Anders als Brandenburg: Berlin zieht Weihnachtsferien nicht vor. Präsenzpflicht bleibt.

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BERLIN. Bei den Corona-Maßnahmen stimmen sich Brandenburg und Berlin in der Regel eng ab. Beim Thema Schulen geht Berlin aber nun einen anderen Weg als das Nachbarland. Das betrifft die Präsenzpflicht – und die Weihnachtsferien. Noch-Bildungssenatorin Sandra Scheeres verweist darauf, dass die Inzidenzen in Brandenburg ja auch höher seien als die in Berlin. Was sie nicht sagt: Die Bundeshauptstadt weist für Fünf- bis 14-Jährige aktuell einen Wert von 840 aus. 

„Ich möchte das nicht bewerten“: Berlins Noch-Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Foto: SenBJF/Reto Klar

Trotz der aktuellen Pandemie-Entwicklung soll es in Berlin anders als in Brandenburg keine früheren Weihnachtsferien geben. Auch die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler soll bestehen bleiben. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung wies am Mittwoch darauf hin, dass Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) schon Ende Oktober den 23. Dezember zum unterrichtsfreien Tag erklärt habe. Die Weihnachtsferien beginnen am Tag darauf und enden am 3. Januar. Weil bestimmte Feiertage auf das Wochenende fallen, sind die Ferien in Berlin in diesem Jahr besonders kurz.

In Brandenburg werden die Weihnachtsferien vorgezogen. Sie beginnen am Montag, 20. Dezember, und nicht am 23. Dezember. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen wird an den Schulen in Brandenburg außerdem die Präsenzpflicht von Montag an aufgehoben. Scheeres sagte dazu in der «Berliner Zeitung»: «Ich möchte das nicht bewerten. In Brandenburg gibt es noch einmal deutlich höhere Inzidenzen als in Berlin.»

Sie sei in den vergangenen Tagen von Schulleitern immer wieder beschworen worden, an der Präsenzpflicht festzuhalten, sagte Scheeres. Zum Thema Schulschließungen und Wechselunterricht sagte die SPD-Politikerin, die dem neuen Senat nicht mehr angehören wird: «Wir wollen das nicht. Und wieso sollte man eine Schule in den Wechselunterricht schicken, an der es keine oder kaum Positivfälle gibt.»

«Diese Diskussion, dass man dann auch wieder über Schulschließungen redet, sehe ich kommen»

Auch der Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektorinnen und Oberstudiendirektoren des Landes Berlin (VOB), Arnd Niedermöller, hat sich gegen eine Rückkehr zum Wechselunterricht ausgesprochen: «Die Schulen müssen offen bleiben, wir müssen Wechselunterricht um jeden Preis vermeiden», sagte er der Tageszeitung «taz».

Angesichts der Pandemie-Entwicklung rechnet Niedermöller bis Weihnachten mit einer Situation, in der schärfere Maßnahmen als bisher beschlossen werden müssen. «Diese Diskussion, dass man dann auch wieder über Schulschließungen redet, sehe ich kommen.» Der Verbandsvorsitzende wandte sich auch dagegen, die Präsenzpflicht wieder aufzuheben. «Das wäre nicht gut. Damit hängen wir die Jugendlichen, die Probleme haben, ab», sagte der Schulleiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Berlin-Lichtenberg.

In Berlin ist die Corona-Inzidenz weiterhin hoch. Nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen lag sie bei 348,6 und damit auf dem gleichen Niveau wie am Tag davor (349) – unter Kindern und Jugendlichen ist sie besonders hoch: 840. News4teachers / mit Material der dpa

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9 KOMMENTARE

  1. «Wir wollen das nicht. Und wieso sollte man eine Schule in den Wechselunterricht schicken, an der es keine oder kaum Positivfälle gibt.»

    «Die Schulen müssen offen bleiben, wir müssen Wechselunterricht um jeden Preis vermeiden»

    die Präsenzpflicht wieder aufzuheben. «Das wäre nicht gut. Damit hängen wir die Jugendlichen, die Probleme haben, ab»

    Danke, ich habe keine weiteren Fragen. Es ist offensichtlich so, dass ich als einziger bereits frühere Covid-Wellen irgendwo erlebt habe und die Maßnahmen des Gegensteuerns und ihre Wertigkeit im Kopf habe. – Ergo: Ich bin ein Außerirdischer oder hochbegabt (das wäre ebenfalls außerirdisch) oder ich halluziniere. Wobei es hier offensichtlich noch mehr von meinem Stern gibt, faszinierend.

    • «Die Schulen müssen offen bleiben, wir müssen Wechselunterricht um jeden Preis vermeiden»

      Statt

      Wir müssen erkrankte und sterbende Kinder um jeden Pres vermeiden!

  2. War doch klar, dass es auch in diesem Punkt keine einheitliche Linie der KuMis geben würde. Alle also raus aus dem Virenpool rein ins Zuhause mit Eltern, Großeltern… Fröhliches Viruswichteln…
    Man hätte ja nicht die Ferien vorziehen müssen, aber in den Distanzunterricht wechseln können.

  3. Tolle Entscheidung! Gratulation.

    Am 22. können die lieben Kleinen sich noch reichlich mit Viren eindecken und dann ab in die Weihnachtsferien.

    Kinder sind ja bekanntlich eh symptomlos. Mit zwei Tagen Vorlauf bis zum Heiligen-Abend hat dann auch kein Schnelltest eine Chance.

    Enges Programm.

    Heiligabend: Oma und Opa väterlicherseits infizieren.

    Am ersten Feiertag dann schnell die Großeltern mütterlicherseits mit Corona fluten.

    Dann bleibt ja noch der zweite Feiertag um alle Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen mit einem baldigen Besuch auf der Intensivstation zu beschenken.

    So werden wir wieder Weltspitze und schlagen sogar Brasilien bei den Infektionszahlen.

  4. Macht die Schulen endlich zu oder wir behalten unsere Kinder so Zuhause und von mir aus gehe ich in die Schulden aber ich zahle nicht ein Cent.

    • Das sehe ich ganz genauso. Wir sollten endlich aufhören uns diesem ganzen Zwang zu widersetzen. Impfungen wirken nicht wie es versprochen wurde. Es wird immer von Belastung gesprochen wenn unsere Kinder zu Hause lernen. Aber über die Belastung in den Schulen, Maske tragen, testen immer mit der Sorge verbunden positiv zu sein und somit ausgegrenzt zu werden und das an 3 Tagen die Woche plus frieren Dank offener Fenster stellt ebenfalls eine Belastung dar. Aber unsere Politiker wollen nicht über den Tellerrand hinaus schauen. Berlin sollte sich ein Beispiel an Brandenburg nehmen. Es stellt ein großer Problem dar wenn jeder machen kann was er will.

  5. „ Auch der Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektorinnen und Oberstudiendirektoren des Landes Berlin (VOB), Arnd Niedermöller, hat sich gegen eine Rückkehr zum Wechselunterricht ausgesprochen: «Die Schulen müssen offen bleiben, wir müssen Wechselunterricht um jeden Preis vermeiden», sagte er der Tageszeitung «taz».“

    Dass kann wohl daran liegen, dass Niedmüller und sein Kollegium geringe Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien haben. Gerade an den Gymnasien ist es vom Schülerklientel möglich auf Distanzunterricht/Wechselunterricht umzusteigen.

    Es ist ärgerlich, dass in Berlin die digital wenig erfahrenen Lehrkräfte den Ton angeben können.

  6. Es wurde in den letzten Wochen schon so viel geschwurbelt.
    Inzwischen haben wir mehr als 100.000 Covid-Tote in Deutschland, und pro Woche kommen gerade 2.000 dazu. Tendenz steigend!
    Krematorien dürfen Überstunden schieben und Patienten werden ausgelagert. Super für die Angehörigen, die sich dann doch nicht mehr verabschieden können, da der Weg zu weit ist!

    Kommt endlich mit den Boostern in die Pötte und schaltet euer Gehirn ein, Politiker!

    • Über 300 Covid-Tote pro Tag! Das ist so, als würde täglich ein Großraumflieger über Deutschland abstürzen! Merkt ihr noch was?

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