Kampf gegen Rechtsextremismus an Schule – Lehrer: „Würde es wieder tun“

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POTSDAM. Er prangerte den Rechtsextremismus an seiner Schule in Burg an und wurde herausgeekelt. Jetzt erhält der Lehrer Max Teske einen Preis für sein Engagement. Von seinen Handlungen ist er überzeugt.

Lehrer Max Teske hat ein Zeichen gesetzt. Illustration: Shutterstock

Er wurde angefeindet und musste letztlich die Schule verlassen: Trotz aller Konsequenzen würde der ehemalige Burg-Lehrer Max Teske den Brandbrief immer wieder schreiben. «Es ist einfach Pflicht, wenn man Missstände erkennt, dass man die dann auch anspricht», sagte Teske im Gespräch. «Und ich finde, dass wir damals den richtigen Weg gewählt haben mit allen Konsequenzen, die wir erfahren haben. Ich würde es immer wieder so tun.»

Im April hatte Teske gemeinsam mit seiner damaligen Kollegin Laura Nickel in einem zunächst anonymen Brief geschildert, sie seien an der Schule im brandenburgischen Burg täglich mit Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie konfrontiert. Sie wurden danach von rechts angefeindet. Schließlich verließen sie die Schule (News4teachers berichtete).

Teske wird am Donnerstagabend den «Preis für Zivilcourage – Gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus» in Berlin erhalten. Die Auszeichnung wird vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas verliehen. Das geschieht im Rahmen eines Spendendinners zugunsten des Projekts Raum der Namen, welches Biografien von Opfern des Holocausts dokumentiert. Der mit 4000 Euro dotierte Preis wird nach Angaben der Veranstalter an ihn sowie seine Ex-Kollegin und den Pfarrer Pellio vergeben, «für ihr mutiges Engagement gegen Rechtsextremismus und für die Gründung des Bündnisses „Schule für mehr Demokratie“», wie es zur Begründung hieß.

«Für mich bedeutet der Preis sehr viel, weil es natürlich eine Anerkennung dafür ist, dass man etwas in einer Region öffentlich angesprochen hat, was nicht gerne gehört wird», sagte Teske. Er freue sich darüber, den Preis stellvertretend für alle entgegenzunehmen, die sich in Südbrandenburg engagiert hätten. News4teachers / mit Material der dpa

Hat das Brandenburger Bildungsministerium selbst ein Rechtsextremismus-Problem?

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5 Kommentare
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EmpiD
3 Monate zuvor

Eigentlich traurig, dass es nicht selbstverständlich ist, so zu handeln. Unso besser für ihn, dass du er dafür geehrt wird und andere mitbekommen, dass der Kampf gegen Rechts unterstützt wird.
Diejenigen, die dagegen sind sind einfach nur unerträglich laut aber dafür in der Minderheit. Das sollte man immer im Kopf behalten.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Gut und richtig so.
Der Artikel vergaß jedoch zu erwähnen, dass die Kolleg*innen schulintern kaum Unterstützung erhielten. Aber es wurde ja spätestens seit Oktober von allen in der Politik und deren Tanten angekündigt, etwas zu unternehmen. Mal sehen, wie es wird…

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor

Die beiden haben die Auszeichnung verdient.

Sie haben gezeigt, dass ein Einsatz gegen Rechtsextremismus trotz vieler Lippenbekenntnisse nicht selbstverständlich ist.

Ilka
3 Monate zuvor

Egal, um welchen Extremismus es sich handelt, er ist immer zerstörerisch. Deshalb muss jede der 3 Arten (rechts, links, islamistisch) als Gefahr gesehen und bekämpft werden.