Web-Individualschule: Schulministerium lenkt vorerst ein – Abschlussprüfung 2022 gesichert

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Die diesjährigen Abschlussprüfungen für die Schüler der Web-Individualschule – sie gilt als deutschlandweit einzige Internetschule für kranke Kinder – sind nun laut Schulleitung doch gesichert. Das Schulministerium habe dafür eine Zusage gegeben, berichtete Schulleiterin Sarah Lichtenberger am Dienstag. Im Dezember hatte die Bezirksregierung Arnsberg der Schulleitung in Bochum mitgeteilt, dass sie aufgrund des hohen personellen und organisatorischen Aufwands nicht mehr Schülerinnen und Schüler aus allen Bundesländern prüfen könne.

In der Web-Individualschule gehört Distanzunterricht zum Konzept (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

In der Individualschule werden Schüler einzeln online unterrichtet, denen wegen psychischer oder körperlicher Erkrankung kein regulärer Schulbesuch möglich ist. In einem Gastbeitrag auf News4teachers hatte die Leiterin ihre Schule im vergangenen April vorgestellt. Zuletzt hatte die Schule jedes Jahr rund 100 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland zu einem Realschul- oder Hauptschulabschluss geführt. 2021 hatte die Bezirksregierung ihnen die Abschlussprüfungen als «Externenprüfung» abgenommen – und zwar für alle Schülerinnen und Schüler aus allen Bundesländern.

Ursprünglich wollten ab Mai 2022 rund 120 Schüler wieder ihre Abschlussprüfungen in Arnsberg ablegen, einige zogen aber nach Angaben der Schulleiterin aus Verunsicherung zurück. Die noch angemeldeten 70 Schüler, die in NRW-Prüfungsfächern und nach NRW-Lehrplänen vorbereitet seien, könnten nun alle zu ihren Prüfungen in Arnsberg antreten, sagte Lichtenberger nach ihrem Gespräch mit dem Schulministerium. «Das ist ein großer Erfolg.» Aber für 2023 sei keine Lösung gefunden. «Wir müssen weiter kämpfen.» Lehrpläne und Prüfungsfächer fallen in den Bundesländern unterschiedlich aus.

Die Betreuung der psychisch oder körperlich teils erheblich beeinträchtigten Schüler ist auch rund um die Abschlussprüfung aufwendig, wie Lichtenberger schilderte. Es habe aber in den vergangenen Jahren immer gut funktioniert. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zuvor betont, es sei ihr wichtig, dass den derzeitigen Web-Schülern weiter ein Angebot bereitgestellt werde, damit sie auch 2022 ihre Bildungsabschlüsse erreichen könnten. «Das Ziel bleibt, aber der Weg muss nach den bisherigen Erfahrungen neu aufgesetzt werden.» Eine einzelne Bezirksregierung in NRW sei personell damit überfordert, für alle Bundesländer die Externenprüfungen durchzuführen. News4teachers / mit Material der dpa

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