Unterrichtsstart in Niedersachsen – mit Debatte um Maskenpflicht im Unterricht

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HANNOVER. Nach zwei Wochen Herbstferien beginnt für die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen wieder der Alltag. Viel ändert sich an den Corona-Regeln nicht – zunächst jedenfalls. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte warnt davor, die Maskenpflicht im Unterricht wie in anderen Bundesländern abzuschaffen.

Quarantäne gilt in Berlin künftig nur noch für nachweislich infizierte Kinder. Foto: Shutterstock

Der Schulunterricht nach den Herbstferien in Niedersachsen wird am Montag mit Maskenpflicht für die meisten und mehr Tests in der ersten Woche starten. Nach Angaben einer Regierungssprecherin müssen die meisten Schülerinnen und Schüler im Unterricht eine Maske tragen – die Jahrgänge eins und zwei müssen dies nicht tun. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte verteidigte das Tragen von Corona-Schutzmasken auch im Unterricht als kleineres Übel angesichts steigender Infektionszahlen.

Laut der Regierungssprecherin müssen sich Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche nach den Herbstferien jeden Tag testen, wenn sie noch nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Danach soll die Testung wieder dreimal wöchentlich sein. Rund 54 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts einmal gegen das Coronavirus geimpft, etwas weniger als die Hälfte ist demnach vollständig geimpft.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass die Maskenpflicht bei den Jahrgängen drei und vier als nächster Schritt wegfallen soll. Entschieden ist dies jedoch noch nicht. Die derzeitige Corona-Landesverordnung, die auch die Regelungen zum Schulalltag beinhaltet, ist noch bis zum 10. November gültig. In anderen Bundesländern hatten sich die Regelungen zur Schule jüngst verändert, wie etwa in Schleswig-Holstein. Dort müssen Kinder und Jugendliche von November an keine Maske mehr am Platz tragen.

«Die kalte Jahreszeit steht bevor und das ständige Öffnen der Fenster bei Kälte ist auf Dauer nicht gesundheitsfördernd»

«Niedersachsen ist gut beraten, die bisherigen Schutzmaßnahmen – dazu gehört auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Schulen – nicht zu früh auszusetzen, wie es in einigen Bundesländern mit zum Teil hohen Inzidenzwerten zurzeit geschieht», mahnte Torsten Neumann, der Vorsitzende des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte. Die Maske bedeute einen effektiven Schutz vor weiteren Ansteckungen – und sei «das kleinere Übel». Er beklagte allerdings, an vielen Schulen fehlten noch immer effektive Luftfilteranlagen, hier müsse dringend nachgesteuert werden: «Die kalte Jahreszeit steht bevor und das ständige Öffnen der Fenster bei Kälte ist auf Dauer nicht gesundheitsfördernd.»

Neumann warnte: «Angesichts der stark ansteigenden Infektionszahlen sollten wir weiterhin auf Nummer sicher gehen und das bisher Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.» dpa

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