Jugendpolitik in Deutschland: Debatte um Dienstpflicht kocht wieder hoch (und bei den Freiwilligendiensten wird gespart)

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BERLIN. Was kann es bringen, vor allem junge Menschen zu sozialer Arbeit zu verpflichten? Aus der SPD kommt ein neuer Vorstoß für eine Dienstpflicht. Bei den Freiwilligendiensten dürfte derweil gekürzt werden.

Hauptsache billig? (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Sollen die Menschen in Deutschland per Dienstpflicht zu mehr sozialem Engagement und stärkerem Miteinander gedrängt werden? Der SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese knüpfte nun an einen Vorstoß von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an und machte sich für einen sozialen Pflichtdienst stark. Es dauerte nur wenige Stunden, bis Wieses eigene Fraktionsführung dem Vorschlag eine Absage erteilte. Aus der CSU kam der Hinweis, die Regierung möge besser Kürzungspläne bei den bestehenden Freiwilligendiensten zurücknehmen. Doch es gibt auch Fürsprecher für eine Dienstpflicht.

Mögliche Dienstpflicht:

«Ich wünsche mir, dass wir eine Debatte über eine soziale Pflichtzeit führen.» Diesen Anstoß gab Steinmeier vor gut einem Jahr per Interview. «Es geht um die Frage, ob es unserem Land nicht guttun würde, wenn sich Frauen und Männer für einen gewissen Zeitraum in den Dienst der Gesellschaft stellen.» Wiese griff dies nun auf und sagte der  «Rheinischen Post», die «richtigerweise angestoßene Debatte müssen wir nach der Sommerpause weiterführen». Denn: «Wir brauchen wieder mehr Respekt im Umgang und ein stärkeres Miteinander im Land.» Beides schwinde «im täglichen Umgang und digital, in Freibädern, beim Nichtbilden von Rettungsgassen, im Alltag oder bei AfD-Trollen im Internet». Mindestens drei Monate sollte so ein Dienst dauern.

Keine Dienst-Pläne:

Doch wer nun gemeint hat, bei der SPD lägen womöglich entsprechende Pläne in der Schublade, irrte. «Wir planen keinen Pflichtdienst in der SPD-Bundestagsfraktion und in der SPD», stellte die Parlamentarische Geschäftsführerin Katja Mast rasch klar. Mast sprach von einem «persönlichen Debattenbeitrag» Wieses. Kritikerinnen und Kritiker der Idee argumentieren unter anderem, dass es gerade bei jungen Menschen oft viel Engagement gebe – etwa für den Klimaschutz. Ihnen nach den Corona-Jahren mit ihren Vorschriften und Verboten nun mit einem Pflichtjahr zu kommen, ist aus ihrer Sicht das falsche Signal. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte: «Alle Argumente zu einem Pflichtdienst sind ausgetauscht – wir als FDP lehnen solch einen Eingriff in das Leben junger Menschen entschieden ab.»

Pflichtzeit als Türöffner für Sozialberufe:

Doch Steinmeier und Wiese stehen nicht alleine. So sagte die Pflegebevollmächtigte der Regierung, Claudia Moll (SPD): «Eine soziale Pflichtzeit kann uns als Gesellschaft nicht schaden, wenn jeder eine Idee davon bekommt, was soziales Engagement bedeutet.» Die Debatte sei aktueller denn je. So könne eine mögliche Pflichtzeit auch die Chance sein, mehr junge Menschen für soziale Tätigkeitsfelder zu gewinnen. Und die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), lobte es auf Twitter als «sehr gut», dass die Debatte vorangehe. Bereits Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Februar deutlich gemacht, er sehe gute Argumente für eine Dienstpflicht zur Stärkung von Katastrophenschutz, Bundeswehr und Rettungsdiensten. Die CDU-Opposition hatte sich schon im September auf einem Parteitag für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs ausgesprochen.

Sozialverbände skeptisch:

Keine Unterstützung für eine Dienstpflicht kommt von den Sozialverbänden. «Das Ziel, gesellschaftliches Miteinander und Respekt zu fördern, teilen wir ausdrücklich. Gesellschaftliches Engagement sollte aber nicht erzwungen werden», sagte die Vorsitzende des Sozialverband Deutschland, Michaela Engelmeier, der dpa. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, hält es zudem für unverhältnismäßig, dafür «kostspielige bürokratische Strukturen und ein neues Kreiswehrersatzamt» aufzubauen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, plädiert in der «Rheinischen Post» stattdessen dafür, die bestehenden Freiwilligendienste auszubauen.

Kürzung bei Freiwilligendiensten geplant:

Doch die zuständige Familienministerin Lisa Paus (Grüne) stellte Anfang Juli angesichts des Spardrucks im Bundeshaushalt 2024 klar: «Für einen Ausbau der Freiwilligendienste stehen (…) keine Mittel zur Verfügung.» Stattdessen komme zu bereits geplanten Einsparungen fürs kommende Jahr eine weitere Absenkung der Mittel für 2025 hinzu. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Ralph Edelhäußer nannte es in den Zeitungen der «Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft» «das völlig falsche Signal», die Mittel binnen zwei Jahren wie angekündigt um 113 Millionen Euro kürzen zu wollen. Laut Edelhäußer müssten Bundesfreiwilligendienst (BFD), Soziales und Ökologisches Jahr (FSJ/FÖJ) sowie die internationalen Jugendfreiwilligendienste vielmehr von derzeit insgesamt etwa 115 000 Stellen um weitere 100 000 aufgestockt werden. SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Mast verwies auf die anstehenden Haushaltsverhandlungen. Sie hoffe, Kürzungen könnten abgefedert werden.

Die Freiwilligendienste:

Für ein FSJ und ein FÖJ kommen neben sozialen und Umwelt- auch Kultureinrichtungen in Frage. Man muss hierfür jünger als 27 Jahre sein und die Schulpflicht erfüllt haben. Ein FSJ oder FÖJ dauert mindestens 6 und höchstens 18 Monate in Vollzeit, meist aber 12 Monate. Bewerben kann man sich etwa direkt bei den Einrichtungen, die man über Stellenfinder im Internet finden kann. Keine Altersgrenze gibt es hingegen beim BFD. Gehalt wird bei den Freiwilligendiensten nicht gezahlt, aber ein Taschengeld von zuletzt höchstens 423 Euro im Monat. Von Basil Wegener, dpa

Debatte um soziales Pflichtjahr: Verpflichtet doch Senioren! – ein Kommentar

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Gelbe Tulpe
11 Monate zuvor

Das Ziel einer Dienstpflicht ist doch nur, die Löhne im Pflegebereich niedrig zu halten. Dieses Ziel ist jedoch in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft keine Rechtfertigung für eine derartige Verpflichtung. Eine Dienstpflicht ist nur vereinbar mit Freiheit und Demokratie, wenn eine Berufsarmee diese nicht mehr schützen kann. Dies ist jedoch derzeit nicht der Fall und nur zwischen 1815 und 1871 war Deutschland potenziell so bedroht, dass eine Berufsarmee nicht ausreichte.

Fräulein Rottenmeier
11 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Aus rein praktischen Erwägungen würde ein verpflichtendes soziales Jahr die Personalnot im sozialen Bereich lindern. Auch die Bundeswehr leidet unter Personalnot. Ob das mit den bestehenden Gesetzen vereinbar ist, weiß ich nicht.
In etwa 10 bis 15 Jahren gehen die in Rente, die als letzte noch ihren Dienst geleistet haben, gerecht wäre es sicher nicht, diese Arbeitsgeneration mit einer noch späteren Rente zu „belohnen“.

OttoderKleine
11 Monate zuvor

Sie meinen, die Amateure der Dienstleistenden können die Profis der Fachkräfte ersetzen? Genau das ist doch der Haken an der Sache, die dürfen das eigentlich gar nicht.
Genau deswegen sind auch die Wehrdienst-leistenden für die Bundeswehr eher eine Be- als eine Entlastung. Und im Ernstfall ist ihr militärischer Nutzen gering.

Fräulein Rottenmeier
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Nein, aber unterstützen. Im Pflegeheimen z.B. gibt es genug Tätigkeiten, die sinnvoll sind und die die examinierten Pflegekräfte entlasten würde (Essen reichen, Hilfe bei anziehen, waschen, etc.) In anderen Bereichen gibt es ähnliche Aufgaben, die ein ungelernter Mensch übernehmen kann.

TschinavonMauzen
11 Monate zuvor

Man lernt nicht umsonst 3 Jahre um Pflegefachkraft zu werden. Ich bekomme langsam echt eine Krise, wenn man meint, Pflege könne jeder, der von der Straße herein gelaufen kommt. Nein eben nicht. Einen Dekubitus erkennt die geschulte Fachkraft schon, wenn das ungeübte Auge nur ein bisschen gerötete Haut sieht. Es gibt so etwas wie aktivierende Pflege, bestimmte Techniken um rückenschonend zu arbeiten und gleichzeitig die Bewohner zu mehr Eigenbewegung und Mobilisation zu bringen uvm. Durch Pflege geben wir Menschen, die es selbst nicht mehr können etwas Würde zurück. Es gibt gute ungelernte Kräfte und klar man kann schon das ein oder andere lernen. Aber pflegen sollte man vor allen Dingen mit Herz und nicht weil es Pflicht ist. Was Pflegekräfte nicht haben ist die Zeit zuzuhören, für einen Spaziergang, um eine Geschichte vorzulesen, Fotoalben anzuschauen und und und. Wenn schon ein soziales Pflichtjahr, dann auch mit dem Ziel wirklich zu entlasten und mit Menschen zusammen zu kommen und nicht um billige Arbeitskräfte zu erhalten und die Qualität und den Wert der Pflege noch mehr runter zu drücken.

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  TschinavonMauzen

Die Zivis waren früher aber schon eine Entlastung, was Fahrdienst, etc angeht. Ich habe in der Familie ehemalige Zivildienstleistender und Pfleger, die sagen das zumindest. Meist waren es aber ernsthafte, friedensbewegte junge Männer. Der Zivildienst ging länger als der Wehrdienst, und es gab eine Gewissensprüfung. Wer dann Pflege unterstützt hat, war evtl mit heute nicht zu vergleichen

Lisa
11 Monate zuvor

So wie die Zivis früher. Und heutzutage wären auch die Frauen mit dabei.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

Eine Alternative zur Pflicht ist das Freiwillige so attraktiv zu gestalten, dass im Grunde nahezu alle sich in der einen oder anderen Form engagieren wollen – nur will die Gesellschaft das?

Egvina
11 Monate zuvor

Die Wehrpflicht ist nur ausgesetzt, nicht abgeschafft. Allerdings müsste ein Pflichtjahr für jeden gelten und nicht nur für die Jungs. Und auf mehr Bereiche ausgeweitet werden.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Egvina

Nein. So lange Frauen den zeitmäßig weitaus größeren Aufwand bzgl. unbezahlter Familien- und Hausarbeit leisten, damit also einen gesellschaftlichen Dienst verrichten, sicher nicht.

Maggi
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Bitte nicht die geforderte Gleichberechtigung durch den Staat mit den privaten Missständen vermischen.
Wenn ein Pflichtjahr eingeführt wird, dann für alle.
Die in den meisten Familien stattfindende Ungerechtigkeit bezüglich der Arbeitsverteilung muss auch angegangen werden, doch hat dies nichts mit dem Dienstjahr zu tun, man könnte natürlich familiäre Pflege mit einbinden.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Ach so, Frauen tragen selbst die Schuld, sind einfach private Missstände!
Gut, dass es mal einer sagt.

Maggi
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Nein, das habe ich nicht gesagt.
Ich habe nur festgestellt, dass man diese unterschiedlichen Elemente nicht gleichsetzen kann. Es geht hier um eine Dienstpflicht gegenüber dem Staat.
Missstände in der Familie sind nicht staatlich geregelt, sondern rekrutieren auf unterschiedliche Ursachen. Sie hängen teilweise von der Sozialisation, Bildung und kulturellen Prägung ab.
Diese Missstände kann man nicht durch ein Gesetz lösen, denn Gleichberechtigung ist schon ein Gesetz. Hier muss die Bevölkerung, darunter auch einige Frauen, überzeugt werden, dass es auch innerhalb der Familie gleichberechtigt zugehen muss.
Aber solange hier kein Dialog stattfindet und immer nur Vorurteile gedroschen werden, verändert sich nichts.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

So lange aber eben dieser Staat die ihm durch das GG auferlegte soziale Verantwortung (u. a. Art. 20) nur deshalb einigermaßen organisieren und finanzieren kann, weil private Lebensführung (z. B. durch die nahezu unentgeltliche Pflege von Angehörigen im Vergleich zur stationären Pflege, Betreuung von ambulant oder kurzstationär behandelten und schnell entlassenen Patient:innen zu Hause) oder Ehrenamt (Jobcenter schicken Bedürftige zu Tafeln und sprechen von „Anspruch“, der bestünde) einen Großteil an Aufgaben erledigen, sind beide „Elemente“ eben nicht voneinander zu trennen. Vor allem nicht, wenn man dann noch mitdenkt, wer eben diese Aufgaben meist gratis übernimmt, auf wessen Altersversorgung es sich auswirkt und wer darüber entscheidet.
Und die von Ihnen genannten Abhängigkeitsfaktoren von Missständen innerhalb von Familien als Privatvergnügen abzutun, an denen man/frau noch selbst schuld hat, schließlich sei die Gleichberechtigung ja per Gesetz geregelt, ist ein wenig zynisch.
Dieses Verständnis von Eigenverantwortung wird immer gern aus der Mottenkiste gezogen- von der Lebensmittelindustrie, wenn es gegen Werbeverbote für Süßkram oder Tabak geht, von der Versicherungswirtschaft, wenn von Pflicht zur Elementarschadenversicherung die Rede ist, von der FDP immer wieder gern…

447
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Ist halt so.

Frauen sind ganz normale Menschen, das Zauberwort lautet „Nein.“, wenn unberechtigte Forderungen an sie wegen ihres Geschlechts gestellt werden.

GS in SH
11 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Deshalb sollen sich auch beide Partner Schwangerschaft und Geburt teilen, beim nächtlichen Stillen wechseln sich dann Mann und Frau ab.

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Und wer bezahlt, dass die Frauen zuhause bleiben können und „unbezahlter Familien- und Hausarbeit leisten“ können? Das ist doch wohl der Mann, der dafür um so länger auf der Maloche ist. Will hier irgendwer wirklich bezweifeln, dass es attraktiver ist auf der Baustelle seine Gesundheit zu ruinieren oder im Büro Akten zu wälzen als seine Kinder aufwachsen zu sehen (dann habt ihr mein Mitleid zu dieser zerrütteten Familie)?

Es ist immer noch eine freiwillige Entscheidung der Frauen viel Zeit zuhause bei „unbezahlter Familien- und Hausarbeit“ zu verbringen („85 Prozent der rund 2.000 befragten teilzeitbeschäftigten Frauen finden es demnach „super“, in Teilzeit zu arbeiten, 75 Prozent erklärten, derzeit „auf keinen Fall“ Vollzeit arbeiten zu wollen. 60 Prozent gaben an, möglichst bis zur Rente in Teilzeit arbeiten zu wollen.Frauen in Teilzeit sind laut Umfrage sehr zufrieden, ZEIT).

Wenn wir jetzt dagegen über Zwangsdienste für Männer sprechen, dann wird es jawohl einen Grund haben, warum Zwang dafür nötig ist und wohl nicht die gleichen Zufriedenheitswerte wie bei den Frauen erreichen …

Hilli
11 Monate zuvor

Sicher hat die Bundeswehr Personalnot und benötigt in der aktuellen politischen Situation dringend neue Leute. (https://www.berliner-zeitung.de/news/falls-ukraine-den-krieg-verliert-militaerexperte-warnt-vor-russischem-einmarsch-in-deutschland-li.301611)

Gesetze kann man ändern. Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Wehrpflicht abgeschafft. Boris Pistorius kann sie wieder einführen. 

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Also da müsste man schon ziemlich dumm sein, um sich heutzutage noch freiwillig bei der Bundeswehr zu melden und sollte ein „Gesetz“ kommen, also Zwangsdienst im Verteidigungsfall (schon lustig von Verteidigung zu sprechen, nachdem wieder mit Wehrmachtszeichen bemalte deutsche Panzer und Geschosse aller Art gegen Russen eingesetzt werden) eingeführt werden, dann wäre ich aber sowas von schnell wie weg aus dem Land… (und ich kann nur hoffen, dass es viele andere Männer genauso machen werden).

Last edited 11 Monate zuvor by Sahin
Lisa
11 Monate zuvor

Die Bundeswehr wollte damals keine Wehrpflichtigen mehr, weil diese mit ihrer Unkenntnis nicht an die teuren Waffen dürften, und weil sie viel kaputt gemacht haben. Es ist aufwendig, eine Horde junger Männer, die gar nicht freiwillig da sind , zu beaufsichtigen.

Hilli
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Das ist mit Sicherheit Quatsch. Gibt es für diese Informationen eine Quelle?

Schauen Sie sich beispielsweise mal an, wer heute die Kasernen bewacht. Das machen heute teure Sicherheitsfirmen. Früher waren das billige Wehrpflichtige.

Die jungen Männer wurden früher auch nicht „beaufsichtigt“. Die jungen Männer sind zuerst ausgebildet und danach in diesem Bereich eingesetzt worden. Sie haben gearbeitet, so wie dies heute immer noch sehr viele Frauen und Männer tun.

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Wenn man es googelt, wird es etwas netter gesagt, meint aber das, was ich sagte: Qualität vor Quantität

447
11 Monate zuvor

Schöne Grüße von einem ehemaligen Soldaten: Wehrpflichtige sind (zumindest so, wie das „heute“ gestaltbar wäre bzw. wie die Duenstdauer wäre) nicht nur nutzlos, sondern würden zahlreiche andere Ressourcen binden, die dort dann fehlen würden.

Eine doppelte bis dreifache Zeitverschwendung: Für die jungen Menschen, deren Vorgesetzte und eben die Gesamtorganisation.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Es geht doch nicht nur um den einstigen Wehr- und Zivildienst. Ehedem gab es darüber hinaus noch den Ersatzdienst – also entweder der Verpflichtung zum Dienst im damaligen BGS (heute BPol) oder der Verpflichtung im Zivil- und Katastrophenschutz.

In einigen Regionen Deutschlands ist die Tagesbereitschaft durch die Freiwilligen Feuerwehren unzureichend gesichert sowie der Brandschutz im Katastrophenfall nicht ausreichend. Aus diesen Gründen wird des öfteren über die Pflichtfeuerwehr als ultima ratio nachgedacht.

PS Die Verfassung sieht für Deutschland keine Berufsarmee vor. Eine Berufsarmee war bei Gründung der BW das Letzte, was Bevölkerung und Parlament wollten. Somit ist klar, warum das Territorium nicht durch die Berufsarmee verteidigt werden kann und die Legitimation für eine allgemeine Dienstpflicht gegeben und durch das GG abgedeckt. Im übrigen ist die Wehrpflicht ja nicht abgeschafft, sie ist nur ausgesetzt.

Dirk Z
11 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

@Gelbe Tulpe: Das sehe ich anders sofern man das Ganze vernünftig durchzieht. Den Sinn sehe ich hier den Aufbau von Sozialkompetenzen und das Zurechtfinden in Situationen aussserhalb der Komfortzone Elternhaus usw. Auch wenn z.B. vieles bei der Bundeswehr unsinnig und oft auch vertanende Zeit war hat man zumindestens gelernt, sich in Zwangssituationen zurechtzufinden und man hat Erfahrungen auch Sachen als Befehlsempfänger machen zu müssen. Das wird später einem helfen, eine Sachlage realistisch zu bewerten wenn man z.B. als Führungskraft etwas durchsetzen möchte und dabei auf Widerstand stösst. Ich halte zum Entwickeln von Sozialkompetenzen solche Dienste für nicht unbedingt verkehrt.

Silberfischchen
11 Monate zuvor

Wie ja schon geschrieben wurde, macht mir ein sozialer Pflichtdienst eher Sorgen um die, die dann von lustlosen Jugendlichen betreut werden (Alte, Kranke, Tiere???). Nein, bitte nur, wer das wirklich möchte, sonst richten die mehr Schaden an und treiben Schabernack, als dass sie nutzen.

Last edited 11 Monate zuvor by Silberfischchen
Besorgter Bürger
11 Monate zuvor

Frechheit. Diese Bevormundung durch den Staat finde ich einfach zum Kotzen.
Ich habe noch damals den Pflichtdienst bei der Bundeswehr abgeleistet.
Totaler Quatsch.

Wenn ich eine Leistung will, dann muss ich sie auch ordentlich bezahlen. Das will man aber nicht.

Besonders perfide: Man drückt es denen aufs Auge, die sich bei Wahlen noch nicht wehren können. Warum nicht ein soziales Pflichtjahr bei Renteneintritt? Verlogene Sozis – das kommt natürlich nicht in Frage – was würden sonst die Wähler sagen.

Johannes
11 Monate zuvor

Vor allem kommt es nicht infrage, weil man mit Rentenbeginn seinen Dienst für die Gesellschaft für gewöhnlich getan hat: Jahrzehnte im Berufsleben, Familie versorgt-Kinder und alte Eltern- Steuern, Sozialabgaben gezahlt.
Schulabgänger haben bis dato nur gekostet und sind in der Bringschuld, erstmal etwas zu leisten. Dann können sie auch über Work- life- Balance usw. nachdenken – von nichts kommt schließlich auch nichts.

Last edited 11 Monate zuvor by Johannes
Walter Hasenbrot
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Wenn ein soziales Zwangsjahr eingeführt wird, müssten wohl die Renten und Pensionen gesenkt werden, da die jungen Leute dann ja ein Jahr später in ihren Beruf gehen und Steuern und Rentenbeiträge zahlen.

Das wäre auch fair, da die Alten ja von der Pflege der Jungen profitieren würden

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Für den Zeitpunkt ab Einführung bestimmt. Davor wurden die Ansprüche bereits erworben- das habe ich bereits erklärt.
Davon abgesehen, ist das Renten- und Pensionsniveau zukünftig ohnehin nicht zu halten. Gründe sind bekannt- hinzu kommen Wünsche nach Wörk-leif-bälenz, 4 Tage- Woche und anderer Schmarrn. Wer etwas haben will und keine reichen Eltern/Gönner hat, muss es sich erarbeiten- das haben wir bisher auch getan.

Last edited 11 Monate zuvor by Johannes
Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

Ich unterstütze den Vorschlag der Heute Show eine allgemeine Lehrpflicht einzuführen. Es müsste dann natürlich auch ein hartes Vorgehen gegen Lehrdienstverweigerer folgen.

Hilli
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und was soll gelehrt werden? Der Umgang mit der Waffe? So wie in Russland: https://www.n-tv.de/politik/London-Russische-Schueler-sollen-Krieg-lernen-article24281658.html?xing_share=news

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Hilli

Ich bin für Elektriker, Krankenpfleger, Maurer usw.

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Hilli
Sabrina
11 Monate zuvor

Was ist mit Young Carern? Also Kinder/Jugendliche, die bereits zu Hause ein Elternteil „nebenbei“ pflegen oder bei der Versorgung des behinderten Geschwisterkindes helfen? Davon gibt es laut Studie von Sabine Metzing 1-2 Kinder pro Klasse. Diese Kinder leisten etwas, das nicht altersgsgerecht ist und oft über Jahre geht!
Wenn so ein Pflichtjahr eingeführt würde, müssten Young Carer explizit davon befreit werden!

Es nervt, dass Kinder immer pauschal über einen Kamm geschoren werden. Young Carer würden bestraft mit einer zusätzlichen Pflicht.

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  Sabrina

Man konnte auch damals schon vom Wehrdienst befreit werden. Ein Klassenkamerad von mir hatte beide Eltern bei einem Verkehrsunfall verloren und wurde mit 18 mit Sondererlaubnis Vorstand deren Firma. Er wurde von der Wehrpflicht befreit.

Freiya
11 Monate zuvor

Ich würde es begrüßen, wenn alle, männlich, weiblich, divers, einen solchen Dienst täten. Ich gehe sogar noch weiter: Der Dienst müsste weg von zuhause absolviert werden und es dürfte keinerlei Möglichkeit geben, sich zu drücken und die stundenmäßige Belastung müsste natürlich an jedem Dienstort gleich sein.
Zum Einen gibt es Einsatzmöglichkeiten zu Hauf, die unserer Gesellschaft gut täten, von Kitas über Schulen, Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime bis zum Einsatz für Natur und Umwelt, sicher gibts noch mehr. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass den jungen Leuten 1 Jahr zur Selbstfindung gegönnt wird. Sie erleben sich – weg vom verwöhnenden oder auch vernachlässigenden Zuhause, weg von der Wohlfühlzone – als neue, gebrauchte Person und können neue Wege gehen, sich neu erfinden, selbstständig werden.
Die Bevölkerung hätte die Chance sich von Nord nach Süd, von Ost nach West quer durch alle Schichten auszutauschen und vielleicht mehr Einsicht und Verständnis für andere Regionen und auch Lebensformen zu gewinnen.

Einer
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Ich hatte mich nicht getraut den Vorschlag mit dem Heimatfern zu schreiben, aber die Idee finde ich extrem gut. Am besten mit Angabe eines Mindestabstandes, der tägliche Fahrten unmöglich macht. Besuche am Wochenende könnten mit den kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert werden. Mindestens drei Wochenenden müssen auch dienstfrei sein. Kost und Logis darf nicht auf die Vergütung angerechnet werden.

Marie
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Was ist mit denen die das nicht möchten? Gibt es Sanktionen bei Arbeitsverweigerung? Welche?

Kurz gesagt, geht es hier um eine Wehrpflicht, oder sprechen wir über Arbeitszwang?

Es könnte tatsächlich das Angebot „Freiwillendienste“ viel stärker fokussiert werden. Ich halte viel davon, im Sinne des erwähnten Austausches.

Einer
11 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Nicht möchten?? Eine allgemeine Dienstpflicht ist nicht freiwillig? Da gibt kein „möchte nicht“

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ohne Sanktionen wird es nicht gehen!

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Äh ja doch, früher kamen dann die Feldjäger.

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Marie

„Was ist mit denen die das nicht möchten? Gibt es Sanktionen bei Arbeitsverweigerung? Welche?“

Fragen Sie mal diejenigen, die damals nicht zum Zwangsdienst an der Waffe wollten! Konsequenzen waren: Internationaler Haftbefehl, Haftstrafen, Vorstrafe im Führungszeugnis.

Sie merken ja, es gibt immer noch welche, die ganz scharf drauf sind die Menschen wieder so zu behandeln.

Last edited 11 Monate zuvor by Sahin
447
11 Monate zuvor
Antwortet  Sahin

Die keinen interessiert, die Vorstrafe.

Nicht umsonst wurde die Wehrpflicht praktisch abgeschafft – wer sich nur hemmungslos genug geweigert hat, hatte wenig (netto) zu befürchten. Die Gesellschaft hat sich verändert, mit ihrer „Pluralisierung“ stösst sie eben auf das alte „Almende-problem“.

Ich persönlich bin übrigens (obwohl meine BW-Zeit toll war) strikt gegen jede Form von Zwangsdiensten. Und würde mich btw. mittlerweile einem militärischen Dienst verweigern.

Zwangsdienste sind militärisch wie sozial ziemlich sinnlos.

Mama
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Das hätten Sie wohl gerne – Kinder bzw. junge Erwachsene als reine Verfügungsmasse, die man nach belieben hin und her befehlen kann, ohne dass sie ihr Einverständnis oder ihr Veto einlegen können.
Und was sie zu leisten haben, wird dann gefälligst zackig und gehorsamst ausgeführt, was?
Nein – mein Kind steht dafür definitiv nicht zur Verfügung!

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Mama

Schwupps, da ist sie…
Wer seinen Kindern alle Steine aus dem Weg räumt – verbaut ihnen die Zukunft!

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Finde es immer interessant, dass ausgerechnet die Zwangsdienste fordern, die in ihrem Leben nie davon betroffen waren. Ich finde, Sie sollten zu dem Thema schweigen, wenn Sie nicht davon betroffen sind (frei nach feministischer Diskussionskultur)!

PaPo
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Mein Wehrdienst war bestimmt kein Dienst, der unserer Gesellschaft gut tat oder der mir bei meiner Selbstfindung (zeitlich) geholfen hätte, sondern Lebenszeitverschwendung:
Ich hätte mein Studium bspw. in noch(!) jüngeren Jahren beenden können, früher eine ordentliche Arbeit aufnehmen, Geld verdienen und mich selbst verwirklichen Können etc.
Und ich war dort Menschen von fragwürdiger Intelligenz u./o. fragwürdigem Charakter unterstellt, denen ich keinerlei (militärische) Verantwortung u./o. Waffen anvertrauen würd.
Ich erinnere mich an den einen Stabsfeldwebel, dessen Dienstzeit sich dem Ende näherte und der mir (als seinem Beifahrer) auf einer Dienstfahrt ungefragt seine (ernstgemeinten) Zukunftspläne offerierte: Er wolle nach dem Dienst Richter werde, also direkt, ohne Abitur, Studium oder sosntwas, und dafür sei er ja qualifiziert, habe hinreichende Ahnung vom Thema, weil er regelmäßig Richterin Barbara Salesch guckte… weniger unterhaltsam war dann aber der andere Stabsfeldwebel, der bzgl. eines damals aktuellen Grenzkonflikts außerhalb Deutschland meinte, er würde das Problem der illegalen Grenzüberquerung von Zivilisten mit dem Eisnatz von Maschinengewehren lösen. Da war mir ja beinahe die etwas dümmliche Wehrmachtssoldatenverhehrung eines Stabsoffiziers bei der Ausbildung am maschinengewehr lieber, der voller Stolz erzählte, er habe zu hause noch Aufnahmen aus dem 2. Weltkrieg, wo zu sehen sei, dass ein Maschinengewehrschütze von einem Heckenschützen erschossen werde, sogleich aber der nächste Soldat das Gewehr bemannte, dem das Gleiche wiederfuhr, abermals mit einem nachrückenden Soldaten – Verärgerung, als ich anmerkte, dass es nicht sonderlich intelligent wirkt, einen Platz einzunehmen, der offenbar mitten im VIsier eines Heckenschützens liegt – unbezahlbar! ^^

jedenfalls habe ih seitdem eine im besten Fall ambivalente Meinung zu Pflichtdiensten, bin aber nicht unbedingt gg. die Bundeswehr, Pazifist etc., sondern plädiere für eine ordentliche Ausrüstung und Wertschätzung der Truppe als Berufssoldatentum. Und ich lehne Pflichtdienste ab, weil sie natürlich eine Verbesserung der Situation dort, wo die Verpflichteten eingesetzt werden, erhindern: Warum in der Pflege ordentliche Arbeitsbedinungen schaffen, angemessene Löhne zahlen, wenn wir einen unendlichen Zufluss an Deppen haben, die sich nicht wehren können?

e und bei denen man froh sein muss, wenn diese niemals in den Eisnatz geschickt werden, man niemals auf diese Menschen angewiesen ist:

Mithin, irgendwie fordern diese Pflichtdienste oftmals nur die, die selsbt nie gedient haben oder diejenigen mit ausgeprägt konservativer EInstellung, denen ggf. bereits der eigene Dienst ein Vergnügen war…

… und dennoche rtappe ich mich, dass auch ich über die DIsziplin- und Verantwortlsigkeit eines Gros der Jugend motze und manches Mal mit solchen Maßnahmen sympathisiere. Verdammte Ambivalenz. ^^

Einer
11 Monate zuvor

Ich war beim Bund und habe 1 Jahr meinen Wehrdienst geleistet jnd bin absolut für die Einführung einer Dienstpflicht. Aber dann ohne Ausnahme!! Jede Person, völlig unabhängig vom Geschlecht, sollte zwischen 18 und 22 ein Jahr am Stück Wehr-, Sozial- oder Umweltdienst leisten. Ohne Ausnahme beziehe ich auf die vielen jungen Männer die sich damals haben schlecht Mustern lassen um dem Wehrdienst zu entgehen oder die sichvaus dem Wehr- bzw. Ersatzdienst freigekauft haben. Welcher Bundesligaspieler hat zum Beispiel Wehrdienst geleistet? Viele sinx es nicht gewesen. Den Zeitpunkt sollte jeder selbst bestimmen dürfen. Die Vergütung sollte aus Steuermitteln erfolgen und zwar mit einem einheitlichen Betrag (ca.600 Euro) für alle. Zusätzlich für alle kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und freien Eintritt in Museen.
Ich denke die Vorteile für uns als Gesellschaft überwiegen hier.
– Ein Jahr um reifer zu werden und vielleicht aus der eigenen Blase zu entkommen.
– Man wird gezwungen sich mit Situationen zu beschäftigen, die man sich ansonsten niemals zugetraut hätte.
– Mehr Personal beim Bund und auch den Pflegediensten durch die Dienstleistenden.
– Vielleicht findet der/die eine oder andere auch seine berufliche Zukunft in dieser Organisation.
– Stärkere Verankerung von Pflegediensten und Militär in der Gesellschaft und dadurch auch mehr Verständnis für die Probleme in diesen Organisationen.
Insgesamt eine Stärkung der Gesellschaft. Aber leider lässt sich diese Stärkung nicht monetär Ausdrücken und die Kosten lassen sich recht schnell überschlagen.

TschinavonMauzen
11 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Die Frage ist erreicht man damit auch wirklich diejenigen, die sich hier eh schon asozial verhalten oder machen die nicht mehr Scherereien und belasten die Mitarbeiter im sozialen Bereich noch mehr. Wir haben immer Mal sogenannte Compassion -Praktikanten und die, die einfach nur ihre Zeit bei uns absitzen sind oft anstrengender als eine hilfreiche Hand. Denen muss man dann zig mal erklären, dass das Handy während der Arbeitszeit nix in der Hand zu suchen hat. Zum hundertsten Mal zeigen wo sich Handbesen und Kehrschaufel befinden, denn was anderes tun lassen als Tisch wischen oder den Boden fegen darf man sie eh nicht machen lassen. Interesse am Spielen mit den Kindern ist kaum da. Allerhöchstens wird sich mal mit an den Basteltisch gesetzt und ein Ausmalbild angemalt. Alles was man verlangt wird mit einem Seufzen kommentiert und sich bei einfachsten Handlungen angestellt, als wären sie der erste Mensch. Da hat man dann jemanden sitzen, der eine durch die demonstrative Unlust mehr nervt und auch noch zusätzlich Arbeit macht. Klar es gibt tolle Praktikanten, die wollen aber dann auch bei uns sein weil sie auch oft beruflich einen ähnlichen Weg einschlagen wollen. Es stimmt allerdings, dass durch Zivi oder FSJ schon einige Männer hängen geblieben sind, die vorher nicht daran gedacht hätten im sozialen Bereich zu arbeiten. Aber die hatten schon auch Lust Zivildienst oder ein FSj zu machen und sich ihre Stelle auch entsprechend ausgesucht.

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  TschinavonMauzen

Ich sehe das ähnlich. Die früheren Zivis, die durch die Gewissensprüfung gekommen waren und auch einen längeren Dienst leisten mussten als die Anderen, waren ganz anders motiviert. Aber könnte man nicht regeln, dass das Handy im Spind eingeschlossen werden muss? Das ist ein ganz schlechtes Vorbild für die Kinder

TschinavonMauzen
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Haben wir leider nicht. Und ich mag mir kaum vorstellen welches Theater viele machen würden, wenn wir die Handys wegsperren. Vermutlich noch mit Eltern im Rücken. Gerade bei den Praktikanten aus der Schule hat man da ganz wenig Handhabe. Azubis verschwinden auch gerne mal länger auf der Toilette wenn man sie nach mehrfachen Bitten das Handy in der Tasche zu lassen und auf die Dienstanweisung verweist, die das eigentlich vorschreibt. Irgendwann gibt man auf. Einmal hat ein Kind das Handy eines Azubis quer durch den Raum geworfen und es war kaputt. Man war das ein toller Tag.

Dietmar
11 Monate zuvor

Dirk Wiese hat sicher recht, wenn er der «Rheinischen Post» sagt: «Wir brauchen wieder mehr Respekt im Umgang und ein stärkeres Miteinander im Land.» Beides schwinde «im täglichen Umgang und digital, in Freibädern, beim Nichtbilden von Rettungsgassen, im Alltag oder bei AfD-Trollen im Internet».

Ich möchte noch ergänzen, dass dieser gegenseitige Respekt auch an Schulen schwindet.

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  Dietmar

Weil Zwang ja auch dafür bekannt ist das „stärkere Miteinander“ so unheimlich zu stärken…

Merken hier manche Leute eigentlich noch was?

Fakten sind Hate
11 Monate zuvor

Schon erstaunlich, was einige Kommentatoren hier abgeben.

Sie finden es okay, wenn Jugendliche zur Zwangsarbeit verdonnert werden, dessen Vergütung deutlich unter dem Mindestlohn verankert ist. Sie sollen weniger als Arbeitslose mit Burgergeld (Miete beachten) erhalten. Und weil das alles es so schön ist, studieren sie dann im Schnitt bis 27 und müssen, bis 75J arbeiten, da sie ja so wenige Rentenbeitragsjahre haben.

Liebe Leute, wie sieht es denn mit Zwangsarbeit – nennt es wie ihr wollt – für Arbeitlose aus? Sind ja alles Afd-Wähler und die muss man wieder demokratisieren. Mit Zwangsarbeit.

Fräulein Rottenmeier
11 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Nun ja, zunächst sind die anvisierten Menschen keine Jugendliche mehr, sondern allenfalls junge Erwachsene. Und ich glaube das Wort Zwangsarbeit ist in diesem Zusammenhang auch nicht angemessen.

Dänemark, Schweden, Estland, Finnland, Zypern, Griechenland, Österreich und der Schweiz gibt es noch eine Wehrpflicht, und das sind nur die europäischen Staaten. Das Gegenstück dazu ist dann sowas wie der Zivildienst. Verpflichtend? Ja, aber vielleicht sollte man das nicht als Zwangsarbeit bezeichnen.

Karl-Heinz
11 Monate zuvor

Wieso nicht? Wenn man jemanden unter Androhung von Sanktionen zu Tätigkeiten verpflichtet, dann ist das schlicht und ergreifend Zwangsarbeit. Nicht mehr und nicht weniger. Und das war es auch schon zu den Zeiten, als die Wehrpflicht noch nicht ausgesetzt war.

Sahin
11 Monate zuvor

Wenn wir schon bei unseren Vorbildern in punkto Wehrpflicht sind, dann sollten Sie die anderen z.B. Russland, Türkei, China, Nordkorea oder den Iran nicht vergessen! Und wenn das schon unsere Vorbilder sind, dann haben die vielleicht auch noch andere gute Ideen, die wir übernehmen könnten.
Ich z.B. hätte auch gerne einen einfachen Zugang zu Schusswaffen für Zivilisten, wie in Österreich, Schweiz oder Finnland. Müssten Sie ja dann auch unterstützen, denn schließlich haben Sie ja selber vorgeschlagen diese als Vorbilder nachzueifern.

(Muss ich erst extra erwähnen, dass das Sarkasmus ist?)

Freiya
11 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Genau DAS täte diesen Jugendlichen gut! Weg von Mamas Schürzenbändel! Selbstständigkeit lernen. Sich etwas zutrauen.

potschemutschka/Bücherleser
11 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

@Freya
,,, das alles sollten die Kinder schon im Vorschulalter im elternhaus lernen!

Adele Horn
11 Monate zuvor

Wie oft will man diese Sau eigentlich noch durchs Dorf treiben? Alle paar Jahre kommt dieser Unsinn aufs Tapet, und ein paar Wochen später erinnert man sich — upsi! — plötzlich an Artikel 5 der Charta der EU über die Grunderechte und noch ein paar andere rechtliche „Kleinigkeiten“:

„Hinzuweisen ist zunächst darauf, dass nach Art. 12 Abs. 2 GG niemand „zu einer bestimmten Arbeit
gezwungen werden [darf], außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen
öffentlichen Dienstleistungspflicht“. Ein verpflichtendes soziales Jahr wäre jedenfalls nach herr-
schender Meinung keine „herkömmliche“ Dienstleistungspflicht. Seine Einführung würde also eine
Verfassungsänderung voraussetzen. Mit dieser würde die Bundesrepublik sich nach herrschender
Meinung allerdings in Widerspruch zu völkerrechtlichen, unter Umständen sogar unionsrechtli-
chen, Verboten der Zwangs- oder Pflichtarbeit setzen (vgl. Art. 4 Abs. 2 EMRK, Art. 8 Abs. 3 IPBPR,
Art. 5 Abs. 2, Art. 51 Abs. 1, 52 Abs. 3 GrCh). Diese enthalten zwar eine Ausnahme für „übliche
Bürgerpflichten“, die von der herrschenden Meinung jedoch ähnlich wie die der „herkömmlichen
Dienstleistungspflichten“ in Art. 12 Abs. 2 GG ausgelegt wird.“

Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, 22.06.2022

Lisa
11 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Aber Wehrpflicht und Zivildienst gehören da wohl nicht darunter. Die hat es gegeben. Und gibt es in der EU immer noch.

Adele Horn
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Die sind aber auch rechtlich eine völlig andere Kiste.

Man kann die Protokolle von Bundesrat und Bundestag mehr als 20 Jahre zurück verfolgen: Sie kommen immer wieder zu dem Schluss, dass ein pauschales Pflichtjahr gegen das Grundgesetz und diverse internationale Übereinkommen verstößt. Mir ist schleierhaft, warum man das nun zum drölfzigsten Mal schon wieder debattiert.

PFK
11 Monate zuvor

Es gibt seit über 10 Jahren den Bundesfreiwilligendienst, AB 18 Jahren. Man kann fast in allen Bereichen in ganz Deutschland so einen Dienst für die Gemeinschaft mit sehr geringer Bezahlung wahrnehmen und selbst aussuchen, ohne Zwang, sogar in Teilzeit! Die Stellen sind dann auch nicht gezwungen, die allerletzten Vollpfosten und Stehrümmchen bei sich aufzunehmen, sondern können Leute finden, die für diese Arbeiten genügend auf Zack sind sich einzubringen. Das das BM aber von den relevanten Multiplikatoren eben gerade nicht an prominenter Stelle ausgewiesen und beworben wird ist halt…na ja. Please fill in the gap.

Die Feuerwehren leben vom Ehrenamt und wir von und Dank ihnen, ebenso DLRG, Hospizdienste, Seenotrettung, THW… zu wissen wie die Gemeinschaft lebt, wie sie gerettet und versorgt werden kann und muss, ist nun wirklich nicht das verkehrteste Wissen, heißt auch nicht das man die Anstrengungen der elterlichen Reproduktion übersehen muss! vielleicht teilt der einzelne Mensch im Großen und Ganzen dann auch ein Stück weit die Achtung vor dem Leben und versteht besser welcher Anstrengungen es bedarf, um lebenswerte Gemeinschaften bzw. Gesellschaften zu bauen und zu erhalten bzw, auch zu verändern oder abzuwickeln auf demokratischen Wege für alle.

TschinavonMauzen
11 Monate zuvor
Antwortet  PFK

Ist alles richtig, aber gerade jetzt wo es an allen Ecken und Enden im sozialen Bereich an Personal fehlt, da kann ich nicht noch Sozialarbeiter für demoralisierte bzw. Nicht sozialsierte Jugendliche spielen. Bei diesen Jugendlichen liegt meist so viel im Argen, dass das nicht mit Arbeit im Pflegeheim oder in der Kita getan wäre. Das wäre nur dann sinnig, wenn tatsächlich noch jemand mit diesen Menschen therapeutisch arbeitet. Ich bin als ausgebildete Anleiterin gerne bereit mit Azubis zu arbeiten, die von Haus aus Schwierigkeiten mitbringen aber gewollt sind einen Beruf zu erlernen. Ich bin aber nicht bereit mit jungen Menschen zu arbeiten, denen von Haus aus der Respekt vor den demokratischen Gesellschaft fehlt und die Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste angreifen, da jegliche Sozialsation seit Kindheitstagen fehl geschlagen oder gar nicht erst an sie herangetragen wurde. Da müssen andere Experten ran. Ich bin als päd. Fachkraft in erster Linie für die Kinder zu ständig, welche mir von den Eltern anvertraut werden. Das ist in Zeiten der Personalnot ohnehin eine oft herausfordernde Aufgabe so dass ich nicht noch Zeit, Geduld oder Kraft aufbringen kann um junge Menschen zu betreuen und ihnen Respekt beizubringen.

Last edited 11 Monate zuvor by TschinavonMauzen
PFK
11 Monate zuvor
Antwortet  TschinavonMauzen

Wer hat schon Bock auf Blödbommel, die einem an der Hacke kleben?
Niemand, vergällen einem das Leben.
Problem: ohne demokratische Prozesse, an denen die jungen Menschen beteiligt sind, werden sie auch sowieso nicht an irgendwelchen Diensten teilnehmen…
Würd ich selbst auch nicht gerne machen.