Schulleitungsverband: Mehr Optimismus! Kinder haben in der Pandemie viel gelernt

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HANNOVER. Viele sorgen sich um Lernrückstände der Kinder. Der Schulleitungsverband fordert einen anderen Blick und will Mut machen.

Es war nicht alles schlecht. Foto: Shutterstock

Kinder und Jugendliche haben in der Corona-Pandemie aus Sicht des Schulleitungsverbandes Niedersachsen viel gelernt. Viele Schülerinnen und Schüler könnten viel selbstständiger arbeiten als früher, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Andrea Kunkel.

Sie verwies darauf, dass inzwischen schon Grundschulkinder wissen, wie Dokumente heruntergeladen werden oder wie sie an einer Videokonferenz teilnehmen. Statt einer Diskussion über vermeintliche Lernrückstände brauche es den Blick auf die erworbenen Kompetenzen. «Der Fokus muss darauf liegen, was sie gelernt haben und wie darauf aufgebaut werden kann», sagte die Leiterin einer Grundschule.

Kinder, die Monate lang nicht im Präsenzunterricht waren, brauchen Kunkel zufolge Zuspruch und keinen Druck. Es sei wichtig, ihnen Mut zu machen und sie neu für die Schule zu begeistern. Wissenslücken könnten mit der Zeit ausgeglichen werden. Dafür brauche es Unterstützungssysteme in den Schulen.

Für die pädagogische Arbeit an den Schulen fordert der Verband mehr Freiraum. Die Pandemie sei ein Einschnitt, der auch Möglichkeiten aufzeige, so Kunkel. «Wir haben jetzt die Chance, Schule anders zu denken», sagte sie. Ihr zufolge sind für die Zeit nach der Pandemie grundlegende Veränderungen nötig. «In das System Schule muss anders investiert werden», forderte sie. Es brauche mehr Personal und die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche individueller zu fördern. Auch die Lehrpläne sollten kritisch überprüft werden, um den Schulbetrieb zukunftsweisend aufzustellen.

Die vielen Herausforderungen in der Corona-Krise haben Schulleitungen und Lehrkräfte stark gefordert. Viele seien an ihren Grenzen, so Kunkel. Immer wieder neue Regularien und kurze Zeitfenster für die Umsetzung waren demnach für die Schulleitungen kräftezehrend. «Auch wir müssen mal zur Ruhe kommen und Energie tanken können.» Inzwischen habe sich vieles eingespielt, dennoch sei die Belastung groß. Die Verbandsvorsitzende hofft daher, dass in den kommenden Monaten keine kurzfristigen Anordnungen kommen. «Es wäre gut, dieses Schuljahr in Ruhe zu Ende zu bringen. Wir brauchen keine überstürzten Aktionen.» dpa

Gastbeitrag: Warum Distanzunterricht als Möglichkeit in die Schulgesetze gehört

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1 KOMMENTAR

  1. Die Bildungspolitik sollte mal den Mut haben und ehrlich sein. Man muss nur die Klassen in jedem Fach in drei Leistungsstufen einteilen (gut-mittel-schwach), diese mit dem Stand vor und während des Distanz-bzw. Wechselunterrichts vergleichen und alle rausstreichen, die in derselben Stufe geblieben sind.

    Voraussichtliches Ergebnis: Ein großer Teil der jetzt abgehängten Schüler war es vorher auch schon, jetzt halt nur noch viel mehr. Die Lücken beim oberen Drittel dürften sich in sehr engen Grenzen halten.

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