Wegen Ukraine-Krieg: FDP für Schulbesuche von Bundeswehr und Polizei

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In Niedersachsens Schulen sollen nach Vorstellungen der FDP künftig Bundeswehr und Polizei regelmäßig über Katastrophenschutz aufklären und um Nachwuchs werben. Auch das Technische Hilfswerk sowie Hilfsorganisationen sollen an die Schulen gehen. «Ziel ist, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal im Jahr durch eine solche Veranstaltung erreicht wird», sagte Fraktionschef Stefan Birkner am Donnerstag in Hannover. Debatten, dass Uniformträger in Schulen nichts verloren hätten, müssten «definitiv der Vergangenheit angehören».

Die Bundeswehr soll sich verstärkt in Schulen bemerkbar machen. Foto: Shutterstock

Zur Stärkung von Katastrophen- und Zivilschutz solle es außerdem regelmäßige öffentliche Übungen für alle sowie umfassende Informationen über das richtige Verhalten im Krisenfall geben. Darüber hinaus wirbt die FDP für einen freiwilligen Reservedienst. Die Debatte um Katastrophen- und Zivilschutz ist seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine neu entflammt. Die Landesregierung aus SPD und CDU hat Anfang des Monats bereits ein 40-Millionen-Euro-Paket für den Katastrophenschutz vorgestellt. Damit sollen etwa Notstromaggregate, Fahrzeuge und Satellitentelefone beschafft werden. dpa

Darf Deutschlands Armee Schüler über ihre Einsätze informieren? Berliner SPD will Bundeswehr-„Werbung“ an Schulen stoppen

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Markus
1 Monat zuvor

Die Bundeswehr hat nichts an Schulen und suchen. Die können gerne bei Erwachsenen ihre Werbung machen, aber bestimmt nicht bei Kindern und Jugendlichen. Das geht garnicht!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Markus

Find ich auch, warum also HWK und IHK oder Ausbildungsfirmen an Schulen, Kinderarbeit ist schließlich verboten.

Kätzchen
1 Monat zuvor

Finde ich nicht. Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, wie wichtig bestimmte Organisationen und Berufe für eine Gesellschaft sind. Und da gehört auch die Bundeswehr dazu. Wir sehen ja jetzt, wie wichtig die Verteidigung für Länder ist Frieden, Freiheit und Demokratie sind nichts selbstverständliches. Das fällt nicht vom Himmel, sondern muss jeden Tag wieder verteidigt werden. Das sieht man jetzt in der Ukraine. Diese Menschen kämpfen dafür, selbst entscheiden zu können, wie sie leben wollen.

o.O
1 Monat zuvor
Antwortet  Kätzchen

@Kätzchen
Ja, dann aber bitte auch das „richtige“ Jobprofil.
Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit zurück erinnere – wo auch die Bundeswehr an der Schule war. Eigenes Zimmer bekommen hat, dazu den Stand. Gut geschultes Personal zur Anwerbung. Die Filme sahen aus wie ein Abenteuerausflug.
Dann bitte auch die negativen Seiten des Berufes beleuchten. Oder sollen bzw. dürfen überhapt die LuL das dann machen?

Uffz
1 Monat zuvor
Antwortet  Kätzchen

@Kätzchen
„Das fällt nicht vom Himmel, sondern muss jeden Tag wieder verteidigt werden.“

Das sehe ich ganz genauso, deshalb erzähle ich meinen Schülern gerne von meinen Vorlehrer-Erlebnissen als man mir erzählte, wie wichtig es doch sei Deutschland am Hindukusch zu verteidigen.
Da bekommen sie dann auch einen direkten Einblick darin, dass ein Krieg für einen Betroffenen selbst dann nicht endet, auch wenn der dann für die Politiker für beendet erklärt wird.

„Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, wie wichtig bestimmte Organisationen und Berufe für eine Gesellschaft sind. Und da gehört auch die Bundeswehr dazu.“

Das ist übrigens ein sehr beliebter Teil bei Gesprächen, wenn zur Sprache kommt, wie Soldaten behandelt werden, nachdem, wie es das Sprichwort besagt, der M* seine Schuldigkeit erfüllt hat (aber davor gibt es auch schon viele Dinge, über die man reden könnte)…

Das Highlight ist dann immer die Poente (ha ha), wenn wir dazu kommen, dass die Soldaten am Ende als Sozialfälle auf die Strasse gespuckt werden, während die gleiche Regierung, die sie dorthin geschickt hat, hunderte Millionen € an ihre ehemaligen Feinde bezahlt. Mehr kann man dann wohl den Bundeswehrangehörigen (und teilweise den Hinterbliebenen) kaum ins Gesicht spucken.

Ich hoffe, das ist genau die ehrliche Erfahrung aus erster Hand zur Bundeswehr, die Ihnen so vorschwebt?

Und wenn wir schon dabei sind: wie oft sind/waren Sie denn überhaupt auf Reserveübung und im Einsatz (ja, auch Reservisten dürfen Sie dann freiwillig irgendwo irgendwas „verteidigen“)? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, denn nach meiner Erinnerung waren 100% der gefallenen und verstümmelten Kameraden Männer – Kätzchen (nur zufällig ein weiblich klingender Name?), da ist noch viel Luft für Gleichstellung nach oben!

Kätzchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Uffz

Wer soll denn Ihrer Meinung nach ein Land verteidigen? Hausfrauen, Manager, Sie? Wir leben nicht mehr in Friedenszeiten. Das ist lange vorbei. Ich habe Verwandte in den USA. Mein Cousin war in der Army und vielen Kriegseinsätzen. Sie müssen mir daher gar nichts erzählen. Und ich sehe auch, wie Soldaten da behandelt werden. Sie finden das gut? Ich nicht.

Kätzchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Uffz

Was wäre denn, wenn wir morgen angegriffen werden? Greifen alle spontan zur Waffe oder wie. Die Bundeswehr darf um Nachwuchs werben, wie alle anderen auch. Ob die Schule der richtige Ort ist, darüber kann man streiten. Und es gibt auch schon Frauen bei der Bundeswehr. Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben.

Kätzchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Uffz

Zu letzt, es sind Männer, die Kriege beginnen!!!!!

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Uffz

@ Uffz
Aus Ihren Ausführungen entnehme ich: Sie waren in Afghanistan? ( s. Verlinkter Artikel)
Die Behandlung der Rückkehrer war …..unterirdisch, was z.B. auch damit zusammenhängt, dass, wer aus der BW ausscheidet bei schwerer psych. Erkrankung/ PTBS schlechter dasteht als jemand im Lehramt( z.B. nach Amoklauf)
Dass Frauen nicht betroffen wären ist unzutreffend, Sanitätsdienst, Ärt:innen im Dienst der BW? Erweitert auf ÄoG- z.B. in Aleppo Syrien?
Bundeswehr in der Schule muss nicht immer eine Werbeveranstaltung sein und es kommt maßgeblich auf den Jugendoffizier an.
Der bei uns an der Schule war und sein wird, bezieht sehr wohl die Problematiken, die @ TaMu angesprochen hat, mit ein und war selbst im Auslandseinsatz. Fragen werden kompetent und eigentlich in Bez. auf die BW vlt zu authentisch beantwortet.
Was mit Rückkehrern oft passiert ist unmöglich.

https://m.tagesspiegel.de/politik/politik-habe-so-gut-wie-alles-fasch-gemacht-kritik-wegen-mangelnder-wuerdigung-der-afghanistan-rueckkehrer/27413104.html

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Uffz

@ Uffz – 2
Ein Doc/ ÄoG erzählte mir gerade, dass eine Frau „ganzweitoben“ bei der Außensicherung der Ukraine beteiligt ist/ leitet?
> zum Them Frauen in der BW

Purborder
1 Monat zuvor

Erinnert stark an die Militärische Nachwuchssicherrung der DDR. War wirklich sehr besonders.

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  Purborder

Daran musste ich auch sofort denken.

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

@Purborder

Justus20
1 Monat zuvor
Antwortet  Purborder

Militärische Nachwuchssicherrung ist weltweit üblich. Da braucht man nicht die DDR zu bemühen, um die Sache schlechtzureden.

gilmore girl
1 Monat zuvor

„…solle es außerdem regelmäßige öffentliche Übungen für alle sowie umfassende Informationen über das richtige Verhalten im Krisenfall geben“

Ich lach mich schlapp! Damit die SuS im Fall der Fälle wissen wie es geht – im Gegensatz zur Politik oder was??? Spätere Beratungstätigkiet im Krisenteam der Bundesregierung? Super Idee!
Ob es wohl damit zu tun hat, dass es der Bundeswehr an „freiwilligem“ Nachwuchs fehlt? Hmmm…scheint eine ähnliche Aktion zu sein, wie die Bitte mit dem Drücken auf die Tränendrüsen, die Teilzeit nochmal zu überdenken und doch traumatisierten ukrainischen Kindern mit Mehrarbeit zu helfen. Aktionismus vom Feinsten würde ich sagen, mit der Aussage „Wir tun was“ für unsere Jüngsten und suggerieren Sicherheit… Soviel zum Thema Manipulation der noch nicht mündigen Generation, die hier ja oft mit dem Tragen der Maske bemüht und verteufelt wird (wir wissen, wen ich meine…)

TaMu
1 Monat zuvor

Ich fände es wichtig, wenn die SuS Fragen stellen könnten wie: Wo merkt man als Soldat bei euch am deutlichsten, dass die Bundeswehr über Jahre kaputt gespart wurde? Hier in der Schule sind wir von diesem Thema nämlich ebenfalls betroffen, wir hatten zwei Winter lang zum Beispiel Unterricht bei maximal 10 Grad unter Anwesenheitspflicht. Wie macht es sich beispielsweise in der Ausrüstung bemerkbar? Wäre die Bundeswehr überhaupt in der Lage, vorgerückte Truppen mit Nachschub zu versorgen? Oder gibt es da auch Minister, die behaupten, Soldaten und Soldatinnen seien von fehlendem Geld für Ausrüstung, Schutz und Nachschub nicht betroffen und im Fall ihres Todes seien sie nicht an irgend einem Mangel gestorben, der vermeidbar war, sondern an dem unglücklichen Zufall, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein? Auch sei die Inzidenz der getöteten Soldaten und Soldatinnen im Verhältnis zur Inzidenz der gesamten Bevölkerung mit 80 Millionen Menschen zwar hoch, in Relation aber so niedrig, dass man für den Schutz dieser Gruppe nichts Besonderes tun müsse, zumal die Soldaten und Soldatinnen im Schnitt recht jung seien. Wer gut aufgepasst hat in der Schule in den letzten beiden Jahren, hat politisch vielleicht mehr gelernt, als es den Politikern Recht wäre, wenn sie wirklich überhaupt die SuS nachdenken würden.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

@TaMu: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ein Bw-Offizier den Schülern darauf eine ehrliche Antwort geben würde/ dürfte. Die sind genau wie wir Lehrer ihrem Dienstherrn verpflichtet. Ehrliche Aussagen hört man nur, wenn man die Leute privat kennt, und dann sind es oft auch nur vorsichtige Andeutungen.

Carsten60
1 Monat zuvor

Wenn wir eine Welt hätten, in der internationale Verträge respektiert und eingehalten würden, dann wäre die Frage nach einer militärischen Absicherung obsolet oder zumindest viel harmloser.
Aber leider hat ein gewisser Putin etwa so argumentiert: „Russland hat den 1. Weltkrieg verloren und daraufhin einige Gebiete eingebüßt, die schon damals zu anderen Völkern als Russen gehörten: Finnland, Baltikum, Polen und eben auch die Ukraine. Wenn diese Länder sich jetzt erfrechen, sich nicht der russischen Oberherrschaft zu unterwerfen wie der Diktator in Belarus, dann muss eben die russische Armee diese „Faschisten“ beseitigen und diese Gebiete zurückerobern.“ Und der Oberste der Chinesen möchte sein Land mit Taiwan „wiedervereinigen“ und schließt dabei militärische Mittel nicht aus. Das ist im Prinzip dasselbe: Das Faustrecht des militärisch Stärkeren. Und dann versichern sich diese Herren noch demonstrativ ihrer gegenseitigen Freundschaft.
Uns dagegen wird aus allen Rohren erzählt, der Nationalstaat des 19. Jahrhunderts sei veraltet, wir dürften auch keine nationalen Interessen haben, und es gebe stattdessen eine Internationalisierung und Globalisierung. Die letztere würde eigentlich auch militärische Blöcke überflüssig machen (die NATO empfand sich ja zeitweilig schon als überflüssig), aber der Ukraine-Krieg hat die gutgemeinten Sprüche widerlegt. Es sind die „Interessen“ der Herren Diktatoren, die eine wirkliche Internationalisierung und Globalisierung verhindern. Und wie zum Hohn sitzen solche Diktatoren dann im UN-Sicherheitsrat und haben ein Vetorecht.
Ich fürchte, solche Themen können in den Schulen nicht ausgeblendet werden. Wenn jetzt im Fernsehen ständig ehemalige Generäle interviewt werden, dann dürfen auch Offiziere in die Schulen. Für Diskussionsstoff ist gesorgt.

Herbert Kreisch
1 Monat zuvor

@Carsten60
Nö, ein Putin argumentierte nie so, aber dafür so:
– RU muss sich genauso wenig US-Atombomben vor der Haustür gefallen lassen, wie die USA RU-Atomwaffen auf Kuba

– Der Donbass hat das gleiche Recht auf Unabhängigkeit wie der Kosovo (und im Gegensatz zum Kosovo gab es im Donbass ein Referendum)

– Ru hat das gleiche Recht auf einen „Angriffkrieg“ zu beginnen, um Menschenleben zu schützen, wie die USA in Jugoslawien, Irak, Syrien, …

– Die Sicherheit Ru ist gefährdet und darf daher „präventiv“ zuschagen, so wie… sie werden es bestimmt schon erraten haben (wer erinnert sich nicht daran, dass Powell den Einmarsch der Amerikaner in den Irak mit einem kleinen Gläschen Waschpulver begründete?).

…und noch etwas, halten Sie mich gerne für verrückt, aber wenn ich so die Sachlage verfolge – inkl. den unbedingten Willen der westlichen Staaten diesen Krieg zu verlängern und die Zahl der Menschenopfer zu erhöhen (durch die Lieferung von Waffen und die Bereitstellung schier unendlicher Geldmengen; die eskalierende u. aggressive mediale Berichterstattung und das politische Wording) – komme ich zu dem Schluss, dass es sich eben nicht um einen einfachen Konflikt zwischen zwei Ländern handelt, sondern um einen kalten Weltkrieg, wo von Seiten des Westens beinahe alles dafür getan wird, um ihn heiß werden zu lassen – interessant wird es werden, wenn die Anzahl ukrainischer Männer im kampffähigen Alter aufgebraucht sein wird, so habe ich die Befürchtung, dass dann unter einem Vorwand (ABC-Angriff?) die NATO aktiv in den Konflikt eintreten könnte.

Aber ob ich Recht hatte oder ein paranoider Spinner bin, wird man ja rückblickend, sofern dieser Kommentar veröffentlicht wird, dann ja sehen können.