Schulessen: Thüringen fördert lediglich 31 Schulen

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ERFURT. Über ein Förderprogramm soll im Land Thüringen die Qualität des Schulessens angehoben werden. Doch wegen der Corona-Pandemie steht nun weniger Geld zur Verfügung als geplant. Bei 31 teilnehmenden Schulen ist Schluss.

In Thüringen erhalten in diesem Jahr 31 Schulen Zuschüsse vom Land zur Qualitätssteigerung des Schulessens. Das sind 19 mehr als im Jahr 2019, als nur zwölf Schulen teilnahmen, wie das Verbraucherschutzministerium auf Anfrage mitteilte. Doch damit soll die maximale Anzahl an teilnehmenden Schulen auch erreicht sein. Zwar sei per Verpflichtungsermächtigung gesichert, dass die Schulen noch bis 2024 von dem Programm profitierten. «Weitere Schulen können hingegen nicht mehr gefördert werden», heißt es vom Verbraucherschutzministerium.

Ein hoher Standard für gesundes Essen an Schulen bedarf der Finanzierung. Foto: Ibokel / Pixabay (p.l.)

Auch steht für das Programm deutlich weniger Geld zur Verfügung: Statt der ursprünglich veranschlagten 4,5 Millionen Euro sind es in diesem Jahr nur noch zwei Millionen Euro – und damit weniger als die Hälfte.

Grund: Wegen der Corona-Pandemie ist das Geld knapp. «Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie waren im Zuge der Haushaltsaufstellung für das Jahr 2021 weitreichende Einsparungen erforderlich», so das von Justiz- und Verbraucherschutzminister Dirk Adams (Grüne) geführte Ministerium.

Das Förderprogramm für Schulessen war im Jahr 2018 noch unter dem damaligen Verbraucherschutzminister Dieter Lauinger (Grüne) ins Leben gerufen worden. Pro Portion gibt das Land 1,30 Euro dazu. Werden ausschließlich Bio-Produkte verwendet, sind es 1,80 Euro Zuschuss. Ziel ist eine Qualitätssteigerung des Schulessens. Auch Geld für die Verbesserung der Ästhetik der Mensen und Essensräume kann beantragt werden.

Mit dem Programm sollten auch die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Schulverpflegung umgesetzt werden. Diese sehen unter anderem vor, dass täglich Gemüse, aber nur maximal zwei Mal pro Woche Wurst oder Fleisch auf die Teller der Schüler kommen sollten. Außerdem wird ein helles, freundliches Ambiente im Speisesaal empfohlen. (dpa)

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4 KOMMENTARE

  1. 4,5 Mio € für 31 Schulen entspricht nach den Förderrichtlinien etwa 100000 Mahlzeiten pro Schule, was bei 200 Schultagen etwa für 500 Schüler reicht. Bezogen auf Schulgrößen in NRW wäre das ein Schnitt von etwa 50% der Schüler, die in den Mensen tatsächlich essen. Ab der Stufe 7 bis 8 finde ich das sehr mutig kalkuliert, weil kaum bis nicht erreichbar.

    • In unserer Kleinstadt (35.000 Ew) sind allein an den 4 Grundschulen mit Ganztag mehr als 500 SuS täglich zum Mittagessen anwesend. Und diese gehen nicht an die nächste Pommesbude!
      Und die GS waren auch nie geschlossen oder im Wechselunterricht. Lediglich in 5 Wochen nach den Weihnachstferien gab es nur Notbetreuung. Auch in den Ferien sind viele Kinder ganztags in der Schule, so dass es mit den 200 Tagen nicht ausreicht.
      Oder gilt das mit dem gesunden Essen nur für die Sekundarstufe?

      • Ich bezog mich mit „mutig kalkuliert“ nur auf die Stufen ab 7 oder 8. In der Grundschule und in den Klassen 5-7 essen tatsächlich noch eine Menge Schüler in der Schule. Dass die etwas vernünftiges bekommen sollen, ist nachvollziehbar, jedoch unwahrscheinlich, wie Insomnia in seinem/ihrem Beitrag zutreffend argumentierte.

        Es gibt übrigens auch einen radikalen Alternativvorschlag: Die warme Mahlzeit gibt es zuhause und Abends.

  2. Es würde ja den Schülern schon helfen, wenn die Auswahl des Anbieters nicht nach dem Motto „Billig reicht für euch“ erfolgen würde.
    Alle paar Jahre wieder wird neu ausgeschrieben und die Schulkonferenz hat immerhin noch die Wahl zwischen den billigsten Anbietern – von denen man im Vorhinein weiß, dass sie nichts taugen. Führt bei uns dazu, dass die Kinder im Essen runstochern und die Eltern Geld dafür ausgeben, dass die Kinder hungrig nach Hause kommen.
    War bei der vorherigen Küche nicht der Fall, da war das Essen in Ordnung. Aber das war dem Schulträger ja 30 Cent zu teuer.

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