Wüst-Herausforderer Kutschaty verrät: Politikberater empfehlen Politikern, Schulpolitik zu meiden

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Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Thomas Kutschaty will Schulpolitik «zur Chefsache machen», falls er nach der Landtagswahl Regierungschef in NRW wird. Dabei verriet er, dass Politikberater anderes empfehlen.

„Gebot der Gerechtigkeit“: SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty. Foto: SPD NRW

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten für die Landtagswahl am 15. Mai legte sich allerdings nicht fest, ob er das Schulressorts innerhalb einer SPD-geführten Koalition für seine Partei reklamieren werde. «Wir haben bei uns in der SPD eine Menge gute Leute dafür», sagte Kutschaty am Mittwoch in Düsseldorf.

«Ich möchte im Schulressort jemanden haben, der diese Aufgabe mit großer Leidenschaft, viel Wissen und Verstand angeht», betonte er. «Diese Leute gibt es. Und welcher Partei sie angehören, das werden wir nach der Wahl sehen.» Schließlich könne er jetzt noch nicht «Verhandlungsmaterial aus der Hand geben».

«Die Ministerpräsidenten Wüst und Laschet haben bei Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) alles abgekübelt»

Politikberater rieten: «Halte Dich fern von Schulpolitik. Damit kannst Du nichts gewinnen», berichtete Kutschaty. Diese Einstellung hätten Ministerpräsident Hendrik Wüst und dessen Vorgänger Armin Laschet (beide CDU) ganz offensichtlich in den fünf Jahren ihrer schwarz-gelben Regierung gehabt und deswegen bei Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) «alles abgekübelt», kritisierte der Oppositionsführer.

Die Ministerin sei aber in vielen Bereichen gar nicht sprach- und entscheidungsfähig gewesen, weil ihre Aufgaben auch auf die Ministerien für Bauen, Gesundheit und Finanzen verstreut gewesen seien. Schulpolitik sei zwar eine ressortübergreifende Gemeinschaftsaufgabe, «das Finanzierungs-Wirrwarr» müsse aber dringend beendet werden, unterstrich SPD-Schulexperte Jochen Ott. Die Forderung ist Teil eines Zehn-Punkte-Programms zur Schulpolitik, das die SPD am Mittwoch vorstellte.

In der rot-grünen Vorgängerregierung war das Schulministerium ebenfalls nicht in der Hand des großen Koalitionspartners, sondern bei der Grünen-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Bei der Landtagswahl 2017 hatten SPD und Grüne empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Die Schulpolitik zählte zu den Bereichen, in denen sich besonders viel Wähler-Unmut angestaut hatte. News4teachers / mit Material der dpa

Wüst-Herausforderer Kutschaty kritisiert Wegfall von Tests und Maskenpflicht in Schulen

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Andre Hog
22 Tage zuvor

„Politikberater rieten: «Halte Dich fern von Schulpolitik. Damit kannst Du nichts gewinnen», berichtete Kutschaty. Diese Einstellung hätten Ministerpräsident Hendrik Wüst und dessen Vorgänger Armin Laschet (beide CDU) ganz offensichtlich in den fünf Jahren ihrer schwarz-gelben Regierung gehabt und deswegen bei Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) «alles abgekübelt», kritisierte der Oppositionsführer.

Mhhhmm, trotz dieser fast apologetischen Worte von Herrn Kutschaty für Poison Yvi fällt es mir schwer, der Frau ihre Verfehlungen der letzten beiden Jahre zu verzeihen.

Im Falle eines Wahlsieges der SPD sollten die Genoss*en darüber einig sein, dass das KuMi nicht in die Hände des zwergenhaften Koalitionspartners gehört … wer auch immer das sein wird 😉 sondern – auch im Sinne einer schnellen und klaren Lösungsstrategie bei z.B. Finanzierungsfragen oder Entscheidungskompetenzen sollte jemand dieses Ressort leiten, der / die zum einen fachlich kompetent und /oder schulerfahren ist und zum anderen ein Mindestmaß an moralischer Integrität bzgl Offenheit und Ehrlichkeit ggü. LuL mitbringt. Angelogen und verascht worden sind wir genug.

Was will Herr Ott doch gleich werden, wenn die SPD gewinnen sollte???

Ich frag ja bloß!!

Last edited 22 Tage zuvor by Andre Hog
Georg
22 Tage zuvor
Antwortet  Andre Hog

Es ist dich immer so, dass man mit Schulpolitik keine Wahl gewinnen, aber jede Wahl verlieren kann.

Carsten60
21 Tage zuvor
Antwortet  Georg

Dieser Spruch ist doch schon lange bekannt und wird immer wieder zitiert. Was soll da das Missfallens-Häkchen? Vergibt das jemand routinemäßig?
Interessant ist, dass der SPD-Kandidat das sagt. Es erklärt auch, warum (vielleicht mit Ausnahme von Senator Rabe in HH) die SPD-Schulminister immer so erfolglos dastehen, besonders in Berlin und Bremen. Es geht ihnen wie dem Zauberlehrling bei Goethe: Sie können den Anspruch der Bildungsgerechtigkeit nicht einlösen, den sie selbst mit viel Propaganda in die Welt gesetzt haben. Da bleibt dann nur das Schimpfen auf die anderen, in NRW eben Frau Gebauer.
In BaWü gab’s mal eine Kultusministerin Warminski-Leitheußer (oder so ähnlich) von der SPD, die hat ein richtiges organisatorisches Chaos angerichtet, aber sie wusste genau, dass ihre neuen Gemeinschaftsschulen super sind. Ihre Ministerialdirektorin Ruep galt als „Traumtänzerin“, aber sie konnte kluge Reden zur Schulreform halten. War vorher Rektorin an der PH Weingarten.

Klugscheisser
22 Tage zuvor

Doof, wenn man ein Ministerium bekommt, dass nur unter Kostengesichtspunkten gesehen wird.
was kann man wohl ändern, wenn das Geld nur nach Personal- und Schülerzahlschlüsseln verteilt wird?
Deswegen ist es wahrscheinlich auch in allen BL in Sachen Bildung ziemlich bescheiden.
Bildung ist super, hat aber bitte möglichst billig zu sein.

Gebauer ist mit ihrem reduzierten EQ (also das emotionale Equivalent zum IQ) da genau richtig. Rücksichtslos, gefühlskalt, wahnsinnig pragmatisch und planlos. Super Voraussetzungen für einen Posten, den niemand will, egal welches BL.

Realist
21 Tage zuvor
Antwortet  Klugscheisser
Andre Hog
21 Tage zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Sehr geschätzter Klugscheisser….
du triffst den Nagel auf den Kopf…und hier bemühe ich ausnahmsweise meine beschränkte humanistische Allgemeinbildung:

Man könnte es als „Gretchenfrage der Politik“ beschreiben.

Wie viel sind wir bereit, in die Zukunft unseres rohstoffarmen Landes zu investieren … entgegen den kurzfristigen Interessen der Industrie und ihrer Aktionäre und den ihnen an den Lippen hängenden ˋfreien Demokratenˋ?

Mir ist vollkommen klar, dass Deutschland als innovativer Technologiestandort unser aller Existenz sichert…dass man den Unternehmen Zugeständnisse machen muss, damit sie die notwendigen Gewinne generieren können …. Aber klar ist auch, dass wir für diesen Weg gute und umfassend ausgebildete Fachkräfte benötigen, die auch die globalen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge verstehen.

Wie kommen also sog. „Wirtschaftskapitäne“ auf das schmale Brett, dass man solche Fachkräfte auf einem dürren, trockenen und zunehmend ungedüngtem Boden heranziehen könnte?

Ständig wird davon gefaselt, dass die SuS den Anforderungen der Wirtschaft – sei es das Handwerk oder auch der akademische Bereich – nicht mehr genügen und zeitgleich notwendigen Investitionen in die Qualität – aber auch in die Sicherung der gesundheitlichen Grundbedingungen, wie z.B.die Bereitstellung von Luftfiltergeräten in der Pandemie – nicht zur Vefrügung gestellt werden.

Das ist ein bislang scheinbar unauflösbarer Widerspruch.

Gefordert wird es – also die Qualität und die Zuverlässigkeit beim ˋAbliefern dieser Qualität´ allerdings lautstark!!

Habe nur ich das Gefühl, dass hier die Erwartungshaltung und die Resonanz auf die erkennbaren Notwendigkeiten nicht zueinander passen??

Nun ja…wahrscheinlich bin ich ein tumber Träumer, der die Realitäten nicht zu erkennen vermag.

Last edited 21 Tage zuvor by Andre Hog
Riesenzwerg
20 Tage zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Wozu gibt es das Ministerium denn noch?

Qualifiziert sich doch täglich aufs Neue ins Aus.
Kostet nur Geld, bringt nichts.

Logisch – streichen!

Pit2020
21 Tage zuvor

Warum nur fühle ich mich an diese Szene erinnert …?
https://www.youtube.com/watch?v=rFfv7OVkpy4

Ich muss da mal was loswerden
21 Tage zuvor

„Schließlich könne er jetzt noch nicht «Verhandlungsmaterial aus der Hand geben“

Allein mit diesem Satz hat er alles davor gesagte komplett negiert. Er sieht die Position auch nur als politische Verhandlungsmasse und er wird eben nicht den besten dafür wählen, sondern einen politisch wohlgesonnenen Kandidaten.

Pit2020
21 Tage zuvor

@Ich muss da mal was loswerden

Genau so. 🙁

Riesenzwerg
20 Tage zuvor

Leute, das ist doch prima!

16 unnütze KuMis kosten zuviel. Das Geld lieber direkt in die Schulen stecken.