„Wir haben hier praktisch kein klares Schulsystem mehr“: Wie Lehrer Jochen Ott die Bildungspolitik aufmischt

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DÜSSELDORF. Ein Lehrer schickt sich an, Nachfolger von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zu werden: Jochen Ott, Fraktionschef der SPD im Düsseldorfer Landtag – und damit Oppositionsführer –, will die Sozialdemokraten in ihrem früheren Stammland wieder zu alter Größe führen. Einen Vorteil hat er gegenüber dem Juristen Wüst: Kompetenz in der Schulpolitik. Wir sprachen mit Ott über die Herausforderungen, vor denen NRW und Deutschland dabei stehen, und über mögliche Lösungen. Teil eins des Interviews, das News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek führte.

„Lehrer war immer mein Traumberuf“: SPD-Fraktionschef Jochen Ott im NRW-Landtag. Foto: SPD-Fraktion NRW

News4teachers: In Ihrer Vita auf der Seite der SPD-Fraktion heißt es: „Der Vater von drei Töchtern unterrichtete an der Gesamtschule in Brühl Geschichte, Sozialwissenschaften und katholische Religion. Den Traumberuf an der Schule hat er seitdem ruhen lassen.“ Herr Ott, wenn Sie die aktuelle Situation an Schulen betrachten, sind Sie da nicht doch froh, dass Sie derzeit ein Büro im Landtag haben?

Ott: Ich bin total gerne Fraktionsvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen. Das ist eine spannende Aufgabe, mit der ich Verantwortung übernehme – und etwas für meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sowie für die Schülerinnen und Schüler bewirken kann. Trotzdem war Lehrer immer mein Traumberuf. Nirgendwo gibt es eine so unmittelbare, ehrliche Feedbacksituation wie in der Schule. Du kommst rein, hast einen Pickel auf der Stirn – und du bekommst den ersten Spruch. Wenn du morgens nicht ganz frisch wirkst, sagen die Schülerinnen und Schüler in der fünften Klasse dir: „Du hast schlecht geschlafen.“ Oder: „Deine Haare stehen zu Berge.“ Die Kinder fühlen sofort mit dir. Und wenn du menschlich mit ihnen umgehst und ihre Würde wertschätzt, geben sie viel zurück. Das hat mich all die Jahre in der Schule getragen. Es gab zwar auch schwierige Situationen, Stress und nicht so schöne Dinge, aber im Großen und Ganzen war es für mich ein wirklich toller Beruf.

News4teachers: Kürzlich fand ein großer SPD-Parteitag statt. Ich nehme an, Sie waren dabei. Zur Bildungspolitik wurde ein umfangreicher Beschluss zur Bildungspolitik gefasst. Darin heißt es unter anderem: „Wir wollen ein Bildungssystem, das im gemeinsamen Lernen jede und jeden individuell fördert.“ Wollen Sie die Strukturdebatte wieder aufnehmen?

Ott: Also, die schulpolitische Lage in ganz Deutschland ist zunächst einmal sehr unterschiedlich, weshalb ein Antrag auf Bundesebene immer programmatisch ist. Jedes Bundesland hat seine eigenen Bedingungen. In Nordrhein-Westfalen ist die Situation jedoch besonders komplex – wir haben hier praktisch kein klares Schulsystem mehr. Ein Schulsystem sollte eigentlich etwas Nachvollziehbares und Klares sein, das jeder verstehen kann. Doch in Nordrhein-Westfalen können die meisten Menschen nicht einmal alle existierenden Schulformen aufzählen, einschließlich der Schulministerin. Untersuchungen zeigen, dass es 39 verschiedene Kombinationen von Schulformen in NRW gibt. Das bedeutet, dass, wenn Sie innerhalb des Bundeslandes umziehen möchten, es sein kann, dass die gewünschte Schulform an Ihrem neuen Wohnort gar nicht existiert. Dies erschwert nicht nur Umzüge innerhalb von NRW, sondern auch deutschlandweit. Im Gegensatz dazu haben Länder wie Hamburg eine klare Struktur mit einem Zweisäulenmodell.

Die zentrale Frage, um die es am Ende geht, ist, ob wir auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse einen Weg finden können, um Schulstreits zu überwinden und das Bildungssystem vernünftig weiterzuentwickeln. Daher hat die SPD-Landtagsfraktion eine Enquetekommission beantragt, die im September begonnen hat. Ihre Aufgabe ist es, die Schnittstelle zwischen Kita, Grundschule, weiterführender Schule und beruflicher/akademischer Bildung zu beleuchten. Diese Kommission wird sich etwa zwei Jahre lang mit vielen relevanten Themen befassen, wobei das erste Jahr sicherlich der Wissensaufnahme gewidmet ist und im zweiten Jahr Vorschläge erarbeitet werden. Die SPD hat Professorin Bellenberg als Sachverständige benannt, die Grünen Professor El-Mafaalani. CDU und FDP müssen ihre Vertreter noch bestimmen.

Enquetekommissionen sind immer darauf ausgerichtet, Einvernehmen zu erzielen und gemeinsam an der Entwicklung der Zukunft zu arbeiten. Dieser Weg ist aus unserer Sicht daher der richtige. Für die Eltern spielt die konkrete Schulform heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Frage nach dem sozialen Umfeld der Schule, den Kontakten der Kinder und den Chancen, die das jeweilige Umfeld für die Zukunft ihres Kindes bietet. In einigen Teilen des Landes bevorzugen Eltern Gesamtschulen, während in anderen Teilen Gymnasien oder Sekundarschulen gewählt werden. Die Vorstellung von einem Schulformkampf ist längst überholt. Eltern berücksichtigen auch die unterschiedlichen Qualitäten in den Kollegien, wenn sie ihre Kinder anmelden. Angesichts der Ernsthaftigkeit der Lage sollten wir keine Gräben mehr aufreißen.

News4teachers: Bedeutet das, dass Sie den bisherigen Schulkonsens, der ja in Nordrhein-Westfalen zwischen allen staatstragenden Parteien geschlossen wurde und der den alten Streit um die Schulstruktur beendet hat, aufkündigen wollen?

Ott: Aufgekündigt haben ihn die CDU und Grüne. Der Schulkonsens gilt bis 2023, also bis Ende dieses Jahres. Aktuell läuft er quasi aus. Ich habe im Januar, im März, nach der Sommerpause und zuletzt gestern mehrmals angeboten, einen Schulkonsens 2.0 weiterzuverhandeln. Aus meiner Sicht sollte dieser vor allem die Schulfinanzierung betreffen. Hier haben wir einen New Deal vorgeschlagen, um zu klären, wer in den kommenden Jahren welche Kosten übernimmt, insbesondere in Bezug auf Ganztagsbetreuung.

Meiner Meinung nach sollte ein neuer Schulkonsens auch festlegen, dass alle Kinder mit viereinhalb Jahren im Rahmen eines Screenings getestet werden, wie es in Hamburg gemacht wird. Danach sollten sie bedarfsgerecht gefördert werden, damit sie überhaupt schulfähig werden können. Grundschullehrer*innen können nicht weiterhin damit belastet werden, Kinder in den Schulen zu haben, denen die Grundlagen für die Schulen fehlen.

News4teachers: Wer soll denn die Förderung übernehmen? Die Kitas leiden ebenfalls unter Fachkräftemangel.

Ott: In Hamburg hat man sich diese Frage auch gestellt und Bildungssenator Ties Rabe rät, dabei nicht ideologisch vorzugehen. Es geht darum zu prüfen, an welchem Ort, also in welcher Kommune, die Kita oder die Schule besser geeignet sind. Manchmal geht es einfach nur um den verfügbaren Platz. Die Hamburger haben geraten: „Legt es nicht ideologisch fest. Die Vorschule muss nicht immer an der Schule oder immer in der Kita sein.“ Stattdessen sollte eine Qualitätsnorm formuliert werden. Wir wissen jetzt, dass es wichtig ist, förderbedürftigen Kindern im Jahr vor der Einschulung – wir möchten von einem Chancenjahr sprechen –, motorische Fähigkeiten und Sprachkompetenz zu vermitteln, damit sie mit sechs Jahren am Unterricht teilnehmen können.

Das sind meiner Meinung nach Dinge, die in einen neuen Schulkonsens einfließen sollten. Die Frage der Schulstruktur, die im ersten Schulkonsens maßgeblich war, sehen wir nun in der Enquete gut aufgehoben. Die Enquete bietet Politikerinnen und Politikern die Möglichkeit, hinter verschlossenen Türen über Fakten zu diskutieren, und nicht nur Schlagworte auszutauschen, die sie schon seit 50 Jahren immer wieder gehört haben. Daher schlagen wir vor, dass die Enquete die nächsten zwei Jahre in Ruhe arbeitet, und dann schauen wir, was dabei herauskommt. Mit Blick auf die Ressourcen könnten Systeme, die unser im Grunde systemloses System ersetzen, möglicherweise kostengünstiger sein und dennoch bessere Ergebnisse erzielen.

News4teachers: Anfang Dezember ist die PISA-Studie erschienen. Waren für Sie überraschende Erkenntnisse dabei?

Ott: Nein. Ich wurde im letzten Sommer oft beschimpft, weil ich die Bildungskatastrophe offen angesprochen habe. Es hieß, es gebe keine Katastrophe, wir würden schwarzmalen. Wenn jedoch 20 Prozent eines Jahrgangs mit 15, 16 Jahren nicht ausbildungsreif sind, also ein Fünftel, und diese Zahl laut PISA in manchen Milieus auf 40 Prozent ansteigt, im Schnitt auf 25 Prozent, dann kann das schon aufgrund des Fachkräftemangels nicht akzeptiert werden. Das muss ein Alarmsignal sein. Wie sollen wir die Transformation der Gesellschaft und den klimaneutralen Umbau bewältigen, wenn wir keine intellektuell und handwerklich qualifizierten Frauen und Männer haben? Wenn 30 Prozent eines Jahrgangs nicht lesen, rechnen und schreiben können, wo führt das hin? Die Ministerin (NRW-Schulministerin Dorothee Feller, CDU, die Red.) sagte beim Städtetag: Die Studien werden nächstes Jahr noch schlechter ausfallen und wahrscheinlich auch in zwei Jahren nicht besser werden – weil wir noch eine Strecke gehen müssen, es dauere eben. Ich sage: Wenn das Haus brennt, musst du es löschen. Du kannst nicht sagen, dass vielleicht morgen auch noch der Giebel abbrennt und dann schauen wir weiter. Wir müssen jetzt handeln.

Die einzige kurzfristig realistische Chance besteht meiner Meinung nach darin, bestehende Angebote in den Kommunen stärker zu bündeln. Kommunen könnten beauftragt werden, sich in Absprache um alles zu kümmern, was mit Gesundheit, Sozialem, Kinder- und Jugendhilfe zu tun hat. So könnten Lehrer entlastet werden, um sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Ein Beispiel dafür ist das Familiengrundschulzentrum in Köln-Ostheim, das seit letztem Schuljahr eine Krankenschwester als Gesundheitshelferin hat. Die Schulleiterin sagte, dies sei die größte Entlastung für das Kollegium seit 20 Jahren, obwohl die Krankenschwester nur eine halbe Stelle hat. Ihre Aufgabe besteht darin, bei Problemen im Umgang mit Kindern und Eltern, insbesondere in psychologischen und gesundheitlichen Situationen, die Vernetzung mit der kommunalen Verwaltung sicherzustellen. Diese Arbeit nimmt den Lehrkräften so viel Druck ab, dass sie sich entlastet fühlen. Mit wenig Aufwand könnte man also viel erreichen. In einem neuen Bündnis mit den Kommunen könnte man sagen: „Ihr kümmert euch darum, wir kümmern uns um das, und das vereinbaren wir in einem Staatsvertrag.“ Das könnte uns einen Schritt weiterbringen.

News4teachers: Also die multiprofessionelle Schule als Antwort auf die PISA-Herausforderung?

Hier geht es zu Teil zwei des Interviews.

Vorbild Hamburg: Wie haben Sie es geschafft, die Schulen der Hansestadt nach oben zu bringen, Herr Rabe?

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Unfassbar
3 Monate zuvor

Mit Bildungspolitik kann man keine Wahl gewinnen, aber jede Wahl verlieren. Daher sollte er das Thema nicht zu prominent machen.

Unfassbar
3 Monate zuvor

Seit 2010 ist er aus der Schule raus. Mit der wirklichen Verschärfung der Probleme hat er also nur als Politiker zu tun gehabt, also auf der Verursacher- oder nicht-Verhindererseite. Mit dem gemeinsamen Lernen hatte er in seiner Lehrerzeit kaum etwas zu tun, er hat also keine Ahnung davon, wie „gut“ das funktioniert. Auch unter ihn als Ministerpräsidenen wird Schule nicht teurer werden dürfen.

Genderfan
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wieso, auch Herr Kretschmann bläst täglich seine im Lehrberuf vor Jahrzehnten gewonnene Expertise in die Welt. Ebenso die Herren (Ex-)Vorsitzenden des Dt. Lehrerverbandes.

Alex
3 Monate zuvor

Wenn ich mich richtig erinnere, waren es SPD und Grüne, die vor knapp 10 Jahren die Schulkindergärten abgeschafft und auf diese fürchterliche „flexible Eingangsphase“ gesetzt haben, bei der sich mangels Alternative auch die nicht schulreifen Kinder erstmal mindestens 1 Jahr durchs System quälen müssen (früher mussten sie sogar noch ein halbes Jahr in Klasse 2 bleiben, bevor sie zurück in die 1 wechseln durften). Aber es ist ja in dieser Partei nichts Neues, dass man sich an unliebsame Dinge nicht mehr erinnert.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Das war 2005……also schon fast 20 Jahre her…..in allem anderen gebe ich Ihnen Recht….es ist die fatalste Reform gewesen, die man nicht schulreifen Kindern angetan hat….

Alex
3 Monate zuvor

Stimmt, da hat wohl die Feriendemenz zugeschlagen 🙂

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

In Berlin müssen sie sich bis Ende 2. Klasse quälen und „dürfen“ dann die 2. Klasse wiederholen, selbst traumatisierte Flüchtlingskinder, erst 8 Wochen vor Schuleintritt in DE ohne jegliche D-Kenntnisse! Selbst erlebt! Mein Antrag beim Schulrat auf Wiederholung des 1. Schuljahres wurde mit Hinweis auf das Berliner Schulgesetz abgelehnt, ein Antrag an den Senat auf Einzelfallprüfung blieb auf dem „Dienstweg“ hängen und es wurden vollendete Tatsachen durch zeitliche Verschleppung geschaffen!

Bücherleser
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Noch eine Ergänzung, das Kind war erst im Juni 6 Jahre alt geworden, hätte also evtl. ein Jahr die Kita besuchen können, ging nicht wegen Mangel an Kita-Plätzen, Während des 1. Schuljahres kam noch die teilweise Schließung der Schulen wegen Corona dazu und im Flüchtlingsheim fanden fast 2 jahre lang wegen Corona keine D-Kurse für die Eltern statt. Aber Schulgesetz ist Schulgesetz, da gibt es keine Ausnahmen (es sei denn die Eltern haben Geld für einen guten Anwalt oder eine mutige SL, die im Interesse des Kindes einfach pädagogisch entscheidet.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

In NRW wird weiterhin die flexible Eingangsphase in den ersten beiden Schuljahren praktiziert. Am Ende der 2.Klasse wiederholen Kinder gegebenenfalls die 2. Klasse.
Und natürlich wird weiterhin in der ersten Klasse die Methode „Schreiben wie man hört“ mit Hilfe von bebilderten Anlauttabellen im eigen initiativen Lernkonzept praktiziert.
Bilder können das Erlernen des Lesens verlangsamen, siehe Samuels 1967, Singer, Samuels und Spiroff 1973/74.Die Methode des Schreiben mit Anlauttabellen verstößt auch gegen die Bedingung 2 der Schreibautomatisierung nach Schneider/ Shiffrin, da verschiedene Schreibweisen lautgetreu möglich sind.

Ab der dritten Klasse wird dann nach Regeln gelernt, die auch nicht immer regelhaft sind, wie etwa die Regel, dass nach einem Kurzvokal ein Doppelkonsonant folgt, wie in rollen, kennen, Hammer etc, weil ck, tz wie in Katze oder backen abweichend verwendet werden, sowie noch Ausnahmen wie Pizza existieren, sowie Wörter wie hat, man, Himbeere, mit oder Bus von dieser „Regel“ abweichen.
Fehler behindern die Schreibautomatisierung, und noch schlimmer sind Automatisierungen, die nicht dem orthographischen Regelwerk entsprechen.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Das stimmt so nicht. „
An Schulen, an denen die Schuleingangsphase nicht jahrgangsübergreifend geführt wird, kann die Klassenkonferenz bereits am Ende des ersten Schulbesuchsjahres auf Wunsch der Eltern in begründeten Einzelfällen entscheiden, dass ein Kind ein weiteres Jahr in Klasse 1 der Schuleingangsphase verbleibt. Ein begründeter Einzelfall ist insbesondere gegeben, wenn die Leistungen und Lernstrategien der Schülerin oder des Schülers erkennen lassen, dass die prozessbezogenen und inhaltsbezogenen Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 2 der Schuleingangsphase erst nach einer grundlegenden Vertiefung der Basiskompetenzen erreicht werden können. 
Eine Schülerin oder ein Schüler kann auf Antrag der Eltern in der Klasse 2 der Schuleingangsphase verbleiben, wenn die Höchstverweildauer in der Schuleingangsphase noch nicht erreicht worden ist.“
https://bass.schul-welt.de/6181.htm, zu finden unter VV zu §2

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

In Berlin nicht! In meinem genannten Fall wollten auch die Eltern diese Wiederholung des 1. Schuljahres und es ging trotzdem nicht.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

AVL schrieb von NRW….

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich bezog mich auf AvL, der behauptete, die Kinder in NRW könnten erst am Ende des 2. Schuljahres wiederholen. Dem ist definitiv nicht so.
Flüchtlingskinder sind in NRW per se erst mal 2 Jahre vom Rücktritt / der Nichtversetzung ausgeschlossen. Die Kinder werden nach Alter zugeordnet, sollen 2 Jahre „sprachbaden“, danach werden sie benotet wie alle anderen auch. Manche Schulen haben Willkommensklassen für intensiven Deutschunterricht. In meiner Schule gibt es das nicht, da gibt es laut Plan täglich 1 Stunde in der Kleingruppe. Leider ist der Plan seit Monaten hinfällig, da die Sprachlehrerinnen immer für die Vertretung eingesetzt werden. Ich habe also neben all meinen anderen „Sorgenkindern“ noch 2 Nichtsprachler da sitzen, denen ich mal eben Deutsch beibringen soll. Super Idee!

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Danke für ihren ergänzenden Beitrag.
Und schließlich befinde ich mich nicht im Widerspruch zu ihnen in Bezug auf die Wiederholung des Schuljahres bereits nach der ersten Klasse.
Aber dennoch befinden sich die hier angewendeten Methoden im Grundschulunterricht im Widerspruch zu den nachgewiesenen Bedingungen einer Schreib-und Leseautomatisierung mittels Abspeicherung im Langzeitspeicher nach Schneider/ Shiffrin .

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Aber das Sitzenbleiben musste abgeschafft werden, schon weil es ja VIEL ZU TEUER ist und angeblich auch überhaupt nichts bringt. Aber in einer Klasse zu „verbleiben“ oder zu „verweilen“, das ist gut und richtig. 🙂

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

Die „Verweiler“ sind halt die, die früher in den Schulkindergarten / das Lernstudio gegangen wären, um dort die Schulreife zu erlangen. Die da tätigen Sonderpädagogen (?) hat man durch Abschaffung desselben eingespart.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

Tja, was ist teurer, sitzenbleiben oder ein Kind, das nach 2 Jahren total von Schule frustriert ist und die Lücken nicht meht schließen kann?
Das Kind aus meinem Beispiel hatte am Ende des 1. Schuljahres die Schulreife erreicht und auch so weit D gelernt, dass es, bei Wiederholung des 1. Schuljahres wahrscheinlich gut klargekommen wäre und m.M.n. einen guten Schulstart gehabt hätte, ohne Frust, mit ersten Erfolgserlebnissen, die den Lernwillen sicher beflügelt hätten. So aber nahm der Lernwille immer mehr ab und die Verhaltensprobleme zu. Wie von mir vorhergesagt! Mitten im Schuljahr zogen die Eltern in einen anderen Stadtteil und ich weiß leider nicht, wie sich das Kind danach weiter entwickelt hat.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ich habe auch noch ein schönes Beispiel, das gegen alle Regeln der Lernpsychologie der von ihnen genannten Autoren verstößt: „Suche den Fehler bzw. suche das richtige Wort!“ den Schülern werden auf sehr vielen derzeitigen Arbeitsblättern und sogar in Büchern diese Aufgaben vorgelegt. Dort sehen sie dann sehr viele falsch geschriebene Wörter. Wie soll sich da ein Lernanfänger die richtige Schreibweise einprägen?
Anderes Beispiel, wie Bilder das Lesenlernen behindern: Im Selbstlernheft sieht man das Bild eines Löwen, daneben die Wörter Zebra, Löwe, Affe, Hund. Die meisten meiner leseschwachen Schüler kreuzten sehr schnell das richtige Wort an, aber nur, wenn ich das Bild nicht verdeckte. Sollten sie alle vier Wörter lesen, wurde sehr schnell klar, dass sie nur den 1. Buchstaben (Anlauttabelle?) erkannten, aber die Wörter nicht lesen konnten. Das merkt man als Lehrer aber nur im Kleingruppenunterricht. In einer vollen Klasse freut man sich, das fast alle „richtig gelesen“ haben.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die von Ihnen genannten Lernmaterialien kamen allesamt bei meinen vier Kinder im Anfangsunterricht der ersten Klasse ebenfalls zur Anwendung. Automatisiert Lesen gelernt mit der korrekten Phonation der Vokale haben meine Kinder alleine ohne diese Anlauttabellen im heimischen Unterricht.
Wir haben die Lautbeziehung der Grapheme vollkommen ohne den Lesefluss behindernde Bildhilfen zu den Phonemen direkt hergestellt.
Alle, auch die Tochter mit der auditiven Wahrnehmungsstörung, erlernten auf diese Weise sehr gut automatisiert zu lesen, und so können alle die Inhalte von Texten ohne Probleme wiederzugeben.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das weiß man als Lehrkraft und sucht Übungen, in denen alle Wörter den gleichen Anlaut oder gar die gleiche Anfangssilbe haben.
Wenn man im Klassenverband das gleiche AB verteilt, können die SuS auch einfach beim Nachbarn abgucken. Dann sind auch alle schnell fertig, ob sie es lesen können oder vom Nachbarn übernehmen, ist in einer großen Klasse dann kaum zu beobachten.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Sie winden sich in der Verteidigung ihrer so geliebten Methodenvielfalt des „selbst erforschenden Lernen“ wie ein Aal.
Sie akzeptieren noch nicht einmal die evidenten Ergebnisse der Grundlagenforschung der Psychologie der vergangen 50 Jahre.

Kinder die bis zum Ende der dritten Klasse nicht automatisiert lesen können, werden diese Leistung auch nicht mehr bis zur 9.Klasse erbringen.
Und wenn sich die Schüler dann in den nachfolgenden Schuljahren eigenständig Wissen durch Lesen aneignen müssen, so sind diese Kinder, die sich Inhalte mit dem sehr viel langsamer und sequentiell arbeitenden Arbeitsspeicher des Gehirn aneignen, deutlich im Nachteil gegenüber Kindern , die mit dem Langzeitspeicher sehr viel schneller parallel Wörter erfassen und im Zusammenspiel zwischen diesen beiden Hirnarealen Inhalte von längeren Texten mit sehr viel weniger Anstrengung aneignen.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ich verwehre mich gegen Ihre Forderung eines Unterrichts, der allein auf Drill setzt und vorgibt, alles einschleifen zu müssen,
der sämtliche Ansätze der Deutschdidaktik negiert,
der darauf setzt, dass jedes Kind täglich unentwegt eine 1:1-Betreuung erhält, wie Sie es mit Ihren Kindern am Nachtmittag vornehmen um Ihren Kindern Nachhilfe zu erteilen und Materialien einzusetzen, die Ihnen gefallen – zusätzlich zu den in der Schule bereits genutzten Materialien, die durchaus Übungen vorsehen und wichtige Fähigkeiten vermitteln.

Mir gefällt nicht, dass Sie Ihre häusliche Nachhilfe allen überhelfen wollen, ich verstehe nicht, warum Sie den Unterschied zwischen 1:1-Situtation und Unterricht in einer Gruppe nicht unterscheiden können, und ich finde hinderlich, dass Sie denken, Lernen geschehe nur, wenn man jedes Kind einzeln fortwährend anleitet und kontrolliert.

Sie setzen auf das Durchführen von Methoden, die für Kinder mit Geistiger Entwicklung genug Wiederholungen bietet, damit diese das Lesen erlernen, trotz ihrer Beeinträchtigungen.
Dies übertragen Sie auf alle anderen Kinder.
Gleichzeitig erwarten Sie Differenzierung für Ihr beeinträchtigtes Kind, obwohl Sie immer wieder davon ausgehen, dass alle Kinder gleich sind und zur gleichen Zeit mit gleichen Materialien das Gleiche lernen. Eine Uniformität, die zu Ihren sonstigen Äußerungen gar nicht passt – zum Glück.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ich verwehre mich gegen ihre Unterstellung eines Drill bei der Aneignung einer weitgehend automatisierten Leselernvermittlung, wenn das IntraAktKonzept und andere Leselernmaterialien zur Anwendung kommen.
Alle Logopäden arbeiten mit derartigen Materialien !
Ich empfehle ihnen dringend sich in Bezug auf eine Leselernvermittlung weiterzubilden.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Das meiste, was Sie hier schreiben, stimmt einfach nicht.

„In NRW wird weiterhin die flexible Eingangsphase in den ersten beiden Schuljahren praktiziert. Am Ende der 2.Klasse wiederholen Kinder gegebenenfalls die 2. Klasse.“

Richtig ist, dass die flexible Schuleingangsphase in bis zu drei Schuljahren absolviert werden kann. Es ist seit einiger Zeit möglich auch das erste Schuljahr zu wiederholen.
Darüber hinaus ist es möglich neu zugewanderte Kinder nicht in den Bildungsgang Grundschule zuzuordnen, so dass diese dann noch länger in der Schuleingangsphase verweilen dürfen…

„Und natürlich wird weiterhin in der ersten Klasse die Methode „Schreiben wie man hört“ mit Hilfe von bebilderten Anlauttabellen im eigen initiativen Lernkonzept praktiziert.“

Auch das ist so nicht richtig. Neben dem Lese-Schreib-Lehrwerk wird sicherlich noch eine anlauttabelle angeboten und lautgetreue Wörter können danit auch erarbeitet werden. Aber Rechtschreibregeln werden ab Klasse 1 eingeführt…..

„Ab der dritten Klasse wird dann nach Regeln gelernt, die auch nicht immer regelhaft sind, wie etwa die Regel, dass nach einem Kurzvokal ein Doppelkonsonant folgt, wie in rollen, kennen, Hammer etc, weil ck, tz wie in Katze oder backen abweichend verwendet werden, sowie noch Ausnahmen wie Pizza existieren, sowie Wörter wie hat, man, Himbeere, mit oder Bus von dieser „Regel“ abweichen.“

Auch wieder falsch! Regeln werden begleitend ab Klasse 1 eingeführt. Meist mit Regeln wie Verlängern, Schwingen, Ableiten. Das unsere deutsche Rechtschreibung viele Ausnahmen bereithält, müssen diese auch gelernt werden.
Wir arbeiten übrigens schon lange nicht mehr nach Sommer-Stumpenhorst….

Sollten Sie Lehrkraft sein, dann sollten Sie ganz dringend Fortbildungen besuchen…..das was Sie verbreiten ist Asbach….

AvL
3 Monate zuvor

Das haben wir speziell bei dieser Lehrerin ganz anders erfahren müssen.
Die Fortbildungen werde ich in Ihrem Namen dieser Lehrperson nahelegen. Aber im Moment ist diese Person schon erheblichen Druck ausgesetzt.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

„Aber im Moment ist diese Person schon erheblichen Druck ausgesetzt.“

Dann schreiben Sie ihr einen freundlichen Brief und entschuldigen sich dafür, statt die Elternschaft aufzuhetzen.

Klara
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Herrliche Antwort! Bin ganz Ihrer Meinung.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Klara

Der Druck kam aber nicht von mir, und ich setze auf die rationale Vernunft der Lehrenden.
Deshalb brauche ich mich auch nicht entschuldigen, und erst recht nicht, wenn Kritik an gewissen Methoden geübt wird, die im deutlichen Widerspruch zur den wissenschaftlichen Ergebnissen der Psychologie stehen.

AvL
3 Monate zuvor

Hier vor Ort, wurde im vorbereitenden Unterricht der Kita aller meiner Kinder, das Anlauttabellen-Lied der Rechtschreibwerkstatt singend eingeübt und erlernt.
Bilder können das Lernverhalten beim Lesenlernen verlangsamen, siehe Psychlogische Grundkenntnisse zum Lernverhalten des Menschen, was als valides Wissen nach Singer, Samuels und Spiroff nachgewiesen ist.

Kinder erlernen inhaltliche Verknüpfungen , z.B „B“ wie Baum, „F“ wie Feder. Beim Lesen selbst behindern diese Bilder den Lesablauf.
Dieser Lernweg trifft gerade diejenigen Kinder, die die Anlauttabellen ernsthaft erlernen, da sie beim Lesen der Wörter, z.B. Bank die zu den Buchstaben zugeordnten Bilder, hier das B wie Baum, A wie Apfel, U wie Uhr, N wie Nase und K wie Kerze unterdrücken müssen.
Sie verlangsamen die Leseautomatisierung.

Klara
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ad 1:
Die Methode heißt „Lesen durch Schreiben“.
Ad 2:
Die Anlauttabellen dienen der Unterscheidung und des Heraushörens der Laute – am Anfang, in der Mitte und/oder am Ende.
Ad 3:
Die Bilder dienen auch der Differenzierung. Die Kinder werden befähigt, entsprechend ihres Lerntempos, sich anhand der Bilder den entsprechenden Laut selbst zu erarbeiten. Schnelle Kinder erarbeiten sich mehrere Buchstaben pro Woche, langsamere lernen pro Woche den einen „Buchstaben der Woche“, der natürlich nicht nur mit dem Bild aus der Anlauttabelle verknüpft ist eine Woche hoch- unter runter geübt wird und sich bei mir i. d. R. nach einem Ereignis in der Woche richtete. Z. B. Gemeinsamer Zahnarztbesuch = Einführung Z, Weihnachten = W usw.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht. Nichtleserinnen konnten dadurch nach nur 8 Wochen lesen. Tatsächlich lesen und nicht auswendig Lernen mit der Fibel.
• Klassenstärke: 29
• erstmalig und unvorbereitet Einschulung mit 5 1/2 Jahren
• Berliner Brennpunktschule
• Schreib- und Leselehrgang „Konfetti“ (Diesterweg?) ergänzt durch selbsterdachte /-gestaltete, montessoriorientierte Zusatzmaterialien
Selbstverständlich Vermittlung von Rechtschreibregeln ab Klasse 1. Für Nicht-Lehrerinnen: Natürlich anschaulich und altersgerecht.

AvL
3 Monate zuvor

Das meiste was ich hier beschreibe stammt leider aus der hier erlebten Realität. Und natürlich gilt die flexible Eingangsstufe für die ersten beiden Schuljahre mit der Möglichkeit des Wiederholens in den ersten beiden Klassen.
Wenn bei ihnen andere Prioritäten des regelhaften Einübens mit sofortiger Rückmeldung von regelhaft geschriebenen Wörtern praktiziert werden, dann ist das gut.
Es ist aber entsprechend dem validen Wissen aus der Psychologie der vergangenen 50 Jahre falsch, Kinder selbst das Herausfinden der Regelhaftigkeiten zu überlassen.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

„Wenn bei ihnen andere Prioritäten des regelhaften Einübens mit sofortiger Rückmeldung von regelhaft geschriebenen Wörtern praktiziert werden, dann ist das gut.“

Hoffen wir, dass dem nicht so ist und die Erstklässler die notwendige Zeit bekommen, sich mit der Laut-Buchstaben-Zuordnung und ihren Tücken auseinanderzusetzen.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Automatisieren bedeutet, dass auf einen spezifischen Reiz immer die selbe Antwort folgt.
Im praktischen Leben bedeutet dies, dass das Kind nicht abwechselnd bei rot oder bei grün über die Ampel geht, dass es den Stift nicht einmal wie einen Faustkeil hält und das nächste mal eben richtig,
dass man sich den Schnürsenkel immer auf die gleiche weise bindet, beim Schnitzen mit dem Messer das Messer immer vom Körper weg bewegt wird und nicht ein anderes mal zu Körper geführt wird.

Automatisiertes Lesen erfolgt sehr viel schneller, und zwar erfolgt die Erfassung mit dem Lagzeitspeicher mit einer akustischen Graphem-Phonem-Zuordnung von beständig 700 ms, und dies erfolgt beständig, wenn mehrere Phoneme nacheinander zugeordnet werden, während schlechte Leser mit dem Arbeitsspeicher nach den Ergebnissen von Rott und Zielinski 1000 ms und mit jedem weiteren Graphem exponentiell in der Reaktionszeit über 1900 ms benötigen, um die Phonem-Beziehung akustisch zum Ausdruck zu bringen.

Klara
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Tonnen von Ratgebern zu lesen ersetzt aber kein Lehramtsstudium.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Klara

Die signifikanten und validen Ergebnisse der Grundlagenforschung der Psychologie der vergangenen 50 Jahre sowie die mit jedem Jahr sich verschlechternden Lernstandserhebungen sprechen gegen den von ihnen praktizierten Methodenmix im Sinne des Spracherfahrungsansatz im selbst erforschenden Lernen der Kinder.
30 % Leseversager nach dem 9. Schuljahr in Berlin sind die Spitze des Eisberg in Deutschland.
Ein zunehmender Anteil der eingeschulten Kinder ist mit ihrem favorisierten Methodenmix ganz einfach überfordert.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Klara

Aber etwas mehr (Lern)psychologie im Lehramtsstudium wäre auch nicht von Nachteil.

Alex
3 Monate zuvor

@ Fräulein Rottenmeier: Sie schreiben: „Darüber hinaus ist es möglich neu zugewanderte Kinder nicht in den Bildungsgang Grundschule zuzuordnen, so dass diese dann noch länger in der Schuleingangsphase verweilen dürfen…“. Wo genau finde ich diese Regelung? Das würde wirklich helfen, denn unsere SL besteht darauf, dass diese Kinder 2 Jahre „mitlaufen“. Die Nicht-Zuordnung findet also statt, aber eine längere Verweildauer wird bei uns konsequent abgelehnt. So gehen die Kinder dann alle automatisch mit in Klasse 3 – wo sie dann auf einmal benotet werden und (fast) alle sitzenbleiben.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Das findet man in irgendeinem Erlass zu neuzugewanderten Kindern und auch bei SchiLd, wo der Bildungsgang des Kindes eingetragen werden muss….dort gibt es den Bildungsgang AOGS und wenn ich das für das Kind anklickt, ist es dem Bildungsgang zugeordnet, andernfalls nicht.
Außerdem müssen mindestens zweimal im Jahr alle Kinder gemeldet werden, die in der Erstförderung sind, also nicht dem Bildungsgang zugeordnet sind. Diese Kinder bekommen auch ein anderes Zeugnis, manchmal nur eine Schulbescheinigung, wenn Leistungen gar nicht bewertet werden können.

Ich weiß, dass viele SL davon keinen Gebrauch machen, weil das dann bei ASDPC Probleme bereitet, aber es ist definitiv erlaubt. Da muss man als SL dann ein bisschen äh flexibel sein…

Alex
3 Monate zuvor

Die Meldung mit der Erstförderung kenne ich auch. Allerdings ist es dann bei uns wie gesagt so, dass die Kinder, so lange sie in der Erstförderung laufen, altersgemäß mit der Klasse mitgehen müssen statt sinnvoller Weise nochmal in 1/2 vielleicht guten Lernzuwachs zu erreichen. Offizielle Begründung: wenn das Kind später noch mal sitzen bleiben sollte, ist es schon 2 Jahre älter (das ist bei allen anderen, die 3 Jahre in 1/2 bleiben, auch so, aber das scheint der SL passenderweise entfallen zu sein).

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Vielleicht sollten Sie sich noch eingehender mit den Regeln beschäftigen, u.a. mit der Verdopplung der Konsonanten k und z.

Davon abgesehen finde ich es beachtlich, dass Sie Veröffentlichungen von vor 50 Jahren anführen. Machen Sie das in Ihrem Beruf auch so und verlassen sich auf das, was vor 50 Jahren geschrieben wurde?

Einmal mehr stellen Sie die Vorgehensweise mit Anlauttabellen verzerrt dar, weil Sie Ihnen persönlich nicht gefällt. Eine angemessene Auseinandersetzung mit Inhalt und Didaktik lässt sich nicht erkennen, vielmehr suchen Sie zusammen, was Ihre Meinung stützt, die Arbeit der Lehrkräfte in den Grundschulen zu diskreditieren.

Aber sicher veröffentlichen Sie irgendwann noch ihre eigene Didaktik des Deutschunterrichts.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ich finde es beachtlich, dass sie als Lehrerin die Grundlagen der Psychologie in Bezug auf automatisiertes lernen nach Schneider/Shiffrin, die Modelle von Glaser und Glaser sowie Dehaene und andere als veraltet abtun.
Anlauttabellen birgen die Gefahr, verstoßen gegen das 2 Prinzip nach Schneider/ Shiffrin, da sie immer verschiedene Antwortmöglichkeiten ohne eine instruierende Anleitung ermöglichen oder bei einer Automatisierung falscher Graphemzuordnungen zu den Phonemen nachhaltig falsches Vermitteln !
Ich emphehle ihnen und herrn Brügelmann sich diese grundlagen anzueignen.
P.S. Auch die Anatomie des Menschen hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht verändert !

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Man übersehe bitte meine Rechtschreibfehler.

Klara
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Den Grammatikfehler auch?

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Sie sollten sich einmal nachhaltig mit den wissenschaftlichen Arbeiten der Psychologie von Dehaene, Shiffrin und Schneider, Glaser und Glaser sowie Stanovic und Singer,Sauells und Spiroff beschäftigen.
Da können sie noch dazulernen.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Die Methode „Schreiben wie man hört“ darf bereits seit 2022 in NRW nicht mehr verwendet werden.

Anlauttabellen werden auch nicht nur bei dieser Methode verwendet.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Falsch, in der ersten Klasse ist diese Methode in NRW weiterhin erlaubt, und die Kinder haben dann teilweise schon falsche Phonem-Graphem-Beziehungen automatisiert.

Fräulein Rottenmeier
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich glaube auch nicht, dass es besonders viele KuK gibt oder gab, die die Reichen-Methode in Reinform praktiziert hat.

AvL
3 Monate zuvor

Die Methode, mit Hilfe von bebilderten Anlauttabellen die Kinder Wörter Buchstabe für Buchstabe zu abgebildeten Gegenständen zu schreiben, entspricht genau der Methode Reichen.
Dabei sollen die Kinder sich eigenständig die Phonem-Graphem-Beziehung erarbeiten, wobei zwangsläufig bei nicht lautgetreuen Wörtern wie Eichhörnchen, Vogel, Hamster falsche Schreibweisen zustande kommen, siehe das Beispiel Delfin-Buch aus dem Jahndorfverlag.
Auf diese Weise erfolgt keine Vermittlung einer automatisierten Schreibvermittlung.

Marie
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Die Reichen-Methode ist eine Leselernmethode, deshalb heißt sie auch „Lesen durch Schreiben“.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ach was……
Die Ergebnisse sind bescheiden.

Gudrun
3 Monate zuvor

Jochen Ott hat sicher Recht, wenn er von einer Bildungskatastrophe in NRW spricht. Warum eine Enquetekommission jedoch der richtige Weg sein soll, erschließt sich mir nicht.

Jochen Ott sagt sehr richtig „Wenn das Haus brennt, musst du es löschen. Du kannst nicht sagen, dass vielleicht morgen auch noch der Giebel abbrennt und dann schauen wir weiter. Wir müssen jetzt handeln.“

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Gudrun

Warum steht denn NRW im Ländervergleich an drittletzter Stelle, und warum hängt der schulische Erfolg weiterhin vom Bildungsstatus der Eltern ab, ob die Kinder erfolgreich und nachhaltig lernen ?
Die zur Zeit angewendeten Methoden im schülergesteuerten und eigen initiativen Lernen sind bezogen auf die Forschungsergebnisse der Psychologie wissenschaftsfern und wenig erfolgreich in der Vermittlung des automatisierten Lesen und Schreiben.
Da gibt es für den Bildungsexperten eigentlich sehr viel zu tun.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Weil die Eltern die Segregation fördern, haben Sie nicht auch länger gesucht, bis Sie die „geeignete“ Schule für Ihr Kind gefunden haben?

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Nein

Einer
3 Monate zuvor

Wenn Politik im Zusammenhang mit Bildung von „neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse“ spricht bekomme ich immer Angst, dass wieder nur dumme Ideen rauskommen. Da sitzen dann Wissenschaftler, deren eigener gehaltener Schulunterricht im besten Fall 10 Jahre her ist, zusammen und wollen mir erzählen wie Unterricht und Schule besser geht. Wissenschaftler haben keine Ahnung von Unterricht und Schülern.. Genau wie die freie Marktwirtschaft und der vollkommen Planwirtschaft auch nur Modelle sind, die niemals vollständig umgesetzt werden können, haben diese Wissenschaftler Modelle wie Schule und Unterricht vielleicht besser sein könnte, die völlig an den Schülern, Eltern, Lehrern und tatsächlichen Gegebenheiten (Räume, Ausstattung und Geld) vorbeigehen.
Ich weiß nicht, wie Bildung wieder besser wird, aber aus den Unis kam dabei doch noch nie etwas wirklich gutes.

Ich befürworte das dreigliedrige Schulsysten plus Förderschulen. Der Grund dafür ist ganz einfach. Wenn ich mit dem FC Bayern trainiere, können die mich fördern ohne Ende – die Entwicklung der Mannschaft wird schwieriger. Wenn dann noch mehr Spieler meines Könnens dazukommen, sinkt die Mannschaftsleistung. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht für eine tolle Stimmung sorge und die anderen Spieler durch mich viele positive Erfahrungen machen würden.
Im Augenblick spielt Leistung in der Gesamtschule gar keine Rolle mehr. Und das ist ein falsches Konzept. In Schule muss es wieder um erbrachte Leistung gehen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Dabei ist interessant, dass der FC Bayern München viele Mannschaften auf unterschiedlichen Niveaus hat.
Analog kann man ein Schulsystem aufbauen. Nannte sich früher Kooperative Gesamtschule.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Oder gegliedertes Schulsystem mit leistungshomogenen Gruppen, sogar getrennt nach Geschlechtern

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Super, nichts verstanden.
Oder willste einfach nichts verstehen?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wieso? Sind die Mannschaften des FC Bayern München etwa nicht leistungshomogen und nach Geschlechtern getrennt? Sie trainieren vielleicht auf demselben Gelände, aber nicht gleichzeitig, weil es so viele Plätze nicht gibt.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nutzerin DerechteNorden hat das Beispiel gebracht, nicht ich. Wir können uns aber sicherlich darauf einigen, dass der FC Bayern München leistungsorientierter arbeitet als die Institution Schule.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Parallelen zum Grundschulbereich sind bezogen auf einen möglichen Interessenkonflikt durch direkte Einflussmöglichkeiten auf die KMK und den Grundschulverband sind durch die sprudelnden Einnahmequellen aus der Veräußerung von Grundschullehrmaterialien aus eigenen Buchverlagen durchaus gegeben.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Sie unterstellen einmal mehr, dass Personen aus dem Grundschulverband aus wirtschaftlichem Interesse agieren.
Der Verband vertritt GS-Lehrkräfte.
Große Verlage haben durchaus Einfluss auf die KMK und ihre Entscheidungen.
Die Vorgehensweisen, die der Grundschulverband vorschlägt, kommen in weiten Teilen ohne gekaufte Materialien aus, es geht um selbst produzierte Texte, Eigenfibeln, von den Kindern erstellte mathematische Aufgaben und Karteien, Projekte.

Wie kann es da zu wirtschaftlichem Nutzen kommen, wenn niemand Materialien kaufen muss?

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Danke für ihre Steilvorlage, denn Herr Brügelman und Frau Brinkmann haben eigene Buchverlage (ABC-Lernlandschaft, Pusteblume etc. )an denen diese Personen mit Hilfe des Vertrieb von Lehrmaterialien im Sinne des Spracherfahrungsansatz sehr gut verdienen.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Beide Beispiele haben mit dem Training von Jugendmannschaften in einem Verein an sich nichts zu tun, es sei denn Sie zählen die Einfuhr von teuren Uhren und Steuerhinterziehung dazu.

(Persönlich halte ich die Strafe für Uli Hoeneß angesichts der Höhe der Steuerhinterziehung für viel zu gering. Eine Geldstrafe in Höhe der mindestens dreifachen hinterzogenen Steuerhöhe fände ich besser. Das tut aber nichts zu Sache.)

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Jaja, immer diese fehlende Unterscheidung von Korrelation und Kausalität…
Habt Ihr doch nicht nötig!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nein, Einer hat das Beispiel vom FCB gebracht!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Der FC Bayern soll hier stellvertretend für ein kooperatives Gesamtschulsystem stehen.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es würde für das gegliederte System mit Leistungsorientierung mindestens genauso gut passen, ich finde sogar besser.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Immer noch nichts verstanden, was?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Doch. Ich zeige nur die Schwächen Ihres Beispiels auf.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nein, denn genau darum geht es doch! Nach Leistung gegliedert, aber unter einem Dach. Letzteres ist das, was Sie nicht wollen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Haben Sie sich die Upvotes alke selbst gegeben oder können die anderen auch alle nicht lesen?
MannschaftEN auf VERSCHIEDENEN NIVEAUS.

PaPo
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nö, ein Like ist jeweils auch von mir.
Und ich glaube schon, dass Unfassbar und ich das richtig gelesen haben. 🙂

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Hat der fc Bayern mit Sicherheit, auch in derselben Altersklasse und Niveaustufe, selbst wenn es Trainingsspiele sind. Die Leistungsorientierung und Homogenität bleibt trotzdem.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Sehen Sie, Sie haben es nicht verstanden, denn genau das meine ich ja. Sie wollen aber eine komplette Trennung. Wenn man so will, sollen bei Ihnen die Guten für den FCB spielen, die Schwächeren für den RSV Dingsdorf.
Ich möchte, dass alle – nach Niveaus und Altersstufen für den FCB spielen und in den Genuss der guten Ausstattung usw. kommen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ich bin mir jetzt sicher, dass Sie sich all die Upvotes selbst geben.
Habe ich irgendwo behauptet, dass die einzelnen Teams des FCB gemeinsam trainieren und in Ligen spielen?
Es gibt mehrere Teams auf unterschiedlichen Niveaus in den verschiedenen Altersgruppen. Ja, es gibt sogar weibliche Teams.
Der FCB – oder jeder anderen große Verein – ist ein Beispiel für Kooperation, oder nicht?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nochmal: Ich habe Sie schon verstanden, Daumen verteile ich überhaupt keine.

Ihr Beispiel halte ich konstruktionsbedingt für ungeeignet, weil der FC Bayern München gerade nicht für eine integrative Gesamtschule stehen kann, weil er viel zu leistungsorientiert ist und neue Spieler erst nach Probetrainings aufnimmt sowie alters-, leistungs- und geschlechtshomogene Trainingsgruppen bildet.

Kooperation zwischen den Trainingsgruppen wird es sporadisch wohl geben, mit höherem Alter aber zunehmend weniger, weil die Leistungsunterschiede zu groß werden, es sei denn Sie zählen ein Spiel der weiblichen B- gegen die männliche D-Jugend als Kooperation, vorausgesetzt das ist noch halbwegs fair. Da aber die Frauennationalmannschaft Australiens krachend gegen eine männliche U15-Mannschaft verloren hat, bin ich mir nicht so sicher.

Inklusion kann höchstens bei Vereinbarkeit mit den Leistungsanforderungen stattfinden, ohne nennenswerte Förderung mitmachen lassen funktioniert dann nicht, ebenso wenig zieldifferentes Training nach individuellem Trainigsplan.

Eine IGS muss alle aufnehmen und in altershomogene, aber leistungs- und geschlechtsheterogene Gruppen stecken. Über die unterschiedliche intrinsische Motivation brauchen wir nicht zu diskutieren.

Bestenfalls könnte man das gesamte Trainingszentrum FC Bayern München als Modell nehmen, sobald es jedoch um die Ziele und die Gruppeneinteilung geht, hört die Analogie auf.

Dejott
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ein gutes Konzept wie ich-auch aus Erfahrung-finde.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Nachtrag: Mich stört, dass man tatsächlich eine räumliche Trennung (unterschiedliche Schulen in unterschiedlichen Gegenden) der Kids allen Ernstes als vorbildlich betrachtet.
Was spricht denn gegen das kooperative System?

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Der Personal- und Raummangel? Sowie die mangelhafte Lehrerausbildung für Inklusion!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

???
Kleinere Schulen wie in Dänemark???
Förderklassen???
Google Kooperative Gesamtschule. Danke!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich bin immer wieder überrascht, dass kaum jemand der hier Kommentierenden eine andere Organisation von Schule wünscht.
Kleine Schulen mit kleinen Klassen hat sehr viele Vorteile. Sogar pandemisch gesehen.
Und Leute wie Unfassbar kriegen viele Upvotes? Was ist eigentlich mit euch los? Ausnahmen wissen, dass ich nicht sie meine.)
Es geht immerhin um die Zukunft unseres Landes.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dann müssen sie aber die Methoden ändern und weg vom selbst erforschenden lernen bereits ab der ersten Klasse.
Die Kinder müssen erst noch lernen zu Lernen.
Außerdem muss denen noch Struktur vermittelt werden, wie man miteinander umgeht, sich konzentriert etc.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die beschränkte Größe des Schulgeländes.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

??? Genau, es gibt ja nur ein Schulgelände in ganz Deutschland.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie können nicht jede Schule in Deutschland zu einer kooperativen Gesamtschule umbauen. Die muss mindestens 4-5 zügig sein und braucht entsprechend Platz.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Doch könnte man.
WARUM muss eine Schule 4-5-zügigcsein? Warum geht das in Dänemark, in Deutschland nicht.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Natürlich ist das ein Problem, nur wer sagt denn, dass eine Klasse bzw. ein Kurs mindestens 28 SuS haben muss. Bei einer Absenkung auf 16 bis 18 SuS, hat man zwangsläufig mehr Züge.

120 durch 30 sind 4 Klassen, 120 durch 20 sind 6 Klassen und 120 durch 15 sind dann 8 Klassen. Und warum müssen alle Jahrgänge an einem Schulstandort unterrichtet werden? Warum nicht die ersten drei Jahrgänge am Standort A, die die Jahrgangsstufen 4 bis 6 am Standort B und die letzten vier Jahrgänge (7 bis 10) am Standort C. Die Oberstufenzentren kann man dann an den ehemaligen GY und BK einrichten. Letzlich ist es eine Frage der Schulorganisation.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Das ist dann keine igs mehr. Und gerade auf dem Land wird die Fahrerei für die Kinder im Zweifel noch größer.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wer redet denn von IGS? Und ein Kind vom Land, das in Ihrem Modell aufs Gymnasium soll, würde erst recht den ÖPNV nutzen müssen, oder nicht?

Bücherleser
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Allerdings hat eine kleine Schule auch gewisse Vorteile:
„Bis zu einer Größe von 150 Personen reichen enge Bekanntschaften und Gerüchte als Kitt für Gemeinschaften, Unternehmen, soziale Netzwerke und militärische Einheiten aus, und es sind keine rangabzeichen, Titel und Gesetzbücher nötig, um Ordnung zu halten.
Beim Militär kann ein Zug mit dreißig oder eine Kompanie mit hundert Soldaten auf der Grundlage von engen Beziehungen funktionieren und benötigt nur ein Minimum von Befehl und Gehorsam. … Ein kleines Familienunternehmen kann auch ohne aufsichtsrat, Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstand ein Vermögen verdienen. Aber sobald die magische Grenze von 150 überschritten ist, funktioniert dieses Prinzip nicht mehr.“
(Yuval Noah Harari in „Eine kurze geschichte der Menschheit“)
Das deckt sich übrigens mit meinen Erfahrungen als Schüler und als Lehrer: je kleiner die Schule, desto besser das menschliche Miteinander.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Bücherleser

150 Schüler sind eine 1-2 zügige Grundschule (6 Klassen). Das genehmigt kein Kämmerer.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ja, wie immer, das liebe Geld!

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Allerdings könnte man auf der anderen Seite wieder Geld und CO2 bei den Schulbussen (gerade auf dem Land) einsparen. Ganz zu schweigen von der Zeit, die manche Schüler und Lehrer auf dem Schulweg verbringen müssen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Man muss woanders einsparen, weil unser Land sonst komplett an due Wand gefahren wird.
Unfassbar denkt leider nur in Legislaturperioden, also maximal.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das wird es jetzt schon,keine Sorge.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Weil er dumm ist?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Oder zumindest nicht naiv.

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Im gelobten Finnland soll es sogar noch kleinere Schulen geben. In Deutschland dagegen strebt man Riesenschulen an mit 150 Lehrern.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

In Finnland in der Fläche bestimmt, in Helsinki oder anderen der großen Städte nicht. Aber bitte widerlegen Sie mich.

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Doch, das ist in NDS üblich.

Bücherleser
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

„Aufgabe der (Natur)wissenschaft ist es nicht, alles, was berichtet wird, einfach hinzunehmen. Sie hat vielmehr die Ursachen im (Natur)geschehen zu ergründen.“ (Albertus Magnus – die Klammern sind von mir)

Dejott
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Gerade das dreigliedrige Schulwesen mit Förderschulen ist ja kein Konzept, das auf pädagogischen Erkenntnissen beruht. Man findet es eher in Parteibüchern von CDU und AFD. Es konterkariert ohnehin das Recht auf Teilhabe.

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Pädagogische Erkenntnisse nützen Kindern in schlecht konzipierten und mangelhaft ausgestatteten Gemeinschaftsschulen mit überforderten Lehrkräften aber auch recht wenig. Für die wären praktische Erfolge vermutlich besser als theoretische Erkenntnisse :

https://www.news4teachers.de/2021/03/studie-gegliedertes-schulsystem-staerkt-die-bildungsgerechtigkeit/

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Mangelhaft ausgestattete Schulen sollte es gar nicht geben,
da ist die Schulstruktur egal.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Als ob es eindeutige, unumstrittene pädagogische Konzepte gäbe…
Empirisch betrachtet fährt BY ganz gut damit im Bundesländervergleich, auch was Bildungsgerechtigkeit angeht.

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Ich finde es auch bemerkenswert, dass Bayern bei IQB 2022 nicht nur Spitzenplätze bei den durchschnittlichen Punktzahlen erzielt, sondern dass dort auch die Disparitäten zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund besonders niedrig sind.

Marc
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Teilhabe heißt nicht dass alle die gleiche Schulform besuchen müssen……

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Heißt es eben doch – bedeutet aber nicht, dass alle auf dem gleichen Anforderungsniveau unterrichtet werden müssen.

Warum können nicht alle in einer Schulform auf 5 bis 6 unterschiedlichen Anforderungsnieveaus auf unterschiedliche Abschlüsse vorbereitet werden?
Das geht dann eben vom Förderschulniveau über den einfachen, den erweiterten Schulabschluss bis zur Fachoberschul-, Fachhochschul- und allgemeiner Hochschulreife. Bei letzterer kann man für besonders leistungsfähige SuS Oberstufenkurse anbieten, die in Kooperation mit Hochschulen laufen.

Lasst die SuS dann eben alle mindestens 12 Vollzeitschulbesuchsjahre absolvieren und entlastet dafür die Berufsausbildungen von den allgemein bildenden Fächern.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Die fünf bis sechs Niveaus gibt es schon.

Nennt sich „Noten“. 🙂

SCNR 🙂

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

„5-6 unterschiedliche Anforderungsniveaus mit unterschiedlichen Abschlüssen“
Und das soll international üblich sein, z.B. in Finnland, Südkorea…? Deutschland hat doch ohnehin schon eine übertrieben hohe Zahl von Abschlüssen: BBR, EBBR, MSA, MSA+, FOR, FHR, AHR, … Und dann wird beklagt, dass Zuwanderer beim deutschen Schulsystem nicht durchblicken.
Einheitsschule bedeutet international meist: Einheitsabschluss, einen unteren und einen höheren.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

Das vom OECD-Schleicher gepriesene Australien.

An der Schule, die eines meiner Kinder während eines einjährigen Schüleraustausches ebendort besucht hat, wurde das jedenfalls dergestalt praktiziert.

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ich finde im Internet keine Hinweise, dass es in Australien mehr als zwei allgemeine Schulabschlüsse gibt („Year 10“ sowie Abitur).

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Eine Schulform mit 5 verschiedenen Anforderungsniveaus ist letztlich nichts anderes als eine gegeliedertes Schulsystem. Man könnte die verschiedenen Anforderungsniveaus an getrennten Orten anbieten und schon sind die beiden Ansätze kaum zu unterscheiden. Eine Schüler, der in allem Fächern auf dem höchsten Niveau unterrichtet wird, wird mit dem Schüler, der auf dem niedrigsten Niveau unterrichtet wird, genauso wenig zu tun haben, wie eine Gymnasiast mit dem Förderschüler.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Das ist bei jeder IGS hier in NRW ab dem sechsten Jahrgang so.
Im 10. Jahrgang haben die Suis so gut wie keinen Unterricht im Klassenverband mehr. Lediglich Sport, GL und Bio werden im Klassenverband unterrichtet. Bei den KGS bzw. bayrischen Mittelschule gibt es die äußere Trennung zwischen Hauptschul- und Realschulempfohlenen ja ohnehin unter einer Schulleitung – aber die gibt es in NRW ja dank des „Volksaufstandes“ gegen die KOOP-Schule ja nicht. Wobei die CDU hier in NRW die KGS light ja als Gemeinschaftsschule unter Sommer implementiert hat. Diese GemS behielten auch unter Löhrmann ihre „Betriebsgenehmigungen“. Die meisten müssten allerdings mittlerweile in Sekundarschulen überführt worden sein, obwohl diese Schulform die ungeliebteste überhaupt ist, da sie wegen der zu geringen Anmeldezahlen keine Oberstufe bilden kann. Bei höheren Anmeldezahlen gäbe es ga auch eine Gesamtschule, da diese mindestens vierzügig starten muss.

Hier in NRW sind die GY integrierte Schulen ohne Hauptschulempfohlene, die Gesamtschulöen solche ohne Gymnasial-Empfohlene. Da die GY „mittlerweile“ auch schon MINT-Fächer vulgo Realien bis ins Abi anbieten, ist die Realschule als Schulform ohnehin hinfällig. Tja, warum heißt die Realschule wohl nur so, wie sie heißt?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Die Umbenennung in mein.Realschule brachte nicht vie!…

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  DerDip

Aber warum an getrennten Orten? Warum sollen diese Heranwachsenden so partout keinen Kontakt miteinander haben?

DerDip
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das ist ja offenbar der einzige Unterschied zwischen einem gegliederten Schulsystem und einem mit verschiedenen „Niveaustufen“.

Ich habe meine Präferenz dazu nicht geäußert. Man könnte auch eine gegliedertes Schulsystems am gleichen Ort umsetzen.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Marc

dickebank
Weil die Schüler danach streben mit möglichst geringen Aufwand weiterzukommen ?
Es besteht in ihrem System immer die Gefahr, dass ohne Leistungsbereitschaft, eigene Bereitschaft sich durch Wiederholungen unbequeme Inhalte sich aneignen zu wollen und eine geeignete Lernstruktur, dass Schüler sich dem Leichteren zuwenden, um ohne große Anstrengung durchzukommen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

??? Wenn man wegen Faulheit herabgestuft wird, ist das nicht gerade toll.
An meiner Schule gibt es eine äußere Dreierdifferenzierung, die man noch optimieren könnte, die aber auf dem höheren Anforderungsniveau recht gute S*S hervorbringt.
Schaut doch bitte mal genauer hin und denkt nicht so schwarzweiß!

Palim
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Das erklärt Ihren Blick auf das Lernen in der Schule und die Herausforderung, etwas selbstständig zu üben.

Statt Zwang zum Lernen kann man seinen Kindern auch vermitteln, wie schön es ist, etwas Neues herauszufinden oder zu entdecken.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Ihr Blick auf das Erlernen und die Vermittlung von automatisierten Schreib- und Lesefähigkeiten ist sehr weit von der Grundlagenforschung der Psychologie der vergangenen 50 Jahre entfernt, und anscheinend verwechseln sie die daraus entwickelten Methoden mit einem reinen Auswendiglernen, dem diese Methoden aber überhaupt nicht entsprechen.
So blockiert oder verhindert man gar die Lese- und die Schreibautomatisierung, wenn die Antwortmöglichkeiten sich auf einen Reiz ständig ändern.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Die Kinder wollen je nach Alter ganz andere
Dinge machen und praktisch umsetzen, als
sie sich das wünschen.
Sie als Grundschullehrerin stehen für mich
mit in der Pflicht, gerade den weniger strukturierten
Kindern Struktur im Erlernen des Lernen zu vermitteln.

Und die unstrukturierten Kinder sind mit den
von ihnen favorisierten Methoden im selbst
erforschenden Lernen vollkommen überfordert.
Und der Anteil dieser Kinder wird eher mehr als
weniger, weil immer mehr Kinder aus wenig soliden
sozialen Verhältnissen stammen, aus Verhältnissen,
die diese in ihrer sozialen Entwicklung nicht gerade
förderlich sind sich weiter zu entwickeln.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Ja, wenn die SuS clever sind, tun sie das. Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.. Ich habe auch immer nur das Minimum an Leistung erbracht, um in Schule im Mittelfeld mitzuschwimmen und um keinen „Blauen Brief“ zu erhalten. Hat für die AHR ausgereicht und einen Hochschulabschluss sowie mehrere Zweite Staatsexamina ermöglicht.

Alisia
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Tut es das?

Ich wurde von der Universität Oxford (wenig überraschend) abgelehnt, da mein Ergebnis im standardisierten Test nicht hoch genug war.

Wurde dadurch jetzt mein Recht auf Teilhabe verletzt? Habe ich ein Recht darauf gemeinsam mit Studierenden zu lernen mit denen ich ganz offensichtlich nicht mithalten kann? Ja wirklich? Hätten Sie mir das mal früher gesagt…

Das Recht auf Teilhabe beinhaltet für mich, dass für jedes Kind ein Schulplatz vorhanden ist und es nach Möglichkeit gemeinsam mit Gleichaltrigen lernen kann.

Es ist NICHT das Recht darauf inhaltlich bessere Schüler beim Lernen zu behindern.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Alisia

Wer fordert denn Letzteres?
Außerdem geht es bei Teilhabe nicht wirklich darum, dass alle alles zusammen machen müssen, sondern darum, diese zu ermöglichen.
Und eine kooperative Gesamtschule oder ein Schulzentrum mit einem gemeinsamen Campus, gemeinsamer Mensa, gemeinsamen Projekten und einer Durchlässigkeit für Kinder, die sich besser entwickeln, als zunächst angenommen, würde diesem Zweck dienen.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Im Moment sieht Teilhabe aber so aus, dass (zumindest in der Grundschule) alle in einen Raum gestopft werden und die LK zusehen können, wie sie mal eben für jede Unterrichtsstunde x verschiedene Planungen machen: für FB Lernen, Emotional-sozial, evtl. körperliche Beeinträchtigungen im Bereich Hören oder Sehen, dazu die mehrfachen Differenzierungen für alle anderen ohne irgendeinen „Schein“ inklusive diverser Nachteilsausgleiche, die Deutschförderung für Nichtsprachler…Tut mir leid, DAS kann ich nicht leisten, schon gar nicht, wenn die Förderkinder nicht mal doppelt zählen und ich nach wie vor Klassen mit knapp 30 Erstklässlern da sitzen habe. Irgendeine Gruppe muss immer zurück stecken, und dass die Kinder einfach nur ihre Zeit absitzen oder Mandalas malen, damit sie beschäftigt sind, kann ja nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Habe ich nirgends gefordert. Auch in GS braucht man eine äußere Differenzierung für schwierigere Fälle und de facto kleine Lerngruppen.
Der Beruf würde außerdem attraktiver. Zunächst muss man wohl personaltechnisch improvisieren, da ausgebildete LK fehlen. Sobald die Bedingungen aber besser sind, werden auch wieder mehr Menschen zu begeistern sein.

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Unser Schulsystem ist nicht aus Parteibüchern entsprungen. Es hat sich historisch so entwickelt, wie das in anderen Ländern auch. Noch ist nicht erwiesen, dass etwa das italienische System nun besser ist. Da gibt’s mehr Ferien, dadurch wird aber nicht mehr gelernt.

MINT-Lehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Mit gesellschaftlicher Aufwertung der Real- und Hauptschulen. Auch diese müssen wieder attraktiver werden, damit nur die ans Gymnasium gehen, für die diese Schulform geeignet ist. Die Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung wäre in diesem Zusammenhang sinnvoll.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  MINT-Lehrer

Die Eltern sind halt konservativer als sie wählen. Wer ein zumindest auf dem Papier sicheres und leistungsförderliches Umfeld haben möchte, nimmt das Gymnasium, ggf. mit kirchlichem Träger.

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Ich bin verwundert, welche Zustände an Ihrer Gesamtschule so herrschen. Oder arbeiten Sie gar nicht an einer Gesamtschule und behaupten einfach nur irgendwas? An meiner IGS scheint der Anspruch jedenfalls regelmäßig höher zu sein als es die Wechsler von den umliegenden Gymnasien erwarten, die zu uns oft mit passablen Noten in die Oberstufe kommen und dann erstmal abstürzen.
Und Ihr Vergleich zwischen Schule und einem Profisportclub hinkt so dermaßen, dass mich die Zustimmung doch sehr wundert. Wer immer noch nicht den Wert von sozialen Lernen verstanden hat, sollte nicht auf Schüler losgelassen werden.

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Wie kann das sein, dass die Wechsler da „abstürzen“. Die müssten doch eigentlich problemlos von der heterogen Klassengemeinschaft integriert und gefördert werden und von den für sie von ihren Lerncoaches individuell angepassten Lernkonzepten stark profitieren?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Auch GS (noch, Wechsel in Arbeit) – ihre Aussagen widersprechen meiner Erfahrung vollständig.

Und „soziales Lernen“ ist meistens Code für „Durchschleifen und Notenschiebung“.

Vielleicht ist ihre GS die Ausnahme – dann ist es toll und wirklich bewundernswert, dass Sie und ihre Kollegen die an sich großen Chancen des GS-Systems nutzen.

Die Regel ist das aber nicht.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Ja super dargelegt!!
Weiteres Argument und eindeutiges Beispiel dafür: Im „Musterländle“ BW ist ab dem Zeitpunkt, an dem eine grün geführte Landesregierung zuerst die Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung im schnellen Handstreich abschaffte und dann per verschiedener Erlasse die „Schule für alle“, d. h. Gemeinschaftsschule einführte und mit viel Geld versuchte zu verbreiten, die Qualität der Bildung nur noch abwärts gegangen, siehe alle Vergleichsstudien wie IQB, VERA 8, PISA usw.seuther. Man treibt die Niveausenkung weiter durch eine gnadenlose Verpflichtung der Realschulen (obwohl die das nicht wollten!), auch den Hauptschulabschluss zu bieten, weil man diese schlechtgeredet und in manchen Regionen praktisch abgeschafft hat. Dazu wird, ohne die notwendigen Stunden und dafür qualifizierte Lehrkräfte zu haben, den Eltern von Kindern mit Problemen in der Lern- oder geistigen Entwicklung eingeredet, dass sie für ihre Kinder das Beste wählen würden, wenn sie inklusiv in regulären Schularten statt Förderschulen mit Kleingruppen unterrichtet werden – mit dem „Erfolg“, dass eine Reihe dieser Kinder nach 4-5 Jahren Grundschule nicht mal lesen können, geschweige denn schreiben. Kein Vorwurf an die GS-Lehrerinnen! Denn die können sich nicht diesen speziellen Kindern so zuwenden, wie es nötig wäre, weil sie eben noch 25 andere zu beschulen haben..
Um diesen Niedergang zu vertuschen, weitet man den Versuch „Grundschule ohne Noten“ aus – unglaublich! Leistungsorientierung an Schulen wird von den Grünen dermaßen verachtet – aber wenn man sich anschaut, wieviel die „führenden Köpfe“ dieser Partei beruflich (nicht) geleistet haben, dann kann man sich die Hintergründe denken.

Rüdiger Vehrenkamp
3 Monate zuvor

Hier muss ich Ihnen komplett zustimmen. Verbessert hat sich in BW seit Einführung der Gemeinschaftsschulen und Verwässerung der anderen Schularten jedenfalls nichts (auch wenn dies immer wieder behauptet wurde). BW lag zuvor auf den vorderen Rängen im Vergleich der Bundesländer und wurde dann quasi nach hinten durchgereicht. Leider sieht kein Politiker den Anlass, endlich gegenzusteuern. Ich bin froh, dass meine Kinder es bald hinter sich haben.

Minerva
3 Monate zuvor

So wohltuend, wenn ein Politiker über Schule redet, der sich tatsächlich auskennt!

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Minerva

Aber er vergisst, dass jahrzehntelang in NRW die SPD regiert hat, alles am Schulsystem ist von der SPD geprägt (natürlich auch die vielen Gesamtschulen), auch dass NRW Schlusslicht bei den finanziellen Aufwendungen pro Schüler und Jahr ist. Herr Ott könnte dem mal nachgehen, warum das so ist. Herr Ott scheint auch das Wirken der Schulministerin Löhrmann vergessen zu haben. Sooo lange ist das noch nicht her.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Minerva

Ich finde es nicht wohltuend, sondern nur heuchlerisch. Jochen Ott ist seit 2010 Landtagsabgeordneter der SPD in NRW. Er kritisiert also nur die Misstände, die er selbst mitverursacht hat. Jochen Ott ist ein Teil des Problems, nicht der Lösung.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Minerva

Immerhin hat Jochen Ott 8 Jahre als Lehrer gearbeitet. Allerdings war er in dieser Zeit auch GLEICHZEITIG als Mitglied des Rates der Stadt Köln tätig. Das beweist, dass Lehrersein eben doch nur ein Vormittagsjob ist und man noch genügend Zeit für andere wichtige Aufgaben haben kann.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Gerade die ersten grob fünf Jahre nach dem Referendariat sind sehr arbeitsreich. Dann noch nebenbei im Stadtrat zu sitzen, ist beachtlich.

HellaWahnsinn
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Er war seiner Zeit ( Verlassen der Titanic )voraus, wollte fühlte sich aber nicht zum Bestatter geeignet?
Im Stadtrat war vielleicht von Anfang an finanziell mehr Luft nach oben und mehr Lametta äh ne Karriere?

https://www.news4teachers.de/2023/12/ich-kenne-auch-jemanden-der-ist-bestatter-geworden-welche-alternativen-lehrkraefte-zum-schuldienst-haben-ein-interview/

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Jeder Mensch möchte doch wohl gerne weiterkommen.
Schule ist eben auch sehr arbeitsintensiv und erfordert eine sehr gute Vorbereitung für nachhaltigen Unterricht, wenn mit den Schülern direkt gearbeitet wird und man vermeiden will, dass diese sich nicht mit Selbstlernkonzepten Falsches automatisiert aneignen.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Entschuldigung, ich hatte bei meinem Kommentar vergessen, ihn als Ironie zu kennzeichnen.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe Ihren Kommentar auch dieser Weise verstanden.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

WENN, ja wenn,man Teil des Parteikartells/Politestablishments ist.

Kartello-Lehrer kommt zu spät/nicht zur Schule: „Freigestellt!/Preis der Demokratie/hat er Anspruch drauf!“

Normalo-Lehrer kommt zu spät :“Dienstpflicht! Unverschämtheit!“

ed840
3 Monate zuvor

Das mit der Kompetenz im Bildungswesen muss nicht unbedingt ein Selbstläufer sein. Ich kenne ein Bundesland wo ein ehemaliger Lehrer Ministerpräsident wurde und im Anschluss das Bildungssysteme reformiert wurde. 10 jahre später war kein anderes Bundesland beim Dynamikranking im Bildungsmonitor so massiv abgerutscht.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Bitte das Wort „reformiert“ in „deformiert“ korrigieren!

Rüdiger Vehrenkamp
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Das hat mitunter Andreas Stoch von der SPD in seiner Zeit als Kultusminister mit zu verantworten. Wäre es nach ihm gegangen, gäbe es nur noch Gymnasien und Gemeinschaftsschulen oder kurz: Eine Elite- und eine Resteschule. Seltsamerweise findet man Politikerkinder eher selten in diesen „tollen“ Gemeinschaftsschulen.

Man hatte ein gutes Schulsystem mit guten Realschulen und hat dieses im Reformationswahn recht schnell an die Wand gefahren.

AvL
3 Monate zuvor

Das gilt in gleicher Weise für NRW, nur hat dort Frau Sommer den Schulstreit durch die Quasi-Abschaffung der Realschulen und deren Zusammenführung mit den Hauptschulen zur Gemeinschaftsschule ein ähnliches Desater erzeugt.
Jetzt melden die Eltern ihre Kinder statt dessen am Gymnasium an.
Wohl bekomm es .

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

„Lehrer war immer mein Traumberuf“, darum bin ich ausgestiegen.

Autobahnabfahrt
3 Monate zuvor

Immer wieder gab es schon Lehrer als Kultusminister. Dann erwartete man, dass es eine bessere Bildungspolitik gäbe, weil das jemand „vom Fach“ sei. Dazwischen gab es immer wieder Kultusminister, die keine Lehrer waren. Dann erwartete man, dass es eine bessere Bildungspolitik gäbe, weil das jemand Unvoreingenommenes sei. Es hat sich letztlich nie etwas daran geändert, dass immer die einen zufrieden und die anderen unzufrieden sind, weil ja auch nicht jeder Lehrer und jeder Nicht-Lehrer die gleichen bildungspolitischen Einstellungen hat. Es ist also eigentlich egal.

A.J. Wiedenhammer
3 Monate zuvor
Antwortet  Autobahnabfahrt

Wohl wahr.
Dass bildungspolitische Einstellungen nicht automatisch an eine Tätigkeit im Bildungsbereich gekoppelt sind, sieht man gut an Lehrerforen 🙂
(„Und das ist auch gut so.“)