Schulministerin bleibt hart: Gebauer lehnt bessere Benotung der Mathe-Abi-Klausuren ab

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Mathe-Abiturienten in Nordrhein-Westfalen können nicht auf eine bessere Benotung hoffen. «NRW plant keine Notenanhebung», berichtet die «Rheinische Post»  unter Berufung auf das Schulministerium in Düsseldorf.

Bleibt hart: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die Prüfungsaufgaben im Fach Mathematik angemessen seien, weil sie lehrplankonform seien und den bundesweiten Standards entsprächen, heißt es. Die Klausuren seien auch deshalb angemessen, weil es erweiterte Auswahlmöglichkeiten für die Lehrkräfte gegeben habe. Damit sei den Besonderheiten des Corona-Jahres ausreichend Rechnung getragen, so das Ministerium weiter. Schüler hatten in Petitionen eine bessere Bewertung oder eine Nachschreibmöglichkeit der von ihnen als zu schwer kritisierten Mathematik-Prüfung gefordert.

In Mecklenburg-Vorpommern entschied das Bildungsministerium anders – und setzte die Noten für die entsprechenden Klausuren pauschal um zwei Punkte hoch, wie News4teachers berichtet. dpa

Streit ums Mathe-Abitur: Ministerium räumt „Veränderungen“ gegenüber den Vorjahren ein – jetzt sollen Lehrer „Spielraum nutzen“

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35 KOMMENTARE

  1. Sind Sie sicher, dass der Artikel in RP-online nicht fake ist? Nach meinem besten Wissen hat das Ministerium zu der Sache noch nicht geäußert, da die Ergebnisse soweit nicht bekannt sind.
    Im Übrigen:
    Im Umkehrschluss würde es heißen, dass die Prüfung in MeckPomm nicht lehrplankonform wäre und den bundesweiten Standards nicht entsprochen hätte, d.h. das Ministerium in MeckPomm völlig versagt hätte. Die Tatsache ist, dass MeckPomm die Noten angehoben hat, weil neue Abiturvorgaben eingeführt wurden und die Aufgaben aus dem umstrittenen bundesweiten Aufgabenpool entnommen wurden – so wie in NRW.

    In NRW lag vor allem die in Aussicht gestellte Auswahlerweiterung effektiv nicht vor:
    -Im hilfsmittelfreien Teil A enthielten alle Auswahlmöglichkeiten größtenteils die gleichen (!) Aufgaben, so dass den Lehrern keine Auswahl möglich war.
    -Im weiteren Teil B bestand für die Lehrer die Auswahlmöglichkeit zwischen der „Analytischen Geometrie“ und „Stochastik“. Der Zweck dieser Auswahlmöglichkeit lag ursprünglich darin, solche Themen herauszunehmen, die aufgrund der Coronazeit nicht hinreichend behandelt werden konnten. Das betrifft in vielen Schulen das Thema „Stochastik“, dass nach dem Lernplan auf die letzten Wochen fällt. Den betroffenen Schulen blieb nichts anderes die Aufgaben der Analytischen Geometrie zu nehmen, die nicht angemessen erstellt waren und worauf die Schüler nicht vorbereitet wurden.
    Auf die Schulen rollen Klagen und Forderungen zu. Das Ministerium muss es vermeiden.

    • Nicht ganz. Man hatte für den zweiten Prüfungsteil die Wahl aus drei Analysisaufgaben und je eine zur Vektorgeometrie und zur Stochastik. Im Grund- und Leistungskurs musste man je drei Aufgaben aus mindestens zwei Teilgebieten wählen. Für den ersten Teil konnte man sich zwischen Analysis+Geometrie, Analysis+Stochastik oder Analysis+Geometrie+Stochastik entscheiden. Die Kurse, die auf die Stochastik verzichtet haben, haben sich aufgrund der echt miesen Geometrieaufgabe verzockt.

      An sich fand ich die Geometrieaufgabe nicht schwierig. Der Kontext war aber so ungewohnt, dass ich sie im Unterricht gut, als Klausur- oder Abituraufgabe auf keinen Fall einsetzen würde. Dasselbe gilt im Übrigen auch für eine Physikaufgabe aus 2013, bei der die Schüler ein Gedicht analysieren müssen.

      • @Georg: Wir reden aneinander zum Teil vorbei. Es gab keine 3 Analysisaufgaben.
        Die Lehrer hatten die folgenden vermeintlichen „Auswahlen“:

        Teil A: Analysis/Geometrie oder Analysis/Stochastik oder Analysis/Geometrie/Stochastik. Dabei waren die Analysisaufgaben in allen 3 Optionen gleich
        => Das nennt sich nicht als Auswahl.

        Teil B: Analysis lang/Geometrie/Stochastik oder Analysis lang/Geometrie/Analysis kurz oder Analysis lang/Stochastik/Analysis kurz
        =>Es bleibt sich zwischen Geometrie und Stochastik zu entscheiden. Warum vielorts die Auswahl auf Vekt. Geometrie gefallen ist, siehe oben.

        Es geht nicht darum, ob die Geometrieaufgaben an sich rechnerisch schwer oder leicht waren. Bevor man rechnet, muss man ja zuerst herausfinden, was in der Aufgabenstellung verlangt ist. Und gerade dies war unnötig rätselhaft bis falsch formuliert. Der Sachkontext ist ohnehin unterirdisch. Zusammengefasst war es keine Prüfung der mathematischen Fähigkeiten, sondern eine bezweckte Irreführung => Also, Zweckentfremdung der Mathe-Prüfung.

        • Es gab für den zweiten Teil im Grundkurs zwei Aufgaben mit e-Funktionen, mindestens eine Mitte Scharparameter, und eine mit einer Brücke. Letztere hieß „weitere Analysisaufgabe“ oder so.

          Ihre Meinung zum mehr als ungünstigen Kontext bei der Vektoraufgabe teile ich voll und ganz. Im Unterricht werde ich die aber in abgewandelter Form verwenden.

          • Georg, eine kurze Nachfrage: Haben Sie die Aufgaben überhaupt gelesen? Denn Ihre Aussagen stimmen größtenteils überhaupt nicht. Für den zweiten Teil im Grundkurs gab es eine (!) Aufgabe mit e-Funktionen (die Brückenaufgabe ist eine Aufgabe mit einer ganzrationalen Funktion). In dieser einen Aufgabe zu e-Funktionen kommt in keiner einzigen Teilaufgabe eine Scharaufgabe vor. Ich wundere mich daher etwas über Ihre Aussagen.

          • Es gab meiner Erinnerung nach im Grundkurs (GTR) fünf Aufgaben, von denen wir drei aus mindestens zwei Teilgebieten auszuwählen hatten. Oder hat das Maske tragen mein Gedächtnis ruiniert?

            Falls es nur vier Aufgaben gewesen wären, hätten wir im Normalfall ohne die zusätzliche Analysisaufgabe keinerlei Vorauswahl treffen können, was allen Vorgaben (Lehrer wählt aus) widerspricht.

          • nein, alles, was Sie gerade schreiben stimmt. Aber Sie hatten ja (siehe Ihr Statement weiter oben) von zwei e-Funktionen zur Wahl, davon eine mit Parameter, geschrieben und das stimmt beides nicht. Es gab eine Aufgabe zu e-Funktionen (beide anderen Analysis-Aufgaben waren ganzrational) und die Aufgabe mit e-Funktionen hatte keine Schar-Teile.

  2. „In Mecklenburg-Vorpommern entschied das Bildungsministerium anders – und setzte die Noten für die entsprechenden Klausuren pauschal um zwei Punkte hoch, wie News4teachers berichtet.“
    Der Vollständigkeit halber war aber die Ausgangslage auch nicht die gleiche. Es macht schon einen Unterschied, ob das Prinzip eN/gN neu erprobt wurde oder seit Jahrzehnten besteht. Natürlich kann man jetzt streiten, ob die Anhebung um zwei NP in MV gerechtfertigt war, sie beruht aber nicht auf den „Argumenten“ der NRW-Schülervertretung. Wie erwartet, scheinen auch Bayern und Niedersachsen ja die Noten nicht anheben zu wollen. Das Problem, dass die Klausuren den Pandemiebedingungen insgesamt nicht angemessen und vielfach schwieriger als im letzten Jahr mit dem Corona-Bonus waren, ist ja fast in allen Bundesländern anzutreffen – und recht eigenartig, wenn man bedingt, dass der diesjährige Abijahrgang mehr mit Corona zu tun hatte.

      • eN = erhöhtes Anforderungsniveau (früher Leistungskurs)
        gN = grundlegendes Anforderungsniveau (früher Grundkurs)

    • Letztes Jahr gan es doch keine Aufgaben mit einem Corona-Bonus. Als die Aufgaben erstellt wurden, hatte die Pandemie ja noch nichtmal in China begonnen. Richtig ist allerdings, dass es dieses Jahr auch keine Corona-Bonus-Aufgaben gab, sondern lediglich eine erhöhte Aufgabenauswahl.

  3. Liegen die Ergebnisse inzwischen vor? MV hat nach Bekanntwerden des Schnitts reagiert.
    Kann Yvonne auch bei einem ähnlich schlechten Schnitt von z.B. 4,0 im GK weiter indirekt sagen, die alleinige Verantwortung tragen die faulen Schüler, die sich nicht ausreichend vorbereitet haben?

  4. Na dann. Der Verstoß gegen die Vorgaben der NRW Abiturprüfung 2021 liegt vor, die besagen, eine Aufgabenerweiterung so vorzunehmen, sodass die coronabedingten Lernunterschiede zwischen den Schulen berücksichtigt werden können. Des Weiteren stellte der Prüfungsteil A keine tatsächliche Auswahlmöglichkeit dar, da sich mehrere Aufgaben in allen Optionen wiederholten. Da haben sich die Prüfungserstellende ihr Leben leicht gemacht. Das war Frau Gebauer sicher nicht bekannt.

    @lehrer002: Im Weiten nicht alle Bundesländer hatten erschwerte, genauer gesagt vorgabenwidrige, Mathe-Prüfungen. Die Rede ist nur von NRW, MV, Niedersachsen und Bayern. Bayern hatte eigene Prüfungsaufgaben und keine neuen Vorgaben und somit andere Bedingungen als NRW, MV und Niedersachen. In MV wurden die Noten angehoben. Die Klagewelle in NRW ist wesentlich breiter als in Niedersachsen.

    • „Die Klagewelle in NRW ist wesentlich breiter als in Niedersachsen.“
      Vermutlich liegt das aber nicht an der Schwierigkeit der Aufgaben, sondern eher daran, wie üblich es ist (bzw. bislang war) in den einzelnen Bundesländern mal ein paar Punkte hochzustufen. verglichen mit den Stadtstaaten oder NRW kam dies in der Vergangenheit deutlich sektener in NDS vor, sodass die betroffenen SuS es vermutlich gar nicht erst versuchen.

      • Nee, in der Vergangenheit wurden die Noten angehoben oder die Bewertungsschlüssel angepasst in Sachsen und Bremen (2020), Hamburg, Bremen und Saarland (2019) usw. Von NRW und Niedersachsen hörte man bisher nicht. Aufgrund schlechter Erfahrungen mit dem zentralen Aufgabenpool haben zB Hamburg und Bayern auf diese verzichtet. Das hätte NRW dieses Jahr tun können.
        Interessant sind zudem die Hinweise, dass einige Aufgaben aus dem zentralen Aufgabenpool mit früheren Prüfungsaufgaben auf einer ausländischen Schule übereinstimmen. Das ist nicht auszuschließen, da die Texte zu steif klingen, vermutlich schlecht übersetzt.

    • Was genau soll denn „vorgaben-widrig“ gewesen sein in den Prüfungen? Ich stimme ja zu, dass die Aufgaben im GK eher etwas anspruchsvoller als sonst waren (was natürlich gerade im Corona-Jahr nicht wirklich nett ist) – im LK waren sie völlig in Ordnung. Aber „vorgaben-widrig“ waren die GK-Aufgaben doch an keiner Stelle oder übersehe ich etwas?

      • NRW soll die Abiprüfungsaufgaben schnell veröffentlichen. In Bayern hat das Ministerium die Aufgaben gleich am nächsten Tag veröffentlicht, was eine Beurteilung ermöglicht.

        Es sollte nicht nur um eine Prüfungsarbeit gehen, die in der Schublade verschwindet. Die Prüflinge sollen in der Lage sein, eigene Arbeit beurteilen zu können, an eventuellen Fehler lernen. Dafür ist eine Beantragung einer Prüfungseinsicht zu sehr bürokratisch. Die Aufgaben sollen zunächst veröffentlicht werden, weil das Thema, ob die Abiprüfungen v.a. in der Pandemiezeit angemessen erstellt waren, auch im öffentlichen Interesse liegt.

        Dadurch dass NRW die Aufgaben quasi verheimlicht, öffnet sich viel Interpretationsraum. Ob es wahr ist, dass in der Englisch-Prüfung zahlreiche, ungewöhnliche, wörterbuchfremde Vokabel nicht erläutert waren, wie es i.d.R. sein sollte, ob die doppelte Verlängerung der Textlängen im LK für die Zeitverlängerung von lediglich 15 Min verhältnismäßig ist, usw.. Ob die Vorwürfe stimmen, dass in der GK Mathe-Prüfung erforderliche Kontrolllösungen fehlten, ob die Aufgabenstellungen unangemessen ähnlich waren zwischen GK und LK, ob die Prüfungsauswahlen das Kriterium der Austauschbarkeit erfüllten, und viele weitere Fragen.

        Es ist traurig, v.a. schwer zu glauben, dass in einem demokratischen Land und in einer wissensbasierten Gesellschaft wie Deutschland, die gewöhnlichsten Prüfungen wie Abiturprüfungen derart intransparent verlaufen und mit erheblichen Kritiken behaftet sind.

  5. @K
    Der Schnitt wird wahrscheinlich nicht 4,0 werden. Dafür hat sich das Ministerium „gesorgt“. Durch kostmetische Anpassungen werden die „bisher schlechten“ SuS etwas besser. Die Leidtragenden sind die „guten“ SuS.

    • Und das macht Frau Bildungslücke doch sehr nachdrücklich und vehement. Mit Abi in der Tasche und fern jeglichem vorzuweisendem Studiums, ganz zu schweigen das sie Ahnung von den Materie Bildung hat, muss sie doch zu irgend etwas gut sein. Es hat sich nur leider bis heute nicht ergeben, dieses festzustellen. Nicht einmal ansatzweise um welche Vorzüge (wenn überhaupt) es sich dabei eventuell handeln könnte. Vielleicht kristallisiert sich das in den nächsten Wahlperioden heraus.

  6. Ich bin total entsetzt. Schon selbst Matheunterricht wird so unterrichtet, dass man nach Hilfe suchen muss. Wenn man nicht begabt ist, schafft man vielleicht eine 4 in MV. Meine Tochter hat hart gearbeitet. Das ganze Jahr lang hatte sie Nachhilfe. Diese brauchte sie, weil sie einfach in Mathe durschnittlich ist. Einfach. Nicht jeder versteht Mathe von alleine und sofort. Trotzdem mutig ging sie der Herausforderung entgegen. Das ganze Jahr lang, online Nachhilfe. Viele Aufgaben. Sie ging zur Abi mit gutem Gewissen, dass sie gearbeitet hat. Sie meinte, sie hätte die Hälfte. Sie kam wirklich ruhig raus. Ergebnis: 1 Punkt. Bitte, wie soll ich ihr noch sagen, dass sie nicht versagt hat????? Abi hat sie bestanden, aber dieses Gefühl bleibt ihr das ganze Leben lang. Ansonsten würde ich aufhören stets zu wiederholen, dass die Schüler faul waren! Wenn jemand bis 12 Klasse geschafft hat, dann ist er alles andere als faul. Der hat schon sehr viel durchgemacht. Man soll den Schülern am Ende helfen und nicht alles erschweren! Wer von den, die die Aufgaben zusammenstellen mal denkt, dass nicht jeder Mathebegabt ist. Die Aufgaben sollten normal sein. Das sind die nicht. Punkt.

    • Ich möchte mich kurz zu der Frage: „Bitte, wie soll ich ihr noch sagen, dass sie nicht versagt hat?????“ äußern:

      Ich glaube tatsächlich nicht, dass das Gefühl des Versagens das ganze Leben lang bleibt, wenn man entsprechend damit umgeht. Machen Sie ihrer Tochter klar, dass man NICHT alles erreichen kann, wenn man nur fleißig genug ist,, das ist einfach eine große Lüge, die bei vielen Kindern und Jugendlichen zu großen Problemen führt. Machen Sie ihr klar, dass es eine ganz tolle Leistung ist, dass sie trotz dieser Mathenote ihr Abitur geschafft hat! Nicht alles muss einem liegen und man muss auch nicht alles können, deshalb kann man Abschlussprüfungen auch in der Regel mit einem schlechten Fach schaffen, obwohl sie ein breites Spektrum aus vielen Bereichen abdecken. Im weiteren Lebensweg wird ihre Tochter bei einer geschickten Wahl ihr schlechtes Fach vermutlich immer weniger brauchen.

      Ich sehe das also bei einem richtigen Umgang mit dem Ergebnis viel weniger als ein Problem an. Wie viele scheitern am ersten Studiengang und entscheiden sich dann um? Gleiches habe ich auch gemacht, und ich würde es niemals als versagen bezeichnen, ich habe lediglich darin versagt, meine Interessen, Fähigkeiten und diesen Studiengang richtig einzuschätzen, ggf. war es halt auch ein Fehler, dass ich zum ersten Studiengang durch meine Eltern habe bequatschen lassen.

      Ihre Tochter wird ihren Weg machen, und wenn sie gute Abschlussprüfungen in ihrem Beruf oder Studiengang hinlegen wird, dann wird ihr diese Note immer mehr egal sein.

      Versuchen Sie es sich auch nicht so zu Herzen zu nehmen, wenn meine Kollegen hier davon reden, dass die Schüler zu faul waren, das ist dann in der Regel auf die große Menge einer Klasse oder eines Jahrgangs gesehen, nicht aber direkt auf z.B. ihre Tochter. Die Kollegen wissen, dass es vollkommen unterschiedliche Schülertypen gibt:
      -Es gibt Schüler, die haben noch nie gelernt, ein paar davon werden es auch niemals brauchen.
      -Es gibt Schüler, die haben noch nie gelernt und versuchen es dann das erste Mal vor der Prüfung und scheitern ggf., da es eine vollkommen neue Situation ist.
      -Es gibt Schüler, die lernen, aber zu wenig.
      -Es gibt Schüler, die lernen, dies auch ausreichend und hatten in der Prüfung einfach Pech mit den Themen oder einen schlechten Tag.
      -Es gibt Schüler, die sind mit Prüfungen überfordert, weil sie immer schon sehr massiv lernen mussten und dann einfach mit der Menge überfordert und kognitiv an ihrer Grenze sind.
      -….
      Diese Liste lässt sich noch erweitern. Ein Lehrer weiß in der Regel ziemlich genau, um welche Art Schüler es sich handelt, und er kann auch beurteilen, ob der Schnitt der gesamten Lerngruppe ggf. deutlich besser ausgefallen wäre, wenn mehrere wirklich faule Schüler mehr getan hätten und er kann auch grob deren Anzahl beurteilen. Wenn dies dann die dominierende Gruppe ist, entstehen schnell solche Aussagen, dass die Schüler zu faul waren und mehr hätten lernen muss.
      Dies ist vermutlich in jedem Lebensbereich so, wo viele Menschen über einen Kamm geschert werden, bei uns Lehrern übrigens auch. Was man in den Medien über Lehrer liest trifft bei weitem nicht auf alle zu und meist auch noch nicht mal auf die meisten Lehrer, aber es gibt sie definitiv, die schlechten Lehrer, von denen die Medien berichten, gleichzeitig gibt es aber eine riesige Anzahl, wo es anders ist.

    • Wer in einem Fach nicht begabt ist (und auch, wer zu wenig Arbeit investiert, aber das scheint hier ja nicht der Fall zu sein), erzielt natürlich schlechtere Ergebnisse als der druchschnittliche Schüler oder gar ein sehr talentierter Schüler in dem Fach. Das ist in jedem Fach so. Und das ist auch gut so. Auch mit eigenen Schwächen und Problemen sowie Misserfolgen umzugehen, gehört zum Leben.

  7. Bei uns haben sich die meisten um circa 3-4 Notenpunkte verschlechtert. Eine Freundin war mit 7.25 Punkten vorbenotet und hat jetzt nur 3 Punkte. Es gibt aber auch noch „extreme“ Fälle, z. B. gibt es auch Schüler die von 12 Punkten auf 6 Punkte abgerutscht sind. Nur wenige konnten die Vornote nur ansatzweise (1-2 Punkte Abweichung) halten. Viele gehen jetzt in die Nachprüfung. Hoffentlich wird die besser… Sehr bedauerlich, dass es jetzt keine Änderungen gibt.

  8. Mein Sohn hatte in der Q1 und Q2 kein Fach unter 11 Punkte, Mathe LK jeweils einmal 12 und 13 und zweimal und zuletzt 14 Punkte. Sein Schnitt vor den Prüfungen war 1,2. Er kam von der Sekundarschule. Erster Jahrgang. Er hatte unfassbar gearbeitet und die Schule mit einer 1,0 abgeschlossen. Auf dem Gymnasium arbeitete er weiter und war dabei seinen verdienten Erfolg zu ernten. Er rechnete die Mathe-Abiprüfungen der letzten Jahre sehr früh immer wieder und immer wieder durch. Er war sehr gut vorbereitet.
    Nun dies. 6 Punkte in der Mathe LK Prüfung. Das ist einfach nicht verdient. Es ist eine Ohrfeige für die wirklich engagierten Schüler und eine Unverschämtheit gegenüber den Schülern, die mit dem Fach ihre Probleme haben.
    Ich bin einfach stinksauer.

  9. Einige SuS und Eltern haben sich bei den Schulbehörden erkundigt und haben Antworten bekommen, dass sich kein Lehrer bei denen beschwert hat und sie deshalb nicht tätig werden können.
    Erstens wird sich eine Lehrkraft wahrschienlich nicht beschweren können, wenn sie die SuS auf die neuen Vorgaben und Formaten nicht vorbereitet hat, weil sie selbst darüber nur beschränkt wusste. Zweitens gab es unmittelbar nach der Mathe-Prüfung zahlreiche Beschwerden von Lehrkräften v.a. bei Lehrervereinen. Drittens gibt es Infos, dass die Lehrkräfte anschließend angewiesen wurden, keine Äußerungen bzgl. der Mathe-Prüfungen zu tätigen. Da wird man sprachlos.

    Warum die Schulbehörden auf die Überspitzung der Sachlage warten, ist nicht nachvollziehbar.

  10. Wer bitte wählt so eine Versagerin oder jagd sie nicht vom Hof?
    Der Job, der/des Kultusminister(s)*in (Gender darf nie fehlen) war früher eher beschaulich und verfilzt, in Corona dann Mal was für intelligente Leute. Nun sieht man was passiert, wenn das Dummy Ministerium in die Hände von Unfähigen gerät. Wie soll das erst kommendes Schuljahr werden wenn Lehrer und Ministerium vergessen haben, dass es Schüler gibt, die ein Jahr so gut wie keine richtige Schule genossen haben?
    Gott dieses Land frisst seine Kinder

  11. Frau Gebauer ist stur und das auf Kosten unserer Kinder ..

    Es hieß sie soll zurück Treten ,,,wir warten immer noch darauf..

    Politik kocht ihr eigenes Süppchen..

    Stellte sich doch immer wieder fest..

  12. Frau Gebauer ist stur und das auf
    Kosten unserer Kinder.

    Es hieß sie soll zurück Treten,,

    Wir warten immer noch darauf.

    Schade Schuljahr zu Ende ..

    Unsere Kinder hatten es nicht leicht..Da nimmt man keine Rücksicht drauf..

    Es werden leider viele auf der Strecke bleiben..

  13. Es gar nicht so lange her, da wurde (lange vor Corona) der Bewertungsschlüssel „neu überdacht“! Die 4- gab’s vorher bei 50%. Da wohl zu viele Schüler in Prüfungen durchgefallen oder sitzen geblieben sind, hat man kurzerhand das Ganze auf 45% gesetzt! Jetzt wird Corona für die Verblödung der Schüler verantwortlich gemacht? Toll, schrauben wir die Anforderungen doch fröhlich weiter runter. Die 4- mit 40% wegen Corona?

    Wir reden immer nur über das Fördern von „lernschwachen“ Schülern und vergessen das Fordern!

    Ich habe den Job „Lehrer“ an einem BK gemacht, und weiß, wovon ich rede. Die Grundfertigkeiten, Lesen, Schreiben, Rechnen sind in der Zeit kontinuierlich, teils dramatisch gesunken (ohne Corona). Das wird ignoriert, weil man es (Politikerblindheit) nicht wahr haben will.

    Ich bin heil froh, dass ich ich seit 1.1. im Ruhestand bin, und keine schwachsinnigen Schulmails mehr lesen muss!

    • Die 4- gibt es (zumindest in NRW, ich weiß nicht, in welchem Bundesland Sie gearbeitet haben) schon seit Beginn des Zentralabiturs im Jahr 2007 für 40 Prozent, da muss gar nichts mehr durch Corona gemacht werden. Allerdings muss man natürlich bedenken, dass eine 4- ein Defizit ist. Für eine glatte 4 (also kein Defizit) passen die 45 Prozent, die Sie ansprechen. Falls Sie in NRW gearbeitet haben: Ist das ggfs. am Berufskolleg anders?

    • Ich bin auch froh, dass Sie nun ein Ex-Lehrer sind.
      Zum Glück gibt es viele kompetente Lehrer in diesem Land, die in der Lage sind zu beurteilen, dass die Abiturienten 2021 schulfachlich und persönlich sehr weit gewachsen sind, im Gegenteil zu Ihrer Unterstellung.

  14. Schule wie vor 200 Jahren.
    Auswendig auswendig auswendig, langt vollkommen, verstehen muss ich es nicht.

    Lehrer ohne Zeit, manche ohne Lust, die viel zu viel „rein drücken“ sollen.

    Und da wundert man sich, wenn es knallt wenn Aufgaben kommen die einen „unerwarteten Kontext“ enthalten?

    Immer wieder traurig zu sehen wie Schule nach wie vor ist, wo in den meisten Jobs genau diese Denkleistung erwartet wird.

    Vielleicht sollte man da mal ansetzen.
    Verwegene Idee, ich weiß …

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