Die neue Kultusministerin hat im Wahlkampf angekündigt, Elektriker und Erzieherinnen unterrichten zu lassen

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HANNOVER. Überraschung in Hannover: Julia Willie Hamburg, Spitzenkandidatin der Grünen im Landtagswahlkampf, wird neue Kultusministerin in Niedersachsen. Der bisherige Amtsinhaber, der Sozialdemokrat Grant Hendrik Tonne, scheidet aus dem Kabinett aus. Allerdings nicht sang- und klanglos: Tonne wird neuer Fraktionschef der Sozialdemokraten.

Die neue Kultusministerin ist künftig auch stellvertretende Ministerpräsidentin: Julia Willie Hamburg. Foto: julia-hamburg.de

SPD und Grüne haben rund drei Wochen nach der Landtagswahl in Niedersachsen ihre Pläne für eine rot-grüne Koalition vorgestellt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der vor einer dritten Amtszeit steht, und Grünen-Spitzenkandidatin Julia Willie Hamburg kündigten in Hannover an, die Ministerposten mit je fünf Frauen und Männern zu besetzen. Die bundesweit letzte SPD/CDU-Koalition auf Länderebene steht damit vor dem Ende.

Der knapp 140 Seiten umfassende rot-grüne Koalitionsvertrag, über den am Wochenende noch zwei außerordentliche Parteitage abstimmen, trägt den Titel «Sicher in Zeiten des Wandels». Einen Schwerpunkt legt das Papier auf eine deutlich offensivere Investitionspolitik – auch auf Kosten neuer Schulden, wogegen sich die CDU als bisheriger Koalitionspartner der SPD stets gewehrt hatte. Ein Punkt dabei: Um den Lehrermangel zu lindern, sollen Grund-, Haupt- und Realschullehrer künftig besser bezahlt werden.

«Schulen würde ja auch anderes Personal sehr helfen, wenn etwa Elektriker Versuche mit den Schülerinnen und Schülern machen»

Im Kabinett soll die SPD sechs Ministerien übernehmen, die Grünen erhalten vier Ressorts. Dabei steht eine Verjüngung an: Im Vergleich zur Vorgängerregierung werden die vorgeschlagenen Ministerinnen und Minister bei der Vereidigung im Schnitt vier Jahre jünger sein. Das Kultusministerium soll von Grant Hendrik Tonne, der neuer SPD-Fraktionschef wird, zur Grünen-Spitzenkandidatin Julia Willie Hamburg wechseln.

Julia Willie Hamburg ist Weils designierte Stellvertreterin. Sie war auch als Wirtschaftsministerin im Gespräch, soll nun aber als Kultusministerin für Schulen und Kitas zuständig sein. Bisher war die 36-Jährige Fraktionsvorsitzende sowie bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Sie studierte Politikwissenschaft, Deutsche Philologie und Philosophie in Göttingen – einen Abschluss erlangte sie nicht. Hamburg hat zwei Kinder, fährt gerne Rad, wandert und liest Comics und ist Mitglied beim Fußball-Zweitligsten FC St. Pauli.

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«2013 bin ich als jüngste Abgeordnete in den Landtag eingezogen. Damals habe ich noch studiert. Nach der Geburt meines zweiten Kindes erlitt ich einen gesundheitlichen Schicksalsschlag und habe mein Studium darüber neben dem politischen Mandat nicht beendet. Das sind die Dinge, die man im Leben nicht plant, die aber passieren und mit denen man umgehen muss», so erklärt sie auf ihrer Homepage.

Im Wahlkampf sorgte Hamburg mit einem Vorstoß für Schlagzeilen – weil Lehrkräfte fehlen, wollte sie Menschen ohne pädagogische Ausbildung an den Schulen einsetzen. «Schulen würde ja auch anderes Personal sehr helfen, wenn etwa Elektriker Versuche mit den Schülerinnen und Schülern machen», sagte die damalige Grünen-Fraktionschefin im Juli. Auch Erzieherinnen oder Ergotherapeuten kämen in Frage.

«Die Möglichkeit, Unterstützungspersonal einzustellen, haben die Schulen auch jetzt schon, nur fehlt es an Bewerbungen»

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) watschte sie für die Idee ab. «Gerade in den von Hamburg angesprochenen Berufen besteht ebenfalls ein Fachkräftemangel, so dass kaum passende Bewerberinnen oder Bewerber zur Verfügung stehen werden. Die Möglichkeit, Unterstützungspersonal einzustellen, haben die Schulen auch jetzt schon, nur fehlt es an Bewerbungen», erklärte VNL-Vorsitzender Torsten Neumann.

Die SPD war bei der Landtagswahl am 9. Oktober mit 33,4 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Die Grünen erzielten mit 14,5 Prozent ein Rekordergebnis in Niedersachsen. Ministerpräsident Weil hatte sich schon vor Monaten auf Rot-Grün als Wunschbündnis festgelegt. Bereits in seiner ersten Amtszeit (2013-2017) regierte er in dieser Konstellation, darauf folgte die bestehende Koalition mit der CDU.

Sollten am Samstag der SPD-Parteitag und am Sonntag der Grünen-Parteitag zustimmen, wird der Koalitionsvertrag am Montag unterzeichnet. Einen Tag später soll Ministerpräsident Weil bei der konstituierenden Sitzung des Landtags im Amt bestätigt werden. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel: Grünen-Politikerin Hamburg will Elektriker oder Erzieherinnen unterrichten lassen

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CoronaLehren
3 Monate zuvor

Wieder eine Idee, die völlig unausgegoren ist.

Was will eine Erzieherin im Physikunterricht in der Qualifikationsphase zum Abitur hin? Was will der Elektriker in der Berufsschule für Kaufleute? Die Erzieherin scheint mir besser in einem Kindergarten aufgehoben, denn dafür ist sie qualifiziert und da fehlen ebenfalls qualifizierte Arbeitskräfte. Ein Loch stopfen und dafür ein anderes aufreißen. Der Elektriker passt halt gut in Elektro-Fachklassen, denn dafür ist er ausgebildet. Dann braucht’s aber einen Meistertitel.

Da fehlt einfach der passende Abschluss zur Lücke im Schulwesen. Aber immerhin haben Erzieherinnen und Elektriker einen.

Wohl denn, lasst den Unsinn beginnen.

Dilu
3 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Elektriker können ohne Probleme in der Sek 1 unterrichten und auch Erzieher sind nicht schlecht bis zur 6. Klasse aufgehoben.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Dilu

Worauf stützen Sie Ihre Aussage?

CoronaLehren
3 Monate zuvor
Antwortet  Dilu

Ein Elektriker hat von sich aus keine Lehrbefähigung. Mit dem Meistertitel hat er den AdA-Schein und darf ausbilden, unterrichten aber noch lange nicht.

Wie geschrieben, in der Berufsschule kann er auf jeden Fall als Elektrikermeister nach einem Referendariat arbeiten und fachkundig unterrichten.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

Ich finde die Idee prima!

Wir haben Fachkräftemangel und es sind nicht genügend Erzieher:innen da.

Die wenigen vorhandenen werden in die Schulen geschickt – köstlich.

Frei nach dem Motto – Loch an Loch, aber hält doch!

So lässt sich auch der Mangel an EuEs besser begründen – sie sind aut(scht)gezorst (ich weiß, wie es richtig heißt!).

Und dann kann man natürlich auch die Gruppengrößen wieder erhöhen – grandiose Idee, zu der ich nur beglückwünschen kann!

(Was haben die geraucht? Das will ich auch!)

Kathrin
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ihr Kommentar hat mich trotz der bitteren Wahrheit sehr erheitert – besonders das „Loch an Loch“. Meine Angst ist allerdings, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem es zu viele Löcher sind, um zu halten.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Kathrin

Die Angst ist leider begründet!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Wir haben leider schon sehr viele Löcher, durch die immer mehr Schülys und Menschen ganz allgemein durchfallen.

Unsere kKs (kreatiefe Komiker) haben sich vermutlich unsere Straßen als Vorbild genommen – immer mal stopfen. Nur – die Straßen werden oft gestopft – unsere gesellschaftlichen Löcher nicht. Bald ist nicht mehr genügend da, um den Rahmen zu halten. Ein marodes Sieb, das immer mehr bröselt.

Ja, mir macht das auch Angst. Ich plädiere zwar tatsächlich für einen Zusammenbruch unseres Schul- und Erziehungssystems…. damit wir einen neuen wunderschönen Phönix erhalten und gestalten, doch bei den Gestalten, die die Verantwortung (nicht) tragen, aber aufgrund ihres Amtes zuständig sind, bekomme ich Bauchweh.

Rotstiftprofi
3 Monate zuvor
Antwortet  CoronaLehren

„Da fehlt einfach der passende Abschluss“… joa, der fehlt bei Julia Willie Hamburg studientechnisch ja auch. Aber Kultusministerin werden (oder geworden werden, whatever).

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Rotstiftprofi

Deutschland – das Land der komischen Möglichkeiten!

447
3 Monate zuvor

Warum auch nicht. Unsere Schule könnte einen Elektriker, zwei Maler und mindestens zwei Trockenbauer mehrere Jahre lang beschäftigen.

Kathrin
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Der nächste großartige Kommentar. Leute, ihr seid heute gut drauf!

Max,43
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Bei uns bitte auch mindestens drei Dachdecker. Wir sind nämlich eine der Schulen mit den Planschbecken im Flur, um den Regen aufzufangen.
Ha! Ich ergänze: Bitte auch einen Bademeister!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Max,43

Schwimmunterricht!

Wie toll ist das denn?!

Und dierekt vor Ort! 😉

Unsere Schülys müssen mit Öftis und Maskenzwang! zum Schwimmbad gekarrt werden.

Max, ihr habt es deutlich besser!

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Wir bräuchten erstmal einen verfügbaren Hausmeister und eine Sekretärin, die nicht nur halbtags und pro Woche dreimal da ist.

Mannomann
2 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Die Sektetärin arbeitet u.a. halbtags, weil sie schulpflichtigen Kinder hat, die sie nicht wegorganisieren will. Schließlich hat sie die Kinder nicht in die Welt gesetzt, um sich dann nicht drum zu kümmern. Das gleiche gilt für den Hausmeister.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich sehe eine grandiose „Solidarität der Schulgemeinschaft mit dem Schulgebäude“ – Projektwoche!

Realist
3 Monate zuvor

Ok, ich revidiere meine Prognose: Vor kurzem meinte ich noch, dass es erst so gegen Mitte des Jahrzehnts der Fall sein wird, dass man mit einer nicht-akademischen Ausbildung vollbefähigte Lehrkraft werden kann (+ Übernahmegarantie und ggf. Verbeamtung). Jetzt ist es wohl schon einige Jahre früher der Fall.

Neue Prognose: So ab ca. Mitte des Jahrzehnts reicht dann das Abitur. Reicht ja mittlerweile auch als Qualifikation für Ministerämter…

KARIN
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Als Elektriker braucht es kein Abi, zumindest die letzten Jahre!

GS in SH
3 Monate zuvor
Antwortet  KARIN

Aber wenn sich ein Elektriker als Lehrer identifiziert wäre es doch sehr diskriminierend, darauf keine Rücksicht zu nehmen, oder? Dann hätte er er ja auch gefühlt das Abi bestanden, sogar studiert!
Was sollte da noch schief gehen!

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Das argumentative Dilemma der üblichen Verdächtigen mit ihrem absoluten Primat der Gefühligkeit (bzw. Selbstidentifikation). Was die wohl zu Ihrem Kommentar zu schreiben hätten .. ^^

gehtsnoch
3 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Gerlernte Handwerker wie Elektriker scheinen ja ohne bestandenes Abi oder Studium nur die Spezies Volldeppen darzustellen. Macht nix, denn das Berufsbild ist nun Elektroniker, z. B. für Betriebs-, oder Energie- und Gebäudetechnik.
Ihre nächste Handwerkerrechnung erhält daher sicher den +X Aufschlag für unverschämte studierte Arroganz.

Last edited 3 Monate zuvor by gehtsnoch
Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Es kann aber auch sein, dass der Elektriker oder Elektroniker Mitleid mit dem Lehrer hat. Theoretisch viel wissen, aber dann anrufen, nur damit ´ne Lampe aufgehängt wird. Da kommt dann Mitleid auf.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ein Elektriker richtet so viel Gutes im Englischunterricht an wie ich als Lehrer (und PC-Bastler, da fliesst doch auch Strom, deswegen kann ich das!) in Ihrem Betrieb als „Elektriker ehrenhalber mit Quereinstieg“.

Um meine Handwerkerrechnung machen Sie sich mal keine Sorgen. Wohl dem, der gute Freunde hat.

Last edited 2 Monate zuvor by 447
Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  KARIN

Dann wird „Lehrer“ ja noch leichter!

Wir sind auf dem Weg – alles ist möglich und werden das Land der unbegrenzten Möglichkeiten (oder wie nennt man die Leute, die einfach zu d_mm für Politik sind?)

MeinSenf
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, bald sind wir dann alle Leerer und jeder andere kann auch leeren! 🙂

Eieiei
3 Monate zuvor
Antwortet  MeinSenf

Klasse, kann man sich die Müllabfuhr sparen.

KARIN
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Klar, habe es gerade gesehen sie kommt von den Grünen!
Wir wissen welche Werdegänge bei deren “ Spitzenpolitiker*innen“ Norm ist, ansonsten deren Beruflichen Werdegang mal googeln! Heißer Tipp, dann kann man diesen Vorschlag einordnen, ansonsten nur ungläubige Kopfschütteln, zumindest von mir!!

Euler
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ich bin unbefristet angestellt und das ohne eine akademische Ausbildung. Allerdings nur durch eine Entfristungsklage erlangt. Akademische Ausbildung impliziert nicht gute Unterrichtsstunden. Das Schulsystem muss umgestellt werden. Hier sind sich alle einig, aber jegliche Änderung wird kritisiert. Wie würden Sie den handeln?

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Sinnvolle Änderungen.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Man kann das natürlich machen, aber dann sollte man aufhören, permanent von der „Professionalisierung der Lehrkräfte“ zu reden. Früher waren die Volksschullehrer auch nicht akademisch ausgebildet und mussten anfangs auch kein Abitur haben. Aber die Kinder lernten Lesen, Schreiben, Rechnen.
„Das Schulsystem muss umgestellt werden.“ Das alleine ist aber zu wenig, man müsste auch wissen, IN WELCHE RICHTUNG. Und da beginnt der Streit schon.

Max,43
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Ich habe jetzt mal meine Uhren umgestellt. Für diese nächsten 10 Jahre würde mir das an Umstellung reichen…

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

@Euler: Danke! Kennen Sie noch mehr Lehrkräfte, die ohne ein Studium unterrichten dürfen?

Früher durften die so genannten „Mikätzchen“ nur mit Abitur und nachfolgenden Schulungen unterrrichten. Eine Grundschullehrerin hat mir gesagt, dass sie keine Probleme mit ihnen gehabt hätten. Man hätte anfangs zwar Zweifel gehabt, aber die geburtenstarken Jahrgänge wollte man auch nicht in übergroßer Zahl in Klassenzimmer pferchen.

Während meiner Erzieherausbildung hätte ich liebend gern Unterricht von berufserfahrenen ErzieherInnen mit Praxiserfahrung gehabt. Und ich fände es schön, wenn der auch an den Erzieherfachschulen bestehende Lehrermangel dazu führen würde, dass endlich Menschen mit ausreichend Berufserfahrungen aus der Praxis ein vernünftiges Gegengewicht zu dem verkopften Schmu beisteuern würden, der dem Nachwuchs im Erzieherberuf zugemutet wird. Mein Eindruck: Je wichtiger den Lehrkräften ihre Beförderung war, um so kritikloser wurde der forcierte Betreuungsplatzausbau als lobenswerte Errungenschaft angesehen und uns erzählt, wie viel besser die Ausbildung geworden sei…

Erzieherin Marion beispielsweise bringt so vieles zum Ausdruck, was bereichernd für die Erzieherausbildung wäre. – Und dass PraktikerInnen scharenweise schreiend aus dem Schulunterricht laufen würden oder wütend die Smartphones ihrer Schüler an die Wand klatschen, kann ich mir nicht vorstellen.
Selbstverständlich könnten auch viele ErzieherInnen Grundschülern lesen, schreiben und die Grundrechenarten beibringen.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

„ Selbstverständlich könnten auch viele ErzieherInnen Grundschülern lesen, schreiben und die Grundrechenarten beibringen.“
Glauben Sie? Ich bin für das Lehramt u.a. in Mathematik an Gymnasien, also ab Klasse 5, ausgebildet. Ich maße mir allerdings nicht an, zu behaupten, dass ich Grundschülern der Jahrgänge 1-4 das Rechnen beibringen könnte, weil das einfach profunde Kenntnisse auf dem Gebiet des Rechenerwerbs, methodische und didaktische Kenntnisse verlangt, die ich nicht habe, obwohl ich seit langer Zeit unterrichte und so ziemlich jede methodische Sau mal durchs Dorf getrieben habe. Und Sie behaupten, viele ErzieherInnen könnten den Kindern lesen, schreiben, rechnen beibringen? Ich dachte, Sie wären Erzieherin – das allerdings kann ich jetzt kaum noch glauben, nachdem Sie hier äußern, dass es für die Vermittlung von Lesen, Schreiben, Rechnen keiner für diese Tätigkeit speziellen Kenntnisse bedarf.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Danke, Mika!
Wer hat nochmal gesagt: Je mehr ich weiß, umso mehr weiß ich….

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Mir fehlt da immer etwas der Blick über den Tellerrand:

Für die Wirtschaft wird man über das Studium ggf. als Experte ausgebildet und findet sich dann in kleinen Teams wieder und muss dort „funktionieren“.

Das klappt mal mehr oder weniger gut. Je nach Softskills, die der MA von Haus aus mitbringt.

Auch die Arbeit hängt vielfach vom „Talent ab“, welches der MA mitbringt. Didaktische Fähigkeiten beim Präsentieren komplexer Sachverhalte, Umgang mit „schwierigen“ Kollegen…

Wird es dann ernst und man möchte Personalverantwortung übernehmen, findet man sich in einem Assessment wieder. Hier wird man ggf. mehrtägig durch die Mangel genommen. Spätestens da kommt dann alles raus.

Einige bestehen auf Anhieb ohne großen Entwicklungsbedarf, die meisten bekommen Weiterentwicklungen und Coachings verpasst und werden auf die neue Aufgabe vorbereitet…und einigen legt man weiterhin die Expertenlaufbahn nahe.

Warum soll dieses Prinzip nicht auch in Schule funktionieren?

1) Fachlicher Eignung (Ausbildung)
2) Persönliche Eignung (Assessment)
3) Weiterbildung bzw. Weiterentwicklung oder eben keine Übernahme anderer Aufgaben.

Und selbstverständlich können auch ErzieherInnen in so einem Zusammenhang neue Aufgaben übernehmen und sich ggf. didaktisch und fachlich entsprechend weiterbilden.

Und generell würde ich die Fähigkeiten von LK in Sachen Softskills auch nicht zu hoch hängen. LK sind auch „nur“ ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Viele Leute haben handfeste Probleme, sich einigermaßen wertschätzend in der Gesellschaft zu bewegen und respektvoll miteinander umzugehen.

Falls das integraler Bestandteil des Lehramtsstudiums sein sollte, wäre das zumindest kaum wahrnehmbar für mich bzw. über die Jahre offensichtlich verlernt.

LK heben sich hier auch nicht unbedingt vom Rest der Gesellschaft ab…

Ich bin übrigens auch Elektriker…danach kam aber noch der eine oder andere Schritt…

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Didaktischen Wissen und Können kann nicht mit Soft Skills gleichgesetzt werden.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Dafür dann die Weiterbildung / Nachqualifizierung.

Davon abgesehen, muss man didaktisches Wissen zunächst einmal erlernen und dann auch über Jahrezehnte anwenden können und wollen.

Hier sind mit Sicherheit bereits unterschiedliche Fähigkeiten in der „Grundausbildung“ vorhanden, die im weiteren Verlauf entweder ausgebaut, konserviert oder ggf. wieder abgebaut werden.

Mal abgesehen davon, dass die heutige Wissensvermittlung didaktischer Fähigkeiten auch zu den Zielgruppen der nächsten 35 Jahre passen muss – oder alternativ die Bereitschaft zum Erlernen neuer Methoden vorhanden sein muss.

Da ich Menschen grundsätzlich für verschieden halte, sehe ich die Grenzen überall fließend.

Eieiei
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Und vor allem nicht langfristig durch solches Kompensiert werden.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Die Horterzieher in der DDR hatten meist eine Lehrbefähigung für ein Fach Klasse 1-4 (soweit ich weiß). Das wurde ihnen nach der Wende allerdings nicht anerkannt und zu recht haben sich diese Erzieher fortan geweigert Vertretungsunterricht zu machen. Vor der Wende sind sie oft bei hohem Krankenstand mal kurzfristig eingesprungen.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Eine Freundin von mir ist noch in der DDR zur Kitaerzieherin ausgebildet worden und heute noch im Job. Sie hat den Vergleich, was die Ausbildung bzgl. Kita jetzt und damals betrifft und meint, die damalige Ausbildung in der DDR sei um Welten besser gewesen, als das, was jetzt passiert, insbesondere wenn man den ideologischen Quatsch weglässt. Von daher kann ich mir das mit den Hortnern gut vorstellen, weiß jetzt aber nicht, welche Ausbildung die hatten. Horte waren in der DDR jedoch eigenständige, von der Kita unabhängige Einrichtungen (jetzt ist das ja größtenteils zusammengelegt), so dass ich mir das mit der Lehrbefähgung durchaus vorstellen kann.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wofür sind die roten Daumen? Zu feige, Kritik zu äußern? Oder einfach nur, weil die DDR positiv erwähnt wurde? Sollte meine „Behauptung“ betreffs der Horterzieher falsch sein, dann bitte gern berichtigen. Ich bin lernfähig. Also in Zukunft, bitte kurz erklären, was an meinen Kommentaren nicht passt. Danke!

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Kritik geht wahrscheinlich in die selbe Richtung, wie bei meinem Kommentar oben:

Erzieher haben nix mit Unterricht zu tun. Ungeeignet. Ausbildung ist nicht vergleichbar, Qualifikation demnach nicht gegeben und nie erreichbar.

Das ändert auch die ggf. bessere Ausbildung in der DDR nicht.

So offensichtlich die vorherrschende Meinung.

Unzeitgemäßes „Ständedenken“, welches ich oben angedeutet und kritisiert habe.

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Danke auch von mir. Ich verstehe nicht, warum so viele der Meinung sind, sie könnten Grundschullehrer sein. Dann nur zu: Als Quereinsteiger bewerben und loslegen. Aber dann bitte ohne die ständige Unterstützung und das Mentoring einer ausgebildeten Lehrkraft. Unter realen Bedingungen.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Gab ja auch schon die Diskussion hier, LK würden in anderen Berufen mit offenen Armen empfangen werden – als Allround-Talente.

Ich sehe in beide Richtungen die Möglichkeit eines erfolgreichen Wechsels. Hängt in erster Linie von der Motivation und der Lernbereitschaft ab. Im weiteren Verlauf dann zunehmend von der Erfahrung.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Und mit absolut „wasserfesten“ Noten, also justiziablen Noten, d.h. Ergebnissen von Leistungsmessungen, die vor Gericht (!) Bestand haben!

Denn immer mehr Eltern, die ihre eher nicht gymnasialen Kinder mit erheblichen Mühen, zeitlichem bzw. finanziellem Aufwand – und jede Woche bereits bei der Klassleiterin der 4. Klasse „auf der Matte“! – schließlich ans Gymnasium gehievt haben, scheuen auch weiteren Druck natürlich nicht! Über Jahre!

Mit Argusaugen wird die Notenentwicklung des Nachwuchses und der Unterricht, die Lehrkraft – per Ferndiagnose – beobachtet, bewertet.

Und immer mit Rechtsbeistand, Anwalt der Familie mit Spezialgebiet „Schulrecht“ in der Hinterhand.

Liebe naive, arglose potentielle QuereinsteigerInnen, da wünsche ich Ihnen dann viel Spaß!

Wachen Sie auf! Aus Ihren unrealistischen Träumereien fern der Schulrealität!

Unterrichten unter diesen Bedingungen ist echt „hammerhart“, keine „Spielwiese für bissle Herumunterrichten“. Stress pur!

Da braucht’s echt exzellente Expertise, fundierte Fachkompetenz um zu bestehen, die Sache unbeschadet durchzustehen!

Vorbedingungen, um mit Liebe, Herzblut und Leidenschaft Fachwissen an die Kinder zu vermitteln, diese zu fördern und zu fordern.

Die erste Dienstaufsichtsbeschwerde lässt sicher nicht lange auf sich warten, falls Eltern Bedenken wegen des Lernerfolgs, Erreichen der geforderten Prüfungsstandards haben.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

„ Selbstverständlich könnten auch viele ErzieherInnen Grundschülern lesen, schreiben und die Grundrechenarten beibringen.“
Glauben Sie?“ – Mika, ich glaube es nicht nur, ich weiß es. Und an keiner Stelle habe ich behauptet, was Sie mir unterstellt haben und was ich hier nicht rot anstreichen, sondern nur schwarz markieren kann.

„Ich dachte, Sie wären Erzieherin – das allerdings kann ich jetzt kaum noch glauben, nachdem Sie hier äußern, dass es für die Vermittlung von Lesen, Schreiben, Rechnen keiner für diese Tätigkeit speziellen Kenntnisse bedarf.

Auch Erzieher können Fachbücher lesen, über den Träger bestellen, sich privat von Lehrern Tipps geben lassen und sich in neue Aufgabenbereiche intensiv einarbeiten. Sie lesen in Lehrerforen mit, um „ihre Kinder“ besser vorbereiten zu können.

Im offenen Ganztag, in Heimen und in offenen Treffs fallen immer wieder „nur-ErzieherInnen“ dadurch auf, dass sie Grundschüler nicht nur in der Einzelnachhilfe gefördert haben. Ich habe im ersten Artikel, der hier über die Absichten von Frau Willie eingestellt wurde, schon einiges geschrieben und will mir nicht die Mühe machen, es zu wiederholen.
Aber was Berufskolleginnen und ich in der Praxis öfter erlebt haben, waren Kinderaussagen und Kinderfragen, die wahrlich kein gutes Licht auf die Rechtschreibkenntnisse junger DeutschlehrerInnen werfen.

„Corinna, soll ich eigentlich alle Fehler verbessern oder nur das, was Frau Y angestrichen hat?“ – „Das ist doch nicht richtig, oder?“ – Wenn Kinder in oder nach der Schule gezielt gefördert wurden, fallen ihnen sogar die Rechtschreib- und Grammatikfehler auf, die die Elternbriefe oder die Einladungen zu Feiern enthalten. Manchmal sagen wir den Kindern in der Gruppenarbeit auch, dass nicht alles falsch war, was angestrichen wurde. Und dass man das aber nicht unbedingt den Lehrern sagen muss, zumindest nicht vor der Klasse.

Ich habe den Erzieherberuf in einigen Berufsfeldern erlebt, weil ich Springerin war. Unter meinem Namen werden sie längere Artikel in einem Elternmagazin und auf einer Fachwebseite finden. Ich schreibe hier nicht unter Nick, wie so viele Lehrer…
Und ich mache auch ab und an Rechtschreibfehler oder vertippe mich.

Übrigens bin ich fest davon überzeugt, dass es auch keinen Mangel an Laien gibt, die bald nach einer Einarbeitungszeit sehr wohl in Krippen und Kitas so gut Kinder betreuen könnten, dass Fachkräfte mit und ohne Studium sich davon noch was abgucken könnten. Allerdings finde auch ich, dass grundsätzlich auf eine solide Ausbildung gesetzt werden soll. Doch gerade was die Didaktik angeht, müssen sowohl Lehrer als auch Erzieher nicht nur manches lernen, sondern es müsste auch manches vergessen oder „ausgemistet werden“.

Stromdoktors Beiträge werde ich noch lesen und ansonsten nur noch etwas klarstellen, wenn eine Lehrkraft etwas über den Erzieherberuf geschrieben hat, was nicht stimmt.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Wieso werten Sie den Beruf der Erzieherin ab als „Nur – Erzieherin“? Erzieher und Lehrer sind einfach verschiedene Berufe, und ich bin der Ansicht, dass die Arbeitsfelder eben nicht einfach so gegenseitig ausgetauscht werden können. Natürlich kann eine Erzieherin nach entsprechender Qualifikation als Lehrkraft arbeiten, aber das ist eben der entscheidende Punkt: nach entsprechender Qualifikation, die alles vermittelt, was die Erzieherin noch zum Vermitteln des Lesens, Schreibens und Rechnens sowie der vielen anderen Grundschulinhalte benötigt.
Für unsere GenderFreundInnen: es sind jeweils alle Geschlechter angesprochen.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Meine Ironie ist wohl nicht verstanden worden. Für mich liegt Abwertung der ErzieherInnen darin, dass so viele Lehrkräfte nicht mal einzelnen Erzieherinnen das Unterrichten von Kindern in Förderschulen oder Grundschulen zutrauen, ohne dass sie zuvor ein Studium plus Referendariat absolviert hätten. Als ob staatlich geprüfte und staatlich anerkannte ErzieherInnen, die beispielsweise Vorschulkinder unterrichtet haben, nicht noch einen Schritt mehr bewätigen könnten.

Ein bemerkenswert hoher Teil der so genannten „Mikätzchen“ hat später ein verkürztes Studium auf sich genommen und dann weiter in Schulen gearbeitet. Für meine Generation – war diese auch damals umstrittene Notlösung – (auch angesichts der Kurzschuljahre) besser als Unterrichtsausfall.

Wenn ich Lehrerin wäre, würde ich mich über die Aussicht auf fachfremde Kollegen nicht aufregen, sondern überlegen, wie man gemeinsam das Beste aus der Situation machen kann.

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Sie sehen eine Abwertung des Erzieherberufs darin, dass Erzieher nicht ohne Studium und Referendariat Kinder unterrichten dürfen? Dann ist es auch eine Abwertung von zahnmedizinischen Assistenten, dass diese nicht den Bohrer am Patienten führen, oder ebenso für die OP- Schwester, dass sie nicht die OP am Herzen ausführt?
Nochmal, Frau Mauel: Erzieher und Lehrer sind unterschiedliche Berufe mit unterschiedlicher Qualifikation, unterschiedlichen Aufgaben und, wenn wir mit Erziehern Kita-Erzieher meinen, auch alters – und entwicklungsmäßig unterschiedlichen Zielgruppen. Will man im jeweils anderen Berufsfeld arbeiten, muss man sich entsprechend qualifizieren, um der jeweiligen Zielgruppe und der Aufgabe gerecht zu werden. Das hat nichts mit Abwertung zu tun. Sowohl Kitakinder als auch Schüler haben Anspruch auf für ihre Aufgaben qualifizierte Personen.

Last edited 2 Monate zuvor by Mika
Mariechen
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ganz genauso ist es!

Marie
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Also dann bitte ab ins Lehramtsstudium. Dort wird all das vermittelt, was man braucht, um Kindern (in Klassenstärke) Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ich bin bereits Lehrkraft, seit über 20 Jahren 😉

Kathrin
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das „Selbstverständlich“ im letzten Satz zweifele ich an! Die Mikätzchen haben eine ganz andere Generation von Kindern unterrichtet. Man mag es gut finden oder nicht: Schule ist komplexer geworden. Die Frage nach Erzieher:innen in der Grundschule erübrigt sich aber. Sie werden mehr als dringend mit ihrer Expertise in den Kindergärten gebraucht. Denn auch da gilt, dass die Förderung im Elementarbereich nicht SELBSTVERSTÄNDLICH von z.B. Müttern und Vätern ohne entsprechende Ausbildung durchgeführt werden könnte. Ich würde mir die Arbeit im Kindergarten übrigens nicht so einfach zutrauen.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Kathrin

„Schule ist komplexer geworden“ – „Komplex“ – ein beliebtes Modewort. Als die Mikätzchen einstiegen, gab es noch Volksschulen, in denen alle – oder zumindest mehrere Klassen gemeinsam unterrichtet wurden. Die Rechtschreibung der Kinder aus dieser Generation strotzte nicht so vor Fehlern wie die heutiger Jugendlicher und junger Erwachsener. Dabei wurden sie doch von Grundschullehrkräften nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unterrichtet!

Heute habe etliche Schüler fachliche und nichtfachliche Schulbegleiter und obwohl „Intergration“ propagiert wird, schicken nicht weniger Lehrer Kinder mit ihren Schulbegleitern in einen Vorraum, betreiben also Exklusion. (Dass es manchmal sinnvoll sein kann, bestreite ich nicht.)

„Die Frage nach Erzieher:innen in der Grundschule erübrigt sich aber. Sie werden mehr als dringend mit ihrer Expertise in den Kindergärten gebraucht. Denn auch da gilt, dass die Förderung im Elementarbereich nicht SELBSTVERSTÄNDLICH von z.B. Müttern und Vätern ohne entsprechende Ausbildung durchgeführt werden könnte.“

Der oben zitierten Aussage von Kathrin kann ich nicht zustimmen. Auch wenn Erzieherinnen in Krippen und Kitas gebraucht werden, müssen sie sich dort nicht gebrauchen lassen. Altersbedingt würden bestimmt einige gern den Elementarbereich verlassen, um keinen Bandscheibenvorfall oder andere Gesundheitsprobleme zu bekommen. Auch mangelt es nicht an ErzieherInnen, die davon überzeugt sind, dass für die Jüngsten Bindung wichtiger ist als Bildung. Nicht alle finden die „Bildungsangebote“ in den Krippen so toll, wie die Medien es den Eltern gern vermitteln. Aus welchem vernünftigen Grund sollten wir uns einbilden, unter Dreijährige würden in großen, unter Personalmangel betreuten Gruppen mehr lernen, als ihnen in einem soliden familiären Umfeld vermittelt werden könnte? – Nur weil Krippen für manche Kinder tatsächlich besser sind als das eigene Elternhaus gilt das doch nicht für die Mehrzahl der Kinder! – Krippenkinder und ihre ErzieherInnen sind besonders oft krank. Die Rahmenbedungen sind nun mal im wahrsten Sinne des Wortes „kränkend“. – Und deshalb wird es mehr Fluktuation immerhalb der Arbeitsfelder der Erzieher geben.

Ich fand es sinnvoll und bereichernd, als Erzieherin nicht jahrzehntelang immer nur eine Altersgruppe zu betreuen. Wechselt man zu älteren Kinder, profitiert man davon, dass man in der Praxis einiges über die Erlebniswelt jüngerer Kinder mitbekommen hat.

Schade, dass so wenig Menschen sich einen Wechsel ihrer Arbeitsstelle oder andere Arbeitsbedingungen vorstellen können. Gerade kleine Kinder haben so viel Charme, dass sogar Menschen, die sich als eher rational ansehen, schnell lernen, was Kinder brauchen und von ihnen wünschen.

lehrer002
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Nein. ErzieherInnen lernen ihren Beruf 3 Jahre in einer praxisintergrierten Ausbildung an einer Berufsschule. GrundschullehrerInnen studieren 5 Jahre an einer Universität mindestens 4 Fächer und absolvieren anschließend noch ein Referendariat inkl. der Zweiten Staatsprüfung. Das hat Gründe! Der Schriftspracherwerb oder die Förderung rechenschwacher Kinder kommen nicht von Zauberhand.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Der ca. 60jährigen Erzieherin mit ca. 35 Jahren Berufserfahrung, immer noch motiviert und leidenschaftlich bei der Sache, traue ich 1000x mehr zu, als der gestressten Grundschullehrerin, die ihren Job und die Familie offensichtlich nicht unter einen Hut bekommt, keine Unterstützung von ihrem Mann bekam und ihre schlechte Laune an Kindern und Eltern gleichermaßen ausgelassen hat.

EIN Erfahrungsbericht.

Die Ausbildung sagt bisweilen gar nichts darüber aus, wie gut oder schlecht jemand seinen Job macht.

Es gibt genauso viel schlechte Lehrer, wie es im Mittel der Gesellschaft auch in anderen Berufen Unterschiede gibt.

Hier geht es immer noch um Menschen, die täglich miteinander interagieren und wo Empathie eine große Rolle spielt.

Das bringt einem keine Uni der Welt bei…und offensichtlich hört bei einigen hier die Empathie schon bei der Bewertung eines vergleichsweise nahestehenden Berufes auf.

Ich bin einigermaßen fassungslos…

KARIN
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

In der Schule wäre sie für wesentlich mehr Kinder alleine zuständig und muss einen am Kind feststellbaren Lernerfolg bei jedem Kind nachweisen.
Grundschule geht 4 Jahre und jedes Kind sollte zum Übertritt in eine weiterführende Schule dann bestimmte Lernziele erreicht haben!
Dies ist ein ganz anderes Aufgabengebiet als das der Erzieherin.
Lieber Stromdoktor, Beschäftigung mit Kindern bis zum 10 Lebensjahr ist leider kein Kindergarten, erkundigen Sie sich mal genauer!

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  KARIN

Deswegen ja auch zunächst Eignungsprüfung = AC und darauf aufbauend entsprechende Maßnahmen (Schulungen, Weiterbildungen, Mentorenprogramme).

Zudem gibt es ja auch diverse „Europameister“ aus anderen „Klassen“,vor denen die Kinder aktuell auch nicht geschützt werden:

https://www.news4teachers.de/2021/09/debatte-paedagogik-professor-haelt-ueber-40-prozent-der-lehrer-fuer-ungeeignet-er-fordert-vor-dem-studium-eine-vorauswahl/

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  KARIN

Lieber Stromdoktor, sehen sie es nicht so eng wie die Lehrerschaft. Als gelernter Elektriker haben Sie vielleicht auch schon miterlebt, wie hoch geschätzt Hausmeister an vielen Grundschulen sind. Auf die saloppe Frage „Wo ist denn hier der Chef zu finden?“ wurde ein Kursleiter zum beliebten Hausmeister der Schule gebracht.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Vielen Dank für die aufmunternden Worte!

Der (geliebte) Fön meiner Frau ist aktuell kaputt bzw. hat einen Wackelkontakt. Sieht nach einem Kabelbruch aus.

Ich bin zuversichtlich, dass ich wenigstens hier zu Hause heute noch punkten kann!

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Dass Sie einigermaßen fassungslos sind, kann ich gut verstehen.

Mariechen
2 Monate zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ich bin auch fassungslos…. Es gibt so viele schlechte Ärzte und Chirurgen. EIN Erfahrungsbericht. Das bringt einem keine Uni der Welt bei…. Ein vergleichsweise dem Arzt nahestehender Beruf wäre Krankenschwester/ Krankenpfleger, oder? Denen traue ich auch 1000x mehr zu als den gestressten Ärzten. Lieber Stromdoktor, diese Vergleiche sind absurd.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Nein. Die praxisintegrierte Ausbildung ist noch relativ neu und leider noch nicht so weit verbreitet, wie sie nachgefragt wird. Alle langjährigen Fachkräfte haben andere Ausbildungen absolviert. Längst nicht überall kann die praxisintegrierte Ausbildung gewählt werden. Hat jemand kein Abitur wird oft die Ausbildung zur KinderpflegerIn oder SozialassistentIn vorausgesetzt. In den meisten westdeutschen Bundesländern gab es früher ein einjähriges unbezahltes Vorpraktikum. Anschließend dann eine zweijährige oder dreijährige Ausbildung an einer Erzieherfachschule, während der Praktika in Kindergärten und verschiedenen anderen Einrichtungen absolviert wurden. Angebote der Fachschüler wurden benotet und wenn dann die staatliche Prüfung geschafft war, schloß sich (außer in Schleswig-Holstein) das einjährige Berufspraktikum an. Insofern dauert die Erzieherausbildung üblicherweise immer noch vier oder fünf Jahre und nicht drei.

Einen Mangel an Unterrichtsfächern gibt es auch bei uns nicht.
Jährliche Fortbildungen sind vorgeschrieben.
Ich halte es für realistisch, dass sich berufserfahrene ErzieherInnen bei akutem Lehrermangel durchaus in den Alltag von Lehrkräften an Grund- und Förderschulen einarbeiten können. Manche habe Zertifikate zur Sprachförderung erworben oder sich auf ein Förderung der Kinder in den MINT-Fächern konzentriert.

Es soll doch darum gehen, dass Kindern wegen des akuten Lehrermangels kein Unterrichtsausfall oder zu große Klassen zugemutet werden. Bestimmt würden einige Kinder sich freuen, wenn ihre ehemalige Erzieherin oder ihre ehemaliger Erzieher auf einmal an ihrer Schule unterrichtet.

Lange Jahre haben viele ErzieherInnen aus eigener Tasche immer wieder Fortbildungen privat bezahlt. Dass Engagement und Praxiserfahrungen mit Kindern grundsätzlich weniger zählen sollen als ein Studienabschluss, finde ich kleinkariert.

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Warum behaupten viele dann, das im jahrelangen Lehramtstudium gelehrte wäre praxisfern und i. T. überflüssig, man empfindet sich als schlecht ausgebildet? Thema

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter

Das ist doch wirklich in jedem (!) Beruf so. Binsenweisheit! Learning by doing: in der Berufspraxis!

Theorielastigkeit, Überblick und Blick über den Tellerrand versus Praxis danach.

Meine unzähligen ReferendarInnen in meinen drei Fächern haben auch erst bei mir, „an meiner Hand“, in Vor- und Nachbesprechungen, bei denen ich stets „laut gedacht“ habe erfahren, was z.B. bei der Konzeption bzw. Korrektur und Bewertung, Vergabe von Punkten, ganz detailliert im „Hirn der Lehrkraft“ abläuft.

Unterrichten haben sie erst bei mir gelernt, trotz Fachdidaktik – Input und all dem theroretischen Rüstzeug in Grundzügen, das im Seminar vermittelt wurde.

Anwenden in der Praxis lernt man mit Anleitung, durch Beobachten und unterstützende Beratung einer erfahrenen Lehrkraft, durch Analyse und Reflexion, auch Selbstreflexion.
Wissenschaftliches Studium der Unterrichtsfächer, hier Anglistik, Geschichte Politikwissenschaft, als fachliche Prämisse, versteht sich von selbst.

Und dass man z.B. in Englisch hervorragende Sprachkenntnisse vorweisen können muss, sollte eigentlich Voraussetzung sein.

Kenntnisse des Altenglischen, Mittelenglischen, der Linguistik und Literaturwissenschaft vervollständigen den Background.

Können aber durchaus dann und wann als kleines „Schmankerl“, als Exkurs dienen.
So z.B. bei der Etymologie eines Wortes:. „lady“ (von Altenglisch Brotkneterin) oder „Knecht“ im Deutschen („knight“, nach Lautveränderung im Mittelenglischen so ausgesprochen wie „night“, nachdem im Altenglischen das „k“ und das „ch“ noch wie im Deutschen zu hören war.

Auch das Bestehen der Führerscheinprüfung erlaubt ja nur das Führen eines Fahrzeuges. Fahren lernt man wirklich erst hinterher, durch jahrelange Fahrpraxis und Erfahrungen.

Manch technisches Detail vergisst man aber eh schnell, wenn nicht mehr „gebraucht“.

Emil
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Seit wann und warum leiden Kindergärtnerin eigentlich an dieser chronischen Selbstüberschätzung????

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Kann ich nicht erkennen.

Ihre Arroganz ist hingegen bekannt.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Vorhandene Minderwertigkeitskomplexe führen leider häufig dazu, dass sehr fundiertes Fachwissen auf der Gegenseite auf ein erbärmliches (Pseudo-)argument, nämlich dem Vorwurf der „Arroganz“, trifft.

Leicht durchschaubares, sehr schlichtes „Totschlagargument“!

Beides unnötig wie ein Kropf!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

@Emil
Seit wann und warum wissen so viele Männer besser, wie man Fußball spielt, als die Profis? Seit wann und warum,wissen so viele Menschen, wie man Kinder richtig erzieht und wie man ihnen lesen und schreiben beibringt?

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Gefechte auf Nebenschauplätzen sind unsinnig, führen zu nichts, sind nicht zielführend!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Angelika Mauel steht mit ihrer Überzeugung genausowenig für die Gesamtheit der Kindergärtnerinnen wie Sie stellvertretend für die Grundschullehrkräfte stehen. Von daher: entspannt!

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Das stimmt. Ich finde zum Beispiel die von vielen ErzieherInnen abgelehnte Bezeichnung „Kindergärtnerin“ gut genug und ich kritisiere freimütig, dass die Qualität der Erzieherausbildung sehr zu wünschen übrig lässt.

Falls mich jemand fragen würde, ob das Thema „Aufsichtspflicht“ an Erzieherfachschulen ausführlich genug behandelt wird, würde ich die Antwort „Nein“ geben und auf tragische Unfälle verweisen können, die hoffentlich einige nachdenklich stimmen würden.

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Emil, wenn Sie Ihre Frage korrigiert noch einmal einstellen, erhalten Sie eine Antwort von mir. An anderer Stelle wurde übrigens die hohe Fehlerdichte eines Beitrags von Ihnen bemängelt.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Natürlich garantiert eine akademische Ausbildung keine gute Unterrichtsstunde. Aber was genau ist denn guter Unterricht oder ein guter Lehrer? Ich sehe an meiner Schule auch Studenten und fachfremdes Personal. Die Motivation und Begeisterung ist nicht das Problem, aber die vielen kleinen Feinheiten, die fehlen, wenn man diesen Beruf nicht richtig gelernt hat. Ich beobachte teilweise begeisterte Kinder und Eltern, da es plötzlich super Noten gibt. Standpunkte werden vor Eltern nicht ausreichend vertreten. Prima, denn das gefällt doch sehr! Kaum sind diese Hilfskräfte weg, fallen die Noten in den Keller. Meine Erfahrung: das Niveau sinkt und sinkt….

KARIN
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Genau!

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Das ist aber keine Umstellung des Schulsystems – das ist Lochflickerei mit Löchern an anderen Stellen.

Und ja – es gibt sicher Menschen, die ganz tolle Unterrichtsstunden halten können, obwohl sie keine Lehrerausbildung haben. Die dürfen aber eigentlich keine Prüfungen abnehmen – ohne akademische Ausbildung.

Ich darf ja auch keine Gesellenprüfungen abnehmen – auch wenn ich schon mal …. (ich höre auf – das klingt schon abwertend genug, obwohl es das nicht soll.)

GriasDi
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Meistertitel impliziert nicht gute Arbeit. Trotzdem ist er nötig um eine Firma zu gründen.

Stromdoktor
3 Monate zuvor
Antwortet  GriasDi

Nicht allgemein gültig…Ihre Aussage:

https://www.gewerbeanmeldung.de/meisterpflicht

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Irrelevant! Thema!

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Der roten Daumen nach zu urteilen weiterhin kein wertiges Mitglied der eher elitären Gruppen.

KaGe
3 Monate zuvor

Schaut euch bitte noch einmal die Überschrift an:

„…Erzieherinnen und Elektriker unterrichten zu lassen…“

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  KaGe

Gemeint sind natürlich Erzieher und Elektrikerinnen. 🙂

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Ich neige ja zum Entgendern – also:

Erzieherys und Elektrikerys! 😉

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wenig sinnhaft!

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Hahaha! Selten so gelacht – das Gender-Thema muss halt auch hier noch herhalten.

Irrelevanter Nebenschauplatz!

Bleiben Sie bitte beim Thema und schweifen Sie nicht ab!

Ron
3 Monate zuvor

Elektriker unterrichten Physik, Gärtner Biologie. Ich habe bereits Erfahrungen mit pädagogisch nicht geschultem Personal bei Fortbildungen und Präsentationen vor Schulklassen. Da fangen die Bankkauffrauen bereits am ersten Vormittag an zu weinen und der präsentierende Buchautor schreit die nicht aufmerksamen Schüler an, die nach 3 Stunden Lesung seinem Altherrenwitz nicht mehr folgen mögen. Dieser ganze unüberlegte Plan, niedrigst qualifizierte Quereinsteiger in die Pädagogik zu verpressen, wird grandios scheitern und gleichzeitig den Lehrerberuf schwer in Mitleidenschaft ziehen. Wir werden schreiende, schimpfende, weinende oder in ihrer Überforderung um sich schlagende Hilfspädagogen erleben, die sich bereits nach wenigen Wochen krank melden. Das soll die Schule der Zukunft sein?

Euler
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Pessimist? Wie sieht es mit Elektriker aus die die SuS motivieren und angewandte Beispiele zeigen? Oder Gärtner die mit Leidenschaft von ihren Werken sprechen?
Viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Das wissen Sie auch! Angefangen von der Lebenssituation der Eltern bis hin zum Schulpolitik des Landes.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

„Oder Gärtner die mit Leidenschaft von ihren Werken sprechen?“

Dieser Satz drückt es eigentlich gut aus. Sie wollten ja damit sagen, dass es schön ist, wenn Menschen Ahnung haben und für ihre Sache brennen. Soweit so gut. Aber der als Lehrer angeheuerte Gärtner soll nicht als Fachmann ein Projekt betreuen, sondern regulären Unterricht gemäß der weitverzweigten Vorgaben machen. Und da harkt es dann oft, weil a) diese Leute tatsächlich meinen, dass man Schülern ungestraft dauerhaft erzählend entgegentreten kann und b) sie ihr inhaltliches Steckenpferd irrtümlich für ausreichend erachten, um ein Schulfach umfänglich über das Jahr unterrichten zu können. Das klappt so nicht und ich sehe das Problem auch täglich bei unseren Quereinsteigern. Viele haben recht schnell Probleme bei der Motivation ihrer Lerngruppen, wenig pädagogische Handlungsideen sowie massive Eigenfrustrationsprobleme. Manche sieht man zudem inhaltlich förmlich hinwegschwimmen, weil sie inhaltlich nicht sattelfest sind. Der Gärtner soll in Bio eben nicht nur den Schulgarten betreuen und mit Schülern Blumen bestimmen, sondern Genetik, Verhütung oder Stoffwechselvorgänge durchnehmen.

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Der rote Daumen mag entweder Ron generell nicht oder er ist tatsächlich der Meinung, dass Gärtner und Gärtnerinnen außer der Betreuung des Schulgartens auch Unterricht in Genetik, Verhütung und Stoffwechselvorgängen übernehmen können?

Emil
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Und was macht der Elektriker, wenn nach 4 Wochen das Thema wechselt, weil es ja dummerweise auch noch Lehrpläne gibt? Und unterrichtet der Gärtner dann auch die zahlreichen anderen Themen der Biologie?
Solche Ideen sind schlicht Kappes.

Diesdasananas
3 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Es sagt ja keiner, dass der Elektriker vollständig den Unterricht übernehmen muss. Wenn er das eine Thema 4 Wochen macht, kann die Lehrkraft in der Zeit vielleicht mal in Ruhe Förderpläne schreiben, langfristig vorbereiten, umfangreiche Korrekturen erledigen etc. So hat man zumindest mal 4 Wochen lang Entlastung, die sonst gar nicht da wäre. Nicht immer in Vollzeitstellen denken, sondern die Schule für andere öffnen und so für Entlastung sorgen, wäre ja zumindest denkbar…

KARIN
3 Monate zuvor
Antwortet  Diesdasananas

Ich denke da gerade an den damaligen Vorschlag Künstler*innen einzustellen, dies hatte sich dann auch gleich erledigt!
Bin gespannt welche seltsamen Ideen noch in den Hirnen unserer Kumis sprießen ; )

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Diesdasananas

Wie – der übernimmt für vier Wochen und dann wird munter gewechselt?

Ich gehe mal davon aus, dass ich dann nicht in Ruhe Förderpläne schreibe, sondern unterrichte.
Die Korrekturen – Erholungszeit.

Und was macht der Elektriker nach diesen vier tollen Wochen? Noten geben und Schule wechseln?

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Diesdasananas

Denken Sie bitte daran, dass der Gärtner auch gerichtsfest benoten muss. Und glauben Sie ernsthaft, dass der Gärtner zur phasenweisen Entlastung eingesetzt wird? Und dass sich die Eltern in ihrer Gesamtheit darauf einlassen, insbesondere in Abschluss- oder Prüfungsjahrgängen?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Diesdasananas

Und was macht der Elektriker dann den Rest des Schuljahres?

TaMu
3 Monate zuvor
Antwortet  Diesdasananas

In zwei Jahren darf vermutlich auch Schlachtereipersonal in Operationssälen kleinere Routineeingriffe übernehmen. Die wissen grundsätzlich auch, wo welches Körperteil hingehört. Wir haben schließlich auch in Kliniken Personalmangel. Nur Blinddärme zum Beispiel. Oder Mandeln. Das müsste doch mit Quereinstieg machbar sein.

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Im Mittelalter haben doch auch die Henker kleinere OPs übernommen. Zurück in die Vergangenheit! Früher war nicht alles schlecht!

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Klar. Und heute ist nicht alles gut. Immer diese Witzchen nach dem gleichen Muster…

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Nicht die Henker, aber die Bader, Barbiere.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Aber auch hier sollte gelernt werden müssen.

Und viele (zumindest unserer Schülys) sind dann …… RAUS!

Ist nämlich viiiiiieeeel zu anstrengend!

Und was soll das denn bringen?

Na, immerhin können die noch nicht eingestellten Kollegys ja zurück in ihren Beruf – der ist nicht so gnadenlos undankbar wie (oft) die Arbeit mit Schülys und deren Familien, den witzigen Anordungen und irren-wirren Ideen unserer geschätzten Glorreichen 16, zurück dahin, wo es Arbeitsschutz gibt …..

Einige werden ihre Sache sicher sehr gut machen – keine Frage.
Einige werden gut durchhalten – keine Frage.

Doch viele werden sicher zurück in ihren ursprünglichen Beruf gehen.

Aber wer weiß? Viellicht ist alles ja auch janz anders 😉

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Einige Ihrer Beiträge habe ich wirklich gern gelesen, aber diese Schilderungen – „Da fangen die Bankkauffrauen bereits am ersten Vormittag an zu weinen und der präsentierende Buchautor schreit die nicht aufmerksamen Schüler an, die nach 3 Stunden Lesung seinem Altherrenwitz nicht mehr folgen mögen.“ werfen Fragen auf. In welchem Bundesland und in welcher Schulform kam es denn zu den geschilderten Szenen? Was haben die Bankkauffrauen wann und wo unterrichtet? Gab es auch Bankkaufmänner, die ohne zu weinen unterrichten konnten?

Und seit wann liest ein Autor an einer Schule drei Stunden lang? Schulllesungen dauern üblicherweise anderthalb Stunden und meist wird nicht ununterbrochen gelesen. Die Schüler sollen selbstverständlich Fragen stellen und ihre eigenen Gedanken beisteuern. Falls ein Autor Schüler stundenlang mit „Altherrenwitz“ zugetextet hat, dann wäre es die Aufgabe der hoffentlich anwesenden Lehrkraft gewesen, geschickt und notfalls auch resolut einzugreifen.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Bei uns war es lange Zeit Usus, dass sich die gesetztlichen KV vorstellten.

Kein Notendruck kein Garnichts.

Nach einer Stunde völlig genervt, desillusioniert und gefrustet – das ist leider Fakt.

Sehr ähnlich die Erste Hilfe Kurse – obwohl das ja eigentlich interessant sein sollte.
Die Damen und Herren tun bestimmt ihr Bestes, doch selbst ich bin fast eingeschlafen – diese Kurse gebe ich deutlich besser! Darf ich aber leider nicht – obwohl ich das früher als Broterwerb im Studium jahrelang gemacht habe.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Genau das wollte auch ich zum Ausdruck bringen. KV, Steinzeitprojekt, Tanzworkshop, Betriebe stellen sich vor usw. Immer wieder zeigt sich, dass Unterrichten nicht mal eben so geht.

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Oft sind es frontale Vorträge, die nicht mal ansatzweise an herkömmlichen Frontalunterricht heranreichen. Meist sehr ermüdend. Würden bei uns nicht die Lehrer bei solchen Veranstaltungen mit im Raum sitzen, würden einige Schüler anfangen auszutesten und das Ganze zu sprengen.

Ron
3 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Nur ganz kurz zu Ihrer Frage: Die Bankkauffrauen waren wiederholt im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts „Auskommen mit dem Einkommen“ an unserer Schule tätig. Der Vorgang hat sich tatsächlich zugetragen und ist nicht anekdotisch. Es war leider eine weinende Frau – insofern brauche ich nicht über Bankkaufmänner zu reden. Ich wollte damit schlicht zum Ausdruck bringen, dass das Unterrichten gelernt werden muss und ungelernte Kräfte trotz vielleicht gutem theoretischen Wissen oft einen schweren Stand haben. Der Herr Autor hat in einem Literaturprojekt mitgearbeitet. Der Kürze halber habe ich dies in meinem obigen Beitrag unterschlagen. Seine Ausfälligkeiten haben in der Tat zum Eingreifen der Lehrkräfte geführt. Dies waren übrigens nicht die einzigen Fremdschämerfahrungen, denen ich beiwohnen durfte. Ich sehe sowas regelmäßig bei externen Projekten. Nicht immer ist es aber so augenfällig.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Jawohl, es droht maßlose, heillose Überforderung!

Und auch noch weitere Mehrarbeit – ohne Ende!- und unbezahlt!!! – für die armen MentorInnen, den betreuenden Lehrkräften, die dann danach auch noch versuchen sollen, „die Karre irgendwie wieder aus dem Dreck zu ziehen“, um zu retten, was noch zu retten ist.

Und dies alles auf dem Rücken unserer Kinder! Nur Versuchskarnickel für ein erneutes Schulexperiment1

Dreamghost
3 Monate zuvor

Ganz ehrlich: Immer wenn ich mich mit egal wem über den Lehrerberuf unterhalten habe, kam nach etwas nachgehake „Eigentlich möchteiches nicht machen“. Welcher git ausgebildete Elektriker verlässt den freiwillig seinen Beruf um dann wieder im Klassenzimmer zu stehen, die meisten waren doch froh als sie aus der Schule raus sind.
Sicher gibt es welche, die mit Kindern arbeiten können und wollen. Diese „Naturtalente“ machen aber meistens schon etwas Soziales. Und die, die wirklich ihre Berufung verfehlt haben, werden die Personallücke nicht stopfen können.
Übrigens: Wer genervt ist von dem „dauernd Ferien, nachmittags frei“ Leuten. Einfach mal fragen „Es herrscht Lehrermangel, möchtest du dich nicht mal bewerben?“ Meistens kommt dann ganz schnell ein Rückzieher.

Last edited 3 Monate zuvor by Dreamghost
Euler
3 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Ich glaube, dass hier die Entlohnung eine große Rolle spielt.
Ein guter Elektriker wird entsprechend entlohnt.
Lehrer werden nicht nach Leistung bezahlt.. oder?

Canishine
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Wenn Sie mit Leistung Arbeitszeit meinen , dann stimmt das (auch).

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Das mit der Bezahlung nach Leistung ist doch ein Witz?

Woran soll das gemessen werden? Gute Noten? Kein Problem.
Viele Elterngespräche? Kein Problem.
Viele Gespräche mit Schülys? Kein Problem.
Viel Unterstützung? Kein Problem.
Ausflüge, Klassenfahrten, Korrekturen bei fünf! Deutschklassen, …

Bitte auf mindestens 20.000 Euro / Monat aufstocken!

gehtsnoch
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Erst mal Arbeitszeitbuch als Leistungsnachweis führen, dann wird weiter gemessen und entschieden.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Sie schrieben weiter oben, dass Sie nach Entfristungsklage unbefristet und ohne akademische Ausbildung angestellt wurden. Ich ging davon aus, dass dies eine Anstellung als Lehrkraft in einer Regelschule wäre – Ihre jetzige Aussage lässt mich jedoch zweifeln (wenn Sie als Lehrkraft eingestellt wären, wüssten Sie, auf welcher Basis -Zeit oder Leistung- Sie bezahlt werden). Also, als was arbeiten Sie?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Sie werden wohl keine Antwort erhalten. Konkrete Fragen sind bei einigen Leuten hier anscheinend sehr unbeliebt und werden ignoriert. Ist mir jedenfalls schon oft so gegangen. Die einzige Reaktion, die ich bisher feststellen konnte: seitdem ich gezielt konkrete Fragen stelle, ist mein „Roter-Daumen_Account“ mächtig angestiegen. Ob da ein Zusammenhang besteht? Rote Daumen werden ja auch nicht begründet. Manchen Kommentatoren fehlen eben die Worte, wenn man sie direkt anspricht. Für mich ist das dann ein Zeichen, dass ich mit der Frage ins Schwarze getroffen habe.;)

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

q. e. d.

Walter
2 Monate zuvor
Antwortet  Mika

„(wenn Sie als Lehrkraft eingestellt wären, wüssten Sie, auf welcher Basis -Zeit oder Leistung- Sie bezahlt werden)“
Eine Besoldungsgruppe mit Zeit- oder Leistungsprinzip, nicht Erfahrungsstufe?

Dreamghost
3 Monate zuvor
Antwortet  Euler

Also kommen die schlechten Elektriker in die Schulen? Glück auf

Last edited 3 Monate zuvor by Dreamghost
Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Dreamghost

Das mit dem Glück auf waren aber die Bergleute ;-). Aber für die finden wir bestimmt auch noch ein warmes Plätzchen, damit man uns faulen Säcken mal so richtig zeigen kann, wie einfach unterrichten ist.

Ron
3 Monate zuvor

Viel naheliegender als fachfremdes Personal zu rekrutieren, wäre doch, das Lehrerstudium zu verschlanken und praxisorientierter zu machen.

Ragnar Danneskjoeld
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Die aktuellen Gymnasiallehrer haben schon jetzt immer weniger Fachwissen. Da werden im Unterricht Sachen gesagt, dass ich als eigentlich stiller Betreuer immer wieder aus der letzten Reihe dazwischen grätschen musste.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor

Ich sach ja, die Bildung geht den Bach runter!

Auch unsere Refs sind da eher locke drauf und nehmen das nicht so genau mit Inhalt und Fakten.

Hauptsache, sie werden gemocht!
Hauptsache, es ist lustig!
Hauptsache, die Kids haben Spaß!

Last edited 3 Monate zuvor by Riesenzwerg
Leseratte
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

So ist es. Leider. Und wir „Alten“ müssen uns am Ende noch rechtfertigen, wenn wir lehrplankonform arbeiten und der Auffassung sind, dass eben nicht alles nur Spaß ist und lustig und spannend sein muss, sondern eben auch mal anstrengend und mühsam. Anstrengung ist zunehmend verpönt. Und mit der Einstellung dann ab in die Arbeitswelt…

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

So ist es! Und wenn die Noten dann noch top sind, sind auch die Eltern zufrieden. Läuft …

Mika
3 Monate zuvor

Das könnte zum Einen daran liegen, dass Sie bei einem für dieses Fach nicht qualifizierten Quereinsteiger im Unterricht sitzen, oder, mit Verlaub, dass Sie selbst falsch liegen. Grundständig ausgebildete Gymnasiallehrer beherrschen im Regelfall ihr Fach.
Worauf stützen Sie Ihre Expertise, die Fachkenntnisse aller aktuell unterrichtendenden Gymnasiallehrer beurteilen zu können?

Last edited 3 Monate zuvor by Mika
Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nee, Noteninflation, Corona (Distanzunterricht auch an der Uni , „Glacee-Handschuhe“ bei den Anforderungen und Notenvergabe), Niveauverlust seit Jahren, auch schon vor Corona.

PraktikantInnen von der Uni (angehende AnglistInnen, höhere Semester) im Leistungskurs Englisch, vor Jahren in Bayern: ganz grobe „howler“ im Sprachgebrauch (Vokabular), auch beim Tempusgebrauch.

Selbst im Tafelanschrieb! Gute SchülerInnen hakten nach, ich musste richtigstellen. Jedoch keinesfalls Einzelfälle!!!

Leseratte
3 Monate zuvor

Rechtschreib-, Grammatik- und Kommafehler in Tafelbildern und Texten (nicht nur) zukünftiger DeutschlehrerInnen inklusive…

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Jawohl! Kann ich nur bestätigen! Deckt sich mit meinen Beobachtungen!

Auch in Anschreiben an die Eltern, was ich ganz besonders peinlich, ganz schrecklich fand!

(In Der Zeit und SZ, also seriöse Qualitätspresse, finden sich inzwischen vermehrt ähnliche sprachliche Schwächen bei der – vermeintlich – jüngeren JournalistInnenzunft.
Anzeichen für schleichenden Niedergang auch hier zu konstatieren. Germanistikstudium ist scheinbar inzwischen auch nicht mehr das, was es mal war.)

Angelika Mauel
3 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Das hätte man machen können, aber es geschah nicht. Und wenn zu viel Unterrichtsausfall dazu führt, dass beispielsweise Handwerksbetriebe den Jugendlichen nach der Schulentlassung keine Ausbildungsstelle geben wollen, dann hängen Minderjährige orientierungslos rum oder absolvieren ein Berufsgrundschuljahr. – Arbeiten dort mittlerweile schon regelmäßig Lehrkräfte ohne Studienabschluss? Oder dürfen Handwerker, Bauern, Masseure und Angehörige der sozialen Berufs unterrichten?

Teacher Andi
3 Monate zuvor

Das Problem wird sich von selbst lösen, denn das Vorhaben wird an der Realität scheitern.
Es wird sich kaum jemand bewerben, da in diesen Berufen per se schon Mangel herrscht, und Viele von denen, die das Wagnis angehen, werden bald ihre Segel wieder streichen. Somit wird wiederum ein Chaos ausbrechen basierend auf der Ignoranz der Kultusminister. Und gerade dei neuen KuMis meinen, ihre idealistischen Ideen erneut in den Ring werfen zu müssen.
Nachhaltige Verbesserungen am gesamten System? Wäre das vielleicht auch mal ein Thema? Wann bekommen wir endlich eine vernünftige Führung seitens der Kultusministerien? Denn was da abläuft, ist nicht mehr nur ärgerlich, sondern langsam peinlich.

Oliver B
3 Monate zuvor

Ich bin gespannt, welche Rolle der notwendige Ausbau der Digitalisierung spielen wird. Ich fürchte, keine große. Denn die entsprechenden Experten aus dem Bereich hat man bei den Beratungen komplett außen vor gelassen.
Ich fürchte, dieses Wahlergebnis ist für die Bildung in Niedersachsen der worst case. Mir fehlt der Glaube, dass diese Koalition hier die richtigen Schritte geht. Geld ist nicht alles, es geht um Wissenstransfer. Und dafür sehe ich in der Koalitionsvereinbarung zum Thema Bildung keine Ansätze.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Oliver B

Na, jetzt ist doch alles klar. Die Elektriker sind für die Digitalisierung zuständig!

Carsten60
3 Monate zuvor

Ihr Lebenslauf wird oben etwas geschönt: Sie hat 2004 Abitur gemacht und danach studiert. Also war sie 2013 bereits weit jenseits von allen Regelstudienzeiten, als es gesundheitliche Probleme gab. Und in der Zwischenzeit war sie bereits in der Politik aktiv. Eine Berufspolitikerin halt, die auch mal etwas in die Politikwissenschaft „reingerochen“ hat und wohl keinen anderen Beruf je angestrebt hat, obwohl ihre Studienfächer zum Lehrberuf passen würden. Jetzt ist sie plötzlich eine „Bildungsexpertin“. Aber woher kommt diese Expertise?

Beim Koalitionsvertrag fällt zum Thema Schule auf: Nichts von all den vollmundigen Ankündigungen in dem Wahlprogramm der Grünen wird realisiert. Es werden die üblichen Allgemeinplätze aneinander gereiht, natürlich gleiche Chancen und beste Bildung, während im Wahlprogramm z.B. steht: „Deshalb wollen wir zukünftig die Verletzung der Schulpflicht bei Jugendlichen nicht länger als Ordnungswidrigkeit zu ihren Lasten ahnden.“ Außerdem: „Perspektivisch wollen wir Schulen ermöglichen, bis Jahrgangsstufe 8 auf Noten zu verzichten.“ Man behauptet im Wahlprogramm auch: „Internationale Bildungsstudien kommen alle zum gleichen Ergebnis: Vom gemeinsamen Lernen profitieren alle – lernstärkere genauso wie lernschwächere Schüler*innen.“ Na das ist überinterpretiert, PISA hat das jedenfalls nicht ergeben. Also welche Studien sonst? Man wiederholt einfach dieses Mantra so lange, bis es alle glauben.

Der Koalitionsvertrag verspricht, das BAföG zu ändern, obwohl das ein Bundesgesetz ist. Ebenso beim Asylbewerber-leistungsgesetz.
Zur Sicherheitspolitik: „Bei Gegenständen, für die ein Kleiner Waffenschein erforderlich ist, soll dieser künftig auch beim Erwerb vorgelegt werden müssen.“ Also bisher war das nicht so? Da kann ich mich nur wundern.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Politiker halt. Deren Lebenlauf zu recherchieren ist demnächst wahrscheinlich auch „delegitimierend“ oder sowas.

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ihr Fazit „Politiker halt“ ist Quatsch! Blödsinn! Dreist, unverschämt! Und sachlich einfach falsch, also eine blanke Unterstellung, eine freche Lüge!

Es gibt sehr viele sehr anständige, integere und hochgebildete PolitikerInnen!

Pauschale PolitikerInnenschelte, haltlose, unsachliche Verunglimpfungen sind höchst bedenklich, und gefährlich!
Differenzieren Sie bitte sauber! Nicht alle(s) über einen Kamm scheren.

Es ist in höchstem Maße demokratieschädlich, nicht nur rufschädigend!

Da so sachlich Unrichtiges, de facto Lügen, über alle PolitikerInnen verbreitet werden und Politikverdrossenheit, Misstrauen in unsere Demokratie befördert wird.

Das ist schändlich!

GriasDi
3 Monate zuvor

So ein Quatsch. Weder ErzieherInnen noch ElektrikerInnen gibt es. Auch in deren Berufen herrscht Fachkräftemangel.

Palim
3 Monate zuvor

Es wurde schon vor 3 Monaten diskutiert,
gefragt wurde, wie man mit dem Mangel an Lehrkräften umgehen soll.

In den Schulen fehlen jetzt tausende Lehrkräfte.
Welche Möglichkeiten gibt es, das aufzufangen?

Bisher fallen die Stunden aus.
An Schulen in NDS gibt es die Möglichkeit, Vertretungen einzustellen, z.B. mit Lehramts-Bachelor, wenn man denn welche findet, die es machen möchten, was fern einer Uni schwierig ist… und im Flächenland Niedersachsen liegt einiges abseits.

An GS besteht die Vertretungsreserve, die Betreuung gewährleisten soll, aus ungelernten Kräften. Je geringer sie qualifiziert sind, desto niedriger werden sie eingruppiert und desto mehr Stunden kann man aus dem Etat generieren. Fachkräfte einzustellen überlegt sich die SL dreimal. Sie möchte gut qualifiziertes Personal haben, kann es sich aber nicht leisten, da sie sonst die fehlenden Stunden nicht auffangen kann.
Diese Vertretung springt kurzfristig ein, an sich sollen sie nicht unterrichten und keine Klassen über längere Zeit übernehmen. Wenn aber sonst keine Person zur Verfügung steht, geschieht genau das.

Was also ist die Alternative, wenn es zu wenige Lehrkräfte gibt, keine Bachelor-Absolvent:innen die Vertretungen übernehmen möchten und die Klassen nicht nach Hause geschickt werden dürfen?

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Sind Sie denn zufrieden damit, jetzt eine grüne Kultusministerin zu haben? Vorher gab’s ja welche von der SPD und davor einen von der CDU. Schauen Sie mal ins Wahlprogramm der Grünen für Niedersachsen, was da alles für tolle Dinge drinstehen, natürlich auch zur Inklusion schon in Krippen und Kitas, so richtig „fortschrittliche“ Schulpolitik, „chancengerecht und solidarisch“ mit „bester Bildung“.
Zitat: „Grüne Politik in Niedersachsen setzt auf das Konzept einer neuen Schule, die längeres gemeinsames Lernen ermöglicht und die als attraktive Ganztagsschule Freiräume für individuelles Lernen, für soziales Lernen und die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in einem guten Lernumfeld bietet. Am besten verwirklicht sehen wir dieses bildungspolitische Ziel im Konzept der integrativen Gesamtschulen, die wir daher ausbauen und stärken werden.“ Wird’s also besser in Niedersachsen?

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Rot, grün, gelb, orange… warten wir mal ab, was wirklich im Koalitionsvertrag steht und wie und wann es umgesetzt wird.

Die Frage, wie man den Lehrkräftemangel auffängt, bleibt bestehen.

Das Geld unbesetzter Stellen wurde vom letzten Finanzminister eingestrichen, später gab es Geld für „Aufholen nach Corona“, wobei übrigens auch Menschen eingestellt werden konnten, die keine Lehrbefähigung haben.

Ich bin absolut gegen eine Deprofessionalisierung des Lehrer:innenberufs.
Ob es zu einer Professionalisierung kommt, wenn weiteres Personal in den Schulen vielfältige Aufgaben übernimmt, ist davon abhängig, ob die Aufgaben geregelt sind oder man letztlich zu günstigen Lohnkosten Lehrkräfte ersetzt und sich Ausbildung und Einstellung von Lehrkräften spart.

Ich bin auch dagegen, dass Lehrkräfte in den Schulen immer und immer wieder über Jahrzehnte den Mangel auffangen. Es zehrt und die vielfältigen Anforderungen und außerunterrichtlichen Aufgaben sind ohnehin kaum zu stemmen. Mit einem unvollständigen Team, ständig wechselnden Vertretungen und Aushilfen kommen weitere Aufgaben hinzu, da man Hilfestellung geben muss.
Natürlich sollten alle Stellen mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt sein. Sind sie aber nicht.
Wenn Lehrkräfte fehlen und Stellen unbesetzt bleiben, lässt man die Schulen mit dem Mangel allein, erwartet aber eine umfassende Betreuung und Beschulung.

Vor diesem Hintergrund steht die Frage, wie man den Mangel auffängt und an welcher Stelle es sinnvoll sein könnte, andere Berufsgruppen in die Schulen zu holen.
Fehlt mir eine Förderschullehrkraft (Sprache oder Lernen), fehlt die Beratung und die Förderung. Eine Logopädin oder Ergotherapeutin könnte zumindest die Förderung übernehmen – aber ja, auch hier sind zu wenig Bewerbende. Es gab schon mal einen Vorstoß, diese Kräfte fest in Schulen anzustellen. Davon ist in der Fläche nichts angekommen.
Fehlt mir eine Lehrkraft, müssen die Stunden ersetzt werden. Die außerunterrichtlichen Aufgaben sind aber auch nicht abgedeckt, werden auch nicht zeitlich erfasst und dennoch im Kollegium verteilt, wenn sie nicht aufschiebbar sind. Einiges davon könnte sicherlich von anderen Personen übernommen werden. Vielleicht ist das auch ein Weg, generell Aufgaben besser zu teilen und Lehrkräfte zu entlasten.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

@palim
Das Problem ist doch, dass kaum jemand, der einigermaßen gut in seinem Job ist, diesen aufgibt, um in einer Schule zu arbeiten. Die miesen Arbeitsbedingungen an Schulen haben sich herumgesprochen, die gesellschaftliche Anerkennung liegt gefühlt gleichauf mit der einer Amöbe und die Bezahlung ist, gemessen am Arbeitsaufwand, im Regelfall nicht besser als die Bezahlung im ursprünglich ausgeübten Job. Warum sollten ausgebildete Therapeuten sich das antun, fest an Schulen zu arbeiten? Ihre Praxen bekommen sie auch so voll und leben weitaus stressfreier. Und bei einigen Seiteneinsteigern, die mit einem Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten von hier bis zum Mond anfingen ( „Ich kann Mathe, Physik, Bio, Chemie und Wirtschaft unterrichten. Geographie auch, ja klar!“) erklärt sich nach kurzer Zeit, warum sie nicht mehr in ihrem Job arbeiten mögen: die Chefs haben ihre Genialität nicht erkannt und sie ständig gemobbt. Die bösen Schüler hauen nach kurzer Zeit in dieselbe Kerbe, und wenn man als erfahrener Kollege Hilfestellung geben will (schon damit derjenige nicht bald wieder die Segel streicht), wird einem das übel angekreidet, weil die ausgebildeten Lehrkräfte ja Standesdünkel haben und nur nicht wollen, dass auch andere jetzt unterrichten, und zwar mit ihrem eigenen Stil.
Die richtig Guten, die wir als Verstärkung im Bereich Therapie oder Unterricht so dringend bräuchten, kommen nur sehr selten in die Schulen. Leider.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ja, stimmt.

Aber irgendetwas wird man Natur müssen, um das Personal aufstocken zu können.
Und diejenigen, die man im Schulumfeld kennt, die gerne aushelfen oder sich engagieren möchten, will man auch einstellen und bezahlen können.

Es ist weiterhin keine Lösung, die Schulen mit dem Mangel sich selbst zu überlassen.
Wenn man nur 80% versorgt ist, gibt es dann nur 80% Unterricht und 80% außerunterrichtliche Aufgaben.

Grundschullehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ich kenne viele Kolleginnen aus Sachsen-Anhalt, die gern nach Niedersachsen wechseln würden, wenn die Dienstzeit anerkannt würde. Das wären dann ausgebildete, echte Grundschullehrer. Eine aussterbende Art, sozusagen.

Last edited 3 Monate zuvor by Grundschullehrer
Carabas
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Wird es nicht? Vordienstzeiten bei anderen Behörden im Berufsfeld werden doch grundsätzlich anerkannt. Oder nicht?

Grundschullehrer
2 Monate zuvor
Antwortet  Carabas

Aber sicher nicht bei Kündigung des Beamtenverhältnisses und Neuverbeamtung in Niedersachsen? Sachsen-Anhalt lässt mit Hilfe des Tauschverfahrens kaum jemanden raus. Das Oberverwaltungsgericht schmettert regelmäßig Klagen dazu ab.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Wenn NDS mit A13 nachzieht, erhöht sich der Druck auch auf Sachsen-Anhalt.
Dieses Mal stand es bei allen größeren Parteien im Wahlprogramm, vielleicht auch, weil die umliegenden Länder schon A13 bezahlen oder, wie NRW, es zeitnah umsetzen wollen.

Grundschullehrer
2 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Der Druck wird sich weiter erhöhen. Die Koalition setzt aber auf das Prinzip Headhunter und Billiglehrer. Es ist zum Verzweifeln. Man fühlt sich, vor allem in der CDU, sehr clever, besonders viel an den Lehrern und ihren Gehältern zu sparen. Derweil laufen uns die Absolventen im Grundschulbereich in Scharen davon. Selbst Quereinsteiger wollen nicht an die Grundschulen, weil sie an weiterführenden Schulen besser verdienen und der Stundenumfang geringer ist.

Ich muss da mal was loswerden
3 Monate zuvor

Frau Hamburg aus Hannover hat ja auch nicht direkt eine Qualifizierung für ihre Position als Kultusministerin…..also schlägt sie mal eben vor, dass das andere auch nicht brauchen….

Dirk Meier
3 Monate zuvor

Immerhin sitzt sie seit heute auch im Aufsichtsrat von VW. Das ist ja vielleicht so eine Art Training on the Job, so dass sie für ihren eigentlichen Job als Kultusministerin einiges mitnehmen kann. Wenn ich Aktien hätte, würde ich diese allerdings spätestens jetzt verkaufen.

gehtsnoch
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Ist es nicht vorrangig ein Zubrot?

Ich muss da mal was loswerden
3 Monate zuvor
Antwortet  Dirk Meier

Im Aufsichtsrat von VW hat sie auch nichts zu suchen, auch dafür ist sie nicht qualifiziert.

Echt
3 Monate zuvor

Es irritiert mich zunehmend, dass es es immer mehr Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung/ Studium in die höchsten Ämter schaffen und Entscheidungen über die Arbeit und Arbeitsbedingungen von Menschen, die ohne entsprechende Ausbildung in ihren Tätigkeitsbereichen nicht arbeiten dürften, treffen.

Echt
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Danke! Sehr interessant.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Auch der Berliner SPD-Vorsitzende Raed Saleh sowie Kevin Kühnert sind Studienabbrecher. BAföG gab es damals schon, es wird also nicht pure Armut gewesen sein. Saleh arbeitete viel in der Fast-Food-Branche.

Uwe
3 Monate zuvor

In meiner – lange zurückliegenden – Studentenzeit sagte einer meiner Physikprofessoren einmal: „Als Lehrer müssen Sie damit rechnen, dass Sie auch einmal Erdkunde unterrichten müssen. Aber Sie haben ja alle einen Shell-Atlas.“ Damals lachten wir darüber, weil wir es für einen guten Witz hielten. Heute scheint der Witz sich zu bewahrheiten.
Ein Elektriker könnte bestimmt mal eine Physikstunde bereichern, indem er ein paar Anwendungen zeigt. Aber – ohne Elektrikern etwas Böses zu wollen – von dem theoretischen Hintergrund versteht er doch nichts! Abgesehen davon, dass die Elektrik vielleicht 20 % der Mittelstufenphysik ausmacht.
Davon, dass man eine Schaltung aufbaut, weiß man noch lange nicht, was da passiert.
Ich schlage vor, ich bewerbe mich als Bundeskanzler. Schließlich habe ich ja auch regelmäßig gewählt.
Herr, lass Hirn regnen!

Konfutse
3 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ich schlage vor, ich bewerbe mich als Bundeskanzler.“ Diese Idee ist weniger abwegig als die Idee, Erzieher oder Elektriker in den Schuldienst zu holen. Wenn man die Werdegänge unserer Volksvertreter einmal genauer unter die Lupe nimmt, kommt´s am Ende doch nur aufs Parteibuch an. Mehr brauchtˋs da nicht.

Grundschullehrer
3 Monate zuvor

Liebe Frau Willie, bitte ermöglichen Sie Lehrkräften aus anderen Bundesländern einen unkomplizierten Wechsel nach Niedersachsen durch Neubewerbung und Anerkennung der Dienstjahre. In Sachsen-Anhalt gibt es viele Grundschullehrkräfte, die dann sicher bald in Ihren Landesdienst treten würden. Der Bedarf nach einem fairen Dienst- bzw. Arbeitsverhältnis der GS-Lehrer ist hier sehr hoch. Wir sehnen uns nach Normalität und Wertschätzung!

gehtsnoch
3 Monate zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Bei Werbung wird generell nie alles zur Normalität bzw. 1:1 geglaubt, aber bei Einstiegsgehalt A13 für alle Lehrkräfte scheinen hier und da doch gewisse Mechanismen bei schön erzählter Wertschätzung scheinbar völlig auszusetzen.

Sandy
3 Monate zuvor

Wieder mal eine Grüne Spitzenpolitikerin,die in eine Führungsposition gekommen ist,gruselig.
Hoffentlich kümmert die sich mal um den kommenden Winter,in dem das Lüften nicht mehr ausreicht!!!
Die Kinder sitzen ungeschützt mit knapp 30 Leuten in einem Raum,den ganzen Tag und sind jetzt schon ständig erkältet.
Wenn jetzt aus allen möglichen Bereichen Leute zum Unterrichten eingestellt werden sollen,ist diese Methode in meinen Augen sehr fragwürdig
Fachleute können zum Unterricht vom Lehrer sicher hinzugezogen werden, macht in einigen Bereichen Sinn,nur komplett inkl.Benotung????

Ça me fatigue
3 Monate zuvor

Elektriker und Erzieher? Ich habe irgendwo gelesen, dass es einen Fachkräftemangel gibt, dass es zu wenige Erzieher und Elektriker gibt (trifft auch auf andere relevante Berufsgruppen zu). Welche Erzieher und Elektriker sollen dann bitte unterrichten? Machen dann die Kitas alle zu? … und wen soll ich dann anrufen, wenn mein neuer Herd angeschlossen werden soll? Wer bildet dann due Azubis in den Berufsgruppen aus, wenn die Meister in der Schule sind?

Fragen über Fragen ….

Zu meinen SuS sage ich immer:

“ Erst denken, dann reden …“

gehtsnoch
3 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Motivierte Handwerker können sich die passende Arbeitsstelle frei aussuchen.
Unvermittelte dagegen …

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Na Sie und ich dürften dann keine Probleme mehr haben, Handwerker zu bekommen – sind ja dann Kollegen! 😉

Ça me fatigue
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

… besser lachen als weinen!

Cora
3 Monate zuvor

Von den tatsächlichen Lehrkräften abgesehen, würde niemand, den ich kenne, freiwillig in der Schule als Lehrkraft arbeiten. Absolut keiner. Alle sagen dasselbe: ‚ Bei den heutigen Kindern und auch noch den heutigen Eltern?! Das würd ich mir nicht freiwillig antun! Nicht mal verbeamtet, also mit sicherem Arbeitsplatz und bei gutem Gehalt! ‚ Bei der Hausaufgabenbetreuung, der Lernzeit o. ä. stundenweise aushelfen, eine AG oder ein Projekt mit geringer Teilnehmerzahl durchführen vielleicht, aber mehr auch nicht. Und unter diesen Leuten, die das klar sagen, sind durchaus auch Erzieher/innen oder Handwerker, die also schönsten Teil ihres Berufes die praktische betriebliche Ausbildung ihrer 2-4 Azubis angeben. Ganz ehrlich, ich würde es auch nicht machen! Methodik, Didaktik, individuelle Förderung, Elternarbeit etc. ist auch jetzt schon mein täglich Brot also Logopädin und LRS-Trainerin. Aber ich bin bei so manchem Kind heilfroh, dass ich es nur 1-2 mal pro Woche für 45 Minuten da habe… Und für manche Eltern gilt das auch. Außerdem ist meine Praxis und meine Art zu arbeiten immer absolut individuell auf den/die Pat. zugeschnitten, um ihn/sie unter situativ besten Rahmenbedingungen optimal zu fördern. Das funktioniert schon bei Minigruppentherapie (2-4 Personen) nicht mehr richtig gut. Bei 25 plus ist das schlicht nicht machbar, sollte aber offiziell so sein (kein Kind zurücklassen, Integration etc.). Damit könnte ich schlicht nicht umgehen. Von diversen nervigen Konferenzen, bei denen eh von vornherein klar ist, was dabei rauskommt, Studienfahrten, unsinnigen Lehrplaninhalten und Vorgaben von oben, dem dauernden Lärm, der nicht wirklich lauschigen Arbeitsstätte etc. mal ganz abgesehen. Nein, danke. Und ich denke, die meisten Leute werden bei etwas Nachdenken ebenso befinden. Daher kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass dieses Konzept aufgeht – schlicht, aus Mangel an Bewerbern bzw. Umsteigern, die es ausprobieren und dann auch dabei bleiben. Außerdem gibt es derzeit einfach kaum Berufe, die nicht selber am Fachkräfte- und Azubimangel zu knabbern haben. Vom warum ganz zu schweigen, woher sollten die Leute denn kommen?

Mona
3 Monate zuvor

Sender der Nachricht, Inhalt der Nachricht und Empfänger der Nachricht – hat sich hier überhaupt mal jemand Gedanken gemacht, was das eigentlich soll?

Die Wahrheit ist:
Natürlich fehlt den angesprochenen Berufsgruppen die Eignung. Natürlich gibt es z.B. für EuE keinerlei Perspektive im Lehrberuf, höchstens als Pausenaufsicht. Natürlich müssen LuL keine Angst haben, durch völlig fachfremde Personen ersetzt zu werden.

Mein Tipp: Alles nur Politik.
– LuL sollen sich plötzlich ersetzbar fühlen (Verbeamtung, A13, Beschäftigung von Jung-LuL in den Ferien in manchen BL etc).
– EuE sollen sich dagegen plötzlich wertvoller fühlen und Perspektiven haben, obwohl ausgerechnet sie in ihrem Kernarbeitsfeld immer mehr durch ungelernte Hilfskräfte ersetzt werden und das Arbeitsumfeld stetig unattraktiver und schleichend bis offensiv entwertet wird.
– Und vor allem: Eltern (die WählerInnen!) sollen das Gefühl bekommen, dass was gegen den Fachkräftemangel unternommen wird.

Was die Diskussion zeigt: Der politische Schachzug war erfolgreich. Eltern wieder temporär ruhiggestellt. LuL in der Defensive, EuE im trügerischen Aufwind. Der Spaltkeil perfekt platziert, nun beharken und teils beleidigen sich auch noch die LuL und EuE wechselseitig.

Ihr solltet alle wieder einen Gang zurückschalten. Den ausgebildeten EuE kann ich nur den Tipp geben: Raus aus dem Beruf, Ihr seid es in Wahrheit, die verloren habt.

Und wir sollten uns alle merken, aus welcher Richtung dieser Hirnfurz kam.