SPD-Chefin Esken schlägt „Deutschlandpakt“ für ein besseres Bildungssystem vor

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SPD-Parteichefin Saskia Esken hat für ein besseres Bildungssystem eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen gefordert. Auf dem Bundesparteitag der Sozialdemokraten in Berlin schlug sie am Sonntag einen «Deutschlandpakt Bildung» vor.

„Unser wichtigstes Gut“: die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Foto: SPD

Im Rahmen dieses Pakts wolle die SPD dafür sorgen, so Esken, «dass Bildungsnachteile so früh wie möglich ausgeglichen werden, dass in den Grundschulen die Basiskompetenzen verlässlich erworben werden und dass alle Jugendlichen mit einem qualifizierten Schulabschluss einen gesicherten Übergang ins berufliche Leben auch finden können».

Aus Sicht von Esken muss Deutschland für ein besseres Bildungssystem Geld in die Hand nehmen. «Ich bin nicht mehr bereit hinzunehmen, dass in diesem reichen Land für unser wichtigstes Gut, für die Köpfe der Kinder und ihre Bildung, kein Geld da sein soll», sagte sie. Die SPD will dabei vor allem die Reichen in die Verantwortung nehmen. «Für die Finanzierung eines gemeinsamen Bildungsaufbruchs wollen wir hohe Erbschaften und sehr hohe Einkommen stärker heranziehen», heißt es in einem Antrag des SPD-Parteivorstands, der von den Delegierten auf dem Parteitag einstimmig angenommen wurde.

Zuletzt hatte das schlechte Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler in der aktuellen internationalen Leistungsstudie Pisa für Aufsehen gesorgt (News4teachers berichtete). Ursachen für die Ergebnisse sehen die Autorinnen und Autoren der Studie unter anderem in der Corona-Pandemie. Ein weiterer möglicher Faktor für die Ergebnisse sind fehlende Sprachkenntnisse. Die SPD will Bildungsnachteile schon vor der Schulzeit ausgleichen. «Oberstes Ziel und erste Priorität hat deshalb, allen Kindern, bevor sie zur Schule kommen, ein frühkindliches Bildungsangebot zu machen», heißt es in dem Antrag. News4teachers / mit Material der dpa

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22 Kommentare
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Defence
2 Monate zuvor

Lieber Gott, lass die nächsten zwei Jahre schnell vorbeigehen.

potschemutschka
2 Monate zuvor
Antwortet  Defence

… und dann? Wer macht es wie besser?

Sepp
2 Monate zuvor

Das Problem ist, dass wir 20 Jahre lang das Bildungssystem kaputt gespart haben und dümmliche Reformen gemacht haben.
Mit einmalig viel Geld können wir jetzt nichts retten.

Stattdessen müsste man auf lange Sicht richtig Geld in die Hand nehmen, zusätzliche Schulgebäude bauen und ausstatten, massiv Lehrkräfte ausbilden und im Endeffekt Klassen mit 15 Kindern haben.
Dann könnten sich auch die Lehrkräfte auf die Förderung der wenigen Kinder kümmern.

Veränderte Bildungspolitik muss über viele Jahre wirken. Da müsste man langfristig planen und handeln. Damit gewinnt man als Politiker aber keinen Blumentopf.

Daher wirft man lieber ein paar Reförmchen ins Land oder schlägt, wie jetzt Esken, planlos das einmalige Ausschütten von Geld vor. Das „dumme“ Wahlvolk wird sich schon täuschen lassen und die Wiederwahl wird gesichert.

McFly
2 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

Der Bildungsbereich müsste tatsächlich weitgehend von der Tagespolitik entkoppelt werden. Die Länder und auch der Bund müssten aus der Verantwortung raus, stattdessen müsste so etwas wie ein Bildungsrat installiert werden ( ja, auch mit Parteipolitikern, aber eben auch mit Wissenschaftlern und vor allem Lehrkräften und Vertretungen der Lernenden). So etwas existiert in skandinavischen Ländern, mirist natürlich klar, dass das absolut utopisch erscheint- aber so, wie es gerade läuft-und das wissen alle- geht es nicht weit!

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  McFly

Vor allem sollte man die Verantwortung den realitätsfernen Kultusministern aus der Hand nehmen, die alle 4 Jahre wechseln und denen das wirklich wichtige Ressort Bildung eher lästig ist und kaum mit wirklicher Energie angegangen wird. Hier gehört stattdessen eine nachhaltig organisierte und agierende und vor allem dauerhafte Bildungskommission her, deren Verantwortliche nicht nur gerade mal einen Posten übernehmen, da kein anderer übrig war.

Konfutse
2 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

Die letzte Schulreform der SPD in BW hat unser Ländle bildungstechnisch in den Abgrund gestürzt. Und an gespart wurde ab dem Zeitpunkt der Bildungsmachtübernahme umgehend. Quasi Bildung zum Nulltarif. Ich hoffe, dass das „dumme“ Wahlvolk dies nicht vergessen hat!

Hans Malz
2 Monate zuvor

Jetzt kommt die nächste Wahnsinnige, die sich aus der Deckung traut. Ein „Sondervermögen“ wird es richten und die „Reichen“ sollen es bezahlen. Gab es da in den letzten zwei Jahren eigentlich irgendwelche nennenswerte Änderungen? Wer regiert denn nochmal seit Beginn der „Zeitenwende“? Noch nicht mal die Fortführung der bestehenden Projekte (z.B. Digitalpakt) ist gesichert.

Unfassbar
2 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die Reichen bezahlen nichts, die wandern aus. Es bezahlt der immer kleiner werdende Mittelstand mit immer höheren Abgaben …

Müllerin
2 Monate zuvor

Ist irgendwas neu, was Frau Esken sagt, oder wird das schon jahrelang so oder sehr ähnlich heruntergebetet? So kann man ewig weitermachen: Immer Postulate aufstellen, ohne konkret zu werden. Auch ein frühkindliches „Bildungsangebot“ nützt nur etwas, wenn es auch angenommen wird. Alles in der Bildung ist mehr oder weniger freiwillig, man kann keine Kinder gegen ihren Widerstand (oder den der Eltern) „bilden“, schon gar nicht mit ökonomischen Absichten.
Vielleicht ist es sogar so, dass allein mit mehr Geld die angestrebte Bildung auch nicht herbeigeführt werden kann. Die erfolgreichsten Pisa-Länder haben nicht auch die höchsten (staatlichen) Bildungsausgaben. In Fernost hängt vieles am privat bezahlten Nachhilfeunterricht in nichtstaatlichen Instituten, viel mehr als in Deutschland.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Müllerin

China ist da ein schlechter Vergleich, da ist alles auf Drill und Dsiziplin aufgebaut, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine selbständig denkende Persönlichkeit.

Sepp
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

@ Teacher Andi,
Das Problem ist zumindest bei uns an der Schule, dass sich anstengen und diszipliniert arbeiten eher out sind. Wenn Schüler nicht regelmäßig an die Grenzen geführt werden, Lernstrategien entwicklen müssen und sich durchbeißen, dann können sie sich auch nicht deutlich verbessern.

Es gibt einfach Dinge, die muss man immer wieder diszipliniert üben, bis man sie beherrscht. Und natürlich ist es anstrengend, wenn man regelmäßig Diktate schreibt, Rechtschreibung übt, Berechnungen trainiert usw.

Aber warum sollten Kinder, die sowas trainieren, später keine „selbständig-denkenden Persönlichkeiten“ werden?

Und ist ein Profi-Fussballer oder Pianist für Sie kein selbstständig-denkender Mensch, nur weil er diszipliniert trainiert?

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

Ich habe nur von China gesprochen, da funktionieren die Menschen wie Roboter. Ich bin sonst durchaus für Disziplin und Anstand.

Wutbürger
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Und? Haben wir in Deutschland doch auch nicht. Bei den Chinesen stimmt aber wenigstens am Ende der Output.

Mama hoch 3
2 Monate zuvor

Bitte macht Schulen wieder zu Bildungseinrichtungen und nicht zu Betreuungsinstitutionen für die Wirtschaft.
Bitte denkt daran, dass es auch jetzt SuS gibt, die sich im Unterricht langweilen, die unterfordert sind und gerne mehr lernen würden.
Bitte nehmt auch die Eltern mit in die Verantwortung: Es ist Aufgabe der Eltern, die Kinder zu erziehen. Dazu gehört auf jeden Fall, dass Kinder zuhören können, andere ausreden lassen, gewisse Regeln befolgen können,… Außerdem ist es unerlässlich für den Schulerfolg, dass die Eltern mit den Kindern lesen üben oder das 1×1. Die dazu nötige Übung und Wiederholung kann Schule nicht leisten und außerdem ist da auch jedes Kind unterschiedlich schnell, so dass sich sonst die einen in der Schule langweilen und die anderen gar nicht mehr mitkommen.
Bitte gestaltet die Schulen so, dass sie eine angenehme Lernatmosphären ausstrahlen. Damit meine ich, dass die Schulen keine Löcher im Dach haben, kein Schimmel an den Wänden, keine total veralteten, stinkenden Klos haben, dass sie regelmäßig gründlich gereinigt werden und in regelmäßigen Abständen neu gestrichen werden.
Bitte vergesst in der ganzen Diskussion nicht die guten SuS, die viel zu oft zu kurz kommen.
Bitte denkt daran, dass nicht alle Kinder für den Ganztag geeignet sind.
Bitte stellt das Kindswohl an erster Stelle und nicht die Interessen der Wirtschaft, den Wunsch nach möglichst langer Betreuung,…

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Und das Ganze gepaart mit politischer Inkompetenz und Hilflosigkeit. Ihre Bitte wird nicht erhört werden solange Bildung über die alle vier Jahre wechselnden Bildungsminister laufen und hier nicht endlich ein kompetentes dauerhaftes Gremium arbeitet unter Einbindung der Pädagogen vor Ort.

Clara
2 Monate zuvor

Unterschiede nivellieren, verteilen, angleichen … mit der SPD gibt es Bildung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, aber immer im Zeichen des Klassenkampfes.

Dejott
2 Monate zuvor

Es wäre nötig, dass wir Schule neu denken. Am Geld alleine liegt’s ja nicht. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass wir eigentlich partout nichts Wesentliches ändern wollen. Noten, mehrgliedrige Systeme, 45 Minuten Takt, Hausaufgaben, Halbtags, Klassengrößen, Bürokratie, Gymnasien…all das steht doch so sicher fest wie der Overheadprojektor in der Ecke des Klassenraums.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Es gibt keine Overheadprojektoren mehr, da hat sich schon etwas getan. Nur mal so als Beispiel. Am Geld mag es nicht leigen, zumindest wird es keinen Effekt haben, wenn hier mal wieder kurzzeitig die Gießkanne angesetzt wird. Aber man hat nie Geld in die Hand genommen, um vernünftige Voraussedtzungen zu schaffen wie z.B. kleinere Klassen und lernmotivierende Umgebungen. Die Lehrer hat man vergrault durch Gängelei und Überfrachtung mit Aufgaben, alles war immer gut. Jetzt kommen die Folgen. Mit dem hohen Migrationsanteil kommt man auch nicht zurecht, das Problem zu lösen wird den Lehrern überlassen, erschwerte Voraussetzungen waren nie Anlass hier etwas zu ändern, geht doch auch ohne Anstrengung.
Und wer bitte will nichts Wesentliches ändern? Die Lehrer und Schulleiter protestieren schon lange, merken aber schnell, dass sie am kürzeren Hebel sitzen. Teure Reformen, die nichts oder nur Schaden gebracht haben, ja, das kam von oben. Schulterklopfen, dann wieder in die Tonne treten. Schulreformen müssen sukzessive erfolgen und nicht mit der Hauruck-Methode und Deadline. Mehr Entscheidungsmöglichkeit für die Lehrer, denn das sind die geschulten Pädagogen vor Ort, und nicht die vielen Bildungsminister samt Expertenstab. Das Problem sitzt eindeutig in den Ministerien.

Ich_bin_neu_hier
2 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

„…wie der Overheadprojektor in der Ecke des Klassenraums.“ – Der hat es immerhin in der ganzen Zeit geschafft, aus der Ecke des Klassenzimmers ins Innere des Klassenschranks verbannt zu werden. Wird aber in der Tat die einzige Veränderung bleiben an den Dingen auf Ihrer Liste…

Teacher Andi
2 Monate zuvor

Die SPD hat in all den Jahren der GroKo und der Ampel nicht begriffen, dass sie mit ihren Sozial-Illusionen völlig daneben liegt. Sukzessive wird das Land wirtschaftlich kaputt gemacht, und solche Figuren wie Frau Esken geben immer nur extreme Äußerungen von sich, ohne das große Ganze zu sehen. „Die Reichen sollen die Bildung retten“, kommt jetzt der Bildungssoli oder was? Die gute Frau sollte mal in sich gehen und überlegen, warum kein Geld für Bidlung da ist. Wo ist das ganze Geld? Na? Wo? Hausaufgaben nicht gemacht? Jetzt wieder mit vollen Händen in die Kasse greifen? Wie wäre es mit mehr Kontrolle bei den Ausgaben, da ist viel, viel Luft nach oben.
Die Reichen zur Kasse bitten, wunderbare Idee, Sehr kreativ und effektiv. Von der Aussage „Bildung ist unser höchstes Gut“ hat sich doch jede Partei in den letzten Jahrzehnten meilenweit entfernt. Für diese Regierung muss man sich eigentlich nur noch schämen.

Alter Pauker
2 Monate zuvor

Essen schlägt vor ….
Finde den Fehler!!!

Alter Pauker
2 Monate zuvor

Essen schlägt vor …
Finde den Fehler…..