Längere Schultage nach Corona (wie in UK)? Karliczek und Meidinger skeptisch

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BERLIN. Eine Verlängerung der Schultage nach der Pandemie, wie in Großbritannien geplant, sehen Lehrervertreter und Bundesbildungsministerium in Deutschland eher nicht. «Jetzt ist vor allem wichtig, dass wir zum Normalbetrieb zurückkehren. Das allein ist schon eine Kraftanstrengung, auch weil der Infektionsschutz weiter beachtet werden muss», sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Gespräch.

In Großbritannien soll’s im nächsten Schuljahr längere Schultage geben. Foto: Shutterstock

Sie verwies auf das Aufholprogramm mit Nachhilfeangeboten, das Bund und Länder gerade auf den Weg bringen. «Dieses Aufholprogramm wird für viele Schülerinnen und Schüler zusätzliche Lernzeit bedeuten. Ob darüber hinaus eine Verlängerung der Unterrichtszeit um eine halbe Stunde sinnvoll und in Deutschland vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels kurzfristig umsetzbar wäre, müsste genau abgewogen werden.»

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, äußerte sich ebenfalls skeptisch. Die Situation sei mit der in Großbritannien nicht ganz vergleichbar, sagte er der dpa. Dort gebe es die Ganztagsschule, an die einfach eine halbe Stunde herangehängt werde. In Deutschland gebe es überwiegend Halbtagsschulen. «Wir brauchen für zusätzliche Angebote auch zusätzliche Lehrkräfte, die wir aufgrund des massiven Lehrermangels derzeit nicht haben.»

In Großbritannien ist eine Verlängerung der Schultage um rund eine halbe Stunde Teil eines Maßnahmenplans aus Regierungskreisen, aus dem die «Times» am Dienstag zitierte. Ziel soll es sein, die durch die Pandemie entstandenen Rückstände aufzuholen und Wissenslücken zu schließen. dpa

Wie lassen sich die entstandenen Lernlücken schließen? GEW warnt davor, Schüler nun „nachsitzen und pauken“ zu lassen

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17 KOMMENTARE

  1. Werktage werden auf 24h und 30min. ausgedehnt.
    Sonn- und Feiertage bleiben bei 24h.
    Samstage variieren abhängig von beruflicher Tätigkeit individuell.

    • @Dil:
      Sehe ich genauso…endlich mal jemand, der eine Sache lösungs- und kompetenzorrientiert zuende denkt.
      Dazu sollten wir die Verweilzeiten in den Schule, die ja auch im Herbst wieder sicher – nein, durch die Impfungen und Testungen noch sicherer sein werden auf mindestens 12 bis 16 Stunden ausdehnen. Natürlich mit ganz individuell gestalteten Förder- und v.a. Forderkonzepten … wenn wir das hinbekommen, dann können die derzeitigen Mittelstufen-SuS in einem Jahr bereits ihr Abitur haben…die dazu benötigten zusätzlich erforderlichen Stunden für Lehrkräfte generieren wir per Erlass durch die jeweiligen KMs…es wird minimale Widerstände geben seitens der faulen, überbezahlten und unterengagierten LuL, aber das kennen wir ja schon und daher kratzt das die Allgemeingesellschaft auch nicht.
      Jetzt aber ran …. so ein Erlass kann doch in 20 min. runtergeschrieben werden…in NRW schafft Matze Richter das wahrscheinlich in 10 min. … wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

      • @Dil Uhlenspiegel
        @Andre Hog

        Na!
        IHR BEIDEN seid ja 2 Koryphäen!
        Und darum gehört ihr meiner Ansicht nach ins Schulministerium NRW – oder noch besser: Ihr seid gleich die neue KMK, zu zweit kann man sich schneller einigen und die besseren Ideen habt ihr allemal!

  2. Na, dann backen wir uns doch noch schnell die nötigen Lehrer…
    Das gelingt bestimmt über die Sommerferien…

    Luftfilter zu beschaffen wird aller Erfahrung nach wohl eher nicht klappen!
    Damit könnte man dann wenigstens schon mal den normalen Unterricht für den Herbst und Winter halbwegs sicherstellen und vermeiden, dass vorhandene Lehrer ausfallen und Schüler wegen Erkrankung sogar den normalen Unterricht nicht besuchen können.

    • Wieso, die Lehrer haben doch Nachmittags frei, da kann man doch ein paar zusätzliche Stunden reinplanen. Erlass, und fertig! (So etwas gab’s in NRW schonmal, Vorgriffstunden genannt – wir bekommen dann die Stunden in 30 Jahren jeweils 1 pro Semester zurück, falls sie nicht in eine generelle Arbeitszeitverlängerung eingerechnet werden können).
      Und wieso haben Lehrer Sonn- und Feiertags frei, wo doch die Selbstständigen da auch arbeiten? Gar nicht einzusehen. (Sarkasmushinweis hier<<)
      Ich korrigiere gerade (am Feiertag) und Nachts auch, da sollte man dann bitte keine Zusatzstunden hinlegen. Ich brauche die Nächte zum korrigieren!

      • Lieber Rabe, du solltest zwischendurch auch mal nen Flug durch die Gemeinde unternehmen, denn als Beamter bist du schließlich auch noch verpflichtet, deine körperliche Dienstfähigkeit möglichst lange zu erhalten…also (Queen- News of the world))
        „… spread your wings and fly away…
        Fly away…fly away…
        Spread your wings and fly away…fly away…“

        https://youtu.be/uyd6OLyhPJo

        Die Krankenkasse und deine Dienstherrin wird es dir (nicht) danken….

      • Dann bleiben eben nur noch die Ferien zum Korrigieren. Vor jeden Ferien einen Klassenarbeitsmarathon, damit der Kollege in den Ferien genug zu tun hat und zwischen den Ferien dann Vorgriffsstunden (ich nenne sie lieber Übergriffsstunden) machen kann, die er sich bitte nicht zurückholt (sollte die Rückgabe nicht kurzfristig – sowas schreibt sich leicht auch an einem Freitagnachmittag – ohenhin wegen Lehrermangel ausgesetzt werden), weil er dann bei gezielt geplanten Springstunden als Vertretung eingesetzt wird.
        Das Minsterium wird eigens den Erlass (oder wo immer das steht) ändern, dass ab vierter Mehrarbeitsstunde bezahlt werden muss. Da ist noch Luft nach oben, man könnte ja auch eine 1 davor setzen, um die Klassenarbeitskorrektur in den Ferien nicht zu gefährden.
        In den Ferien könnten außerdem noch verpflichtend und verpflichtende Elternsprechtage abgehalten werden – was den unschätzbaren Vorteil hätte, dass die Eltern und die Kinder dann nicht wegfahren könnten.
        DAMIT bekommen wir die Pandemie dann vielleicht endlich in den Griff. Zwei Fliegen mit einer Klappe: keine Viren aus dem Ausland und die Lehrer sind endlich ausreichend beschäftigt.
        Vielleicht ist das aber dann auch gar nicht möglich, weil gegen neue Mutationen die alten Impfstoffe nicht mehr helfen – dann müssen wir dringend über Luftfilter reden (so ca. eineinhalb Jahre lang reden, Minimum) und neue Impfstoffe entwickeln. Letzteres können doch die NW-Lehrer machen, nebenher natürlich. Die kennen sich ja bestens mit Viren in freier Wildbahn aus!
        Die anderen Fachlehrer beschäftigen sich zwischen Weihnachten und Neujahr dienstverpflichtet im Rahmen einer Fortbildung zu räumlichem Denken und Interpretation von lebensnahen Texten mit Raumluftfilter-Bausätzen…

        (Muss ich jetzt hier schreiben, dass o.g. leicht übermüdetem Geist und ungeplantem Sarkasmus entspringt??? Kann das jemand in den falschen Hals bekommen und denken, ich sei ein fauler Lehrer und wolle nicht arbeiten und wolle obendrein nicht mal meinen Namen nennen …???)

        Ich sehe bei dem Ganzen nur noch ein Problem: WANN sollen die Lehrer sich dann jeweils impfen lassen? Man sah einige, die mit Impfreaktionen zu kämpfen hatten. Nicht viele, denn viele wurden ja noch nicht geimpft. Die Wochentage fallen aus, die Wochenenden und Feiertage werden gebraucht, die Ferien auch.
        Vielleicht Sylvester? Ob dann Impfreaktionen oder Alkoholreaktionen die Lehrer an Neujahr plattlegen, sollte dem Ministerium vielleicht noch egal sein.

  3. Sollte man sich nicht erst einmal um den Infektionsschutz für den Herbst kümmern, ehe man sich über sowas Gedanken macht?

    Die Pandemie ist NICHT zu Ende.

    Es gibt KEINEN Impfschutz für unter 12jährige.

    • Ich finde auch, all die Planerei ums Aufholen des versäumten Stoffes bringt wenig, wenn das nächste Schuljahr wieder so läuft. Ich verstehe nicht, warum man das nicht längst in Angriff nimmt! Laufen wir wieder in das Chaos hinein, das sich bis Weihnachten zu einer Katastrophe hochschaukelt? Das ist doch absehbar!

  4. Das eigentliche Problem vieler Kinder scheint foch nicht der fehlende Lernstoff zu sein. Investeren sollte man lieber in mehr Schulpsychplogen. Die waren vor Corona schon Mangelware.

  5. „… Das allein ist schon eine Kraftanstrengung, auch weil der Infektionsschutz weiter beachtet werden muss»“

    – Infektionsschutz
    – weiter (!) beachtet

    2 Lacher in 1 Satz.
    Danke, Anja.
    🙂 („Pruuuuust“ vor Lachen.)

  6. Oh man, Die Kinder sind doch eh schon so lange in den Schulen…
    Was ist den mit den vielen Kindern, die im Lockdown zugenommen haben, oder psychische Probleme bekommen haben? Ob denen längeres Sitzen im Unterricht hilft?
    – Wahrscheinlich schon, Schulpräsenz hilft ja scheinbar gegen alles 😉

  7. Schüler*Innen werden nicht als Menschen gesehen, sondern als Maschinen, in die man noch einen Turbo einbauen kann. Nur ist die digital getunte Bildungslandschaft noch nicht einmal für eine Spritztour fahrbereit. Wir haben noch viele Baustellen.

  8. Leider sind unsere Kinder von Seiten der Politik „nur Zahlen in einzelnen Altersstufen“ und muessen so funktionieren, wie die das von oben verlangen….

    Laengere Schultage und Aufholprogramme????

    Kinder und Lehrkraefte muessen das Versagen der Politik ausbaden, wieder einmal und hoechstwahrscheinlich auch noch fuer das kommende Schuljahr, da wieder einmal!!!! nicht an den kommenden Herbst mit Anstieg der Fallzahlen gedacht wird.

    Die Kultusminister *innen gehen in den naechsten Herbst genauso stupide und starrsinnig rein, wie im vergangenen Jahr!!!

    Es werden keine Filteranlagen /Plexiglaswaende etc. installiert, nur starrsinnig am vollen Praesenzunterricht festgehalten AUF KOSTEN DER GESUNDHEIT!!!!

    Applaus, Applaus, Applaus fuer so viel Voraussicht auf den kommenden Herbst (ironie off)

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