Sind die Grundschullehrkräfte schuld am Leistungsabsturz? Philologen: „Schluss mit unbrauchbaren Methoden“

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BERLIN. Die Leistungen von Grundschülern sind in den vergangenen zehn Jahren, das dokumentiert aktuell eine Studie im Auftrag der KMK, drastisch gesunken. Während Lehrerverbände, die Grundschullehrkräfte vertreten (wie der VBE und die GEW), als Ursachen den insbesondere an Grundschulen grassierenden Lehrkräftemangel bei gleichzeitig steigenden Herausforderungen – wie der Inklusion – sehen, nehmen die Philologen die Grundschulen selbst in die Kritik. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert: „Schluss mit erwiesenermaßen unbrauchbaren Methoden!“

Die Leistungen von Grundschülern haben sich im Schnitt deutlich verschlechtert (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Seit Jahren verhallen Mahnungen in Bezug auf die immer gravierenderen Mängel beim Lesen, Schreiben und Rechnen, die Kinder von der Grundschule mit an die weiterführenden Schulen bringen, ungehört – meint der Philologenverband Rheinland-Pfalz. Die Landesvorsitzende des Verbandes der Gymnasiallehrkräfte, Cornelia Schwartz, zeigt sich nach eigenem Bekunden entsetzt, aber nicht erstaunt über die Ergebnisse der aktuellen, von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegebenen Studie des IQB-Bildungstrends 2021.

„Nicht erst seit Corona sind im Hinblick auf das Lesen, Schreiben und Rechnen schwerwiegende Defizite deutlich geworden“

Dass – wie die Kultusminister in ihren Stellungnahmen glauben machen will – vor allem die Schulschließungen in der Pandemie für den Leistungsschwund verantwortlich sind,  diese Begründung weist Schwartz zurück: „Nicht erst seit Corona sind im Hinblick auf das Lesen, Schreiben und Rechnen schwerwiegende Defizite deutlich geworden“, sagt sie.

Und betont stattdessen: „Man kann die derzeit von den Hochschulen propagierte Grundschuldidaktik fast schon als eine Didaktik der Verwahrlosung bezeichnen: Fehler werden nur noch ansatzweise korrigiert und setzen sich daher in den Köpfen der Kinder fest, von der Lehrkraft angeleitete gemeinsame Erarbeitungsphasen geißelt diese Didaktik als lehrerzentriert, und automatisiertes Üben beim Rechnen – davon will man gar nichts mehr wissen. Ein solcher Ansatz führt uns schon seit Jahren an den pädagogischen Abgrund, aber während der Pandemie und der Phasen des Fernunterrichts war dieser Ansatz erst recht zum Scheitern verurteilt.“

Der Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert die Bildungspolitiker der Länder auf: „Beenden Sie diesen Wahnsinn! Sorgen Sie dafür, dass eine schädliche Didaktik schnellstmöglich revidiert und Kindern das Leid des endgültigen Scheiterns erspart wird“ Schwartz betont: „Konsequentes Rechtschreiben und ein Verbessern von Fehlern, das Erlernen einer echten Schreibschrift, mehr Ruhe und Konzentration im Unterricht, Mathematikbücher, die nicht fünf verschiedene Rechenwege aufzeigen, sondern zunächst ein sinnvolles Rechenverfahren üben, und zwar nicht an drei kleinen Mini-Aufgaben, sondern so lange, bis das Verfahren sicher und selbständig ausgeführt werden kann – damit wäre schon viel geholfen, und zwar völlig kostenneutral. Man muss sich nur von den ideologischen Scheuklappen mancher Didaktiker befreien.“

Da nun schon zum Nachteil vieler Kinder beträchtlicher Schaden angerichtet worden sei, fordert der Philologenverband Rheinland-Pfalz übergangsweise für die fünften und sechsten Klassen an den weiterführenden Schulen jeweils zwei Förderstunden pro Woche und Klasse, „so dass hier ohne Stress, ohne Vorwürfe und ohne Zeitdruck geübt und Versäumtes aus der Grundschule zumindest teilweise nachgeholt werden kann“.

Der Deutsche Philologenverband sieht ein Kernproblem in zu niedrigen Ansprüchen an die Grundschulen. Dass sich die Länder zum Beispiel für die neuen Bildungsstandards Deutsch für die Grundschule gerade einmal auf eine „lesbare Handschrift“ und „eine in den Kernbereichen“ korrekte Orthographie hätten einigen können, spiegle nur einen Minimalkonsens wider – setze aber keine ambitionierten Ziele für ein besseres Leistungsniveau der Grundschülerinnen und -schüler in den Kernfächern Deutsch und Mathematik bundesweit. Bundesvorsitzende Prof. Susanne Lin-Klitzing betont: „In der Mathematik halten wir es für unabdingbar, dass neben den schriftlichen Verfahren der Addition, Subtraktion und Multiplikation auch das schriftliche Verfahren der Division eingeführt wird.“

Der Verband appelliert dringend an die Kultusministerkonferenz, die Lern- und Leistungsziele für die Grundschülerinnen und -schüler zu erhöhen und die neuen Bildungsstandards für die Grundschulen für ambitionierte Ziele im Deutsch- und Mathematikunterricht nach oben zu korrigieren.

Böhm: „Wir brauchen einen Aufbruch in der Vermittlung der Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik“

In die gleiche Kerbe schlägt der Realschullehrerverband VDR. Ein wesentlicher Grund für den Absturz sei die mangelnde Leistungsorientierung in den Grundschulen und ein immer weiteres Einebnen der Anforderungen in den Basisfächern. „Wenn man zunehmend von Grundschulen ohne Noten sinniert, sich in pseudopädagogischen Vermittlungsstrukturen und Experimenten ergeht, Förderschulen abschafft, muss einen das Ergebnis nicht verwundern“, so erklärt der Bundesvorsitzende Jürgen Böhm. Er erklärt:  „Wir brauchen einen Aufbruch in der Vermittlung der Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik – Eine Qualitäts- und Leistungsoffensive und kein ständiges Herunterschrauben von Anforderungen.“

Dass sich an den Grundschulen allerdings auch die Rahmenbedingungen verschlechtert haben („wie Lehrkräftemangel, zunehmende Aufweichungen der Lehrkräfteausbildung mit Verkürzung des Referendariats bis hin zu fehlenden qualitativ ausreichenden Seiteneinsteigerprogramme“), räumt Böhm ein. News4teachers / mit Material der dpa

Hier lässt sich die IQB-Studie herunterladen.

Alarmierende IQB-Studie: Lehrerverbände greifen die Kultusminister an – „Bildungspolitik verfehlt ihre Ziele haushoch!“

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Palim
1 Monat zuvor

Ich bin es soooo leid!

Die Schulen sind miserabel versorgt, man reißt sich den Allerwertesten auf, um es überhaupt irgendwie zu retten.

Und dann muss man sich von anderen Lehrkräften vorwerfen lassen, dass man schlecht gearbeitet hätte?
Menschen, die noch nie ein 1. Schuljahr übernommen haben, erzählen einem, wie man zu unterrichten hätte, ohne sich je mit Lernausgangslagen dieser Lerngruppen beschäftigt zu Abend.
Die Didaktik stimme nicht? Und dann wird über Methodik referiert?
Die Leistungen sind nicht hoch genug, obwohl sie den Vorgaben entsprechen?

Das ist erbärmlich!

Liebe Lehrkräfte des Philologenverbandes und des VDR:
Macht doch!
Kommt in die Grundschulen und übernehmt die Aufgabe!

Ich komme dann gerne zur Leistungskontrolle nach meinen Regeln, die ich vorab nicht bekannt gebe.
Erledigt einfach alle Aufgaben herausragend, dann klappt es auch mit den Testergebnissen.

Thomas Schultz
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Lieber Palim, ich habe den Eindruck, Sie nehmen Kritik an, die gar nicht an Sie gerichtet ist.
Ich verstehe die Aussagen so, dass nicht die Grundschullehrkräfte „Schuld sind“, sondern die total bescheuerten Ideen/Methoden, die (auch Ihnen) von den tollen Didaktikern an den Unis aufgedrückt werden. Und in dieser Hinsicht stimme ich zu 100% zu. Die Kinder, die wir in die 5. Klassen bekommen, wurden in den letzten Jahren (auch schon vor Corona) immer schlechter in den Grunddingen wie v.a. Rechtschreibung.
Bei uns am Gym ist es ja auch nicht anders. Man will uns ja auch ständig erzählen wie toll und effektiv nur Gruppenarbeiten und andere Eiertänze sein sollen – komischerweise bringt allerdings oft ein guter Frontalunterricht die besten Fortschritte (Abwechslung muss natürlich dabei auch sein – nur frontal geht auch nicht, ist auch mir klar).

Also ich lade den Grundschulkollegen nicht die Schuld auf. Den schwachsinnigen ständigen „Reformen“ fürs Unterrichten sehr wohl.

Fr.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

Vielen Dank, Herr Schultz, Sie sprechen mir aus der Seele!

Ich bin mir allerdings unsicher, ob Kritik nicht auch manchmal mutwillig missverstanden wird, um vom wahren Grund der Probleme abzulenken und die Diskussion in Bahnen zu lenken, die einem lieber sind.

Tildi
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

Also, mir wäre noch nicht aufgefallen, dass Frontalunterricht die besten Fortschritte bringt, weder als Unterrichtende noch als Schülerin…..natürlich geht es nicht ganz ohne Frontalunterricht, aber ein Methodenmix führt mMn am besten zum Ziel. Übrigens auch in einem Gymnasium.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

Danke für die Antwort.

Wenn es am Gym genauso ist, frage ich Sie, wie oft Sie wirklich Gruppenarbeit einsetzen und wo Sie darauf verzichten?
Was ist verbindlich vorgegeben und was sind Ansätze, die zwar zur Verfügung stehen, aber in der Abwägung mal zum Zuge kommen und mal nicht.
Welche Ansätze reagieren auf eine veränderte Schülerschaft und welche erscheinen aus der Luft gegriffen?

Ich lese ständig Vorwürfe, die Grundschulen würden… Wer fragt denn nach, was sie wirklich tun?
Das bezieht sich genauso auf „Lesen durch Schreiben“ wie auf vieles anderes.
Welche Grundschullehrkraft äußert denn, dass man das 1×1 nicht trainieren würde, dass man nicht lesen würde, dass man nicht an der Rechtschreibung arbeiten würde?

Eine differenziertere Betrachtung dessen, was in Grundschulen passiert, wäre angebracht, wenn man sich damit auseinandersetzen will.
Es wird nach Methoden von vor 40 Jahren gerufen. Wer gibt denn die Gewissheit, dass diese heute zielführende wären? Statt einzelne Kinder vor allen laut vorlesen zu lassen und 25 andere zum Zuhören zu bringen, nutzt man andere Möglichkeiten, die mehr Schüler:innen aktiv üben lassen, u.a. Lesetandems, dennoch reicht das nicht aus.
Statt Diktaten, die vielen Kindern keinen Deut geholfen haben, setzt man auf Rechtschreibstrategien, weil dieser Ansatz vielen SuS weit mehr hilft als wöchentliche ausweglose Diktate.
Die verschiedenen Rechenverfahren waren womöglich das Bestreben, internationaler zu werden, das Abziehverfahren ist weit verbreitet. Wir nutzen es nicht (mehr), aber ich kann es anwenden und korrigieren und weiß, wie die ukrainischen Schüler:innen rechnen.

Wogegen richtet sich die Kritik?
Gegen die Didaktik an sich? Gegen die Inhaber der Lehrstühle? Gibt es sie überhaupt oder wurden die Stellen gestrichen?
Gegen Studien und Erhebungen oder die Übertragung von Erkenntnissen aus anglo-amerikanischen Unterrichtssystemen auf unser Schulsystem? Für oder gegen eine Evidenzbasierung?
Gegen die veränderte Gesellschaft, weil wir uns nach dem Leben in den 50er sehnen? Gegen die veränderte Schülerschaft am Gym?

Was sagen die Grundschullehrkräfte?
Zur Didaktik sage ich: manche Änderung der letzten 20 Jahre war schon die Reaktion auf die Not, dass viele Schüler:innen die Inhalte auf ältere Herangehensweise nicht mehr erlernen konnten. Man hat nicht mutwillig reformiert, sondern im Hinblick auf die veränderte Schülerschaft den Unterricht verändert. Das haben viele Lehrkräfte auch im Kleinen versucht, um zu besseren Ergebnissen zu kommen. Aus vielen unterschiedlichen, ähnlichen neuen Ansätzen ist inzwischen z.B. eine erheblich größere Beachtung der Silbenstruktur geworden, die sich vor 20 Jahren kaum, inzwischen fast in jedem Lehrwerk finden lässt.
Dabei haben Lehrkräfte die Schüler im Blick, wie sonst sollte es gehen.

Aber die Veränderungen haben nicht ausgereicht und können nichts ausrichten in Schulen, in denen ständig und immer Lehrkräfte fehlen, laufend die Lehrkräfte wechseln müssen, weil es in anderen Klassen oder Schulen noch knapper ist, immer neue Leute eingearbeitet werden (Vertretungen, Abordnungen) und immer mehr Personal in den Klassen steht, das Aufsicht führt, während zudem ein hohes Maß an Binnendifferenzierung in inklusive Klassen und angesichts der Flüchtlinge gefordert ist.

Dann kommt nach Distanzlernen und Wechselunterricht jemand vom Institut, fordert Zeit, wo keine ist, fordert Räume, wo keine sind, und lässt Tests schreiben, die länger dauern, als alle vorherigen Klassenarbeiten hätten sein können, aber nicht waren, weil keine geschrieben werden konnten. Das Ergebnis war vorhersehbar!

Und wenn der Test dann nicht wie gewünscht ausfällt, legen die einen die Hände in den Schoß und schieben alles auf Corona, die anderen stellen Forderungen, was noch zu meistern sein soll und laden es in den Grundschulen ab.
Am Ende erfindet irgendjemand noch mehr Bürokratie, die von den Grundschullehrkräften bewältigt werden soll.

Fragt doch mal die Grundschullehrkräfte, was helfen könnte!

Neugierig
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Schultz

Viele GS Lehrer sind mit den ständigen Reformen auch unzufrieden. Doch leider kommen die Kinder immer häufiger mit riesigen Defiziten in Kita und Schulen. Sprachfähigkeit, Motorik etc. bilden sich schon in den ersten Lebensjahren. Wir haben es also mit Kindern zu tun, auf die die Ansprüche des Bildungsplanes nicht mehr passen, weil ihnen schon die Grundlagen zuvor fehlen. Dazu kommen immer mehr Eltern, die ihre Kinder übermäßig verwöhnen und eine Gesellschaft in der Leistung zum Unwort erklärt wurde. Wenn Kinder mehr als 15 min Hausaufgaben machen, kommen sämtliche Eltern in Wallung. Kinder in der 2/3 Klasse betreiben aktive Leistungsverweigerung und zeigen sich auch bei motiviertesten Angeboten nicht gewillt den Stift in die Hand zu nehmen. In Klasse 1/2 wurden die Noten abgeschafft und die langen Berichtszeugnisse lesen die Eltern von Chantal, Chanel und Mike gar nicht erst. Ihre Kinder sind so brillant, dass bereits in der Geburtsklinik feststand:“ Des geht ufs Gimnasium“
Wir kämpfen in den GS mit zu großen Klassen, mit Eltern die beratungsressisten sind bis es zur Grundschulempfehlung, mit viel zu vielen Vertretungsstunden, mit ständig neuen Anordnungen etc. Ich finde es trotzdem unangebracht, dass ausgerechnet die Gymnasiallehrer mit ihrer vorsortierten Klientel sich beschweren. Viele dieser Spezies scheinen nicht zu wissen wie Kinder lernen. Hier sitzt immer noch der Nürnberger Trichter in der Lehrertasche. Was in manchen Grundschulen vielleicht tatsächlich zu weichgespült ist, ist in vielen Gymnasien zu weit weg von den Kindern.
wenn aber Lehrer gegen Lehrer vorgehen, dann brauchen wir uns nicht wundern, das wir gemeinsam nichts erreichen.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„obwohl sie den Vorgaben entsprechen“
Der Bildungsbericht 2022 zeigt doch, dass die offiziellen KMK-Grundschulstandards eben nicht annähernd erfüllt werden. Und diese Standards sollte man auch mal näher ansehen, ob da nicht manche Modeerscheinung wieder entrümpelt werden könnte. Früher hieß es: die SuS beherrschen die 4 Grundrechenarten, heute heißt es: sie kennen die 4 Grundrechenarten und wenden Rechenstrategien an. Das ist doch einfach eine schwächere Formulierung. Warum wurde denn das Dividieren praktisch gestrichen, nachdem es früher selbstverständlich war? Tiefere pädagogische Einsichten, oder Anpassung und Justierung nach unten?
Waren eigentlich die Grundschulen früher (also vor 40-60 Jahren) besser ausgestattet? Die Klassen waren jedenfalls größer, die Lehrkräfte kamen „nur“ von der PH ohne höheren wiss. Anspruch, niemand redete vom individuellen Fördern, die Räumlichkeiten waren kaum besser. Und gab’s all diese Probleme mit Lesen und Schreiben damals auch schon in diesem Ausmaß? Also sind das vielleicht keine schulischen, sondern gesamtgesellschaftliche Probleme?
Als Gymnasiallehrer wären Sie vielleicht auch frustriert, wenn jetzt im Bundesdurchschnitt 45 %, in einigen Teilen 60-70 % eines Jahrgangs in den Eingangsklassen der Gymnasien sitzen, aber eben nicht die eigentlich erforderlichen Grundkenntnisse mitbringen. Sollen die dann systematisch nachgeholt werden? Und was lässt man dafür weg?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Das Problem ist ein anderes. Sollten Sie als Gymnasiallehrkraft sich eigentlich denken können. Ganz spannend ist Ihr Beitrag, wo Sie sich auf früher beziehen. Also früher haben meine Eltern noch eins auf die Finger bzw. auf den Popo gekriegt.
Einzig und allein die Politik ist hier verantwortlich zu machen, da sie absolut inadäquat auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Laut obigem Artikel fordert der PhV in Rheinland-Pfalz für die 5. und 6. Klassen eine Art von institutionalisiertem Nachhilfeunterricht in jenen Disziplinen, die eigentlich in die Grundschule gehören. DAS gab’s so früher nicht, solche Forderungen wären unnötig gewesen. Und das hatte nichts mit einem Rohrstock oder so zu tun. Der ist schon soooo lange abgeschafft. Es geht ja auch um die Entwicklung der letzten 20 Jahre. Alle eiern um die Frage herum, warum sich trotz neuer Bildungsstandards und der vollmundig gepriesenen Kompetenz-orientierung die Testergebnisse bei innerdeutschen Tests nicht verbessern. Pauschal „plötzliche gesellschaftliche Veränderungen“ verantwortlich zu machen, klingt nach Ausrede. Da müsste man schon etwas präziser werden. Soooo plötzlich ändert sich die Gesellschaft nun auch wieder nicht.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Warum brauchen Gymnasien Stunden für Nachhilfe?

Weil Lehrkräfte an den Grundschulen fehlen und dort ein Großteil des Unterrichts durch Aufbewahrung ersetzt ist,
Förderunterricht samt Stunden für Inklusion sind ersatzlos gestrichen und gelten als „Zusatzbedarfe“, damit als Bonus, der zwar im Erlass steht, aber nicht in den Schulen ankommt.

Aber auf diese Weise könnten die Philologen ja ihre Lehrkräfte an den Gymnasien halten, statt sie an andere Schulen zu entsenden.

Milla
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Sorry Palim, sehe gerade den gleichen Beginn des Beitrags. War keine Absicht, aber dieses SOOOOOO LEID kam von innen, voll genervt! Habe es erst nach dem Abschicken bemerkt, also voll noch unter Stress stehend!

Johannes
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Die Philologen wissen immer, sich einen schlanken Fuß zu machen. Sie brauchen die meiste Entlastung wegen der Ukraine- Kids, können auf keinen Fall inkludieren und Differenzierung bedeutet oft „herunterschulen“, wie sie`s zu formulieren belieben. Und wenn die Grundschulen ihnen dann Kinder in die Orientierungsstufe schicken, die ein wenig mehr Arbeit machen, fordert man Zusatzstunden und erklärt den Kolleg:innen- Verzeihung, den dienstleistenden Zuliefernden- ihren Job.

Danke!

blau
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Genau. Die Vorraussetzungen werden einfach immer schlechter. Daran sind nicht die Lehrkräfte in den Grundschulen oder die Methoden schuld.

klm
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Doch, immer neue und keineswegs bessere Methoden sind neben anderem auch schuld.
Wirklich bessere Methoden erwachsen aus Praxiserfahrung, aber nicht aus schöner Theorie am schul- und kinderfernen Reißbrett.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  klm

„Wirklich bessere Methoden erwachsen aus Praxiserfahrung,“

Da gehe ich mit.
Aber das bedeutet auch, dass die Methoden aus den 50ern nicht die per se besseren waren, sondern dass man in der Praxis schauen muss, wie man den Kindern, die man vor sich sitzen hat, die Inhalte am besten nahe bringt.
Auch überlege ich, was wirklich aus den Elfenbeintürmen oder von noch weiter oben kommt oder was sich in den Schulen entwickelt, weil Lehrkräfte ihren Unterricht anpassen.
Die praxiserprobten Lehrkräfte gucken doch auf Neues und haben direkt ihre Klasse mit im Kopf, wägen ab, was möglich wäre … und picken sich heraus, was geht oder wandeln es ab, sodass es hilfreich wird.

Pälzer
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„Die Leistungen sind nicht hoch genug, obwohl sie den Vorgaben entsprechen?“
Das ist doch nicht schwer zu verstehen. Die Vorgaben sind schlecht. Nicht die Grundschullehrer tun zuwenig, sondern der Lehrplan funktioniert nicht. Wir aus den weiterführenden Schulen wünschen uns nur, dass die Kinder lesen, schreiben und rechnen können, wenn sie in die 5. Klasse kommen, so wie das 1, 2, 3, 4, 5 Generationen zuvor auch möglich war.
Statt dessen müssen wir allerhand Unsinn ausbügeln, z.B. 3 bis 4 verschiedene Systeme des schriftlichen Subtrahierens, die an benachbarten Grundschulen verschieden gelehrt wurden und die sich zum Teil für kompliziertere Rechnungen nicht eignen (Entbündeln), erst mal zusammenführen.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

Wir unterrichten eben auch Kinder, die auf Förderschulniveau lernen. Und für die ist das „Entbündeln“ didaktisch nicht unwichtig.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

„Wir aus den weiterführenden Schulen wünschen uns nur, dass die Kinder lesen, schreiben und rechnen können, wenn sie in die 5. Klasse kommen, so wie das 1, 2, 3, 4, 5 Generationen zuvor auch möglich war.“

Ist das so? Konnten die anderen Generationen das?
Oder wurden die Erwartungen anders aufgenommen und die Kinder besuchten andere Schulformen?
Was konnten sie nicht und wo blieben die Kinder, die es nicht konnten?

Warum sind Inhalte aus den weiterführende Schulen inzwischen in den Curricula der Grundschule?
Warum werden Curricula der Grundschule und der weiterführenden Schule nicht aufeinander abgestimmt?

Warum nehmen Lehrwerke Inhalte auf, die gar nicht in den Curricula der Grundschule genannt sind?
Warum werden diese Lehrwerke nicht geprüft und eine Änderung eingefordert?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„Ist das so? Konnten die anderen Generationen das?“
Daran sieht man Ihre verquere Herangehensweise. Natürlich konnten das nicht alle, aber die kamen früher auf keinen Fall ins Gymnasium. Am Gymnasium waren fließendes Lesen, Schreiben sowie Rechnen mit natürlichen Zahlen vollkommen selbstverständlich. Damit musste sich kein Lehrer aufhalten, und man konnte sich dem eigentlichen Stoff zuwenden. Aber die Übergangsquoten waren auch noch nicht 45 % bundesweit und gebietsweise 50-70 %. Ich denke, Pälzer meinte das so ähnlich. Er kann ja widersprechen.
Jetzt kommen Sie bloß nicht wieder mit der sozialen Auslese. Sinnvoll ist eine Auslese nach den Fähigkeiten der Kinder, nicht nach dem Geldbeutel der Eltern. So wie in den Sport-Eliteschulen. 🙂
Der Genosse Trend geht ja in Richtung Zwei-Säulen-Modell. Was halten Sie eigentlich von den KMK-Grundschulstandards? Können die eingehalten werden? Wenn ja, dürften diese Probleme eigentlich gar nicht entstehen.

Neugierig
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Grundschulempfehlung interessiert viele Eltern nicht mehr. Deshalb landen dann eben auch ungeeignete Kandidaten dort die die GS Lehrer nicht dorthin empfohlen haben! Es ist Sache der Gymnasien hier richtig zu beraten.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

KMK-Grundschulstandards“

Kenne ich gar nicht. Ist das neu?
Das ist hier in Bullerbü noch nicht angekommen.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Die gibt’s seit 2004. Offiziell heißen sie allerdings „Standards für die Primarstufe“, das ist aber fraglos dasselbe. Die stehen auf der Homepage der KMK und beschreiben, was die Kinder am Ende vom 4. Schuljahr in Deutsch und Mathematik können sollen. Auch VerA basiert darauf. Die schriftliche Division ist nicht mehr dabei. Verboten ist sie natürlich dennoch nicht.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Dinger heißen Bildungsstandards und sind gerade neu beschlossen worden. Das ist wohl auch den Philologen zu Ohren gekommen.

https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/der-lange-weg-zu-bundesweiten-bildungsstandards/

Wenn die bunten Markierungen die Änderungen zu 2004 anzeigen, hat sich nicht sehr viel geändert.

Pälzer
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„Ist das so? Konnten die anderen Generationen das?“
Meine Mutter hatte Hauptschulanschluss, ca. 10 meiner Klassenkameraden (Abi 1981) kamen von der Hauptschule in unsere Oberstufe. Noch in 2000 haben wir oft Kinder in Klasse 5 zur Realschule empfohlen im Wissen, dass sie dort entsprechend ihren Bedürfnissen gefördert wurden und womöglich in der Oberstufe wieder zu uns kamen.
Ja, die konnten nach der 4. Klasse lesen, schreiben und rechnen.
Und was die Generation vor uns angeht, kommen Sie mal vorbei, ich zeige Ihnen Schreibhefte von 1950 …
Sie deuten es an: die unsinnigen Curricula der Grundschule sind Teil des Problems.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

Ja, die Schreibhefte von 1950. (Sie hatten Hefte, keine Tafeln?)
Da hatte man noch eine Stunde fürs Schönschreiben im Plan.

Leibesertüchtigung fand auf dem Schulhof statt, der Schulweg von 7km wurde zu Fuß zurückgelegt – ohne Elternbegleitung. Handarbeiten hatten nur die Mädchen, die Lehrerinnen waren ledig und der Rohrstock lag oben auf dem Schrank.
Heimatkunde war genau das, zugegeben, die Zeichnungen in den Themenheften sind herausragend. allerdings las man privat Brehms Tierleben und die Biologiebücher bildeten die Errungenschaften der nachfolgenden 70 Jahre nicht ab. Verzichten wir doch einfach darauf.
Experimente brauchte niemand, gesunde Ernährung wuchs im eigenen Garten und Landwirtschaft lernte man am eigenen Schwein – samt Schlachtung, ansonsten hatte man zwischendurch einfach auch mal Hunger.
In der Dorfschule saßen unendlich viele Kinder miteinander in einem Raum, die Kriegsflüchtlinge verstand niemand, weil sie nicht Plattdeutsch sprachen, und mochte niemand, weil man zum Teilen angewiesen wurde oder Familien im Wohnzimmer einquartieren musste.
Bücher gab es zu Weihnachten, man konnte sie dann tauschen, die Tageszeitung wurde öffentlich ausgehängt, da konnten man sie lesen, wenn man es denn konnte.

Sollen wir dahin zurück?
Dann stellen wir auf Selbstversorgung um und unterlassen alles, was Freizeit ist, dazu fehlt den Erwachsenen und Kindern die Zeit, die Frauen stricken die Strümpfe und nähen die Schürzen, die Männer hacken das Holz für den Ofen.
Das Internet stellen wir ab und die Zinkwanne wieder auf.
Badetag im Wechselbad, das spart Energie.
Und entsprechend der FFF-Bewegung schaffen die Kinder den Schulweg ab morgen allein zu Fuß. Als Lehrer wohnen Sie ohnehin in der Schule.

Wenn Sie sich die 50er-Jahre so sehr wünschen, fangen Sie doch selbst gleich heute damit an und reduzieren Sie Ihr Leben auf das, was Ihnen damals möglich gewesen wäre. Sie nehmen sofort eine 7köpfige Flüchtlingsfamilien auf, bestimmt haben Sie einen oder zwei Räume über. Schnappen Sie sich Ihren Löffel und laden sich morgen Mittag bei den Eltern ihrer Schützlinge zum Mittag ein.

Das Problem nennt sich „Wohlstandsverwahrlosung“ und offenbar müssen wir lernen, besser mit unserem Wohlstand umzugehen, um alle mitzunehmen und nicht in Bequemlichkeit zu versinken.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Sie schlagen um sich wie ein trotziges Kind, das kein rationales Argument an sich heranlassen will. Geht das nicht ohne diese Unterstellungen, was früher alles so schlecht war? Meinen Sie vielleicht, die damaligen Flüchtlingskinder konnten keinen Stift halten und waren überhaupt besonders schwach in schulischen Dingen? Warum sprach man damals noch nicht von der gigantischen Heterogenität?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Flüchtlingskinder von damals sind alles Mögliche geworden, es sind die heutigen Großeltern und Urgroßeltern, ihre Kinder und Enkel sind unsere Bekannten, Nachbarn, Schulkinder.

Das Elend von damals haben sie nicht vergessen, aktuelle Bilder triggern die Erinnerungen.

Wie man sich angesichts dessen die „guten, alten Zeiten“ zurückwünschen kann, verschließt sich meiner Vorstellungskraft.

Ilse M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„Sollen wir dahin zurück?“ Ja, ein dickes Stück weit sollten wir dahin zurück!!
Wenn Sie glauben, das sei eine nur furchtbare Zeit mit unglücklichen Kindern gewesen, irren Sie sich.
Sie betrachten alles nur durch die Wohlstandsbrille und urteilen danach, können aber überhaupt nicht nachvollziehen, dass wir Kinder damals trotz aller äußeren Erschwernisse gar nicht so unglücklich waren.

Wenn ich heute die vielen missmutigen, egozentrischen, wehleidigen und auch zänkischen Kinder erlebe und von den vielen höre, die unter Depressionen, Fettleibigkeit, Süchten oder körperlichen Beeinträchtigungen durch Bewegungsmangel leiden, kann ich nur sagen: Liebe Leute, was hatten wir doch früher trotz aller Entbehrungen im Vergleich zu heute für eine glückliche Zeit.!

Hannelore
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

In meiner Kindheit gab es noch nicht einmal einen Fernsehsender und dennoch hatten wir Kinder nicht das Gefühl, uns fehle etwas.
Und oh Wunder: Langeweile war ein Fremdwort!
Wir spielten vorwiegend draußen auf der Straße oder in freier Natur. Nur Vormittags mussten wir zur Schule, der Nachmittag aber gehörte uns, unserer Phantasie und unseren einfallsreichen Spielen.

Und wir hatten Respekt vor den Erwachsenen, insbesondere den Lehrern, aber keine Angst, wie immer behauptet. Geschichten von Angst werden heutzutage allerdings lieber weitertransportiert, um ja keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass damals alles ganz schlecht und unmenschlich war. Das war es nicht!!!

Ich frage mich, was alles an Geschichten mit grundsätzlichen Behauptungen über die damalige Zeit kursiert, wenn wir Ältesten nicht mehr da sind oder fit genug, um aus eigenem Erleben zu erzählen.

Damals guckten wir Kinder frohgemut in die Zukunft, heute habe ich den Eindruck, Kinder haben oft Angst davor, obwohl sie viel mehr Zuspruch bekommen, in Watte gepackt werden, die Erwachsenen ihnen jedes Steinchen aus dem Weg räumen, eigene Anstrengung kaum mehr nötig ist…usw.

Ich kann dem Kommentar von Ilse M. (etwas weiter unten) nur zustimmen!!!

Neugierig
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

Die Grundschule ist kein Zulieferbetrieb für das Gymnasium, sondern eine Schule für alle Kinder.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Neugierig

„Schule für alle Kinder“
Richtig, aber es gibt für alle Kinder die KMK-Standards, und was ist mit denen, die diese Standards klar verfehlen? Ich denke, die sollten besser nicht aufs Gymnasium geschickt werden. Schauen Sie mal auf VerA-Ergebnisse (soweit veröffentlicht), welch große Anteile selbst die sog. „Mindeststandards“ (Kompetenzstufe II) verfehlen. Die KMK-Standards entsprechen eigentlich Stufe III.

Küstenlehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Genau so! Aber mal ehrlich: Was erwartet man von dieser selbst ernannten Krone der Schöpfung (die Damen und Herren Philologen)?!

undheitergehtsweiter
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

„Menschen, die noch nie ein 1. Schuljahr übernommen haben, erzählen einem, wie man zu unterrichten hätte, ohne sich je mit Lernausgangslagen dieser Lerngruppen beschäftigt zu haben.“
Philologen sehen leider nur die Spitze des Eisbergs. Wir sehen noch ganz andere SuS, die sie vermutlich in ihrem ganzen Lehrer:innenleben nicht in der Klasse zu sehen bekommen. Und selbst bei guten SuS kann ich nicht den gleichen Standard von vor einem Jahrzehnt oder mehr erwarten, den ich damals vermitteln und unterrichten könnte, weil die Vorraussetzungen durch das Elternhaus, die Erziehung und der Leistungswille
andere waren.

Carsten60
1 Monat zuvor

Also der Leistungswille ist heute selbst bei „guten“ Schülern aus bildungsnahem Elternhaus deutlich schwächer als vor einem Jahrzehnt? Können Sie das näher erläutern? Wie kommt das? Alles wegen Corona? Was Sie schreiben, klingt ausgesprochen kulturpessimistisch, so als gäbe es auch kein Rezept dagegen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Der Wille zu Chillen – also keine Leistung zur erbringen – ist halt größer.
Also chill mal Alter!

Megalodon
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Wenn etwas schlecht läuft, gehört alles auf den Prüfstand. Da kann man nicht sagen: Ich möchte nicht kritisiert werden für das, was ich tue, denn ich mache alles richtig, die anderen sind schuld.

Rike
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Das ist doch gar nicht Tenor unter den Lehrkräften des PhV und VDR, vielleicht denken einige so, aber ganz sicher nicht die Mehrheit!
Ich habe sehr großen Respekt vor der Arbeit der Grundschulen, vor deren Methoden und finde es eine Frechheit, so zu argumentieren wie der Landesverband des PhV. Die geforderten Maßnahmen würden einen Rückschritt ins letzte Jahrhundert bedeuten, vielmehr muss einfach besser ausgebildet und Stellen geschaffen werden! Von nix kommt nix, vor allem wenn alle am Limit laufen!
(Das trifft auf alle Schulformen zu!)

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Danke für die klaren Worte!

klm
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Ich sehe allmählich in Rückschritten den notwendigen Fortschritt.
Wer trotz Warnzeichen nicht aufhört, in die falsche Richtung zu laufen und damit bessere Schülerleistungen zu behindern, fällt wahrscheinlich noch hinter das letzte Jahrhundert zurück.
Ich habe auch Respekt vor Grundschullehrern, aber nur, wenn sie selbstbewusst und mutig genug sind, zum Wohle ihrer Schüler nicht allem zuzustimmen, was sich als neu und nur darum überlegen darstellt. Die Rechnung neu=besser ist mir einfach zu gedankenlos und billig.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Rike

Fragen Sie mal Gymnasiallehrkräfte danach, wie sie A13 für Grundschullehrkräfte finden.

MB aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Ich habe das so verstanden, dass es eher um die in der Ausbildung vermittelten Methoden ging und nicht um eine Kritik an Grundschullehrern.

Das wird ja „später“ nicht besser – wenn ich daran denke, was z.T. an der Uni von völlig welt- und schulfremden Menschen in Didaktikvorlesungen propagiert wurde – letztlich wird dann „oben“ etwas entschieden, was „unten“ so umgesetzt werden muss.
Wenn ein Uniprofessor meckert, wie vollkommen unvorbereitet meine Abiturienten an die Uni kommen – ja, da hat er Recht! Keine Polynomdivision, keine Integration durch Substitution oder partielle Integration, keine stochastischen Matrizen mehr – alles gestrichen (im LK!). Dafür können meine Schüler jetzt ganz toll Dinge in einen Taschenrechner eingeben, den sie im Studium nie mehr benutzen dürfen und später in welchem Beruf auch immer (außer sie werden Lehrer und müssen ihre Schüler damit quälen) nie mehr nutzen werden, da es viel bessere Tools im Internet gibt und tolle „Anwendungen“ durchführen (fürchterliche Sachkontexte im Zentralabitur).

Dieses dauernde „Gegeneinander-ausspielen-und-heulen-dass-man-es-selbst-ja-soooo-schwer-hat-und-die-andere-Lehramtsform-nicht“ muss aber echt aufhören, das nervt einfach nur. War hier – wie ich das verstanden habe – aber auch gar nicht intendiert. Und das wird gerne genutzt, um die wirklichen Probleme zu verschleiern und am Ende doch wieder uns Lehrern die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Carsten60
1 Monat zuvor

Weil es den Absturz ja auch von 2011 bis 2016 gab und die Corona-Krise noch weit weg war, muss man die Ursachen ja wohl in anderen Dingen als zufälligen Ereignissen (z.B. Flüchtlingswelle 2015) suchen. Es scheint irgendwie SYSTEM dahinzustecken. Dass jetzt jeder Verband hier bei news4teachers seinen Senf dazu gibt, ist nach Lage der Dinge nicht unnatürlich. Aber wichtiger wäre doch wohl endlich mal ein Hauch von SELBSTKRITIK seitens der arroganten Partei-Heinis, Staatssekretäre, Amtschefs und sonstigen Bürokraten in der KMK sowie jener Bildungswissenschaftler, die die Reformen der letzten 20 Jahre vehement gefordert und gutgeheißen haben (Schreiben nach Gehör, individualisiertes Lernen, Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Grundschule). Gibt’s da nichts zu berichten?
Die Grundschullehrer sind in ihrer Gesamtheit bestimmt nicht primär schuld, wenn sie ungeeignete Reformen nicht optimal umsetzen können. aber man könnte ja mal fragen, wieso eigentlich Kinder, die die Grundschulstandards nachweislich nicht erfüllen, dann hinterher mit dem Elternwillen auf die Realschule oder gar auf das Gymnasium kommen. Das ist eine Systemfrage. Unser Schulsystem entwickelt sich zu einem Potemkinschen Dorf, außen schick angemalt mit tollen Sprüchen, innen morsch und marode. Fehlendes Geld ALLEIN ist nicht das Problem, man leistet sich ja auch 16 Schulministerien mit ebenso vielen Landesinstituten.
Redaktion: Wie wäre es mit einem Interview mit dem KMK-Generalsekretär oder einem anderen der zuständigen Leute, auch in der StäWiKo ? Fragen gäbe es ja wohl genug. Und wenn die Herrschaften sich weigern, dann eben das an die große Glocke hängen. Bitte nicht ablenken und stattdessen auf den PhV schimpfen. Was hat der mit einem Grundschultest zu tun? Wo bleibt eigentlich der Senf von den grundschulnahen Verbänden? Was sagt der Ganztagsschulverband zur großartigen Wirkung der Ganztagsschule? Das soll wohl ein Tabuthema werden: Niemand spricht bislang davon.

Minna
1 Monat zuvor

Die deutsche Gesellschaft wird in den kommenden Jahren eine massive Veränderung auf dem Arbeitsmarkt erleben. Der Fachkräftemangel wurde vielerorts teilweise ganz gerne in Kauf genommen – konnte man doch teure Mitarbeiter achselzuckend einsparen und die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter erhöhen. Mit dem Ausscheiden der Boomer und den sich stetig verschlimmernden Coronaausfällen wird das nicht mehr funktionieren …
Und ich werde nicht aufhören, dies zu wiederholen: Long Covid betrifft laut aktueller Metastudie in Nature 25 % der Kinder, bei den LehrerInnen sieht es wahrscheinlich ähnlich aus. Bei einmaliger (!) Infektion mit SARS1 nahm die Zahl der Langzeitbetroffenen außerdem stetig zu. Long Covid führt, wie aktuell immer mehr Studien zeigen, zu einem (mindestens) monatelang andauernden Immundefizit. Die Krankheitslast steigt auch durch coronabedingte Krankheiten, wie Augenprobleme, Diabetes etc., die von der Gesellschaft noch nicht als Folgen wahrgenommen werden …
Die Schulen werden lernen müssen, mit den Folgen gesundheitlich und geistig belasteter SchülerInnen umzugehen.
Und irgendwann wird auch die Wirtschaft Eindämmung fordern … wenn noch jemand einen klaren Gedanken fassen kann.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Dankeschön !

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Long Covid ist ein dermaßen diffuses Geschehen, dass man dem quasi alles andichten kann. Vielleicht erinnern Sie sich, dass Kinder nach dem Lockdown und einer Infektion nahezu identische Symptome aufwiesen, wie Kinder nach dem Lockdown ohne Infektion. Die meisten Symptome verschwanden dann auch nach wenigen Wochen wieder. Sie überdramatisieren hier gewaltig, das passt aber so natürlich zum gängigen Duktus.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

So klappt jede Diskussion

Annahme 1: Belastung der Kinder durch Schulschließungen
Status: Unbewiesen
Vorgehen: Zur ehernen Wahrheit erklären.

Annahme 2: Long-Covid als Leistungsbremse der Arbeitnehmer
Status: Ungeklärt durch fehlende Daten
Vorgehen: Komplett verneinen

Leseratte
1 Monat zuvor
Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Man muss da die berechtigte Frage stellen, wieso die Hunderttausende von Einwanderern seit 2015 doch nicht wie angekündigt das Fachkräfteproblem ein für alle mal gelöst haben. Was machen die, die nicht wieder zurückgekehrt sind?Wer bezahlt deren Lebensunterhalt?

Pälzer
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Long Lauterbach ist in seiner Auswirkung dramatischer als Long Covid.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

Geschwätz!

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Pälzer

Sie bringen es auf den Punkt, Pälzer. Leider kann ich Ihren Worten nur einen grünen Daumen geben.

Ben
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Entschuldigen Sie bitte die Wortwahl…aber was für ein Schwachsinn!

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  Ben

Warten wir ab was Schwachsinn ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das jetzige Vorgehen alle Coroanausfälle einfach mal durch Mehrarbeit der Gesunden auf zu fangen in Krankenhäusern und Schulen sowie in vielen Bereichen der restlichen Wirtschaft auf Dauer durchführbar ist.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Frage wäre, ob die Impfung einen Einfluss auf Long-Covid / Post-Covid hat.

Sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern.

Ronja
1 Monat zuvor
Antwortet  Minna

Bitte nicht schon wieder alles auf Covid schieben und damit die wahren Ursachen für den bereits langjährigen Leistungsrückgang der Schüler unter den Teppich kehren!

Minna
1 Monat zuvor
Antwortet  Ronja

Das war wirklich nicht meine Absicht! Diesen Trick werden die KM auch frühestens dann für sich entdecken, wenn die Gesellschaft hinreichend durchseucht und unvorsichtig geworden ist. Bislang wird allerdings Long Covid beharrlich auf allen Kanälen ignoriert. Tatsächlich ist LC auch diffus. In Schweden beobachte ich eine markante Zunahme an Falten und Altersflecken sowie lang anhaltende Gelenkprobleme – die Coviderkrankung schädigt das Kollagen, weshalb Ehler-Danlos-Erkrankte von LC so stark betroffen sind. Die Hirnschäden werden als Vergesslichkeit und Stress wegerklärt.
Da wir aber langsam in die Phase der Dauerwelle übergehen, werden die Krankheitsausfälle durch Akut-Covid allein schon zum Problem … unsere Nachbarn mit kleinen Kindern hatten jetzt 4 Mal Corona in 8 Monaten, mit zunehmenden Symptomen und seit der letzten Runde mit Dauerhusten. Sie hat ihren Teilzeitjob gekündigt, er ist selbstständig und gestresst …

lehrer002
1 Monat zuvor

Diese Äußerungen des Philologenverbandes sind eine Unverschämtheit! Dieser angebliche Verband „für“ Gymnasiallehrer ist nur noch eine Schande für all die engagierten und kooperativ mit anderen Schulformen zusammenarbeitenden GymnasialkollegInnen.

Stattdessen wird von den Philologen die Schuld und die Lösung für eigene Probleme permanent bei anderen Schulformen gesucht (natürlich ohne auch nur einen Hauch Wissen über Grundschuldidaktik und Hauptschuldidaktik zu haben) und in diesem Zusammenhang die Arbeit der KollegInnen entsprechend herabgewürdigt.

Vielleicht sollten die Philologen erstmal vor der eigenen Haustür kehren…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  lehrer002

Aber wieso sind trotz der richtigen Grundschuldidaktik die empirischen Ergebnisse in diesem IQB-Bildungstrend so schlecht? Dazu sollten sich mal die Verbände von Grundschullehrern äußern. Oder die Grundschuldidaktiker.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Wir haben mit unseren Kindern immer extra Rechtschreibung geübt, weil die Lehrerin in der Grundschule „Schreiben nach Gehör“ praktizierte und quasi keine Fehler verbesserte. Sie begründete dies immer damit, den Kindern nicht die Lust am Schreiben nehmen zu wollen. Tatsächlich hatten unsere Kinder aber keine Lust, ständig alles falsch zu schreiben, weswegen wir uns dem Thema zuhause annahmen – gegen den Ratschlag der Lehrerin damals. Auf der Realschule wurde dann, welch Überraschung, plötzlich korrekte Rechtschreibung erwartet. Eltern, die den Rat der Lehrerin befolgten, schauten gemeinsam mit ihren Kindern in die Röhre und es hagelte erst einmal schlechte Deutschnoten.

Im Übrigen kenne ich fast kein Kind, das wirkliche Lust am Schreiben entwickelt hat, völlig gleich, wie es ihm in der Grundschule beigebracht wurde.

SusiS
1 Monat zuvor

Das muss aber wirklich lange her sein. Ich tippe auf mindestens 10 Jahre Grundschulzeit zurückliegend.
Und selbst, wenn es eine aktuellere Beobachtung gibt, „Schwarze Schafe“ gibt es überall, GS oder Gym, bei denen man sich als Eltern fragt, wie sie zu ihrem Job gekommen sind.
Ich kann diese Endlosschleife, dass Grundschulen ausschließlich dem Konzept „Lesen nach Gehör“ folgen nicht mehr hören! (In der Mathedidaktik lese ich hier ähnliche schräge Behauptungen).
Das ist schon längst überholt. In der ersten Klasse lernen die Kids (anhand einer Anlauttabelle / Lautanalyse) die Laut-Buchstaben-Zuordnung. Das wird aber durch das schrittweise Einführen elementarer Rechtschreibstrategien / -Regeln begleitet einschließlich der Arbeit mit Lenwörtern.

Was für eine Anmaßung des Philologenverbandes und all jener, die nur indirekt Eiblicke in Grundschulen haben und einen sehr begrenzten Ausschnitt sehen. Diese Urteile bezeugen lediglich, dass sie von „Tuten und Blasen“ einfach keine Ahnung haben!
Irgendwann bin ich es einfach leid, dem Brunnenfrosch (Philologenverband) Meeresrauschen zu erklären. Umgekehrt würde ich es mir zumindest nicht anmaßen.
Und hier mal aufzutischen mit Anekdoten von einer „Anno-Tuck-Didaktitk“ einzelner Lehrer eines Gymnasium, welches meine Kinder besuchen, maße ICH mir nicht an – auch, wenn es mir gerade sehr in den Fingern juckt…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  SusiS

„… lange her … mindestens 10 Jahre …“
Genau diese neue Kurzatmigkeit ist doch auch ein Problem. Schon nach 10 Jahren gilt etwas als fasch, was vorher als richtig galt, und umgekehrt. Weder die Rechtschreibung noch die Mathematik haben sich in dieser Zeit geändert. Aber ein paar Wichtigtuer müssen sich wichtig machen und ständig Änderungen anbringen.

baaaal1
1 Monat zuvor

der philologenverband fordert neben der beseitigung der didaktischen mängel RUHE und KONZENTRATION im unterricht. toll.. bitte, auch benennen, wie hohe klassenstärken, riesiger migrantenanteil in den klassen, einfluss der medienwelt auf den alltag der schüler und der lehrermangel schnellstens beseitigt werden können. hierzu benötigt man mittel, die seit jahren den schulen verweigert werden.

Soso
1 Monat zuvor
Antwortet  baaaal1

Allein mit Geldmitteln können Gestaltungs- und Planungsfehler nicht behoben werden. Der Sand im Getriebe muss erst raus.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  baaaal1

Welche Mittel benötigt man denn, um den „riesigen Migrantenanteil in den Klassen“ zu beseitigen?

Marion
1 Monat zuvor

Schuld sind nicht die Grundschullehrer. Schuld ist das von allen Seiten probagierte Weltbild des allein selig machenden Individualismus: ‚Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied‘, ’nichts muß – alles kann‘, ‚du kannst alles werden was du willst‘, ‚du mußt nur an dich glauben‘, ’sei ganz du selbst‘, ‚du mußt auf nichts verzichten’…
Das fängt im Kindergarten schon an. ‚Möchtest du lieber den roten oder den blauen Pulli anziehen, oder vielleicht doch lieber das gelbe Kleid?‘ ‚Möchtest du lieber mit dem Roller zum Kindergarten oder lieber zu Fuß oder wollen wir lieber mit dem Auto fahren?‘ Möchtest du heute lieber vom Papa abgeholt werden oder soll die Omi kommen oder soll doch lieber ich dich abholen?’…
Das ist vielleicht ein wenig überspitzt, aber im Grunde läuft es heute oft so. Kindern wird vermittelt, daß sie bestimmen wo es lang geht. Sie können immer alles, machen immer alles ganz toll und brauchen sich für nichts mehr wirklich anzustrengen, wenn sie keine Lust dazu haben.
Materielle Wünsche werden fast immer erfüllt und Grenzübertretungen ziehen kaum Konsequenzen nach sich.
Erwachsene Vorbilder, die noch irgendetwas mit ihren Händen tun sind selten geworden. Geschrieben wird nicht mehr, nur noch getippt und gewischt. Bei wem sollen sich Kinder da eine korrekte Stifthaltung abschauen?
Für Unterhaltung wird durch digitale Medien reichlich gesorgt. Was langweilig ist, wird weggeklickt.
Was heute noch gut und richtig war, ist morgen schon nicht mehr up to date. Das Rad dreht sich immer schneller. Kaum hat man sich an eine technische Errungenschaft gewöhnt, wird sie schon durch eine neue ersetzt, die man natürlich auch haben muß.
Mit fünf sind die meisten schon mindestens einmal in den Urlaub geflogen, Sommerferien mal nur zu Hause – Gott bewahre.
Jeder will und muß alles haben und am besten immer früher.
Jeder glaubt ein von Geburt an feststehendes Menschenrecht auf Erfüllung seiner individuellen Wünsche zu haben.
Ich will ein glückliches Familienleben, einen erfüllenden Beruf, ein schönes zu Hause und das bitte alles gleichzeitig, ohne irgendwo Abstriche machen zu müssen. Wenn dafür die Kinder schon mit einem Jahr outgesourced werden müssen, dann ist das halt so, sonst kann man sich das Leben als Familie ja gar nicht mehr leisten, es ist ja alles so teuer.
Kindern wird durch unseren anmaßenden Lebensstil suggeriert, daß Verzicht etwas Unzumutbares ist. Und mit dieser Haltung landen sie in den Kitas und Schulen.
Die Erzieher und die Lehrer sollen’s dann richten, aber bitte so, daß es nicht wehtut, also immer gaaaanz individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen ausgerichtet und bloß nie was fordern, nur immer schön fördern. Daß das nicht mehr lange funktioniert, zeichnet sich ja schon seit geraumer Zeit ab. Ich bin schon mal gespannt auf all die fassungslosen Gesichter, wenn unser Erziehungs- und Bildungssystem entgültig krachend in sich zusammenfällt.
‚Oh, wie konnte das nur passieren, warum hat das denn niemend geahnt?‘

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Liebe Marion,
Vielen Dank für deinen treffenden Kommentar.

Auch ich sehe in dem von dir beschriebenen Anspruch ein wesentliches Problem – nicht nur unserer Schulen sondern v.a. – unserer Gesellschaft.

Das wird uns immer massiver auf die Füße fallen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Danke, Marion, Sie sprechen mir aus der Seele.
Und @Palim: nein, ich lese das nicht als Schuldzuweisung an die Grundschulen, sondern als Beschreibung u d Kritisierung eines methodischen Dogma-Chaoszustandes, dem insbesondere die Kitas und Grundschulen unterworfen werden. Nur keine Frustration durch Korrektur erzeugen, wir sind doch alle gleich, wenn Du nicht im Zahlenraum bis 20 addieren kannst -egal, dafür kannst Du doch wunderbar deine Schnürsenkel binden usw. usw.
Unsere Didaktiker, die wunderbar aus dem Elfenbeinturm der Universitäten heraus erklären, wie Kinder am besten lernen, haben dabei die tatsächlichen Umstände wie große, extrem heterogene Schülergruppen, in Crashkursen (oder überhaupt nicht) methodisch/didaktisch ausgebildete Quereinsteiger, nicht deutsch sprechende Kinder, veraltete Technik, kulturelle Konflikte, heruntergekommene Schulgebäude etc. längst aus den Augen verloren. Da kann man sich als Lehrkraft in der Grundschule (und auch an den weiterführenden Schulen den A. aufreißen – es ist überhaupt nicht möglich, unter diesen Bedingungen das „herauszubekommen“, was die Didaktiker unter Annahme ihrer Idealbedingungen erwarten.
Ihr macht einen tollen Job an den Grundschulen!

Last edited 1 Monat zuvor by Mika
Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Ich sehe es ganz genauso!
Selbstverständlich gibt es zum Glück wunderbare Ausnahmen, bei denen man feststellen kann, dass die Kinder einfach in sich selbst ruhen.
Aber leider.. es werden immer weniger.

Milla
1 Monat zuvor

Ich bin es soooooo leid! Wieder die GS-Lehrer, die natürlich die Schuld tragen. Alle paar Jahre neue Erlasse erlassen, aber uns nicht die Freiheit lassen, auf unseren jahrelangen guten Erfahrungen weiter zu arbeiten. Immer wieder neue Einfälle, aber wer hats erfunden? Wir bestimmt nicht, denn wir bemühen uns um Beständigkeit, trotz der geringen Wertschätzung. (E11) Ich werde mich nicht schuldig fühlen, noch 2 Jahre arbeite ich nach bestem Wissen und dann gehe ich hoffentlich noch gesund und gerade die Tür hinaus.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Milla

Liebe Milla, ja … und wie sagen wir hier in NRW so unfassbar passend: „Was sich bewährt hat wird konsequent abgeschafft!“

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Milla

In den reformfreudigen 1970er Jahren gab es in NRW das Bonmot: „Eine Schulreform gilt bereits dann als erfolgreich, wenn sie keinen allzu großen Schaden anrichtet.“

Georg
1 Monat zuvor

Die Grundschullehrer sind definitiv nicht schuld an dem Leistungsabfall, weil sie nur die Lehrpläne nach bestem Wissen und Gewissen umsetzen. Dass die Lehrpläne nicht mehr ansatzweise das darstellen, was sich die Philologen unter einem Lehrplan vorstellen, ist eine ganz andere Sache.

ed840
1 Monat zuvor

Ist doch eine endlose Schleife. Philologen und Realschullehrer schimpfen über mangelnde Kenntnisse der Grundschüler, Ausbildungsbetriebe über mangelnde Fähigkeiten der Absolventen, Universitäten über mangelnde Studierfähigkeit der Abiturienten usw. usw. .
Respekt an die GS-Lehrkräfte, die nicht gegen die Erzieher in den Kindergärten schießen.

Tom
1 Monat zuvor

Der Fachkräftemangel entsteht dadurch, dass viele Auszubildende ihre Ausbildung nicht beenden. Hinzu kommen Löhne, die mitunter im Niedriglohnsektor anzusiedeln sind.

In allen Schulformen geht einiges schief, ist vielleicht hausgemacht. So manche Grundschulempfehlung (falsche Empfehlung) ist das Papier nicht wert auf dem sie steht.

Bildungserfolg hängt heute doch in erster Linie vom Elternhaus ab (bildungsnah/bildungsfern, Investition an Teilnahmen in außerschulischen Lernorten,…). Wer die finanziellen Mittel hat, schickt seine Kinder auf teure Privatschulen. Da ist man unter sich. Diese Schülerschaft fehlt dann auf den herkömmlichen Gymnasien.
Die Philologen sind gut beraten, die eigenen Baustellen zu bearbeiten.

blau
1 Monat zuvor

Die Didaktik an der Uni hat erkannt, dass es in der Zeit von PC, Taschenrechner und co einfach nicht mehr reicht, stupide Rechenverfahren abspulen zu können. Stattdessen werden andere mathematische Kompetenzen erfordert. Es ist deshalb legitim, dass die Lehre und der Unterricht sich verändern. Für ewig gestrige natürlich schwer zu ertragen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Was bleibt denn dann noch übrig? Die Struktur hinter den Rechenmethoden (Beweise!!) sind ja schon viel länger gestrichen worden.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Meinen Sie „mathematische“ Kompetenzen der Art „ich kann den CAS-Taschenrechner bedienen“? Finde ich (als Mathelehrer) nicht wichtig, sogar eher kontraproduktiv. Die SuS sollen mMn nicht lernen, wie man ein Gleichungssystem etc. durch Eintippen in den Taschenrechner löst, sondern das stupide mathematische Verfahren dahinter beherrschen. Ein Tischler wird keine Intarsien legen können, wenn er nicht in der Lage ist, sein Schneidwerkzeug perfekt zu beherrschen. Genauso ist es mit der Mathematik und dem Rechnen. Ohne Beherrschung „stupider Rechenverfahren“ kommen Sie nicht mal annähernd in den Bereich, in dem Sie Mathematik betreiben können.

Bauklötzchen
1 Monat zuvor

Woher wollen Lehrkräfte an Gymnasien das wissen? Wie kann sich ein Kind, dem grundlegende Fähigkeiten fehlen, an ein Gymnasium verirren? Spätestens nach 2 Jahren muss so ein Schüler an eine angemessene Schulform wechseln. Warum schleppen Gymnasien diese Schüler mit? Davon hat keiner was!

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Bauklötzchen

Elternwille und automatische Versetzung in klasse 6.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Aber dann hat es doch nichts mit den Grundschulen zu tun.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Bauklötzchen

Sie haben doch gewiss auch schon gehört, dass inzwischen die politische Forderung (sogar in Koalitionsverträgen festgeschrieben) lautet: „Jede Schule muss alle einmal aufgenommenen Schüler zu einem Abschluss führen.“ Nach 2 Jahren gibt es noch keinen Abschluss, das geht erst später. Genau deswegen werden die dann mitgeschleppt, und — in der Tat — keiner hat was davon außer den Parteiideologen, die uns diese neue Forderung eingebrockt haben. Die halten das nämlich für den Inbegriff von „Bildungsgerechtigkeit“ und sind ganz stolz darauf. Der letzte Schrei ist ja die Inklusion am Gymnasium, und da geht es nicht um Rollstuhlfahrer, sondern auch um Lernbehinderte. Das gilt dann als der Inbegriff von Menschenrechten.

Sapperlot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bauklötzchen

Die Gymnasien benötigen hohe Schülerzahlen. Da werden Kinder so lange mitgeschleppt, bis es für einen sinnvollen Übergang an eine Gemeinschaftsschule zu spät ist. Das Prinzip Hoffnung scheint auch in diesem Bereich beliebt zu sein. Eine 5 in Englisch ab Klasse 5 ist kein Grund, einen Wechsel zu empfehlen. Die Eltern, die ihr Kind trotz nur befriedigender oder ausreichender Grundschulnoten, am Gymnasium anmelden, haben Angst, ihr Kind könnte unter dem schlechten Einfluss an den Gemeinschaftsschulen leiden. Probieren kostet ja nichts.

Didldum
1 Monat zuvor

Haha – der Philogenverband 🙂 also die, die keine Ahnung haben, wie man mit einer heterogenen Gruppe leistungsorientiert zum Ziel kommt, und deshalb laut plärren, wenn man nicht alle aufhält, die nicht auch ohne das Nutzen von Didaktik- und Methodenkompetenz den Stoff von alleine bewältigen. Ein lustiges Grüppchen, dieser Philologenverband

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Didldum

Nur gut, dass alle Grundschullehrer/innen im Land wissen, wie man eine heterogene Gruppe leistungsorientiert zum Ziel führt, der IQB-Test zeigt es ja deutlich. 🙂 Und selbstverständlich sind alle Grundschullehrer/innen (im Gegensatz zu den verknöcherten Gymnasiallehrern) begeistert davon, wie schön heterogen die Schülerschaft jetzt ist. Ist das auch Ihre Einschätzung? Dann sind Sie offenbar qualifiziert für höhere Aufgaben in der Schulverwaltung, natürlich mit den höheren Besoldungsgruppen (z.B. Gruppenleiter/in für Inklusion im Ministerium). Das richtige Parteibuch kann dabei hilfreich sein. 🙂

SusiS
1 Monat zuvor
Antwortet  Didldum

Herrlich – Danke für diesen treffenden Kommentar! Über dieses Grüppchen kann ich auch nur noch lachen!

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Didldum

Ein sehr konservatives Grüppchen, mit altbackenen Ansichten, dieser Philologenverband.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Didldum

Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die dem PhV vorwerfen, von Grundschule keine Ahnung zu haben, selber keine Ahnung haben, was eigentlich ein Gymnasium bei den SuS bewirken soll, aber immer flapsig darüber urteilen. Die Sorge ist doch berechtigt, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit in den Gymnasium und auch im Abitur eine immer größere Lücke klafft. Das führt dann zu beschönigenden Lügengeschichten. Davon hat doch niemand was außer Schulpolitikern, die einer „Tonnenideologie“ anhängen: Je mehr Abiture, desto besser.

wod9si
1 Monat zuvor

Unfassbar! Die GS-KollegInnen haben das größte Deputat. Für die Grundschulen gibt es keine Pool-oder Förderstunden, in einer Klasse sitzen von hochbegabten Kindern bis inklusiv beschulten Kindern. Welch eine Missachtung der Leistung der Grundschulkolleg:innen von Kollegen, die sicher noch nie einen Unterricht in der Grundschule besucht haben. Wütend!

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  wod9si

Sie irren: Der PhV macht doch nicht die Lehrenden, sondern die ihnen befohlenen „ungeeigneten Methoden“ verantwortlich. Die Methoden sind doch nicht gottgegeben.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Und wodurch irren hier so oft viele Leser?
Steht in der Überschrift des Artikels nicht etwas von Schuld der Grundschullehrkräfte am Leistungsabsturz der Grundschüler?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Lesen Sie nicht nur die Überschrift, sondern den ganzen Artikel.

Megalodon
1 Monat zuvor

„Schluss mit unbrauchbaren Methoden“
Ja, das auf alle Fälle, auch wenn es manche nicht hören wollen. Es liegt auch an den unsinnigen Methoden heutigentags. Z.B. diese Wochenpläne, wo die Guten voranschreiten, aber die Schwachen hinken hinterher und werden abgehängt. Die Schwachen „verderben“ dann die Statistik, wenn Bildungserfolge gemessen werden, will sagen, weil so viele abgehängt werden, haben wir dann diese Ergebnisse.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Megalodon

Da ist man ja fast versucht zu kommentieren „geliefert wie bestellt“. 🙂

J. - P. Iber
1 Monat zuvor

Das Thema ist nicht neu, hat sich aber verschärft. Rechtschreibung wird immer weniger wichtig, in der nieders. GS nicht mehr bewertet…. Zeit für intensives Üben fehlt, weil Lehrpläne überfrachtet und Klassen übervoll sind. Migranten und Flüchtlinge sowie die völlig misslungene Integration bei Schließung von Förderschulen tun ihr Übriges. Fehlstellenverwaltung und quasi unausgebildete Quereinsteiger sind auch wenig hilfreich. Wann endlich ist die deutsche Bildungspolitik endlich bereit über die Grenzen zu schauen und z B. möglichst viel von Finnland zu lernen?
Ich bin nicht unglücklich, dass ich mich im Ruhestand befinde.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  J. - P. Iber

Meinen Sie das so: „In Finnland sind die Schultage kürzer als in den meisten anderen Ländern. Es wird also weiterhin Hausaufgaben geben.“ Und:
„Daher sind wir der Ansicht, dass die Kinder zu Hause Zeit haben, die Dinge etwas zu repetieren.“
Quelle:
https://finland.fi/de/leben-amp-gesellschaft/die-wahrheit-uber-die-finnische-schule/
Das klingt nicht gerade nach der deutschen Version der Ganztagsschule, die doch so hoch gepriesen wird.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  J. - P. Iber

Es stimmt nicht, dass die Rechtschreibung in den nds. GS nicht bewertet würde. Das ist nicht so und es war nie so.
Aktuell müssen 4 von 6 Klassenarbeiten einen RS-Anteil haben, gefordert sind gemischte Arbeiten. Das hat zur Folge, dass Lea mehrere kurze Aufgaben in Klassenarbeiten geben muss. Dafür wurden Aufsätze zurückgedrängt. Es ist schwieriger, längere Lesetexte oder Schreibtexte in der Leistungsbewertung unterzubringen – aber nicht unmöglich.
Die nächsten Lehrkräfte der weiterführenden Schule werden sich beschweren, dass die Kinder keine Seite schreiben können.

Dreamghost
1 Monat zuvor

Der Kurs teile und herrsche spielt den TATSÄCHLICHEN Versagern wunderbar in die Hände. Jeder ist Schuld, außer die Verantwortlichen.
Lassen Sie mich das noch etwas erläutern :
Wenn eine ansonsten gute Klasse bei mir permanent Schnitte von 4,x hat, wer muss sich dann vor der SL rechtfertigen? Richtig, ich.
Also bin ich für die Summe der Leistungen meiner Schüler verantwortlich.
Wer ist für die Summe der Schulen verantwortlich?

ysnp
1 Monat zuvor

Beim Lesen einiger Aussagen frage ich mich, ob das ein länderspezifisches Problem ist. Ich fühle mich als Grundschullehrerin in Bayern nämlich bei einigen Aussagen gar nicht angesprochen.
1) Fehler werden nur ansatzweise korrigiert -nein, kann ich nicht so behaupten.
2) automatisierendes Üben beim Rechnen – wird sehr wohl gemacht
3) Die fünf verschiedenen Rechenwege sind stark übertrieben, der Unterrichtsansatz mit dem Selbstfinden von Rechenwegen soll die Schüler zum Selbstdenken anregen – denn tatsächlich werden die gefundenen Lösungsansätze zu einer Aufgabenstellung diskutiert und bewertet. Selbstverständlich geben wir für die schwächeren Schüler die Rechenwege vor, denn mit den schwierigen, überspringenden halbschriftlichen Rechenwege (um die geht es meistens in der Grundschule) sind die Schwächeren überfordert. In den Mathematikunterricht der Grundschule sollten schon Elemente einfließen, die das flexible Denken anbahnen – reines Nachvollziehen bringt den Denkapparat nicht so richtig in Schwung. Wir machen übrigens keine Wahrscheinlichkeitsrechnungen in der Grundschule, sondern bahnen die Begriffe wahrscheinlich, unwahrscheinlich, möglich, unmöglich durch Versuche (z.B. Glücksrad) an.
4) Viele Bundesländer lehren noch eine „echte“ Schreibschrift, die LAA, SAS oder VA. Das finde ich persönlich gut.
5) Die schriftliche Division wird bei uns gemacht. Fällt die in einem Bundesland in der Grundschule weg? Das wäre mir neu.
6) Was sollen pseudopädagogische Vermittlungsstrukturen sein? Das ist schon stark so etwas zu behaupten und uns quasi zu unterstellen, wir hätten keine Ahnung. So wirkt diese Aussage auf jeden Fall auf mich. In der Grundschuldidaktik sind die allgemein üblichen Basics gut begründbar bzw. erklärbar, warum wir diese und jene Vermittlungsart wählen. Den Ball muss ich zurückspielen. Ich glaube eher, dass die Personen, die das behaupten, sich nicht genau mit Grundschuldidaktik befasst haben und keine Erfahrung in der Grundschule haben.
7) Carsten schreibt es: Vielleicht wird bei aller Kritik vergessen, dass in den meisten Bundesländern freier Elternwille beim Übertritt herrscht und jetzt muss man sich mit Schülern befassen, die man vorher so nicht hatte.

Letztendlich glaube ich tatsächlich, dass die Pandemie vieles verstärkt hat. Das sehe an meiner eigenen Klasse. Meine Viertklässler haben die Pandemie voll mitbekommen. Noch nie war ich so unzufrieden mit der Leistung und dem Leistungswillen einer 4. Klasse am Ende des Schuljahres. Alles in allem war es ein unbefriedigendes Schuljahr. Man musste so viel nachholen und aufarbeiten, alles ging langsamer, weil man immer wieder Lücken schließen musste und irgendetwas anbahnen musste, was man während des Homeschoolings nicht konnte. Letztendlich hat man doch nicht alles geschafft – und das lag jetzt nicht an der Klassenzusammensetzung.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

In nrw ist der Rattenschwanz bei der Division raus. Es wird meines Wissens nur durch einstellige Zahlen geteilt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Der ist Mitte der Nullerjahre dieses Jahrtausends mit der Neufassung der Kernlehrpläne für das Fach Mathematik an Grundschulen aus dem verpflichtenden Curriculum verschwunden.
Der Witz ist ja lediglich der, dass die Curricula im Fach Mathematik an den weiiterführenden Schulen bezüglich der Division nicht angepasst worden sind.

Last edited 1 Monat zuvor by dickebank
Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Nein, wir dividieren noch schriftlich mit „Rattenschwanz“ und auch durch zweistellige Zahlen (Zehnerzahlen, 11 bis 19, 25, 75). Die zweistelligen sind aber tatsächlich im neuen LP nicht mehr vorgesehen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Die Tatsache, die den Unterschied ausmacht, ist die geringe Zahl der Großstädte und die hohe Zahl der Landkreise und der Regierungsbezirke in Bayern.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

„länderspezifisches Problem“
In Bayern wird vieles noch anders gehandhabt als im Rest der Republik. Konkret: Die schriftliche Division wird in den KMK-Bildungsstandards für die Primarstufe von 2004 nicht mehr genannt. Daher wird sie in etlichen Bundesländern (andere als Bayern) auch nicht mehr systematisch behandelt, und in höheren Klassen übernimmt das sowieso der Taschenrechner. Es heißt in diesen Standards: „Die 4 Grundrechenarten und ihre Zusammenhänge verstehen“. Von „beherrschen“ ist nicht die Rede. Des weiteren: „Rechengesetze erkennen, erklären und benutzen.“ Von „kennen“ oder „beherrschen“ ist nicht die Rede. Das sind die kleinen Tricks der neuen Bildungsstandards, die angeblich die Bildung allgemein verbessern sollen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

„ Des weiteren: „Rechengesetze erkennen, erklären und benutzen.“ Von „kennen“ oder „beherrschen“ ist nicht die Rede. Das sind die kleinen Tricks der neuen Bildungsstandards …“
Das sehe ich anders als Sie.
Wenn ich einen Term habe, muss ich, um zu erkennen, dass ich das Distributivgesetz zur Vereinfachung nutzen kann, dieses kennen. Um zu erklären, wie das funktioniert, muss ich es beherrschen (erklären ist schwieriger als machen und setzt die Beherrschung der Materie voraus) und es anzuwenden (= benutzen) ist Übung bis zum Status ‚beherrschen‘. Ich sehe in der neuen Formulierung keine Vereinfachung.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

„keine Vereinfachung“
Theoretisch vielleicht nicht, aber die neue Formulierung lässt auch andere, weichere Interpretationen zu. Und warum wird das schriftliche Dividieren nun plötzlich anders behandelt als die anderen drei Rechenarten?

dickebank
1 Monat zuvor

Die entscheidende Frage ist doch, ob das Gymnasium sein Klientel am Markt und denBbedürfnissen von Wirtschaft und Gesellschaft vorbei zu einem inflationären Abschluss führt. Da wird sich an der APO-GOSt orientiert und die Ziele der Q2 heruntergebrochen auf die einzelnen Jahrgänge, um dann fest zu stellen, dass eine gewaltige Lücke klafft, zwischen dem, was die Philologen als Eingangsvorraussetzung für Klasse 5 erwarten, und dem, was die Grundschulabgänger*innen mitbringen. Und Schuld an der Misere sind also die Grundschullehrkräfte, die mit ihrer unverschämten Forderung nach A13 im Eingangsamt.
Liegt es vielleicht daran, dass die vielen Lehrkräfte mit Lehramt für die SekII, die an GS zwischen gelagert worden sind, im Primarschulbereich es nicht schaffen, die Grundschüler*innen entsprechend auf die SekI und eine Gymnasiallaufbahn vorzubereiten? Wenn die GY sich an der allgemeinen Inklusion beteiligen und nicht nur Alibi-Rollis beschulen würden und der prozentuale Anteil an SuS, deren Muttersprache eine andere als Deutsch ist, dem der GS entspricht sowie das Durchschnittseinkommen der Elternschaft an GY dem der GS entspricht, dann können die Philologen sich gerne wieder melden.
Cherry-picking hilft nicht weiter. Viele Erstklässler bringen auch nicht mehr die Kompetenzen mit, die Voraussetzung für die Schulreife darstellen.
Mich würde ja mehr interessieren, ob die Länder, die eine sechsjährige GS haben, die gleichen Probleme haben, wie die mit der vierjährigen Grundschulzeit.
Vielleicht muss der Problemlage tatsächlich mit einer Strukturreform begegnet werden – also verpflichtendem mindestens zweijährigen Kindergartenbesuch, sechsjähriger Primarstufe, vierjähriger SekI und dreijähriger SekII bzw. dreijähriger Berufsausbildung sowie einem einheitlichem Lehramt für alle.

Pampelmuse
1 Monat zuvor

 „Konsequentes Rechtschreiben und ein Verbessern von Fehlern, das Erlernen einer echten Schreibschrift, mehr Ruhe und Konzentration im Unterricht, Mathematikbücher, die nicht fünf verschiedene Rechenwege aufzeigen, sondern zunächst ein sinnvolles Rechenverfahren üben, und zwar nicht an drei kleinen Mini-Aufgaben, sondern so lange, bis das Verfahren sicher und selbständig ausgeführt werden kann – damit wäre schon viel geholfen, und zwar völlig kostenneutral. Man muss sich nur von den ideologischen Scheuklappen mancher Didaktiker befreien.“

DA kann man nicht mehr tun als zuzustimmen! Wer ehrlich ist, gibt zu, dass es genau daran hapert.

Carabas
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Naja, 5 verschiedene Rechenwege ist wohl übertrieben. Richtig ist aber, das ein Schüler eines der Verfahren sicher beherrschen muss und die anderen dazu idealerweise sachgerecht anwenden können sollte. Fakt ist aber auch: Üben, Üben, Üben. Dazu fehlt es massiv an Zeit in allen Hauptfächern.

Kathrin
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Vom Verbessern aller RS-Fehler und der Einführung von Schreibschrift kann kein Kind richtig Deutsch sprechen und gut lesen. Wir müssen uns bewusst werden, was die wirklich wichtigen Kompetenzen sind – garantiert nicht eine verbundene Handschrift. Chines:innen kommen auch ohne durchs Leben.
Ich finde gute RS auch wichtig, aber Lesen ist viel wichtiger. Schön, wenn die jetzigen SuS später für ihre Kinder fehlerfreie Entschuldigungen schreiben können, aber essentieller scheint mir doch, dass sie die Beipackzettel zu den Medikamenten lesen können.
Ich bin sehr für Ruhe und Konzentration im Unterricht – und Zeit. Meine Erfahrung nach über 25 Jahren Grundschularbeit: Die Kinder brauchen viel mehr Übung als in meinen ersten Berufsjahren, um Fertigkeiten einzuschleifen, und dafür fehlt die Zeit. In vielen Elternhäusern wird nicht mehr Lesen geübt. Die Zeit dafür müssen wir in den Unterricht einplanen und das geht zwangsläufig auf Kosten anderer Inhalte. An unserer Grundschule (Sozialindex 5) ist es z.B. schwierig, sich über den ästhetischen Wert von Sprache zu verständigen oder die Herkunft von Fremdwörtern erklären zu können, wie es der Lehrplan fordert. Kann weg…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Kathrin

Ob es in chinesischen Schulklassen auch so laut ist wie in unseren? Ruhe und Konzentration — das ist wirklich wichtig.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Ob es in chinesischen Schulklassen wirklich so leise Istanbul in deutschen so laut?
Warum unterstellen Sie das?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Ich hatte nur gefragt und versucht auf Kathrin zu reagieren. Es haben aber schon manche hier auf einen hohen Lautstärkepegel hingewiesen. Was in Istanbul ist, darüber möchte ich gar nicht spekulieren. Tatsache aber ist, dass Prof. Toprak (selbst aus der Türkei stammend) angemahnt hat, man müsse die türkischen Jungs in der Schule härter anpacken, weil sie das so gewohnt seien. Nachgiebigkeit deuten die als Schwäche. Das haben auch andere geschrieben, ich habe das nicht erfunden. Die Türkei hat übrigens bei PISA genauso schwach abgeschnitten wie die Deutsch-Türken in Deutschland. Also rein an der Sprache scheint es nicht zu liegen. Es muss irgendwie eine Einstellungssache sein.

E.Rothenburg
1 Monat zuvor

Ich sehe in dieser Entwicklung gleich mehrere Ursachen.

Eine davon ist ganz sicher, daß die Bildung seit den 60ern Spielfeld linker Phantasten wurde und durch ständige und fast immer unglückliche Änderungen kaputtreformiert wurde.
Immer neue, immer ausuferndere Regeln verhinderten die Kontinuität in der Basisbildung, auf der letztendlich alles aufbaut.
Dazu kommt. daß gerade die Grundschule kaum eine Lobby hat und, im Gegensatz zu Hochschulen und Universitäten, immer unter dem Radar der jeweiligen Bildungsminister läuft.
Für die ist das Kinderkram.
Aber gerade hier wirken sich die Fehler gravierend aus, wenn die kleinen Absolventen auf weiterführende Schulen verteilt werden und trotz bildungsmäßigem „Seepferdchenabzeichen“ des geistigen Schwimmens noch nicht mächtig sind.

Dieser Bildungsverzug summiert sich in jedem weiteren Schuljahr und zieht sich durch bis zur Uni, wo diese Leute eigentlich nichts zu suchen hätten……wenn man zwischenzeitlich nicht auch dort das Niveau abgesenkt hätte.

Von wirklicher „Hochschulreife“ kann man bei solchen Kandidaten sicher nicht mehr sprechen.
In einer globalen Welt mit internationaler Konfrontation schmieren unsere Kinder gnadenlos ab.
Und gerade das deutsche Bildungswesen war doch einmal die Trutzburg in unserem Industriestaat und wurde vielfach kopiert.

Leider erlebe ich, neben viel Ratlosigkeit, auch sehr viel ideologische Verblendung bei meinen Kollegen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  E.Rothenburg

Na dann zählen sie einmal die KuMis der alten Bundesländer bis 1990 und die der letzten 30 Jahre der vereinigten Bundesrepublik auf und sortieren sie nach Parteizugehörigkeit. Sie werden sich in Bezug auf die Linkslastigkeit vermutlich in erheblichem Maße wundern und die Äuglein reiben. Es sei denn, Sie sind Anhänger der Alternative für Doofe, für die der Club der Uninspirierten schon links ist.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  E.Rothenburg

Ideologische Verblendung ist das Stichwort. Bildungsmarxismus funktioniert nicht.

Lehrer
1 Monat zuvor

Manchmal frage ich mich, ob es irgendwo ein Verbot gibt? Denn eine Sache ist klar – der Anteil an Schüler_Innen mit Migrationshintergrund steigt ständig an. In Hamburg lag er im Mittel bei 51,33 %(Schuljahr 2018/19 – Werte aus kleiner Anfrage beim Hamburger Senat), in NRW bei 44,9 % (2020/21, aus Pressemitteilung Land NRW), um mal nur zwei Bundesländer mit Zahlen zu nennen. Sicherlich mag dieser Anteil in einigen Ländern niedriger liegen, aber es ändert nichts an nachfolgender Problematik.

Und wenn wir die Augen nicht davor verschließen würden MUSS jedem klar sein, dass wir – als Gesellschaft – drauf reagieren müssen. Sprachförderng in der Kita, durch zusätzliches! speziell ausgebildetes Personal. Einen „Sprachführerschein“ o.ä. der die Teilnahme an der nächst höheren Bildungseinrichtung zulässt. Es ist doch sinnlos, wenn wir denken, dass Kinder Lernziele erreichen, wenn sie nur mit Mühe verstehen, was gefordert wird.

Dir jüngst veröffentlichen Daten besagen, dass Kinder aus sozio-ökonomisch schwächer gestellten Familien oft schlechtere Ergebnisse erzielen. Was kaum überraschend kommt, diese Ergebnisse sind lange bekannt und überall einsehbar (vgl. Mikrozensus Sozio-ökonomischer Status von Schülern 2008 vom Statistischen Bundesamt). Und wenn man weitergeht und sieht, dass Status und Migrationshintergrund miteinander negativ korrellieren, der muss sich bitte empören. Über das, was wir hier tun. Nämlich Schweigen.

Unser Grundgesetz sieht vor, dass alle Menschen gleich sind. Vor dem Gesetz trifft dies allerdings genauso wenig zu, wie in der Bildungswelt. Startchancengleichheit? Nicht vorhanden. Bildungsgerechtigkeit? Hat es noch nie gegeben. Aber wie bekommen wir es hin, dass zumindest in unserem Land es etwas fairer werden kann?

Ich persönlich denke, dass Schüler_Innen am Anfang ihrer Bildungskarriere sich mit unserer Sprache und unseren Werten auseinandersetzen sollten. Erst wenn ein Kind da sicher aufgestellt ist, kann es deutlich effektiver am Unterricht teilnehmen. Und selbstverständlich kann ein Kind mit mehr Geld individuell gefördert werden, klappt in gut situierten Familien exzellent. Ohne funktioniert das aber nicht. Deshalb brauchen wir für ALLE Kinder genug Geld. Aus Steuern und aus Spenden. Bis kein Kind mehr zu wenig gefördert werden kann, weil es am Geld gescheitert ist.

Noch 5 Jahre
1 Monat zuvor

Kinder brauchen immer mehr Zeit zum Üben und Vertiefen, weil alles durch bzw. in der Schule passieren muss.
Aber spätestens seit Corona mit dem von oben vorgegebenen Durchwinken ins neue Schuljahr machen Kinder keine Übungen mehr, keine Hausaufgaben.
Noch Fragen?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Wenn wir uns mal ganz ehrlich machen, hat der Verband doch in großen Teilen recht.
Unsere Aufgabe in der Grundschule ist es, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen. Das tun wir alle nach Kräften.
Aber ich habe auch schon länger das Gefühl, dass wir die Kernkompetenzen, die wir zu verantworten haben – Deutsch Mathe Sachunterricht – oft mit einer Methodik und der dahinterstehenden Didaktik lehren, dass viele Kinder am Ende der Klasse 4 die geforderten Kompetenzen einfach nicht mal im Ansatz erreicht haben.
Ich mache den Job jetzt seit über 20 Jahren und während dieser Zeit wurden schon etliche Sauen durchs Dorf getrieben.
Am schlimmsten fand ich persönlich die Forderung, dass Kinder mich nur noch als Lernberater wahrnehmen sollten. Möglichst schon in Klasse 1 Gruppenarbeit und jeder lernt in seinem Tempo und bitte doch so selbstständig wie irgend möglich.
Das klappt nicht, das scheitert genau bei den Kindern, die nur über eine marginale intrinsische Motivation verfügen.
Deshalb und nach vielen frustrierenden Erlebnissen und immer wieder die Frage stellend, warum lernen Kinder nicht erfolgreich und warum bleibt bei vielen Kindern so wenig hängen, habe ich meinen Unterricht ein wenig umgekrempelt. Zumindest in Mathe… unterrichte nur gerade dieses Fach.
Ein hoher Übungsanteil, entdeckendes Lernen mit eingeschlossen, sehr regelmäßig Kopfrechenübungen, eine Methode in den Rechenverfahren und unnötiges Zeug wird weggelassen.
Classroommanagement für Ruhe und konzentriertes Lernen. Ein Übungsband für Fördern und Fordern.
Hausaufgaben mit sehr hohem Übungsanteil.
Und was ich am wichtigsten finde ist die Zieltransparenz….. Am Ende der Stunde, der Einheit wissen wir…..

Und ja…. Ich traue es mich kaum zu schreiben…. Auch ein wenig Druck…. Sanft aber konsequent….

Ob das alles Erfolg hat, sehe ich in drei Jahren 🙂

Carsten60
1 Monat zuvor

Sie haben schon Recht, aber leider haben Sie die gesamte ach so progressive Erziehungswissenschaft gegen sich. Und die Bildungsexperten von rot-rot-grün. Und die ach so progressiven Bildungsjournalisten. Dass man mit konsequentem Druck was erreicht, wissen wir alle aus den Charts bei PISA, aber es träumen zu viele Leute von guten PISA-Leistungen in Kombination mit Laissez faire, Kuschelkurs und freiwilligem Gefördertwerden. Konsequentes Üben? Lieber nicht. Stattdessen: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Oder das pädagogische HB-Männchen: „dann geht alles wie von selbst.“

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Die Devise „No child left behind“ ist als Ziel der Bildungspolitik hier in NRW erstmals auf Drängen der Bertelsmann-Stiftung von B. Sommer propagiert worden.
Welcher Partei gehörte Frau Sommer noch an?

KAoA ist ebenfalls auf dem Mist der damaligen Landesregierung, der Frau Sommer angehörte, gewachsen und die BuS-Klassen dafür aufgelöst worden. Gleiches gilt für die Schließung der Schulhorte zugunsten der OGS. Letztendlich alles Maßnahmen um die haushaltspolitischen Zielsetzungen der damaligen schwarz-gelben Landesregierung zu erreichen. Bildungspolitik zulasten der Schülerschaft als Teil der Gesellschaft, um den Haushalt zugunsten der Wirtschaft zu entlasten.

Die Folgen der neo-liberalen Politik sieht man derzeit bestens, Fachkräftemangel aller Orten bei gleichzeitig niedrigstem Lohnniveau im Vergleich zu anderen Industrienationen. Wer immer noch glaubt, der Markt würde das regeln, dem ist vermutlich nicht zu helfen.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Was Sie zu Frau Sommer schreiben, konnte ich im Internet nicht verifizieren. Haben Sie einen Link dafür, dass diese Sache auf Initiative der CDU zurückgeht? Meist wird „no child left behind“ für Deutschland in Zusammenhang mit der UN-Behindertenkonvention gebracht. Die kam gegen Ende ihrer Amtszeit. Etwa hier:
https://www.theo-web.de/zeitschrift/ausgabe-2011-02/05.pdf

Leseratte
1 Monat zuvor

Druck? Na, Sie trauen sich was! 😉

Carsten60
1 Monat zuvor

@ Redaktion: Die Überschrift ist (bewusst?) irreführend und geeignet, Hass auf den PhV zu schüren (was nicht verwundert, der PhV ist hier öfter mal der Watschenmann). Im Text steht nämlich, dass vom PhV nicht die GrundschulLEHRER, sondern die ihnen von oben befohlenen „ungeeigneten METHODEN“ verantwortlich gemacht werden. Also nicht die Unfähigkeit der Lehrer, sondern die Unfähigkeit der höheren Schulverwaltung bis hin zu den Ministerien und Landesinstituten, die irgendwelchen Einflüsterungen von angeblichen „Experten“ gefolgt sind, die nur theoretisieren. Sinngemäß sagt das ja auch Herr Böhm.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, Sie argumentieren mit platter Scheinlogik. Natürlich steht der eigentliche Verursacher der schlechteren Schülerleistungen in der Verantwortung und nicht seine ausführenden Organe.
Oder wollen Sie sagen: Die Lehrer hätten sich ja widersetzen und anders handeln können.

klm
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt wie in anderen Mitarbeiterkreisen auch unter den Lehrern durchaus interne Auseinandersetzungen und Kritik.
Man tut aber gut daran, sie möglichst nicht nach außen zu tragen.
Je zweifelhafter neue Methoden sind, desto mehr scheiden sich die Geister.
Ich gerate vorwiegend mit Kollegen in einen Disput, die regelmäßig meinen, alles Neue sei prinzipiell gut und alles Altbewährte weniger gut.
Glücklicher Weise bzw. aus Erfahrung haben bei uns aber nur noch wenige Lehrkräfte diese unkritische Fortschrittsgläubigkeit.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@ Redaktion: Haben Sie schon mal was von „Change Management“ im Zusammenhang mit Schule gehört? Der Begriff kommt aus der Unternehmensführung und beschreibt die Kunst, Veränderungen im Betrieb (die die Belegschaft nicht haben will) „von oben“ so durchzudrücken, dass jeder Widerstand gebrochen wird. Da gibt es konkrete Anleitungen, was zu tun ist: „Renitente“ Leute in Einzelgesprächen überzeugen, und wenn das nicht hilft: isolieren bis hin zu Drohungen. Alles im Namen der Unternehmensleitung, bei den Schulen also der oberen Ebenen der Schulministerien.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Mal ne Frage eines Laien. Wird es Lehrkräften mittlerweile tatsächlich vorgeschrieben wie und mit welchen Methoden sie zu unterrichten haben? Als ich noch Schüler war, haben uns die Lehrer noch von was pädagogischer Freiheit und Ermessen erzählt. Der eine hat es so gemacht, die andere dann wieder anders usw. . Gibt es das nicht mehr oder war das damals schon ein Märchen?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Als ich noch Schüler war, da war da auch so. Aber inzwischen gibt es Gerüchte, dass Schulleitungen Druck auf „renitente“ Lehrer machen und sie sogar in Konferenzen vor den anderen bloßstellen, nur damit zweifelhafte Entwicklungen bei den pädagogischen Methoden gar nicht erst diskutiert werden. Merke: die Vorgesetzten haben immer Recht! Und die haben ihrerseits wieder Vorgesetzte, so sehen die „neuen demokratischen Strukturen“ im Parteien- und Funktionärsstaat aus.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Es gibt die Freiheit im Rahmen der Vorgaben – das ist quasi ein „jein“.

Manchmal geben die Inhalte der Curricula etwas vor, das bestimmte Herangehensweisen erfordert oder auch ausschließt. Dann muss man den Unterricht entsprechend ausrichten.

Die Vorgaben sind sehr vielfältig – und z.T. auch sehr umfassend. Ich meine, dass es allein für Deutsch-Grundschule-Niedersachsen über 300 Seiten sind, das müsste ich noch mal nachgucken:

  • Curriculum 2016- 55 Seiten,
  • Bildungsstandards 2004 – 69 Seiten,
  • Handreichung Rechtschreibung – 2015- 172 Seiten, Handreichung/Curriculum DaZ – 2016 – 38 Seiten, Kompetenzorientiertes Unterrichten in/nach FöS Lernen, ca. 50 Seiten,
  • Curriculum FöS GE – 2019 – 175 Seiten,
  • Hinweise zum Umgang mit Lernrückständen nach FöS Lernen – 54 Seiten.

Beim Nachschauen habe ich gesehen, dass es noch eine Handreichung zur Rechtschreibung gibt – 2021 – 600 Seiten, gültig ab März 22.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Ihre Auflistung der über 1000 Seiten klingt ja fast nach Realsatire oder auch nach Albtraum. Das kann doch kein Mensch im praktischen Leben berücksichtigen, weil es niemand mehr überblicken kann. Also haben doch die Verfasser dieser 1000 Seiten eine Mitschuld, wenn die Ergebnisse von Tests unbefriedigend sind. Vielleicht sind es doch eben die von oben befohlenen „ungeeigneten Methoden“, die allen das Leben schwer machen? Oder auch „ungeeignete Vorschriften“? Um nicht zu sagen „spinnerte Vorschriften“?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Klingt nach Notengebung, ed. Und ja, die erfolgt nach Ermessen und oft eher nach pädagogischen Gesichtspunkten.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

War bei uns damals schon so, dass im gleichen Jahrgang zwei Lehrkräfte den gleichen Stoff auf unterschiedliche Art und Geschwindigkeit behandelt haben. Schulaufgaben, Exen , Benotung usw. hat man auch so gemacht und bewertet, wie man es jeweils für richtig gehalten hat. Das war aber auch noch im letzten Jahrtausend. Ich vermute die Lehrkräfte von heute haben ein ganz anderes Standing und andere Probleme als damals. Gerade an der Grundschule sind die wohl nicht gerade zu beneiden.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ja, in der Grundschule zu unterrichten, muss eine riesige Herausforderung sein.
Als Gemeinschaftsschullehrkraft kann ich das wohl besser nachvollziehen, als es die durchschnittliche Gymnasiallehrkraft vermag.
Trotzdem dürfen wir zum Glück unseren Persönlichkeiten entsprechend recht frei (aber im Rahmen der Fachabforderungen, versteht sich) unterrichten. Das hat sich nicht verändert. Jedenfalls in SH nicht.
Wäre das nicht mehr möglich, würden wohl noch weniger junge Menschen diesen Beruf wählen.

Sapperlot
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Als ich 2007 an eine Grundschule in SH gewechselt habe, war die Voraussetzung, dass ich nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ arbeiten werde. Von Methodenwahl keine Spur. An vielen Schulen wird auch das zu verwendende Lehrwerk festgelegt.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Sapperlot

Vielleicht meint der PhV ja das, was Sie beschreiben? Dann ist das doch von der Realität gar nicht so weit entfernt. Wieso wird hier so viel auf den PhV geschimpft?

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  Sapperlot

Halte ich für ein Gerücht. Oder Einzelfall. Oder vielleicht haben Sie da auch was nicht richtig verstanden.

FNW
1 Monat zuvor

Super, das Gymnasium spricht über und nicht mit den Grundschulen! Mit welchem Recht und woher der Hochmut? Nicht wenige Kolleginnen dort kennen die an den Grundschulen unterrichteten Fächer, Inhalte und die Herausforderungen vor Ort nicht oder nur rudimentär. Sie kennen die „Ausgangssituation“ vieler Schülerinnen und Schüler, die seit Jahrzehnten zurückgehenden Vorläuferfertigkeiten nicht.

Aber gut, wie wäre es auch auf die eigene Arbeit zu blicken?

Wie wäre es darüber nachzudenken, ob die ideologischen Strukturreformen nach 2011 (aber eigentlich schon ab 2004 – STICHWORT KOMPETENZORIENTIERUNG) dazu beigetragen haben, dass zu viele Kinder nun an der „falschen“ Schule und mit den falschen Zielen beschult werden? Er reicht nicht, das 1×1 zu kennen. Du musst es beherrschen!

Wie stark ist der Anteil der Kinder mit DaZ an den Schulen gewachsen? Wer fängt zumeist Kinder ohne jegliche Deutschsprachkenntnisse auf?

Ist Inklusion (ohne passendes Setting mit Experten an der jeweiligen Schule) wirklich ein Erfolgsmodell?

Wie wirkt sich der extreme Lehrermangel an Grundschulen aus?

Welche Auswirkungen hat Corona?

Ist es sinnvoll, über die extrem kleinen Systeme (U 50 Kinder) nachzudenken?

Wie pädagogisch geschult sind die Philologen im Umgang mit heterogenen Lerngruppen?

Sind die Methoden des „alten“ Gymnasiums noch zeitgemäß?

Passen die ganz frisch in BW genehmigten Grundschulen ohne Noten zu der bekannten Problematik und noch in diese Zeit?

Mir fleht der Blick auf Bildung ohne Ideologie und Schuldzuweisungen. Der Philologenverband macht knallharte Lobbyarbeit, eventuell auch um von eigenen Fehlern abzulenken („Ich würde immer Fehler zugeben, wenn ich welche hätte“).

Eine Schule ohne Anforderungen, Förderungen, Hilfen und Leistungserwartungen ist kein Bildungsort. Es ist eine Kinderverwahranstalt. Lernen meint immer den ganzen Menschen und nicht nur den Kopf.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  FNW

Reden eigentlich die Grundschulen mit oder über die Gymnasien und die dortigen Lehrer?

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Spricht man überhaupt miteinander?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Da die Menschwerdung erst jenseits der A13 beginnt, ist das schwierig.
Der höhere Dienst kann dem gehobenen Anweisungen erteilen, mehr Kommunikation muss nicht sein.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

@ Tom: Die Befürworter der großen Schulreformen nach PISA sprechen jedenfalls kaum mit den Kritikern derselben Reformen. Schließlich haben die Befürworter die Macht und sitzen an allen wichtigen Schaltstellen. FNW könnte schon Recht haben mit: „Wie wäre es darüber nachzudenken, ob die ideologischen Schulreformen … dazu beigetragen haben, dass zu viele Kinder nun an der „falschen“ Schule und mit den falschen Ziele beschult werden?“
Die Grundschule trifft das eigentlich nicht, wohl aber den massenhaften Übergang auf die Gymnasien (teils 50-70 % eines Jahrgangs), ohne dass der am Ende von Klasse 4 mit entsprechender Leistung unterfüttert ist. Und bei dem Thema ist doch der PhV jedenfalls zuständig, auch wenn man seine Argumente nicht mag. Es gibt KMK-Grundschulstandards (neudeutsch: Kompetenzstufe III), aber auch ohne die zu erfüllen landen eben viele SuS auf dem Gymnasium. Und diese Grundschulstandards gelten eigentlich für ALLE, die künftigen Gymnasiasten sollten besser die „Standards plus“ erfüllen. Auf Neudeutsch ist das dann die Kompetenzstufe IV.
Was meinen Sie, wo Sie doch bei einem anderen Thema die fernöstlichen PISA-Leistungen so positiv hervorgehoben haben? In Südkorea und Japan jedenfalls geht alles nach den erreichten Punkten.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  FNW

Es hat ja immer den Anschein, als müssten sich die Grundschulen den veralteten Methoden an den Gymnasien anpassen und wieder flächendeckend Frontalunterricht einführen. Meine Kollegin sagt immer alle hintereinander „wie im Bus“ – oder eben wie im 19. Jahrhundert. Die Grundschulen werden aber eben NICHT diese vielen Rückschritte machen, um den Vorstellungen einiger (hoffentlich weniger) Gymnasiallehrer zu entsprechen.

Last edited 1 Monat zuvor by Grundschullehrer
E.S.
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

„veraltete Methoden“?

Das Alter ist egal, Hauptsache Methoden haben Erfolg!!!

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Man sollte das machen, was sich bewährt hat. Und das abschaffen, was sich nicht bewährt hat.

Pampelmuse
1 Monat zuvor

Es ist tatsächlich so, vieles an den Grundschulen ist Spielerei und Firlefanz. Die hier Versammelten bestreiten das, denn sie kennen es ja gar nicht mehr anders! Das ist das Problem.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Dann mal her mit den vielen Beispielen für „Spielerei“ und „Firlefanz“.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Hier gibt’s jede Menge Spiele für die Grundschule, auch im beliebten großen Stuhlkreis (erinnert an den Kindergarten):
https://www.grundschul-ideenbox.de/spiele/
Ist das die neue „beste Bildung“? Wo doch sooo wenig Zeit für alles ist?

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Ach, aber du weißt Bescheid ???? Wette, du bist Gymnasiallehrer und mindestens. A15. Woher weißt du eigentlich, eas in GS läuft? Schon mal dagewesen, so in den letzten 20 Jahren????

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Dafür wissen sie umso genauer über Kindergärten bescheid, weil sie ja gegenüber von einem wohnen. Also regen sie sich nicht über Kritik an Grundschullehrern auf. Sie sind nämlich derjenige, der hier im Forum bei jeder Gelegenheit völlig undifferenziert und pauschal auf Erzieher einschlägt.
Dann aber mimosenhaft empfindlich reagieren, wenn es einen mal selber trifft.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Ach ja, wenn sich Kindergärtner auf Lehrerseiten tummeln….

Last edited 1 Monat zuvor by Emil
Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Wollen Sie provozieren, trollen, Grundschullehrkräfte gegen ihre Kollegen an den weiterführenden Schulen aufbringen oder was ist das Ziel Ihres Posts? Inhaltlich ist er nichtssagenden: welchen Überblick haben Sie, um derart verallgemeinernde Aussagen über Unterricht an Grundschulen treffen zu können?

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Spiele werden zum Beispiel hier empfohlen:
https://www.spielundlern.de/wissen/kennenlernspiele-in-der-grundschule/
Das gab’s früher nicht. Die Kinder lernen ihre Klassenkameraden im laufenden Betrieb noch zur Genüge kennen, das ist doch völlig unvermeidlich. Aber es wird gejammert, für dieses oder jenes Lernziel stünde zu wenig Zeit zur Verfügung. Klar, dass etliche SuS lieber Spiele spielen und damit (augenzwinkernd) Zeit rausschinden, in der sie es bequem haben. Andere würden vielleicht lieber was lernen, aber die werden eingeschüchtert und dürfen sich gegen die befohlenen Spiele nicht äußern, sonst gelten sie als Spielverderber. Und auch diese Spiele laufen heute unter der Überschrift „Förderung von Kompetenzen und Fähigkeiten“. Im Fernsehen wird das alles dann ergänzt durch Quizspiele bis zum Abwinken. Und die digitalisierten Geräte ermöglichen Computerspiele. Schöne neue Spielewelt.

Ken Haddorf
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Kennenlernspiele gab es schon zu meinen Schulzeiten, besonders an weiterführenden Schulen. Ich bin in den 70ern eingeschult worden…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Ken Haddorf

Die 70er waren ja auch durch zahlreiche Schulreformen gekennzeichnet. 🙂 Ich dachte auch an die Zeit noch davor, als noch nicht geklagt wurde, dass die Gymnasiasten aus der Grundschule zu wenig mitbringen.
Ich verkenne aber keineswegs die Schwierigkeiten, vor denen heute GS-Lehrer stehen. Mir scheint immer, man verlangt von denen schlicht Unmögliches. Aber warum wehren sie sich nicht gegen diese Zumutung, sondern machen z.T. auch noch die neuen Moden eifrig mit? So als sei eine Art von „sozialer Gerechtigkeit“ das Hauptziel der Schule. Die Gesellschaft ist auch außerhalb der Grundschule nicht „gerecht“.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Nein, das gab es früher nicht. Da kannten die Kinder gegenseitig nicht einmal die Vornamen.
Wie viele Kennlernspiele soll man denn über das Jahr einsetzen?
Ist es genehm, Laufspiele im Sport einzusetzen, oder ist das auch zu viel des Spiels?
Gab es bei Ihnen früher „Eckenrechnen“ im Unterricht und haben Sie sich bequem zurückgelehnt und Zeit rausgeschunden?

Ich frage mich einmal mehr, woher Ihre Annahmen zum Unterricht in der GS kommen.

Übrigens: Fernsehgeräte gab es vor ca. 15 Jahren noch an den Schulen, die Empfänger waren ausgebaut, damit keine Gebühren entrichtet werden mussten. Man konnte nur Videos schauen, die man z.B. in der Medienstelle entleihen konnte, ähnlich den Filmen auf Spulen samt Vorführgerät.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Das ist nichts als billige Polemik. Die Kennenlernspiele sind nur ein Beispiel unter vielen, aber doch irgendwie typisch. Weiter oben ist von „Spielerei“ die Rede. Gleichzeitig wird über mangelnde Zeit fürs Schreibenlernen geklagt. Ich kannte in meiner damaligen Grundschulklasse alle Namen, natürlich noch nicht am ersten Tag, aber dann im weiteren Verlauf. Noch heute bekomme ich mindestens die Hälfte zusammen. Da wurden ab und zu alle in alphabetischer Reihenfolge mit Namen aufgerufen, ob sie überhaupt da sind. Und dann erfuhr man das ganz „spielerisch“.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Polemik im Sinne von Meinung, die mit der Realität nicht übereinstimmt?
Ja, das sehe ich in Ihren Beiträgen durchaus.
Sie hören oder lesen „Spielerei“, „Anlauttabelle“, „Lesen durch Schreiben“ und machen sich einen eigenen Reim darauf.

Mit dem Unterricht in der Grundschule haben Ihre Annahmen nichts zu tun und eine differenzierte Auseinandersetzung findet nicht statt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Und ich dachte dieser Firlefanz (Kennenlernspiele) wäre uns von Personalcoaches eingetrichtert worden, die sonst Managementseminare abhalten.

Warum erinnert mich das an den blöden Witz mit der Höhenbestimmung des Fahnenmastes vor dem Seminarhotel?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Wenn die Lehrkräfteversorgung seitens des Dienstgebers nicht ausreichend ist, dann gibt es statt Unterricht Betreuung – gerne auch als Spielerei oder Firlefanz abgekanzelt.

An GY wird bei personalmangel die Stundentafel zusammengestrichen und in der GOSt EVA in den Vertretungsunterricht geschickt. Eine verlässliche Vormittagsbetreuung wie an der GS ist allenfalls für die Jahrgänge 5 und 6 verbindlich geregelt. Alle anderen Jahrgangsstufen müssen nicht betreut werden und können deshalb auch vor dem regulären Unterrichtsende nach Hause geschickt werden.

Nicht alles was hinkt, taugt auch als Vergleich.

Grundschullehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Pampelmuse

Wenn Kinder Freude am Lernen haben, dann ist das für Sie also Firlefanz?

Simon Brocher
1 Monat zuvor

Das deutsche Bildungssystem ist verbesserungswürdig. Es gibt viele Faktoren, die zu diesem Rückgang beitragen, wie Zuwanderung und Lehrermangel, aber ich glaube, dass wir unsere Bildungsqualität trotz der Schwierigkeiten noch verbessern können.

Feli x
1 Monat zuvor

Ich denke, Schuld ist die Fremdbetreuung. Kinder kommen in die Schule und können weder einen Stift halten, noch länger als zehn Minuten sitzen, können keine Schuhe binden, haben Rückstände in der Sprachentwicklung, manchmal trägt sogar noch jemand eine Windel, … Das kostet ein halbes Jahr oder länger, bis die meisten erstmal schulreif sind. Den ErzieherInnen mache ich keinen Vorwurf, manches war und bleibt Aufgabe von Eltern und die nehmen sich immer weniger Zeit für Basisertigkeiten. Früher gab es noch Kriterien für die Schulaufnahme, heute wird irgendwie jeder aufgenommen, dem Elternwunsch nach gern schon mit 5 Jahren.
Dann sind die Kinder bis 16.00 Uhr oder länger in der Betreuung und machen dort ihre Hausaufgaben. Die Eltern wollen glauben, das alles erledigt ist und schauen nicht mal mehr nach. Zu Hause ist keine Zeit mehr für Schule. Meist ist die Hausaufgabenbetreuung aber eine reine Aufsicht, in der die Kinder ihre Hefte und Blätter bearbeiten. Kopfrechnen, Lesen, automatisiertes Üben, Lernen auf Tests, … müsste nach wie vor zu Hause trainiert werden. Obwohl wir das in allen Elternabenden betonen, fehlt bei vielen dafür die Zeit oder es wird als nicht wichtig genug angesehen. Ein Lehrer kann aber in der Schule nicht mit jedem Kind täglich zehn Minuten einzeln lesen üben, sonst macht er nichts anderes mehr. Ich kann nach einem halben Schuljahr den Lese-Fähigkeiten der Kinder nach erkennen, welche Eltern mit ihrem Kind jeden Tag geübt haben und welche eben nicht. Und das zieht sich durch die ganze Grundschulzeit.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Feli x

„Hausaufgaben: Die Eltern … schauen nicht mal mehr nach.“
Aber, aber, haben Sie nicht mitbekommen, dass die Abschaffung der Hausaufgaben ein großer Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit ist? Jedenfalls sieht Frau Allmendinger das so, und sie kämpft doch unermütlich für Bildungsgerechtigkeit:
https://www.report-k.de./streit-um-moegliche-abschaffung-von-hausaufgaben-21749/

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Feli x

@Felix
„Schuld ist die Fremdbetreuung…“
Vielleicht nicht nur, aber mitschuld ist sie auf jeden Fall.
Ich merke das bei uns im Kiga bei den Vorschulkindern.
Ich versuche z.B schon, ihnen eine korrekte Stifthaltung beizubringen, aber trotzdem gelingt mir das nicht bei jedem, vor allem, wenn nicht auch zu Hause darauf geachtet wird.
Es ist zeitlich einfach nicht möglich, das mit jedem Einzelnen so intensiv zu üben.
Das mit der Stifthaltung ist ja auch erst seit einigen Jahren so ein großes Problem. Vorher haben die Kinder das meistens ganz automatisch durch Nachahmung gelernt. Inzwischen geht es uns in vielen Bereichen so. Die Kinder verbringen ja immer mehr Zeit in der öffentlichen Betreuung. Dadurch bleibt natürlich zu Hause weniger Zeit, um die Basisfertigkeiten zu erlernen und zu trainieren. Im Kindergarten ist es durch große Gruppen und wenig Personal aber auch immer schwieriger all das daheim Versäumte nachzuholen und zu vertiefen. Dann kommen die Kinder in die Schule, obwohl ihnen z.T. wichtige Grundlagen fehlen.
Trotzdem werden Politiker nicht müde, zu betonen, wie wichtig möglichst frühzeitige Betreuung in Krippen und Kindergärten für unsere Kinder sei. Die Misere, in der unser öffentliches Erziehungs – und Bildungssystem steckt, wollen sie einfach nicht sehen.
Da wird großmütig das Blaue vom Himmel, von wegen Recht auf Ganztagsbetreuung für alle versprochen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie marode und kaputt dieses System längst ist und wie sehr wir unseren Kindern damit schaden.
Wichtig ist nur, daß die Wirtschaft brummt, und die Arbeitgeber zufrieden sind.
Wozu all das führt, zeichnet sich ja inzwischen mehr als deutlich ab: Wohin man schaut – nur noch Krisen: Klimawandel, Pandemie, Krieg… Unsere Welt ist völlig aus dem Gleichgewicht, aber wir krallen uns weiter fest, an dem was wir haben, obwohl es uns geradewegs in den Abgrund führt.
Wer jetzt immernoch nicht begriffen hat, daß wir so nicht weitermachen können, daß wir einen Weg hin zu einem Weniger ist Mehr finden müssen, dem ist nicht zu helfen.

Kathrin
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Ich teile Ihre Einschätzung der Kindergartenkinder.
Früher gab es in NRW Schulkindergärten an den GS, in denen Kinder mit Defiziten bei den Vorläuferfähigkeiten bestens gefördert wurden. Die meisten dieser Kinder haben danach problemlos die GS durchlaufen.
Die Abschaffung der Schulkindergärten wurde pädagogisch verbrämt begründet, dabei war es eine reine Sparmaßnahme. Die Heterogenität der Erstklässlerchen wurde dadurch erheblich vergrößert. Dann wurden die Kinder auch noch eher eingeschult.Dazu der Irrsinn, dass wir Lehrer:innen nicht entscheiden dürfen, dass Kinder die erste Klasse wiederholen. Frau Gebauer war nicht die erste inkompetente Schulministerin…

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

„Das mit der Stifthaltung ist ja auch erst seit einigen Jahren ein so großes Problem. Vorher haben die Kinder das meistens ganz automatisch durch Nachahmung gelernt.“
Wenn das stimmt, dann müsste das Problem doch mal erforscht werden. Woran genau liegt es? Das könnte doch sogar den Grundschulverband und die GEW interessieren. Oder soll man das zum Anlass nehmen, das Schreiben mit der Hand gleich abzuschaffen und im Zuge der unvermeidlichen Digitalisierung lieber das Schreiben mit der Tastatur trainieren? Und wenn die Feinmotorik dafür auch nicht reicht, was dann?

Milli
1 Monat zuvor

Wundervoll, wie man doch glaubt eine Beschuldigung bringt voran.

Sind die Gymnasien mit einer zunehmenden Heterogenität konfrontiert? Ja!
Denn eine große Anzahl von Schüler*innen (oder Eltern) wollen ihren Weg auf dem Gymnasium machen, unabhängig davon, ob es ihnen von den Lehrkräften an den Grundschulen empfohlen wurde oder eben nicht.

Die hier gegängelte Methodik der Grundschule, die in vielen Gymnasien nicht üblich ist, dient unter anderem dieser Heterogenität gerecht zu werden.
Hochbegabten bis Förderschüler*innen in einer großen Lerngruppe gerecht zu werden, erfordert eine methodische Vielfalt und eine entsprechende Didaktik. Könnte man mal ausprobieren, wenn man die wachsende Heterogenität an Gymnasien betrachtet.

Sollten Grundschullehrkräfte die Kindergärten verurteilen, weil Kinder in die Schule kommen, die noch Windeln und Nuckel benötigen? Die noch nie einen Stift oder eine Schere gehalten haben? Nein. In der Regel nehmen sie sich allen Kindern an und versuchen die individuellen Fortschritte jedes Kindes bestmöglich zu garantieren.
Und hier kommt die wundervolle Sichtweise der Philologen, alle im Gleichschritt voranzutreiben mal direkt an eine Grenze. Unsere Gesellschaft ist vielfältig, genauso wie die Ausgangslage unserer Schüler*innen.

Zum Thema Lehrwerke: Geht man hier ernsthaft davon aus, dass Lehrkräfte in den Grundschulen nur mit den Büchern unterrichten? Das mag in den Gymnasien vielleicht noch so sein. In der Regel stellt das Lehrwerk nur ein Grundgerüst da. Übungen werden von den Lehrkräften selbst erstellt und vielfältig hinzugenommen, eben genau da, wo es nötig ist.
Bietet ein Lehrwerk verschiedene Rechenstrategien? Sehr gut! Denn es gibt Schüler*innen, die entweder auf eine alternative Strategie angewiesen sind (insbesondere bei Förderbedarf z.B. das Entbündeln) oder dementsprechend fit sind, dass Sie sich bei nur einer Methode relativ schnell langweilen würden. Warum sollte ein begabtes Kind nicht die Möglichkeit bekommen Inhalte aus verschieden Perspektiven zu betrachten, zu vernetzen, Inhalte zu verstehen, anstatt willkürlich ein Schema auswendig zu lernen?

Alle Grundrechenarten (halbschriftlich und schriftlich) werden übrigens in der Grundschule eingeführt und mehrfach geübt.

Zum Thema Rechtschreibung und Schrift: Welche Schrift schreiben Sie selbst? Ist es eine formgerechte LA? oder VA? Haben Sie keine Handschrift? Und die Frage… ist Ihre Schrift denn leserlich? Jeder von uns hat seine Handschrift. Diese setzt sich wahrscheinlich aus verschiedenen Elementen von Schreib- und Druckschrift zusammen. Genau das ist auch Ziel der Grundschule: Eine lesbare, formgetreue Handschrift. Die zwei geforderten Förderstunden möchte Frau Schwartz (laut Interview RPR1) ja gerne für das Erlernen der Schreibschrift nutzen. Woran liegt es genau? Können sie die Schrift der Kinder nicht lesen? Oder können die Kinder ihre Schrift nicht lesen? Oder ist es einfach das Prinzip an alten Strukturen festzuhalten? Hilft die Schreibschrift mehr bei der Rechtschreibung als die Druckschrift oder Grundschrift? Kommt es nicht eigentlich nur auf die Lesbarkeit an? Unleserlich können übrigens Schreibschriften genauso wie Druckschriften sein.

Der Rechtschreibunterricht hat in vielen Grundschulen Priorität. Auch wenn es hier nicht ausgesprochen wird: Es wird wieder auf die Methode „Lesen durch Schreiben“ verwiesen. Wer die Umfrageergebnisse kennt, weiß, dass diese Methode an kaum einer Grundschule in Reinform durchgeführt wird. Es wird korrigiert, es werden Rechtschreibgespräche geführt, es werden Themen zur Rechtschreibung wiederkehrend durchgenommen und auch Diktate geschrieben. Der effektive Nutzen von Diktaten im Vergleich zur echten Arbeit an der richtigen Schreibweise sei mal dahingestellt.

Viele Grundschullehrkräfte stehen hinter dem Gedanken der Inklusion und um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, wenden sie einen unglaublichen Arbeitsaufwand auf. Das es bei der derzeitigen Lage immer schwieriger wird, muss fast nicht ausgesprochen werden. Förderlehrkräfte werden abgezogen, es gibt keine Doppelbesetzungen, keinen Förderunterricht. Der Krankenstand ist hoch. Sofern eine Klasse eine vollständig ausgebildete Lehrkraft hat, kann sie sich schon glücklich schätzen. Klassenleitungen werden an Vertretungskräfte abgegeben, die, wenn man Glück hat, zumindest irgendein Lehramt studieren (wollen). Desolate Zustände, kleine oder sogar keine Räume für die Klasse, fehlende Schulleitungen, schwierige sozial-emotionale Verhältnisse unter den Schüler*innen, fehlende Integrationskräfte und Schulsozialarbeiter*innen und eine immer noch katastrophale Ausstattung an (digitalen) Lehr- und Lernmitteln.
Aber zum Glück arbeiten Grundschullehrer*innen mit viel Herzblut, sodass sie auch gerne ihr eigenes Gehalt in die Ausstattung, Lern- und Lehrmittel stecken.

Und… in Zukunft werden wir noch weniger Personal haben. Alles zum Leid unserer Schüler*innen und auf den Schultern der wenigen Grundschullehrkräfte getragen.

Wie wäre denn der Gedanke bei der Lehrerbildung Inklusionslehrer*innen auszubilden und das Förderlehramt mit dem Grundschullehramt besser zu verknüpfen? Wie steht es um die Inklusion in den Gymnasien? Hat ein Kind mit Teilleistungsschwäche in einem Fach denn überhaupt eine Chance gefördert zu werden? Oder fällt es durch das Raster… weil wir ja alle gleich sein sollen?

Last edited 1 Monat zuvor by Milli
Kathrin
1 Monat zuvor
Antwortet  Milli

Danke für die ausführliche treffende Darstellung. Hoffentlich lesen sie viele KuK, die „Nachhilfe“ in Sachen Grundschuldidaktik brauchen. Was hoffentlich deutlich wird: Die Grundschule ist die wahre Gesamtschule. So heterogen wie bei uns ist es nirgends!

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Milli

Klingt alles glaubhaft. Mir fehlt nur noch die Information, warum diese bis ins Extreme gesteigerte Heterogenität so wunderbar und wünschenswert sein soll. Warum kann man die nicht in mehrzügigen Schulen reduzieren durch entsprechende Ausrichtung der Parallelklassen? Würde die „individuelle Beschulung“ (so es sie denn gibt) dadurch schlechter? Wären die Lehrer mehr belastet? Eine allzu große Homogenität braucht niemand zu befürchten.
Und warum soll es nicht auch im Grundschulbereich Schulen unterschiedlicher Art für unterschiedliche Bedürfnisse der SuS geben? Ich lese immer, wir (!) haben uns von der Vorstellung des „Gleichschritts“ beim Lernen gelöst. Warum also müssen dann die Grundschulen in eine Art „Gleichschritt“ gegenüber anderen gezwängt werden? Ist der Grund ein pädagogischer oder ein politischer? Wegen der unterschiedlichen Einzugsbereiche und Wohngebiete sind auch Grundschulen ohnehin sehr unterschiedlich.
Inklusion an Gymnasien: Die Inklusion der Rollstuhlfahrer scheitert normalerweise wohl nur an den vielen Treppen im 3-stöckigen Gebäude (oft ein altes Gemäuer). „Teilleistungsschwächen“ in einem (!) Fach haben wohl fast alle Gymnasiasten (sonst gäbe es ja keine Note „5“), aber beim Förderbedarf „Lernen“ im Sinne des Gesetzes sehe ich doch die Grenze. Andere Schulformen stellen eben geringere Ansprüche als die Gymnasien, folglich gibt es geringere Hürden und damit geringere Frustrationen für Lernschwache. Jedenfalls war das mal so gedacht, zerstören kann man alle gewachsenen Strukturen. Die Frage ist immer, was sich dadurch bessert.

Milli
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

An der extremen Heterogenität unserer Kinder lässt sich erstmal nicht rütteln, sie ist von Grund auf gegeben. Die gemeinsame Beschulung soll u.A. Chanchengleichheit ermöglichen, Solidarität schaffen und eben die Ausgrenzung von Menschen mit Beeinträchtigung minimieren.
Ihre Idee der „Förderklassen“ in Grundschule wird in RLP in Form von Schwerpunktschulen umgesetzt.
Warum die Inklusion in dieser Form scheitert? Es liegt am fehlenden Personal (GS und Fö) Selbst an den sogenannten Schwerpunktschulen arbeiten FÖ-L nur stundenweise in Klassen, die Kinder mit Förderbedarf beschulen. Stellenweise unterrichten Lehrkräfte 24 Kinder, davon haben 4 Kinder diagnostizierte Beeinträchtigungen (hauptsächlich im Bereich Lernen oder geistige Entwicklung) der Bereich der sozial-emotional beeinträchtigten Kinder wird gar nicht mitgezählt. An der Inklusion körperlich Beeinträchtigter scheitert es, wie sie auch sagten, auch an den räumlichen Gegebenheiten.
Der Aufschrei nach mehr Personal (sei es GS oder FÖ) ist seit Jahren in den Grundschulen groß. Auch ihre Idee der „Inklusionsklassen“ würde leider am Personal scheitern. Man möge bedenken, dass an Förderschulen große Lehrerteams in einer Klasse zusammenarbeiten und zwar in kleinen Lerngruppen um die 6-10 Schüler*innen.
Der Gedanke kam schon früh auf, dass politisch gesehen, die Inklusion im Schatten der personellen Sparmaßnahmen steht. Die Situation wird aktuell noch schlimmer werden, da man verpasst hat für genügend Nachwuchslehrer*innen zu sorgen.
Ich selbst arbeite schon lange mit Inklusionsklassen und nehme den Prozess sehr wohl wahr, ich kann sagen, dass es viele Vorteile bringt, alle Kinder gemeinsam zu unterrichten, wenn man die nötigen Ressourcen zu Verfügung hat und gewillt ist sich den Stärken und Schwächen der Schüler*innen zu widmen.

Eine Note 5 pauschal mit einer „Teilleistungsschwäche“ gleichzusetzten, finde ich schwierig. Fünfen kann auch ein Kind mit Hochbegabung schreiben oder ein Kind welches gerade emotional in Schwierigkeiten steckt oder weil es mit der gegebenen Lehrmethode nicht zurecht kommt…. die Gründe sind vielfältig.

Kinder mit sonderpädagogisch überprüfter Lernschwäche finden sich wohl kaum auf dem Gymnasium wieder sondern gehen Ihren Weg bevorzugt auf einer IGS, Privatschule oder eben Förderschule weiter. Die Anzahl an integrierten Gesamtschule ist leider, bei hoher Nachfrage, zu gering und auch hier braucht es genügend Personal.
Es gibt wohl auch einige Schüler*innen, die vielleicht in Deutsch in der 6. Klasse eine 5 bekommen und am Ende ihr Abitur und Studium gut meistern. Denn unsere 4. Klässler sind keineswegs „fertig“ in ihrer Entwicklung, wenn sie die Grundschule verlassen.
Ich denke man könnte den GS-Lehrer*innen mehr vertrauen schenken (auch politisch gesehen), indem Ihre Empfehlungen für die weiterführenden Schulformen ernster genommen werden. Ein wichtiges Kriterium für den Übergang auf das Gymnasium ist meiner Meinung nach auch die Lernbereitschaft und Motivation eines Kindes.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Milli

Erst steigert man die ohnehin vorhandene natürliche Heterogenität, und dann wird erklärt, daran ließe sich nichts ändern. Das leuchtet mir schon mal nicht so ganz ein.
Und dann „die gemeinsame Beschulung soll u.a. Chancengleichheit ermöglichen, Solidarität schaffen und eben … die Ausgrenzung … minimieren.“
Mit „soll“ alleine kommt man auf Dauer aber nicht weiter, man muss untersuchen, ob das dann auch tatsächlich so ist. Und da sind Zweifel angebracht, ob irgendjemand noch das untersuchen will, was als beschlossene Sache aus der Politik kommt. Denn die Gelder für solche Untersuchungen würden von den Politikern bewilligt (oder eben auch nicht).

Blasphemy
1 Monat zuvor

Due Kinder werden immer Früher eingeschult das ist das Problem

Eva Lochmann
1 Monat zuvor

Als ehemalige Volksschullehrerin sehe ich die Entwicklung im Bildungssystem mit den daraus resultierenden Ergebnissen mit Besorgnis – bin aber nicht erstaunt! Wir haben das Ergebnis der letzten Jahre vor uns – die Pandemie mit ihren einschneidenden Forderungen tat ihr Übriges- und es wird Zeit, auf allen Ebenen neue (alte) Wege zu beschreiten, bevor das Niveau unserer Schüler noch mehr sinkt! Das Wichtigste : Leistungsforderung wieder attraktiver zu machen. Sie tut nicht weh und ist im Verband mit allen didaktischen Möglichkeiten dringend notwendig und ein Gebot der Stunde.

Friedrich der Kleine
1 Monat zuvor

Ich kann nur feststellen, dass den meisten meiner Schüler fundamentale Kenntnisse der Grammatik fehlen. Wenn ich ihnen in der 6. Klasse die 2. Fremdsprache beibringen möchte, muss ich erst einmal einen Crashkurs in deutscher Grammatik machen, bevor ich überhaupt mit meinem Fach loslegen kann. Ich weiß nicht, woran es liegt, es war auch schon vor Covid so. Aber der Trend verstärkt sich.
Damit möchte ich niemandem die Schild in die Schuhe schieben, allerdings ist es einfach eine Tatsache. Sehr bedauerlich und bedenklich.
Einige Kinder haben eine Schrift, die man fast nicht mehr als solche bezeichnen kann, bei der ich rumrätseln muss, was da eigentlich steht. Andere Kinder hingegen streichen 3 Versuche durch, ihren Namen (!) zu schreiben, bevor es ihnen gelingt. Was sind die Gründe dafür? Und das an einem Gymnasium.

Leseratte
1 Monat zuvor

Ich mache die gleichen Erfahrungen. Schon seit Jahren. Und ich stelle fest, dass die Fünftklässler schon mit Englisch, das in der GS überwiegend mündlich vermittelt wird, ihre Probleme in Klasse 5 haben, wenn sie schreiben müssen und feststellen, dass Lautung und Schreibung sich wesentlich unterscheiden. Und dazu dann noch die Rechtschreibprobleme im Deutschen.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Aus dem Grund kann man Englisch in der Grundschule auch gleich sein lassen.

Peter Guentner
1 Monat zuvor

Schulpsycholog*innen und Beratungslehrer*innen an jedem Gymnasium, mindestens eine feste Stelle im Bereich Schulsozialpädagogik, richtig, ich bin etwas verwundert, warum es die nicht auch an Grundschulen und vor allem an Mittelschulen und Realschulen braucht.