnvoll sein, sofern sie die Luft filtern, um die Partikel- und Virenlast in einem Raum zu verringern.“ Das betrifft nicht nur Coronaviren, sondern auch zum Beispiel Grippeviren und andere Krankheitserreger. Das Problem: Ein ausreichend leistungsstarker mobiler Luftfilter kostet mindestens 3.000 Euro, eine komplette Lüftungsanlage für einen Klassenraum das Dreifache.

Und solche Investitionen werden von den meisten Kommunen für die Schulen gescheut. „Von einigen Eltern bekamen wir gespiegelt, dass sich die Sachaufwandsträger auf ein baldiges Ende der Pandemie berufen – unter diesem Aspekt sei der Preis für die Geräte zu hoch“, so schrieb unlängst der Bayerische Elternverband in einem Brief an Bürgermeister und Landräte. Die Eltern meinen allerdings: „Die Pandemie wird uns länger begleiten, als wir uns ausrechnen können.“ Nichts zu tun, sei grob fahrlässig – auch mit Blick aufs nächste Schuljahr.

Das allerdings ficht die Politik kaum an. Schon im vergangenen Jahr ignorierten die Kultusminister lange die Gefahr von Corona-Infektionen über Aerosole, kleinste Teilchen in der Atemluft also. Das Thema beschäftigte die KMK erst Ende September, als es bereits zu kalt zum Dauerlüften wurde und der öffentliche Druck stieg, im Rahmen einer Expertenanhörung. Das Ergebnis ist bekannt: Heraus kam lediglich ein vierseitiges Merkblatt, mit dem Lehrkräften erklärt wurde, wie sie die Fenster zu öffnen hätten. Hunderte Ausbrüche in Schulen – und in der Folge dann: Schulschließungen – konnten so nicht verhindert werden.

Einzelne Landeregierungen haben zwar Programme aufgelegt, mit denen sich Kommunen Investitionen für Luftfilter in Schulen fördern lassen können, die bayerische beispielsweise. Aber trotz Appellen von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), zeitnah noch mehr mobile Luftreinigungsgeräte zu besorgen, sind die Kommunen im Freistaat zögerlich. Der nach wie vor hohe Eigenanteil schreckt ab. In Nordrhein-Westfalen wurde ein entsprechendes Programm sowohl finanziell wie auch durch bürokratische Vorgaben so eng begrenzt, dass die bereitgestellten Mittel ungenutzt blieben. Berlin hingegen ist dabei, massiv in Luftfilter für Schulen zu investieren: Dort wurden bereits fast 4.000 Geräte angeschafft; weitere 3.500 sollen zügig folgen.

„Um Schulen verlässlich offen halten zu können, muss jetzt gehandelt werden“

Geht das Corona-Chaos andernorts im nächsten Schuljahr nahtlos weiter? „Um Schulen verlässlich offen halten zu können, muss jetzt gehandelt werden“, fordert der Bayerische Elternverband. Wenn zum nächsten Schuljahr im Herbst die mehr als 32.000 Schulen in Deutschland technisch so aufgerüstet sein sollen, dass ein wirksamer Infektionsschutz greift, müsste in allen Bundesländern mit Hochdruck an entsprechenden Programmen gearbeitet werden. Womöglich wäre das auch ein Fall für den Bund, schließlich darf der Gesundheitsschutz in Schulen nicht vom Wohnort abhängen. Tatsächlich kann von einer konzertierten Aktion diesbezüglich keine Rede sein. Die Kultusminister sind abgetaucht.

Andere sind da weiter: Der kommunale Busbetreiber Delbus im niedersächsischen Delmenhorst beispielsweise meldet aktuell, dass alle seine Busse ab der kommenden Woche mit Luftfiltern nachgerüstet sind. News4teachers / mit Material der dpa

Der Luftfilter-Skandal: Wie das Umweltbundesamt den Einsatz der Geräte in Schulen schlechtredet – und was dahintersteckt

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37 KOMMENTARE

  1. „Absehbar jedoch ist, dass ein ungestörter Präsenzunterricht wie vor der Corona-Krise im kommenden Schuljahr kaum zu erreichen sein wird – jedenfalls dann nicht, wenn die meisten verantwortlichen Politiker sich weiterhin dem Thema Infektionsschutz in Kitas und Schulen verschließen.“

    Und:
    „Die Kultusminister sind abgetaucht.“
    (Nur der kleine Armin denkt nach – auch das muss der guten Ordnung halber erwähnt sein!)

    Jooooaaaaa, läuft doch?

    Nach 1 Jahr wissen wir dank vierseitiger Handreichung endlich, wie man Fenster öffnet und wieder schließt.
    Da will ich weder undankbar noch kleinlich sein.
    Zusammen mit dieser Handreichung und 1. und 2. Staatsexamen kann ich sogar Transferleistungen erbringen und die Balkontür öffnen!
    (Pssst – hoffentlich ist das erlaubt?)

    Na auch egal!
    Ich geh‘ mal auf den Balkon und rauche noch ’n buntes Ei – anders kann man den ganzen Blödsinn nicht mehr ertragen.
    😉

  2. Herbst 2020, KMK, lauthals: Die Schulen sind sicher. Kinder sind keine Treiber der Pandemie.
    Herbst 2021, KMK, kleinlaut: Verd… , die wollen noch immer, dass wir etwas tun.

    • @KnechtRuprecht:

      Machen Sie doch auch! Sie tun was!
      Gerade Nachrichten/ZDF zum Thema Abiturprüfungen und Sicherheit in Schulen:
      Frau Ernst: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran…“
      Hmm…
      Ach so….jetzt wird vor den Abiprüfungen durchgekärchert!
      Die Schulen sind sicher! Endlich!!!

  3. Die Schulpolitik muss endlich mit aller Klarheit anerkennen, dass es kein normales Schuljahr mehr werden wird und sich ehrlich machen. Für die Schulen, Schulleitungen, Lehrer,
    Schüler und Eltern ist diese Unklarheit ein Dauerstress. Auch in der dritten Welle hat man es nicht geschafft Schulen sicher zu machen und trotz vieler Aufforderungen nicht umgesetzt.
    Die Schulpolitik hat kein verantwortungsvolles Handeln übernommen und keinen Klaren Fahrplan verfolgt. Es wird über Öffnungen gesprochen, oder Schulen sicher zu machen und es bleibt bei Gesprächen und man sieht kein Ergebnis. Förderprogramme, Zusatzstunden oder Lernbrücken sind bei G8 in BW keine angemessene Lösung für die Aufarbeitungszeit. Die Schülergeneration ist schon eine lange Zeit ausgebremst und es konnten keine Entwicklungschritte erfahren und erpobt werden. Die Schulpolitik bietet nur Flickenteppiche an und haben trotz dritter Welle keine langfristige Lösung geschaffen. Herr Ralf Scholl vom PhV-BW hat eine tragende Lösung mit großem Nachdruck gefordert ein
    Corona Aufholjahr G9 in BW ab September 2021. Die Pandemie hat alle sozialen Schichten getroffen und es benötigt eine angemessene Lösung bei G8. Diese Lebensphase hat tiefe Spuren hinterlassen und Familien und Kinder müssen sich neu aufstellen und Schulen und Schüler müssen sich ebenfalls neu aufstellen. Die Familien und Schulen leben in einer Daueranspannung und es muss eine wohlwollende Entwicklungszeit für den weiteren Lebensweg geschaffen werden. Es darf für die junge Generation keine Nachteile enstehen für den
    weiteren Bildungsweg. Die Schulpolitik muss eine Ernsthaftigkeit verfolgen wie Lernrückstände erarbeitet werden können unter fairen Bedingungen. Frau Eisenmann hat die Bedürnisse nie wahrgenommen der Schüler und Eltern nach G9. Dieser schwere Verlust der Lernzeit wird eine G9 Schulzeit allen sozialen Schichten gerecht und trägt zu einer entspannten Lernatmosphäre bei.

  4. Prof. Fred Zepp: „auch ohne Durchimpfung von Kindern vermutlich die angestrebte Herdenimmunität zu erreichen – einfach, indem sie sich infizierten.“

    Na auf die Idee wär glaub keiner gekommen in letzter Zeit … einfach mal laufen lassen, ganz easy, gechillt das Zeug durchziehen, aaah, geht doch!

    • Der vorherige Satz von Herrn Zepp:
      „… Zepp, der auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist. Kinder gegen COVID-19 zu impfen, sei zunächst einmal „fremdnützig“, so Zepp. Denn diese erkrankten deutlich seltener schwer. „Wir würden Kinder also vor allem impfen, um Ältere zu schützen.“ Daher müsse hinterfragt werden, ob das abgesehen von Kindern mit besonderen Infektionsrisiken ethisch vertretbar sei.“

      hat doch auch was, ….! 😉
      * Kinder gegen Covid-19 impfen ist ‚fremdnützig‘ – und zu hinterfragen, ob ethisch vertretbar!

      * Kinder zur Erreichung der Herdenimmunität infizieren zu lassen (mit jedweden Folgen!) –
      ist ethisch vertretbar, dessen ist sich Herr Zepp ganz sicher!?!
      – Wahrscheinlich ist sich Herr Zepp so sicher, weil er bei der Infizierung von Kindern ‚fremdnützig‘ über eine (ungewisse) Herdenimmunität selbst geschützt wäre, oder wie?

      • Das finde ich auch sehr befremdlich! Impfen ist zu hinterfragen und Durchseuchung der Kinder nicht? Wir als Eltern wären da ganz klar für die Impfung – wie bei Masern, Keuchhusten etc. auch.

      • Das ich Medizin studieren muß, ehe ich im OP an Menschen rumschnippeln darf, ist ebenfalls fremdnützig. Ich weiß jetzt nach den Aussagen von Prof Zeppelin nicht, ob es ethisch vertretbar ist, die Pflicht zum Studium aufrecht zu erhalten?

    • Und auf Herrn Zepp verweist das Kultusministerium Rheinland-Pfalz, wenn man wieder mal wegen der tollen Hygienekonzepte, der extrem unwahrscheinlichen Ansteckungen in den Schulen und den völlig harmlos verlaufenden Infektionen bei Kindern den Präsenzunterricht verpflichtend durchziehen will. Nach dieser Aussage von Herrn Zepp weiß man doch spätestens jetzt, was man davon wirklich halten muss. Die einzig richtige Konsequenz wäre, die Kinder zu Hause zu lassen und die ganze Bande wegen versuchter Körperverletzung anzuzeigen. Kommt man aber nicht mit durch, weil zu wenige mitmachen. Besteht die Hoffnung, dass sich was tut, wenn die vierte Welle mit P.1 hier durchläuft? Was muss passieren damit sich was bewegt?

  5. Bei uns in Wiesbaden, wollen Sie nun das sich die kids ab Klasse 1 selbst testen .sorry ohne uns. Die Lehrer haben schon genug Stress. Und dann muss so ein Test zuhause stattfinden bevor es in die Schule geht.

  6. Joh. Und weil man auf die Herdenimmunität die ganze Zeit schon „heimlich“ gesetzt hat, sind und bleiben alle Maßnahmen sowieso zu teuer…. The same procedure as last year…

  7. Anstatt Milliarden in die marode Lufthansa zu versenken, hätten die Schulen sicher ausgestattet werden können…und gegen die jährliche Grippewelle wären die Schulbeteiligten überdies geschützt gewesen. Vielleicht braucht es erst eine nachfolgende Politikerinnengeneration, um „Schule“ mit der Wertschätzung und Augenhöhe zu betrachten, die sie verdienen würde.

  8. Während im Landtag die Luftfilter laufen und die Abgeordneten durch Plexiglasscheiben geschützt sind, steht uns in NRW ein weiterer Winter mit zweifelhaftem Lüftungskonzept und kalten Klassenzimmern bevor. Ich fürchte, auf keiner Tagesordnung taucht der „Infektionsschutz im Schuljahr 21/22“ bei den eigentlich Zuständigen auf. Warum auch? Lüften reicht doch. Keine/r ist erfroren; Decken, Kniebeugen, Klatschen – geht doch. Warum sollte man sich kümmern? Die Tatenlosigkeit, der Geiz und die Gleichgültigkeit von Land und Schulträgern sind skandalös.

    • So sehe ich das auch. Und es wird weitere Pandemien geben.
      Luftfilter schützen übrigens auch vor den Grippewellen in den Übergangszeiten. Dann sind die Lehrer auch weniger krank. Und SuS.

      Die Fürsorge in NRW für Erzieher und Lehrer ist einfach grenzenlos. Wir haben folierte Lüftungsanleitungen! Was das gekostet hat. Unsere Politiker lieben uns Lehrkräfte. Ich habe auf der Rückseite nach einem „Liebe Grüße, Yvi.“ gesucht. Mit Herzchen über den i und dem ü. Leider hatte Yvi wohl keine Zeit mehr dafür gefunden.

      Der Rest der Hygiene“konzepte“ sind aus den Chroniken zu Pestzeiten entnommen. Also ziemlich zeitgemäß. Jedenfalls damals. Aber was früher gut war, kann ja heute nicht schlechter sein.

      Liebe Grüße von mir an Yvi.
      (Herzchen denken über i und ü)

      Eine geliebte und geschätzte Lehrkraft.

  9. „dass sich die Sachaufwandsträger auf ein baldiges Ende der Pandemie berufen – unter diesem Aspekt sei der Preis für die Geräte zu hoch“

    Das Argument wäre selbst dann idiotisch, wenn die Pandemie wirklich bald zu Ende wäre. Luftfilter an Schulen würden auch bei anderen Infektionskrankheiten eine deutliche Verbesserung bringen, die Nachnutzung wäre also absolut sichergestellt. Aber vermutlich würden da die Vereinigung der Kinderärzte Sturm gegen laufen, denn das würde die Praxen ja leerer machen…

  10. Der Schutz der Kinder wird völlig vernachlässigt.

    Wenn 3 Elternteile einer Klasse sich ein E-Auto zulegen, spendiert der Staat 27.000 Euro. Um die Zukunft der Kinder zu schützen heißt es.

    Kinder müssen aber jetzt in einer akuten Notlage geschützt werden.

    Da ist eine geringe Investition in Luftfilteranlagen oder Luftfiltergeräte und Frischluftwärmetauscher das Geringste was Deutschland für seine Kinder tun kann.

  11. Die Befürworter der Idee der Infektion qua Klassenzimmer sind sich bewusst, dass sie tote und erkrankte Kinder und Jugendliche einkalkulieren müssen?
    Wo leben wir inzwischen? Das ist doch alles nur noch eine intellektuelle und ethische Vollkapitulation! Eine Herdenimmunität über Durchseuchung wäre ein Verbrechen an Kindern und Eltern!

  12. Armselig. Bald wird es zu heiß zum Lernen in den Schulen sein. Klimaanlagen wird es wohl aich nicht geben. Der Klimawandel ist nur vorübergehend bis alles tot ist.

  13. @Pit 2020,
    kleine Ergänzung: Neben der tollen Lüftungshandreichung, kam kurz vor Ostern die Belehrung, wie man sich richtig FFP2- Masken aufzusetzen hat. Witzig, witzig!
    Mit seiner Unterschrift musste man dann bestätigen, dass man alle 3 Seiten der Belehrung gelesen hat. Ein paar bunte Bildchen für leseunkundige Lehrer waren auch dabei.
    Aber es kann ja nun wirklich keiner mehr behaupten, dass man uns nicht schützt.
    Lachhaft!!!!!!
    Allen einen schönen letzten Ostertag, wer weiß was morgen kommt. Bleibt, auch ohne Belehrungen von oben, gesund!

    • @Milla

      Wäre vielleicht ganz passend, sich einen Bogen Glanzbildchen oder Sticker zu besorgen (Motiv nach Wahl, z.B. Einhörner, Superhelden, Minions …).
      Die kann man dann auf dem Strich für die Unterschrift aufkleben.
      Geht schnell.
      Passt zum vorgegebenen Niveau.
      🙂

  14. Bitte, was tun wir dagegen? Im Jahr 2 der Pandemie. Wir schreiben, ja, das ist auch meine Waffe. Aber es ist ein stumpfes Schwert, bestenfalls ein Pfeil. Ich kämpfe: inzwischen auch gegen meine Schulleitung. Das, was ich dabei für mich erreiche, hat aber seinen Preis. Obwohl, der ist mir herzlich egal. Meine Generation hat so lange geschwiegen und sich eingerichtet wie die davor, die erst laut protestiert hat und dann in die Institutionen ging, ohne diese radikal zu verändern. Und jetzt zeigen Schulleitungen Kadavergehorsam gegenüber den kriminellen Entscheidungen von Kultusministern. Schon erstaunlich, welch verborgene Fähigkeiten eine Krise wie diese hervorbringt. Für uns, die wir organisiert sind: Wir müssen unseren Gewerkschaften klar machen, dass sie mehr tun müssen als zu fordern. Dass sie nichts ohne uns Mitglieder sind. Mir ist schon lange das Lachen vergangen. Ich trinke nicht von dem Kakao durch den man uns zieht. Die Verhältnisse sind schlimm und ich sorge mich um Kollegen. Leuten wie Zepp darf man kein Forum bieten und wenn schon, dann muss man ihn auseinandernehmen.

  15. Man kann erwarten, dass es im nächsten Winter genauso in den Schulen weitergehen wird, vielleicht mit mehr Klassen in Präsenz und weniger Distanzlernen. Die Schüler:innen und Lehrkräfte haben ja gezeigt, wie es geht.

    Denen, die in diesem Winter nicht in der Schule unterrichtet haben, sei gesagt, dass es kalt war, wirklich kalt. Die Investition in warme Kleidung ist sinnvoll, da man diese womöglich auch in den nächsten Jahren in den Innenräumen brauchen wird. Auch brauchen die weiteren Maßnahmen viel Zeit, die nicht für Unterricht zur Verfügung steht. Aber wem geht es überhaupt um Unterricht?

    Bestimmt kann man die Arbeitsschutzbestimmungen einfach anpassen, wer braucht schon angemessene Temperaturen am Arbeitsplatz? Wer braucht wirklich Schutz? Das, was sich das Land bei den eigenen Beschäftigten spart, findet sich dann in der Wirtschaft genauso wieder. Sind sich doch alle einig.

  16. @Sabi1962:vielen Dank fuer ihren Beitrag.
    Dies ust sehr erschreckend zu lesen, das dieser Kadavergehorsam immer weitere Kreise zieht und somit die Kultusminister *innen ihre Macht nun auch ueber Leben und Tod der Schutzbefohlenen so derart missbrauchen.
    Erschreckend, einfach nur erschreckend!!!!

    Dieser Herr Zepp sollte aus seiner Position entfernt werden!!!! Solche Aussagen und das als studierter Wissenschaftler und das auch noch in der STIKO, unglaublich!!!
    Er hat dort m. E. seinen Platz verfehlt, denn den Empfehlungen der STIKO wird in Deutschland grosse Beachtung geschenkt.

    Ich schuetze vorallem MEIN KIND in erster Linie vor einem schweren Covid – Verlauf und dann kommt als Nebeneffekt der Schutz anderer Menschen.
    Ganz einfache Rechnung!!!!
    Lieber eine kleine Impfung zum Eigen-und Fremdschutz, als ein Kind mit Longcovid oder GAR EIN TOTES KIND!!!

  17. Was dieses narzisstische Individuum, wahrscheinlich noch voller Stolz, von sich geben darf (…) – ohne Worte!

    „Wir würden (…)“, diese unerträgliche Arroganz. Es geht um unsere Kinder – das Schützenswerteste was Mensch hat!!! Wir legen nicht 1 Mio. Eier, damit eine Handvoll überlebt!

    Die Redaktion mag mir bitte den nachfolgende Frage nachsehen, aber: Hatte Deutschland solche technokratischen Schreibtischtäter nicht schon mal?

  18. Kinder gegen COVID-19 zu impfen, sei zunächst einmal „fremdnützig“, so Zepp. Denn diese erkrankten deutlich seltener schwer. „Wir würden Kinder also vor allem impfen, um Ältere zu schützen.“ Daher müsse hinterfragt werden, ob das abgesehen von Kindern mit besonderen Infektionsrisiken ethisch vertretbar sei. Zudem sei auch ohne Durchimpfung von Kindern vermutlich die angestrebte Herdenimmunität zu erreichen – einfach, indem sie sich infizierten.

    – – – –

    Lese und verstehe ich das richtig?

    Professor Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz, merkt an, dass hinterfragt werden muss ob eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ethisch vertretbar ist?
    Gleichzeitig geht er davon aus, dass eine Herdenimmunität auch ohne Impfung von Kindern und Jugendlichen erreicht wird – „einfach, indem sie sich infizierten“.

    *grübel* … Das bedeutet, er hält das Impfen von Kindern und Jugendlichen u.U. für ethisch nicht vertretbar, die natürliche Durchseuchung wäre ethisch aber vertretbar?

    Ich glaub ich bin im falschen Film!

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