Zwei Lehrkräfte ziehen vor Gericht, weil sie zu lang arbeiten müssen – ihr Ziel: Eine Erfassung der Arbeitszeit im Schuldienst

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STUTTGART. Arbeiten Lehrkräfte in Deutschland mehr, als sie eigentlich müssten? Ja, sagen Lehrerverbände. Zwei Lehrkräfte aus Baden-Württemberg wollen das nun gerichtlich feststellen lassen. Eine offizielle Erfassung gibt es bisher nicht – obwohl die Kultusministerien eigentlich dazu verpflichtet wären. Die könnte mit dem Urteil kommen.

Warum wird die Arbeitszeit von Lehrkräften nicht erfasst? (Symbolfoto) Illustration: Shutterstock

Zwei Gymnasiallehrkräfte aus Baden-Württemberg wollen mit einer Klage vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht feststellen lassen, dass sie mehr arbeiten, als sie eigentlich müssten. Die beiden Lehrkräfte hätten die Klagen eingereicht, sagte Ralf Scholl, Landesvorsitzender des Philologenverbands (PhV), der die Klage unterstützt, der «Schwäbischen Zeitung».

Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Stuttgart bestätigte den Eingang der Klage. Diese richte sich gegen das Land Baden-Württemberg und habe zum Ziel, feststellen zu lassen, dass die geleistete Arbeitszeit der beiden Lehrkräfte die reguläre Wochenarbeitszeit für Beamte überschreite, sagte ein Gerichtssprecher.

Der Philologenverband, der Gymnasiallehrkräfte in Baden-Württemberg vertritt, hatte im September angekündigt, eine entsprechende Klage vorzubereiten. Die beiden Lehrkräfte aus dem Regierungsbezirk Stuttgart hätten in den vergangenen Jahren ihre Arbeitszeit genau erfasst und beide mehr als 2000 Stunden pro Jahr geleistet, sagte Scholl. Die Jahresarbeitszeit für Beamte liege allerdings nur bei gut 1800 Stunden.

Aus Sicht von Scholl sind der klagende Lehrer und die klagende Lehrerin keine Einzelfälle. «Die große Mehrheit der Lehrkräfte kommt mit der 41-Stunden-Woche nicht hin», sagte der PhV-Vorsitzende. Die hohe Arbeitszeit sei auch einer der Gründe, warum Lehrkräfte zu den Berufsgruppen mit den höchsten Burn-out-Raten gehörten.

Der Verbandschef verwies auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Das hatte im September 2022 entschieden, dass die Erfassung von Arbeitszeit in Deutschland verpflichtend sei. Das Bundesarbeitsministerium hatte im April vergangenen Jahres einen Gesetzentwurf vorgelegt, demzufolge die Arbeitszeit künftig elektronisch erfasst werden soll. «Wir wollen, dass die Arbeitszeit der Lehrkräfte endlich mal zuverlässig erfasst wird», hatte Scholl im September gesagt.

Allerdings: Die Kultusministerinnen und Kultusminister wehren sich dagegen, die Arbeitszeit von Lehrkräften zu erfassen (News4teachers berichtete). Den Gesetzentwurf nahm die damalige Präsidentin der KMK, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), zum Anlass, sich per Brief an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu wenden und auf gesetzliche Sonderregelungen für Lehrkräfte und Beschäftigte in der Wissenschaft zu bestehen.

Der aktuelle Referentenentwurf trage der «besonderen Situation der Lehrkräfte» nicht Rechnung. Die Arbeitszeiten von Lehrkräften seien nicht oder nur zum Teil messbar. Möglich sei das nur für die erteilten Unterrichtsstunden, nicht aber für die zahlreichen außerunterrichtlichen Tätigkeiten wie zum Beispiel die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Korrekturen, Eltern- und Schülerbesprechungen, Verwaltungsarbeiten, Aufsichten etc. Die dafür anfallenden Arbeitszeiten könnten nicht prognostiziert oder durch den Arbeitgeber überprüft werden. Es gehöre zum Berufsbild der Lehrkraft, dass sie ihre Aufgaben eigenverantwortlich und selbständig ausübt.

Günther-Wünsch führte außerdem an, dass eine Ungleichbehandlung drohe, weil die geplante Pflicht zur Arbeitszeiterfassung nur für tarifbeschäftige Lehrkräfte gelten würde. Das widerspreche dem europäischen Arbeitnehmerbegriff. Zudem hänge die Attraktivität des Lehrerberufs mit der Flexibilität der Arbeitseinteilung zusammen.

Vom Bundesarbeitsministerium erhielt Günther-Wünsch eine Abfuhr. «Der Umstand, dass der konkrete Umfang der Arbeitszeit nicht in jedem Fall im Voraus feststeht, steht einer nachträglichen Dokumentation am Ende des Arbeitstages nicht entgegen», so schrieb (dem Bildungsjournalisten Jan-Martin Wiarda zufolge) Staatssekretärin Lilian Tschan an die KMK-Präsidentin. Heißt: Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung gilt nach Auffassung des Bundesarbeitsministeriums schon heute umfassend für alle Lehrkräfte in den Schulen, die Kultusministerien müssten sie jetzt umsetzen.

Seitdem herrscht Funkstille. News4teachers / mit Material der dpa

Warum die Kultusminister kein Interesse daran haben, die Arbeitszeit von Lehrkräften genau zu erfassen (obwohl sie es müssten)

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447
1 Monat zuvor

Halleluja!
Gibt es eine patreon-Soendensammlung o.ä.?

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ich denke mal, dass das nicht gewöhnliche Lehrer sind, sondern mit einem Lehrerverband im Rücken vorangehen.

Lehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

Natürlich, das steht ja oben: Der PhV BW unterstützt diese Lehrkräfte, weil von Seiten der Kultusminister keine Bewegung in Richtung Erfassung der Arbeitszeit sichtbar war – die sitzen das erstmal aus und wissen sehr genau, warum.
Alle Arbeitszeitstudien der letzten Jahre beweisen die vielen Überstunden, die häufig dem Arbeitsschutzgesetz widersprechen – aber das will man nicht sehen, da müssten ja Konsequenzen folgen!

Biene
1 Monat zuvor

Zu dieser („Der aktuelle Referentenentwurf trage der «besonderen Situation der Lehrkräfte» nicht Rechnung. Die Arbeitszeiten von Lehrkräften seien nicht oder nur zum Teil messbar. Möglich sei das nur für die erteilten Unterrichtsstunden, nicht aber für die zahlreichen außerunterrichtlichen Tätigkeiten wie zum Beispiel die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Korrekturen, Eltern- und Schülerbesprechungen, Verwaltungsarbeiten, Aufsichten etc. Die dafür anfallenden Arbeitszeiten könnten nicht prognostiziert oder durch den Arbeitgeber überprüft werden. Es gehöre zum Berufsbild der Lehrkraft, dass sie ihre Aufgaben eigenverantwortlich und selbständig ausübt.“) Aussage gibt es eine sehr einfache, wie für die glorreichen 16 unschöne Lösung: Die Lehrkräfte stempeln morgens ein und nach dem Erledigen der „Tagesaufgaben“ wird ausgestempelt, wie auch für die ECHTEN Pausen von den üblichen AN aus und ein zu stempeln ist.
Dann hätten sie es Schwarz auf Weiß, aber dann müssen sich die aktuellen wie auch die Vorgänger glorreichen 16 einiges eingestehen und man hat keine Eier/Eierstöcke in der Hose, das auch zu tun. Wäre ja peinlich sich als unfehlbarer Persönlichkeit Fehler einzugestehen.

Ach ja,…. Träume…

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Biene

Das gibt es auch digital und wird von der Wirtschaft seid Jahren praktiziert. Es ist nicht gewollt, da man die ganzen Überstunden nicht erfassen will – deren Abbau wäre ein riesiges Problem. Man könnte Betreuungszeiten nicht mehr einfach als halbe Deputatsstunde abrechnen etc…

Der gute Leumund birgt für die Vorgesetzten wohl mehr Misstrauen, als dass er wirklich etwas bedeutet.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Träume sind Schäume.

Das KM wird sich anstellen, querstellen und am Ende noch querdenken.

An der Stelle kann man es halten wie Dante Alighieri: Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!

Unter Schopper läuft nichts. Jetzt mit der „großen Bildungskoalition“ schon gar nicht mehr.

Wertschätzung ist ein Hauptwort und wird groß geschrieben – nur halt nicht im KM.

Ein System, das schon zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II. benutzt wurde – unverändert übertragen ins 3. Jahrtausend. Unabhängig von allen stattgefundenen Änderungen.

Ignoranz auf Seiten des KM!

Wenn das KM mit einem anderen System besser fahren würde – es wäre schon lange als Ersatz für das bestehende eingeführt.

Geht's noch?
1 Monat zuvor

Was folgt denn dann daraus? Eine weitere Erhöhung der Pflichtstundenzahl, weil Lehrermangel?
Jeder, der den Beruf ergreift, weiß doch, worauf er sich einlässt.
Eine anständige Bezahlung und wirklicher Arbeitsschutz sind mir ehrlich gesagt wichtiger!

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Geht's noch?

Wohl eher eine Verminderung der Stundenzahl – zumindest wenn man korrekturintensive Fächer hat.
Naja – deshalb ergreift inzwischen kaum noch diesen Beruf. Wenn sich das nicht ändert, dann kollabiert das System. Aber wen juckt das schon – sind ja keine Wähler.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Maggie

Oder es wird mehr Vernetzung und Synergie erwartet. Smarter planen, um Zeit für Korrekturen zu gewinnen.

Sie wissen schon: Buzz-Wörter für Unternehmen, die nichts bedeuten 😀

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Geht's noch?

Noch besser bezahlen. Rechnet doch mal die Ferien dazu.

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Gizi

Immer der gleiche Quatsch. Während eines Zeitraumes von durchschnittlich 40 Wochen findet Unterricht statt. In diese Unterrichtszeit fallen folgende Feiertage (NRW) 1. Mai, Himmelfahrt, Fronleichnam und Allerheiligen, da der 3. Oktober häufig in die Herbstferien fällt. Das sind dann 391 Unterrichtstage.

Von den 13 Ferienwochen mit 65 Tagen müssen Sie die Feiertage 1. Januar (Neujahr), Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, 3. Oktober 1. und 2. Weihnachtsfeiertag sowie den halben Heiligabend und Silvester als tarifliche feiertage sowie den Urlaubsanspruch von 28 Tagen abziehen. Da verbleiben dann 29 Tage, von denen noch die drei verbindlich festgeschriebenen Vorbereitungstage am Ende der Sommerferien abgehen sowie der am Samstag stattfindende Tag der offenen Tür. Eine Lehrkraft hat also an 25 Tagen „frei“, an denen andere Arbeitskräfte zur Arbeit müssen. Das sind 5 Wochen a 40 Wochenstunden, also 200 Wochenstunden. Verteilt man die auf 40 Unterrichtswochen, ist das eine Stunde je Unterrichtstag. Und die erreicht jede Vollzeitlehrkraft locker, ohne dass sie Tätigkeiten am Wochenende oder zu Nachtzeiten mit einem höheren Zeitfaktor anrechnet.

Wäre es anders, die Landesrechnungshöfe hätten schon Alarm geschlagen und die Dienstherern/Arbeitgeber die Zeiterfassung schon längst umgesetzt.

dauerlüfterin
19 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Super Beitrag!

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Das Urteil wird so oder so eine deutliche Botschaft mit Tragweite senden.

Lessi
1 Monat zuvor

Den 2 Gymnasiallehrkräften aus Baden-Württemberg wünsche ich viel Glück und Durchhaltrevermögen! Mögen sie erfolgreich sein! Dies würde endlich alles ändern.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Durchhaltevermögen 😉

JoS
1 Monat zuvor

Die Begründung, die Arbeitszeit könne weder prognostiziert noch erfasst werden, ist ja wirklich hanebüchen. Ich erfasse meine Arbeitszeit seit knapp einem Jahr digital, auch auf Papier würde das gehen. So wie bei den meisten Arbeitnehmern, die teilweise oder ganz im Homeoffice oder mobil arbeiten. Hat man in den KM etwa noch Stechuhren?

Grillsportler
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Vor allem ist die Konsequenz, die daraus gezogen wird, hanebüchen. Man tut einfach so, als würde diese Arbeit gar nicht existieren.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Das müssten auch Referendare unternehmen, denn Wochen mit Arbeitszeiten von 70 bis 80 Stunden sind nicht hinnehmbar.

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Arbeiten Sie auch nachts?

Jürgen Meyer
18 Tage zuvor
Antwortet  Gizi

Wenn Sie mal einen Referndar begleiten, wüssten Sie, dass diese bei den hohen Erwartungen der „Prüfer“, auch Drangsalierer genannt, ganz einfach bis in die Nacht für die Unterrichtsvorbereitungen arbeiten müssen. Nicht umsonst steigen viele im Referendariat wieder aus!

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Gizi

Sie haben sicherlich noch keinen UB (Unterrichtsbesuch) geschweige denn eine UPP (unterrichtspraktische Prüfung) für den abschließenden Prüfungstag vorbereitet. Und am Abschlusstag müssen Sie zwei Stunden – eine je Fach – abhalten.

Walter Hasenbrot
18 Tage zuvor
Antwortet  Gizi

Nicht nur Referendar:innen arbeiten nachts.

Viele Lehrkräfte können die Masse an Korrekturen nur bewältigen, indem sie auch nachts und am Wochenende arbeiten.

Jette
1 Monat zuvor

Das wird sicher spannend! Dass es keine Arbeitszeiterfassung gibt (wogegen sich die KM’s ja heftig gewehrt haben), könnte jetzt zum Bumerang werden. Denn wie soll die Behörde nachweisen, dass es weniger Arbeitsstunden waren. Auch können Sie nicht damit argumentieren, dass man an der Unterrichtsvorbereitung, an Elterngesprächen, an Korrekturen oder was auch immer hätte sparen können.
Vielleicht kommen wir auf diese Weise doch zur Arbeitszeiterfassung?

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Och, das könnte doch lustig werden.

Nach 5 min Elterngespräch: „Tut mir echt Leid Frau Meier, Herr Müller und Frau Schmidt hatten diese Woche leider so viel mit mir zu bereden, die Elterngesprächszeit für diese Woche ist bei mir leider abgelaufen. Auf Wiedersehen.“

Oder „Ach Christian, deine Arbeit ist nur bis zur Häfte korrigiert? Tut mir echt leid, ich habe pro Arbeit nur 15 Minuten und deine Schrift war echt schlecht lesebar. Da bin ich leider nur bis zur Häfte gekommen.“

Oder: „Tut mir Leid Herr Schulleiter, ich kann die Abiklausuren noch nicht zur Zweitkorrektur rausgeben, ich war schon bei 5 Überstunden, aber in der nächsten Wochen komme ich vielleicht durch.“

Oder „Ach wie blöd, nur die Häfte von Euch hat Materail für Versuche? Ach ja, ich erinner mich ich war beim Aufbau schon 2h im plus, da musste ich leider aufhören. Aber ihr könnt ja gerne bei den anderen zusehen. Ist doch auch nett.“

Oder: „Tut mir Leid, Zeit ist abgelaufen….“ Fluchtartig aus der Konferenz renn…

Oder: „Diese Elternmitteilung hört ja mitten im Satz auf!“ „Ja, sorry, nachdem ich endlich Ihre korrekte Adresse gefunden hatte, waren die 10 Min. für Verwaltung etc. leider schon fast um, da konnte ich nur noch den halben Sachverhalt schildern.“

Oder: „Guten Morgen liebe 6b! DIe Klassenfahrt endet zwar erst morgen, aber ich fahr dann schon mal. Habe diese Woche eh schon so viele Überstunden. Der Bus kommt um 9, ihr müsst noch durchkehren! Bitte seid pünktlich! Wir sehen uns dann nächste Woche. Tschö!“

Könnte also interessant werden, wenn man plötzlich Zeitkontigente vorgeschrieben bekommt, weil man halt einfach nicht „optimiert“ arbeitet. Dann macht man das, was realsitisch in der Zeit machbar ist und den Rest später oder gar nicht. Mal sehen, wir happy man dann damit ist. Oder ob man evtl. doch mal über festgelegte Tätigkeiten und Auslagerung anderer Tätigkeiten an andere nachdenkt. Oder *träum* weniger Stunden und kleinere Klassen macht. Und ja: 20 Klausuren korrigieren sich schneller als 30. Sollte zwar eigentlich klar sein…aba ich sachs nochma…sicherheitshalba!

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Vorgegebene Zeitkontingente gibt es seit knapp 20 Jahren in Hamburg und nennt sich schlicht Arbeitszeit Modell. Wurde von einer Betriebswissenschaftlerin ausgetüftelt und ist entsprechend unpädagigisch, d. h. die eingeplante Zeiten sind viel zu kurz bemessen.
Im Alltag sieht’s dann so aus, dass durch die Bank alle mehr arbeiten.
Dieses Arbeitszeitmodell hat also weniger mit Wertschätzung als vielmehr mit Ausbeutung zu tun.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Deshalb ist es so wichtig, die Arbeitszeit endlich korrekt zu erfassen. Ich sehe ehrlich gesagt nicht, worin das Problem liegt. Andere Länder können das auch.

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Genau darin liegt der Fehler. Wenn alle nicht mehr arbeiten, sondern die Arbeit unerledigt lassen, dann ändert sich auch die Berechnung. Diese ganze Thematik ist so lächerlich. Auch in der normalen Wirtschaft sagt kein Chef: sie haben 1h um das zu erledigen, sondern sie wollen, dass es erledigt wird. Es ist eine reine Schutzbehauptung, dass man Korrekturen zeitlich berechnen könnte – das geht nicht. Allein der Schreibumfang differiert zwischen den einzelnen SuS extrem – die Lesbarkeit ebenso. Wie viel Feedback ich schreibe variiert nicht nur unter den Kollegen, sondern ist auch abhängig von dem bewerteten Lernenden. Ebenso die Unterrichtsvorbereitung. Erstellt man den Unterricht selbst, oder greift man auf vorgefertigte Unterrichte zurück und so weiter.

Es ist typisch, dass erstmal davon ausgegangen wird, dass eine digitale Zeiterfassung von den Beamten und Angestellten ausgenützt wird. Dieses Misstrauen widerspricht dem guten Leumund, der grundlegend im Beamtenverhältnis festgehalten ist. Kaum eine Lehrkraft die ich kenne würde das ausnützen – wird es Ausnahmen geben – ja, ist es die Regel – nein. Aber diese Ausnahmen haben auch jetzt sich ihre Arbeit so organisiert, dass sie immer den gleichen Unterricht halten und die gleichen Klausuren stellen. Aber das ist eine absolute Minderheit und rechtfertigt nicht ein solches grundlegendes Misstrauen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Maggie

Sie sagen es ja selbst, es gibt so viele Facetten im Arbeitsaufwand des Lehrerberufes, dass ein Zeitkontingent gar nicht möglich ist und eine Zeiterfassung auch schwierig wird. Oder bekommt dann jeder Lehrer eine Zeiterfassungsuhr, die er einschaltet, wenn er etwas für die Schule tut? Das würde sicher auch missbraucht werden, Hilfreicher wäre es doch, wenn die vielen Zusatzaufgaben, die dem Lehrer aufgebürdet wurden, wieder auf ein Nomalmaß zurückgefahren würden und es endlich Verfügungsstunden für korrekturintensive Fächer gäbe. Spitz auf Knopf lässt sich da nichts abrechnen, aber ein bisschen mehr Gerechtigkeit und Vernunft, und nicht immer nur der Blick aufs Budget und die Gewissheit, dass der „treue Diener“ ja doch alles hinbekommt, würde die Sache schneller lösen als gedacht. Aber dazu fehtl eben die Wertschätzung, und das Geld, das hier verdammt wichtig wäre. Wir dürfen die Bildung nicht vernachlässigen, sonst ist es bald zappenduster in Deutschland.

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ich sehe da bei digitalen Zeiterfassungsmöglichkeiten kein Problem, dass jeder/jede sich einlockt, wenn er/sie etwas für die Schule macht. Einen grundsätzlichen Missbrauch zu erwarten ist eine Frechheit. Wie machen das denn alle Unternehmen, deren Mitarbeiter*innen in Heimarbeit sind? Mit Vertrauen – und es hat sich gezeigt, dass dieses im Regelfall nicht missbraucht wird – wäre bei Beamten bestimmt nicht anders.
Die vielen Zusatzaufgaben sind dann auch zeitlich erfassbar. Was dann lustig wird, wenn die ganzen Lehrkräfte ihren Urlaub auch wirklich machen – denn mit den Pfingstferien ist ja der Urlaubsanspruch abgegolten – d.h. keine Korrekturen vom 01.01 bis Ende Pfingstferien – Abi bleibt mal liegen, Abgabezeiträume dürfen nicht im Urlaubszeitraum liegen, etc.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Maggie

Ich sprach nicht von grundsätzlichem Missbrauch, aber es werden einige tun. Und ihren letzten Absatz verstehe ich nicht.
Eigentlich schneiden wir uns ins eigene Fleisch, wenn wir die freie Zeiteinteilung bei Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung einschränken und vorschreiben lassen. Und Sie werden mir doch nicht erzahlen, dass Sie in den Ferien jeden Tag 8 Stunden korrigieren, 2 Wochen lang. Mir ist diese Diskussion etwas realitätsenthoben.
Warum denn nicht die Aufgaben reduzieren und dei Verwaltung abspecken? Die Möglichkeit geben, wieder nach pädagogischen Kriterien und nicht nach Hirngespinsten von sog. Experten Unterricht zu halten, mit den besten Voraussetzungen?

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Welche Ferien meinen Sie? Während den Weihnachtsferien hatte ich nur 3 Tage frei, da ich drei Jahrgangsstufenklausurensätze abzuarbeiten hatte. Ansonsten plane ich da auch den weiteren Unterricht, erarbeite neue Unterrichtseinheiten mit Niveaudifferenzierung oder den ein oder anderen Ausflug, ein Projekt und mache was liegengeblieben ist. Ja, wenn man seinen Job ernst nimmt, dann bleibt auch von der Zeit nicht viel. Für Sie extra meine erfassten Wochenstunden: Woche 51: 38,3h, 52: 20,5 und 1: 55,9 – noch Fragen? Und Feiertage werden ja rausgerechnet.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Es gibt ein EU-Recht, wonach die Arbeitszeit zum Schutz des Arbeitnehmers erfasst werden muss. Das gilt bereits jetzt, aber die KM zieren sich und stellen es in Abrede.
Wie in anderen Berufen auch kann man die Arbeitszeit von Lehrkräften erheben und wird dann die Aufgaben anpassen müssen. Das Lehrkräfte über Gebühr beauftragt werden, zeigen die Arbeitszeitstudien mehr als deutlich.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Was glauben Sie denn, wie in der freien Wirtschaft die Arbeitszeit erfasst wird, wenn nicht im Büro gearbeitet wird? Genau so, wie Sie beschrieben haben: Klick in der App. Und wieso gehen Sie davon aus, dass das missbraucht wird?

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Maggie

Das Perfide ist, dass in dieser viel zu knappen Berechnung vorausgesetzt wird, dass die Mehrarbeit trotzdem bewältigt wird, weil es für niemanden ansatzweise befriedigend ist, halbe Arbeit zu leisten…

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Das liegt aber auch an uns. Wir machen ja keine halbe Arbeit. Die SuS warten eben 3 Wochen bis sie ihre Klassenarbeit zurückbekommen, oder mehr. Es wird nur vorgefertigter Unterricht gemacht – Buch raus, S. xy und ab geht es. Ging früher auch. Wer individualisierten und inklusiven Unterricht möchte, muss die Rahmenbedingungen schaffen. Die Eltern müssen die Politiker da in die Pflicht nehmen. Dann ändert sich was. Unbezahlte Mehrarbeit gibt es nicht – da können auch die Eltern nichts dagegen sagen – machen sie ja auch nicht.

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Maggie

Doch, machen viele. 10 Überstunden max. werden werden in den Folgemonat übernommen. Rest ist futsch

Enjoy your chicken Ted
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Das Modell will die GEW wieder anpassen, daher läuft ab Mo in Hamburg eine Arbeitszeitstudie. Grundsätzlich ist ein Arbeitszeitmodell aber einem Modell, in dem man 27 Stunden bezahlt wird und der Rest alles unbezahlt on top ist (siehe z.B. MV), vorzuziehen.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Ein weiterer Aspekt wären entsprechende Zulagen. Aus der Industrie kenne ich noch eine 140 Prozent-Entlohnung am Wochenende. Bereits bei Überstunden am Tag gab es meiner Erinnerung nach 10 oder 20 Prozent Mehrzulage (oder so ähnlich). Die Festangestellten Kräfte konnten entscheiden, ob sie sich die Stunden auszahlen lassen wollten oder die Stunden abfeierten. Zum Dank für die Mehrarbeit gab es ab und zu am Wochenende Pizza für alle vom Bereichsleiter…

Falls die Kumis den Lehrern bei der Zeitabrechnung nicht glauben, können ja Arbeitsplätze an den Schulen eingerichtet werden. Dieses Schuljahr hätte dann bei mir so begonnen:

  • Drucker defekt, Kopierer streikt, WLAN nicht vorhanden, bleibt der Elternbrief halt so lange liegen und die digitalen Arbeitsblätter im Archiv.
  • im Winter an mehreren Tagen Heizung defekt: Arbeit aufgrund der Kälte nicht zumutbar, da Temperatur gegen Arbeitsschutzrichtlinien verstößt.
  • Anzahl der PCs beschränkt, daher langwieriges Tippen auf kleinen Tablets -> Effektivitat? Braucht es nicht. Ein Moment…. da der Drucker ja kaputt war, wie sollte das Arbeitsblatt gedruckt werden und die Organisationslisten? Also im Gänsemarsch zum Rathaus. Zu Fuß oder per Sammeltaxi?
  • Wie sind die Arbeitsschutzbestimmungen nach einem Elternabend? Wie lange beträgt die Mindesterholzeit? Also Unterricht erst ab der 4. Schulstunde. Nur wie den Eltern um diese Uhrzeit noch mitteilen, dass der Unterricht später beginnt? Eingeplant war ein kürzerer Elternabend. Da das WLAN nicht geht also kurz nachdem die letzten Einzelgespräche nach dem Elternabend beendet sind handschriftlich 20 Zettel schreiben (Kopierer ist ja defekt) und diese noch zu Fuß Austragen. Alternativ das eigene Auto nehmen, zuvor aber bei der Schulleitung noch die Nutzungserlaubnis einholen und auf schriftliche Bestätigung warten, damit korrekt abgerechnet werden kann.

Meiner Einschätzung nach wird es nie dazu kommen, dass die Arbeitszeiten erfasst werden. Sollte es doch so sein, wird den Bürokraten allerlei einfallen, um die Arbeitszeit herunterzurechnen, wie z.B. vormittags nur die Unterrichtsstunden mit einzubeziehen, die Pausen für die Schüler grundsätzlich als Arbeitspausen einrechnen, etc. Aufsicht in den Pausen und Verantwortungsübernahme wird dann selbstverständlich ohne Berücksichtigung vorausgesetzt.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Nur dass auch an anderen Arbeitsstellen die Anwesenheit als Arbeit gewertet wird und dies rechtlich auch so festgehalten ist.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Pausen sind im AZG geregelt: Arbeitsunterbrechungen unter 15 min gelten nicht als Pausen.

Tigrib
1 Monat zuvor

Alle Nichtlehrer im Bekanntenkreis staunen Bauklötze, wenn ich von meinen mind. 35 unbezahlten Überstunden pro Monat erzähle.

Im Übrigen hab ich meine Arbeitszeit während der Ferienjobs in deiner Firmana immer händisch in eine Liste eingetragen, die ich am Monatsende abgegeben habe. Damals hat man uns Arbeitnehmern vertraut! Ist anscheinend heute anders, zumindest unser Dienstherr tutu das nicht. Schade.

Issjanichtwahr
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Das mit dem Vertrauen gilt für uns als verbeamtete Lehrer umso mehr. Wir haben einen Diensteid geleistet, aus dem sich ein festgelegtes, Treueverhältnis sowohl vom Beamten zum Dienstherrn, aber auch insbesondere vom Dienstherrn zum Beamten herleiten lässt. Mit anderen Worten, unsere Aufzeichnung können/dürfen/sollten vom Dienstherrn in keiner Weise angezweifelt werden, gerade wegen dieses engen Dienstverhältnisses.

Denticulatum
1 Monat zuvor
Antwortet  Issjanichtwahr

Danke für diesen Lacher. Das Verhältnis ist bestenfalls gleicherteilt. Der Dienstherr schuldet nichts, was er nicht schon jetzt fürstlich bereitstellt . Vielmehr sollte er den Arbeitswillen seiner Diener wohl besser testen bzw. stärker einfordern. Die Menge an Kommentaren zu den lustigsten Zeiten lässt an der propagierten Dauerbelastung der Lehrer durchaus zweifeln.
Eine Option wäre ,dass die verbeamteten Lehrer einfach alle ein ganzes Deputat anbieten. Einen gut alimentierten Freizeit-Teilzeitjob kann es nicht in den Unkosten der Bevölkerung geben.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Unkosten = keine Kosten. Keine Kosten sind aber Erlöse.

Hat da jemand, der ja Vollprofi ist und in der freien Wirtschaft dilettiert, die betriebswirtschaftlichen Grundlagen nicht verstanden?

Denticulatum
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

auf die amüsante Besserwisserei muss man einfach antworten.
Das Wort Unkosten wird in der deutschen Umgangssprache als Synonym für Kosten, Selbstkosten oder Auslagen verwendet. In der kaufmännischen und wissenschaftlichen Terminologie ist die Nutzung des Wortes unüblich“

Sie haben den Begriff also völlig falsch verstanden und : nein, ich arbeite nicht in der sogenannten freien Wirtschaft.
Die auch hier im Forum gängige Berufsmotivation im bei 20 Stunden in der Woche auf Kosten der Bevölkerung eigene Kinder zu erziehen oder Hobbies zu pflegen ist nicht mehr tragbar. Diese Berufsmotivation ist mMn auch ein Grund für den Leistungsabfall der Schüler.

Ironisch dabei: Lehrer schaffen ihre gesellschaftliche Daseinsberechtigung noch selber ab, weil Schulzensuren so gut wie keinen diagnostischen Wert mehr haben.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Ertappt, oh weh.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Und was hat jetzt Unterrichten mit Benotung zu tun? Die Erhebung von Lernständen macht ja keine Lehrkraft aus eigenem Interesse, sie werden abgehalten, weil das Schulgesetzt bzw. die APO diese vorschreibt.

Ich bin auch für die Abschaffung von Zensuren, wäre nämlich eine gewaltige Bürokratieentlastung und Befreiung von Dokumentationspflichten.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Schön dass Sie da sind und uns mit Ihrer übergroßen Weisheit erhellen. Auf Ihre substanziellen Einlassungen haben wir nur gewartet.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Grins – aber irgendwer muss doch die Kids verwahren, wenn die Eltern richtig ARBEITEN…….

Wir sind systemrelevant! Schon vergessen? 😉

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Denticulatum

Sie sind so süß in Ihrer Trolligkeit…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Das „witzige“ daran ist:
Ich bin sehr gutwillig gestartet und jahrelang „extra“ hochtourig gelaufen.

Je mehr ich jedoch erfasse, was mir indirekt vom Dienstherren unterstellt wird, dem ich sogar einen rechtlich bindenden EID geschworen habe, weil ich meine Aufgaben ja auch gut erledigen will…je mehr ich merke, dass mein eigentliches Kerngeschäft, meine Berufung (Kindern was beibringen) einfach wie selbstverständlich als gesetzt gilt (mit immer noch mehr Zirkus drauf jedes Jahr)…und ernsthaft gelobt wird man für irrelevanten Firlefanz…um so mehr erfasst mich die logische Schlussfolgerung:

1. „Ich“ (=LuL) werden mindestens indirekt immer als Faulpelze, Drückeberger usw. gesehen – bei gleichzeitiger maximaler Verfüllung und zumauern jeder kleinen Nische zum Luftholen?

2. „Kooperation“, „Dialog“, „Entwicklung“, alles geframte Begriffe und Wortverdreherei, das „Belabern“ hört erst auf, wenn man nachgibt, sich einfügt, sich ausbeutet?

Ok, alles klar.

Je mehr das so ist, um so kreativer, vielfältiger und chaotischer wird mein Widerstand dagegen.

Sie wollen die Lehrerdrohne?
Sie werden Drohne bekommen.
Nur halt anders als gedacht.

Elfish
1 Monat zuvor

Finde ich sehr gut!

Habe letztes Jahr meine Arbeitszeit erfasst. Mein Deputat entsprach in Arbeitsstunden ca. 38 Stunden. Ich unterrichte Deutsch und Geschichte und
damit sollte ich bei drei Grundkursen, einer 11. und einer 10. Klasse auskommen.

Meine tatsächliche Arbeitszeit lag bei 50 Stunden und mehr. Es gab sogar Wochen mit 60 Stunden. Und in den Ferien habe ich meist korrigiert.

Aber das ist alles letztendlich meine Schuld, denn ich sollte doch eigenverantwortlich mit meinem Stunden umgehen…. Das hat man mir dann gesagt. Mein Fehler!

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Elfish

Wer ineffizent arbeitet, kann nicht noch obendrauf Überstunden abfeiern wollen.

So oder ähnlich lautet bei Mehrarbeit die Antwort.

447
1 Monat zuvor

Dann wird z.B. die Klausur eben in 15 Minuten (oder was festgelegt wurde) korrigiert. Einfach eiskalt durchziehen.

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Elfish

In den Ferien korrigieren da gibt es doch einige Wochen mehr sls normale AN.

Mary
1 Monat zuvor

Ich kann es kaum glauben, dass hier endlich etwas passiert. Ich habe dieses Versäumnis in den letzten Jahren bei jedem Kontakt mit der Gewerkschaft angesprochen, aber selbst diese hatte immer nur mit Verständnis für die Starre der zuständigen Behörden reagiert. Eine Klage hielt sie für nicht möglich.
Was auch noch nicht so im Fokus ist: Mit der Teilzeitarbeit erreichen wir es nicht uns eine solide und tragende Pension aufzubauen (zumindest als GS-Lehrkraft mit A12 in BW mit zusätzlichen familiär bedingten TZ-Jahren.) Ich habe mit einem GS-Deputat von 19 Stunden eine wöchentliche Arbeitszeit von mindestens 40 Std. Wochenendarbeit ist längst selbstverständlich.
Ich freue mich sehr und hoffe, dass ich die Veränderung noch erlebe, solange ich noch im Dienst bin.

Lehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary

Der PhV hat das im Herbst schon angekündigt und handelt jetzt!
Es ist ja beschämend, dass unser Arbeitgeber BW nicht die höchstrichterlich bestätigte Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung befolgt, sondern sie – aus naheliegenden Gründen – zu vermeiden versucht, so lange es geht.

Lehrerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary

Die GEW klagt nicht, die demonstriert gerade allerorten – alles kann man ja nicht gleichzeitig.. 😉
Nicht dass ich etwas gegen diese Aktionen gegen Rechtsextremismus hätte, sie sind unbedingt nötig. Aber eigentlich sollten die Prioritäten einer Gewerkschft bei der Interessenvertretung der Mitglieder liegen.

Tim Rutte
1 Monat zuvor

Diese 41, 5 Std pro Woche mit Überstunden drauf, was zu einer 55 Std. verkommt ist nicht mehr gesundheitlich angebracht.

Gleiches Recht für alle in der Gesellschaft:

30 % homeschooling
4-Tage Woche

Dann wird es fair, es ist angedockt an dia Gen Z Jobs und es kommen sicher neue Einsteiger, oder

Manfred
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Rutte

Ich fordere Arbeitsplätze an den Schulen, sodass Lehrer nicht mehr zuhause drucken oder korrigieren müssen. Arbeit in der Schule, Freizeit zuhause.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Manfred

In anderen Ländern ist das gang und gäbe. Aber hier ist man wieder knauserig.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Rutte

@ Tim
Wir verbringen statstisch gesehen doch nur ein Drittel unserer Zeit mit Unterricht. Beim Drittel unterrichtsnaher Tätigkeiten oder dem Drittel mit nicht-unterrichtsbezogenen Tätigkeiten finden Sie sicher genug Dinge, die Sie im Homeoffice erledigen könnten…

Ich sehe es aber eher wie Manfred:

Vernünftig ausgestattete Büro-Räume für alle Lehrkräfte in Schulen, wo man auch Klausuren ausbreiten und in Ruhe korrigieren kann. Dann arbeitet man dort – auch in den Hohlstunden -seine sonstigen Tätigkeiten ab und hat zu Hause auch Freizeit.
Dazu bräuchte man aber echte Büros und nicht in Großraum-Lehrerzimmern, in denen zig Kolleg*innen rumwuseln.

Ute
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Das sehe ich völlig anders. Fahren sie nicht an 5 Tagen in die Schule und ab und zu am Wochenende?
Sind sie nicht manchmal bis 20 >Uhr in der Schule?

Wenn ich höre, meine beste Freundin nur Mi, Do, Frei bei der Arbeit und sonst im homeoffice und spart die Tanke und Zeit, ist das nicht gerade gerecht.

Issjanichtwahr
28 Tage zuvor
Antwortet  Ute

Sorry, die Wahl des Wohnortes ist Ihre Wahl. Ich wohne 5 M mit dem Rad von der Schule entfernt. Spart Lebenzeit! Ich liebe es

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Issjanichtwahr

Ähem, wenn man in der Stadt arbeitet und aber auf dem Land wohnt, sollte man heutzutage nicht auch noch in die Stadt ziehen. Schon vergessen, dass in Städten Wohnungsnot herrscht?

Pete
28 Tage zuvor
Antwortet  Issjanichtwahr

In Zeiten von regelmäßigen Abordnungen ist ihr Kommentar nicht sehr weit gedacht…

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Ute

Wird wohl auch nicht zu viel verdienen

Lena Hauenstein
18 Tage zuvor
Antwortet  Gizi

Naja,unser Nachbar macht Controlling in einem großen Konzern, der arbeitet so. Eine Freundin baut Raketen, die arbeitet so. Unsere Nachbarin macht Marketing für einen großen Konzern, die arbeitet auch so. Die verdienen durchaus gut.

Franko
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Da wird man entgegnen, dass ja nicht in allen Räumen eine Klasse unterrichtet wird, sodass man dann ja dort in Ruhe arbeiten könne.
Sie werden alles versuchen…

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Franko

Bei uns an der Schule sind im regulären Betrieb keine Räume frei.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Das Lehrerzimmer ist eine unerhörte Mischung aus Besprechungs-, Arbeits- und Pausenraum.

Unzulässig!

Was wäre, wenn der Schweißer sein Mittagessen am Arbeitsplatz einnehmen müsste?

Relevant ist die Arbeitsstättenverordnung. Demnach müssen Arbeitgeber einen Pausenraum immer dann zur Verfügung stellen, wenn der Betrieb mehr als zehn Beschäftigte hat.

Eine Ausnahme gilt, wenn Beschäftigte in Büroräumen arbeiten und es dort gleichwertige Voraussetzungen für eine Erholung während der Pause gibt. Dann kann auf einen gesonderten Raum verzichtet werden.

Arbeiten wir in Büroräumen?

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Nochmal zur Erläuterung: 28 Schulstunden a 45 Minuten sind 21 Stunden x 3 sind 63 Stunden. Soviel zur Statistik. Na ja, so viele sind es bei mir nicht, aber ich habe auch schon viele Abläufe „entschlackt“ und „optimiert“.

Arbeit gerne in der Schule, dann aber bitte nicht auf 80×80 cm mit zwei Druckern plus zwei Kopierern für alle. Im Winter bitte dann auch nicht die Raumtemperatur absenken.
Wird eh nix, ist zu teuer.

Ute
1 Monat zuvor

Friends mal ne wichtige Frage!!!

Wenn ich auf Teilzeit gehe, wie viel Unterschied ist das ungefähr zu Vollzeit?

Kann ich da noch 15-16 Std. geben?
Zumindest ne 4 Tage week

Ich möchte, wie meine Freundin, auch 4 Tage pro Woche arbeiten und nicht mehr 5!
Wenn das mit dem homeoffice für Lehrer noch nicht durch ist.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Ute

Bei 75 % Teilzeit besteht Anspruch auf einen freien Tag, bei 50 % sind es dann zwei freie Tage.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Wo ist das festgeschrieben?

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

In den Richtlinien des Hamburger Schulgesetzes, ob das länderübergreifend gilt, weiß Ihr Personalrat.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Gilt in BW so nicht. Abhängig davon, ob dienstliche Belange dagegen stehen oder nicht, kann das klappen oder auch nicht, es besteht kein Recht auf freie Tage. Der Stundenplan hängt mit so vielen Rahmenbedingungen zusammen, Anzahl der Fachräume, Koppelungen, freie Turnhalle, Dienstverpflichtungen anderer Kollegen, wie bspw. Seminartage oder Abordnung, Kooperationskurse mit anderen Schulen und und und…
Da kann nicht um die Wünsche Einzelner herum geplant werden, das klappt manchmal nicht einmal bei Eltern mit kleinen Kindern.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Nein, gilt nicht für NRW. Hier ist es eine Kann-Bestimmung. Nach Maßgabe der Stundenplanung kann ein freier tag bei einer /%%-Stelle gewährt werden. Bei einer 50%-Stelle sind es sogar zwei Tage, die nach Maßgabe der Stundenplanung/Schulleitung gewährt werden können.
Wenn dann einer dieser freien Tage auf den „Konferenztag“ fällt, hat man auch nix gewonnen.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Eine Kann-Bestimmung klingt sehr vage.
Stundenplanung ist mit Sicherheit ein nervenaufreibendes Unterfangen, umso erstaunlicherweise dass es mit der Auflage von freien Tagen bezüglich Teilzeitarbeit hier bisher weitgehend geklappt hat.
Apropos gewonnen: Mit dem Entschluss pro Teilzeit ließ sich zumindest für mich die sichere Gewissheit gewinnen, nie wieder aufstocken zu wollen. Mehr Lebensqualität ist letztlich unbezahlbar.

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Die Teilzeit – auch aus wichtigen Gründen wie Kindererziehung oder Pflege naher Angehöriger – wird hier in NRW nur auf fünf Jahre befristet gewährt.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ich tue mich sehr schwer mit dieser Sache.
Realistisch werden am Ende ALLE weniger arbeiten müssen – egal was notwendig oder im Anspruch der Lehrkräfte ist.

Andererseits ist es vielleicht eben deshalb notwendig, um einen langfristigen Trend anzustoßen – aber halt auf Kosten der jetzigen Kinder in Schulen -___-

Sempai
1 Monat zuvor

Schon die 41 Stunden-Woche im öffentlichen Dienst ist ein Witz!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Sempai

Die 41 Wochenstunden gelten aber nur vür verbeamtete Bedienstete. Für Angestllte gem. TVöD und TV-L sowie TV-H gelten 38,5 Wochenstunden.

Die einzige Ausnahme gibt es bei tarifbeschäftigten Lehrkräften, da diese das gleiche Wochenstundendeputat wie die verbeamtetenn Lehrkräfte haben

Mokka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Heißt im Umkehrschluss: die Angestellten arbeiten mehr als sie sollten oder die Beamten arbeiten weniger als sie sollten, wenn beide Gruppen ein identisches Deputat haben. Oder die Beamten arbeiten weniger zu viel als die Angestellten.
Egal, eine Diskrepanz scheint es zu geben.
Passt, ist ja auch in der Bezahlung dieser beiden Gruppen ein Unterschied. Halt, das war andersrum, richtig? Kurz: macht alles keinen Sinn!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mokka

„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“
Quelle:

William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Lehrerin
1 Monat zuvor

Schwierig! Wie soll ich das werten, wenn ich schon vorbereitetes Material habe und mir dann aber Zeit nehme etwas vorzubereiten, das ich irgendwann man nutzen könnte. Und dann vielleicht sogar mal gleich ein wenig mehr Zeit investiere
Messbar wären nur Lehrer, die ihren Job nach Vorschrift machen.

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Lehrerin

Das Problem sehe ich nicht. Wenn Sie vorbereitetes Material nehmen, haben Sie in dem Moment weniger Arbeitszeit. Wenn Sie neues Material erstellen -egal, ob Sie es sofort brauchen oder in zwei Monaten- haben Sie Arbeitszeit geleistet.

KrisKross
28 Tage zuvor
Antwortet  Jette

Das Problem ist, das dass vorbereitete Material nicht immer eins zu eins passt. Beim Friseur gibt es ja nicht auch nur einen Schnitt….

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Ich wünsche den Kolleginnen viel Erfolg und hoffe, dass das Urteil auch Strahlkraft für die anderen Bundesländer entwickelt.

Realist
1 Monat zuvor

Interessant, dass wieder ein Philologenverband so eine Klage unterstützt und nicht die Pseudo-GEWerkschaft…

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Keine Zeit, um sich für Arbeitnehmerrechte einzusetzen… die GEW aktuell nämlich demonstrieren.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Liegt wohl in erster Linie daran, dass die Lehrkräfte der SekI+II befürchten, dass sie als erste von Kontingenterhöhungen betroffen sein könnten. Nds. hat das ja bereits einmal versucht, ist zwar nicht damit durchgekommen – aber neues Spiel, neues Glück. Rien ne va plus!

Ich finde ja auch, dass alle Lehrkräfte bei gleicher Eingruppierung im Eingangsamt hinsichtlich der Deputatverpflichtung gleichgestellt werden sollten, auch die Lehrkräfte der SekI+II.

KrisKross
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

In Niedersachsen war genau die Arbeitszeiterfassung ein Argument beim OVG Lüneburg. Das hatte argumentiert, man können nicht die AZ einer Schulform erhöhen, wenn der Dienstherr nicht mal weiß, wieviel seine Lehrkörper arbeiten.

Ich_bin_neu_hier
28 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

„Ich finde ja auch, dass alle Lehrkräfte bei gleicher Eingruppierung im Eingangsamt hinsichtlich der Deputatverpflichtung gleichgestellt werden sollten“ – Äh, gleichgestellt hinsichtlich der Arbeitszeit: ja, gerne.

Gleichgestellt hinsichtlich des Deputats: äh, ging es nicht in dem Artikel darum, dass das Deputatsmodell rechtlich unzulässig ist, weil die konkrete Arbeitszeit erhoben werden muss?

Das ist doch nicht etwa eine Neiddebatte, und Sie gönnen den KollegInnen der Sek I+II keine Arbeitszeiterfassung?

dickebank
27 Tage zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Doch, gönne ich denen – genauso wie mehr unbezahlte Mehrarbeit bei gleichzeitiger Einführung der Arbeitszeiterfassung.

Unabhängig von der Arbeitszeiterfassung fordere ich auf der Grundlage des jetzt noch maßgeblichen Deputatmodelles die Gleichbehandlung von Lehrkräften aller Schulformen hinsichtlich der zeitlichen Arbeitszeitvorgaben.
Darüber hinaus fordere ich die Arbeitszeitvorgaben für Lehrkräfte an die sonstigen Geflogenheiten des sonstigen ÖD anzupassen und die Arbeitzeit für angestellte Lehrkräfte entsprechend abzusenken.

Muller
1 Monat zuvor

Nach Erfassung der Arbeitszeit werden viele feststellen, wie viele Überstunden sie machen. War bei der Bundeswehr genau so. Anschließend wurde die wöchentliche Arbeitszeit um 3 Stunden auf 41,5 erhöht.

Wutbürger
27 Tage zuvor
Antwortet  Muller

Die Tatsache, dass die Soldatenarbeitszeiterfassungsverordnung bereits seit 2022 gilt, zeigt nur, dass Arbeitszeit im Krieg scheinbar planbarer ist als in der Schule.

Was soll man dazu sagen, wenn Berufe, die von Auslandseinsätzen, Wochenend- und Nachtschichten, wochen- u. sogar monatlichen Abwesenheitszeiten, wie es eben bei Bundeswehr und Polizeien der Fall ist, eine Arbeitszeitmessung möglich ist, aber Politiker behaupten, dass das ausgerechnet bei Lehrern nicht gehen soll?
Da müssen die KM vor Dummheit doch Kopfschmerzen bekommen.

Konfutse
26 Tage zuvor
Antwortet  Wutbürger

Da müssen die KM vor Dummheit doch Kopfschmerzen bekommen.“
Wenn da Hirn im Kopf ist, dann ja…..

Walli
19 Tage zuvor

Kein Problem. Dann aber bitte mit Stechuhr, Dienst Ort Schule, 30 Tage Urlaub. Dann ist es gerecht

Gizi
19 Tage zuvor
Antwortet  Walli

Sehr guter Kommentar

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Walli

Ich freue mich schon auf meinen vom Arbeitgeber eingerichteten Arbeitsplatz in der Schule.
Wie werden denn bei Ihnen die Bereitschaften erfasst? Muss ausgestempelt werden, wenn man eine „Freistunde“ hat? Gelten die Hofpausen der SuS als Pausenzeiten für die Lehrkräfte, wenn sie keine Aufsichten führen? Wie erfolgt das Ausstempeln bei Wandertagen, Studienfahrten, Exkursionen, Unterricht an außerschulischen lernorten und Klassenfahrten?
Müssen Lehrkräfte an unterrichtsfreien Tagen zum Ein- und Ausstempeln in die Schule fahren?
Wie werden die Arbeitzeiten zu ungünstigen Tageszeiten und am Wochenende erfasst? Sind die Dienstgänge zwischen zwei Schulstandorten Arbeitszeit?

Lena Hauenstein
18 Tage zuvor
Antwortet  Walli

Also, ich habe ja diverse Freunde, die an einigen Tagen oder mal nachmittags im Homeoffice arbeiten. Die haben alle das technische Meisterwerk „digitale Arbeitszeiterfassung“. Die Stechuhr ist seit Jahren nicht mehr der Kasten an der Hauswand. Willkommen in diesem Jahrhundert!

Gizi
19 Tage zuvor

Dann steht man anstelle draußen nach Schulschluss halt noch im Gebäude zum quatschen