Bildungsminister mit Russland-Bezug: „Ich bin vollkommen enttäuscht“

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Sieben Jahre lang lebte er in Moskau, nun bringt ihn Putins Krieg in der Ukraine aus der Fassung: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat sich entsetzt gezeigt angesichts der russischen Invasion in die Ukraine. «Ich bin richtig wütend, ich bin erschrocken und ich bin emotional angefasst», sagte Holter. Er sei «vollkommen enttäuscht» von den Entscheidungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Das ist Putins Krieg, aber für mich ist auch klar: Das ist kein Krieg der Russinnen und Russen», sagte Holter.

Spricht zu Hause Russisch: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Foto: Jacob Schröter / Bildungsministerium Thüringen

Seine und die Solidarität seiner Familie liege bei den Ukrainerinnen und Ukrainern, sagte Holter. «Es ist ganz schlimm, was mit den Familien und der Bevölkerung dort passiert.» Seine Familie habe auch Kontakte in die Ukraine.

Holter lebte insgesamt sieben Jahre in Moskau, wo er in den 1970er Jahren an einer Bauingenieurshochschule und in den 80er Jahren an einer Parteihochschule studierte. Er spricht fließend Russisch und benutzt diese Sprache im Alltag, wenn er sich mit seiner Frau unterhält, die aus Armenien stammt. «Weil ich kein Armenisch spreche, ist unsere Sprache Russisch.» News4teachers / mit Material der dpa

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Carsten60
2 Monate zuvor

Ach ja, viele Jahre waren die Genossen der Linkspartei Putin-Versteher, und nun sind sie enttäuscht. Schluchz. Unser tiefes Mitgefühl, Herr Holter 🙂 Dieser Putin nimmt einfach keine Rücksicht auf seine Anhänger, nicht einmal auf den Gazprom-Kanzler, wie schäbig. Jetzt müssen sich die Putin-Versteher ein anderes Idol suchen, wie ungerecht. Wen sollen sie nur nehmen?

Yvonne Schulte
2 Monate zuvor

Darf ich um Rat fragen? Besteht eigentlich im Falle eines Supergaus in der Ukraine noch Präsenzpflicht für die Schüler? Die beschießen ja munter Kernkraftwerke….. Wie lange das noch gut geht?

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Yvonne Schulte

Nach dem Unglück von Tschernobyl ging doch bei uns alles weiter, oder? Man stoppte nur Lieferungen von Lebensmitteln aus der Region, so meine verblasste Erinnerung.

Leo
2 Monate zuvor
Antwortet  Yvonne Schulte

Kommt jetzt wegen dem Krieg in der Ukraine die Forderung nach Onlineunterricht? Corona eignet sich wohl nicht mehr…

Yvonne Schulte
2 Monate zuvor

Na ja, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, dass wir als Schüler besonders geschützt wurden. Aber politisch wurde der Vorfall in Tschernobyl damals auch nicht zeitnah behandelt. Das war damals auch ein Skandal. Erst als ein paar Tage später der radioaktive Regen kam, hieß es schnell: Drinnen bleiben…

Aber heute? Welche Vorkehrungen gäbe es denn?
Danke für Infos!

Alla
2 Monate zuvor
Antwortet  Yvonne Schulte

Ich kann mich noch sehr gut an Tschernobyl erinnern.
Die Sandkästen war für mindestens 4 Wochen gesperrt, dann wurde der Sand ausgetauscht oder abgefahren, die Kinder mussten ihre Pausen erst in den Klassenräumen oder – in der 2. Woche – ohne zu sehr zu toben ( schweres Atmen war gefährlich!) auf dem Pausenhof verbringen. Bei Regen (Super gefährlich!) musste man drinnen bleiben, es sei denn man hatte einen großen Schirm mit. Die Milchverteilung (so was gab es damals noch) wurde eingestellt, Pilze, besonders Waldpilze, wurden vernichtet, Gemüse aus Treibhäusern war heiß begehrt. Fleisch aus Stallhaltung war ok, Freilandhaltung war gefährlich!
Schwangere trauten sich kaum noch auf die Straße und Jäger konnten ihr Wild nicht mehr verkaufen. Das letztere gilt übrigens noch heute für Wildschweine! Die müssen immer noch veterinärmedizinisch freigegeben werden! Allerdings nicht nur wegen eventueller Strahlenbelastung.

Wir lernten neue Begriffe kennen wie milli-Rem und Bequerell, Jodtabletten waren ausverkauft, genauso wie Geigerzähler. Einige fingen an, 2mal täglich zu duschen und Ihre Waschmaschine auch bei halbvollen Trommel einzuschalten, um die Strahlung abzuwaschen.

Yvonne Schulte
2 Monate zuvor

Wow, ja stimmt. Jetzt fällts mir auch wieder ein…. Danke schön nochmal! Wurde alles ziemlich runtergespielt. Gerade in Bayern war damals viel pro Atomkraft. Ich war ein Zweitklässler. Über Millisievert u Co hab ich nichts in der Schule lernen können…..

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Yvonne Schulte

@Yvonne Schulte

https://www.br.de/nachrichten/bayern/bundesamt-fuer-strahlenschutz-einige-pilzarten-in-bayerns-waeldern-noch-radioaktiv-belastet,SjBicVz
„Neben Teilen Bayerns waren vom radioaktiven Niederschlag aus Tschernobyl zum Beispiel auch das Osnabrücker Land sowie Teile entlang der Leine zwischen Hannover und Göttingen, entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg und bei Lübeck besonders betroffen.“

Tipp:
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