Trotz Lehrkräftemangels: Viele Bewerber*innen treten Referendariat nicht an – Wirtschaft wirbt sie vorher ab

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STUTTGART. Je nach Schulart treten bis zu 40 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber ihre Stelle als Referendar*in gar nicht erst an. Das zeigt eine aktuelle Statistik aus Baden-Württemberg. Die SPD fordert als Konsequenz mehr Beratungsangebote im letzten Ausbildungsabschnitt für angehende Lehrkräfte.

Unternehmen werben Bewerberinnen und Bewerber ab. Illustration: Shutterstock

Je nach Schulart treten in Baden-Württemberg viele angehende Lehrerinnen und Lehrer nach der Bewerbung auf eine Referendariats-Stelle den Vorbereitungsdienst gar nicht erst an. Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. Den Zahlen zufolge trat im vergangenen Jahr über alle Schularten hinweg knapp jeder fünfte Bewerber sein Referendariat nicht an.

Besonders hoch ist die Quote an den beruflichen Schulen im Land. Dort traten 2023 gut 40 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber ihr Referendariat nicht an. Auch in den vier Jahren zuvor sah die Situation an den beruflichen Schulen nicht besser aus, 2020 traten sogar nur 55 Prozent der Bewerber ihre Stelle an.

Etwas besser ist die Quote an den Gymnasien. Dort begannen im vergangenen Jahr gut drei Viertel der angehenden Lehrkräfte ihr Referendariat, nachdem sie sich auf eine entsprechende Stelle beworben hatten. Noch geringer war die Quote der Bewerberinnen und Bewerber, die am Ende ihr Referendariat nicht beginnen, an den Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen (13 Prozent) und an den Grundschulen (10 Prozent).

Verband: Industrie lockt Berufsschullehrer mit guten Arbeitsbedingungen

Wie viele Bewerber sich im nächsten Jahr erneut für den Vorbereitungsdienst bewerben, ist nicht bekannt. Wegen des Datenschutzes würden alle Daten nach Ende des Zulassungsverfahrens gelöscht, schreibt das Kultusministerium in seiner Antwort auf die Anfrage. «Daher kann bei einer Bewerbung kein Rückschluss gezogen werden, ob es sich hierbei um eine erneute Bewerbung aufgrund eines Rückzugs in den Vorjahren handelt.»

Die hohe Nichtantrittsquote an Berufsschulen erklärt sich der Berufsschullehrerverband (BLV) mit den großen Wahlmöglichkeiten für angehende Berufsschullehrer. Diese seien mit ihren Fächern auch in der Industrie gefragt. «Die Studierenden sind verpflichtet, im Studium ein einjähriges Praktikum in der Industrie zu machen. Da kann es gut sein, dass das Unternehmen am Ende fragt: Wollen Sie nicht nach Ihrem Studium bei uns anfangen?», sagte Thomas Speck, Landesvorsitzender des BLV.

Die Unternehmen lockten mit Projektarbeit, Teamarbeit, Homeoffice und modern eingerichteten Arbeitsplätzen. Schulen hätten dabei noch Nachholbedarf, sagte Speck. «Ich kann zum Beispiel nur sehr begrenzt Homeoffice machen, weil ich von zu Hause keinen Zugriff auf die Daten an der Schule habe», so der Verbandsvorsitzende.

SPD: „Der Schwund ist einfach zu hoch“

Die Zahlen hält der BLV-Chef für «absolut erschreckend»: «Wir machen uns da Riesensorgen. Wir kommen bald in eine Pensionierungswelle rein und haben zusätzlich steigende Schülerzahlen», sagte Speck. Zudem sei die Situation bei den beruflichen Schulen noch schlimmer, als die Anfrage zeige. «Die Realität sieht noch mal schlechter aus, weil es noch einen Prozentsatz gibt, der die Bewerbung zum Referendariat gar nicht erst einreicht», sagte Speck. Immer mehr Studierende hörten etwa bereits nach dem Bachelor auf, um in der Industrie zu arbeiten.

«Offenbar verlieren wir zu viele Personen zwischen der Zeit der Bewerbung auf den Vorbereitungsdienst im Lehramt und dem tatsächlichen Antritt. Fluktuation wird es immer geben, aber der Schwund ist angesichts des massiven Lehrkräftemangels in Baden-Württemberg einfach zu hoch», kritisierte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Katrin Steinhülb-Joos, die die Zahlen beim Kultusministerium abgefragt hatte.

„Zudem muss geprüft werden, ob das Referendariat umgestaltet werden muss, um es attraktiver zu machen“

Es müsse genau evaluiert werden, warum sich Lehramtsstudierende gegen den Antritt des Referendariats entscheiden. «Mehr Coaching- und Beratungsangebote, die Studierende nutzen können, wenn sie Zweifel haben, ob die Arbeit als Lehrkraft das Richtige für sie ist und ein flächendeckendes Netzwerk an Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern aus erfahrenen Lehrkräften, kann die Verzahnung zwischen Studium und Praxis weiter stärken», sagte Steinhülb-Joos. Zudem müsse geprüft werden, ob das Referendariat umgestaltet werden müsse, um es attraktiver zu machen.

Auch das Kultusministerium sieht die niedrigen Antrittsquoten an den Berufsschulen in den Besonderheiten des beruflichen Lehramts begründet. «Hier gibt es in vielen Fächern keine spezifischen Lehramtsstudiengänge», teilte ein Sprecher mit. Für Absolventinnen und Absolventen etwa mit einem Master in Informatik oder Ingenieurswissenschaften sei die Schule nur eine unter vielen Arbeitsmöglichkeiten. «Und wie das auf einem freien Markt sehr üblich ist, bewerben sie sich bei mehreren Arbeitgebern und wählen dann die Stelle, die für sie am besten passt», so der Sprecher.

Ein Problem seien auch Absolventinnen und Absolventen, die im März ihr Studium beendeten und dann erst im darauffolgenden Januar oder Februar mit dem Referendariat starten könnten. «In dieser Zeit finden sie möglicherweise eine alternative Berufsmöglichkeit», so der Sprecher. Diesen Bewerbern biete man an, bereits im Januar oder Februar als sogenannte Gasthörer mit dem Referendariat zu starten und dann im März den Studienabschluss nachzureichen. Das sei auch erfolgreich, so das Kultusministerium. News4teachers / mit Material der dpa

Woher kommt der Lehrermangel? Fast die Hälfte der Lehramtsstudierenden geht auf dem Weg in den Beruf verloren

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Unfassbar
23 Tage zuvor

Bei den allgemein bildenden Schulen wird die Abwerbequote bei den Mint-Fächern vermutlich hoch sein, würde ja auch zu den Berufsschullehrern passen, weil Industrie und Handwerk im weitesten Sinne Mint ist.

Realist
23 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Richtig. Und MINT-Lehrkräfte können in der Regel rechnen und lassen sich durch Balkonklatschen und „Wir retten die Gesellschafts“-Mantra in der Regel wenig beindrucken (sind eben eher die rationalen Denken und nicht die emotionalen im Kahnemannschen Sinne).

Aktuell wieder:
„Für die rund 25.000 Bodenbeschäftigten der Lufthansa-Mutter in Deutschland gibt es nach erfolgreicher Schlichtung nun über einen Zeitraum von 24 Monaten im Schnitt 12,5 Prozent mehr Geld, wie beide Seiten am Donnerstag berichteten.“
https://www.focus.de/finanzen/news/warnstreiks-im-ticker-lufthansa-und-verdi-geben-tarifloesung-fuer-bodenpersonal-bekannt_id_186420889.html

Man vergleiche mit den lächerlichen Abschlüssen, die der öffentliche Dienst besonders im Bereich der Länder wieder herausgeholt hat. Da nützt auch der Beamtenstatus nichts mehr. Lehrer, und damit oft Beamter, lohnt sich nur noch für drei Gruppen: Personen, die mit Sicherheit mindestens drei Kinder haben wollen (wegen der teilweise exorbitanten Familienzuschläge), Dauerkranke (wegen der unbegrenzten Besoldungszahlung im Krankheitsfall) und alle, denen das Finanzielle egal ist, weil sie auf einer ideologischen „Weltverbesserer-Mission“ sind (oft dann teilzeit-beschäftigt mit „besserverdienendem“ Partner). Die meisten MINT-Lehrkräfte dürften da nicht zu zählen.

Und wer jetzt mit „Pensionen“ kommt: Das ist für Berufseinsteiger etwas, dass dann in einer Zukunft in 40 Jahren liegt. Bis dahin ist das Pensions-/Rentensystem GARANTIERT reformiert und man soll bis 70 arbeiten (dagegen aktueller Fall: Abbau von Arbeitsbplätzen (typische Akedmiker Jobs der Ebene „unteres mittleres Management“ enspricht in der Schule so ca. einem Fachleiter am Gymnasium) bei Bayer mit teilweise Abfindungen bis zu einer halben Million Euro, da lässt sich der „Vorruhestand“ mit Mitte 50 verschmerzen… das gibt es im öffentlichen Dienst niemals).

Gen Z: …

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Sie vergleichen sich mit den Bodenbeschäftigten der Lufthansa? Tun Sie das, bewerben Sie sich dort und arbeiten für die Hälfte unseres Lohnes…..dasselbe gilt für die Lokführer. Jeder, der sich berufen fühlt, als Lokführer im Schichtdienst zu arbeiten, sollte das tun.
Beide arbeiten übrigens nicht im Homeoffice….auch mal drüber nachdenken!
Ziehen Sie bitte ernsthafte Vergleiche heran….mal auf Berufe schauen, die uns näher sind, mit etwa gleichen Bedingungen….so kann man Ihre Ausführungen meiner Ansicht nach nicht ernst nehmen.

Realist
21 Tage zuvor

Leider ist der Tarifvertrag Lufthansa-Boden scheinbar nicht öffentlich. Der letzte, der sich finden lässt, ist der von 2017:
https://www.boeckler.de/pdf/ta_stb_deutsche_lufthansa_ag_west_2017.pdf

Dort beträgt das mittlere Einkommen in der „obersten Gruppe“ ca. 4800€, sollte also Akademikern entsprechen.

Und das war 2017. Mit den jüngsten Ergebnissen und der Tatsache, dass die vorige Tarifrunde auch schon einen ordentlichen Zuschlag gebraucht hat, sollten das jetzt so im Mittel über 6000€ sein. Und Überstunden werden von der ersten Stunde an mit Zuschlägen bezahlt (ab 25%, s. Link), ebenso gibt’s Zuschläge für „ungünstige“ Arbeitszeiten (z.B. 50% am Sonntag: Welche Lehrkraft hat Sonntags noch nie gearbeitet?) Also mit Zuschlägen sicherlich über dem, was eine TV-L Lehrkraft nach 15 Jahren Berufstätgkeit erhält. Bei verbeamteten Lehrkräften mit mind. drei Kindern und Neigung zu Dauerkrankheit sieht es natürlich anders aus…

Und zum Homeoffice: Wenn ich an fünf Tagen für Präsenzuntericht in die Schule muss und mich anschließend abends noch an den heimischen Schreibtisch setzten darf, dann ist das kein „Privileg“ und auch kein echtes Homeoffice…

Ale
22 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Warum nennen Sie nicht die, die am Lehrerberuf einfach Spaß haben?

Dil Uhlenspiegel
21 Tage zuvor
Antwortet  Ale

Weil man keinen gesellschaftstragenden Beruf auf Dauer zuverlässig nur mit denen füllen kann, die es einfach nur „aus Spaß machen“. Man kann es aber natürlich ein paar Jahrzehnte lang probieren und immer wieder den Stab an andere weiterreichen …

Wutbürger
22 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ich ergänze das Lufthansa-Beispiel (immerhin hat der Bund seine Anteile daran verkauft) gerne noch um zwei weitere Beispiele aus dieser Woche:

Ich zitiere auch mal Tagesschau.de:

„Mehr Geld, kürzere Wochenarbeitszeit

Die Einigung war schon bekannt – nun sind es auch die Details zum neuen Tarif für Ärztinnen und Ärzte an Unikliniken: zehn Prozent mehr Gehalt etwa und eine kürzere Wochenarbeitszeit.“

Sehr schön finde ich auch die BILD-Schlagzeile:

„Einigung im Bahntarifstreit

Lokführer bekommen 35-Stunden-Woche

Und mehr Gehalt bekommen die Lokführer auch“

Wie war das jetzt noch mit anderen „Staatsbetrieben“ wie Schulen und der GEW?

Ach ja, für uns gibt es nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeiterfassung…

Klaus
21 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Sie treffen den Punkt Realist 🙁

Es ist traurig zu sehen, wie die Bedingungen den Bach runtergehen.
Zu wenig Geld und zu schlechte Arbeitszeiten.

Nach 1,5 Jahren auch mal eine Inflationsprämie erhalten, dann aber erst ca. 60% von den 3000

Irgendwas mit 5 % ab Oktober ??

Da ist homeoffice, 4 Tage Woche , 12,5 % mehr Lohn attraktiver

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Lehrer an beruflichen Schulen unterrichten nicht nur Berufsschüler. Lehrer an beruflichen Schulen führen vom Hauptschulabschluss über einen der mittleren Reife gleichgestellten Berufsfachschulabschluss bis hin zu eine Fachhochschulreife und einem Abitur zu Abschlüssen, die außerhalb der Berufsschule des dualen Systems liegen.

Aber diese genaue Kenntnis fehlt sogar dem Kultusministerium in Stuttgart.

JoS
23 Tage zuvor

«Die Studierenden sind verpflichtet, im Studium ein einjähriges Praktikum in der Industrie zu machen. Da kann es gut sein, dass das Unternehmen am Ende fragt: Wollen Sie nicht nach Ihrem Studium bei uns anfangen?»

Da hat man jahrelang mehr „Praxiserfahrung im Studium“ gefordert, nur um jetzt herauszufinden, dass die Bewerber dadurch auf lukrative und attraktive Alternativen hingewiesen werden. Ein bisschen schadenfroh macht mich das ehrlich gesagt schon.

Ragnar Danneskjoeld
23 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Schadenfreude? Eher ein innerer Reichsparteitag….

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor

Nazi-Sprech!

447
22 Tage zuvor

Döh-döh-döööhhhhhhhmmmm!

https://m.youtube.com/watch?v=41hx-Etfaes

Hysterican
22 Tage zuvor

Nein!! … eher Historikerhumor! 😉

… aber der ist nicht für alle verständlich.
Macht aber in diesem Fall nichts … erweitert den Horizont derjenigen, die nicht mit beiden Beinen die Grätsche zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen / machen.

Es gibt einfach Stellen, an denen die abgenudelte Nazu-Keule einfach keine Wirkung hat.

Sorry!

dickebank
21 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Man muss doch nur den Sicherheitsbauzaum um die denkmalgeschützte Ruine des Gebäudes am Reichsparteitagsgelände kennen, um den Wortwitz zu verstehen.

unverzagte
22 Tage zuvor

Soviel zum aktuellen nationalsozialistischem Sprachgebrauch von Pädagogen oder war Ihnen dieser mehr als fragwürdige Bezug unbekannt?

Der Begriff innerer Reichsparteitag entstammt der Umgangssprache aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die umgangssprachliche Redewendung wurde und wird teils bis heute verwendet, um eine „große Genugtuung“ zu bezeichnen.

Wutbürger
22 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Nazis auch schon Brot gegessen haben. Die logische Schlussfolgerung kann nur sein endlich Brot zu verbieten.

dickebank
21 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

… ja mit dem selben Unterton wie auch die Bezeichnung GröFaZ für den Reichsfischfuttermeister …

Wutbürger
22 Tage zuvor

Manche gehen echt zum Lachen in den Keller… wer hier schon wieder (in diese durchaus weit verbreitete Floskel) etwas reininterpretiert, hat sie echt nicht mehr alle.

unverzagte
22 Tage zuvor
Antwortet  Wutbürger

Zahlreiche überlieferte Ausdrücke, die im deutschen Faschismus entstanden, werden unwissend verharmlosend angewendet. Im Ausland sind wir Deutschen dementsprechend für unseren unsensiblen Sprachgebrauch bekannt. Ihr Beitrag ist leider nur ein Musterbeispiel.

Apropos Floskeln: „Holocaust“ d.h. Brandopfer, bezieht sich als Begriff nur eingeschränkt auf die gemeinte vernichtende Katastrophe jüdischer Kultur inkl. Massenmorde. Passender ist die Bezeichnung „Shoah“.

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor
Antwortet  Wutbürger

Weit verbreitet heißt nicht gutzuheißen.

An der Stelle ist einfach etwas Achtsamkeit angebracht, es sei denn man ist ein Anhänger der AfD und hat den Mißbrauch der Sprache auf der Agenda.

Den Nürnberger Reichswald gab es schon vor den Reichsparteitagen in Nürnberg, daher ist z. B. gegen diese Bezeichnung nichts einzuwenden.

Rainer Zufall
23 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Bin nicht an der Berufsschule, aber haben die herausfallenden Bewerber*innen gar kein Interesse, junge Menschen zu bilden?

JoS
22 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Gegenfrage: Denken Sie, unterschwellige Unterstellungen helfen uns irgendwie weiter? Der Anteil der puren Idealisten war schon immer eher gering, mit denen alleine lässt sich das Schulsystem in der heutigen Form nicht aufrecht erhalten.

Wutbürger
22 Tage zuvor
Antwortet  JoS

«Die Studierenden sind verpflichtet, im Studium ein einjähriges Praktikum in der Industrie zu machen. Da kann es gut sein, dass das Unternehmen am Ende fragt: Wollen Sie nicht nach Ihrem Studium bei uns anfangen?»

Die Aussage (selbst nach einer Reform?) kann so nicht stimmen, denn ein einjähriges Praktikum ist im Studium gar nicht unterzubringen, ohne fachlich Module abbauen zu müssen. Das gibt es ja nicht einmal bei den reinen Fachstudenten (halbes Jahr Praktikum).

Bisher war es in der Ausbildung von Berufsschullehrern so, dass diese eine Berufsausbildung oder ein einjähriges Praktikum VOR Beginn des Lehramtsstudium nachweisen müssen/mussten.
Ich denke, dass das in der Aussage gemeint war.

Trotzdem, während es sich schon für Abiturienten inzwischen nicht lohnt Lehrer fürs Gymnasium zu werden, so lohnt es sich für einen Berufsschullehrer noch weniger, da sich seine Ausbildung durch diese Vorgaben um ein bis drei Jahre sogar noch mehr verlängert und sie trotzdem nur in A13, so wie der Gymnasiallehrer, eingruppiert werden

3 Jahre Ausbildung + 5 Jahre Studium + 2 Jahre Ref = 10 Jahre Ausbildung (und dann auch noch die 3 Jahre Probe) für A13… kein Wunder, dass das niemand machen will – und da das oft Leute aus dem MINT-Bereich betrifft, können die ohnehin besser rechnen.

Wie sagt hier immer einer: „Lehrer? Ich bin doch nicht blöd…“

Berufsschullehrer lohnt sich somit eigentlich nur für Quer-/Seiteneinsteiger.

dickebank
21 Tage zuvor
Antwortet  Wutbürger

Nicht zu vergessen die drei zusätzlichen Schuljahre in der Oberstufe, um die AHR überhaupt erst erlangen zu können. Das sind dann 13 Jahre nach dem Erreichen des qualifizierten Mittleren Schulabschlusses, der im Regelfall mit fast 17 Lebensjahren erreicht wird. Berufseinstieg folglich mit 30 Jahren. Und nicht vergessen, das heftig diskutierte Pflichtjahr kommt dann noch zwischen Schule und Beginn der Ausbildung. Dazu dann noch mindestens 45 Beitragsahre bis zum Rentenbeginn …

So gesehen ist die Erhöhung des Renteneintrittalters auf 70 doch ein feuchter Traum.

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Wohl dem der eine berufliche Ausbildung hat: Anerkennung der Ausbildung und schon lösen sich bis zu 100 % des Praktikums in Luft auf.
Interessanter sind die vorgeschriebenen Praktika während der Lehrertätigkeit.

Lera
23 Tage zuvor

„Zudem müsse geprüft werden, ob das Referendariat umgestaltet werden müsse, um es attraktiver zu machen.“

Gute Idee.

Ich prüfe jetzt auch, ob ich das Fenster schließen sollte, wenn es regnet.

Erste Ergebnisse erwarte ich Mitte 2026.

anka
23 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Welche Fachleute haben Sie denn eingeladen, an der Arbeitsgruppe Fenster mitzuarbeiten? Mitte 2026 bereits Ergebnisse vorlegen zu können, erscheint mir etwas überambitioniert. 🙂

MB aus NRW
22 Tage zuvor
Antwortet  anka

Nach 10 Jahren hat eine Expertenkommission festgestellt: Sie können die Fenster ruhig auch bei Regen geöffnet lassen. Sie müssen sich einfach mit Ihren Schülerinnen und Schülern direkt vor die Fenster stellen und kräftig den Regen quasi aus dem Fenster pusten. Bei extremer Kälte geht das auch. Die Kälte einfach rauspusten. Das stört auch den Unterricht nicht und die Kinder lernen ganz viel für´s Leben (Teamfähigkeit, die Lungenfunktion wird gestärkt)! So muss man auch keinen Cent für funktionierende Fenster bezahlen und das Geld kann viel besser für irgendwelche Studien und Muster-Vorführschulen verwendet werden!

Dil Uhlenspiegel
21 Tage zuvor
Antwortet  anka

Ich sag nur „1,5°C Abkühlung“ usw.

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Das Referendariat wurde umgestaltet. Die Pflichtstundenzahl im zweiten Jahr der Ausbildung wurde um eine erhöht. Macht schlappe 200 Deputate. Attraktiv? Auf jeden Fall. Wer mehr Stunden hält, lernt mehr dazu.

https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP17/Drucksachen/6000/17_6320_D.pdf

ed840
23 Tage zuvor

Schickt man in „The Länd“ eigentlich immer noch Referendare nach Abschluss der Ausbildung bis Dienstantritt im neuen Schuljahr in die Arbeitslosigkeit bzw. ins Bürgergeld?

Ale
22 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

1 April => war das ein Aprilscherz? Unsere Refs sind alle in die Arbeitslosigkeit gewandert. Leider

Lehrerin
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Antwort der Redaktion stimmt so nicht: Die Ferien werden nur bei KV-Kräften bezahlt, die in einem Schuljahr ab Dezember bis Juli im Einsatz waren und für das folgende Schuljahr gleich wieder einen Vertrag als KV-Kraft haben.
Die Frage von ed840 bezog sich aber auf Referendare, die zum letzten Schultag eines Schuljahres ihre Ausbildung beenden und ab dem Freitag vor Beginn des nächsten Schuljahrs eine Stelle haben. Diese Personen werden alle (!) ausnahmslos für die Sommerferienzeit vom Länd in die Arbeitslosigkeit geschickt, diese Ferien sind unbezahlt. Obwohl die jungen Lehrkräfte sich mit Sicherheit schon während der Ferien auf ihre neue Anstellung vorbereiten! Das juckt die grüne Kultusministerin in BW überhaupt nicht…

Pädagogische Fachkraft
20 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Um das zu präzisieren: Für die Referendare gilt weiterhin, dass sie zwischen Ausbildungsende im Juli und Beginn des Dienstes am Freitag vor Schuljahresbeginn (falls sie eine Stelle bekommen, was in BW gar nicht sicher ist) kein Geld bekommen, also arbeitslos sind. Die grüne Kultusministerin ist hier nicht zu Änderungen bereit.
Die Bezahlung in den Sommerferien gilt nur für KV-Kräfte, deren Einsatz im vorhergehenden Schuljahr schon im Dezember oder früher begann, im Juli endete und die für das darauf folgende Schuljahr wieder einen Vertrag haben. Diese Personen werden über die Sommerferien auch bezahlt, andere mit kürzeren Verträgen oder ohne Anschlussvertrag nicht. Das LÄND zeigt wenig Wertschätzung für solche Lehrkräfte, die die Lücken stopfen…

dickebank
19 Tage zuvor

Aber nur, weil sie anders als die juristischen Referendare (m/w/d) in einigen Bundesländern, verbeamtet werden und somit keinen Anspruch auf ALGI-Leistungen nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes haben.

Rechtsreferendare in BaWü werden sozialversicherungspflichtig angestellt. Sie werden lediglich von der Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung befreit. Die Beiträge – sowohl AG- als auch AN-Anteil – werden nachträglich durch den AG gezahlt, wenn er als Assessor nicht in den Staatsdienst übernommen bzw. verbeamtet wird.

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ja, bei Referendaren ist das so geblieben, wie es schon immer war.

Nur hat der Referendar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld – die Voraussetzung der Anwartschaft ist durch das Beamtenverhältnis nicht erfüllt.

Geld ist die Ursache so manchen Ubels.

anka
21 Tage zuvor

Referendariat=Ausbildung. Deshalb gibt’s kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I (Der Status der Beschäftigung spielt hier keine Rolle).
Aber: War ja auch der coolste move ever: Ref um 6 Monate verkürzen, die Frischlinge in die Arbeitslosigkeit schicken und sie dann gnädigst später einstellen. Wo bleibt die Dankbarkeit? Das undankbare Pack (excuse my french) wandert heute ab in die Wirtschaft? Wie kann das sein? Finden die da etwa eine Anschlußverwendung (um Rösler zu zitieren)?
Undank ist der Welten Lohn.

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  anka

Das Referendariat ist eben keine Ausbildung im Sinne einer Berufsausbildung.
Es ist ein Vorbereitungsdienst, der für den Einsatz in staatlichen oder kommunalen Stellen qualifizieren soll. In anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung werden Referendare und Anwärter während des Vorbereitungsdienstes in aller erster Linie mit der Anwendung von Rechtsvorschriften mit besonderem Augenmerk auf das Verwaltungsverfahrensrecht geschult.

Fräulein Rottenmeier
23 Tage zuvor

Wenn ich fast ein Jahr nach Ende meines Studiums auf das Referendariat warten müsste, wäre ich auch weg. Da muss man sich mal bewegen und zweimal jährlich den Beginn anbieten.
Heute kann man mit Absolventen nicht mehr so umspringen, wie das in den 2000 er Jahren noch üblich war. Das muss eben mal in die Birne rein, stattdessen stellt man offenbar Überlegungen an, das Studium so zu verändern, dass Absolventen nicht mehr so von Interesse für die Industrie und Wirtschaft sind….

uesdW
23 Tage zuvor

Bei uns habe Ref’s auch schon im Schulhalbjahr anfangen.
War dann halt nur immer etwas blöd für die Stundenplanung, wenn sie dann ein Jahr später auch wieder im Halbjahr zu ihrer neuen Schule gewechselt haben, aber dadurch waren sie schnelle im Einsatz.

Fräulein Rottenmeier
23 Tage zuvor
Antwortet  uesdW

Bei ist der Beginn 01.05 oder 01.11….geht also auch….

dickebank
22 Tage zuvor

Durch diejenigen, die in Mutterschutz oder Erziehungsurlaub gehen bzw. wieder zurück kommen, gibt es doch ohnehin alle naselang einen neuen Stundenplan. Da spielen die unterjährigen Neuzuweisungen von Lehrkräften doch überhaupt keine Rolle mehr. Es sollen auch immer wieder Lehrkräfte mitten im Schuljahr versterben oder krankheitsbedingt länger ausfallen und müssen kurzfristig ersetzt werden.

Die Illusion, dass ein Stundenplan für ein komplettes Schulhalbjahr gelten könnte, hat mit der Realität nur wenig zu tun.

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Habe ich auch nicht behauptet….

dickebank
19 Tage zuvor

Habe ich auch nicht gesagt …

Eine inhaltliche Ergänzung ist doch kein Widerspruch.

anka
21 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Wie viele Perioden habt ihr schon in diesem SJ?

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  anka

Ich keine mehr. In meinem letzten Berufshalbjahr hatte ich fünf verschiedene Stundenpläne. – War aber auch ein kurzes Sommerhalbjahr.

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  anka

6x war das höchste, was ich erlebt hatte.

Schotti
23 Tage zuvor

Coaching- und Beratungsangebote halte ich für Augenwischerei, denn dadurch ändert sich nichts an den Arbeitsbedingungen und der schlechten Bezahlung, was ja die Hauptursachen der Flucht in andere Branchen sind.

Das Referendariat ist bekanntlich eine Knochenmühle. Schon zu Beginn des Studiums werden Horrorgeschichten darüber ausgetauscht. Natürlich schreckt sowas viele Menschen eher ab. Ich habe einige Kollegen, die sprechen bis heute nicht darüber, weil sie traumatisiert sind.

Sandrina
23 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Wer sind gleich nochmal die Akteure in der Knochenmühle? Das waren doch – Lehrer?!!
Neee, am Mangel sind nur die anderen Schuld. Vielleicht packen sich alle auch mal an der eigenen Nase.

Schotti
23 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Genau. Das sind oft die Lehrer, die man laut der höheren Stellen, ich Zitiere, „nicht mehr auf Kinder los lassen darf“.

Solche Auswahlverfahren habe ich mehrfach erlebt. Kann sich ja jeder selbst was drunter vorstellen.

Fräulein Rottenmeier
23 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Da kann ich definitiv nicht zustimmen. Ich kenne viele wirklich gute Fachleiter, die ihre Referendare gut behandeln… Klar gibt es auch Schreckgespenster, aber die gibt es überall…

Hans Malz
22 Tage zuvor

Aber als Fachleiter sind das Multiplikatoren … über Jahre. Das macht viel kaputt. Ich kenne jetzt übrigens den ersten Fachleiter, der aufgestiegen ist, weil er „nicht mehr auch die Referendare losgelassen“ werden kann.

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Wir loben nach oben.

unverzagte
22 Tage zuvor

Ebenso gibt es selbstverständlich etliche, versierte Fachleiter*innen, von denen z.B. mein damaliger Jahrgang sowie weitere zahlreiche Referendar*innen profitierten und dies auch weiterhin tun werden.
Wie das Fräulein R. schon erwähnte: Logisch gibts auch Geister, für die das Gegenteil gilt, nur bleiben diese in einer nordischen Millionenstadt eine übersichtliche Ausnahme.

Bla
22 Tage zuvor

Gibt (wohl) beides.
Leider erschreckend viele wohl auch, die eben Schreckgespenster sind.
Klar, durchaus auch oft systematisch so bedingt und gewollt.
Das ist ein weiteres Problem. Wenn jetzt System und „wirkliches“ Schreckgespenst zusammen kommen … Hat darauf eben keiner Bock. Ganz einfache Sache.
Bekannt ist das Referendariat normalerweise nicht durch massig positiven „Vipes“.

Ragnar Danneskjoeld
22 Tage zuvor

Das kann man so lockerleicht sagen, wenn man diesen Fachleitern nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wäre. Meine beiden Prüfer (ein Schulleiter, ein Seminarausbilder) haben wenige Jahre nach meinem Unterrichtsbesuch, nahezu zeitgleich, ein Prüfungsverbot auferlegt bekommen. Die beiden konnten aber über ein Jahrzehnt eine Schneise der Verwüstung ziehen. Waren sie der Regelfall? Nein. Aber als ehemaliger Ausbildungspersonalrat kann ich sagen: es gibt zu viele dieser „Schreckgespenster“. Und man könnte mit ihnen sogar leben, wenn sie in ihrem kleinen Wirkungskreis nicht nahezu absolutistisch herrschten und Lebenswege nachhaltig zerstören könnten. Viele Referendare haben Glück, als dass sie anständige Ausbilder bekommen- aber es gibt zu viele, bei denen dies nicht der Fall ist. Und leider ist der ans Seminar abgeschobene, menschlich untragbare Kollege, keine urbane Legende, sondern gelebte Realität.

JoS
22 Tage zuvor

Die Meinung dürften Sie wohl relativ exklusiv haben. Solche Fachleiter*innen sind ähnlich rar gesät wie SL, die ihr Kollegium gut behandeln.

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor
Antwortet  JoS

Echt, das wäre wirklich bedauerlich….also beides ….
Aber es soll auch Lehrkräfte geben, die ihre SL in den Wahnsinn treiben mit ihrer Anspruchshaltung….ist aber auch eher selten….

JoS
22 Tage zuvor

Das erscheint mir doch arg konstruiert, da das Machtgefälle eindeutig ist. Solange es sich eine SL nicht mit der großen Mehrheit des Kollegiums (und der vorgesetzten Schulbehörde) verscherzt, sitzt sie am längeren Hebel. Und wenn es soweit kommt, ist wohl ziemlich klar, wo das Problem liegt.

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  JoS

„Machtgefälle“….der war gut….

Canishine
20 Tage zuvor

Ich wundere mich gelegentlich auch über den Ton und Anspruch einiger Kolleginnen und Kollegen.

Canishine
20 Tage zuvor

Ich möchte das aus meiner Erfahrung unterstützen: Meine Fachleiter waren fair, hilfsbereit und gaben gute Hinweise. Ich empfand das Ref. zwar als anstrengend (zwei volle Jahre als Quereinsteiger einschließlich päd. Zusatzausbildung), der Beruf selbst ist jedoch (phasenweise) anstrengender.

Lisa
22 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Es kann auch banale Gründe haben, sich nicht fürs Referendariat zu entscheiden. Also das, was einen jungen Menschen sonst auch davon abhält, aufs Land zu ziehen .
Ich war gerade mit meinem Freund zusammen gezogen. Dann musste ich weg in ein kleines Dorf, vier Stunden Fahrtzeit mit dem Zug von Zuhause entfernt , um mein Referendariat abzuleisten. Also umziehen, ein Zimmer nehmen. Da habe ich schon drunter gelitten, wollte aber meinen Abschluss. Wenn mir da jemand eine feste Stelle am Wohnort als Lehrerin angeboten hätte…..

Mariechen
23 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Hat doch prima geklappt, wenn die bis heute den Mund nicht aufmachen. Das war der Sinn des Ganzen: Angst machen, einschüchtern, Selbstbewusstsein auf null runterdrücken und Panik machen, dass man ja soooo glücklich und dankbar sein darf einen 10 Std Wochenvertrag zu erhalten…(Originalzitat meiner Schulrätin bei der Verbeamtung: Das ist wie ein 6er im Lotto.. haha).
Das System wird bis heute (gerne auch bei Leuten, die sich auf SL o.ä. Positionen bewerben) angewendet, funktioniert allerdings nicht mehr so gut. Damit kommt auf oberer Führungsebene gar nicht klar, was den Druck erhöht.

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor
Antwortet  Mariechen

Entschuldigung, das ist doch bla bla….
Meine Kolleginnen machen den Mund auf, wenn etwas nicht passt und da muss auch niemand Angst haben.
Wenn Sie vor der Schulrätin die Klappe gehalten haben, um einen Job zu bekommen, ist das verständlich, aber Sie haben den Job bekommen….viele andere nicht….
Wenn das auf Ihr Selbstbewusstsein drückt, tja, kaufen Sie sich eine Klangschale und versuchen Ihr Glück in der freien Wirtschaft. Da sind auch nicht immer Samthandschuhe angezogen….

Bla
22 Tage zuvor

Viele machen den Mund nicht auf oder werden dann niedergemacht. Auch das ist Teil der Realität. Ponnyhof gibt es anscheinend v. A. bei Ihnen?
Sorry, ich bin sehr oft Ihrer Meinung bei Themen. Aber jetzt das Referendariat unter allen Umständen so zu verteidigen mit anekdotischer Evidenz Ihrer Schule ist einfach lächerlich.
Ansonsten gäbe es doch kein Problem im Bereich des Referendariats und der Unzufriedenheit. Das System ist weitgehend einfach veraltet und strotzt vor Hierarchie und hierarchischen Verhalten. Darauf haben eben viele keinen Bock (mehr).
Der Köder „Verbeamtung“ und dafurch eigentlich der Hauptköder „mehr Geld“ (da Angestellte ungleichbehandelt werden) funktioniert eben immer schlechter.

unverzagte
22 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Der sog. „Ponyhof“, den Fräulein R. angeblich beschrieb, ist auch mir durchaus bekannt. Als wenn jede Schulleitung diktatorisch mit Maulkörben leiten würde, glauben Sie doch selber nicht. Was nicht heißen soll, dass es diese kleinen Möchetgerndiktator*innen a u c h gibt.

Welche Alternative sehen Sie zum Ref.? Reformierung? Abschaffung ?
Ihre generelle Sytemkritik kann ich weitgehend nachvollziehen.

Bla
21 Tage zuvor
Antwortet  unverzagte

Also: Ja, es gibt sehr gute Schulleitungen. Kenne ich einige.
Aber ja, es gibt auch sehr schlechte – auch das musste/durfte ich (leider/zum Glück) kennen lernen.

Gleiches gilt für Seminarleitungen.

Dass alle Schulleitungen und Seminarleitungen mit Maulkörben leiten würden, hatte ich auch nie behauptet, oder? Würde ich auch nicht, da meine Schulleitungen das nicht machen. Es ging mir lediglich darum, dass es eben nicht überall so abläuft. Mehr auch nicht. Und auch dafür gibt es doch (mehr als) genug Beispiele.

Meine Alternativen habe ich hier schon öfter geschrieben:
– Das Studium so gestalten, dass nach 6 Jahren man auch „einsatzfähig“ ist (ansonsten ist das Studium fragwürdig und schlecht gemacht)
– Das Referendariat als freiwillige Unterstützungsmöglichkeit auf Augenhöhe (ohne Durchfallmöglichkeit) anbieten – insb. für (dann) fertige Lehrkräfte, welche das wollen und ggf. brauchen
– Das Referendariat reformieren: Kann verschieden gestaltet werden.
-> Mehr auf Augenhöhe
-> Deutlich realistischer und wirklich praxisnäher
-> Ohne „Glückstag/Pechtag“ BuV-Möglichkeiten (gibt so viele sinnvollere Wege die „Tauglichkeit“ zu prüfen …)
-> Gehalt mal anpassen, statt hier auszubeuten (nach so langer Studienzeit)

Studium + Referendariat ist wie Studium + Ausbildung von der Zeit … Das muss man sich bewusst machen
Studium + Referendariat ist wie 3-4 vollwärtige Ausbildungen vom Zeitaufwand …
Wenn das nicht reicht … Dann ist es einfach abgrundtief schlecht gemacht. Meine Meinung muss man natürlich nicht teilen.

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Ich glaube, da haben Sie mich falsch verstanden. Ich verteidige das Referendariat nicht, ich habe nur gesagt, dass es auch gute Fachleiter gibt, die ihren anvertrauten Referendaren nicht an der Jacke flicken wollen. Sie unterstützen sie sogar und bemühen sich um eine gute Ausbildung.
Und weiterhin schrieb ist, dass es – wie überall auch – es auch andere gibt, die genau das Gegenteil tun.
Und ich schrieb, dass es auch gruselige Kolleginnen gibt, die die SL an den Rand der Verzweifung treiben, die aber auch eher selten sind….also solche Kolleginnen.
Und dann schrieb ich noch, dass ich von Machtegefälle nicht überzeugt bin….
Ich habe jetzt zweimal in kurzer Zeit gehört, dass die SL von den Kollegen so behandelt wurde, dass sie ihre Sachen gepackt hat….ja auch das kommt vor….eine Dienstvorgesetzteneigenschaft ist kein Machtgefälle….

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  Bla

„Viele machen den Mund nicht auf oder werden dann niedergemacht. Auch das ist Teil der Realität. Ponnyhof gibt es anscheinend v. A. bei Ihnen?“
Ich bestreite nicht, dass es in manchen Schulen ungemütlich ist. Auch in war schon in einer Schule (als Lehrerin), da habe ich nach zwei Tagen gesagt, dass ich ganz dringlich weg möchte. In den Lehrerkonferenzen dieser Schule habe es eine Kollegin, die jedesmal einen Ausdruck des Bass-Seite dabeihatte, um den SL in seiner Unzulänglichkeit vorzuführen. Das war kaum zu ertragen….
Untereinander waren die Kolleginnen wir die Hyänen….
Auch das gibt es….

Bei uns ist auch kein Ponyhof, aber wir gehen respektvoll und empathisch miteinander um. Flankiert wird das ganze vom einen starken Lehrerrat, Entscheidungsprozessen und Konzepten, die größtmögliches Mitspracherecht und Transparenz garantieren. Auch bei uns gibt es mal Beschwerden und Knatsch, aber eben auch ein Beschwerdemanagement, das wiederum sicherstellt, dass Dinge, die nicht rund laufen, bearbeitet und abgestellt werden.
Was bei uns vielleicht anders ist, dass Entscheidungsprozesse länger dauern, da sie erst alle Gremien passieren müssen, aber dafür sind sie durchdacht und von allen mitgetragen….was wiederum weniger Anlass gibt, sich übergangen zu fühlen….daher weniger Beschwerden….das ist aber anstrengend, fordernd und manchmal auch langsamer und das muss man wollen….
Wir wollen das so….

uesdW
21 Tage zuvor

Ich habe erlebt, das Mund aufmachen sich direkt proportional auf die Note ausgewirkt hat, weil sich die Seminarleiter dann immer persönlich auf den Schlips getreten gefühlt haben. Besonders dann, wenn sie zuvor super schlau dahergesprochen haben, man jedoch im Anschluss konkret nachgefragt hat. Sie sitzen dann halt mal am längeren Hebel. Wenn man ein Mangelfach hat, dann Schwamm drüber, wenn es auf die Einstellungsnote ankommt, kann es das gewesen sein. Da ist es natürlich besser, immer schön Ja und Amen zu sagen.

Aber das unterrscheidet sich auch nicht zur hochgelobten Wirtschaft. Bevor man hier den Mund aufmacht, sollte man auch eine gewisse Erfahrung und ein gewisses Standing haben, sonst geht das nach hinten los.

dickebank
22 Tage zuvor
Antwortet  Mariechen

Führungsebene- hääh?
Habe ich da während meiner Dienstzeit etwas nicht mitbekommen oder falsch verstanden? Es ist doch vielmehr eine Verwaltungsebene.

Lisa
22 Tage zuvor
Antwortet  Mariechen

Eigentlich ist der Fachkräftemangel auch eine Chance, das Ganze menschenverträglicher zu gestalten. Allerdings kostet das Geld und Empathie. Beides ist nicht da.

Bla
22 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Dann sind künftig eben weiterhin nicht genügend Fachkräfte da. Einfache logische Schlussfolgerung.
Wird schon passen.

Rainer Zufall
23 Tage zuvor

Ich finde es ein wenig ernüchternd, dass diese jungen Leute erst so spät feststellen, dass sie eigentlich nicht unterrichten wollen…

Hatten wohl irgendwo einen falschen Eindruck von den Arbeitsbedingungen an Schulen gewonnen… (mein letzter hieb auch fuchtbare Werbeaktionen am Flughafen)

Der Zauberlehrling
22 Tage zuvor

Wer einen großen Bogen um die Personalführungsqualitäten des Kultusministeriums macht und seiner Berufsbiographie diesen Dienstherren nicht hinzufügt, der zeigt beim derzeitigen System wahre Intelligenz.

Recht haben die Referendariatsverweigerer. Das Ausbildungsmonopol des Staates zwingt junge, gut ausgebildete Menschen in ein System und Korsett, das sie erdrückt. Gerade erst wieder bei einem Referendar erlebt, der von jemand ohne Gewissen und Menschenkenntnis beurteilt wurde und der sich „Fachdidaktiker“ nennen darf.

TheTeacher
22 Tage zuvor

Die Aussagen im vorletzten Absatz erklären die unterschiedlichen Prozentzahlen der Abbrecher/Wechsler. Mögliche Berufsschullehrer haben nach dem Abschluss ihres Studiums die große Auswahl, weil sie, wie angesprochen, in vielen Fächern keine spezifischen Lehramtsstudiengänge abschließen. Fast die Hälfte der Kandidaten entschiedet sich dann um, weil sie dann einfach in die Wirtschaft „wechseln“ können.

Angehende Gymnasiallehrer haben am Ende des Studiums immerhin einen Abschluss in ihren Fächern erlangt, mit denen man wahrscheinlich etwas schwerer, jedoch immerhin möglich, in die Wirtschaft wechseln kann.

Währenddessen haben die Studenten für Werkreal-, Real-,  Gemeinschaftsschulen und Grundschulen kein abgeschlossenes Studium in ihren Fächern, sondern nur einen Bachelor z.B. für Bildung im Sekundarbereich (Bezug Lehramt Sekundarstufe I. Damit ist auf dem Arbeitsmarkt deutlich schwerer eine Alternative zu finden.
Die Gründe für die Unterschiede liegen also auf der Hand.

Ich bezweifle übrigens, dass eine Änderung des Referendariats eine signifikante Veränderung der Zahlen bewirken würde.

Das Referendariat kann je nach Einflussfaktoren tatsächlich als sehr fordernd empfunden werden, das wissen wir alle. Es dauert aber „nur“ 1 ½ Jahre und da man Lehrer momentan benötigt, ist es nicht unangenehmer oder schwerer als früher geworden. 1 ½ Jahre hält man durch, wenn man danach 40 Jahre lang sein Glück findet. Wartete also danach das Paradies, würden sich weniger umentscheiden. Deshalb sehe ich das Referendariat nicht als den entscheidenden Einflussfaktor.

Die Verhältnisse in den Schulen und der Wirtschaft sind heutzutage allen bekannt. Wer dabei attraktivere Voraussetzungen schaffen kann, ist deshalb auch allen bekannt. Die Schule gewinnt den Vergleich meiner Meinung nach momentan nicht.

Das Referendariat kann eine Veränderung vertragen, aber um wirklich mehr Menschen für den Lehrberuf zu gewinnen, müssen endlich einmal die Arbeitsbedingungen in der Schule verbessert werden, um den Beruf im Vergleich zur Wirtschaft attraktiv zu machen. Beispiele für die Möglichkeiten sind mannigfaltig, allen Lehrkräften bekannt und müssen deshalb hier von mir nicht ausgeführt werden.

Offensichtlich teilen die „wichtigen Personen“ meine Sicht nicht. Mal sehen, wem von uns beiden die Zukunft recht gibt.

Honduraner
22 Tage zuvor

Das ist wohl eine allgemeine und normale Erscheinung, die es in anderen Bereichen genauso gibt. Deshalb werden die obigen Ideen wenig bringen. Im „besten Falle“ haben dann nur eben andere Bereiche einen (größeren) Personalmangel. So ist es ja mit all den Maßnahmen gewesen, die in den letzten 2 Jahrzehnten gegen den Lehrermangel ergriffen wurden. Von denen, mit denen ich gemeinsam anfing zu studieren, blieb auch nur etwa 1/3 bis zum Ende der Ausbildung.

Ich sehe ein Rezept nur darin, dass deutlich mehr anfangen müssen zu studieren, wenn am Ende trotz des „normalen Schwunds“ noch genug übrig bleiben. Es müssen also dort sehr viel mehr Ausbildungskapazitäten geschaffen werden. (Ja, das alleine reicht auch nicht, scheint mir aber zu wenig bedacht zu werden!)

Lisa
22 Tage zuvor
Antwortet  Honduraner

Gibt es eigentlich noch einen Nummerus Clausus?

kanndochnichtwahrsein
22 Tage zuvor

Wie lange müssen wir noch reden? Wann handeln die Verantwortlichen endlich?

Was man jetzt noch tun kann, weiß ich auch nicht – außer den Beruf DEUTLICH attraktiver machen.
Dazu zählt z.B. auch (NRW) die Beförderungsstellen/Schulleiterstellen an Grundschulen mit anzuheben, bis aus A12 in zwei Jahren A13 wird und die Arbeitsbedingungen DEUTLICH zu verbessern, Teilzeit unter angemessenen Bedingungen zu ermöglichen für die, die sonst ganz aussteigen.
Der Dienstherr sollte sich bitte nicht so absurde Dinge zu leisten wie letzte Woche:
Nach 21 Jahren kommt von der Besoldungsstelle ein Brief, dass man die Einsprüche gegen gestrichene Jahressonderzahlung und Urlaubsgeld für die Jahre 2003 und Folgende nicht anerkennt… Wohlgemerkt: der Bescheid kam letzte Woche, im Jahr des Herrn 2024…
Wir arbeiten 41 Stunden plus viele weitere, die nicht mal gezählt, geschweige denn bezahlt werden – während in anderen Branchen über 35 Tage, Homeoffice oder Nachtzuschlag ab 20 Uhr gesprochen wird.
Solange man (ich denke, es geht nicht nur mir so) in jeden Ferien jedes Mal länger/mehr Tage braucht, um nach dem Marathon vor den Ferien mit immer „verhaltenskreativeren“ (um nixcht zu sagen „durchgeknallten“, unerzogenen, nicht sozialisierten, nicht ausreichend alphabetisierten, nicht konzentrationsfähigen…) Kindern überhaupt wieder klar denken zu können, bis der Schreibtisch aufgeräumt und an die zu erledigenden Dinge gegangen werden kann, muss sich keiner wundern, dass es keine Lehrer mehr gibt und die vorhandenen so bald gehen wie möglich.

Die Schule blutet aus, die Lehrer sind am Ende!
Wenn nicht bald jemand das Problem wirklich wirksam anpackt, endet das in einem Fiasko.
Die Dienstherrn müssen SOFORT handeln und für vorhandene Lehrer die allerbesten Arbeitsbedingungen schaffen, damit wenigstens sie bleiben (können):
Der allgemeinen Lohnentwicklung angemessene Bezahlung/Steigerung – auch Lehrer wollen ihre Rechnungen bezahlen – und deutliche Entlastung, keine unsinnigen Konferenzen, Fortbildungen, Besprechungen, Veranstaltungen fürs Image der Schule mehr, einfach Zeit frei machen für möglichst gute Arbeit, damit in den nächsten Generationen vielleicht wieder mal jemand Lehrer werden will.

Ich persönlich erinnere mich an gute Lehrer, an Vorbilder, an Umgang auf Augenhöhe, an Menschlichkeit – meinem Bild von „guter Schule“ liegen überhaupt nicht Events zugrunde, wie wir sie heute glauben den Kindern und Eltern bieten zu müssen…
Die haben eher das Bild gestört, weil gekünstelt, zwanghaft aus dem Boden gestampft, um einem angeblich „modernen“ Idealbild hinterherzulaufen.
Vielleicht ist es altmodisch, aber lasst uns einfach konzentriert und ohne Dauerüberlastung unsere Arbeit machen: Wissen und Können vermitteln, das auf ein selbständiges, verantwortungsbewusstes Leben vorbereitet, Vorbilder und Anker in einer immer komplizierteren, immer bedrohlicheren Welt sein… Bezahlt uns dafür angemessen und sorgt dafür, dass wir nicht aus dem Arbeitsschutz herausfallen.

Bücherleser/potschemutschka
22 Tage zuvor

„Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.“ – Erwarten Sie tatsächlich etwas anderes?

Hysterican
22 Tage zuvor

Topp-Kommentar!!
Entspricht absolut meinen Erfahrungen und Einschätzungen.

Zirkusveranstaltungen zum Anwerben besonders kurz-konzentrationsfähiger SuS sind wichtiger als elementare, schulwichtige Präsentation des Systems inkl. der darin geforderten Leistungs- und Arbeitsaspekte.

So werden z.B. an unseren „Tagen der offenen Tür“ Flittervorhänge oder leuchtende LED-Kaskaden an die Türden geklebt (scheiß auf die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz), Hüpfburgen in die Sporthalle gestellt und unschuldige SuS der Orientierungsstufe als seltsame Aliens mit bekloppten Perücken auf die Aspiranten losgejagt…. solange die Eltern der Blagen noch nicht den Aufnahmeantrag unterschrieben haben werden sie umworben, wie Gold … sind sie dann im System eingepreist, dann kümmert sich die SL und die „erweiterte Schulleitung“ (die es nach Aussage unserer SL gar nicht gibt) einen Dreck um die, in weiten Teilen nicht gymnasialfähigen Kids … das übernehmen dann die dummen pädagogischen Frontschweine,die die ganze Arbeit wuppen.

Jedes Jahr aufs Neue … immer wieder kritisiert und offen vorgetragen und eingefordert … und jedes Jahr der gleiche Scheiß.

Wer will sich solchen absurden Strukturen auf Jahrzehnte hinweg aussetzen…

0815
22 Tage zuvor

Fraglich ist, ob die Wirtschaft die potentiellen Referendare vorher abwirbt oder ob sich die Länder zu wenig Mühe geben, um sich die Mitarbeit der potentiellen Referendare beizeiten zu sichern. Wenn ich sehe, wie schwer es viele Bundesländer Lehrkräften im Ländertauschverfahren oder bei der höhengleichen Versetzung von Bundes- zu Landesschulen machen, dann glaube ich nicht daran, dass sich die Länder ernsthaft um Menschen bemühen, die das Referendariat beginnen können.

Ökonomisch ist das doch auch nachvollziehbar. Vakante Stellen, Quer- oder Seiteneinsteiger kosten viel weniger als Lehrkräfte mit Referendariat. Das entlastet die Haushalte erheblich und nachhaltig.

Da ist es für die Länder eine glückliche Fügung, dass sie Geld sparen und den Schwarzen Peter dem allgemeinen Lehrermangel zuschieben können. Für den sie wirklich gar nichts können.

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  0815

Die Ironie in Ihrem letzten Satz ist göttlich.

0815
19 Tage zuvor
Antwortet  Biene

Danke. Sehr nett von Ihnen.

Karl Heinz
22 Tage zuvor

– „Da kann es gut sein, dass…“
Herr Speck beschränkt sich auf Mutmaßungen, weil keine belastbaren Fakten vorliegen.

– «Mehr Coaching- und Beratungsangebote, die Studierende nutzen können, wenn sie Zweifel haben, ob die Arbeit als Lehrkraft das Richtige für sie ist und ein flächendeckendes Netzwerk an Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern aus erfahrenen Lehrkräften…“
Wie bereits Schotti anmerkte – Augenwischerei, Spiegelfechterei…
Die flächendeckenden Ansprechpartner*innen könnten auch flächendeckend davon abraten, sich diesen Murks anzutun…

Wenn ich angehende Lehrkräfte im VD spreche, bekomme ich grundsätzlich IMMER die Aussage, dass man mit dem, was man bisher im Studium gemacht habe, in der Praxis (fast) nichts anfangen könne.
VD-ler*innen sind also zunächst auch sowas ähnliches wie Seiteneinsteiger*innen.

In gewisser Weise müsst man wohl das Studium von Grund auf neu gestalten.
Und zudem die Arbeitsbedingungen deutlich attraktiver machen.
Kurzum – das gesamte Bildungssystem gehört reformiert.

Das wird aber Streit geben, wie es reformiert werden soll,
dann wird es viel Geld Kosten, was niemand investieren mag…
Also bleibt alles wie es ist…

Palim
20 Tage zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Wenn ich mit VDler:innen zu Beginn spreche, klopfe ich ab, was sie als Rüstzeug mitbringen. Viele können Unterricht planen und haben im Studium vieles erlernt, was sie nun im VD anwenden.
Es ist je nach Uni recht unterschiedlich, hinzu kommen die Erwartungshaltungen:
Die Uni ist kein Rezeptbuch für guten Unterricht, sondern ein Studium, das einen für die nachfolgende Aufgabe befähigt: Man hat das Fachliche verinnerlicht, kann sich schnell in Themen einarbeiten und sollte dazu im Bereich Pädagogik Grundlegendes erlernt haben, damit man in den kommenden 40-50 Jahren die Anforderungen des Berufes bewältigen kann.

Die Ausbildung ist damit nicht abgeschlossen. Das wäre mein Kritikpunkt am VD, dass es sich oft wie volle Arbeitsstelle und immerwährende Prüfungssituation gestaltet, in der ein Unterrichtsbesuch den nächsten jagt, statt den VDler:innen Raum für ihre Entwicklung zu lassen.

Klaus
21 Tage zuvor

Lehrer 41 Stunden Wochen mit Überstunden, Klassenfahrten, Abendveranstaltungen und Ausflügen.

Keine richtigen Zuschläge dafür, keine Schichtzulage etc.

alles schön vor Ort

Andere: 35 Stunden Woche, homeoffice, 4 Tage W, digital, Boni, Zulagen Gehaltssteigerung über 10%

Das wird (leider) immer unfairer und geht immer weiter auseinander 🙁 🙁

Sandrina
21 Tage zuvor
Antwortet  Klaus

Nein. Lehrer bekommen ihre Überstunden mit ihren üppigen Bezügen abgegolten. Unfair ist, dass diese auch an jene gezahlt werden, die sich einen faulen Lenz machen.
Schon mal überlegt, in welchen anderen Jobs ein Geschichts- oder Erdkundelehrer so viel Geld verdienen würde? Und wie viel er dafür arbeiten müsste? Und vor allem: wie viele von diesen Jobs es gibt. Lehrer ist eine Massenfunktion, keine gehobene Leitungsfunktion.

Dj Tim
21 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Welche üppigen Bezüge
die 2700 am Ende sind ein Witz für ausgebildete Leute in Inflationszeiten.

35 Std Woche bei vollem Lohnausgleich bzw 4 Tage Woche für Lehrer finde ich mittlerweile auch sehr angebracht!!

pfk
20 Tage zuvor
Antwortet  Dj Tim

Bildung bedeutet nicht Reichtum. Aufstieg durch Bildung funktioniert bis zu einer gewissen, nennen wir es mal Kaste, dann kommt das Plateau, einer schwammigen Mittelschicht.
Danach reiche Geburt/Erbe also arbeitsloser Reichtum, extreme Asozialität und/bzw. Rechtsbeugung und Missbrauch. Anders hat es noch niemand vorgemacht.
Schön wäre es trotzdem, wenn der/die Bildungsbürgerin existierte. Allerdings ist eben jene/r auch nur eine Erfindung des letzten Jahrtausends.

unverzagte
20 Tage zuvor
Antwortet  pfk

Meinen Sie mit „extremer Asozialität“ Wohlstandsverwahrloste ?

Fräulein Rottenmeier
19 Tage zuvor
Antwortet  Dj Tim

Woher kommt diese Zahl? Ist das Ihr Nettoverdienst? Sind Sie verbeamtet oder angestellt? Sind Sie verheiratet oder nicht? Haben Sie Kinder? Wo wohnen Sie? Welche Steuerklasse?
Einfach eine Zahl in den Raum stellen, sagt nichts aus….

Walter Hasenbrot
21 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

„Lehrer bekommen ihre Überstunden mit ihren üppigen Bezügen abgegolten“

Offensichtlich haben Sie keine Ahung, wovon Sie schreiben.

Diese Behauptung passt auch nicht zur Ihrer folgenden Behauptung:

„Lehrer ist eine Massenfunktion, keine gehobene Leitungsfunktion.“

Die Abgeltung von Überstunden duch das Gehalt ist laut Gerichtsurteilen nämlich bei Berufen mit „Massenfunktion“ nicht zulässig.

uesdW
21 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Hat es nicht zur Lehrkraft gereicht, oder woher kommt der Frust?

Ich würde gern verstehen, wieviel Sie unter üppigen Bezüge verstehen.
Ich kenne in der Industrie nur einen Personenkreis, bei dem die Überstunden mit üppigen Gejältern abgeglichen sind, und das sind die außertariflich Bezahlten.

Sandrina
19 Tage zuvor
Antwortet  uesdW

Ich habe in eine Familie voller Lehrer eingeheiratet. Schwiegereltern beide Lehrer, Schwager Lehrer. Mein Mann nicht, aber gefühlt die ganze Familie.
Frustrierend ist, wie sich Lehrer verhalten, wie viel sie jammern und mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihren Status ausnutzen.
Der Wohlstand, der in dieser Familie vorhanden ist ist nicht ererbt. Sparsamkeit sehe ich auch nicht. Dreimal im Jahr in Urlaub, Ferienwohnung in den Bergen. Und eine Viertagewoche wird auch vorausgesetzt. Bei meiner Schwiegermutter hat das bisher immer geklappt. Dieses Jahr das erste mal nicht. Jetzt ist sie erstmal krank und kuriert sich in den Bergen aus.
Mein Schwager ist Lehrer geworden, weil seine Mutter ihm den Beruf empfohlen hat. Weil man sich nicht tot arbeitet. Und weil die Knete stimmt. Und weil man ohne Probleme ein Haus bauen kann. Die Finanzierung ist gesichert und man hat viel Zeit für Urlaub.
Und genau so leben diese Menschen.
Üppige Bezüge und üppige Arroganz.

Fräulein Rottenmeier
18 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

ihre Beobachtungen sind vielleicht nicht ganz verkehrt, zumindest was den Verdienst betrifft. Schaut man nur darauf, könnte man durchaus zu dem Schluss kommen, dass dieser sehr auskömmlich ist. Was die dafür zu leistende Arbeit betrifft, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Die Arbeitszeitverdichtung ist deutlich höher geworden, das „Klientel“ hat sich rasant verändert, die Ansprüche an Lehrer haben sich auch verändert…..
Sie sehen es an Ihrer Schwiegermutter: eine 4 Tage-Woche ist nicht mehr selbstverständlich, auch Teilzeit nicht mehr….und ja, im Alter hat man auch nicht mehr die Nerven wie mit Mitte dreißig…..da kann man schonmal jammern….

Sandrina
15 Tage zuvor

Ich gebe Ihnen tendenziell Recht.
Allerdings ist alleine die Tatsache, dass die 4 Tage Woche früher selbstverständlich ist erschreckend und zeigt, auf welchem Ausgangs- und Anspruchsniveau wir uns bewegen.
Die Vorstellung, für sein Geld nichts tun zu müssen und sehr gut versorgt zu werden, einfach nur weil man studiert hat und weil man denkt, dass das nur fair ist ist naiv.
Meine (zugegebenermaßen sehr steile) These ist, dass viele viele Lehrer geworden sind, weil sie gehofft oder erwartet haben, mit vielen Ferien und oh-ja-Einsatz sehr sehr gut bezahlt zu werden. Und dass man eben auch als Lehrer etwas leisten muss bringt viele auf den Boden der Tatsachen.
Es gibt nicht wenige, die machen es sich trotzdem so, wie sie es sich vorgestellt haben. Und es gibt eben auch viele, die wie bockige Kinder „aber aber“ rufen und mit allen möglichen „Vergleichsgruppen“ argumentieren, warum sie so unfair behandelt werden.
Dass sich die Rahmenbedingungen massiv verändert haben, da gebe ich Ihnen vollumfänglich Recht. Aber das trifft auch auf andere Berufe zu.

konfutse
15 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Hallo Sandrina,
das hört sich ja genial an. Da habe ich tatsächlich etwas falsch gemacht..
Ich für meinen Fall kann nur sagen, dass ich jetzt erst mit meinem Mann (auch Lehrer) anfange, 2x im Jahr in den Urlaub zu fahren. Wir sind beide 26 Jahre dabei und haben 3 Kinder großgezogen. Gerade bin ich im Urlaub (in den Osterferien zum ersten Mal in meinem Leben in den Urlaub geflogen!!!) Und sehe hier vor Ort sehr viele junge Familien (mitunter mit 3 Kindern) und wundere mich, wie die das schaffen. Flug, Hotel, die gehen Essen, an der Strandbar gibt’s für jeden einen Eisbecher oder ein Mittagessen. Das war bei uns nicht drin, obwohl wir beide Lehrer sind.
Skifahren mit 3 Kindern? Keine Chance! Fernreisen? Never ever. Das konnten Freunde von uns mit ihren Kindern: Japan, Afrika, Amerika, England…Aber witzig: keiner von denen ist Lehrer. Aber: schön für all diese Menschen, dass sie das können und dass es Ihnen allen so gut geht.
Ob die alle Lehrer sind? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Und? So isses halt.
Wir haben unseren Kindern unseren Beruf nicht weiterempfohlen. Im Gegenteil:
Meine Kinder konnten beobachten, dass das WE bei uns mit Arbeit belegt war und immer noch ist. Die hatten darauf keinen Bock.
Auch Fakt: Jahrzehntelang hatte ich beispielsweise nie einen 1. Mai mit meiner Familie; ich war immer mit Prüfungskorrekturen (Erst- und Zweitkorrektur.) beschäftigt. Das ist der Job. So ist er halt. Andere Feiertage sind und waren immer mit Arbeit belegt. So ist der Job. Das muss man halt wissen.
Mein Mann war unterhälftig beschäftigt und hat mir den Rücken freigehalten. Er raus aus dem Haus, damit ich meine Korrekturen, die neben dem täglichen Geschäft anfielen, erledigen konnte.
Heute andersherum: Da er 3 vorbereitungsintensive einstündige Fächer hat und mit 21 Stunden 9 Klassen unterrichtet, hat er quasi kein einziges Wochenende frei. Wir arbeiten für unsere Ferien vor. Während der Schulzeit haben wir unsere 44-50 Stundenwoche. Obwohl die Kinder aus dem Haus sind. Obwohl wir beide „alte Hasen“ sind. Das ist der Job. Dafür werden wir bezahlt.

Ja, jetzt sind wir mal dran. Jetzt fangen wir tatsächlich an, mit Mitte 50, Urlaub zu machen. In Europa. Fernreisen sind bei uns momentan nicht drin. Wir müssen unser Reihenmittelhäuschen noch bis zur Pension (67 Jahre) abbezahlen. Ein Ferienhaus haben wir auch nicht. Auch gut. Besitz verpflichtet und bindet. Wir gehen nicht Essen, gehen nie mal ein Wochenende in Wellnesshotels oder so, aber wir gönnen uns Konzertkarten oder Bücher oder kaufen die teuren Dosentomaten oder das teure Olivenöl. Oder vergleichen nicht immer im Supermarkt die Preise. Das ist unser Luxus. Dafür eben nicht 4x im Jahr Urlaub.

Wir haben es geschafft, dass unsere Kinder alle eine Ausbildung geschafft haben und berufstätig sind. Sie sind Steuerzahler. Fein.
Ich selbst habe für 3 Kinder insgesamt 9 Monate Erziehungszeit gehabt. Anders hätten wir uns das kleine, piefige Reihenmittelhaus nie leisten können.
Vielleicht ist meine Familie ein schlechtes Beispiel für Sie.
Ehrlich: ich bin zufrieden mit meinem Leben. Ich meckere nicht und war auch nie neidisch auf andere, die „wohlhabender“ unterwegs waren. Weil: es hat halt nur zum Lehrer gerecht. Ich hätte ja in die freie Wirtschaft gehen können oder hätte eine andere Berufsausbildung machen können. Hab ich aber nicht. Ich war zu doof und es hat nur für Lehrer gereicht. So isses halt gelaufen. Und: Im Vergleich zu anderen Menschen haben wir es ohne Erbe alleine zu einem bescheidenen Wohlstand geschafft. Mein Sparbuch umfasst 15 000 Euro, also mehr als andere ihr Lebtag gehabt haben. Es geht mir gut. Darüber freue ich mich.

Aber was lief denn bei Ihnen so schief, dass Sie Ihren Lieben nicht mal den Trauerrand unter den Fingernägeln gönnen? Macht Ihnen die Schwiegermutter das Leben schwer? Der Schwager, macht er sich über Sie lustig, weil Sie nicht Lehrerin geworden sind?
Ich kann Ihnen versichern, dass es derzeit sehr einfach ist, als Quereinsteigerin im Lehrerberuf fußfassen können. Sie hätten mit Ihrer angeheirateten Familie einen prima Support. Wagen Sie es! Im Prinzip können Sie nur gewinnen.

Es grüßt Sie ganz herzlich
Konfutse

Sandrina
15 Tage zuvor
Antwortet  konfutse

Vermutlich liegt die Wahrheit dazwischen…
Generell kann ich sagen, dass viele Familien (egal, welcher Berufsgruppe die Eltern angehören) auf dem Zahnfleisch gehen. Und dass es viele Eltern gibt, die nicht „für die Ferien vorarbeiten“ können und deshalb zumindest bei jüngeren Kindern alle sechs Wochen Betreuungstetris spielen. So auch mein Mann und ich.

Zur Wahrheit dazwischen gehört auch, dass verbeamtete Lehrer bei drei Kindern vermutlich alleine durch den Kinderzuschlag (den angestellte Lehrer und Arbeitnehmer nicht bekommen) den Betrag auf Ihrem Sparbuch in wenigen Jahren um ein Vielfaches übertreffen.
Zur Wahrheit gehört auch, dass sich viele Arbeitnehmer nicht bewusst sind, was nach Eintritt in die gesetzliche Altersrente auf sie zukommt. Dann ist nämlich Schluss mit New York, Rio, Tokyo.

Es freut mich sehr zu lesen, dass Sie mit Ihrem Leben und Ihrem Wohlstand zufrieden sind. Wenn man die Kommentare hier im Forum liest ist das aber bei Weitem nicht bei vielen Lehrern der Fall. Ich lese nur davon, dass „alle anderen“ mehr verdienen, weniger arbeiten, Boni und Dienstwagen bekommen, voll ausgestattete Arbeitsplätze zuhause und anderswo haben und und und.

Und nein: was den Lehrern bleibt ist nicht nur „ein Trauerrand unter den Fingernägeln“. Es ist ein sehr sehr gutes Auskommen – und das (zumindest bei Beamten) auf Lebenszeit.

(Sagen Sie bitte nicht zu laut, dass es „nur zum Lehrer gereicht hat“. Sie könnten sich den Zorn ihrer Zunft auf sich ziehen. Und falls es Sie tröstet: auch die Wirtschaft produziert nicht ausschließlich Millionäre. Nicht unter den Akademikern, nicht unter den Tariflern und auch nicht unter den ATlern. Von daher haben Sie vollkommen Recht: es ist wie es ist. Aber „wie es ist“ kann man – so finde ich – auch mal aus Nicht-Lehrersicht beschreiben. Vielleicht ist es dann auch eher ein „wie es scheint“. Warum dann aber Lehrer (nicht alle, aber zumindest meine angeheiratete Familie) glaubwürdig den Schein aufrechterhalten, dass das System ein Selbstbedienungsladen ist ist eine andere Frage.

konfutse
15 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Danke für Ihre konstruktive Antwort.

Palim
20 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Für diese Aufgabe braucht es aber eben eine Lehrkraft mit Bachelor, Master und 2. Examen.
Diese Person hätte also auch etwas anderes studieren können und als Akademiker:in einen anderen Beruf ergreifen können, für den man eine gleichwertige Qualifikation absolviert.

Es braucht viele Lehrkräfte, stimmt,
aber angesichts der Alternativen sind immer weniger Menschen bereit, diese Aufgabe zu übernehmen, wenn doch der Aufwand der Ausbildung in anderen Berufen besser abgegolten wird und der Arbeitsumfang dort erfasst und reglementiert bzw. vergütet oder ausgeglichen wird.
Hoffen wir, dass die Arbeitszeiterfassung bald nach EU-Recht umgesetzt wird!

Biene
19 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Träumen wir gemeinsam.

447
18 Tage zuvor
Antwortet  Sandrina

Sie sind da was ganz großem auf der Spur.

Dann würde ich mal sagen:
1) Wir führen ihre Neidvorschläge ein (bestimmt was mit weniger Geld/Urlaub)
2) Und wundern uns danach, wieso bei den ANFORDERUNGEN AN DIE AUSBILDUNGSBIOGRAPHIE in der BRD praktisch keine S** mehr Lehrer werden will.

Sie können das ja mal fix überschlägig mit dem Taschenrechner gegenrechnen – wie viele Jahre an Einkommen man alleine durch Abi-Studium-Ref verliert.

Und mal mit Zahnärzten, Anwälten, Allgemeinmedizinern vergleichen.

Nur zu.

Sandrina
15 Tage zuvor
Antwortet  447

Ui, der Tonfall lässt mich vermuten, dass Sie sich getroffen fühlen. Das tut mir Leid, das war nicht meine Absicht.

Das mit dem Taschenrechner überschlägig gegenrechnen ist mir ehrlichgesagt zu doof, weil ich dann – um auch überschlägig ein realistisches Bild zu bekommen – sämtliche Akademikerberufe mit berücksichtigen müsste. Also auch Kunsthistoriker, schnöde Controller, Buchhalter, Germanisten in Verlagen, …

Ich gehe einfach mal sehr gewagt davon aus, dass nicht alle (auch kein Großteil) derer, die Lehramt studiert haben alternativ Zahnärzte, Anwälte, Allgemeinmediziner geworden wären. Auch keine Diplomaten, Astronauten oder Unternehmensgründer. Bestimmt irre ich mich und Sie können mir das belegen,.

Nur zu.

Samuel
21 Tage zuvor
Antwortet  Klaus

Lehrer arbeiten aber keine Schicht.

kanndochnichtwahrsein
20 Tage zuvor
Antwortet  Samuel

Nee, dafür arbeiten wir aber rund um die Uhr, an Wochenenden, Feiertagen, im „Urlaub“ und Bereitschaft ist eh klar im Vertretungsfall, bei Konferenzen, Elternanrufen, per Mail jederzeit und immer erreichbar.

Dafür erwarte ich schon eine faire Bezahlung!
Und darunter verstehe ich, dass mindestens ein vollständiger Inflationsausgleich kommt, eine realistische Arbeitszeit-/Aufwandseinschätzung oder -erfassung, das Ende der Ungleichbehandlung unterschiedlich bezahlter Lehrkräfte, die Einhaltung des Abstandsgebots für Beförderungs- und Funktionsämter, ausreichenden Arbeitsschutz (in Bezug auf physische und psychische Belastung) und in Ländern ohne Altersgeld dessen Einführung.
Das ist nicht mehr als fair und ich denke, das kann man vom Staat als Arbeitgeber erwarten!
Nett wären auch „echte“ Anerkennungen für die, die Durchhalten – statt dessen wurde alles gestrichen (Jahressonderzahlung, Urlaubsgeld) und die Jubiläumszahlungen sind ein Witz… fand das beschämend, zumal man sie auch noch selbst beantragen muss…

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Samuel

Nee, sie leisten unbezahlte Mehrarbeit während der Unterrichtswochen, die angeblich durch die Zahl der Ferientage, die nicht gesetzliche Feiertage oder tarifliche Urlaubstage sind, ausgeglichen werden.

Ziehen Sie einmal von den 13 Ferienwochen a fünf Unterrichtstagen die 28 Tage Urlaubsanspruch und alle in den Ferien liegenden gesetzlichen Feiertage ab. Da bleiben dann nicht mehr viele Tage für den Ausgleich bzw. das Abfeiern der unbezahlten Mehrarbeit. Btw bezahlte Mehrarbeit kommt ja durch die Vertretungspläne noch on top auf die Deputatsverpflichtung.