Erste Amtshandlung: Neue KMK-Präsidentin pocht auf den Digitalpakt 2.0

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BERLIN. Den Kampf um Geld vom Bund für die Länder, Transformationsprozesse in der Bildung und eine Reform des Gremiums: Die neue Chefin der Kultusministerkonferenz hat sich große Ziele vorgenommen.

Macht Druck: Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Foto: © Christian Hell / Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Christine Streichert-Clivot (SPD), hat ein schnelles Signal von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) zum Digitalpakt 2.0 gefordert. Im Sommer ende der Digitalpakt 1.0, die Länder befänden sich bereits in Gesprächen mit dem Bund, wie es weitergehen könne, sagte die saarländische Bildungsministerin am Dienstag in Saarbrücken. Bislang müsse man jedoch leider feststellen, dass es vom Bund «außer einem Bekenntnis, dass man der Auffassung ist, dass es ein gutes Programm ist», nichts gebe. Es seien noch keine Mittel im Haushalt zur Verfügung gestellt.

Laut Streichert-Clivot handle es sich um das größte Infrastrukturprogramm für die kommunale Ebene bei der Digitalisierung und Ausstattung der Schulen. Der Digitalpakt sei deshalb ausgesprochen wichtig, weil er nicht nur die Verteilung von Geräten an Schüler und Lehrkräfte ermöglicht habe, sondern insbesondere auch den Aufbau der Infrastruktur mit den Landkreisen etwa bei Wartung und Administration. «Wir brauchen da eine sehr klare Perspektive», sagte die KMK-Vorsitzende. «Die Kommunen brauchen diese Unterstützung, damit wir dieses leistungsfähige System, das wir in den letzten Jahren gemeinsam entwickelt haben, auch weiter vorantreiben können.»

Schnelle Ergebnisse erhofft sich die Bildungsministerin zudem bei den Verhandlungen mit dem Bund für das Startchancenprogramm. Sie gehe davon aus, dass man Anfang Februar zu einer Verständigung kommen und dann auch die notwendigen Vereinbarungen unterzeichnen könne. Der Zeitplan sei ausgesprochen eng, weil das Programm bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres an den Start gehen solle. Mit dem sogenannten Startchancen-Programm sollen bundesweit 4000 Schulen in schwierigen Lagen in den kommenden Jahren spezielle staatliche Förderung in Milliardenhöhe bekommen.

Weitere Schwerpunkte bei der KMK sieht Streichert-Clivot neben einer eigenen Reform auch darin, den Transformationsprozess in der Bildung voranzutreiben (News4teachers berichtete). Bereits im März wolle man sich mit dem Thema Lehrkräftemangel beschäftigen. Dann soll es auch um Fragen nach einem dualen Studium in der Lehramtsausbildung und um Quer- und Seiteneinstiege gehen. Für den Sommer kündigte die Ministerin eine KMK-Konferenz im Weltkulturerbe Völklinger Hütte an. News4teachers / mit Material der dpa

Stark-Watzinger stellt Startchancen-Programm in Aussicht – Digitalpakt 2.0 nicht

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8 Kommentare
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Inselbegabung
1 Monat zuvor

Ich glaube, sie kann nicht mehr in dieser Funktion als appellieren. Wie sieht eigentlich die Bilanz ihrer Vorgängerin aus Berlin aus? Was hat die erreicht? Mir fällt nichts ein.

Mondmatt
1 Monat zuvor

Nichts erreicht aber auch nichts noch schlimmer gemacht. Also Garnichts an das man sich erinnern würde, wäre für den/die Vorgänger / in doch eine prima Bilanz.

Immerhin er / sie war ein Mitglied der KMK.

Das gilt da schon als Erfolg!

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Für den Sommer kündigte die Ministerin eine KMK-Konferenz an.
Da habe ich zufällig Zeit, falls Expertenrat gewünscht ist.

DieHoffnungstirbtzuletzt
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Menschen mit gesundem Menschenverstand und „echten“ Lehrerfahrungen sind da aber ganz sicher nicht willkommen. Diesen Praxisschock und Berichten aus der Realität wären diese Experten sicher nicht gewachsen. Und wir haben doch schließlich eine Fürsorgepflicht für unsere Vorgesetzten…kann aber auch sein, dass ich da irgendetwas durcheinander bringe.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Wir werden noch lange mit den Geräten aus dem Digitalpakt 1.0 ohne externe Systemwartung auskommen müssen.

Alex
1 Monat zuvor

Ob sie weiß, dass Bayern gerade den Sinn von Digitalisierung in Grundschulen in Frage stellt?

Heide Blume
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Schweden geht gerade auch wieder einen Schritt zurück …
Schwedens Bildungspolitik: „Wir haben zu viel digital gemacht“ | tagesschau.de

Mo3
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Das hat das eine mit dem anderen zu tun? Wichtig ist doch, dass die Digitalisierung an Schulen nachhaltig finanziert wird und es nicht ständig ein Stop and Go gibt. Über den Umfang des Einsatzes in den verschiedenen Klassenstufen lässt sich ja trotzdem diskutieren. Komplett ohne Digitalierung ist Schule wahrscheinlich nicht mehr vorstellbar und die Erfahrung wird zeigen, wo und ab wann und in welcher Ausprägung es tatsächlich sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.