«Genau der richtige Schritt»: Saarland will Schulen nach Pfingsten komplett öffnen

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SAARBRÜCKEN. Sinkende Inzidenzzahlen machen es möglich: Saarländische Schüler sollen nach den Pfingstferien wieder in einen vollstständigen Präsenzunterricht starten. Am Dienstag gab das Kabinett dazu grünes Licht.

Gab grünes Licht für Schulöffnungen: der Miinisterpräsident des Saarlandes, Tobias Hans (CDU). Foto: Staatskanzlei Saarland/Carsten Simon / Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sprach von einem «sehr starken» und «erleichternden Signal»: Nach den Pfingstferien sollen im Land ab dem 31. Mai wieder alle Schulen für den Vollpräsenz-Betrieb öffnen. Das beschloss das Kabinett nach einem Vorschlag von Streichert-Clivot am Dienstag. Zwingende Voraussetzung für die Rückkehr in den vollständigen Präsenzunterricht ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf Landesebene stabil unter 100 beträgt. Am Dienstag lag der landesweite Wert laut RKI bei 86,3.

Sollte ein Landkreis drei Tage in Folge über 100 liegen, fände entsprechend der Regelung der Bundesnotbremse, die noch bis 30. Juni gilt, weiterhin Wechselunterricht statt. Streichert-Clivot zeigte sich aber optimistisch, «dass wir in diese Situation nicht zurückfallen».

Präsenzunterricht im Vollbetrieb bedeute aber nicht «Präsenzunterricht wie wir ihn vor der Pandemie kannten, sondern selbstverständlich immer noch unter strikten Hygiene- und Infektionsschutzvorkehrungen». Auch bleibe es bei der Testpflicht zweimal in der Woche und bei einer festen Kohortenbildung unter den Jahrgängen. Lediglich der bislang erforderliche Abstand in den Klassen sei nicht mehr möglich. Sie halte jedoch nichts davon, «Impfungen zu koppeln an den Zugang zu Bildungsangeboten».

Nach Ansicht der Ministerin sei es «genau der richtige Schritt» gewesen, die Entscheidung der Schulöffnung zu treffen. Wesentliche Grundlage dafür sei die Entwicklung der Inzidenzwerte, die sich auch an den Schulen ausgewirkt habe. Seien Ende April noch 156 Schüler bei einem PCR-Test positiv getestet worden, seien es in der vergangenen Woche lediglich 48 gewesen. Aktuell befänden sich noch sieben Lehrkräfte, sieben Beschäftigte und 182 Schüler in Quarantäne. Gemessen an der Gesamtschülerzahl von über 120.000 sei dies «ein sehr geringer Wert».

Ursprünglich war die Rückkehr in den Vollpräsenz-Betrieb schon nach den Osterferien geplant gewesen. «Ich bin sehr froh, dass wir jetzt eine Perspektive für unsere Schülerinnen und Schüler haben und auch das klare Meinungsbild in der Landesregierung zu diesem Schritt», sagte Streichert-Clivot.

Aktuelle Studien hätten gezeigt, dass seit der Corona-Pandemie fast jedes dritte Kind inzwischen psychische Auffälligkeiten zeige. Man werde alles tun im Saarland, um nicht nur Lernrückstände sondern auch die sozial emotionale Förderung der Kinder aufzuarbeiten. Jeder Tag, an dem die Schüler früher zurück in den vollständigen Präsenzunterricht kehrten, habe ganz zentrale Bedeutung. Beim gemeinsamen Lernen gehe es nicht immer um den Unterrichtsstoff, sondern um persönliche Kontakte zu Gleichaltrigen «und den großen Wunsch, ein Stück Normalität in der Krise zurückzugewinnen». Von Katja Sponholz, dpa

Normalbetrieb in Schulen noch vor dem Sommer? Immer mehr Schüler kehren in den Präsenzunterricht zurück – RKI warnt nach wie vor

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17 KOMMENTARE

  1. Gebt mir hochoffiziell und täglich in allen Medien die Inzidenzen unter den ungeimpften SuS und ich geb euch meine Meinung zu euren Plänen … haben wir einen Deal?

  2. Ich lach mich schlapp…
    Voller Präsenzunterricht, bis zu 1000 SuS tummeln sich im Gebäude, oder mehr….
    Aber klaaar, wir haben ja so tolle sichere Massnahmen: Abstand, 2x Testen usw
    Das wird schön kuschlig für das Virus.

  3. Ein paar Wochen in Vollpräsenz in die Schule, und schon sind Depressionen und Angststörungen der Kinder weg. Was wir LehrerInnen alles können – Wahnsinn!!!

  4. „Feste Kohortenbildung in den Jahrgangsstufen….“
    Schlimmer geht immer. Ich rolle mich ab – zu mehr reicht es nach über einem Jahr Dauer-Kopfschütteln, Aufregen und Mails an die Landesregierung bei mir nicht mehr….
    So lange hier Leute entscheiden, die wahrscheinlich seit ihrer eigenen Schulzeit keine Schule mehr von innen gesehen haben,während sie entspannt alleine in ihren mit Lüftungsgeräten perfekt ausgestatteten Büros hocken und täglich überlegen, wem sie sich noch anbiedern müssen, um ihre Mandate über die nächste Wahl zu retten… so lange werden wir weiter fassungslos den nicht enden wollenden verantwortungslosen Schwachsinn über uns ergehen lassen müssen. Ich liebe meinen Beruf, aber ich habe langsam nicht einmal mehr die Kraft, um es auch nur noch halbwegs bis zum Kronleuchter zu schaffen…

  5. Genau der falsche Schritt.

    Mit dieser Denkweise wurden bisher zwei Wellen angefeuert, die jeweils viele Tote und noch viel mehr Langzeitgeschädigte produziert haben.

    Ist man lernfähig? Nein… man macht genau das gleiche nochmal und ignoriert, dass man die Inzidenzen längst mit einem Faktor bewerten müsste, um auf die wahre Inzidenz unter den Ungeimpften zu kommen.

  6. Der Mann hatte mit dem Saarlandmodell endlich mal ne Idee!
    Dazu gehört es eben ab einer Inzidenz von unter 100 alle Vorsicht zu vergessen und alles gnadenlos auf zu reißen.
    Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das stellt die Bildungsgerechtigkeit her und soll Wählerstimmen für besondere Bürgernähe und großen Mut bringen.
    Was so0ll da die Miesmacherei wegen ein paar Menschenleben die man in Gefahr bringt?
    Sind ja genug da. Hauptsache es bleiben genug zum Wählen.
    Schüler dürfen das eh nicht und Beamte, wenn die weg sind spart man an der Pension.
    Passt doch!
    Da zeigt sich wahres Genie!

    • Das hat der Armin auch erkannt und reißt ab 31.5. in NRW auch alle Schulen komplett auf. Ich bin nur noch fassungslos!

      • Das Gummibärchen Laschet hüpft mal hier, mal dort. Jetzt ist halt mal wieder Öffnen angesagt.
        Gerade Linie zeigen war noch nie seine Stärke gewesen.

  7. Wenn man sich die Vita von dem Hans anschaut, fragt man sich schon, wieso wir von Versagern regiert werden. Keine abgeschlossene Berufsausbildung, das Amt des Ministerpräsidenten nur bekommen, weil seine ehemalige Chefin sich nach Berlin abgemacht hat.
    So wird Demokratie auf Dauer nicht funktionieren.

  8. „Aktuelle Studien hätten gezeigt, dass seit der Corona-Pandemie fast jedes dritte Kind inzwischen psychische Auffälligkeiten zeige.“

    Genauer bitte! Welche Studie, wann, wie groß waren die Stichproben und wo/wann wurden die Daten erhoben? Gibt es Vergleichsstudien? Welche Gemeinsamkeiten weisen sie auf? Wo kann man ansetzen? Ist die Schulöffnung ein angemessens Mittel, um die Auffälligkeiten zu beheben? Wenn ja, welche Folgen hat das? Wie kann Abhilfe geschaffen werden? Welche Alternativen gibt es? Warum werden diese nicht genutzt?

    Wenn wissenschaftliche Evidenz im Sinne des Kindeswohls der Agumentation dienen, dann doch bitte ganzheitlich. Das wäre so, als wenn Mathematikdidaktiker feststellen, dass das ‚duo-of-Artefakte-Prinzip‘ mit Ersterfahrung am physischen Material die größten Lernerfolge bei Grundschüler*innen erzielen und darauf hin Schüler*innen aller Klassenstufen verpflichtet werden im Mathematikunterricht bei jedem intermodalen Transfer ein physisches Material zur Hilfe zu nehmen.

    Merken Sie was, Herr Hans? Das nennt man Differenzierung in der Schule. Nicht jedes Mittel heiligt den Zweck. Vor allem, wenn es um die Gesundheit von Kindern geht.

    Warum setzen Sie sich nicht für die Impfung der Kinder- und Jugendlichen ein? Warum macht sich Ihr Ministerium nicht die Mühe, Alternativangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, weil die Schulen aufgrund ihrer ‚Massenhaltung‘ nicht in gewohnter Weise zur Disposition stehen? Warum werden Kinder- und Jugendliche, die ärztliche Hilfe benötigen, auf lange Wartelisten gesetzt? Warum …. Wenn die Schulen so wichtig sind, warum werden sie und ihre Mitarbeiter*innen dann nicht auch als solche wertschätzend wahrgenommen mit aller Konsequenz?

    Wann merken Politiker*innen (im Bildungswesen) endlich, dass Schulen kein Spielball sind? Wann wird nach über einem Jahr Pandemie endlich verinnerlicht, dass es ein ‚Weiter so‘ nicht geben kann. Intelligente, wahrscheinlich auch kostspielige, Lösungen sind gefragt. Wenn nun weiter an der Oberfläche rumgeschmiert wird, wächst mit der Kluft zwischen Privat- und öffentlichen Schulen auch der Frust aller Beschäftigten im Bildungswesen.

    • Super Zusammenfassung – besser kann man die derzeitige Lage nicht beschreiben!
      Hubig/Dreyer, Gebauer/Laschet blasen in das gleiche Horn wie Streichert-Clivot/Hans. Ziemlich rostig und verstimmt, das Instrument.

    • @Susi

      Alles richtig!

      Doch ehrlich – wen interessiert das? Uns, ja, aber auch das interessiert keinen.

      Die deppern so vor sich hin und bau’n noch mal nen Todesstern (Känguruleser wissen Bescheid). Soll heißen, einfallslos bis dorthinaus.

      Es ist schon sehr bitter, was einem da vorgesetzt wird.

      Vielleicht doch das Beamtentum abschaffen. Dann müssen sie Freiwillige mit monetär gut ausgestatteten Argumenten für ihre Ideen gewinnen.

  9. Das wird dann der Abschlusswahnsinns dieses Schuljahres. Alle Kinder mit allen Lernrückständen vereint und überforderte Lehrer, die die Wochen zwischen Unterricht, Beratungsgesprächen und Abschlusskonferenzen irgendwie bis zu den Sommerferien überbrücken. Ich sehe einen großen Unterschied zwischen den Gymnasien und den Gemeinschaftsschulen. In den Gemeinschaftsschulen gab es schon vor der Pandemie keine Bildungsgerechtigkeit, weil die Rahmenvedingungen immer enger werden für Kinder ohne ausreichende häusliche Stütze. Wo kann man noch sparen? Ist doch zweitrangig, ob in Deutschland jedes Kind am Ende der Schulzeit schreiben und rechnen kann…Und mit welchem Selbstkonzept Jugendliche in ihr zukünftiges Leben starten. Hauptsache das Qualitätsmanagement von außen stimmt. Da werden Lehrer durch Überprüfungen in die Rechtfertigung gedrängt, statt sie mit Sonderpädagogen zu unterstützen. Die Überprüfer: Vit. B gestärkt…
    Ja, es geht um Kinder und wie man neue Werte in der Erziehung umsetzt und vermittelt. Der Klimawechsel hört nicht mit der Pandemie auf. Die Konsum- und Leistungsgesellschaft stößt an ihre Grenzen. Bildung braucht einen hohen Stellenwert, wenn wir unsere Lebensgrundlage bewahren wollen und eine andere Gewichtung der Lerninhalte. Wir brauchen für die Zukunft viele kreative, kluge und selbstbewusste Kinder und mehr soziale Gerechtigkeit,

  10. Frau Streichert-Clivot und Herr Sondermodell Hans. Was will man da noch sagen. Streichert-Clivot von nix eine Ahnung und von ihren Fehlern noch immer nichts gelernt. Alleine der Satz in dem Schreiben an die Eltern „die Abstandsregel gelten für den Unterricht nicht “ sagen schon alles aus über diese Bildungsministerin. Wer gibt ihr das Recht dazu unsere Schüler in volle Klassenräume zu zwingen ohne den Abstand einhalten zu können? Oder diese Selbsttests dann in Klassenräumen mit 30 Schülern dicht an dicht sitzend durchzuführen? Passt gut zum Hygieneplan. Bundesweit müssen die Hygieneregeln inklusive Abstandsregel eingehalten werden. Sogar von Menschen die geimpft, negativ getestet oder genesen sind. Nur in Schule nicht. FRAU Streichert-Clivot und Herr Ministerpräsident Sondermodell Hans, der sogar zum impfen nach Berlin gefahren oder geflogen ist ,wahrscheinlich auf Kosten der Steuerzahler ,hat sich dort mit Moderna impfen lassen, haben noch immer nichts dazu gelernt. Warum wird jetzt wo der Wechselunterricht gut gelaufen ist, direkt nach den Pfingstferien der volle Präsenzunterricht wieder eingeführt? Die wenigsten Schüler und Eltern sind geimpft . Was soll das? In den Sommerferien sitzen wir dann alle auf Balkonien oder so. Viele Schüler krank und leiden unter Long Covid. Ein Elternteil im Krankenhaus oder schlimmer. Das darf man sich gar nicht vorstellen. Da können Streichert-Clivot und Hans wohl nicht mehr mitreden…CDU oder SPD kann es bei den nächsten Wahlen für mich nicht mehr geben. Da gibt es überhaupt kein Vertrauen mehr. Die lassen es zu dass die Schüler krank werden, dass die Fallzahlen wieder steigen. Unfassbar. Aber das Gute ist, dass bis dahin noch viele Schüler und Schülerinnen das 18 Lebensjahr vollendet haben und somit auch wählen können. Diese jungen Menschen werden es der Politik nicht verzeihen wie man mit ihrer Gesundheit umgegangen ist.

  11. Das ist verantwortungslos, was Herr Hans und Frau Streichert – Clivot hier abziehen.
    Wieder einmal werden die Schüler geopfert. Auf die Abstandsregeln im Klassenzimmer wird verzichtet!
    Unvermögen auf allen Ebenen!
    Hauptsache die beiden sind geimpft und Ihnen geht es gut.
    Wie es den Familien mit schulpflichtigen Kindern geht, interessiert sie nicht!
    Genauso wie G9. Die Eltern und Schüler werden nicht gehört.
    Warum haben wir eigentlich Fachleute, wie die Virologen und das RKI, wenn unsere ungebildeten Politiker sie nicht verstehen können?
    Die Empfehlungen werden nicht gehört.

  12. In GB steigen die Fallzahlen wieder. Es treffen Öffnungsszenarien auf indische Mutante.

    Auch hier wird durch die unaufhaltsame Öffnungshysterie alles wieder gefährdet. Und Schulen sind als Verteilerzentren ganz vorn dabei.

    „ Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

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