Studie: Menschen mit Migrationshintergrund holen bei Schulabschlüssen auf

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WIESBADEN. Menschen mit Migrationshintergrund könnten in der Zukunft das Rückgrat des deutschen Arbeitsmarkts bilden. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat Potenziale und Herausforderungen untersucht.

Deutschland wird heterogener – gut so. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

In Deutschland leben laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) rund 24 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, gemäß dem Statistischen Bundesamt Personen, die selbst oder mindestens seitens eines Elternteils die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer alternden Gesellschaft komme dieser Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer relativ jungen Altersstruktur eine bedeutende Rolle zu.

Für eine neue Publikation hat das Forschungsinstitut des Bundes nun Daten aus dem Mikrozensus ausgewertet, um zu zeigen, wie sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Hinblick auf Merkmale wie Familienstand, Schulbildung oder Erwerbsbeteiligung in den letzten beiden Jahrzehnten verändert hat. Den Hintergrund beschreibt Nikola Sander, Studienleiterin und Forschungsdirektorin am BiB: „Der demografische Wandel und die Alterung der Gesellschaft stellen den Arbeitsmarkt schon jetzt vor große Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, gilt es, die vielfältigen Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund bestmöglich zu nutzen.“

Der Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund verdeutliche, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen diesen Gruppen bestehen und welche Potenziale und Herausforderungen Zuwanderung mit sich bringe. So bleibe etwa die Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere von Frauen, hinter dem Niveau der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund zurück, obwohl diese Gruppe durch ihre relativ junge Altersstruktur und ihre steigende Bildungsbeteiligung prinzipiell gute Voraussetzung für eine Integration in den Arbeitsmarkt habe.

Als wesentlicher Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt gilt den BIB-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern dabei wenig überraschend die Bildung, die außerdem Gesundheit und Lebenserwartung positiv beeinflussen könne. Die Untersuchung zeigte, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund 2022 eine höhere Bildungsbeteiligung haben als 2013. Sie liegt aber entsprechend den Mikrozensus-Daten immer noch unter den Vergleichswerten der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund:

  • Kinder unter drei Jahren mit Migrationshintergrund besuchten seltener eine Bildungs- und Betreuungseinrichtung als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Mit zunehmendem Alter stieg ihr Anteil an und erreicht mit fünf Jahren 82 Prozent (2022).
  • Bei Jugendlichen im Alter von 15 Jahren zeigte sich ein Trend zu höherwertigen Schulabschlüssen, insbesondere bei Mädchen mit Migrationshintergrund: Zwischen 2013 und 2022 stieg der Anteil von Gymnasiastinnen von 30 auf 38 Prozent. Bei gleichaltrigen Mädchen ohne Migrationshintergrund lag der Vergleichswert für 2022 mit 47 Prozent allerdings noch höher. Ähnliche Unterschiede zeigten sich für männliche Jugendliche, wenn auch auf niedrigerem Niveau.
  • Die Hochschulbeteiligung ist über die letzten Jahre bei beiden Geschlechtern gestiegen, wobei sie bei Frauen höher ist als bei den Männern. 36 Prozent der Frauen ohne Migrationshintergrund besuchten im Alter von 20 Jahren eine Hochschule, bei Frauen mit Migrationshintergrund sind es mit 30 Prozent etwas weniger.

Starken Einfluss auf die späteren beruflichen Abschlüsse und die künftige Arbeitsmarktteilhabe hat den BIB-Wissenschaftlern entsprechend auch der Schulabschluss. Bei den 25-Jährigen mit Migrationshintergrund zeigt die Bevölkerungspyramide sowohl eine steigende Zahl von Abiturientinnen und Abiturienten als auch eine steigende Zahl von Personen ohne Abschluss:

  • 46 Prozent der 25-jährigen Männer und 59 Prozent der Frauen im gleichen Alter mit Migrationshintergrund hatten 2022 die Schule mit dem Abitur abgeschlossen und damit die Berechtigung für einen Hochschulbesuch erworben. Im Vergleich zu 2013 stieg der Anteil bei den Männern um 6 Prozentpunkte und bei den Frauen sogar um 10 Prozentpunkte. Gleichaltrige beider Geschlechter ohne Migrationshintergrund kamen allerdings noch immer auf einen knapp zehn Prozentpunkte höheren Anteil.
  • Im Jahr 2022 konnten bei den 25-Jährigen ohne Migrationshintergrund 3 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen keinen Schulabschluss vorweisen. Bei Gleichaltrigen mit Migrationshintergrund lagen die Vergleichswerte mit 12 Prozent (Männer) beziehungsweise 10 Prozent (Frauen) deutlich höher. Im Jahr 2013 hatte diese Quote in beiden Gruppen noch bei jeweils 6 Prozent gelegen.

Um die Potenziale der Menschen mit Migrationshintergrund in Zeiten des demografischen Wandels zu nutzen, gelte es, ihre Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt, den Spracherwerb sowie den Zugang zu frühkindlicher, schulischer und beruflicher Bildung aktiv zu fördern und nachhaltig zu gestalten. „Ein unterstützendes und durchlässiges Bildungsangebot von Anfang an ist eine wichtige Voraussetzung, um Bildungspotenziale zu heben und daraus den Bedarf an Arbeitskräften zu decken“, formuliert BiB-Direktorin Katharina Spieß, die als Mitautorin der Studie firmiert.

Insgesamt ziehen die Autorinnen und Autoren der Studie im Hinblick auf die Bildung ein ambivalentes Fazit: Im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund falle insbesondere die Kitanutzung bei den Kindern unter drei Jahren deutlich geringer aus, obwohl eine institutionelle Betreuung für den Erwerb der deutschen Sprache und die gesellschaftliche Integration von Kindern und ihren Eltern von großer Bedeutung sei. Sei in den vergangenen Jahren bereits eine positive Entwicklung hinsichtlich der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verzeichnen gewesen, wonach deren Anteil sowohl unter den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten als auch unter den Studierenden stieg, erreichten sie im Durchschnitt dennoch nicht das Niveau von Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

Dies spiegele sich auch in den beruflichen Abschlüssen, denn dem hohen Anteil von Personen mit akademischem Abschluss unter den Personen mit Migrationshintergrund, der fast das Niveau der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund erreicht habe, stehe ein relativ hoher Anteil von Personen mit Migrationshintergrund gegenüber, die keinen Berufsabschluss haben.

Katharina Spieß sieht darin nicht zuletzt eine Herausforderung für das Bildungssystem, denn, so Spieß: „Es bedarf weiterer Anstrengungen, damit mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund einen Schulabschluss erzielen.“ Gerade ein Ausbau der frühkindlichen Bildung würde sowohl den Spracherwerb als auch die Integration der Kinder sowie deren Eltern fördern. Gleichzeitig könnte eine stärkere Nutzung von institutionellen Betreuungsangeboten insbesondere Mütter von der Sorgearbeit entlasten und ihren Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Weitere Anstrengungen im Hinblick auf die Sprachförderung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse können sich ebenfalls positiv auf die Bildungs- und Erwerbsbeteiligung auswirken. (zab, pm)

Schule mit Migration überfordert? Forscherin: Politik hat nicht vorausgedacht – und versäumt, in Bildung zu investieren

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Mondmatt
3 Monate zuvor

Alles Andere wäre auch äußerst verwunderlich.

Menschen mit Migrationshintergrund sind ja nicht dümmer als Deutsche. Sie haben nur Probleme mit der Sprache und teilweise anfangs auch noch kein Bewusstsein über den Wert der Bildung in unserer Gesellschaft.

Dieses Bewusstsein zu vermitteln ist der Schlüssel zur Vermittlung von Bildung und Arbeitsplätzen.

Migranten aus bildungsferneren Gesellschaften oder Familien tun sich damit leider oft schwer. Der Spracherwerb läuft nur schleppend, Bildung wird als nicht erforderlich betrachtet.

Migranten die den Wert der Bildung als Grundlage für die Zukunft verinnerlicht haben zählen bei uns oft zu den „Traumschülern“ bzw. Auszubildenden

In der Bildung von Migranten liegt aus meiner Sicht ein riesiges Potential für die Gesellschaft.

Leider läuft der Erwerb dieser Erkenntnis, entgegen der Hoffnung unserer Regierung, meist nicht von alleine.

Sprachförderung und eine gezielt Beratung über Bildungswege und die daraus resultierenden Möglichkeiten ist zwingend erforderlich.

Kostet aber Geld für die entsprechenden Lehrer und Sozialarbeiter.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Andersrum wird ein Schuh draus: Deutsche sind aber oftmals dümmer als Menschen mit Migrationshintergrund. Oder stimmt es etwa, dass wir alle mal aus Afrika kamen ?
Definiere Dummheit ! Kost nix.

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Deutsche sind oft dümmer als Menschen mit Migrationshintergrund?

Gibt es dafür statistische Beweise????

Ich dachte eigentlich Menschen sind Menschen und wenn man den großen Durchschnitt nimmt spielen Herkunft, Geschlecht oder andere Faktoren nur eine untergeordnete Rolle.

Überall gibt es „dumme“ und „schlaue“ Personen, überall gibt es motivierte und unmotivierte Individuen.

Intelligenz oder Motivation oder andere Charaktereigenschaften an Geschlecht oder Herkunft fest zu machen hat immer was von der Naziideologie der Bewertung von irgendwelchen obskuren „Rassen“.

Irgendjemand trifft diese Bewertung, weil sie ihm in den Kram passt oder seinem Weltbild entspricht.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Danke für Ihren letzten Beitrag.

Der erklärt mir hinlänglich, wie Sie Ihren mir fragwürdig erscheinenden Satz „Menschen mit Migrationshintergrund sind ja nicht dümmer als Deutsche.“ gemeint haben.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Nach der Logik müsste die afrikanische Region wirtschaftlich, wissenschaftlich, ökologisch, sozial, kulturell usw. weltweit an der Spitze stehen. Da das ganz offensichtlich nicht der Fall ist, muss ich einen Denkfehler begangen haben. Bitte klären Sie mich auf.

PS: Ich bin eher beim Einfluss der Temperaturen im Winter auf die Menschheitsentwicklung im Zeitraum der frühen Menschen bis sagen wir mal Christi Geburt, wobei es mir dabei nicht auf einige einige Jahrhunderte früher oder später ankommt.

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Laut Soziologen fördert ein Klima wie in Mitteleuropa in primitiven Gesellschaften (also in der Steinzeit) die Innovations-Entwicklung am stärksten.

Mildes Klima macht die Lebensbedingungen so einfach, dass Innovationen nicht so dringend erforderlich sind wie in rauerem Klima.

Zu schlechte Lebensbedingungen (z.B. Polarzone oder Wüsten) bindet zu viele Personalressourcen zum Überleben um neue Innovationen entwickeln zu können.

In unserer Klimazone waren die Lebensbedingungen so hart, dass Innovationen einen echten Vorteil brachten (z.B. bessere Jagdwaffen).
Sie ließ aber genug Spielräume um die Innovationen auch entwickeln zu können.

Kurz gesagt, warum hat Europa vor Asien oder Afrika die Feuerwaffen entwickelt? Weil hier das Land und die Ressourcen durch das Klima begrenzter waren, Darum gab es mehr Kriege und die Feuerwaffe war ein enormer Vorteil. Daher wurde hier die Entwicklung massiv nach vorne getrieben.

Milde Temperaturen im Winter sind also zwar ein Vorteil beim Überleben, sie senken aber, mangels Notwendigkeit, eher die Motivation die Technik weiter zu entwickeln.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Und jetzt müssen Sie noch einen Schritt zurück gehen und überlegen, was alles dafür erforderlich ist, um Feuerwaffen, winterfeste Häuser, Mechanismen zur Vorratshaltung von Lebensmitteln usw. erfinden zu können. Und all das setzen Sie in Beziehung zum zweiten Satz Ihres Anfangsbeitrags ganz oben.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wissen Sie, wie Sie schwarze Afrikaner*innen zum Weinen bringen ?
Mit tanzenden weißen Deutschen. Ob das auch klimatisch bedingt sein mag ?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Richtig, weil die so schlecht tanzen.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

„Richtig“ und „schlecht“ sind insbesondere diesem Kontext primitivste Bewertungen.

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Die Frage ist eher , wer daran glaubt, dass die ersten Feuerwaffen in Europa früher entwickelt worden wären als in Asien?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

China, Japan und Westeuropa entwickelten sich zu guten Teilen unabhängig voneinander.

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Nicht entwickelt aber weiter entwickelt.
Schwarzpulver stammt z.B. aus China.
Das Schwarzpulver war dort etwa 1000(?) Jahre früher bekannt als bei uns.
In den Opiumkriegen kämpften dann aber Dschunken mit 20 alten Bronzekanonen gegen englische Linien-Schiffe mit 200 modernen Kanonen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Es wundert mich nicht, dass diese Idee bei heutigen Steinzeitmenschen verfängt…

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Milde Temperaturen im Winter haben das Volk hervorgebracht, welches allein durch Nachdenken dermaßen viele Wissensgebiete erschlossen hat, das wir heute noch auf deren Schultern stehen, wie Nietzsche meinte: Die antiken Griechen. Das beste Klima zur Entwicklung ist eines, das zwischen Herausforderung doch nicht Kampf ums Überleben liegt, sonst hätten die Inuit die Feuerwaffen entwickelt.
Der zweite Faktor ist: Man muss sich auch in Ruhe entwickeln können. Da spielt die europäische Kolonialgeschichte eine unrühmliche Rolle, heute die us- amerikanische. Solange man die Leute nicht in Ruhe lässt, weil man selber geopolitische Interessen hat, wird es nichts mit der Entwicklung.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Ihr Kommentar ersprart uns die Definition. Danke für nichts. Wollen Sie es vielleicht mit einem Beitrag zur Diskussion probieren? 😀

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Uns ? Wow, wieviel mögen Sie sein, noch im zählbaren Bereich ? Gruß auch an Ihre permanenten Dauerlachmondgesichtern, freue mich auf weitere Definitionsbemühungen, zu welchem Ihrer Inhalte bitte ?

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

So ein Beitrag zur Diskussion, über Unterstellungen und Beleidigungen hinaus könnte doch durchaus was für Sie sein.

Probieren sie es doch einfach mal aus.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Das war eigentlich meine Absicht, indem ich freundlich (Dauerlachmondgesichter) auf einen etwas zuvilisierteren Ton hinwirken wollte, anstatt die Menschen von heute mit Steinzeitmenschen zu vergleichen (und meiner Meinung nach herabzuwürdigen).

Persönlich hatte ich den Eindruck, altbackene, völlig überzogene Behauptungen von: „harte Zeiten schaffen harte Männer, usw.“ würden hier als nichtssagende, unbelegte Annahmen in den Raum gepustet.
Aber ich sollte klarstellen: soweit ich weiß, habe tatsächlich nur ich den Eindruck *Zwinkermondgesicht*

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Für diesen Kommentar würde ich gern mehr „grüne Daumen“ geben. In der Erkenntnis: „den Wert der Bildung als Grundlage für die Zukunft“ liegt der Schlüssel für Bildungserfolg oder Nichterfolg, nicht nur für Migranten!

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Migranten müssen die Erkenntnis oft erwerben, weil sie aus anderen Kulturkreisen stammen.

Wir selbst sind leider gerade dabei diese Erkenntnis in unsere Gesellschaft zu verdrängen oder zu vergessen.

Das verschärft die Bildungskrise erheblich.

ed840
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Migranten ist ein Sammelbegriff, der m.M. an sich nichts über die Bildungsorientierung der so bezeichneten Menschen aussagt. Je nach Herkunft und Kulturkreis können diese sogar trotz eher negativer sozioökonomischer Rahmenbedingungen in den Familien die einheimische Bevölkerung beim Thema Bildung deutlich outperformen. Das lässt sich zumindest in verschieden Ländern empirisch nachweisen.

unverzagte
3 Monate zuvor
Antwortet  ed840

! DANKE : Eine Meinung, der ich mich aufatmend anschließen mag.

Verallgemeinerungen, die auf Nationen , Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc. abzielen, sind in der Regel schlichtweg zum Scheitern verurteilt. Eben weil sie in der Regel leider nicht auf seriöse, evaluierte Studien verweisen können, sondern lediglich dem stets subjektiven Erfahrungshorizont eines persönlichen Umfeldes entsprungen sind.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

….
Ist das jetzt die Diskussion?
Hauen wir jetzt nur noch unsere Vorurteile und Ideen, die uns auf dem Klo zukamen, ins Forum?
Was ist der Unterschied Ihres Gedankens zu anderen bildungsfernen oder finanziell schwachen Familien – außer Ihr möglicher Rassismus?

Aber Migranten mit Steinzeitmenschen zu vergleichen trifft den Fortschritt der letzten 200 Jahre – scheinbar KEINEN -__-

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sorry, bin wohl leider nicht so clever und eloquent wie Sie.

Die Sache mit den Klo-Gedanken des Gegenüber als Erklärung für eine von ihrer Meinung abweichenden Meinung ist natürlich sowohl charakterlich als auch rhetorisch absolut vorbildlich.

Asche auf mein Haupt.

Ach ja, ihr Satz mit dem Bezug eines nicht näher definierten Gedankens aus meinem Beitrag, mit bildungsfernen oder finanziell schwachen Familien ergibt für mich leider absolut keinen greifbaren Sinn außer mich ohne weitere Argumente als Rassisten zu diffamieren.

Respekt.

Sie haben die politische Gesprächskultur bestimmter politischer Gruppen voll und ganz verinnerlicht.
Alles rechts von mir ist rechtsradikal. „Rechtsradikale“ sollen das Maul halten. Super ich habe Recht.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Ich habe Ihnen nicht geschrieben, dass Maul zu halten o.ä.

Ich Verstand Ihren Beitrag, dass Migrant*innen noch den Wert der Bildung nicht verstanden haben.
„Wir“ drohen angeblich das gleiche Problem zu entwickeln, aber Sie machen sich die Mühe, zwischen denen und „uns“ zu unterscheiden. Der Sinn ergab und ergibt sich mit nicht, ich vermutete daher, Sie sehen den Hauptgrund in der (schlechteren?) Kultur.

Zuletzt halte ich Sie nicht für rechtsextrem, sondern hatte den Eindruck, Sie wären aufgrund Ihres (abwertenden) Blickes auf andere Kulturen rassistisch *Shrugging Person or whatever – Emoji*

Aber ich habe Sie offenbar missverstanden. Entschuldigung

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Klar unterscheide ich zwischen denen und uns.

Das ist aber nicht wertend gemeint!!!

Wenn es um Unterschiede zwischen Personen geht die hier geboren wurden und Personen die im Laufe ihres Lebens zugewandert sind dann gibt es eben zwei Gruppen die man irgendwie bezeichnen muss.

Also rein ohne Wertung die Zugewanderten (denen) und jene die hier gebohrten wurden (also uns, weil ich zu dieser Gruppe zähle, mein Opa war übrigens noch einer von denen).

Für beide Gruppen ist das Erkennen des Wertes der Bildung extrem wichtig.

Die Zugewanderten kommen oft aus armen und krisengeschüttelten Ländern.
Dort war es für sie wichtiger zu überleben als Schulabschlüsse zu erwerben. Bildung hatte also aus Notwendigkeit oder aufgrund der Rahmenbedingungen eher eine untergeordnete Rolle.
Es gibt natürlich auch hier reichlich Ausnahmen, z.B. Kinder aus Damaskus die in Syrien schon gut situierte Bürger waren und regelmäßig die Schule besuchten.
Sie müssen den Wert der Bildung zu Teilen hier oft erst noch nach und nach erkennen.
Was die überwältigende Mehrheit erfreulicher Weise auch tut.

Die hier geborenen Schüler sollten sich des traditionellen Wertes der Bildung in Deutschland eigentlich von Anfang an bewusst sein.
Leider wird bei den hier geborenen Kindern der Wert der Bildung heute aber oft, wider besseres Wissen, nicht mehr als hoch angesehen.
Warum Abi?
Influencer, Model, Sänger, Fußballer geht alles ohne Schule Alda.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Es ist keine Frage des Kulturkreises, sondern der Schichtzugehörigkeit. Unsere Einwanderung kommt aus den Slums und vom Land. Die urbane mittelständische Bevölkerung hat weltweit einen hohen Bildungsanspruch
Und diese Einwanderer stellen das Gros der migrantischen Universitätsstudenten.

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Stimmt! In ärmeren Ländern ist die Anzahl der Personen mit geringerem Einkommen eben höher. Im Endergebnis bleibt es sich aber gleich ob Kulturkreis oder Wohlstand des Kulturkreises die Ursache ist.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Sie widersprechen sich hier meiner Meinung nach. Die Kultur wird nicht durch die Anzahl der Personen geprägt. Zudem kann der Einfluss der Kultur nicht groß bzw. gering sein, wenn der ökonomische Einfluss klein bzw. groß ist.

In Ihrem Beispiel klingt es eher so, als wäre der kulturelle Einfluss gering, da Ihrer Annahme nach überwiegend arme Menschen nach Deutschland kommen

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Das ist aber bei der einheimischen Bevölkerung hier in DE nicht anders, da gibt es auch bildungsferne Schichten, die zwar nicht in Slums oder Ghettos leben, aber in „Brennpunktkiezen“ (auch ohne Migrationshintergrund).

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Blöderweise lebt die Politik das weder inhaltlich noch personell vor.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Sind Sie sicher? In Deutschland bestimmen Herkunft und finanzielle Sicherheit der Familie den Erfolg der Kinder – da erkenne ich einiges in der Politik wieder 😉

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Mondmatt

Ich stimme Ihnen zu, aber was ist hier Neu im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten?
Eine müßige Diskussion, die sich derzeit darin erschöpft, dass inzwischen alle Parteien die Migration als schädlich und optional behandelt, anstatt sich um Lösugen realer Probleme zu kümmern =\

Einzig gute Nachricht: die Familien werden sich auch weiterhin um ein besseres Leben bemühen, auch wenn wir „im großen Stil abschieben“ wollen (eine haltlose Ansage für Beknackte – anscheinend werden die Deutschen inzwischen so wahrgenommen)

Annemaus
3 Monate zuvor

Mir fehlt aber eine genauere Aufschlüsselung.
Wie hoch ist der Unterschied zwischen Migranten, die erst im Laufe ihres Lebens eingewandert sind und denen, die bereits in Deutschland geboren wurden?
Gibt es einen Unterschied zwischen Kindern, die nur einen Elternteil mit Migrationshintergrund haben und Kindern ohne Migrationshintergrund? Bei nur einem Elternteil mit Migrationshintergrund ist die Familiensprache meist deutsch.
Gibt es Unterschiede je nach Region, aus denen die Familie kommen? Wenn die Familie z. B. aus Skandinavien kommt, ist die Herkunftssprache nicht so unterschiedlich zu Deutsch und die Kultur auch nicht so unterschiedlich. Da haben es die Kinder einfacher als z. B. Einwanderer aus Asien oder Afrika.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Sie meinen, eine Familie von bildungsfernen, arbeitslosen Skandinavier*innen ließen sich leichter auffangen als Deutsche oder Migrant*innen?

Allerdings sollten diese zumindest weniger betroffen/ traumatisiert sein von der tötlichen Reise/ Flucht

Annemaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wenn eine Familie aus Skandinavien einwandert, sind sie genauso Migranten.

Ich wollte damit nur ausdrücken, dass es für die Kinder die Eingewöhnung in einem Land einfacher ist, wenn es sich relativ wenig von ihrem Herkunftsland unterscheidet.

Wir würden uns doch auch schneller in den Niederlanden oder Schweden zurechtfinden als in Japan oder Südkorea.

Und dann haben Sie Recht, dass viel am Elternhaus liegt. Wie viel Mühe geben sie sich damit, die neue Sprache zu lernen oder beherrschten sie die Sprache vielleicht sogar schon zum Zeitpunkt der Auswanderung? Bemühen Sie sich, Kontakte zu „Einheimischen“ zu knüpfen?

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Es gibt einen europäischen Kulturkreis. Natürlich ist es einfacher, sich da einzugewöhnen, es sei denn, man ist völlig versessen und motiviert auf die andere Kultur, wie es bei Migranten ohne Fluchterfahrung oft ist. Ich selbst habe Verwandte in USA, die identifizieren sich nach 5 Jahren schon als Amerikaner.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Annemaus

Ja. Es gibt eher traurige Statistiken. Die beste Aufstiegsmöglichkeiten hatte die zweite Generation, also die, aus der auch einige bekannte Politiker kommen. Der dritten geht es schon wieder schlechter.

Annemaus
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Und sagt die Statistik aus, warum es in der dritten Generation wieder bergab geht?

GS in SH
3 Monate zuvor

Wir haben Migranten aus Süd-Korea, Vietnam, Ghana sowie aus Polen, Tschechien und Griechenland und einige, deren Eltern aus den USA stammen.
Und wir haben natürlich auch Kinder mit syrischem, afghanischem, marokkanischem, rumänischem…. Migrationshintergrund.
Sie ‚performen‘ durchaus unterschiedlich. Es liegt ganz viel an der Bildungsaffinität der Familien!