Tag der Handschrift: VBE will bessere Förderung – „Probleme nehmen zu“

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HANNOVER. Rechtschreibung, Textverständnis, Wissenserwerb – das Schreiben mit der Hand hat viele positive Effekte. Bei vielen Schulkindern sieht der VBE allerdings Nachholbedarf. Und hat eine klare Forderung. Heute (23. Januar) ist der internationale Tag der Handschrift.

Handschreiben geht immer – und überall. Foto: Shutterstock

Das Handschreiben deutscher Schulkinder muss nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) besser gefördert werden. «Die Probleme beim Handschreiben nehmen weiter zu», kritisiert der niedersächsische Landesvorsitzende des Verbandes Franz-Josef Meyer. Handschreiben müsse in allen Klassenstufen gefördert werden.

Das Schreiben mit der Hand habe positive Effekte auf die Gehirnfunktion und fördere unter anderem die Rechtschreibung, das Textverständnis und den generellen Wissenserwerb, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, der vor allem Erzieher und Lehrer an Grund- und Förder- sowie Haupt-, Real- und Gesamtschulen vertritt. Bei der Förderung der Handschrift könne ein neues kostenloses Lernheft für Grundschullehrkräfte und Eltern auf der Website Lernserver helfen.

«Die Probleme sind nicht neu. Jahrelange Unterfinanzierung und der Mangel an Lehrkräften erschweren individuelle Förderung, wie sie für das Erlernen einer Handschrift unerlässlich ist», sagt Meyer. Hinzu kommen die Herausforderungen der Beschulung geflüchteter Kinder und Jugendlicher. Es brauche schnell Lösungen von der Politik.

Schon 2022 stellte eine Studie fest, dass mehr als jeder zweite Junge und fast jedes dritte Mädchen Probleme beim Schreiben habe (News4teachers berichtete). Fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe sei nicht mehr in der Lage, länger als eine halbe Stunde beschwerdefrei zu schreiben, sagte Meyer mit Blick auf die Erhebung.

Hier lässt sich das Heft „Buchstaben und Zahlen richtig schreiben – von Anfang an“ gratis herunterladen.

Tag der Handschrift: Warum bei Schülern das Handschreiben und die Rechtschreibung eng zusammenhängen – ein Interview

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10 Kommentare
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Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Ich betrachte mir seit vielen Jahren schon die Lage des Stiftes in der Hand der Schülerinnen und Schüler. Da hätte es früher zu meiner Zeit auf die Finger gegeben.

Verdecken sich damit selbst die Stelle, an der die Spitze des Stiftes das Papier berührt.

Teilweise vermutlich schon behandlungsbedürftig. In dem kostenloses Ratgeber ist die korrekte Haltung abgebildet. Ist noch wie zu meine Zeit. Eigentlich.

Alle soll gefördert werden. Mir drängen sich drei Fragen auf: Wer? Wie? Wann?

Tablets ab der ersten Klasse – Digitalisierung von Anfang an.

Wer schreibt bleibt!

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

Mich regt ja immer auf, dass, wenn Schüler in Nahaufnahme beim Schreiben gezeigt werden, egal ob Foto oder Film, diese fast immer den Faustschreibegriff zeigen.
Dass das inzwischen meistausgeübte Realität ist, ist die eine Sache.
Aber ich finde, wenigstens bei Stockfotos o.ä. könnte man ja zeigen, wie’s eigentlich richtig wäre. Man zeigt ja auch nicht „extra“ unangeschnallte Autofahrer.
Aber das ist nur wieder ein Punkt, bei dem ich allergisch reagiere. Mich deucht, das muss das Alter sein…

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich meine ja gerade nicht Bilder zum Thema „Schlechte Handschrift“ oder „Uneinsichtige Aurofahrer“.
Natürlich nicht.

Es geht mir um Bilder zum Thema Schule und Unterricht generell. Und da fällt es mir vermehrt auf. (Wahrscheinlich bin ich empfindlich.)

Zum Thema „unangeschnallte Autofahrer“ gehört natürlich ein Bild eines unangeschnallten Autofahrers, aber eben nicht zu anderen Autothemen.

potschemutschka
1 Monat zuvor

Früher wurde schon in den Kindergärten, beim gemeinsamen! Malen, auf korrekte Stifthaltung geachtet (zumindest in der DDR)! Es ist wesentlich einfacher, etwas von Anfang an richtig zu lernen, als später in der Schule „umzulernen“.

Inselbegabung
1 Monat zuvor

Förderung ist gut, aber was bringt es, wenn die Lehrkräfte selbst darauf verzichten, den Kindern eine Handschrift beizubringen, weil es ihnen zu mühselig ist? Wir haben in jeder Klasse 3-5 Kinder, die keine Schreibschrift beherrschen und den Lehrern ist es egal. Sie finden nur tausend Gründe, warum das Kind keine Schreibschrift „zu können braucht“.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Inselbegabung

3-5 Kinder, die keine Schreibschrift beherrschen???
Ich würde hier eher auf nur 3-5 Kinder tippen, die generell noch so etwas wie Schreibschrift können, der Rest nicht.

Ich habe als Elternteil versucht (gab ziemlich Stress) gegenzusteuern. Ungern, weil zeitaufwändig und ich es generell problematisch finde, irgendwie „gegen“ den jeweiligen Unterricht zu agieren.
Mein Kind hat natürlich vehement protestiert: Es gab nur noch ein anderes Kind in der GS-Klasse, was von Hause aus zu Schreibschrift angehalten wurde. Und die anderen Kinder konnten die Schrift meines Kindes nicht lesen oder machten sich darüber lustig.
Inzwischen in der Mittelstufe sieht das Kind es anders: Die flüssigere (und schnellere) Schrift ist insbesondere bei Klassenarbeiten ein echter Vorteil. Und es sind viele der anderen Kinder, deren Schrift weder Lehrer, Mitschüler und manchmal sie selbst nicht lesen können.

AvL
1 Monat zuvor

dto

Mamahoch3
1 Monat zuvor

Auch bei meinem Kind wurde von Seitens der Lehretin leider kein Wert auf die Schreibschrift gelegt. Es gab ein Selbstlernheft und das war es. Viele Kinder haben das Heft gar nicht bearbeitet, was niemanden interessiert. Auch wird in der 4. Klasse immer noch mit Bleistift geschrieben. Ich bestehe darauf, dass mein Kind die,HA mit Füller schreibt. Ich würde mir da doch etwas mehr Unterstützung von der Schule wünschen.

AvL
26 Tage zuvor
Antwortet  Mamahoch3

Das können sie vergessen, denn der
Spracherfahrungsansatz erwartet die
intrinsische Motivation des Kindes,
dass aus dieser die Entfaltung des
Kreativen gelingt.
Die vom Grundschulverband propagieren,
dass die Kinder aus der Grundschrift,
einer Druckschrift mit einem rechts an die
Buchstaben angefügten Häkchen, selbständig
eine eigene Handschrift entwickeln.
Und da wird auch nicht von Seiten dieser
Vertreter ein Einüben systematisch praktiziert.
Die Kinder sollen sich diese Schrift selbständig
aneignen.