Künftige Bundesbildungsministerin: Schulschließungen nur absolut letztes Mittel

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Die designierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will eine stärkere Beachtung der Rechte von Schülern in der Corona-Pandemie. «Das Bundesverfassungsgericht hat heute erstmalig ein Recht auf Bildung anerkannt. Damit einher geht im Falle von Schulschließungen eine digitale Unterrichtspflicht», teilte Stark-Watzinger am Dienstag mit.

„Uns besorgt, dass die Lernlücken in Deutschland besonders groß ausfallen“: Bettina Stark-Watzinger. Foto: privat

Das Gericht habe den Belangen der Schülerinnen und Schüler eine besondere Bedeutung zugemessen, die die Politik künftig stärker berücksichtigen müsse. Es habe deutlich gemacht, dass Schulschließungen einen schwerwiegenden Eingriff in das Recht auf Bildung seien. «Uns besorgt, dass die Lernlücken in Deutschland besonders groß ausfallen und sich die Kinder- und Jugendpsychiatrien füllen», so Stark-Watzinger. «Deshalb müssen Schulschließungen das absolut letzte Mittel in der Pandemiebekämpfung sein. Mit Impfungen, Masken und Tests stehen mildere Maßnahmen zur Verfügung.» dpa

Kommt die Bundesnotbremse zurück? Karlsruhe billigt Schulschließungen im Grundsatz

 

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Susisorglos
5 Monate zuvor

…. Ups, kleine Ergänzung / folgende „mildere“ Maßnahmen doch glatt vergessen: Luftfilter und Wechselunterricht!

Pälzer
5 Monate zuvor

Das kann ich von den Erfahrungen unserer Schule her bestätigen. Masken sind lästig, aber es geht, man kann unterrichten. Aber der Fernunterricht war für zu viele Kinder fast nutzlos.

Ich_bin_neu_hier
5 Monate zuvor

«Deshalb müssen Schulschließungen das absolut letzte Mittel in der Pandemiebekämpfung sein. Mit Impfungen, Masken und Tests stehen mildere Maßnahmen zur Verfügung.» – Das ist die typische Juristen-Denkweise: Ja, es gibt mildere Mittel. Man sollte aber auch fragen, ob diese Mittel wirken. Die Antwort lautet nämlich aktuell: Nein – denn die Inzidenzen unter Kindern & Jugendlichen steigen ja munter weiter an.

– Impfungen: bis vor kurzem nicht für 5-12jährige Kinder verfügbar; die Impfungen in dieser Altersgruppe laufen erst an und werden die Inzidenz in dieser Altersgruppe nicht rechtzeitig signifikant beeinflussen können, bevor die aktuelle Welle diese Altersgruppe (und deren Eltern) vollständig im Griff hat (das ist schließlich aktuell schon der Fall)
– Masken: bis vor kurzem in nicht wenigen Bundesländern nicht oder nur teilweise in den Schulen verbindlich vorgeschrieben
– Tests: detektieren (bestenfalls) Infektionen; verhindern weitere Ansteckungen aber nur, wenn als Reaktion auf positive Testergebnisse die Infektionsketten konsequent unterbrochen werden (auch und gerade in den Schulen, die Zahl der Schulausbrüche nimmt bekanntlich deutlich zu)

Was wurde von Frau Stark-Watzinger nicht erwähnt?
– Kontaktnachverfolgung: viele Gesundheitsämter sind bereits überlastet; teilweise ist die Kontaktverfolgung in Schulen offenbar auch politisch nicht erwünscht: „Schulische Kontaktpersonen der Infizierten müssen fortan nicht mehr ermittelt und in Quarantäne geschickt werden.“
QUELLE: https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/kultusminister-grant-hendrik-tonne-prasenz-sichern-gesundheit-schutzen-206191.html
– Quarantäne: stringente Quarantänemaßnahmen an Schulen sind aus politischer Sicht problematisch, da die Klassen sich dadurch leeren würden, was bei den derzeitigen Inzidenzen einer Schulschließung durch die Hintertür nahe käme (oder zumindest einem unfreiwilligem „Wechselunterricht“ – jeder landet abwechselnd mal zu Hause in Quarantäne). Außerdem wäre das subjektive Gefahrenbewusstsein der Kinder und Eltern insgesamt wahrscheinlich höher UND die Debatte würde aufgrund der viel größeren Zahl in Quarantäne geschickter Kinder stärker in die Öffentlichkeit getragen.
In Niedersachsen liest sich das dann so (Quelle wie oben). „Damit wird „Testen statt Quarantäne“ zum Regelvorgehen.“
– Lüftung/mechanische Ventilation: damit würde die Dame ja in Erinnerung rufen, dass es in Schulen gerade saukalt ist und dass versäumt wurde, Luftfilter anzuschaffen

Fazit zu den oben angeführten Äußerungen: normales Politiker-Blabla, angepasst an die politischen Ambitionen der betreffenden Person. Für die Pandemiebekämpfung sind diese Aussagen jedoch bedeutungslos.

Jan aus H
5 Monate zuvor

„Mit Impfungen, Masken und Tests stehen mildere Maßnahmen zur Verfügung“

Die reichen in der aktuellen Situation aber nicht mehr aus. Zudem gibt es nach wie vor keine Impfungen von U12-Kindern – die sollen ja erst in einigen Wochen anlaufen.

Also bleiben Masken und Tests. Masken werden nicht überall getragen (und von vielen nicht richtig) und Tests verhindern nunmal keine Infektionen. Sie zeigen nachträglich an, dass es welche gab… für die Betroffenen also zu spät.

Zumindest für U12 gibt es also keine Alternative zur Schulschließung… die sollte so lange dauern, bis alle U12-SuS die Chance (!) hatten, zwei Impfdosen zu bekommen zzgl. den zwei Wochen Wartezeit nach der Zweitimpfung.

Danach kann man dann sagen, dass man mit Impfungen, Tests und Masken WIRKLICH mildere Mittel zur Hand hat.

Mika
5 Monate zuvor

Nun ja, ich konstatiere, dass die bisherigen Maßnahmen wie Impfung, Maske und Test z.B in Brandenburg nichts gebracht haben: die Inzidenzen unter Lehrern und Schülern liegen weiterhin um die 2000. Es ist auffällig, wie sehr bei Bildungsministern Wunsch und Realität auseinanderklaffen. Ist das eigentlich Teil des Anforderungsprofils für diesen Job?

Leseratte
5 Monate zuvor

„+++ 05:29 Karliczek: „Müssen Vorkehrungen für Distanzunterricht verstärken“ +++
Die geschäftsführende Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ruft dazu auf, Vorkehrungen für den sogenannten Fernunterricht zu treffen. Es müsse aktuell alles versucht werden, Präsenzunterricht unter strengen Hygienevorschriften aufrecht zu erhalten, „sofern dies epidemiologisch in den einzelnen Regionen zu rechtfertigen ist“, so die CDU-Politikerin. Man sehe aber auch, dass einige Schulen bereits wieder geschlossen sind und teilweise Wechselunterricht stattfindet. „Es sollten daher auch die Vorkehrungen für einen Distanzunterricht jetzt verstärkt werden.“ Karliczeks designierte Nachfolgerin Bettina Stark-Watzinger hatte sich zuvor gegen Schulschließungen und vorgezogene Weihnachtsferien ausgesprochen.“

https://www.n-tv.de/panorama/08-26–article21626512.html

Aus epidemiologischer Sicht ist uneingeschränkter Präsenzunterricht doch schon lange nicht mehr zu rechtfertigen. Strenge Hygienevorschriften? Ich lach mich kaputt… Keine Luftfilter, keine Abstände, keine Quarantäneanordnungen für Sitznachbarn, Kontaktnachverfolgung nicht möglich und / oder gar nicht gewollt, Waschbecken nicht in allen Räumen, Durchmischung von Klassen(stufen) in Mensa, Bus, AGs, Fremdsprachen, Reli/Ethik, Wahlpflichtfächern, Beratungen und Elternabende in Präsenz, dazu bei uns in Thüringen extrem niedrige Impfquote, zunehmende Zahl an Impfdurchbrüchen bei LuL. Mehr muss man nicht dazu sagen.

Andre Hog
5 Monate zuvor

„Schulschließungen halte sie Stand heute (30.11.) für unangebracht.“ aus einem Kurzartikel der NW Bielfeld

Noch nicht mal im Amt und schon durch Fahrlässigkeit und offensichtliche Unkenntnis / Sorglosigkeit der Situation an unseren Schulen disqualifiziert.

Impfungen für 5 bis 12 jährige noch nicht möglich, „fantastische Hygienekonzepte“ ein absoluter Lachschlager, Makenpflicht z.T. in den BL noch ausgesetzt, galoppierende Infektions— und Quarantänezahlen, Auffrischungsimpfungen für viele KuK noch nicht in Sicht….jepp … aber weitergehende Schutzmaßnahmen hält sie für unangebracht.

Wahrscheinlich hat sie sich im Vorfeld zu diesem Statement im Frühstücksfernsehen von RTL und ntv bei ihrer Parteikollegin und ausgewiesene Schul—und Coronaexpertin Frau Gebauer (NRW) abgesprochen, welchen Sermon sie im TV absondern soll, damit ein stringenteres Bild in der Öffentlichkeit entsteht…und man die Masse der Bevölkerung weiter für dumm verkaufen kann.

Einfach nur noch widerlich…aus dem maximal persönlichen Abstand zur Schule diese Entscheidungen zu fällen und sie auch noch redundant in die Öffentlichkeit zu blubbern, damit die eigene wissenschaftsfeindliche, realitätsferne und unter intellektuellem Totalbankrott leidende politische Position mit allen Mitteln möglichst lange aufrechterhalten wird.

„Mit mir sind verlängerte Weihnachtsferien nicht zu machen!“ hat GEBAUER vor einem Jahr behauptet…dann kamen sie doch — dem Infektionsgeschehen angepasst — und wie es nun mal bei heutigen Politiker*innen ist, sind ihre Äußerungen / Versprechen leider nicht von Bestand…nun ja…sie haben sich halt versprochen.
Wie viele Gesichtsverluste kann ein Mensch in exponierter Position sich leisten? …war hier im Forum die berechtigte Frage bzgl der Gebauer…offenbar unzählige…Integrität ist — wie so vieles andere — ein unerklärliches Fremdwort…Glaubwürdigkeit / credibility im Neusprech hat keinen Wert mehr…und dennoch wundert sich die „politische Elite“ (oh Mann) , dass das Maß der Politikverdrossenheit ins Unermessliche steigt.

Wir werden uns über die daraus entstehende Demokratiekrise noch mächtig wundern.

Mika
5 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

„Intellektueller Totalbankrott“ – das gefällt mir ausgesprochen gut und beschreibt zuverlässig die Ursache für die geistigen Ergüsse unserer KultusministerInnen während der Pandemie. Wenn es nicht so wäre, müsste man ihnen vorsätzliche Körperverletzung im Amt unterstellen, und das will ja keiner, oder?

Mutter im Coronamodus
5 Monate zuvor

Es muss sich um ein Parallel-Universum handeln, in dem sich die gesamte Politikerriege befindet. Die FDP kreist dabei höchstwahrscheinlich am weitesten von uns „Normalos“ entfernt durch den Orbit und hat vielleicht ein paar Dämpfte inhaliert.

IST DAS SO SCHWER???

In den Schulen geht der Corona-Punk ab, ES GIBT KEINE EFFEKTIVEN Infektionsschutzmaßnahmen, denn selbst mit Maske und Dauerlüften ist der Luftaustausch zu gering.
– Abstände – nope.
– Kleine Gruppen – hahaha, nope.
– Luftfilter – ähm, da bleiben mir die Worte im Hals stecken. NOPE.
– Quarantäne für Klassenkameraden – nope, nicht mal für die direkten Sitznachbarn, was
aber sowieso schon nicht ausreichend wäre. Hier lache ich mal kurz hysterisch.
– Tests – jaaa, die Ungeimpften werden getestet, also selber, also vielleicht nicht so ganz
technnisch einwandfrei. Häufig sind die Tests beim Paul-Ehrlich-Institut durch die
Sensitivitäts-Prüfung gefallen, d.h. sie zeigen ziemlich unzuverlässig positiv an, viel zu
selten. Geimpfte werden überhaupt nicht getestet, obwohl sie infiziert und auch infektiös
sein können, ohne es zu bemerken, da meist symptomlos.
TESTS VERHINDERN KEINE INFEKTIONEN !!!
– Impfungen – nochmal hysterisches Lachen, denn: über 12 sind noch lange nicht alle
geimpft, und UNTER 12 NOCH GAR NICHT, dauert ja auch noch. Impfschutz besteht im
Idealfall erst so ab Februar!

Frau Stark-Watzinger, bequemen Sie sich heraus aus Ihrem Parallel-Universum, besuchen Sie eine Woche lang täglich 8 Stunden am Stück Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen (vergessen Sie nicht: Tee, warme Decke, Handschuhe und Mütze, da ist es ÜBERALL saukalt!) und danach reden wir weiter.