AfD will Anti-Gender-Kreuzzug in Schulen: Arbeitshefte sichten, Materialien aussieben

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Die AfD in Sachsen will Gender-Schreibweisen an Schulen verbieten lassen und fordert bei Verstößen dienstrechtliche Konsequenzen. Am Mittwoch kündigte die AfD-Fraktion im Landtag dazu einen Antrag im Parlament an. Die Gender-Schreibweisen stünden im Widerspruch zur amtlichen Rechtschreibung, erklärte der Abgeordnete Rolf Weigand, es drohe «Chaos und Verwirrung». Daher dürften sie in keinem einzigen Lehrbuch oder Arbeitsheft auftauchen und auch nicht gelehrt werden. Gegenderte Unterrichtsmaterialien sollen ausgesiebt werden.

Die AfD versucht, einen Kulturkampf zu inszenieren. Foto: Shutterstock

In einem Brief an die Schulleiter hatte das sächsische Kultusministerium kurz vor Beginn des Schuljahres empfohlen, künftig keine Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache mehr zu verwenden. Dabei gehe es etwa um offizielle Schreiben, Briefe an die Eltern sowie Unterrichtsmaterialien. Nach der Empfehlung soll dabei gänzlich auf Zeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich verzichtet werden. Stattdessen regte das Ministerium die Verwendung von Paarformen wie Schülerinnen und Schüler oder Formulierungen wie etwa Lehrkräfte oder Jugendliche an.

Der AfD reicht eine Empfehlung aber nicht aus. «Wir wissen von Lehrern aus Leipzig, dass sie munter weitergendern», betonte Weigand. Außerdem gerieten gegenderte Materialien etwa über außerschulische Partner an den Schulen in Umlauf. «Das gilt es effektiv zu unterbinden.» News4teachers / mit Material der dpa

AfD-Chef will die deutsche Kultur retten, kennt aber kein einziges Gedicht

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46 KOMMENTARE

  1. Prinzipiell ist es doch richtig, dass das gendern aufhört. Was soll das bringen?
    Würde es von der SPD vorgeschlagen, wäre es hier bei N4T keine Schlagzeile wert

    • Sehr geehrte Min

      interessante These – aber falsch. Selbstverständlich würden News4teachers dann auch darüber berichten, sogar größer.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Und warum bitte schön?
        Weil gendern so wichtig ist und alleine durch gendern die Gleichberechtigung hergestellt wird oder weil gendern genau das Gegenteil erreichen könnte?

        • Nein, weil eine Regierungspartei im Gegensatz zur AfD die Möglichkeit zur Umsetzung hätte. Herzliche Grüße Die Redaktion

  2. Wegen eines Sternchens eine Abmahnung vom DienstHERRN. Ich würde mich drauf freuen. Oder sollte ich mich schon mal warm anziehen?

  3. Wer hat denn das Wort „Kreuzzug“ in diesem Zusammenhang geprägt? Das ist wohl zu hoch gegriffen. Schließlich werden neuerdings Schulbücher und andere Materialien auch darauf durchforstet, ob etwa Minderheiten (Juden, Sinti & Roma) auch genügend gewürdigt werden, aber auch da geht es nicht um Kreuzzüge. Ist es nicht so, dass manche Parteien liebend gern das Gendersternchen als verbindlich einführen würden im Sinne einer Sprachpolizei? Frau Schopper hat das doch schon den Schulen überlassen, wurde das nicht hier berichtet? Die Grünen in ihrer großstädtischen Akademikerlastigkeit scheinen davon besonders begeistert zu sein. Aber Frau Wagenknecht hat — scharfsinnig wie sie ist — in ihrem neuen Buch darauf hingewiesen, dass der arbeitenden Bevölkerung diese Fragen (Gender, Diversität, vorgeschriebene Formulierungen usw.) ziemlich egal sind. Bei den schlecht bezahlten Jobs gibt’s immer genügend viele Frauen, Migranten, Ausländer und „diverse“, da braucht’s keine Gleichstellung. Bei den höheren Posten wie Rundfunkdirektoren, Intendanten, Landesbankdirektoren, Sparkassendirektoren gibt’s bestimmt noch Nachholbedarf. Einfach mal bei Frau Wagenknecht nachlesen.

  4. Sehr schön!

    Die meisten Lehrerinnen und Lehrer wollen diese Genderzeichen auch nicht und wegen dem Lesefluss wieder in der männlichen Form schreiben, die die weibliche einschließt.

    Die AfD hat jetzt endlich „ihr Thema“ gefunden, an dem sie sich abarbeiten kann. Mehr davon!

    • Der Klaus weiß Bescheid. Seine Partei besetzt ja sowieso nur die wichtigsten Themen. Wenn sie das Gendern nicht verhindern, wird bestimmt das Abendland untergehen. Schön war ja auch diese Hotline, bei der man Lehrer melden konnte, die was gegen diese Hohlbratzen im Unterricht gesagt hatten. Die Hetze gegen Flüchtlinge war ja auch super. Und wie sie sich vor die bekloppten Masken- und Impfverweigerer wirft ist ja auch ganz großes Kino. Eine Partei, die bald nur noch auf Rechtsextremisten besteht, die brauchen wir ganz dringend in Deutschland. Haben wir ja super Erfahrungen mit gemacht. Fehlt eigentlich nur noch ein Österreicher mit nem tollen Mittelscheitel zum absoluten Glück. Klaus freut sich schon.

    • „in der männlichen Form schreiben, die die weibliche einschließt“? Sprechen Sie von Ihrem „Ehemann“, selbst wenn Sie mit einer Frau verheiratet sind? Das nenne ich dann mal wirklich geschlechtsneutral.

      • Ihr Beispiel legt grob daneben, denn es handelt sich um ein zusammengesetztes Substantiv aus zwei Hauptwörtern, wovon das Grundwort „Mann“ lautet und männlich ist. Das Pendant dazu ist die Ehefrau. Soll genug sein, ich hoffe, Sie haben den inhaltlichen Tenor verstanden.
        Es geht um Worte, die sowohl männlich und auch in der weiblichen Form gebraucht werden, aber einem bestimmten Geschlecht zugeordnet sind. Wird demnächst noch die Genderform für divers abverlangt werden oder soll die grammatisch sächliche Form dafür modifiziert werden?
        In mathematisch-naturwissenschaftlichen Arbeitsgebieten bedient man sich in vergleichbaren wissenschaftlichen Phänomenen einer einfachen Festlegung, auf deren Basis dann weiter geforscht, gehandelt werden kann.
        Festlegung: Alle grammatischen Geschlechtsformen sind für jedwedes biologische Geschlecht gültig, basta! Im Gegensatz zu manch anderer Sprache ist im Deutschen die (wohlempfunden wärme- und lichtspendende) Sonne grammatisch weiblich und der kalte dunkle Mond ist männlich.
        Aber politisch kann der Genderwahnsinn gut ausgeschlachtet werden, auch kann die Diskussion darüber nicht genug anderweitig dringend fehlende Hirnaktivität
        und ökonomisch nicht genug Geld kosten. Diese sprachlichen Ecken der Genderei in der Wort- und Schriftsprache sind ein weiterer Meilenstein, unsere Sprache nicht nur im harmonischen Wohlklang zu verhunzen.
        Die „Gästin“ und der Gast sind erschienen“; jeder spricht von der Krankenschwester und dem Krankenpfleger, will man die „Krankenpflegende“ und den „Krankenpflegenden“ einrichten, klappt aber auch nur im Plural “ „Krankenpflegenden“, und so die grammatisch weibliche Form zur Beschneidung der deutschen Sprache mit letztlichem Ziel ganz abschaffen? Es schüttelt mich schon heute, die Gedichte der deutschen Nachfolgegeneration eines Schiller, Goethe, Lessing usw. zu lesen und die mit Zwangsgebühr belegten Medien konsumieren zu dürfen.

    • Wenn man sich übers sprachliche Gendern ob mit Sternen oder ohne lustig macht, es redundant findet, mit linguistischen, historischen, ethnologischen, grammatikalischen Spitzfindigkeiten ankommt- der oder die betoniert weiterhin Ungleichheit.
      Soll sich dann auch keine (!) mehr beschweren.
      Übrigens- Frau Bas soll sich jetzt als Quotenfrau schämen, gar generös ablehnen? Warum? Würde ein Mann nie tun. Stört es Herrn Scheuer, über CSU- und bayerische Regional- Quote Minister zu sein? Dazu noch ein schlechter?
      Genetisches Maskulinum ist Schwachsinn, so lange das generische Femininum nicht ebenbürtig ist.
      Ich will nicht immer nur mitgemeint sein.

      Übrigens- es heißt „wegen des Leseflusses/ Lesefluss'“- wenn wir schon so sprachsinnig sind.

      • In Afghanistan wurde gerade eine Volleyballspielerin geköpft und auf Frauendemonstrationen eingeknüppelt und dafür von der deutschen Regierung mit hunderten Millionen € belohnt und im gleichen Land ist das schlimmste Frauenproblem: „Genetisches Maskulinum ist Schwachsinn, so lange das generische Femininum nicht ebenbürtig ist.
        Ich will nicht immer nur mitgemeint sein.“

        Da möchte man als heterosexueller Mann glatt schwul werden.

        • Wusste ich gar nicht, dass es für das Köpfen und Schlagen von Frauen hunderte Millionen Euro gegeben hat. Und dass das schlimmste Frauenproblem das Gendern ist.

          Ich glaube eher Max Kleine (s Hirn) scheint in der falschen Bubbel unterwegs zu sein oder ihm mangelt es an Leseverständnis.

          Kleiner Tipp: schwul wird man nicht durch pures Wollen. Aber probier’s Mal ruhig Mal aus. Bei Frauen wirst du mit diesem Gelaber ja nicht landen können.

  5. So sehr ich auch gegen die AfD als Gesamtpartei bin, haben sie hier den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Gegender (schon dieses Wort ist ein Frankensteinmonster der Sprache) bewirkt genau das Gegenteil von dem, wofür es angefangen wurde. Anstatt geschlechterneutral zu sein, hebt es die Geschlechter hervor! Und man stelle sich mal vor, welche Schwierigkeiten das Erlernen der deutschen Sprache jetzt noch zusätzlich beinhaltet, insbesondere für Einwanderer. Die deutsche Sprache ist schon sehr komplex, was übrigens eine Errungenschaft ist, da sie präzise Ausdrücke und Unmissverständlichkeit erleichtert, wenn man sie einmal beherrscht. Das Gegender hingegen fügt der Sprache nichts hinzu.

    • Stefan, woher haben Sie denn das Wort „Gegender“? Ich kenne das als „geschlechtergerechte Sprache“.
      Ich bin übrigens mit Ihnen einer Meinung, dass die deutsche Sprache (und jede andere auch) Unmissverständlichkeit erleichtern sollte. Wenn von Wählern und Politikern im Iran die Rede ist, wüsste ich schon gern, ob Frauen dort das aktive und passive Wahlrecht haben. Wissen Sie’s, wenn Sie einen Artikel gelesen haben, in denen durchweg das vermeintlich generische Maskulinum verwendet wird?
      Jahrzehntelang habe ich geglaubt, im Mittelalter habe es keine Handwerkerinnen gegeben. Falsch. Die Frauen waren eben bei den Handwerkern „mitgemeint“ – das heißt, sie wurden nicht wahrgenommen. Ich möchte schon wahrgenommen werden.
      Sie finden es präzise, dass mit „Lehrer“ mal nur Männer gemeint sind, mal nach Ihrer Diktion Männer und Frauen? Erklären Sie das mal einem „Einwanderer“. Und erklären Sie dann auch gleich mit, dass Frauen und Diverse natürlich gleichberechtigt sind, nur sprachlich halt nicht.

      • Liebe Martina,

        bin voll und ganz Ihrer Meinung!

        Bewusstsein läuft ja (auch) über Sprache.
        Und Sprachbewusstsein verlangt heutzutage noch mehr wohlüberlegtes, sehr feines Ausdifferenzieren.
        Manche Ewiggestrigen oder schlichte Gemüter sind hier wohl etwas überfordert, wie mir scheint.

        Gesellschaftlicher Wandel implizierte doch schon immer auch Veränderungen im Sprachgebrauch, spiegelte sich folglich stets immer auch in der Sprache.

        Die Heranziehung von gänzlich an den Haaren herbeigezogenen „Wortungetümen“, merkwürdigen „Wortungeheuern“ in der Argumentation soll oft doch lediglich als sehr schlichte Lachnummer dienen.
        Ein sehr künstlicher, billiger, leicht durchschaubarer Versuch, das wichtige Thema des „Gendern“ so der Lächerlichkeit preiszugeben!

        Und/oder sich auf diese Weise gezielt beim sog. “ gemeinen, einfachen Volk bzw. der breiten Masse“ anzubiedern.
        So zu beobachten beim CSU-Parteitag in der Endphase des Bundestagswahlkampfes, als Herr Laschet geladen war:
        ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ein Hauch von Populismus – Zielgruppe (vermeintliche) CSU/CDU-StammwählerInnen-Klientel – durch den Saal waberte, als Herr Söder wirklich völlig abstruse Beispiele für das „Gendern“ anführte.
        „Mission accomplished“: er hatte auf diese Weise unschwer sogleich die Lacher auf seiner Seite, die Stimmung wurde noch besser und gelöster – der Saal tobte „auf Kosten von AnhängerInnen des Gendern“.

        Für derartig seichte „Spielchen“ ist das Thema jedoch zu ernst.
        Und das meinen nicht nur frauenbewegte ZeitgenossInnen und WissenschaftlerInnen, nicht nur LinguistInnen.

    • Man kann sicher alles übertreiben.
      Nichts desto trotz lernte ich bereits vor über 30 Jahren als Schülerin im Deutschunterricht das „linguistische Relativitätsprinzip“ nach Whorf kennen, bei dem es nach meiner Erinnerung um den Einfluss der Sprache auf das Denken ging (oder wohl noch immer geht ;-), auch wenn es nicht primär ums Gendern ging.
      Aktuell fand ich die Ausführungen und Informationen in der Sendung Leschs Kosmos zum Thema sehr interessant:
      https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/gendern-wahn-oder-wissenschaft-100.html

  6. Sprache ist lebendig und lässt sich nicht verbieten. Das hat die Redaktion des DUDEN ähnlich gesehen und stellt keinerlei Regeln auf, die Gendern ge- oder verbieten. Da gerichtlich auf Grundlage des DUDEN entschieden würde, könnte jede betroffene Lehrkraft von einem Freispruch ausgehen, denn wo keine Vorgabe, da kein Verbot. Auch die Nichtanerkennung von Studienleistungen im Falle des Nichtgenderns ist inzwischen als rechtswidrig erkannt worden.

    Hier also dienstrechtliche Konsequenzen anzudrohen, wenn Beamte oder sonstige Staatsbedienstete gendern, ist mehr als müßig – egal, ob in Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen oder gar bundesweit.

    Interessant ist das Bohei, das um die Sprachnutzung gemacht wird, hier geprägt von Verlustängsten. Lasst uns mal alle ganz locker bleiben – niemandem wird was weggenommen. Aber wir bekommen etwas geschenkt, nämlich die Chance, uns mittels unserem Sprachgebrauch über gesellschaftliche Veränderungen klar zu werden.

    • Die Duden-Redaktion versuchte vor Monaten in der online-Ausgabe, entgegen dem deutschen Sprachgebrauch der letzten 200 Jahre die Nominalisierungen auf „…er“ (Sprecher, Bürger, Wähler …) allesamt so darzustellen, als seien damit nur Männer gemeint, gemäß der Lehre der feministischen Sprachkritik. Nach dem allgemeinen Protest hat sie dieser Darstellung eine kleine Fußnote beigefügt, Zitat:
      „In bestimmten Situationen wird die maskuline Form (z. B. Arzt, Mieter, Bäcker) gebraucht, um damit Personen aller Geschlechter zu bezeichnen. Bei dieser Verwendung ist aber sprachlich nicht immer eindeutig, ob nur männliche Personen gemeint sind oder auch andere. Deswegen wird seit einiger Zeit über sprachliche Alternativen diskutiert.“
      Damit ergreift die Duden-Redaktion Partei für den Sprachfeminismus.

    • „… wenn Beamte … gendern“
      Aber ist es nicht in etlichen Behörden schon vorgeschrieben, dass in dienstlichen Schreiben das generische masculinum zu vermeiden ist durch irgendeine Art von Gendern? Ich glaube doch, sowas gehört zu haben. Irre ich da? Wie ist das eigentlich mit Gesetztestexten? Beliebt ist natürlich auch jene Fußnote, mit der man sich vom Gendern sozusagen freikaufen kann: „Im Interesse einer besseren Lesbarkeit …“

  7. Ich hoffe sehr, dass die AFD Bundestagsfraktion diesen Punkt erfolgreich für ganz Deutschland auf ihre Agenda schreibt und dass dies der einzige, aber grandiose Erfolg der AFD sein möge! Endlich wieder flüssig Texte lesen… danke,AFD!

  8. Vieles Richtiges ist hier gesagt worden gegen diesen Versuch, Sprachregeln aufzustellen OHNE dafür zuständig – und offensichtlich auch nicht kompetent genug – gewesen zu sein, sonst würde diese neuen Regeln ja durchgängig funktionieren. Tun sie nicht! (Ich bin z.B. männlich und trotz allem eine Person. Muss ich mich jetzt weiblich vorgeprägt fühlen?) Regulierungen nahm bisher noch immer die Deutschlehrerkonferenz ALLER deutschsprachigen Länder vor.

  9. Klingt nach nem Polizeiaufmarsch, wenn eine Lehrkraft im Unterricht Schüler*in gesagt hat. Vielleicht noch Kinder aushorchen, los, meldet Vorkommnisse! Aber kommt nicht mit Kleinigkeiten, wie Schwule zusammenschlagen… Dafür hat die Afd keine Zeit.
    (Ironie aus)
    Die Afd hat übrigens kein Problem damit, wenn Frauen mitgenannt werden, sondern wenn Diverse mitgenannt werden, denn dafür ist das *! Wenn wir neben Schüler und Schülerin auch noch einen Namen für ein diverses Kind in der Schule finden, dann zeigt die Afd ihr wahres Gesicht und worum es ihnen wirklich geht und wird diese Art der Aufzählung dann auch verbieten wollen. Gibt es vielleicht noch andere Probleme an Schulen?
    Die Afd ist ein Kasperletheater!

  10. Nichts desto trotz lernte ich bereits vor über 30 Jahren als Schülerin im Deutschunterricht das „linguistische Relativitätsprinzip“ nach Whorf kennen, bei dem es nach meiner Erinnerung um den Einfluss der Sprache auf das Denken ging (oder wohl noch immer geht ;-), auch wenn es nicht primär ums Gendern ging.
    Aktuell fand ich die Ausführungen und Informationen in der Sendung Leschs Kosmos zum Thema sehr interessant:
    https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/gendern-wahn-oder-wissenschaft-100.html

  11. Ich würde mich darüber freuen, wenn doch bitte zwischen der Nutzung von Sonderzeichen und dem Gendern unterschieden wird. Wer das Gendern in Frage stellt, sollte sich dazu einfach mal belesen und wer es dann noch in Frage stellt, ist m.E. einfach nur ignorant und intolerant. Das andere ist die Nutzung von Sonderzeichen.
    Soweit ich es verstanden habe, geht es um die Nutzung dieser. Die Pauschalisierungen in der Überschrift aber auch die Kommentare zeigen dann doch, dass das Thema noch viel Aufklärung bedarf.

    • Endlich mal jemand, der differenziert! Danke. „Geschlechtergerechter Sprachgebrauch“ geht in vielen Varianten (z. B. Neutralisierung, Doppelgebrauch, Wechselgebrauch). Die typografische Variante ist eine weitere. Wenn jemand Stellung nimmt, sollte diese Person deklarieren, worüber sie spricht oder schreibt – erst dann wird eine sinnvolle Auseinandersetzung möglich. Die Dimension „Geschlecht“ ist dabei eine überaus wichtige Es gibt weitere: https://taz.de/Geschlechtergerechte-Sprache/!5798203/ „Gerechtigkeit“ kann dann auch bedeuten, dass das generische Maskulinum bewusst genutzt wird (z. B. in Komposita wie „Bauernfängerei“ – mit der man viele der nicht nur hier geführten hitzigen Diskussionen metaphorisch fassen könnte).

  12. … Fußgängerinnen und Fußgänger …
    … Gästinnen und Gäste …
    Hallo Jugendlichinnen und Jugendliche!

    Sehr geehrte Menschinnen und Menschen …

    … ich würde sagen wir lassen derlei Sprachexperiment.

    • Bei neutralen Begriffen wie Menschen braucht es keine weibliche oder andere Form. Zudem haben Sie immer nur die weibliche und männliche Form genannt. Das * steht aber nicht für die weibliche Form, sondern das innen und das Binnen-I ! Das * steht für nichtbinär bzw divers! Der neutrale Begriff für Lehrer*innen wäre zB Lehrende oder Lehrkräfte, auch da muss man also kein innen dran hängen. Wenn Sie bei Menschen allerdings nur an Männer denken, sagt das auch schon was und genau dafür ist die Geschlechtergerechte Sprache gedacht. Nicht bei Menschen, aber bei Lehrer denkt mann tatsächlich eher an Männer.

  13. Komisch, dass die Afd von Meinungsdiktatur faselt und meint, die linke Seite würde Anweisungen machen, wie man sprechen darf und dann tut sie es selber! Lol

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