Immer mehr infizierte Kinder: Lauterbach schlägt Alarm – GEW-Chefin Finnern meint: Schulen können geöffnet bleiben

31

BERLIN. Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hält die Schulen für den bevorstehenden Coronaherbst besser gerüstet als im vergangenen Jahr. Die Impfquote unter den Beschäftigten in den Schulen sei außerordentlich hoch, so sagt sie. Wörtlich: »Wird der Präventionsweg weiter konsequent beschritten, können die Schulen geöffnet bleiben.« Von Prävention in Schulen kann allerdings keine Rede sein: Noch immer bauen Landesregierungen den ohnehin schon löchrigen Coronaschutz weiter ab. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht deshalb auch keinen Grund, Entwarnung für Schüler und ihre Eltern zu geben – im Gegenteil.

»Wird der Präventionsweg weiter konsequent beschritten, können die Schulen geöffnet bleiben»: Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Foto: GEW

Wörtlich erklärte Finnern gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Mit Blick auf die wieder steigenden Inzidenzwerte, insbesondere in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, sind die Schulen wachsam. Weiterhin gilt: Den bestmöglichen Gesundheitsschutz für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und die Lehrkräfte bietet das Zusammenspiel eines Maßnahmenbündels. Zu diesem gehören die AHA-Regeln, regelmäßige Tests, der flächendeckende Einbau von Luftfilteranlagen an den Schulen – eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte – und, die Impfkampagne vor allem bei den 12- bis 17-Jährigen weiter voran zu treiben. Mit Luftfiltern sind viele Schulen immer noch nicht so ausgestattet, wie es notwendig ist. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf.“

Allerdings sagte sie dann auch im Wortlaut: „Bundesweit betrachtet sind die Schulen in diesem Herbst in Sachen Gesundheitsprävention besser aufgestellt als vor einem Jahr, die Impfquote unter den Beschäftigten in den Schulen ist außerordentlich hoch. Wird der Präventionsweg weiter konsequent beschritten, können die Schulen geöffnet bleiben und die Gesundheitsämter bei Coronafällen kurze Quarantänezeiten möglich machen.“

Im Sommer hatte sie klargestellt: «Wenn die Schulen krisenfest werden sollen und es nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht geben soll, dann sind Luftfilter – neben einem Hygienekonzept inklusive regelmäßiger Tests – in allen Klassenräumen erforderlich.» Was hat sich seitdem getan? Luftfilter gibt es bis heute nur in den wenigsten Klassenräumen, die Hygienekonzepte einschließlich Maskenpflicht in Schulen werden zunehmend aufgeweicht oder komplett gestrichen – und mit Thüringen hat das erste Bundesland die Schnelltests unter Schülern komplett gestrichen.

Die Ansteckungsquoten unter Kindern und Jugendlichen erreichen in den Bundesländern, wo noch keine Herbstferien waren, Rekordwerte. Gab es Anfang vergangener Woche 13 Städte und Landkreise mit Inzidenzen über 500 bei Fünf- bis 14-Jährigen, sind es nun – nur eine Woche später – 40. Vier Landkreise, in Thüringen der Kyffhäuserkreis sowie der Landkreis Sonnenberg, in Bayern die Landkreise Straubing-Bogen und Berchtesgadener Land, weisen in der Altersgruppe sogar Werte jenseits der 1.000 auf. Das Robert-Koch-Institut registriert immer mehr Schul-Ausbrüche – und zwar so viele wie nie.

«Bundesweit betrachtet sind die Schulen in diesem Herbst in Sachen Gesundheitsprävention besser aufgestellt als vor einem Jahr«

Für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind das Gründe genug, Alarm zu schlagen – er warnt vor stark steigenden Corona-Infektionszahlen insbesondere bei Kindern. «Wir werden nach den Herbstferien deutlich mehr Ausbrüche in den Schulen erleben, weil die nicht mehr lange lüften können», sagt er mit Blick auf den heranziehenden Winter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Lauterbach schlägt folgendes Vorgehen an Schulen vor, um den Schulbetrieb zu sichern: «Dreimal in der Woche testen, das wäre mein Vorschlag, morgens mit Antigen-Tests, weil diese die vorherrschende Delta-Variante sehr zuverlässig erfassen. «Dazu solle es fünf Testtage hintereinander für Kontaktpersonen von Infizierten geben. «So könnten wir die unkontrollierte Pandemie an den Schulen praktisch beenden.» Ihm täten die Kinder leid, die jetzt – bei unzureichendem Schutz in den Schulen – dem Long-Covid-Risiko ausgesetzt seien.
Auf Twitter erklärte er – unter Bezug auf eine neue Studie der Universität Dresden, die in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut erstellt worden sei –, dass vergleichbar viele Kinder an Long-Covid erkranken wie Erwachsene. «Die Daten sprechen für die Impfung von Kindern und gegen eine Durchseuchung», so schrieb er.

«Fehlende / reduzierte Infektionsschutzmaßnahmen an den Schulen werden zu einem Anstieg der Infektionen im Winter führen…»

Die Virologin Prof. Dr. med. Isabella Eckerle appellierte angesichts der Entwicklung an noch ungeimpfte Eltern schulpflichtiger Kinder, «ihre Entscheidung dringend zu überdenken». Sie twitterte: «Fehlende / reduzierte Infektionsschutzmaßnahmen an den Schulen werden zu einem Anstieg der Infektionen im Winter führen… Die Inzidenz liegt jetzt über 100. Sie steigt in allen Altersgruppen. Die Krankenhausrate und die Intensivrate steigen. Auch die Zahl der Toten.» Lauterbach kommentierte den Post der Medizinerin: «Das sehe ich auch so. Die ungeimpften Eltern von Schulkindern werden bald sehr steil in das Covid Risiko gehen.»

Noch vor zwei Wochen sah das die GEW offenbar nicht anders. Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze verwies auf eine Empfehlung von Prof. Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), an den Maßnahmen zum Infektionsschutz in Schulen – insbesondere die Maskenpflicht – bis zum Frühjahr 2022 festzuhalten.

Die Gewerkschafterin: «Wir wollen, dass die Schulen geöffnet bleiben. Gerade deshalb, das zeigt die aktuell steigende Zahl der Infektionen in Schulen, müssen die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz wie die AHA-Regeln, regelmäßige Tests, der flächendeckende Einbau von Luftfilteranlagen an den Schulen – eingebettet in vorhandene Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte – weiter strikt beachtet und die Impfkampagne vorangetrieben werden. Das Zusammenspiel aller Maßnahmen zur Gesundheitsprävention bietet den bestmöglichen Schutz für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sowie der Lehrkräfte. Wir müssen wachsam bleiben!»

Die Thüringer GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum erklärte dann auch noch vor drei Tagen: «Wir sehen die Schulen nicht wirklich gut für die immer noch vorhandene Pandemie aufgestellt.» Das zeigten vor allem die deutlich gestiegenen Inzidenzen bei Kindern. News4teachers / mit Material der dpa

Hinweis: Wir haben den Beitrag auf Wunsch der GEW um das vollständige Zitat von Frau Finnern ergänzt.

Inzidenzen über 1000, massenhaft infizierte Kinder – und ignorante Politiker: Den Schulen droht ein zweiter Krisen-Winter

 

Anzeige


31 KOMMENTARE

  1. Wenn immer nur Lauterbach warnt und sonst niemand, bringt das gar nichts. Selbst im Radio macht man sich über den ewigen Pessimisten lustig. Ich finde das nicht in Ordnung, aber in der Rolle des ewigen Nörglers findet er beim Mainstream kein Gehör mehr. Er erreicht mit seinen kritischen Blick auf die Corona – Schulstrategie genauso wenig wie die meisten hier im Forum mit ihren kritischen Beiträgen. Ich bin inzwischen nur noch müde und halte mich im wesentlichen bereit dafür, dass sich meine Familie und ich demnächst infizieren werden. Hoffentlich hält die Impfung so einigermaßen. Mehr kann man nicht mehr erwarten und es lohnt sich auch nicht mehr, sich eine alternative Entwicklung auszudenken.

    • Hallo im,
      …das Radio – in diesem Fall z.B. WDR5 – geht sogar noch weiter.
      Heute Morgen um halb sieben….ein Dame aus dem Vorstand von „Interessenverband Eltern“ oder ähnlich kryptisches (vgl mit Fidk):
      Die Masken müssen weg, die SuS müssen in die Schulen, sie leiden allerdings unter den Abständen und dem Frontalunterrich, nun muss man ihnen mal was Gutes tun, nachdem sie so lange auf Vieles verzichtet haben…usw….usf.
      Die Moderatorin Judith Schulze Lohe trötet in exakt das gleiche Horn….keine Spur von ausgewogener kritischer Berichterstattung oder das, was man allgemeinhin als Journalismus beschreiben würde….in der abmoderation zu dem Telefonat der Hinweis auf einen Virologen um 7:15 Uhr. Der spricht dann auch ….exakt gleicher Tenor….einzig sein Hinweis darauf, dass die Infektionszahlen damit deutlich in die Höhe schnellen werden und man darauf achten sollte, dass die ITS-Kapazitäten im Blick behalten werden müssen….Ende des Gesprächs …Fr Schulze Lohe (die war mal richtig gut in ihrem Job) unterlässt jede Einordnung dieser wichtigen Information.

      Einfach erbärmlich!!
      Die Entscheidung Gebauers für kommenden Dienstag wird bereits wieder auf allen Kanälen vorbereitet….bin gespannt, wann sich die Knalltüte Thomas Fischbach nachdrücklich zu Wort meldet, um der Entscheidung gegen die Masken am Platz in NRW einzustielen.

      Lange kann es nicht mehr dauern….obwohl die Info wahrscheinlich wieder am Wochenende auf uns niederprasseln wird um die gebotene Spannung zu erhalten.

      • Habe ich auch gehört. War das aber nicht die Vorsitzende der Initiative Familie?
        Ich hatte jedenfalls dabei das Gefühl, dass die Moderatorin sich zurück hielt mit der Kritik. Fast als hätte sie einen Maulkorb bekommen.
        Die widersprüchlichen Aussagen der Vorsitzenden waren so offensichtlich. Und die Dame schien ihr Geschwurbel auch nicht hundertpro zu glauben.

        Das Interview war jedenfalls erbärmlich anzuhören.
        Zusammenfassung: die Kinder haben auf soviel verzichtet, deswegen dürfen sie sich jetzt auch maskenlos durchseuchen lassen. Achja, und es darf keinesfalls einen erneuten Lockdown geben weil der so teuer war. Und die Tests an den Schulen geben ja Sicherheit, wobei ja auch ja auf die Tests verzichtet werden muss, weil die auch so teuer sind.

        Schwurbelschwurbelschwurbel…

        • Hallo Klugscheißer…
          …du hast recht „Initiative Eltern“ ….ich hatte mich dermaßen geärgert, dass ich den Namen der Masken-weg!!-Propagandistin gleich vergessen habe.
          Das Ganze ging gerade 6:30 Uhr unvermindert weiter:
          Ja, es wäre schwierig – zumal „noch nicht alle Klassenzimmer mit Lüftfiltern ausgestattet wären“ …habe meinen Kaffee fast quer durchs Wohnzimmer geprustet….unfassbar!!
          Dann kam von einer Dame von außerhalb des Studios ein Hinweis auf PIMS … das würde aber nicht aufgegriffen….und lustig weiter moderiert.
          Habe dann den Sender weggedreht…muss mir für den Rest der Woche „WDR5-Abstinenz verordnen…sonst leidet meine Tischkante und mein Zahnarzt meckert beim nächsten Besuch.

      • Unerträglich!
        Genauso unterträglich wie die Äußerungen in meiner Umgebung: Aber die Kinder haben doch/mussten doch/durften doch nicht… jetzt haben sie aber verdient…

        Ja, was denn???
        Verdient sich anzustecken?
        Verdient, die Pandemie mit neuen Mutationen nochmal so richtig anzuheizen?

        Was soll das?
        BildungslandNRW ist ein Witz, genauso wie Bildungsland Deutschland – das Land verwaltet Bildung, statt Bildung zu veranstalten!

        Das ist alles zunehmend unerträglich!
        Was nützt Argumentation noch, wenn alle meinen, das alles sei ungefährlich und Biologen, Ärzte, Lehrer, die BEdenken haben, wollten den Kindern was Böses…
        Gewisse Kreise reden den Kids seit eineinhalb Jahren ein, dass sie leiden!
        Dann werden sie auch leiden!
        Ihr erzieht Euch „Jammerlappen“ statt aufrecht gehende junge Leute, die wissen, dass sie auch mit Krisen fertig werden, dass sie auch in schwierigen Zeiten klar kommen, dass sie sich anpassen können, gute Wege zu finden in der Lage sind!

        Und am Ende höre ich schon wieder die Wirtschaft, die lamentiert, dass die Auszubildenden heutzutage dauernd leidend und krank sind… dazu hat die Gesellschaft sie in den letzten eineinhalb Jahren ziemlich konsequent erzogen.
        Ausnahmen bestätigen die Regel – es gibt durchaus Familien und Kinder/Jugendliche, die sehr gut und unbeschadet und ohne eingeredetes Leiden durch diese Zeit kommen.

        NEIN, ich will damit nicht behaupten, dass KEIN Kind unter der Situation leidet.
        Solche gibt es, solche gab es aber auch immer und um solche hat sich schon immer niemand ausreichend gekümmert, weil Soziales und Bildung immer Stiefkinder der Politik waren und sind. Es macht aber auch keiner Anstalten, sich jetzt besonders um diese Kinder zu kümmern. Da ist dann kein Personal für da.
        Die Schulen sollen es am Ende nicht nur gewesen sein, sondern auch noch rausreißen wie alles, was in der Gesellschaft schief läuft.
        Schule ist wirklich ein dankbarer „böser Bube“ – die Lehrer dürfen sich nicht wehren, müssen machen, was man ihnen sagt – und sei es noch so unsinnig.

        Wollen wir wirklich, dass das unsere Zukunft ist?

        Luftfilter hätten von Anfang an helfen können, das Problem viel kleiner zu halten.
        Hätte man angemessen gehandelt, müssten die Kids weder frieren noch glauben, dass man sie in der Pandemie vergessen hätte…

        Ich bin nur noch sauer!
        Gehöre auch zu den „Schwarzmalern“, die eine weitere heftige Welle auf uns zulaufen sehen, die wieder geschlossene Schulen kommen sehen.
        Und wenn sie nicht geschlossen werden, werden sie sich selbst schließen, weil immer mehr Kinder krank sind und dann auch immer mehr Lehrer – geimpft oder nicht.
        Derweil zieht sich die Gesellschaft hinter Bildungslücken zurück: Was ich nicht weiß (wissen will) beunruhigt mich nicht…
        Gerade was die Naturwissenschaften angeht, rächt sich das jetzt: Erschreckend viele Erwachsene haben keine Ahnung, was ein Virus ist – auch nach so vielen Monaten Aufklärung noch nicht.
        Ob das wohl daran liegt, dass in Schulen viel zu wenig über das Leben, statt dessen viel zu viel über Noten geredet wird?
        Wie kann es sein, dass ganze Generationen immer noch glauben, dass alles sei harmlos und bliebe harmlos?
        Wie kann es sein, dass Leute immer noch erstaunt tun, wenn sie auf mögliche Mutationen hingewiesen werden, dass sie keinen Zusammenhang zwischen Masseninfektionen und Erbgutveränderungen beim Virus erkennen können????

        Die Gesellschaft sollte sich bewusst werden, über was sie gerade entscheidet!
        Meiner Einschätzung nach entscheidet sie über die Gesundheit und (auch finanziellen) Zukunft der Jüngeren, ohne diese wirklich in Entscheidungsvorgänge einzubeziehen, ihnen das intellektuelle Rüstzeug dafür zur Verfügung zu stellen.
        Das, was Politiker (und o.g. Elternvertreter) unter „Einbeziehen“ verstehen, ist m.E. bestenfalls ein Interview mit Suggestivfragen, um zu suggerieren, dass die Schüler alle ganz dringend ohne Schutz in der Schule sitzen möchten und unter allen anderen Szenarien ganz furchtbar leiden würden!!!

        Die junge Generation ist zu mehr Empathie in der Lage – ihrer eigenen wie den anderen Generationen gegenüber. Man sollte es ihnen zutrauen!

      • Der WDR … Wahrscheinlich hat er heute wieder den unvermeidlichen Beitrag gesendet , in dem ein glückliches Kind verkündet , dass es endlich seine Freunde wiedersehen darf . Als ob Treffen in den Ferien verboten wären … Ich höre mir den Unsinn nicht mehr an . Und was war der WDR einstmals für ein stolzer Sender , gegen den die CDU Sturm lief . Der sogenannte “ Westdeutsche Rotfunk “ . Man sollte aber die Gerissenheit von Yvonne Gebauer nicht unterschätzen . So blamieren wie Holter und Ramelow will sie sich sicher nicht : Erst großkotzig abschaffen , dann kleinlaut wieder einführen . Und wir erinnern uns ans letzte Mal : Da haben die Schulen darum gebeten , trotzdem Masken zu tragen . Und bei mir haben es 90 % der Schüler auch gemacht …

    • Nein, nein, und nein! Nicht müde werden! Hallo!! Es geht um einziges, was wirklich einen Wert hat!

      GESUNDHEIT UND LEBEN DER KINDER UND MENSCHEN!

      Die, die keine oder eine Ahnung haben, egal, TROTZDEM, man muss SIE schützen!

      Und reden, schreien, ganz LAUT, immer wieder!

  2. Welcher Präventionsweg? Oder meint die Dame Infektionsweg?
    Es gibt an Schulen keine Masken, keinen Abstand und nur aufgeweichte Quarantäneregeln. Selbst dreimalige Tests pro Woche sind nur effizient, wenn das Gesundheitsamt umfassende Quarantäne verhängt. Sonst kann man sich diese Testkosmetik sparen.

  3. Gew: Hallo I bims, eins Interessensvertretung der Lehrer vong Ding her.

    Ganz ehrlich, wie man dort organisiert sein kann erschließt sich mir immer weniger. Auf die ganze Geschichte passt übrigens das neue Jugendwort: Die GEW ist einfach nur cringe.

  4. @Redaktion
    Obwohl ich es schlimm finde, wie in Thüringen trotz der extrem steigenden Zahlen weitergemacht wird, als wäre nichts, muss ich den Satz mit den komplett gestrichenen Schnelltests etwas korrigieren.
    Thüringen hat die Schnelltests in der Basisstufe „Grün“ komplett gestrichen. In Warnstufe 1 und 2 gibt es ein Testangebot. In Warnstufe 3 gibt es verpflichtende Tests zweimal wöchentlich.
    Da es keinen einzigen Landkreis mehr in Phase Grün gibt, gibt es zumindest wieder ein Testangebot. Ein Landkreis (Kyffhäuserkreis) ist in Warnstufe 3, da müsste es wieder verpflichtende Tests geben. Ich denke, wenn man in allen Phasen dreimal verpflichtend getestet und Quarantäne konsequent verhängt hätte, wären die Inzidenzen nicht so explodiert.

    https://bildung.thueringen.de/fileadmin/2021/2021-10-04_Corona-Regelungen_Schule.pdf

  5. „Als Begründung führt die GEW-Vorsitzende dem Bericht zufolge die hohe Impfquote unter Lehrkräften an.“

    Da hat es jemand nicht verstanden.

    Mal als Beispiel unser Stadtkreis: In der Zeit vom 12.10.-18.10. waren 30,1% der Infizierten geimpft. Ein Monat davor (13.9-19.9) waren 15,2% der Infizierten geimpft. Meist werden solche Daten erklärt mit „Wenn mehr Leute geimpft sind, dann infizieren sich auch mehr Geimpfte“. Klingt erstmal logisch. Die gleiche Statistik zeigt aber: Am 14.9. waren 130365 Menschen im Stadtkreis vollständig geimpft. Zahlen für Mitte Oktober gibt es noch nicht, aber da der Stadtkreis gerade einmal 188000 Einwohner hat, können es nicht doppelt so viele sein (Ende September, also 2 Wochen später, waren nur etwa 3000 Menschen mehr vollständig geimpft, also werden es nochmal zwei Wochen später auch nicht viel mehr gewesen sein).

    Quelle: https://www.hagen.de/web/de/hagen_de/01/0111/011109/statistiken.html

    Man sieht an den Daten also, dass die Impfdurchbrüche sehr deutlich zunehmen. Vermutlich korrelieren diese Zahlen mit der Impfquote von ca. 6 Monaten davor – zumindest legen dies die Erfahrungen aus Isreal, wo früh viel geimpft wurde, nahe.

    Die meisten Lehrer wurden – zumindest bei uns im Stadtkreis, wo sehr vorbildlich vorgegangen wurde – ziemlich zeitig geimpft. Bei den meisten dürften diese sechs Monate jetzt rum sein.

    Damit wird der Nutzen der „hohen Impfquote unter Lehrkräften“ mit jedem Tag geringer. Wenn man hier nicht sehenden Auges in eine Katastrophe steuern will, muss man so schnell wie möglich Lehrkräften den niedrigschwelligen Zugang zur Drittimpfung anbieten.

    Noch scheinen diese Impfdurchbrüche für die Betroffenen meist nicht so schlimm zu verlaufen, aber gerade in der Schule ist eine Lehrkraft, die womöglich unwissentlich infiziert ist und wegen „geimpft“ nicht getestet wird, natürlich keine gute Idee. Gleiches gilt für die Familie der Lehrkraft…

  6. Interessantes Interview am WE mit Alexander Kekulé, der wenigstens klar ausspricht, was gerade abläuft ( egal, ob man ihn mag oder nicht):
    K:“ Wir werden eine Welle der Geimpften bekommen. Der Impfschutz bezüglich der Ansteckungsfähigkeit beträgt gegen die Delta-Variante nur 50 bis 70 Prozent, bei Astrazeneca eher noch weniger. Das heißt, drei bis fünf Menschen von zehn, die geimpft wurden, können sich infizieren und das Virus auch weitergeben.….
    Ja, jemand, der geimpft ist, ist weniger ansteckend. Und auch kürzer ansteckend. Das heißt aber trotzdem: Wenn viele Menschen völlig unkontrolliert das Virus verbreiten, dann kriegen Sie eine massive Welle der Geimpften.

    F:Ist diese Welle nicht unproblematisch? Geimpfte erkranken ja in der Regel nicht schwer.

    K:Sie infizieren dann die Kinder durch, die noch nicht geimpft werden können. Und das passiert ja gerade in den Schulen, mehr oder minder vorsätzlich. Ich finde, das hätte man vielleicht etwas offener kommunizieren können.”
    Zu lesen hier:
    https://www.n-tv.de/wissen/Wir-werden-eine-Welle-der-Geimpften-bekommen-article22873906.html

  7. Da der Präventionsweg leider nicht konsequent beschritten wird, werden die Schulen im Umkehrschluss dann wohl leider alsbald wieder auf Distanzunterricht gehen müssen?

    Die Intensivmedizin wird es sicherlich aus der Not heraus wieder einfordern müssen, den Infektionsdruck zu stoppen. Die Frage ist nur bis zu welchem Zeitpunkt sie die Durchseuchung „abarbeiten“ kann. Auf den Intensivstationen werden derzeit überwiegend Ungeimpfte vor allem im mittleren Alter und einige Impfdurchbrüche von überwiegend Älteren wegen Covid-19 behandelt. Es sind längst nicht mehr vorrangig die Hochbetagten, die vom Virus bedroht sind, sondern die jüngeren Ungeimpften, wovon es noch reichlich gibt in der BRD. Der R-Wert ist jenseits von 1,1 und damit schreitet die Durchseuchung voran. Vielleicht zügiger als man es eigentlich will und das Gesundheitssystem es verkraften kann?

    Irgendwann wird die Dynamik vermutlich unbeherrschbar werden, dann kommt man mit der Wiedereinführung von ein bisschen Maske und Tests und Lüften in den Schulen nicht mehr schnell genug bei. Das einzige Mittel, die Intensivstationen zu entlasten, liegt in der Erhöhung der Impfquote … gesamtgesellschaftlich und somit auch in den Schulen! Aber wozu über die Impfung reden, wenn man doch in (oder über?) Schulen die Durchseuchung längst gestartet hat? Die Schutzmaßnahmen mussten und müssen weg, nicht, weil die Kinder so gar nicht damit klarkämen, sondern damit die Durchseuchung der Kinder (und damit auch die gesamtgesellschaftliche) zügiger voranschreiten kann. Man zwingt den Kindern die zum Teil noch ungewissen Risiken einer Covid-19-Infektion erbarmungslos auf, verspricht ihnen wohlwollend Wiedergutmachung für frühere Unannehmlichkeiten zum Schutz der Älteren durch das Fallenlassen der für sie ach so lästigen Schutzmaßnahmen und sogar Vollpräsenz unabhängig von der Infektionsslage. Die Schutzmaßnahmen könnten allerdings sogar mit reinem Gewissen sowieso weg und Vollpräsenz könnte wirklich sogar glaubwürdig sichergestellt werden, wenn die Kinder geimpft wären. Man hätte das Risiko für eine natürliche Infektion und ihre Folgen für die Kinder reduziert und die Kinder könnten sich in der Schule wirklich wieder okay fühlen, was ihnen auf dem jetzt eingeschlagenen Weg seltenst gelingen dürfte. Stattdessen bekommen sie mit, dass die Durchseuchung der ungeimpften Bevölkerung eine abermals hohe Todeszahl mit sich bringen wird und vielleicht erfahren sie es sogar am eigenen Leibe im eigenen Familienkreis!

    Ich verstehe es nicht! Da hat man das probate Mittel der Impfung an der Hand, zumindest bisher wenigstens für alle Ü12 (sogar mit STIKO-Empfehlung) und ist nicht in der Lage, der Bevölkerung klarzumachen, dass die Impfung der sicherste, beschränkungsfreiste, gesündeste, unkomplizierteste und lebensbejahenste Weg ist und das verantworten diese Kinderärzte, die immer wieder betonen, wie harmlos das Coronavirus in der Regel für Kinder ist und wie unnötig die Schutzmaßnahmen sind, mit!

    Viele Menschen werden im Zuge der jetzigen Durchseuchung ihr Leben verlieren, weil man gesamtgesellschaftlich nicht erreicht hat, der Impfung ihren verdienten Stellenwert einzuräumen! Es ist so viel falsch gelaufen, auch die STIKO hat mit ihrer späten Impfempfehlung für die Kinder dazu beigetragen, dass sich der Wert und die Dringlichkeit einer Covid-19- Impfung gesellschaftlich nicht richtig durchgesetzt hat bei den Jüngeren. Vertrauensverluste konnten nicht mehr gutgemacht werden, Longcovid und PIMS sind bisher nur zu wenig bewusst wahrgenommene und runtergespielte Randthemen geblieben!

    Es könnte alles so einfach sein … alle, die können, wären bereits geimpft … die Kinder U12 bis zur Impfstoffzulassung durch mobile Luftfilter und dem Nötigsten geschützt … stattdessen muss man sich erneut – auch geimpft – mit so einer unsicheren, allgemeinen Bedrohungslage belasten und in Zukunft bei Hochinzidenzen zittern und bangen und hoffen, dass man nicht noch irgendwas Ernstes neben Corona bekommt, wofür es dann keine adäquate medizinische Versorgung bei Voll- oder Überbelastung der Krankenhäuser mehr gibt! Fehlt dann nur noch eine impfstoffresistente Mutation, der man nicht so schnell beikommen kann…dann hat man diese derzeitige Chance des Sieges mit einem zurzeit sehr wirksamen Impfstoff über das Virus vertan und alles beginnt von vorn.

  8. Die Jammerlappen sind auch viele Erwachsene- nichts mehr bereit auszuhalen und Hauptsache ICH. Früher hieß es „Hart wie Kruppstahl“ (war zwar auch übertrieben), aber warum muss es denn immer ins andere Extrem „weich wie Perwoll“ kippen? Warum können sich viele nicht mehr zusammenreißen? Party machen, Fußballgucken Urlaub scheint das größte Bedürfnis der Jugend und Junggebliebenen zu sein. Und vor vielem die Augen verschließen oder alles besser wissen noch dazu.
    Dieses Verhalten wird uns nicht nur bei Corona auf die Füße fallen, fürchte ich.

  9. Finnern: »Wird der Präventionsweg weiter konsequent beschritten, können die Schulen geöffnet bleiben.»
    Würde man das Wörtchen „weiter“ streichen, könnte der Satz passen.
    Beim verrräterischen „weiter“ fragt man sich, ob Frau Finnern in ihrer hohen Vorstandsetage den Blick auf die Realitäten unten an der „Basis“ verloren hat.
    Das ging ganz schön schnell.
    Um „weiter“ in der Vorstandsetage zu sitzen, muss die Brille wohl ziemlich rosarot eingefärbt sein.
    Ein „Weiter so“ möchte man der Dame nicht attestieren.
    Einfach mal die Brille putzen.

  10. MONTAG, 25. OKTOBER 2021
    Coronavirus-Liveticker
    +++ 09:29 Karliczek: Masken im Unterricht belasten Kinder +++

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, sie könne es nachvollziehen, dass vielerorts an den Schulen die Maskenpflicht aufgehoben worden sei oder nun aufgehoben werde. Das Tragen von Masken beeinträchtige den normalen Unterricht und sei für die Schüler belastend. „Allerdings sollte bei einer Lockerung der Maskenpflicht weiter oder sogar vermehrt in den Schulen getestet werden“, mahnt auch Karliczek. „Das gilt gerade in der Zeit nach den Herbstferien.“ Wenn die Inzidenz wieder deutlich steige, „könnte vor Ort über eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in den Schulen nachgedacht werden“.

    https://www.n-tv.de/panorama/09-29-Karliczek-Masken-im-Unterricht-belasten-Kinder–article21626512.html

    Noch so ein blöder Kommentar. Kommt von der Frau eigentlich auch mal was Konstruktives zum Thema Infektionsschutz???
    Die Inzidenz steigt seit Wochen. Bei den SuS ist sie exorbitant hoch. Wo lebt die Frau? Bis wohin soll die Inzidenz noch steigen?
    Schon mal was von Impfdurchbrüchen gehört, von denen die LuL zunehmend betroffen sein werden, wenn das Virus über Stunden in den Räumen ungehindert zirkuliert?

    • „Das Tragen von Masken beeinträchtige den normalen Unterricht und sei für die Schüler belastend.“

      Ja und? Die SuS haben das jetzt so lange durchgehalten, sollte man da nicht noch die paar Wochen durchhalten, bis es einen zugelassenen Impfstoff auf für U12 gibt? Dann gibt es immerhin eine weitere Schutzmöglichkeit… diese sollte man wenigstens abwarten, ehe man den derzeit wirksamsten (wenn auch längst nicht ausreichenden) Schutz einfach mal streicht.

      • Leider geht es in Thüringen mit dem Impfen der SuS über 12 genauso langsam vorwärts wie bei den Erwachsenen. In unserem LK liegt die Impfquote insgesamt knapp über 50%. Wirklicher Infektionsschutz im Klassenraum kommt so nicht zustande, viele Eltern sind ungeimpft und lassen auch ihre Kinder nicht impfen. Zumal ja auch noch Test- und Maskenpflicht gestrichen wurden. Kommt erst wieder in Phase Rot, und da wandern viele LK dank der bisher extrem laschen Schutzmaßnahmen auch ganz schnell hin.

  11. „Party machen, Fußballgucken Urlaub scheint das größte Bedürfnis der Jugend und Junggebliebenen zu sein. Und vor vielem die Augen verschließen oder alles besser wissen noch dazu.“

    Ja, die Freigeimpften…

  12. Um es mal mit Albert Einstein auszudrücken:

    “ Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null.
    Und das nennen sie dann Standpunkt“.

  13. Die Strategie liegt doch auf der Hand. Nachweislich sind bei Kindern und Jugendlichen die schweren Verläufe extrem selten. Die Alten und gefährdeten sind weitgehend durchgeimpft. Nichts steht also einer flächendeckenden Durchseuchung mehr entgegen, ohne dass das Gesundheitssystem zusammenbricht. Die Impfverweigerer, die auf den ITS landen oder dran sterben, sind selbst schuld. Die Kosten, die sie der Allgemeinheit verursachen, werden wir verkraften. Im Frühjahr ist der Corona-Spuk vorbei bis zur nächsten Pandemie.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here