„Knackiger“: Lehrerverbände fordern Rückkehr zu Staatsexamen im Lehramtsstudium

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Im Kampf gegen den Lehrkräftemangel haben Lehrerverbände die Rückkehr zum Staatsexamen im Lehramtsstudium in allen Bundesländern gefordert. Durch die Umstrukturierung auf das Bachelor- und Master-System verzögere sich der Eintritt ins Referendariat unnötig, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, am Dienstag dem Fernsehsender Welt. «Mit Staatsexamen wäre das alles straffer und knackiger.»

Zurück in die Zukunft? Foto: Shutterstock

Auch die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, sprach sich für eine Rückkehr zum Staatsexamen aus. «Wir brauchen ein Lehramtsstudium, das tatsächlich zielgerichtet auf diesen Beruf hinführt und genau das passiert im Staatsexamen», sagte Lin-Klitzing den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Forderung hatte sie bereits im März in einem Interview mit News4teachers erhoben (News4teachers berichtete).

Im Bachelor-Master-System sei es hingegen nicht mehr das Ziel, sich von Anfang an auf einen Beruf festzulegen, sondern zu schauen, was man sonst noch machen könne. Das führe dazu, dass weniger Studierende beim Lehramt bleiben würden. «Ich halte das für eine grundlegende Fehlorientierung», sagte Lin-Klitzing. Auch Lehrerverband-Präsident Düll sagte, viele Studierende würden im Laufe des Studiums einen anderen Weg einschlagen.

Der Abschluss des Studiums ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Lin-Klitzing sprach sich zudem für eine Rückkehr zum zweijährigen Referendariat in allen Bundesländern aus. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers heiß diskutiert.

Philologen-Chefin fordert: Weg mit Bachelor und Master in der Lehrerbildung – zurück zum Staatsexamen

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14 Kommentare
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Kim P
11 Monate zuvor

Die haben Recht.
Staatsexamen war besser und wär besser.

Walter Hasenbrot
11 Monate zuvor
Antwortet  Kim P

Warum?

Rainer Zufall
11 Monate zuvor
Antwortet  Kim P

Aber kürzer?

Rainer Zufall
11 Monate zuvor

Das Gericht in Oldenburg hatte doch schon befunden, dass Bachelor of Education kein Ziel jenseits des Masters (zwecks Lehrtätigkeit) habe.
Inwiefern dauert das neue Studium länger?

GriasDi
11 Monate zuvor

Mit dem Staatsexamen will man also die Studierenden an die Schulen zwingen? So wie es jetzt ist, ist es schon gut. Da sollen sich die Kultusministerien lieber überlegen, wie sie das Lehramt wieder interessanter für die Leute machen.

Gelbe Tulpe
11 Monate zuvor

Man sollte eher die Bachelorarbeit abschaffen, wenn eh der Master angestrebt wird. Ein Master verschafft aber den Studenten angesichts der Lehrerschwemme in vielen Bereichen (Sprachen, Geisteswissenschaften, Wirtschaft und Politik) aber mehr Flexibilität, woanders als in der Schule einsteigen zu können.

Lehrerin
11 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Lehrerschwemme? Wo?

Gelbe Tulpe
11 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

In Fächern wie Geschichte, Deutsch, Erdkunde, Politik, Wirtschaft, manchen Sprachen.

Nasenbär
11 Monate zuvor

Heisst aber auch, dass man die jungen Leute wieder sehr früh an das System fesselt. Wenn die jungen Studenten heutzutage wechseln, dann doch, weil anderes besser scheint (ist). Im jetzigen Studiengang müsste man also am Berufsbild feilen und für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Kostet Geld, kostet Zeit. Wenn man den Studiengang aber isoliert fehlt der Ansporn zur Veränderung des Lehrerberufs und diejenigen, die dann eben schon auf halber Strecke sind bleiben. Ist das gut für die Schüler? Gut für die zukünftigen Lehrer?

Lisa
11 Monate zuvor

Man darf nicht vergessen, dass der Lehrermangel relativ neu ist. Vorher hatten alle Staatsexamen und mussten sich zwangsläufig was anderes suchen, weil viele gar keine Stelle bekommen haben. Das klappte aber eigentlich auch bei vielen. Das Argument, dann können sie nirgends anders hin, ist zynisch. Wo das Staatsexamen denn einzuordnen ist, eher beim Master oder beim Bachelor? Der öffentliche Dienst zählt es als Master.

potschemutschka
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Relativ neu? In Berlin wurde 2003 die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer um 2h angehoben, wegen Lehrermangels! Das war vor 20 Jahren! Seitdem ist es nicht besser geworden und die Studentenerhöhung existiert immer noch!

Walter Hasenbrot
11 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nicht nur in Berlin, auch in NRW.

Die Erhöhung des Stundendeputats hat wesentlich zur Burn- Out-Gefahr und zur schwindenden Attraktivität des Lehrerberufs beigetragen.

Ken Haddorf
11 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

In Nds. auch!

Bla
11 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Naja, mit dem 1. StEx kann man promovieren.
Andererseits hat man rein mit dem 1. StEx kein „vollwärtiges Studium“ ohne das 2. StEx.

Daher: Bachelor, Master beibehalten. Ist in der „freien Wirtschaft“ deutlich leichter als vollwärtiges Studium anerkannt. Da gibt es dann auch keine „unter/gleich/über Master“ Diskussion.

Als Arbeitgeber würde ich allerdings auch das StEx als Bindung an einen selbst bevorzugen. Schon alleine deshalb: Bachelor, Master beibehalten aus Arbeitnehmersicht.

Oder eben einen Bachelor of Education als „Zwischenstation“ nach dem Soz./Psychologie-Staatsexamen. Die Anerkennung gibt es leider immer noch nicht … Warum auch immer.