Wegen Omikron: Niederlande gehen wieder in den Lockdown, auch die Schulen

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DEN HAAG. Die Niederlande haben kurz vor Weihnachten wegen der Omikron-Variante des Coronavirus einen neuen strengen Lockdown verhängt. Ab sofort müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen und Friseure schließen. Auch Schulen machen dicht.

„Es ist unvermeidlich“: der niederländische Premier Marc Rutte. Foto: Shutterstock / Alexandros Michailidis

Die extrem schnelle Verbreitung der Omikron-Variante zwinge zu diesen harten Maßnahmen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Samstagabend in Den Haag. „Es ist unvermeidlich. Wir müssen eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern.“ Dass die Grundschulen vor Weihnachten nicht mehr öffnen werden, hatte das Kabinett schon vor ein paar Tagen verkündet. Nun gilt dies auch für alle weiterführenden Schulen und Universitäten, und zwar bis zum Ende der Weihnachtsferien – und wahrscheinlich auch darüber hinaus. „Bei allen Unsicherheiten aber bitten wir die Schulen und Bildungseinrichtungen, sich auf Distanzunterricht in der ersten Woche nach den Ferien, also ab dem 10. Januar, vorzubereiten. Wie genau es dann weitergeht, werden wir am 3. Januar entscheiden.“

Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind ausnahmsweise bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten – also bis ins neue Jahr hinein. Eine Ausgangssperre werde es vorerst nicht geben, versprach Rutte. Bisher galt in dem deutschen Nachbarland mit etwa 17,5 Millionen Einwohnern schon ein „Abend-Lockdown“. Die meisten Geschäfte, Gaststätten sowie Kultur- und Sporteinrichtungen mussten um 17 Uhr schließen.

Die Omikron-Variante verbreitet sich nach Angaben der Experten viel schneller aus als bisher erwartet

Das Beratergremium der Regierung hatte wegen der Omikron-Variante dringend zu dem strengeren Lockdown geraten. Es müsse Zeit gewonnen werden, um so viele Menschen wie möglich mit einer Booster-Impfung vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen. Die Niederlande sind im Vergleich zu anderen Ländern mit Auffrischungsimpfungen in Verzug. Die Verschärfungen hatte sich bereits abgezeichnet. Am Samstag waren viele Menschen in den Innenstädten unterwegs, um jetzt praktisch in letzter Minute noch Geschenke zu kaufen.

Die Omikron-Variante verbreitet sich nach Angaben der Experten viel schneller aus als bisher erwartet. In Amsterdam verdoppelt sich die Zahl der Infektionen alle zwei bis drei Tage. Bereits vor Weihnachten werde diese Variante in der Hauptstadt dominant sein, hieß es. Zur Zeit sinkt die Zahl der Neuinfektionen zwar. Doch die Krankenhäuser stehen unter hohem Druck, so dass sie nach Befürchtung der Experten einen weiteren Zustrom von Patienten nicht auffangen könnten.

In den vergangenen sieben Tagen ging die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um etwa 24 Prozent zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei 617. Zum Vergleich: In Deutschland wurden zuletzt knapp 322 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen registriert. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrerverband: Omikron kann wieder zu Distanzunterricht führen – Dänemark schließt deshalb schon seine Schulen

 

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60 KOMMENTARE

  1. Sehr vernünftig.

    Interessant wäre, mit welcher Rechtfertigung die Verantwortlichen bei uns hoffen, dass die Entwicklung in DE nicht ganz genauso ablaufen wird.

    Vermutlich klammert sich da irgendwer an irgendeine abwegige Idee, warum sich Omikron in DE nicht wohlfühlt und hofft infolgedessen, dass man mit „weiter so“ schon irgendwie durchkommt.

    Das kann gewaltig ins Auge gehen… eine exponentielle Entwicklung stoppt man umso einfacher, desto eher man das tut.

    • Es wird sein wie immer, wir werden wieder gar nicht handeln, bis es zu spät ist und alles aus dem Ruder gelaufen ist. Mit unserem aktuellen tollen und von der Ampel gepriesenen Instrumentenkasten haben wir es ja nicht geschafft, die Delta-Infektionszahlen schnell massiv zu drücken, zumal auch der Rückgang zum Teil wohl auf überlastete Gesundheitsämter und Labore und entsprechend fehlende oder verzögerte Meldungen zurückzuführen sein dürfte. Wenn wir bei Omikron auch wieder so zögerlich und halbherzig handeln, wird uns das Ganze extrem um die Ohren fliegen. Mit noch gar nicht abzusehenden Folgen für die gesamte Gesellschaft. Aber vor Weihnachten wollte man wohl das Volk nicht noch mit einem Lockdown konfrontieren und die Feiertage vermiesen. Der mahnende, vorsichtige und vorausschauende Lauterbach war mir lieber als der in der Ampel mit der FDP eingeklemmte… Das dicke Ende wird aber spätestens im Januar kommen, wenn Reiselust und Omikron sich zu einem Infektionsvulkan verbündet haben. Ich würde mich sehr sehr gern irren…

  2. Und wer kümmert sich in den Niederlanden um die Kinder, die jetzt zur Hause sind statt in der Schule? Gelten dort die sonstigen Prinzipien nicht, die bei uns immer geltend gemacht werden (Vereinbarkeit von Familie und Beruf) ? Geht das in den Niederlanden nicht zu Lasten der Kinder aus bildungsfernem Milieu (wie bei uns ständig wiederholt) ?
    Man kann wohl dem unangenehmen Problem nicht davonlaufen, dass hier zwischen zwei schlechten Alternativen zu wählen ist.

  3. In Deutschland wird man versuchen die Schulen ohne jede Alternativkonzepte und ohne jede Vorbereitung auf den Worst Case offen zu lassen, bis es eben nicht mehr geht. Das erschließt sich mir zumindest aus der eben herausgekommenen ersten Stellungnahme des Expertenrates. Dort heißt es:
    „Bei allen Entscheidungen müssen die Interessen besonders belasteter und vulnerabler
    Gruppen, wie beispielsweise Kinder, Jugendliche oder Pflegebedürftige höchste Priorität
    erhalten.“
    Hoffentlich irre mich mich, aber die Übersetzung dieses Neusprechs meint für mich für die Schulen in etwa:
    „Wir geben dem enormen Druck von Lobbygruppen und Verbänden selbstverständlich nach, die Schulen nicht mehr zu schließen und werden Alternativmodelle, wie z. B. den Wechselunterricht, mit dem Hinweis auf das gefährdete Kindswohl, systematisch unterbinden. Das Wohl der vulnerablen Gruppe der Kinder ist auf keinen Fall durch das Virus gefährdet.“

    • @ Elly
      Schön wär’s. Wenn fehlende Hygienefilter, ich nehme an, damit sind mobile Luftreiniger genannt, Grund für einen (schulischen) Lockdown wären, hätte unser Gymnasium längst dicht.
      Bei um die 950 Schülern, zuzüglich Lehrern und anderen Beschäftigten sind das um die 1000 Personen auf wirklich engem Raum, haben wir ganz genau 3 solcher Geräte. Die stehen im großen Versammlungsraum und wurden seitens der Schule mit Mitteln des Fördervereins angeschafft.
      Nein, den Beitrag des Schulträgers, in unserem Fall der Kreis Neuwied, will ich keinesfalls kleinreden, das wäre ja unfair. Die dortigen Verantwortlichen haben äußertst kooperativ genehmigt, dass wir die Dinger betreiben dürfen.
      Wie ich hier und anderswo immer mal wieder lese, landen solche Geräte des öfteren ungenutzt in Kellern oder Abstellkammer, weil sie nach privater Beschaffung eben nicht betrieben werden dürfen und vom Schulträger nicht angeschafft werden. Unsere vergleichsweise (weise kommt mir in diesem Zusammenhang nur schwer über die Tasten) privilegierte Situation verdankt daher Würdigung.
      Tja, da wir uns leider nicht in den NL befinden, bleiben in RLP die Schulen, auch unsere, auf Gedeih und Verderb offen. Nur noch drei Tage bis zu den Ferien, dann hat die Zitterpartie wegen schulisch bedingter Ansteckungen und Quarantänen wenigstens vorerst ein Ende.
      Kurze Verschnaufspause…
      Aber wieso sollte Omikron in Deutschland genauso wüten, wie in den NL und anderen Ländern?
      Hierzulande sind die Schüler bestimmt weniger adipös oder was auch immer, Gründe zur Entwarnung finden sich – wie durchlaufend in dieser Pandemie – mit (wie makaber) Sicherheit!

    • Die Niederlande haben vor allem nicht so brillante Kultusminister, daher müssen die Schulen dort schließen.

      Bei uns wird es so kommen, dass wir in NRW die letzten offenen Schulen in ganz Deutschland sehen werden. Und in BaWü wird man Frau Schopper in vielen Türrahmen hängen sehen, um das schlimmste zu verhindern. Hat sie selbst angekündigt…

      • Also ich glaube ja, die letzten offenen Schulen in Deutschland wird es in Thüringen geben 😉
        Schließlich waren wir auch die Einzigen, die Test- und Maskenpflicht im Unterricht komplett abgeschafft hatten. Außerdem haben wir die mit Abstand bundesweit höchste Hospitalisierungsquote und auch schon seit Tagen die höchste Inzidenz. Da kann man doch noch ein paar Superlative draufpacken…

        • Unser „Bildungsminister“ in TH schafft sicher noch eine Superlative.
          Aber ein klein wenig musste er ja letzte Woche nachgeben. Vermutlich hat er wegen dem Skandal um Hessen und dann noch um das zurückgehaltene Gutachten der Kultusminister zum Thema Schulen und Corona, doch kalte Füße bekommen: 3 Tage Freistellung von der Präsenzpflicht.
          Aber irgendwann fällt der alte Kommunist schon auf die Schn… und der Druck wird so groß, dass er sich endlich in Rente verabschiedet und keinen Schaden mehr anrichten kann.

    • Wenn es danach ginge, @Elly, hätten wir die Schulen schon lange zu. In unsrer Stadt auf der Alb in B-W (gilt auch ausnahmslos für alle Gemeinden und Städte im Landkreis rundum ebenso) hat der Schulträger, schon am Tag nachdem bekannt wurde, dass es nur Bundes-Bezuschussung gebe festgestellt, dass definitiv keine Luftfilter angeschafft würden, weil das zu teuer sei. Also in „meiner“ Stadt: 3 Gymnasien, 3 Gemeinschaftsschulen, 2 Realschulen, 1 Hauptschule und mehrere Grundschulen, alle ohne Filterschutz und mit mehreren tausend Schülern, wären demzufolge sicher ein Grund für einen Schullockdown wie in NL.
      Ham’wer aber nich!

      • “ Hygienefilter“ ist, neben „Bremsscheiben“, Ministersprech für das, was allgemein als „Schülerinnen und Schüler“ bezeichnet wird!

  4. Es ist doch völlig egal, was die Politiker beschließen. Omikron stört das nicht! Es werden täglich 10.000, nein, 100.000 Menschen erkranken, egal ob geimpft, genesen, geboostert oder Coronaleugner! Dann bricht erst einmal alles zusammen, allein aufgrund des hohen Krankenstandes! In den UK kann man das jetzt schon sehen!
    Und wenn dann Omikron durchs Land gerauscht ist und alle die infiziert werden können infiziert hat, dann ist diese Sch***Pandemie endlich vorbei und die WIRKLICH Genesenen haben ihre Normalität zurück! Die anderen? Naja, Schwund war schon immer!
    Sorry, ich bin nicht mehr mütend sondern nur noch müde!

  5. Welch Überraschung: Während der Ferien haben die Schulen geschlossen. Noch wenige Tage und dann haben die meisten Kommentatoren hier genau das, was sie seit Monaten wollen: Geschlossene Schulen in Deutschland. Dies ist zwar bedingt durch die Weihnachtsferien, nur können hier alle für zwei Wochen im Privaten zeigen, was sie tun, um die Pandemie zu bekämpfen. Ich hoffe, jede Familie der Lockdownbefürworter begibt sich in Selbstquarantäne und verzichtet auf Besuche und Ausflüge jeglicher Art. Nur das wäre konsequent.

    • Man hätte aber noch mehr VORHER tun können. Die Kids haben noch einmal drei Tage Zeit, sich das Virus (jetzt bereits auch Omikron) einzufangen und ihre Eltern und Großeltern anzustecken.
      Aber am besten auch die gehen in Selbstquarantäne und lassen sich das Essen von den Kids vor die Tür stellen.
      Ich habe es Ihnen hier schon einmal geschrieben: Ein Junge aus meine Klasse hat seine vorerkrankte und durchgeimpfte Mutter an Corona wegen Corona verloren.

    • Ja, genau das werden wir mit unseren Kindern machen. Keine Verwandten besuchen, keine Ausflüge. Nur in die Natur. Das machen wir übrigens schon länger. Das Risiko ist zu groß. Die Kinder stört das weniger. Auch sie haben verstanden, dass Schule in diesen Zeiten nicht sicher ist.

    • Sag mal, steigt die häusliche Gewalt in den Sommerferien eigentlich auch immer so wahnsinnig an, RV? Müsste man dann die Sommerferien nicht auch verbieten?

      Sorry, ich weigere mich Schulen die Aufgabe aufzubürden irgendeine Rolle in der Bekämpfung häuslicher Gewalt zu spielen. Die Schule soll bilden, nothing else.

      • Sechs Wochen Sommerferien sind mit sechs Monaten Lockdown kaum zu vergleichen und die Zeiten, an denen Schulen rein nur der Bildung dienen, sind schon seit den 90ern vorbei. In Bezug auf häusliche Gewalt geht es im ersten Schritt erst einmal um das Erkennen. Wenn Lehrer ihre Schützlinge ein halbes Jahr nicht zu Gesicht bekommen, fallen körperliche Blessuren wohl kaum auf.

        • Die Schulen sind aber weder für Rundumbetreuung noch als Krankenstationen ausgebaut und besetzt. Die Gesellschaft muss sich schon überlegen was sie will. Marode und minimal besetzte Schulen oder ein räumlich, sächlich und personell vernünftig ausgestattetes Rundumbetreuungszentrum.
          Vielleicht richten Sie Ihre Energie mal auf zweiteres und hören auf, hier billige Polemik zu verteilen.

        • Ja, aber mit Sicherheit haben Schulen seitdem keinen Auftrag erhalten, häusliche Gewalt zu bekämpfen. Und es ist mir egal, ob Schulen zufälligerweise auch einen Beitrag dazu leisten KÖNNTEN, es ist verdammt nochmal nicht ihre Aufgabe! Jeder der dies erwartet, toleriert oder gar fördert unterminiert damit die Kernaufgabe des deutschen Schulsystem und fördert dessen Verfall! Schulen haben nicht die Ressourcen dies zu leisten. Stattet die Jugendämter besser aus, liebe Politiker, wenn euch das Thema häusliche Gewalt ERNSTHAFT interessiert und versucht nicht Schulen auch noch diesen Schuh anzuziehen. Ihr habt das Bildungssystem ohnehin schon beinahe zum Schafott geführt. Gratulation!

    • Nix hast du verstanden Rüdiger. Garnix. Spiel dich hier nur weiter als Retter aller Kinder auf und verdrehe alles was hier geschrieben wird. Unerträglich!

      • Getroffene Hunde bellen am lautesten. Ich habe sehr wohl verstanden und verdrehe überhaupt nichts. Die anhaltenden Schäden bei Kindern durch die Lockdowns sind wissenschaftlich belegt – und hier schreien alle nach mehr davon. Das ist für mich nicht zu ertragen.

        Über die Ferien kann nun jeder von Ihnen zeigen, wie ernst er die Angst vor einer Infektion wirklich nimmt, sprich: Selbstquarantäne, keine Besuche, keine Ausflüge. Sollten Sie sich anders entscheiden, sehen Sie bitte vor weiteren Lockdownbekundungen ab, denn das ist nichts weiter als Heuchelei.

          • Hier bitte.Wir treffen niemanden,wir machen Ausflüge nur in die Natur,wir gehen nicht shoppen oder fressen.Wir können uns verdammt nochmal ein paar Wochen durchaus zusammenreißen und es uns trotzdem schön machen.Darf ich jetzt den ersten Stein werfen,darf ich?Man man man.

        • Deutschland ist das eibzige Land mit Präsenzpflicht.Nach Ihrer Logik muss es ja in allen anderen Ländern unzählige misshandelte,vernachlässigte Kinder geben.Das ist absird.Ubd wie hier schon jemand schrieb,dies zu verhindern,kann nicht Aufgabe der Schulen sein.Und es müssen auch nicht alle mit ihrer Gesundheit dafür bezahlen.Setzen Sie sich für vernünftige Notbetreuung und für die Aussetzung der Präsenzpflicht ein.Fertig.

  6. Was für ein Wahnsinn- zieht Omikron etwa an der guten alten BRD vorbei? Dieser Irrsinn hier in Nds. Mit Aussetzen der Präsenzpflicht hat bei uns an der BBS wilde Blüten getrieben. Das kommt davon, wenn GHT vergisst, dass es nicht nur „Kinder“ im Schulsystem gibt. Da wir keinen DU anbieten dürfen und unsere SL Panik im Bezug auf Bafög-Rückzahlungen verbreitet hat, haben wir teilweise ganze Klassen oder gar keine SuS. Was für ein Wahnsinn. Für 3 Tage an denen nicht mal ein Leistungsnachweis erbracht werden darf. Ich habe einfach keinen Nerv mehr. Man kann einfach nur noch individuelle Entscheidungen treffen, wie man sich dem noch entzieht….

  7. Den Niederlanden kann nur noch eins helfen : Amtshilfe von Mathias Richter und Yvonne Gebauer . Sie machen die holländischen Schulen zu Bremsscheiben und Hygienefiltern . Dadurch verhindern sie , dass eine ganze Generation durch Suizid und Übergewicht ausgerottet wird . Nicht zu vergessen die Gewalt in den Familien . Die Welt beneidet Deutschland um Politiker von diesem Format und dieser Weitsicht : Wir machen nichts und ignorieren die Ergebnisse . Aber wir haben einmalige Sprüche auf Lager : Die “ ausgeklügelten Hygienekonzepte “ zum Beispiel .

    • Sie haben Gebauers „Bremsscheiben“ und „Hygienefilter“, etwas den Rhein flussabwärts haben wir im Westen Hubigs „Multibarrien-System“ und rechtsrheinisch Schoppers „Taschentücher“. Was könnte uns da passieren? Läuft.

      • @S.

        Waruuum iiiist eees aaam Rheeeiiinnn sooooooooooo schöööööööööööööön …?
        Na immerhin DIESES Rätsel ist jetzt gelöst. … Es ist aber auch zum Wein(en).
        😉

  8. Na, hier geht ja schon mächtig die Omikron-Hysterie um. Es gibt jetzt sogar eine „Studie“, wonach es gar nicht milder sei.
    https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/studie-bremst-hoffnung-im-kampf-gegen-die-corona-variante-krankheitsverlauf-bei-omikron-verlaeuft-doch-nicht-milder-li.201488?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR3rBcMwJPKFcm5UKIVwp-jCFlU2zuklWkVP913xpPDfTIco4Ag8A4978DY#Echobox=1639927702

    Allerdings steht da auch: „… aber die Daten zur Krankenhauseinweisung waren zum Zeitpunkt der Studie sehr niedrig.“ Nur das dürfte die Medien/Presse dann wie gewöhnlich vergessen zu erwähnen bzw. ganz hinten, wo keiner mehr liest.

    Gab es das nicht schonmal? Ich glaube, die Presse meldete, dass AstraZeneca für die Alten und Hochbetagten „schlecht“ sei, aber es gab eigentlich nur kaum oder keine Daten zur Wirksamkeit von AstraZeneca bei den Alten und Hochbetagten. Es wurde dann auch zurückgenommen, als es Daten gab. Dann plötzlich sollte AstraZeneca nur noch an die Ü60 verimpft werden. War es nicht so?

    • Wer nicht rechnen kann, nennt sich Tsundoku3. Jeden Tag den gleichen Schwachsinn absondern macht es ja nicht richtig. Troll schön weiter wenn dich das glücklich macht, ich finde das erbärmlich.

  9. Wenn ich die Kommentare durchlese, scheint bei so einigen Lesen nur eine sehr selektive Aufnahme der Nachrichten zu existieren. Im konkreten Fall: Niederlande schließt die Schulen – die machen es richtig – wir sollten dies auch tun – eigentlich schon längst….“
    Aber dabei muss folgendes Berücksichtigt werden:
    1. Die Niederlande schließt so ziemlich alles was Kontakte ermöglicht und damit dann als letzte Konsequenz auch die Schulen. Das ist etwas ganz anderes als vorgezogene Weihnachtsferien um dann Weihnachten und Silvester „normal“ mit Opa und Oma feiern zu können.
    2. In den Niederlande waren seit Beginn der Pandemie die Schulen bisher viel seltener geschlossen als bei uns (Wir sind meines Wissens nach Polen das Land in Europa mit den längsten Schulschließungen bzw. eingeschränktem Präsenzunterrricht). In den Niederlanden mögen die um „paar Tage“ ausgeweiteten Ferien daher keine solch große Relevanz für die Schüler/Eltern haben wie bei uns.
    4.Der Grund für den Lockdown inkl. Schulschließungen dort ist, dass das Gesundheitssystem viel näher am Limit ist, als bei uns. Sobald unser Gesundheitssystem an den gleichen Punkt kommt, wird es auch bei uns einen solchen hektisch und kurzfristig angekündigten Lockdown geben.
    5. Wichtig ist der Grund für einen Lockdown. Sowohl in Österreich als auch in den Niederlanden wurde der Lockdown ausgerufen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten – und nicht um jede Infektion zu verhindern. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Solange das Gesundheitssystem nicht an die Grenzen kommt, bleiben Schulen geöffnet.
    6. Wenn man „vorsorglich“ einen Lockdown beschließt, wie dies von einigen Kommentatoren verlangt, wird die Ausbreitung von Omikron „nur“ verlangsamt und verzögert ABER nicht verhindert. Was macht man nun mit der gewonnenen Zeit? Warten bis alle geboostert sind und dann wieder alles öffnen? Oder warten, bis ein für Omikron zugelassener Impfstoff verfügbar ist, alle diesen erhalten haben und dann wieder öffnen? Wie lange soll ein solcher Lockdown dann bitte gehen?

    • Gerade Punkt 4: muss das sein, hektisch und kurzfristig? Und dann ist wieder keiner in den Schulen vorbereitet, weil es niemand hat kommen sehen? Wobei: die Schulen, die es gut machen, werden was in petto haben, aber die Kultusminister werden wieder extrem überrascht sein, könnte ich wetten.

      • @Ich muss da mal was loswerden

        Punkt 4 hat mich ebenso getriggert, danke für die Antwort.

        Bei allem anderen gilt auch: Mit ein bisschen mehr Grips und sinnvollen Maßnahmen müsste es nicht so weit kommen.
        Und nicht vergessen: Hinter all den Zahlen in den Statistiken stecken echte (!) Menschen und deren Schicksale.

    • Bei uns in Thüringen werden immer noch Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt…
      Außerdem wäre es ja sinnvoll, mal vorher zu handeln, bevor der Worst Case eintritt und wir zum xten Mal dem Infektionsgeschehen hinterherlaufen. Und Omikron ist aufgrund seiner extremen Infektiosität garantiert schneller als unsere Politiker…

    • Können Sie sich eigentlich vorstellen, dass es von Bedeutung sein könnte, die Omikron-Verbreitung „nur“ zu verlangsamen? Nicht, dass aufgrund zu vieler Erkrankungsfälle gleichzeitig Deutschland noch stillstehen könnte … mal abgesehen von dem Massensterben aufgrund fehlender oder nicht ausreichender medizinischer Versorgungsmöglichkeiten. Vielleicht fahren dann keine Busse mehr, Geschäfte können gar nicht mehr öffnen, Tierarztpraxen bleiben geschlossen … nur mal so weitergedacht. Alles darf noch und nicht allzu viele können mehr? Versorgungsengpässe werden derzeit politisch nicht ausgeschlossen. Die wissen schon, warum. Warum sie die Versorgungsengpässe aber nicht präventiv verhindern, das wissen sie irgendwie nicht.

      • @Viva: Ja, stellen Sie sich mal vor, dass aufgrund der Omikron-Variante auch noch die Schulen schließen müssen. Das zähle ich in der Tat auch zur zentralen Infrastruktur.

      • @Natürlich kann ich mir vorstellen, dass es hilfreich sein wird, die Omikron-Verbreitung zu verlangsamen. Nur muss eben auch klar sein, was das Ziel der Verlangsamung sein soll. Geht es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, ist dies für mich ein klares Ziel (also wieder flatten the curve). Dann müsste man Einschränkungen verhängen, bis möglichst viele geboostert sind und im Frühjahr könnten wir hoffentlich wieder stark lockern. Wichtig wäre es dann, sobald der Druck auf die Krankenhäuser/Kliniken nachlässst, auch wirklich direkt stark zu lockern, um nicht alle noch ausstehenden schweren Verläufe bis auf den nächsten Herbst/Winter zu verlagern, sondern möglichst über das gesamte Jahr zu verteilen.
        Zu den Versorgungsengpässen: Die bisherigen Versorgungsengpässe (z.B. Transport/Lieferschwierigkeiten) sind in der Regel nicht durch Erkrankungen sondern durch Corona-Maßnahmen bedingt. Beispiele sind nicht nur gestörte Lieferketten, sondern auch verzögerte Ausbildungen von Berufskraftfahrern und AzuBis in anderen Berufen.

        • „um nicht alle noch ausstehenden schweren Verläufe bis auf den nächsten Herbst/Winter zu verlagern, sondern möglichst über das gesamte Jahr zu verteilen.“

          Oder vielleicht verhindern?

    • @DerDip: 1. Danke für eine zumindest nach meinem Eindruck faire und sachliche Zusammenfassung.
      2. „Was macht man nun mit der gewonnenen Zeit? Warten bis alle geboostert sind und dann wieder alles öffnen?“ – Boostern, was das Zeug hält, bis uns Omikron überrollt! Das wird voraussichtlich sowieso passieren – wir können nur versuchen, die Folgen abzumildern.
      3. Während der „akuten Phase“ der Omikron-Wand (nicht: Welle) werden die Schulen voraussichtlich in den Distanzunterricht gehen (bzw. dort bleiben) müssen, weil es zu viele krankheits-/quarantänebedingte Absenzen sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch beim Lehrpersonal geben wird. Das dürfte allerdings nur wenige Wochen dauern – danach hat Omikron praktisch alles und jeden erwischt…
      3. Persönlich würde ich es SEHR begrüßen, wenn Kontaktbeschränkungen VOR der Omikron-Wand, die wie ein Tsunami über uns hereinbrechen dürfte, die Schule ausklammern würden, um die unbestrittenen und unvermeidlichen negativen Effekte von Schulschließungen so weit es irgend geht zu minimieren.
      Leider befürchte ich, dass die zeitlichen Abläufe dem einen Strich durch die Rechnung machen könnten: erst die Weihnachtsferien und im Januar ist dann die Omikron-Wand allerspätestens da.

      • @Classenlehrerin: Nein, ich lese nur genauer. Ja, es gibt Länder auf der Welt, die die Schulen länger geschlossen halten. Allerdings sollten wir uns mit unserem Bildungssystem nicht mit Mexiko oder Costa Rica vergleichen. Das Diagramm auf der von Ihnen verlinkten Seite zeigt, dass die meisten westeuropäischen Staaten – trotz höherer Infektionszahlen – die weiterführenden Schulen nicht so lange komplett geschlossen hatten. Was in dem Diagramm zudm fehlt, sind die Tage, an denen die Schulen nur teilweise geöffnet hatten (z.B. Wechselunterrericht). Wenn man diese Tage hinzuaddiert ist Deutschland innerhalb von Europa fast das Schlusslicht.

        Zudem findet man selbst in diesem Artikel Aussagen z.B. zum Jahr 2021:

        „Während sich bei vielen Ländern die Schließungen auf das Jahr 2020 konzentrierten, gehörte Deutschland zu den Staaten, wo auch 2021 noch zu diesem Instrument gegriffen wurde. „Nur Lettland hatte 2021 größere Ausfälle als Deutschland“, kritisierte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Donnerstag in der Pressekonferenz zu Bildung auf einen Blick.“

        Und beim Vergleich mit den Niederlanden fällt auf, dass z.B. dort die weiterführenden Schulen nur halb so lange komplett geschlossen hatten (Wechselunterricht mal unberücksichtigt – dann fällt die Bilanz noch schlimmer aus).

      • @Classenlehrerin: Eine Anmerkung zu dem Tagesspiegel Artikel muss ich noch loswerden, weil ich den Titel des Artikels wirklich irreführend und unanständig finde:

        „Deutschland schloss Schulen etwas kürzer als andere Länder“

        Genauso hätte man auch schreiben können:

        „Deutschland schloss Schulen etwas länger als andere Länder“

        Hätte es dem Tagessspiegel an einer transparenten Darstellung gelegen, hätte es zu dem dort vorhandenem Diagramm zu den kompletten Schulschließungen noch ein Diagramm geben müssen, in dem die Schulen komplett bzw. teilweise geschlossen waren (z.b. Wechselunterricht). Stattdessen wurde ein Titel gewählt, der auch von unseren Kultusministern stammen könnte.

  10. Die Pädagogen gehören nicht dazu? Sie sind nicht relevant, um das gesellschaftliche Leben am Laufen zu halten? Habe ich das richtig verstanden?
    ,,Gefährdungspotential für die kritische Infrastruktur
    Schnell steigende Inzidenzen bergen hohe Risiken für die kritischen Infrastruktur (KRITIS) in
    Deutschland. Hierzu gehören unter anderem Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr,
    Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung und die entsprechende
    Logistik.“

    • So verstehe ich das auch. War beim Impfen ja ähnlich. Jugendliche in meinem Umfeld hatten aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr die Impfung eher als LuL über 60.

    • Lehrer sind jung, fit und mehrfach geboostert. Außerdem gibt es Unmengen davon, so dass es nicht zu Versorgungsengpässen führen würde, sollten einige sich doch infizieren.
      Und sie sitzen in Räumen mit an die 30 lebenden Hygienefiltern und Bremsscheiben, die auch – zum Teil – schon einmal/ zweimal geimpft sind.
      All diese Vorteile haben die systemrelevanten Berufsgruppen nicht!
      Oder so ähnlich….;-)

    • @Lessi: Ich sehe die Schulen inkl. der Lehrkräfte in der Tat als Bestandteil der kritischen Infrastruktur. Und die kritische Infrastruktur muss am laufen erhalten werden. D.h. Einschränkungen und Schließungen nur als Ultima Ratio. Im Klartext heißt dies: Im Ernstfall muss erst alles andere schließen, was nicht zur kritischen Infrastruktur gehört.

  11. Das schlimme dabei ist: man macht sich größere Sorgen darum, dass man aus anderen Gründen außer Corona auf die Intensiv muss, denn wenn es dich irgendwie anders erwischt (Verkehrsunfall, Herzinfarkt, oder so), bist du geliefert.

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