Schulleitung werden? Och nö! Warum so viele Lehrkräfte abwinken (und wieso jede fünfte Schulleitung aussteigen will)

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DÜSSELDORF. In Deutschland herrscht Schulleitungsmangel. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist bereits jeder zehnte Schulleitungsposten unbesetzt. Dazu kommt: Jede fünfte Leitungskraft in Schulen ist wechselwillig. Beste Karriereaussichten für Lehrerinnen und Lehrer also? Ein aktuelles Impulspapier untersucht, warum das nur wenige Kolleginnen und Kollegen so sehen.

Die allermeisten Lehrkräfte haben wenig Interesse an dem Job einer Schulleitung. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Ausschreibungen von Schulleitungsposten sind schon lange keine Selbstläufer mehr. Auch wenn Fälle wie der einer Grundschule im Main-Tauber-Kreis, die seit acht Jahren ohne einen Rektor oder eine Rektorin dasteht, noch die Ausnahme sind: In Deutschland herrscht ein massiver Mangel an Schulleitungen. Viele Kolleginnen und Kollegen winken ab, wenn ihnen das Amt angetragen wird. Mit einer Aufbereitung verschiedener Studien ist nun die Düsseldorfer Wübben Stiftung den Gründen nachgegangen, die das Amt der Schulleitung so unattraktiv machen.

Quelle: https://www.impaktlab.de/wp-content/uploads/2022/0/WS_impaktlab_impulse2_SchulleitungNeindanke.pdf

Maßgebliche Gründe, überhaupt die Position eines Schulleiters oder einer Schulleiterin anzustreben, seien laut dem aus der Auswertung entstandenen Impulspapier die Möglichkeit, die Schule gestalten zu können, eine höhere Autonomie und eine Verbesserung der eigenen beruflichen Stellung. Intrinsische Motive lagen dabei weit vorne, zumal sich zumindest teilweise nur eine geringe Differenz zwischen dem Lehrkraft- und Schulleitungsgehalt feststellen lasse, das brutto von etwas mehr als 4000 Euro bis hin zu fast 8000 Euro reiche.

Damit korrespondierten auch die hauptsächlichen Gründe, die Lehrerinnen und Lehrer davon abhalten, sich auf eine Schulleitungsposition zu bewerben. Rund 30 Prozent der Lehrkräfte hätten laut einigen Studien durchaus schon damit geliebäugelt, in die Schulleitung zu wechseln.

Neben anderen pädagogischen Interessen halte jedoch insbesondere der Verlust der Nähe zu ihrer Schülerschaft sowie die erwartet höhere Arbeitsbelastung auch die potenziell Interessierten von dem Amt der Schulleitung ab. Eine wichtige Rolle spielten überdies schwierige Rahmenbedingungen, wie der bürokratische Aufwand, sowie fehlende Autonomie und Autorität. Eine untergeordnete Rolle spielten „Unsicherheit“ und „mangelnde Vorbereitung auf die Aufgaben“.

„Um den Schulleitungsmangel zu reduzieren, ist es wichtig, sich der Bedarfe und Anliegen von Lehrkräften und Schulleitungen anzunehmen“

Neben dem Unwillen vieler Kolleginnen und Kollegen, in die Schulleitung zu wechseln, verwiesen aktuelle Studien auch auf eine zunehmende Unzufriedenheit unter Schulleiterinnen und Schulleitern mit ihrer Funktion. Ungefähr jede fünfte Leitungskraft habe in aktuellen Untersuchungen bekundet, die Position wieder verlassen zu wollen. Die Hälfte der wechselwilligen Schulleiterinnen und Schulleiter nennt den Wunsch nach beruflicher Entwicklung als Motiv. Darüber hinaus gründet sich die Wechselabsicht von Schulleitungen vor allem in schwierigen Kontextbedingungen, wie beispielsweise der Bezahlung (44 Prozent), der mangelnden Unterstützung (31 Prozent), sowie der überfordernden (25 Prozent) und schlechten (24 Prozent) Arbeitsbedingungen.

Implikationen für Politik und Bildungsadministration sehen die Autorinnen und Autoren des Papiers daher nicht zuletzt in Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Rahmenbedingungen des Amtes – beispielsweise in Form einer besseren Vergütung und der personellen und zeitlichen Entlastung durch zusätzliche administrative Kräfte. Gleichzeitig könnte der Fokus aber auch auf eine gezielte Ansprache von potenziell neuen Schulleitungen erfolgen.

Wichtig sei aber insbesondere auf die Schulleiterinnen und Schulleiter zu hören und zu reagieren. „Schulen brauchen Schulleitungen. Um den Schulleitungsmangel zu reduzieren, ist es wichtig, sich der Bedarfe und Anliegen von Lehrkräften und Schulleitungen anzunehmen. Denn sie bilden eine wichtige Grundlage für die Veränderung von Bedingungen“, fasst etwa Co-Autorin Hanna Pfänder, Leiterin des impaktlab der Wübben Stiftung zusammen (zab, pm).

„Die Mehrheit sind Reformer!“ Vier von fünf Schulleitungen stellen den althergebrachten Fächerkanon infrage

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Palim
1 Monat zuvor

Job ohne Klasse?
Von wegen!
Als SL muss man bis zu 18 Std. unterrichten und hat dann auch eine Klassenleitung.

Das ist auch eines der Probleme:
Man bekommt zu den ohnehin schon überbordenden Aufgaben einer Klassen-Lehrkraft die Aufgaben der SL obendrauf.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Unsere div. Schulleitungen der letzten Jahre haben keine Klassenleitung mehr gehabt. Damit fallen schon mal Elternabende und Elternsprechtage, Klassenfahrten etc. weg. Außerdem werden oft Stunden als sogenannte „Teamstunden“ gesetzt, wo die SL dann oft nicht erscheint mit dem Hinweis auf sooo viele andere Aufgaben, die sie noch erledigen muss. (Würde ich mit meinem eigenen Unterricht auch gern so machen.) Nachmittagsbetreuung und Pausenaufsicht gibt es per se auch schon mal nicht. Zudem sind „Steuergruppen“ bei uns gerade total in, heißt, Lehrer aus dem Kollegium müssen auch noch Teile der SL-Aufgaben übernehmen.

Last edited 1 Monat zuvor by Alex
Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Unsere Schulleitung macht noch 4 Stunden pro Woche.
Ich arbeite aber eng mit dem Schulleiter zusammen. Daher kenne ich seinen Terminkalender. Der würde mir Alpträume bescheren.

Marina
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Das ist eventuell ein Terminkalender, wie ihn Teamleiter (kein oberes Management) oder kleine Stabsstellen in Unternehmen haben. Das sind diejenigen Akademiker, die mit 65k € brutto nach Hause gehen.
Ja – Stress haben die SL. Und viele Parteien um sich herum, denen man es nicht Recht machen können. Und LuL unter (?? nein, SL sind keine disziplinarischen Vorgesetzten, richtig?) sich, die bei Laune gehalten werden müssen. Zu beneiden sind die SL wahrlich nicht. Aber ein extraordinär überbelasteter Job? Glaube ich auch wieder nicht. Es bekommt halt niemand etwas geschenkt heutzutage.

FNW
1 Monat zuvor
Antwortet  Marina

Sind Sie in einer Schule tätig? Haben Sie je unterrichtet? Kennen Sie die Vielzahl der „Herausforderungen“ an einer Schule? Kennen Sie sich mit den Problematiken der Lehrerversorgung, Schulbauten, Digitalisierung bzw. des Beamtenrechts aus? Ich würde mir nie anmaßen, für einen Bereich zu sprechen, von dem ich explizit keine Kenntnisse besitze. Aber gut, Sie waren selbst Schülerin. Dies qualifiziert Sie natürlich hinreichend. Damit reihen Sie sich ein in die lange Schlange von Bildungspolitikern, Philosophen und anderen vermeintlichen „Experten“ (IRONIE aus)! Deshalb können sich die Regierungspräsiden und Schulämter vermutlich auch kaum retten vor Bewerbungen für die Schulleitungslaufbahn.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Das muss eine Schule mit traumhafter Versorgung sein, dass noch „Teamstunden“ gesetzt werden, die auch existent sind.

Hier werden sie bei jedem Ausfall sofort gestrichen und der Ausfall kann auch gleich zu Beginn des Jahres sein, wenn Stellen nicht ausgeschrieben werden konnten oder mangels Bewerbung unbesetzt bleiben.
Dann übernehmen Abordnungen das Nötigste, geringverdienende MitarbeiterInnen die Beaufsichtigung, Teamstunden gibt es keine.

Auf dem Papier sieht das gut aus, in der Realität liegt die Versorgung
bei 70% – die Teamstunden werden vom Land nicht mehr gerechnet, sondern
fallen gelassen.

Bei 10-18 Std. Unterrichtsdeputat ist eine Klassenleitung üblich, es sei denn, jemand anderes aus dem Kollegium übernimmt es (als doppelte KL).

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Genauso sieht es bei uns aus … sehr treffend beschrieben!!

Ron
1 Monat zuvor

Schulleitung ist oft ein undankbarer Job, da nur der Mangel verwaltet wird.

Marc
1 Monat zuvor

Ich habe schlicht keine Lust auf die diversen Prüfungen und Weiterbildungen die notwendig sind. Der Job würde mich schon reizen, aber wenn ich lese wie viel Arbeit alleine in die Weiterbildung und Prüfung fließt, habe ich einfach keine Lust.

Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc

Wenn man sich für ein höheres Gehalt anstrengen muss, dann haben Sie keine Lust. Einfach so drauflos legen, das wäre genau Ihr Ding. Der Post zeigt sehr schön, aus welcher Ecke die „A13 für alle“ Rufe kommen!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Dann müssen aber auch erstmal alle Schulleiter der Grundschule A13 bekommen. Das ist nämlich nicht der Fall. Die meisten kriegen A12 z (also das, was ein normaler Grundschullehrer kriegt, plus 150 Euro). Und DAS steht in keinem Verhältnis zur Arbeitszeit. Unsere Schulleiterin verlässt selten vor 19 Uhr ihr Büro und hat noch eine Klassenleitung.

Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Ich stimme Ihnen zu, dass die Gehaltszulagen für Leitungstätigkeiten viel zu gering sind. Aus diesem Grund gibt es auch zu wenige Bewerber und der Mangel wird sich in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen. Zu Ihrem Arbeitszeitbeispiel: Ich selbst bin eine normale Sek II Lehrkraft und sitze regelmäßig bis 21 Uhr oder länger am Schreibtisch und arbeite auch häufig am Wochenende.

marc
1 Monat zuvor
Antwortet  Dirk Meier

aus welcher Ecke die „A13 für alle“ Rufe kommen!“

„Ich selbst bin eine normale Sek II Lehrkraft“

Das zeigt auch sehr deutlich aus welcher Richtung die Missgunst meistens kommt.

„Einfach so drauflos legen, das wäre genau Ihr Ding“

Sie meinen genauso „einfach loslegen“ wie Sie mit ihrem A13 Einstiegsgehalt. Mussten Sie sich das auch erarbeiten? Ach ne, gabs schon leistungslos als Einstiegsgehalt.
Die doofen Grundschulleute sollen sich bitte schön anstrengen wenn sie das haben wollen, das der Dirk schon als Einstieg erhält, gell?

Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  marc

Sie hätten sich ja für das anspruchsvollere Studium entscheiden können. Das wäre aber mit Arbeit verbunden gewesen. Die Einstiegsstufen sind überall öffentlich einsehbar. In meinem Unterrichtsfach haben übrigens ca. 80-90 % aller Studienanfänger abgebrochen und es herrscht ein extremer bundesweiter Bewerbermangel. Und das schon lange bevor die Politik den Lehrkräftebedarf durch den unbegrenzten Zuzug von Migranten künstlich nach oben getrieben hat.

alter Pauker
1 Monat zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Hochmut kommt vor den Fall: „Das wäre aber mit Arbeit verbunden gewesen.“

Ich empfehle dabei jedem arroganten Hinterteil, den Job zu machen, der nicht ach so überschätzen Fachstudien zu leisten ist. Das bisschen Pädagogik, das dort gelehrt wird, reicht aus um Stoffvermittler zu werden, nicht aber Lehrer. Das ist völlig unabhängig von jedem, auch Ihrem Studienfach, das Sie so pointiert erwähnen und bescheiden wie Sie sind, nicht angeben, welches Fach das sei.
(Echte Naturtalente in SEK II, die es gibt und vor welchen ich meinen Hut ziehe, ausgeschlossen.)

Pängsionär
1 Monat zuvor
Antwortet  alter Pauker

Wie viel „Stoff“ – inkl. Korrekturen, Abiturprüfungen usw. usw. – vermittelt man denn so in GS/Sek. I??? Gibt’s dort auch Pubertätskrisen? Wieviele Zeugnis- und pädagog. Konferenzen? Studienfahrten mit 12., 13. Jg., gerne per Flieger ins europ. Ausland…?

Oberstudiendirektor
29 Tage zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Bernd, bist du es? Ich dachte du arbeitest nicht mehr als Lehrer?

alter Pauker
1 Monat zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Sie müssen dann vielleicht, oder haben Sie etwa schön leistungsmäßig homogen-handausgesene SuS(?), auch für unterschiedliche Leistungsgruppen in einer Klasse täglich gezieltes Material in unterschiedlichen Fächern etc vorbereiten und dabei den Stand jedes Schülers, jeder Schülerin von heute früh „einbauen“. –> längerfristige Vorbereitung unmöglich-immer am Tag orientiert? Ein Beipiel aus meiner 8. Klasse:
Beispiel Mathe.
a: Rechnen bis 20, 10 Übergang Problem,
b: Zahlbereich bis 100, versch Probleme bei versch. Schülern, hauptsächlich Subtraktion, Übergang,1×1, Verständnis bei Sachaufgaben, c: Zahlbereichserweiterung über die 1000 mit allen aufgef. Problemen, d:Sachaufgaben und Zahlraumerweiterung bis 1 Mio.
e: mein Überflieger: Förderung mit Material aus dem Realschulbereich, hat aber massivste sprachl. Probleme.
Das Fach Deutsch, wo es nicht so extrem, aber ähnlich läuft, spare ich mir.

Schön, dass Sie mit 21 Uhr und dann Feierabend auskommen, mir/uns an der Schule reicht das bei weitem nicht. Am WE arbeiten(wie toll!) ist bei anderen Normalität, nicht nur manchmal. Arbeitsblätter vom Vorjahr benutzen? Klappt nie-Handarbeit meist mit dem PC ist angesagt-oder wenigstens Umändern, für die einzelnen Schüler am nächsten Schultag, in großem Umfang.
Wie war das mit A13?

Marc
1 Monat zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Was genau hat die A13 Forderung mit der Schulleitungsfunktion zu tun? Ich glaube Sie sind auf billige Polemik aus. Und Sie wollen mir erklären man müsse sich für Beförderungen anstrengen? So lange sind Regelbeförderungen am Gymnasium noch nicht her. Heute gibts als Medienbeauftragter fürs iPad warten übrigens auch schon A14 am Gym.

Und ob mir eine kleine Beförderung an der Grundschule dann wert ist Revisionen, Rechtsprüfungen und zig Fortbildungen anzutun, ist einfach meine Entscheidung.

Lisa
1 Monat zuvor

An Grundschulen ist nicht nur das Arbeitspensum, sondern vor allem der Zeitaufwand enorm. Wenn man keine(n) Konrektor(in) hat, muss man an Ganztagsschulen jeden Tag bis 16:00 Uhr anwesend sein. Dazu kommen viele weitere Termine wie z.B. beim Schulträger, Fördervereinssitzungen, Treffen mit Schulelternsprechern… Allein der Zeitaufwand hat mich nach der Elternzeit davon abgehalten, wieder Schulleiterin zu sein. Mit (kleinen) Kindern ist das nicht zu schaffen. Weshalb wohl sind an Grundschulen die wenigen Männer meist Schulleiter?

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Huch! Echt? Bis 16 Uhr? Das sind ja 7 Stunden pro Tag (Pause abgezogen). 35 Stunden pro Woche. PLUS weitere Termine…! Krass. Das würde ich auch lassen, das ist ja nicht zu schultern!
Dabei haben SL doch sogar einen richtigen Arbeitsplatz (Büro, Stuhl, Computer, …). Wieso also zum Henker, sollten sie NICHT an der Schule anwesend sein?

simmiansen
1 Monat zuvor

Bitte Schulleiterjob übernehmen und dann … vielleicht … mitreden!
„Lieber“ Herr Gesangsverein, Sie haben echt keine Ahnung, was nach 16 Uhr/Schulschluss noch alles ansteht!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

Bitte beachten Sie bei Ihrer „Rechnung“ , dass Lehrer bereits ab 7.00 Uhr beginnen zu arbeiten. Und nicht ab 9.00 Uhr. Die Wochenendarbeitszeiten kommen dann noch dazu. Pausen haben wir übrigens keine. Ich esse auf dem Weg von Raum zu Raum oder während meiner Aufsichten auf dem Pausenhof. Die ich übrigens nicht bezahlt kriege.

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Das wusste ich in der Tat nicht, dass Lehrer (hier: Schulleiter) um 7 Uhr beginnen!
Bei uns gibt es an der GS auch keine Frühbetreuung durch Lehrerinnen, das wird von einem Verein übernommen (kostenpflichtig, bzw kostenlos im Rahmen der verlässlichen Schule). Sogar das Sekretariat ist erst ab 8.00 besetzt.
Welche Aufgaben werden denn an 7 Uhr ausgeführt?
Ich verstehe auch, dass für Lehrer im Rahmen des Schulvormittags keine Pause möglich ist. Ich gehe aber davon aus, das nach max 6 Stunden eine 45 min Pause möglich ist. Mehr oder weniger störungsfrei (wie auch in anderen Berufen in der Mittagspause am Platz das Telefon klingelt und man dran geht, weil es eh erledigt werden muss).
Mich interessiert wirklich wirklich, was alles vor 8 passiert, damit ich verstehe, worum es hier eigentlich gehen soll!
Danke für offene Forumsteilnehmerbeiträge!

Mika
1 Monat zuvor

Arbeiten der Schulleitung vor 8.00 Uhr: Vertretungsplan aktualisieren (es gibt tatsächlich KollegInnen, die sich morgens krank melden), spontanes Umorganisieren aufgrund von Krankmeldungen – ganz besonders toll, wenn eine Lehrkraft an Corona erkrankt ist, die am aktuellen Tag mit auf Klassenfahrt gehen soll (so bei uns passiert). Ab 8 beginnt der alltägliche Wahnsinn. Arbeiten einer ganz normalen Lehrkraft vor 8Uhr: Aufsicht, Kopien für den Unterricht anfertigen, Absprachen mit Kollegen, Einarbeiten in die Spontanvertretung (der SL hat früh angerufen und um Vertretung gebeten).
Eine 45min Pause nach 6 Arbeitsstunden gibt es regulär weder für Lehrkräfte noch für die SL, falls man eine Freistunde hat, nutzt man diese dafür. Pausen im Sinne von Pausen zwischen den Schulstunden sind keine Erholungspausen, da diese (so bei uns) im Regelfall für Aufsicht, Elterntelefonate, kopieren, Schülergespräche, Dienstgespräche… draufgehen. Vielleicht unterhalten Sie sich ja mal mit den Lehrkräften Ihrer Kinder darüber.

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Mit Sicherheit werde ich die Lehrkräfte meiner Kinder NICHT (nochmal) fragen. Das habe ich tatsächlich mal versucht. Ich möchte auch nicht näher darauf eingehen, welche Reaktion ich darauf bekommen habe. Diese war zum einen unangemessen, unverschämt, hat aber meine Neugierde geschürt…
Aber ich frage einfach mal weiter nach und bin gespannt auf die Antworten (weil es mich wirklich, wirklich interessiert): Nach Schulschluss (an der GS ist das vmtl. spätestens 13.15) kann man doch Pause machen, oder? Das ist bei einem Arbeitsbeginn um 7 Uhr nach 6 Stunden. Was machen die Lehrerkinder morgens? Muss morgens für den Unterricht kopiert werden (ist das nicht eine planbare Tätigkeit)?
Pausen zwischen den Schulstunden zähle ich nicht als Pausen (glaube aber auch nicht, dass da ein Elterntelefonat wirklich effektiv und sinnstiftend ist, das sind ja nur 5 Minuten, würde mich wundern, wenn man da die Eltern ans Telefon bekommt, die warten ja nicht auf einen Anruf aus der Schule), Dienstgespräche sollten auch in einem hinreichenden Rahmen erfolgen (was ist denn eigentlich Inhalt eines „Dienstgesprächs“? und wo ist die Abgrenzung zu den ständig stattfindenden „Konferenzen“?). Gibt es keine Software, die einen Stundenplan erstellt? Was machen die Vertretungskräfte, wenn nicht vertreten werden muss? Gibt es jemanden, der Elterngespräche in den Ferienzeiten (unterrichtsfrei) abhält? Wenn nicht: warum nicht? Was ist Inhalt von Schülergesprächen an der GS? Mir fehlt einfach der Einblick und die Phantasie. Ich will es aber verstehen, um ein bisschen Empathie aufbauen zu können.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

In welcher idealen Welt leben Sie denn?? Die Vertretungen werden nicht von Vertretungslehrkräften, sondern von uns Lehrkräften gemacht. Fällt meine Kollegin aus, muss ich beide Klassen parallel unterrichten. D.h. ich renne permanent hin und her, während ich 46 Kinder unterrichte und betreue. Nach 13.15 Uhr geht übrigens die Lehrerarbeitszeit erst los. Unterricht planen und korrigieren ist dann angesagt. Wenn dann noch Klassenkonferenzen und Elterngespräche dazukommen, geht das Ganze mal locker bis 21.00 Uhr.

knarF
1 Monat zuvor

Sie haben einige grundlegende Dinge nicht verstanden oder nicht erklärt bekommen. Ich versuche es dennoch, auch wenn ich sicher bin, dass Sie die Erklärung bewusst falsch verstehen wollen.
Natürlich hat der Job auch Vorteile. Doch offensichtlich, wenn viele Fachkräfte fehlen, muss die Sache auch einen großen Nachteil haben. Von den „naturbelassenen Eltern und Kindern“ (hinsichtlich der Erziehung) will ich jetzt überhaupt nicht reden.
Wenn eine Lehrerin an Grundschulen 28 Stunden unterrichtet, hat sie 14 Stunden für die Unterrichtsvorbereitung, Nachbereitung, Elterngespräche, Konferenzen etc. pro Woche zur Verfügung. Damit kommt Sie auf eine offizielle Wochenarbeitszeit von 42 Stunden (bei einem vollen Lehrauftrag). In einer Woche mit Aufsätzen, Ausflügen oder Elternsprechtagen kommt sie leicht auf 50 oder mehr Stunden, in einer anderen Woche eventuell nur auf 35 Stunden.
Die Mehrzahl der Menschen z. B. an Grundschulen arbeitet aber nur in Teilzeit. Viele Lehrerinnen sind nur an 3 oder 4 Tagen an der Schule und werden entsprechend auch nur zu 50 %, 70 % oder 80 % bezahlt. Das sind dann die „faulen Lehrerinnen“, die einfach so am Mittag oder Vormittag einkaufen, Joggen oder sonst etwas tun. Wenn Sie in Teilzeit arbeiten, haben Sie eben auch freie Zeiten.
Konferenzen, Elternabende und Elterngespräche können aber nicht nach 50 %, 70 % oder 80 % abgebrochen werden. Dies nur mal so zum Nachdenken! Es gibt auch Klassenlehrerinnen, die nur zu 50 % oder
weniger angestellt sind und dennoch mit allen Eltern über Ihre Kinder sprechen!
Das eigentliche Grundproblem ist, dass Kinder und
Jugendliche (wie im medizinischen Bereich) nicht wie Akten in den Schrank gestellt werden können, wenn die „Sachbearbeiter“ bzw. Lehrerinnen fehlen. Kinder müssen gut versorgt und betreut bzw. bestenfalls kompetent unterrichtet werden. Viele Schulen haben
keine 100 % Lehrerversorgung für den Pflichtunterricht erhalten. Sie starteten schon mit nur 95 % in das Schuljahr. Unterricht soll/darf dennoch nicht ausfallen. Was machen Sie nun mit den Kindern, wenn weitere Lehrerinnen krank sind oder schwanger werden? In der Corona oder Post-Corona-Zeit sind Lehrerinnen zum Tag EINS der offiziellen Schwangerschaft vom Präsenzunterricht ausgeschlossen! Nein, dies ist nicht die Idee der Schulleitungen! Dies ist die gültige Rechtslage! Spontan fehlt also die Klassenlehrerin der 4d ohne Ersatz, weil es auf dem Markt schlicht keine Lehrerinnen mehr gibt? Die dauerhafte Verwaltung des Mangels stresst ungemein. Dazu wurden in den vergangenen Jahren viele Aufgaben von den vorgelagerten Behörden an die Schulen delegiert, ohne entsprechende Verwaltungszeiten auch für Schulsekretärinnen auszuweisen. Aus „Halbtagsschulen“ wurden Ganztagsschulen, der Anteil der Kinder aus Migration hat sich vervielfacht, Corona-Rückstände, die Ukraine-Krise, die Verwaltung der BuT-Anträge für Transferleistungsbezieher läuft anteilig über die Schulen…ich könnte das noch abendfüllend weiterführen…

Alle Personen, die ich kenne, die „ehrenamtlich oder als

Jugendbegleiter an Schulen gearbeitet haben oder arbeiten, sehen Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen in einem völlig anderen Licht.

Lehrerinnen sind nicht alle Heilige. Doch vergnügungssteuerpflichtig ist der Job definitiv nicht.

Die Leitung einer Schulen nimmt den größten Vorteil der Bildungsbranche hinweg – die unterrichtsfreien Zeiten – Ferien (u. a. gibt es deshalb die 42-Stundenwoche – frau arbeitet vor). Schulleitungen

arbeiten auch dann noch viele Wochen an Schulen, wenn die Kolleginnen nicht mehr dort sein müssen. Wenn dann noch keine der sonst üblichen „Leitungsvorteile für Führungskräfte“ (Prämien, Dienstwagen etc.) bestehen (gibt es so im Beamtentum nicht) und die Mehrbesoldung überschaubar ist, warum sollte sich dann jemand den Job als Schulleitung antun?

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  knarF

Ich will hier gar nichts bewusst falsch verstehen.

Das mit den Elterngesprächen leuchtet mit ein (ich bin vielleicht kritisch, aber nicht blöd). 30 x 10 Min (so lange und nicht länger sind Gespräche an der Schule meiner Kinder terminiert) sind 5 Stunden. Haken dahinter.

28 + 14 Schulstunden sind 31 Zeitstunden. Oder rechne ich falsch?

Ausflüge enden innerhalb der Stundentafel (hier zumindest), hier verstehe ich die Überstunden nicht (hier sehe ich eher eine Zeitersparnis, da die Vorbereitung gering und die Korrektur gleich Null ist).

Kein Präsenzunterricht für Schwangere: Haken dahinter, Rechtslage, ist so. Aber was machen die Schwangeren denn? Die sind schwanger aber nicht arbeitsunfähig… warum organisieren die denn nicht die Ausflüge oder kümmern sich um die BuT (?? Sorry, bin Laie, Brot und Tulpen??) Anträge?

Niemand sagt, dass Lehrersein „vergnügungsdteuerpflichtig“ ist. Aber es ist nun mal ein sehr undurchschaubarer Bereich. Wenn man das alles verstehen will wird man der Unkenntnis oder des falsch verstehen Wollens bezichtigt.

Der Schleiher lichtet sich langsam, ich habe aber den Eindruck, dass vieles gar nicht geändert (verbessert, vereinfacht, verschlankt) werden WILL.

Danke aber in jedem Fall für die Ausführungen.

Das Prämien- und Dienstwagenargument würde ich allerdings weglassen. Ich denke, der Vergleich hinkt.

Emil
1 Monat zuvor

Nur weil du es nicht kapiert, hast du recht? Ein Praktikum, eine Woche reicht, und du verstehst alles. Traust du dich, Herr Besserwisser????

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Den Besserwisser nehme ich als Konpliment. Vielen Dank

Emil
1 Monat zuvor

Was ist ist mit dem Praktikum? Herr Besserwisser! Realitätscheck! Komplimente muss man sich verdienen!

Emil
1 Monat zuvor

Im Ernst! Die Redaktion bekommt meinen Klarnamen und meine Schule. Du machst eine Woche Praktikum. Wir berichten hier. Traust du dich????

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Deal. Wenn ich eine Woche Sonderurlaub bekomme, komme ich!

Emil
1 Monat zuvor

Sonderurlaub? Für ein Praktikum in der Schule? Ihr Chef lacht sich schlapp!
Ich warte dann mal, bis der Sonderurlaubsantrag durch ist….

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Verbale Abrüstung wäre hier angebracht…

Wenn es sich bei dem „Sonderurlaub“ um eine unentgeltliche Freistellung nach Rücksprache mit dem AG handelt, wäre die Begründung „Praktikum in Schule“ eher zweitrangig.

Dann wäre es eher die Frage nach „betrieblichen Gründen“, die einer Freistellung im Wege stehen könnte.

Sofern also die Bereitschaft da wäre, auf Geld zu verzichten, um sich einen Einblick zu verschaffen, sind Ihre Kommentare eher herablassend zu verstehen.

Kleiner Tipp:
Manche Arbeitgeber stellen für ehrenamtliches Engagement frei. Vielleicht muss ja ein Spielgerüst auf dem Schulhof gestrichen werden…nebenbei kann man ja den LK bei der Arbeit zuschauen…

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor

NATÜRLICH lacht der sich schlapp! Anders wird das aber nichts ‍♂️

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

„Gehalt im oberen 5-stelligen Bereich“ sagen Sie.

Dann ist es um so dringender, ein Praktikum in der Schule zu machen, bei den Leuten, die im unteren 5-stelligen Bereich arbeiten.

Realitätscheck!!! Ich warte!

Markus
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Ganz ruhig, Emil. Durchatmen. Er meint das Angestelltenbrutto. Raus kommt auch ein kleiner 5-stelliger Betrag. Alles in Ordnung. Der Gesangsverein ist nicht reich, keine Angst!

Emil
1 Monat zuvor

6, setzen.
2 Fehler bei 8 Wörtern. War wohl nichts mit „besser wissen“!!!

Pit2020
1 Monat zuvor

@Herr Gesangsverein

Vergleiche hinken manchmal.
Was tun „Brot und Tulpen“??

Für jemanden, der offensichtlich kreativ und geistig wendig ist und extrem kluge Fragen stellt und sich extrem viele Gedanken zu machen scheint – wohlbemerkt: zu machen scheint … hier mal eine kleine Einhilfe:
Bei einer Suchmaschine Ihrer Wahl „BuT“ eingeben.
Bei mir ist der erste Vorschlag der Ergebnisliste folgendes:
https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/bildung-und-teilhabe

Und?
Was kommt bei Ihnen raus?

Emil
1 Monat zuvor

Das Problem ist;, der Herr „Gesangverein “ will nicht verstehen, sondern provozieren. Daher ist jede Ssachliche Antwort überflüssig. Trolle gibt es überall.

knarF
1 Monat zuvor

Sorry, ich kapituliere. Gehen Sie in „Ihre Schule“ und fragen Sie bei den Personen nach, die dort ein Ehrenamt ausüben. Sie nehmen den Lehrerinnen einfach nicht ab, dass Unterricht eine ernsthafte Tätigkeit ist. Sie vermitteln den Eindruck, dass dies doch jede bessere „Hausfrau“ auch machen könnte. Was machen Sie bitte beruflich? Der Vergleich von Leitungsfunktion an Schulen und in der in der Industrie ist durchaus angebracht. Das sieht die Industrie auch so, insbesondere die bei den Schnittstellen von Schule/Hochschule zur Industrie.

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  knarF

Ich arbeite als Qualitätsmanager (continuous improvement) für ein Unternehmen, das Komponenten für medizinische Produktionsanlagen herstellt. Kein Riesenkonzern, aber global aufgestellt. Seit meine Frau und ich Kinder haben (3 insgesamt, derzeit alle noch GS) haben sie und ich unsere beruflichen Ambitionen eingestellt und sind beide von globalen Rollen in regionale gegangen, meine Frau in Teilzeit (alles mit Gehaltseinbußen verbunden). Ich bin im Schnitt 12 Wochen/Jahr auf Reisen, Lage und Dauer der Reisen werden vorgegeben.
Je nach Standort (ich bin für 13 verantwortlich) arbeite ich in Wasserfallprojekten oder agil, je nach Reifegrad des Produkts bin ich auch in Lieferantenaudits und Ausschreibungen eingebunden. Ein Team/einen Sachbearbeiter habe ich nicht. Ich beziehe ein gutes Gehalt (oberer 5stelliger Bereich), einen Firmenwagen habe ich nicht.
Wir haben beide keine Eltern mehr und da die Beteeuungsmöglichkeiten für GS Kinder beschränkt sind, verbringen wir max 3 Wochen unseres Urlaubs gemeinsam.
Meine Frau arbeitet mit einer 50% Stelle in der Konsumgüterindustrie. Sie hat Psychologie und VWL studiert, momentan begleitet sie M&A Projekte. In den Wochen, in denen ich reise, wuppt sie ihren Job und die 3 Kinder alleine.
Niemals habe ich behauptet, Unterricht sei keine ernsthafte Aufgabe!
Ich sehe einfach viele Verbesserubgsmöglichkeiten, die nicht nur den Eltern, sondern auch den LuL und SL das Leben leichter machen könnten.
Provozieren und provokante Fragen stellen sind nunmal zwei verschiedene Paar Schuhe. Und meinen Frust möge man mir verzeihen (und vielleicht aber auch nachvollziehen), wir gehen wie viele andere Eltern auf dem Zahnfleisch und fühlen uns von manch heiterem „Schöne Ferieeeen!“ einfach vor den Kopf gestoßen, wenn vor uns eine Betreuungslücke aufklafft und uns unterstellt wird, wir würden unsere Kinder wegorganisieren, wären unfähig unsere Kinder zu erziehen/betreuen, hätten von nichts eine Ahnung …

Emil
1 Monat zuvor

Sie wollten doch Sonderurlaub einreichen, um ein Praktikum in meiner Schule zu machen! Ist der Antrag schon ausgefüllt?

dickebank
1 Monat zuvor

Und warum ist jetzt Schule als Bildungseinrichtung für ihr Betreuungsproblem verantwortlich?

Btw warum glauben Sie, dass Berufe in der Gastro- und Hotelbranche mit geteilten Diensten so ungeliebt sind? Bei lehrkräften – vor allen denen in Teilzeit – sieht der Einsatzplan unter der Woche nicht wesentlich besser aus. Besonders lustig sind Konferenztage, wenn man am frühen Vormittag Unterricht hat und dann meist zwei bis drei Stunden abhängen darf bevor die Konferenzen anfangen. Noch bescheidener wird es bei Veranstaltungen mit Elternbeteiligung, die in der regel nicht vor 16:00 h anfangen können. Bei voll ausgestattem Arbeitsplatz in der Schule stellt das kein Problem dar. – Nur gibt es diese nicht.

Stromdoktor
1 Monat zuvor

Vielen Dank für Ihre persönlichen Ausführungen!

Auf großes (zumindest offen kommuniziertes) Verständnis werden Sie hier sicher nicht stoßen. Einerseits war Ihr „Intro“ zu forsch und andererseits gibt es diese Wahrnehmungsstörungen auf allen Seiten.

Kurzfassung zu Ihrer Situation:
„Selbst schuld, dann weniger arbeiten, Ansprüche zurückschrauben oder nächstes Mal keine Kinder in die Welt setzen“

So kommt man natürlich niemals zusammen.

Ihre Situation kenne ich. Wir haben vergleichbare Lebensmodelle, sind aber aufgrund des Alters der Kinder betreuungstechnisch weitestgehend über den Berg. Auch mit Hilfe der Pandemie (HO).

Schnittstellen minimieren…wäre mein Tipp. Kontakt mit LK nur in einem Forum (hier trifft man sich freiwillig) und nicht in „freier Wildbahn“. Damit tut man allen Seiten den größten Gefallen.

Mit Abstand kann man dann später die Lebensphase(n) und die eigene Berufswahl besser einordnen.

Es geht auch wieder bergauf – versprochen!

(Nur nicht mehr für den „Gesangverein“ bei N4T…)

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Vielen Dank für den beruflichen und privaten Einblick!
Und dennoch…. Sie machen Ihren Job und wir unseren. Sie haben Ihr Setting und wir unseres. Wir sind dafür da, Ihren Kindern Grundfertigkeiten, die die Gesellschaft stellt, beizubringen.
Dies ist ein Job wie jeder andere auch. Es gibt ein Arbeitsvertrag, in dem alles geregelt ist. Zugegeben ist dieser Arbeitsvertrag sehr breit und manchmal auch diffus formuliert. Das gibt aber niemanden… Auch Ihnen nicht… Das Recht unverhältnismäßige Anforderungen zu stellen.
Sie haben 3 Kinder bekommen, für die Sie vollumfänglich verantwortlich sind. Schieben Sie die Verantwortung bitte nicht auf eine Institution ab. Das ist billig.

GriasDi
1 Monat zuvor

Mein Hausarzt hat nur 15 Stunden pro Woche Sprechstunde. Glauben Sie wirklich, dass er nur 15 Stunden pro Woche arbeitet. Glauben Sie wirklich, dass ein Bauingenieur nur dann arbeitet, wenn er auf der Baustelle ist? Sicher nicht. Sie dürfen auch glauben, dass Lehrkräfte ferienbereinigt cs 45 Stunden pro Woche arbeiten, wie viele Studien zeigen.

dickebank
1 Monat zuvor

„Ausflüge enden innerhalb der Stundentafel.“

Ja, aber innerhalb der Stundentafel der SuS.
Stundentafel KL-Team, einer 2 Std., da 50%-Stelle, der andere bei voller Stelle 5 Std.
Klassentafel der SuS 8 Std. plus einstündiger Mittagspause.
Abzüglich der Mittagspause fallen bei beiden Klassenlehrkräften durchschnittlich 4,5 unbezahlte Mehrarbeitsstunden an. Hinzu kommt, dass von den 9 Unterrichtsstunden vermutlich etwa 4 Stunden von anderen Kräften des Kollegiums durch Vertretung aufgefangen werden müssen, da Lehrkräfte ja nicht nur in ihrer Klasse eingesetzt sind.
Dieser Wandertag führt also zu 9 unbezahlten und 4 abrechnungsfähigen Mehrarbeitsstunden. Abrechnungsfähig heißt nicht unbedingt bezahlt, da Lehrkräfte – auch die in Teilzeit – erst ab der dritten Mehrarbeitsstunde im Monat Anspruch auf Vergütung haben.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  knarF

Vollste Zustimmung! !!!!

Mika
1 Monat zuvor

Ich versuche noch mal, auf Ihre Fragen einzugehen – Sie haben ja schon etliche Antworten erhalten.
Am Gymnasium, an dem ich arbeite, gibt es Unterricht von 8.00 – 16.25 Uhr. Bei den Grundschulen kommt es auf den Typ an: Halbtagsgrundschule, verlässliche Ganztagsschule etc. Unterrichtsschluss ist jedoch nicht Dienstschluss, weder für Lehrkräfte noch Schulleitung. Zu den Pausen hatte ich Ihnen bereits geantwortet.
Lehrerkinder machen morgens vermutlich dasselbe wie Kinder anderer Berufstätiger, glauben Sie, der ÖD hat da Sonderregelungen? Wäre nett, aber: nein. Elterntelefonate führe ich nicht in 5-Minuten- Pausen, sondern in den längeren Pausen oder in meinen Freistunden. Die Eltern warten entgegen Ihrer Annahme auf meinen Rückruf, da sie irgendein Problem haben, weshalb sie mich sprechen wollen. Dienstgespräche sind Gespräche mit Kollegen oder Schulleitung zu allen möglichen Inhalten: Schüler mit bestimmten Bedarfen, Fortbildung, Umsetzung aller möglichen Vorgaben, … da kann jeder hier was beitragen. Konferenzen sind Gremiensitzungen und was völlig anderes. Kopieren ist geplant, klar, oder glauben Sie, ich nehme irgendein Arbeitsblatt, was in der Schule rumliegt, und schiebe das über den Kopierer? Wenn ich den Unterricht für den nächsten Tag vorbereite, muss ich das dann vorbereitete Arbeitsblatt am Folgetag früh kopieren. Wenn man an aufeinanderfolgenden Tagen unterrichtet, gehts garnicht anders.
Klar gibts Software zur Stundenplanerstellung. Davon abgesehen, dass die jemand bedienen muss ( und die gefühlt 100 Sonderbedingungen wie Fachräume, freie Tage aufgrund von anderweitigen regelmäßigen Dienstpflichten, Teilzeit, Referendare, SEK 1 beginnt immer zur 1. Stunde und hat keine Freistunden, nicht mehr als 6 Freistunden pro Vollzeitstelle und Woche, …, einarbeiten und das dann ausgespuckte Mischmasch in für Schüler und Lehrkräfte annehmbare Pläne verfeinern muss) meine ich Vertretungen für erkrankte Lehrkräfte. Das macht man früh vor Unterrichtsbeginn.
Schülergespräche sind genauso vielfältig wie Dienstgespräche. Da kann es um Noten, Leistungsabfälle, Verhaltensprobleme, Liebeskummer, pubertäre Probleme genauso wie um die Beantragung von Zuschüssen, Empfehlungsschreiben für Sommercamps, Klassensituationen gehen.
Es gibt genügend Arbeitszeitstudien für Lehrkräfte – lesen Sie einfach mal eine.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich würde gerne allgemein eine Wahrnehmung von „Außen“ ergänzen…

Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen „normalen“ Jobs im Büro und dem Beruf des Lehrers.

Man muss wohl zunächst die planbaren von den nicht planbaren Tätigkeiten unterscheiden.

Bei LK wurden Vertretungen, Dienst- und Elterngespräche, etc. genannt.

Im Büro ist es die FK, die mit ad hoc Aufgaben um die Ecke kommt. Zuweist dann, wenn man sich gerade einen Plan gemacht hat.

Insgesamt denke ich aber, dass das Tagesgeschäft des Lehrers unvorhersehbar(er) ist. Zudem geht es ja irgendwie auch immer um Menschen. Im Büro ist es vielleicht nur ein Foliensatz und es reicht ggf. auch eine 80%-Lösung.

Planbar(er) ist wohl der reguläre Unterricht. Ohne Vertretungen etc. Auch andere Veranstaltungen kann man sicherlich weitestgehend verlangen.

Das Problem wird sein, dass der planbare Teil immer kleiner und der unplanbare Teil immer größer wird.

Mich würde wahrscheinlich häufiger Vertretungsunterricht nerven. Der macht auch die schönste Struktur kaputt. Typabhängig.

(Im „Büro“ kalkuliere ich den täglichen Wahnsinn mit ein. Hier kann ich aber zeitlich neu strukturieren und das Unplanbare einplanen. Ist auch nicht stressfrei, fühlt sich aber selbstbestimmt(er) an.)

Naja…größtes Problem wird sein, dass die Arbeitsbelastung in Wellen verläuft. Ob dann die unterrichtsfreie Zeit den zeitlichen und physischen Ausgleich bringt, ist wohl auch typabhängig.

Einige möchten auf diese (vergleichsweise lange) „Auszeit am Stück“ nicht verzichten und kämpfen sich von Ferien zu Ferien. Andere wünschen sich vielleicht einen geregelter(en) Tagesablauf.

Ich persönlich schätze größtenteils die Vorteile von flexiblen Arbeitszeiten und der damit verbundenen Möglichkeiten „zwischendurch“.

Allerdings hat man im direkten Vergleich zu LK meist weniger Möglichkeiten, am Stück zu erholen. In diesen Sommerferien sind das bei mir 9 Urlaubstage plus ein WE. Mit schulpflichtigen Kindern ist man da auch eher fremdbestimmt und teilt seinen Urlaub auf die Ferien auf. Mehr als zwei Wochen liegen dann rechnerisch im Sommer nicht drin.

Insgesamt würde ich aber nicht tauschen wollen…

…und sehe, dass die Bedingungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen / Berufen im Vergleich miserabel sind und eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft nicht gegeben ist.

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Danke für diese interessante und ausführlichen, reflektierte Ausführung.
Kennt jemand Untersuchungen zum „Zeitverlauf der Belastung“. Ich finde diesen Punkt (Belastung, Ruhepause, … vs. kontinuierliche Belastung)? Wie ist das in Ländern, die weniger Ferien (Häufigkeit, nicht zwangsläufig Dauer) haben?

Pängsionär
1 Monat zuvor

Frankreich – haben die nicht 3 Monate Ferien, dafür weniger Feiertage? Am Lycée haben Lk 1 Fach; Kopiervorlagen für Klassenarbeiten, Klausuren samt Korrekturschablonen kommen aus der Pariser Zentrale – von den Korrekturvorschriften darf auch aus pädagog. Gründen nicht abgewichen werden. Echtes Zentralabitur, d.h. die Lk müssen sich nicht selbst was überlegen, sie arbeiten in der Oberstufe genau die Vorgaben zum Zentralabitur ab. Wegen der genauen Korrekturvorgaben sind die Korrekturen deutlich schneller buchstäblich abgehakt als in Schland.
Das Gehalt ist zwar nicht das dt. A 13, aber arm ist da niemand, es bleibt auch genug Zeit, um z.B. Nachhilfe auf eigene Kosten zu erteilen. Soziale Probleme? Dafür gibt es mind. eine Fachkraft, die nicht der Schulleitung untersteht.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Die unterrichtsfreien Zeiten wurden aber nicht im Interesse der lehrkräfte eingeführt. Sie sind gesetzlich verankert, da sie der Erholung der Schülerschaft dienen sollen. Die ferientermine sind für die nächsten fünf Jahre durch die Exekutive festgelegt, so dass für die erziehungsberechtigten ein langer Planungszeitraum besteht.

Von mir aus kann man von diesen „Betriebferien“ abrücken, aber dann hätte ich auch gerne die Freiheit meinen Urlaub nach freiem Ermessen nehmen zu können und geleistete Überstunden zeitnah abfeiern zu dürfen.
Und für alle, die ständig von den 13 Wochen unterrichtsfreier Zeit faseln, fast zwei Wochen davon sind gesetzliche Feiertage, die bei anderen nicht als Urlaubstage gezählt werden, ebensowenig wie die Tage an denen Überstundenausgleich genommen wird.

Karsten
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ich habe eben nachgezählt. Mein Kind (5. Klasse Gymnasium BaWü) hat im Kalenderjahr 2022 an 67 Tagen wegen Ferien und beweglicher Ferientage keinen Unterricht. Dazu kommen 2 Tage unterrichtsfrei wegen mündlichen Abitur und 1 Tag pädagogischer Tag. Dazu kommen noch die Feiertage, die auf einen Wochentag fallen (8). Das sind die 13
Wochen, auf die dickebank kommt. Ich komme (Feiertage mitgezählt) auf 15, Feiertage ausgerechnet auf 13. Plus Ausfalltage auf 14 Wochen. Da hilft mir die Planungssicherheit tatsächlich ungemein weiter, wenn alle unterrichtsfreien Tage so kurzfristig wie pädagogische Tage (1 Woche Ankündigungsfrist) angekündigt werden würden: vielen Dank auch.
Dass das so geregelt ist, ist so geregelt seit den 60er Jahren.
Die Frage ist aber: ist es deshalb richtig? Ist es deshalb zeitgemäß? Ist es deshalb das Beste?
Ich habe großen Respekt und Hochachtung vor Alleinerziehenden, die diesen Planzgskraftakt stemmen.
Ob Schülerinnen und Schüler (in allen Schulformen, in allen Altersklassen) diesen Umfang an Erholung brauchen ist momentan auch eher eine These als eine Tatsache.
Aber ja: es ist wie es ist, aber das ist kein Grund, das willfährig hinzunehmen.

Altunderfahren
1 Monat zuvor
Antwortet  Karsten

…“Da hilft mir die Planungssicherheit tatsächlich ungemein weiter, wenn alle unterrichtsfreien Tage so kurzfristig wie pädagogische Tage (1 Woche Ankündigungsfrist) angekündigt werden würden: vielen Dank auch.“…

Tja – willkommen im Club!

Oder glauben Sie, wir Lehrer bekommen Konferenzen o.ä. früher angekündigt?
Auch wir haben Familie und bereuungsbedürftige Kinder.
Glauben Sie, dass wir uns freuen, wenn wir an diesem Nachmittag einen drei Monate lang erwarteten Arzttermin für uns selbst oder ein Kind oder anderen Angehörigen haben und dann von der Schulleitung angewiesen werden, diesen abzusagen, weil: „Dienstpflicht!!“?

Wir bekommen zur „Planungssicherheit“ zu Beginn des Schuljahres einen Stundenplan, der in Stein gemeißelt ist, so lange er die Planungssicherheit der Schule / Schulleitung gewährleistet. Zu diesen Stunden MUSS der Lehrer anwesend sein. Da gibts keinen Urlaub oder mal eine unkomplizierte Dienstbefreiung.

Eigene Planungssicherheit = Null

Da werden an den „kurzen“ (weil: Teilzeit) Tagen kurzfristig Wandertage, Klassenfahrten, Sportfeste, Veranstaltungen irgendwelcher Art, Projekttage (und -wochen) angesetzt und eine Teilnahme der Lehrkraft für die Gesamtdauer ist verpflichtend.
Da muss halt dann die Ergo des Jüngsten verschoben werden, Opa kann mal wieder nicht zur dringend nötigen Physio gefahren werden (Ergo und Physio sind natürlich genervt über die Absage; nächster Termin dann extra spät).

Falls Sie jetzt an unsere vielen Ferien als Alternative denken…
Da kriegen Sie keinen Arzttermin.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ich persönlich habe da auch meinen Frieden mit gefunden.

Faktisch reicht der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub nicht aus, um die Betreuung der Kinder gewährleisten zu können.

Sicherlich kommt das aus einer Zeit, wo dieser Punkt nicht relevant war. Früher war die Mutter zu Hause und konnte die Betreuung übernehmen – jederzeit.

Für eine Sache muss man sich dann (gesellschaftlich) entscheiden: Sollen beide Elternteile berufstätig sein können oder nicht?

Falls ja, ist das bestehende Modell überholt.

Falls nein, kann man alles so belassen und es kommt auf den familiären, finanziellen und beruflichen Background an, ob man beides unter einen Hut bringt.

Wenn man eine notewenige Auszeit bei den Schüler*Innen zu Grunde legt, ist man eher im Bereich einer Ferienbetreuung unterwegs. Das muss dann nicht zwingend Schule leisten.

Offensichtlich gibt es aber kein großes Interesse an Veränderungen. Von keiner Seite.

In Bayern und BW steht demnächst wieder die Ernte an. Da wird nicht nur 5 Jahre im voraus Planungssicherheit hergestellt…

(Für mich ist der unterrichtsfreie Zeitraum als Kombination aus „Überstundenausgleich“ und Urlaub zu verstehen – auf Basis einer Vertrauensarbeitszeit).

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
alter Pauker
1 Monat zuvor

Liebe GS Kolleginnen und Kollegen, warum lassen Sie sich von jemandem, der einfach nur ignorant auf den Busch klopft, so provozieren? Ich denke das ist es nicht wert! Warum der Mensch aber so schräg ankommt (man lese nur die Behauptung über das Befragen der Lehrer der eigenen Kinder, die schon sehr „modelliert“ erscheint) so neiderfüllt -dass er ohne Ende provozieren will?
 
Umdrehen, weitergehen und gar nicht erst ignorieren scheint der beste Weg zu sein.
 
Wer hat den Kinder fast jeder sozialer Stufe und Intelligenz (vom wie auch immer behinderten Kind – bis hin zum zukünftigen Kandidaten eines Fördergymnasiums) alle gleichzeitig im Klassenzimmer sitzen – und soll alle in einem Lauf unterrichten? GS LuL.
 
Wer vermittelt denn das Fundament, damit diese Kinder eine echte Teilhabe am Leben erreichen können? GS LuL.
 
Geben GS LuL die Kinder nach Klasse 4 ab, haben diese ein solides Handwerkszeug, um die anschließenden Schularten bestehen zu können.
 
Haben GS LuL massive Schwächen bemerkt und andere Pädagogische Hilfen gesucht, differenziert und gefördert, schließlich zur Überprüfung an einen SD (Sonderpäd. Dienst-für SEK II Leute) gemeldet, haben Sie auch hier den Startpunkt für eine gute Teilhabe gelegt.
 
Darum berufen sich SEK II Leute so auf ihr heiliges Studienfach-weil sie all die anderen Dinge weder können-noch verstehen, wie man sieht. Hauptsache sie bekommen liebe, intelligente Kinder ab Klasse 5 bis zum Abi. Da ist dann gut (aber auch viel leichter) zu arbeiten.
Drei SEK II Kollegen waren (unter ihrer bisherigen Gehaltsstufe)wegen massiver Personalknappheit an unsere Schule abgeordnet worden, was ging, weil Gymn. überbesetzt war. Alle drei haben, die erste nach einer Woche, die beiden anderen eine Woche später die Flucht ergriffen. Einer der Gymnasiallehrer sagte fast wörtlich am Tag vor seiner Flucht: „So viel könne man ihm gar nicht zahlen, dass er hier weiter unterrichten würde“ Ende Zitat.
 
Also: Umdrehen, weitergehen und die Hunde bellen lassen.
 
GS/ HS und FöS LuL wissen was sie können-lassen Sie es nicht beschmutzen!
Die besten Gärtner müssen dort arbeiten, wo die kleinen Pflanzen wachsen-man muss sie pflegen, muss sie schulen, damit sie frei und aufrecht wachsen und muss helfen, wenn Schädlinge drohen. Man muss sie stützen, wenn sie sich beugen und schwach werden und schließlich weiß der beste Gärtner auch, an welche Stelle man die Zöglinge pflanzen darf, dass sie im Garten oder Park bestens weiterwachsen können und schlussendlich Frucht tragen, wenn sie Gewächshaus oder Baumschule verlassen…
 
 
Wie gesagt: Umdrehen….
 
oops, jetzt ist es doch länger geworden. Sorry.
 

Kartoffel
1 Monat zuvor
Antwortet  alter Pauker

Ich finde es legitim, wenn „Außenstehende“ ihre Perspektive teilen (wenn auch z.T. sehr emotional geladen). Das zeigt, dass ihnen nicht egal ist, was in und an Schulen passiert. Wir Lehrer haben nunmal andere Ein- und Ansichten, aber die Weisheit haben wir auch nicht mit Löffeln gefressen.
Es zeigt doch vielmehr, dass Probleme und Missstände, die es ohne Zweifel gibt, auch anderen auffallen – für mich mit bisher völlig unbedachten Komsequenzen – und dass nicht nur Lehrkräfte „leiden“. So wie Eltern mit Entscheidungen des Systems leben müssen, müssen wir mit Meinungen der Eltern leben.
Ich erfreue mich an kontroversen und multiperspektifischen Diskussionen und akzeptiere, dass es intelligente und kompetente Menschen unter Eltern gibt, die die Lehrermeinungen nicht teilen. Dafür haben sie auch Gründe.

alter Pauker
1 Monat zuvor
Antwortet  Kartoffel

Aber klar, @ Kartoffel, das gehört unbedingt dazu. Wer sich als Lehrer in der eigenen Weisheit sonnt, ist ohnehin im falschen Beruf. Selbst Hausbesuche (weil sich bei vielen Eltern noch die Nackenhaare aufstellen, wenn sie in die Schule sollen) sind für uns ein guter Weg einen Teil der Kooperationsaufgaben zu praktizieren.
Nebenbei erlebt man Details, denn dann sehen wir u.a. auch, ob Kinder optimale Bedingungen haben, oder, wie wirklich gesehen (da gehen einem die Augen auf!) , ihre HA auf der Holz-Bodentreppe machen müssen-ohne eigenes Zimmer und weil sie im „Wohnzimmer“ keine Ruhe haben, bzw.: (Elternstimme), weil die Videos nichts für Kinder sind (Detail zum Umgang in der Familie).
Hat man/frau das nicht erlebt, ermahnt und straft man dieses Kind vielleicht sogar wegen Schmutz im Heft, unsauberer Ausführung oder fehlenden Hausaufgaben – und tut dem Kind, das nichts dafür kann, sehr viel Unrecht.
 
Elterngespräche, wo auch immer, finden (ich kann nur für meine Schule und mich sprechen) oft erst abends statt, wenn möglichst beide Eltern (abhängig vom Sorgerecht) nach der Arbeit verfügbar und weniger gestresst sind, als wenn sie von der Arbeit frei fragen müssen, bei Putzkolonnen zum Beispiel nur sehr schwer „frei “ bekommen, Lohn verlieren oder nacharbeiten müssen – nur weil der Herr Lehrer, die Frau Lehrerin höchstens am Dienstag von 14 bis 15 Uhr „Sprechstunde“ hat-und keine anderen Termine finden „kann“.
Ganz toll aktuell bei meinem Sohn im Gymnasium, wo die anderen Eltern und auch ich die Kollegin Klassenlehrerin nur donnerstags (von 10:15-11:00h) oder freitags (von 8:20 – 9:05h), vermutlich in ihren Hohlstunden erreichen können. Selbst für Kollegen aus „niedrigeren“ Schularten wird da keine Ausnahme gemacht. Ein Termin bei der dortigen Rektorin folgt noch. Ich hoffe bei Frau Seiter (weiß ja keiner, wo das ist) klingeln jetzt die Ohren (Mit viel Glück liest sie es hier vielleicht) … Kooperation at it’s best!
 

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

@Mika

Danke.
Kurz und gut geschildert.
So müsste es verstanden werden (können).

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Eigentlich schon, was? Aber so mancher glaubt erst, wenn er‘s selbst erlebt. Erinnert mich ein bisschen an die Leute, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Ärzte mittwochs schon ab 12 Feierabend haben, und dann überrascht feststellen müssen, dass der Arzt justamente am Mittwoch nach 12 zum Hausbesuch kommt.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

An vielen Grundschulen im Osten beginnt das Ganze schon 7.00 Uhr. Die Kinder müssen vor dem Unterricht, der 7.30 beginnt, betreut werden. Die Schulleitung ist oft schon gegen 6.30 Uhr da. Wir sind eine dreizügige Grundschule mit eher schwierigem Einzugsgebiet. Aber der Arbeitsstart ab 7.00 Uhr ist an Grundschulen noch weit verbreitet.

Fakten sind Hate
1 Monat zuvor

Herr Gesangsverein. Warum sollte man sich für etwa 400 Euro (netto) mehr Geld einen Job von 8-16Uhr aufhalsen, wenn man für etwas weniger Geld A12) weniger Verantwortung trägt und bereits und bereits um 14 Uhr nach Hause geht?

OMG
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Wer in Hessen als Grundschule noch im Pakt für den nachmittag ist und keine besetzte Konrektorstelle hat , der spart als SL bares Geld: Während der Pakt-Zeiten darf die SL nämlich nicht in den Urlaub fahren. In Hessen ist die Schule jeden Mittwoch zu besetzen. Das bedeutet für alle SL: Drei Wochen am Stück frei gibt es nicht. Also sehr familienfreundlich.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

@Lisa

Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Nur möchte ich ergänzen, dass ich als männliche Grundschullehrperson ebenfalls keinerlei Interesse an einer Schulleitungsfunktion habe. Auch für mich steht fest, dass mir meine geringe Freizeit wichtiger ist, als mich mit Gemeinderatssitzungen, sinnentleerten Schulleitungsindoktrinationsfortbildungen,… zu beschäftigen.

Meiner Erfahrung nach sind heutige Schulleitungen (egal ob weiblich oder männlich) häufig mit Personen besetzt, die -warum auch immer- keine eigenen Kinder haben und somit etwas mehr Zeit zur Verfügung haben. Hier wäre natürlich eine richtige Auswertung interessant, ob sich meine Erfahrung auch in den offiziellen Zahlen widerspiegelt. Sollte sich dies allgemein bestätigen, welche Schlüsse sind daraus abzuleiten?

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Ja, das ist auch meine Erfahrung. Entweder sind es Männer, Frauen ohne – oder mit erwachsenen Kindern.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor

Eine Schule wie die meinige (90 KuK, 900 SuS) entspricht einem mittelständischen Unternehmen. Die Bezahlung des SL? Im direkten Vergleich eher die eines Würstchenbudenbesitzers.
Man muss schon beseelt, naiv oder geltungssüchtig sein, um einen derartigen Posten anzustreben.

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor

Dieser Vergleich interessiert mich jetzt im Detail. Wieso sollten den SuS mit MA in einem Betrieb verglichen werden?
Lieber Ragnar, mich würde Ihre Vorstellung von der Leitung eines mittelständischen Unternehmens brennend interessieren. Abgesehen von der von Lisa skizzierten Anwesenheit bis 16 Uhr (lach).

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor

Meine Vorstellungen von der Leitung eines mittelständischen Betriebs rühren von meiner Familie her. Aktuell 12 Angestellte.
Aber ich sehe schon, dass Sie auf Krawall gebürstet sind. Das ist okay, denn wer sich als Nicht-Lehrer in einem Lehrerforum an KuK abarbeitet, der muss vom Leben schon böse genug gebeutelt worden sein.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor

Nein, ich bin nicht auf Krawall gebürstet. Ich will einfach nur verstehen, was die LuL so umtreibt. Es gibt ggü Nicht-Lehrern einfach Null Transparenz, sodass Verständnis einfach schwer ist.
Dann und wann liest man, dass LuL Tasche packen, Zeitung lesen, die eigenen Kinder betreuen und den Arbeitsweg als Arbeitszeit empfinden. Klar, das ist keine Freizeit, aber Arbeit ist das ganz klar auch nicht.
In der Tat verstehe ich auch nicht, warum ein SL nicht in seinem Büro an der Schule arbeitet, sondern wie die anderen LuL um 13.00 nach Hause geht (so bei uns).
Nein, auf Krawall bin ich nicht aus.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ich sehe den Automechaniker auch immer in der Ecke rumstehen, wenn ich mein Auto bringe. Wieso dauert die Reparatur so lange? Wieso kostet das soviel? Warum ist der nach 18 Uhr nicht zu erreichen, wo ich doch gerade meine Probleme mit meinem Auto mit ihm besprechen möchte? Warum ist der in seinem Urlaub nicht zu erreichen und warum bildet der sich nicht fort?
Fragen über Fragen…..

Lehrer haben auch einen Arbeitsvertrag, der ganz klar die Präsenzzeiten und Urlaubszeiten regelt.
Warum sollten Elterngespräche in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden? Lehrer nehmen da ihren Urlaub, bereiten den Unterricht vor und bilden sich fort. Was ist so wichtig, in dieser Zeit unbedingt Elterngespräche zu führen? Bitte Erklärung?

Altunderfahren
1 Monat zuvor

Wir hatten vor einigen Jahren, nachdem wir das ewige Gemotze der Eltern über die berufstätigenunfreundlichen Elternsprechtage nicht mehr hören konnten, einen Samstag als Sprechtag angesetzt.

Und bevor hier wieder Ideen entstehen: Nein, es gab für uns keine „Freistunden“ zum Ausgleich an anderer Stelle. Schließlich müssten wir ja abends auch da sein.

So weit, so gut.

In meiner Klasse (24 Schüler) kamen fünf Anmeldungen zurück.
Und zehn bitterböse Kommentare, was uns denn einfiele,
a) in die gemeinsame Wochenend-Familien-Qualitytime hineinzugrätschen
b) wenn die Familien schon aufgrund von Berufen mit Wochenendarbeit Kinderbetreuung organisieren müssten, weil die Schulen ja freitags pünktlich dicht machten, auch noch damit anzukommen. Lieber sollten wir Kinderbetreuung anbieten (wenn wir samstags schon so viel Zeit hätten).

Gekommen sind von den fünf gemeldeten Familien letztlich drei – eine davon demonstrativ genervt und mit Freizeitoutfit „auf dem Sprung“, weil das ja jetzt auch noch hätte sein müssen.

In den anderen Klassen war es ebenso; in einer kam sogar überhaupt niemand.

Haben wir nie wieder gemacht.

Karsten
1 Monat zuvor
Antwortet  Altunderfahren

Warum nicht?
Klingt doch nach wenig Arbeit!

G.B.
1 Monat zuvor
Antwortet  Karsten

Klingt für mich nach

  • einem sinnlos verblödelten Samstagvor- oder -nachmittag (bei uns ist immer Anwesenheitspflicht für die gesamte angesetzte Dauer des Sprechtags; man darf ja eigentlich auch unangemeldet kommen),
  • eigenen Kindern, die untergebracht werden mussten,
  • unnötiger, z.T. weiter Anfahrt,
  • WochenendheimfahrerkollegInnen, für die sich die Fahrt zur eigenen Familie dann nicht mehr lohnt

Und ab Montag drauf nach einer langen Liste an Gesprächsanfragen der Eltern: „Tut uns ja soooo leid, aber da konnten wir nun wirklich nicht!“.

Dass vielleicht das Klassenzimmer mal aufgeräumt werden konnte, ist ein schwacher Trost.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Karsten

Auch Lehrer haben ein Recht auf Wochenende. Das mag schnuckelig sein immer und überall zur Verfügung zu stehen, aber genau das unterscheidet uns von Selbstständigen…. Selbst und ständig. Nee

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Altunderfahren

So eine gemeinsame „Wochenend-Qualitytime“ hätte ich auch gerne mal mit meinen Kids.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Altunderfahren

War auch bestimmt eine ganz ganz dumme Idee 🙂 🙂

GriasDi
1 Monat zuvor

Warum sollte es denn Transparenz geben? Wie transparent zeigen sich denn andere Berufe? Mein Hausarzt hat 15 Stunden Sprechstunde pro Woche. Ein Bauingenieur arbeitet eh nur dann, wenn er auf der Baustelle ist. Ein Rechtsanwalt nur dann, wenn er vor Gericht steht. Stimmt’s?

Emil
1 Monat zuvor

Doch. Obwohl Sie „Krawall“ wörtlich ausschließen, machen Sie genau das: Krawall! Sie negieren alles, was hier geäußert wird. Ohne Argument, schlicht mit Rhetorik. Das genau ist „Krawall“.
Warum glauben Sie, dass das hier keiner durchschaut????
Und warum ist Ihr Leben so traurig, dass Sie sich hier an den Lehrern abarbeiten müssen!????

Marc
1 Monat zuvor

Naja am Gymnasium ist man mit A16 ausreichend besoldet meiner Meinung nach. Damit gehört man definitiv zu den Top 10 oder sogar 5 Prozent der Verdienern. An der Grundschule sieht es mit A14 oder mancherorts A13 natürlich katastrophal aus. Da stimmen Aufwand und Lohn überhaupt nicht

Last edited 1 Monat zuvor by Marc
simmiansen
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc

Hallo Marc,
in etlichen Bundesländern gibt es an Grundschulen A 12. Grundschullehrer mit
A 14 gibt es meiner Kenntnis nach überhaupt nicht!
Ansonsten volle Zustimmung!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Von A14 für Grundschulleitungen habe ich auch noch nie was gehört. Da es sich auch hier wieder um einen Frauenjob handelt, ist er „natürlich“ unterbezahlt.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  simmiansen

Schulleitung in NRW bekommen A14…. An einer Grundschule.

Emma
1 Monat zuvor

Vielen Dank für die Information, das wusste ich nicht.

Ragnar Danneskjoeld
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc

Hallo Marc – natürlich verdient man mit A16 ordentlich. Und freilich, die Höhe des Soldes ist weniger schlimm als die ganzen Umstände, mit denen man als SL zu tun hat. Unabhängig davon – auch an Gymnasien fehlt es an Bewerbern.

Dass die Situation an der GS/HS noch extremer aussieht, kann vielleicht (!) nicht nur an der miesen Besoldung, sondern auch daran liegen, dass es hier einen noch höheren Anteil von KuK an Teilzeit gibt, der vor vorneherein als Kandidat ausscheidet.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc

Meiner Meinung nach ist der Job des Schulleiters am Gymnasium mittlerweile unzumutbar. Und ja, nicht zuletzt auch ob der Verantwortung und den o.g. Umständen zu gering bezahlt. Und jetzt?

Karolina Z.
1 Monat zuvor

Ich höre oft, dass die Bezahlung zu wenig Differenz zur normalen Lehrtätigkeit aufweist. Allerdings wird auch eine hitzige Debatte geführt, ob A13 für alle (wegen gleicher Ausbildung) nicht gerecht wäre. Hier ist ein Grund für die ähnliche Bezahlung: die gleiche Ausbildung. Dass ein Lehramtsstudium nicht für die Leitung einer Schule qualifiziert liegt beinahe auf der Hand. Die Frage, die sich stellt: sollte man in Anbetracht des Lehrkräftemangels nicht auch in Erwägung ziehen, andere Personengruppen in die Schulleitung zu holen, die ggf. mehr Ahnung von Verwaltungstätigkeiten haben und Spaß an Gremienarbeit und der Zusammenarbeit mit Eltern und anderen?
Wenn von den Lehrkräften eh niemand Lust auf diese Stellen hat?

Kathrin
1 Monat zuvor
Antwortet  Karolina Z.

Das Desaster haben wir doch schon bei den KuMis, dass Leute, die von Schule keine Ahnung haben, Führungspositionen besetzen. Nicht-Pädagog:innen könnte ich mir höchstens zusätzlich in der SL vorstellen. SL in NRW (Grundschule, A14) haben übrigens eine Zusatzqualifizierung durchlaufen. Eine SL-Aufgabe ist die pädagogische Schulentwicklung. Ein Verwaltungsmensch wäre da fehl am Platze. Sicher würde jede SL sich aber freuen, wenn jemand anderes die Statistik machen oder die Raumkoordination während der Einbauphase der Luftfilter übernehmen würde.

Rabe aus NRW
1 Monat zuvor

Wir hatten jetzt eine Zeit lang keine Schulleitung und haben festgestellt: Das System lief ohne prima! Man merkte gar nicht, dass wir ‚führungslos‘ waren. Nun macht der Neue alles kaputt (Chef raushängen lassen statt Teamwork) … Richtig gute Pädagogen arbeiten lieber direkt mit ihren SuS. (my humble observation)

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Sicher kann sich jede Schule selber verwalten, aber da geht es sicher über die reine Schulorganisation nicht hinaus. Ich wage zu behaupten, dass Sie in dieser Zeit keine einzige Stunde auf die Schulentwicklung geschaut geschweige denn diese verbindlich vorangetrieben haben. Haben Sie Fortbildungen geplant und durchgeführt? Beschäftigt sich Ihre Steuergruppe intensiv mit schul- und Unterrichts Entwicklung? Sind Konzepte entstanden und konsensiert worden? Haben Sie regelmäßig Kontakt mit außerschulischen Partnern umgesetzt?
Wer hatte das Budget im Blick und hat all die statistischen Erfordernisse bedient?
Wenn Sie jetzt antworten, ja in allen Bereichen waren wir auf Höhe, dann benötigt Ihre Schule tatsächlich keine Schulleitung.
Aber irgendwie habe ich da so meine Zweifel…..

Alex
1 Monat zuvor

Genau diese Dinge sind es, die uns so viel unnütze Arbeitszeit kosten.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Blödsinn! Alles nicht nötig? Und sich ständig wundern, dass alles immer schlimmer wird? Sich immer beklagen, dass Schüler und Eltern einfach nicht mitziehen? Nie den Fehler bei sich und in der Schule suchen? Immer nur die beklagenswerten Umstände verantwortlich machen?
Offensichtlich haben Sie nie darüber nachgedacht, dass geeignete Konzepte jeden LuL auch entlastet und in seiner Position stärkt. Die Erarbeitung mag anstrengend und zeitaufwändig sein, aber es lohnt sich.
Wenn man allerdings nur die reine Unterrichtszeit in seiner Schule verbringen möchte und dann fluchtartig die Arbeitsstätte verlässt, dann wird sich auch nichts ändern.

-mm-
1 Monat zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

War bei uns auch so- aber da kommt es vermutlich auch auf ein gutes Kollegium drauf an. Als dann wieder eine Schulleitung vorhanden war, wurden eifrig Konzepte aufgestellt, wieder verworfen, neu überdacht und bis zum heutigen Tag nicht umgesetzt, weil keines davon gut genug war, beziehungsweise sämtliche Rahmenbedingungen sich wieder geändert hatten. Das zu Frau Rottenmeier. Aber ja, auch hier gilt natürlich das gleiche wie beim Kollegium. Es kommt auf die Schulleitung drauf an. Ich hatte schon zweimal das große Glück, auf Schulleitungen zu treffen, die tatsächlich eng und realitätsnahe mit den Lehrern zusammengearbeitet haben und sich nicht mit ehrgeizigen Plänen profilieren wollten. Einer davon fand deshalb auch in meiner Fortsetzungsgeschichte, die Glorreichen 16, seinen Platz.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  -mm-

Ich lade Sie gerne mal zu uns ein und dann sehen Sie, wie wir in unserer Brennpunktschule arbeiten. Auf Augenhöhe, miteinander, füreinander…. Und Fluktuation gleich Null…. Tja….

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

Ich habe großen Respekt davor, was Schulleitungen leisten – und aushalten müssen… und würde es NIE im Leben machen wollen! In der Grundschule ist die Schulleitung außerdem so eine Art „Ehrenamt“. Man bekommt in vielen Bundesländern eine Zulage von 150 Euro und muss trotzdem noch eine Klassenleitung übernehmen. Das ist Selbstausbeutung pur.

Derdiedas
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Und genau so funktionieren die meisten Funktionsstellen am Gymnasium bzw. Berufskolleg. In den meisten Fällen gibt es ja gar keine Entlastung über Stunden oder A14 und wenn doch steht Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Dieses System ist reine Ausbeute, wenn man nicht an sich selbst denkt. Leider denken viel zu wenige Lehrer an sich selbst, gehen in Teilzeit der Familie wegen und arbeiten dann trotzdem 40 Stunden pro Woche…

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Derdiedas

„Leider denken viel zu wenige Lehrer an sich selbst, gehen in Teilzeit der Familie wegen und arbeiten dann trotzdem 40 Stunden pro Woche…“ ja, das ist meist der Fall, obwohl es nichts bringt, außer viel weniger Geld… Die Lehrerarbeitszeit muss erfasst und entsprechend bezahlt werden. An den Grundschulen gibt es kein „Funktionsstellen“. Grundschullehrer machen immer alles, was so anfällt noch mit. Abminderungsstunden sind in dieser Schulform ein Fremdwort.

Matthias Buchwald
1 Monat zuvor

Also ich habe mich bereits am 25. März 2020 (kein Schreibfehler)
auf die Ausschreibung der SL-Stelle im Goethe-Gymnasium
Weimar beworben.
Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat aber bis
heute diese Stelle nicht vergeben. An der Bereitschaft der Kandidaten
liegt es hier definitiv nicht…
Das nervenaufreibende Nachfragen nach dem Sachstand habe ich zwischenzeitlich an einen Anwalt übergeben.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Vielleicht ist es hilfreich in der allgemeinen Dienstordnung ADO des jeweiligen Bundeslandes sich über die Aufgaben einer Schulleitung schlau zu machen. Aus den Kommentaren hier entnehme ich, dass vor allem Lehrer mutmaßen, was eine Schulleitung den ganzen lieben Tag so treibt.
Schmunzeln musste ich bei einem Schreiber, der sich fragte, was man vor 8 Uhr so machen kann.
Ich versichere, mein Arbeitstag beginnt um 6.45 Uhr und bis 8 Uhr bin ich schon extrem beschäftigt gewesen. Dabei habe ich keinen Vertretungsplan gemacht, denn den macht meine Co.
Was mache ich also den ganzen Tag? Hier mal ein exemplarischer Ablauf :
Morgens ankommen, Rechner hochfahren und anfangen die aufgelaufenen Emails (ca 30) zu lesen und zu bearbeiten.
Dazwischen Gespräch mit dem Hausmeister, was alles so ansteht.
Kolleginnen begrüßen, Vertretungshinweise ausdrucken und aushängen. Kolleginnen erinnern an dies und das….
2 bis 3 Stunden unterrichten.
Danach erste Termine wahrnehmen und anstehende weitere Aufgaben erledigen. To Do Listen abarbeiten. Immer wieder Termine wahrnehmen bis der Nachmittag anbricht.
Nach Hause fahren und evt da weitere Aufgaben erledigen.
Der größte Anteil ist Orga Orga Orga, nachhalten, Überblick behalten, alle Teams, Aufgaben und Inhalte im Blick haben, Schwachstellen feststellen und überlegen wie man diese überwindet , Kontakte pflegen, aufgebrachte Eltern beruhigen, Entscheidungen treffen, Bittsteller beim Schulträger sein, Akquise von außerschulischen Partnern, Telefonseelsorge sein, und und und…..
Abends totmüde ins Bett fallen….

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor

Ich! Ich! Ich! Ich bin der Schmunzeltreiber!
Und jetzt musste ICH schmunzeln… „Kolleginnen begrüßen und Kolleginnen erinnern“. Arbeiten die nicht selbständig?
Ich kann mir leider unter „Orga“ wenig vorstellen. Und 30 Mails sind jetzt eigentlich nicht so überberstend viel.
Alle Teams, Aufgaben und Inhalte im Blick behalten: ja, das ist anstrengend, aber wenn es Teams gibt, sollte das auch deren Verantwortung sein und bei Nichterfüllung geahndet werden, oder ist micromanagen bei einen Kollegium notwendig?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ja, meine Kolleginnen arbeiten selbstständig in ihrem Bereich! Ich bin auch nicht für ihren Unterricht zuständig, sondern für alles drumherum. Bitte denkt daran, heute kommt, bitte tragt euch in Liste xyz ein, bitte denkt daran Zettel xyz einzusammeln, bitte lest zur Vorbereitung schon mal dies und das, bitte vergesst nicht…. Usw…
Teams arbeiten nur mit eindeutigen Arbeitsauftrag selbstständig. Wer formuliert die Aufträge? Arbeitsergebnisse müssen zusammengeführt und konsensiert werden.
Konzepte müssen evaluiert werden und nachgehalten werden. Wer terminiert das, in welcher Verantwortung geschieht das?
Es ist Aufgabe der schulleitung alles immer im Blick zu behalten und dafür zu sorgen, dass keine Fehler passieren.
Wenn Sie sich unter Orga nichts vorstellen können, fragen Sie sich mal, wer die Schulbücher bestellt…. Nur ein kleines Beispiel…. Wer die Termine so legt, dass die Mitglieder von Arbeitsgruppen nicht alle gleichzeitig tagen, wer überhaupt den ganzen Terminkalender macht und darauf achtet, dass alle Termine auch bekannt sind? Wer initialisiert runde Tische und steht mit allen Mitgliedern in Verbindung? Woher kommen eigentlich die zahlreichen Elternbriefe, die klassenübergreifende Themen haben? Und wer liest eigentlich die ganzen Zeugnisse und gleicht die miteinander ab?
Falls Sie sich jetzt immer noch nichts unter Orga vorstellen können, fragen Sie bitte Ihre schulleitung…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Und 30 Emails sind nicht zum Löschen gedacht. Da kommen Anfragen, Umfragen und größere und kleinere Arbeitsaufträge. Das muss bearbeitet werden, terminiert und deligiert werden…. Schon mal die Aufgabe Postkorb gehabt? Eine klassische Aufgabe aus dem EFV in NRW….

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Und eines habe ich noch vergessen, dann bin ich auch still 🙂
Jedes Jahr zuverlässig wiederkehrend das Riesenorgateil Einschulung. Das treibt uns jedes Mal an den Rand des Wahnsinns.
Fängt immer mit unserem Schulfest an, an dem sich interessierte Eltern Infos besorgen können und sich einen Termin zur Schulanmeldung holen. Die Kinder aus unserem Einzugsbereich bekommen von uns einen Termin vorgegeben…. Der gesamte zeitliche Ablauf kommt von Schulleitung. Alles fällt in den Zuständigkeitsbereich der Schulleitung. Kinder in Gruppen einteilen, Einladungen vorbereiten, Elterngespräch am Tag der Anmeldung, Rückfragen an die Kitas, Rückfragen an die Eltern, Kontakt Gesundheitsamt, Gutachten sammeln und bewerten, AOSF einleiten, Rückstellungen aussprechen. Ablehnungen aussprechen, Widersprüche bearbeiten, Zusagen vorbereiten, Schnupperstunde organisieren, Elternabend organisieren und durchführen….. Puuhhh.
Die Aufgabe der Kolleginnen ist es einzig und allein, die kleinen Menschen in definierten Gruppen auf bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten zu testen, dies zu dokumentieren und mit unseren Erkenntnissen aus den Eltern Interviews zusammen zu führen….
Das ist übrigens Orga vom feinsten.

So jetzt genieße ich den ersten Tag meiner Sommerferien….. Hoffentlich scheint die Sonne spätestens ab morgen.

mississippi
1 Monat zuvor

Eigenen Unterricht vorbereiten und Korrigieren haben Sie vergessen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  mississippi

Stimmt 🙂
Aber das ist mir mehr Spaß als Pflicht. Für mich ist unterrichten eine sehr wohltuende Abwechslung.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Fordernd ist übrigens nicht die Vielzahl der Aufgaben einer Schulleitung sondern die enorme Vielfalt.
Ich genieße immer meine Unterrichtszeit, denn da gibt es ein klares Setting (heute wollen wir…) mit Zeitvorgabe.
Für den restlichen Tag muss ich mir mein setting selber stecken und fertig ist man leider nie….

Kathrin
1 Monat zuvor

Letzteres trifft natürlich auch auf jede Lehrkraft zu…
Sie haben uns die Herausforderungen an SL gut dargestellt. Hochachtung an alle, die den Posten gut ausfüllen!
Schöne Ferien – von denen Sie als SL m.E. definitiv weniger haben als wir „normale“ Lehrer:innen!

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Vielen Dank für diese anregende Diskussion. Auch dank Herrn Gesangsverein kam ein reger Austausch mit reflektorischen Ansätzen zustande.
Ganz anders habe ich die Diskussionen in Coronazeiten wahrgenommen.

Hat mir die letzten zwei Tage wirklich Freude bereitet.

Grüße an alle und schöne Sonnentage und Sommerferien
Fräulein Rottenmeier (ich liebe Heidi :))

Herr Gesangsverein
1 Monat zuvor

Liebes Fräulein Rottenmeier, das kann ich nur bestätigen 🙂

alter Pauker
1 Monat zuvor

Aus heutiger Sicht bin ich heute froh, dass ich bei einer Bewerbung als SL die Stelle nicht bekommen habe, nicht nur, aller auch weil sich die Arbeitsbedingungen für in „the LÄND“ kontinuierlich  verschlechtert haben und den SL immer mehr aufgebürdet wurde, ohne einen Ausgleich zu schaffen. Damals, vor rund 30 Jahren war ich stinksauer. Vielleicht mag das was ich erlebte, auch bis heute ein Grund auch für andere Männer sein, sich nicht zu bewerben-in einem Spiel ohne reelle Chance.
 
Ab meiner Bewerbung durchlief ich damals das ganze Procedere mit U-Besuchen, Besuch des obligatorischen (bestandenen) Führungskurses, Beurteilungen etc. und bekam vom Schulamtsleiter eines Tags mit Handschlag gesagt, „Sie sind unser Mann, an der Schule in XY-Dorf.“ (Der Ortsname würde mich identifizierbar machen) .

Grenzenlose Freude bei mir. Bis mir knapp zwei Wochen später mitgeteilt wurde, dass es eine Mitbewerberin gebe, die sich fast 8 Wochen nach Bewerbungsende noch beworben habe. Dass Beziehungen zu den „nötigen Kreisen“ in Stuttgart eine Rolle gespielt hatten, bekam ich später von einer „Insiderin“ aus jener politischen Frauen-Zirkel mitgeteilt.

Mit „Bedauern“ wurde mir, erneut ins SA geladen, mitgeteilt, dass bei gleicher Eignung eine Frau die Stelle erhalte, sogar (ich höre es noch wie damals) erhalten MÜSSE. Ich bat um ehrliche Beantwortung meiner Frage, die ich dann stellte, ob es nicht doch evtl. eine bessere Eignung sei. Schlechter geeignet zu sein hätte ich leicht und fair akzeptieren können, trotz Überschreitung des Meldetermins, aber letztendlich Opfer von „Vetterleswirtschaft“ und Regelbruch geworden zu sein und nicht einer guten, sachlich korrekten Entscheidung, ist unangenehm.

Nein, hieß es, Sie sind beide gleich gut geeignet, aber wir sind gezwungen, bei gleicher Eignung eine Frau vorzuziehen.
Meine Einwand, in Bezug auf die lange verstrichene Bewerbungsfrist, fand kein Gehör.
Also lange und auch schwer vergeblich „geackert“ – ohne Erfolg, trotz „Handschlag“ im Schulamt.

Wenn ich in der Folge mit Kollegen gesprochen habe, meinten die zu mir, dass man, männlichen Geschlechts, ohnehin keine Chance habe, weil der „Frauenerlass“ in Bezug auf Beförderungen bereits vorgebe, wer die Stellen erhalte. Die rasante Besetzung der Rektorate mit Frauen, war in der Folge nicht zu übersehen. Interessanterweise nicht, um die Schräglage zu korrigieren, was dringend nötig war, um ein „Gleichgewicht der Geschlechter“ bei den SL herzustellen. Es waren bis zu dem Zeitpunkt damals fast alle Schulen mit männlichen SL besetzt – heute sind es, nach Ausscheiden der männl. Schulleiter aus Altersgründen,  nahezu ausschließlich Frauen.

Exkurs: Da ich an allen meinen Dienststellen nur Kolleginnen an den GS traf (mit mir, als einem der wenigen Exoten an GS) brachte mich das auf den Gedanken, warum es keinen Männerbeauftragen gebe, wenn alle anderen im Kollegium ohnehin weiblich sind – und trotzdem eine Frauenbeauftragte haben.
Meine Forderung einige Jahre später, „Männerbeauftragte“ einzusetzen, erbrachte bei der großen Personalversammlung einen Sturm der Entrüstung und wurde nicht einmal diskutiert-das sei aber nur als Exkurs erzählt.

Jedenfalls ist in BW, durch den o.g. Erlass, die Bewerbungen von Männern eher selten geworden.
Und dass Männer wie Frauen merken könnten, dass sie im Amt des SL gnadenlos ausgenutzt und (vielleicht sogar bewusst) zeitlich und z.T auch inhaltlich überfordert werden, (so dass in meiner Schule die Dienstzeit der SL’in oft „bis in die Puppen“ geht), damit haben die Verantwortlichen in Stuttgart nicht gerechnet. Die leichten Änderung am Verhältnis Unterrichtsstunden zu Verwaltungszeit macht den Kohl aber wirklich nicht fett´, was alle KuK landauf landab sehr wohl wissen.

Stuttgart will SchulleiterInnen? Viel Spaß bei der Suche!

Principal
1 Monat zuvor

Nach 16 Jahren als Schulleiter an einem bayerischen Gymnasium weiß ich, es gibt keinen schöneren Beruf.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

@ Herr Gesangsverein.

Was ich mir hier an Arbeit mache wird sicher vergeblich sein, da sie es nicht wissen wollen. Trotzdem hier mal eine Aufstellung die Ihre Fragen beantworten wird.

Vorab
Ich kenne die Ausgangssituation, Studienkollegen außerhalb des Schuldienst haben nur zwei Meinungen zu Lehrern.

  1. Konjunktur ist gut. Lehrer sind die Dummen, die trotz Studium für einen Apfel und ein Ei arbeiten.
  2. Konjunktur schlecht. Lehrer sind die unkündbaren, überbezahlten Faullenzer die keine Angst vor Kündigung und Wohlstandsverlust haben müssen.

Hier die Aufstellung der Arbeitszeit.

Unterricht 26 x 45 Min. 19,5h
Aufsicht 2×15 Min. 0,5h
Gespräche (Abstimmung mit Kollegen, AL, Anrufe von Eltern/Betrieben)
5×0,5 2,5h
Konferenzen (je 3x Gesamtkonferenz und Dienstbesprechung, 8xZeugniskonferenzen, 8xProjektgruppen, 10x Klassenkonferenzen, 2xFachkonferenzen, 2xAbteilungkonferenzen, 15xTeamsitzung)
50x2h /40 Wochen 2,5h
Verwaltung (Schülerdaten, Zeugnisse, Karteikarten, Mahnungen, Leistungsverweigerungen, Kontrolle von Klassenbüchern, Bescheinigungen ausstellen, Anträge z.B. für Fahrten)
2,5h
Unterrichtsvorbereitung (klar vieles ist schon da und muss nur überarbeitet werden)
13×0,5h 6,5h
KA Aufsetzen (Fragen, Punkteverteilung, Notenschlüssel)
66×1,5h /40Wochen 2,5h
Korrektur KA
66x4h/40Wochen 6,5h
Korrektur HA
1,5h
Post und Email 1h
Sonstiges (Infoveranstaltungen, Tag der offenen Tür, Abschlussfeiern, Runde Tische mit Betrieben, Aufräumen und Pflege von Funktionsräumen)
1,5h

Summe 45,5 h pro Woche

Lehrer arbeiten an 40 Wochen im Jahr
Beamte arbeiten an 46 Wochen im Jahr abzüglich von 5-6 Feiertagen die bei den Lehrern innerhalb der Ferien liegen, also etwa an 45 Wochen.

Lehrer 40 Wochen x 45h = 1800 h
Beamter 45 Wochen x 40h = 1800h

So, dann mal zum Verdienst.
A13 kann jeder in Netz recherchieren.
Wenn sie mit Studium in der Wirtschaft einen ähnlichen Verdienst haben, dann haben Sie was falsch gemacht. Sie sind dann eine arme Wurst. Sie sollten mit gleichen Dienstjahren etwa 400-600€ mehr haben.

In meiner bisherigen Dienstzeit
habe ich 3 x Nullrunden erlebt macht 3×180€ = 540€ im Monat, pro Jahr 6500€
Brutto
macht Netto 3900€
wurden Urlaubs und Weihnachtsgeld gestrichen pro Jahr 4000€
Zuzahlung zur PKV pro Jahr 500€
Summe 8300€ pro Jahr

Ich trage als Sparschwein der Nation also monatlich also etwa 691€ (durch Einkommensverlust) zum Überleben der BRD bei.
Nicht das unser Staat noch so verzweifelt wird, dass man am Ende Steuern von Milliardären erbeben muss.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

https://www.google.com/amp/s/amp2.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/gehaltsreport-2022-das-sind-die-bestbezahlten-berufe-in-deutschland/27058372.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4047/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-arbeitszeit-pro-erwerbstaetigen/

Durchschnittsgehalt der Akademiker: 59.696 €.

Brutto-Netto-Rechner sagt:
3.400 € pro Monat
41.000 € pro Jahr

(Lohnsteuerklasse 3, 2 Kinder)

Bei durchschnittliche Arbeitszeit (Vollzeit): 1.603 h/a

„Studienkollegen außerhalb des Schuldienstes haben nur zwei Meinungen zu Lehrern

1. Konjunktur ist gut. Lehrer sind die Dummen, die trotz Studium für einen Apfel und ein Ei arbeiten.

2. Konjunktur schlecht. Lehrer sind die unkündbaren, überbezahlten Faullenzer die keine Angst vor Kündigung und Wohlstandsverlust haben müssen“

Sie waren in einem überdurchschnittlich erfolgreichen Jahrgang, Schattenläufer!

Oder meine These:

Die Absolventen von damals hatten deutlich bessere Entwicklungschancen und lachen nicht nur über LK…sondern auch über das eine oder andere Akademiker-Gehalt auch nach vielen Jahren im Beruf.

Oberstudiendirektor
29 Tage zuvor

Der wichtigste Punkt (der finanzielle Aspekt) würde hier komplett außer acht gelassen.
Als Oberstudienrat mit A14 kann man ein schönes Leben haben. Wozu bitte der ganze extra Stress für mickrige tausender mehr im Jahr mit A15/A16?

Carsten
14 Tage zuvor

Die Aufgaben sind längst so viele geworden, dass sie von einer Person samt Stellvertreter/in und Schulleitungsteam nicht mehr zu bewältigen sind.
An Gymnasien benötigt man dringend eine Doppelspitze: Verwalter und päd. Leitung – wie in Kliniken: Verwaltung und Chefarzt.
An beruflichen Gymnasien haben Abteilungsleiter/innen oft nur ein halbes Deputat, an allg. Gymnasien gibt es keine Ermäßigung.
An meiner Schule sind im Laufe der vergangenen sechs Jahre drei Abteilungsleiter zurückgetreten, weil es nicht mehr stemmbar war.
Muss man sich wirklich fragen, warum das so ist.