Kretschmann über Forderungen der Lehrerverbände: „Immer dasselbe – mehr Lehrer, kleinere Klassen! Das ist so öde“

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STUTTGART. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat in einem großen Interview mit der „Zeit“ über Bildungsfragen räsoniert – und dabei über seine persönlichen Erfahrungen als Schüler und Lehrer wie auch über seine schulpolitischen Vorstellungen gesprochen. Der Realschullehrerverband (RLV) spricht von „verstörenden Äußerungen“.

„Ich habe meine Schüler im Biounterricht an Kröten lecken lassen“: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Kretschmann über seine Zeit als Lehrer: „Ich war nie der Kumpel meiner Schüler. Ich habe immer versucht, über die Sache zu begeistern, über die Neugier fürs Fach und nicht über meine Person“, so sagt Kretschmann. „Mein Unterrichtsstil war geprägt von der Fragen entwickelnden Methode.“ Er sei dabei allerdings experimentierfreudig gewesen. „Ich habe meine Schüler im Biounterricht an Kröten lecken lassen. Eine recht unterhaltsame Aktion, denn einige Kröten haben einen Abwehrmechanismus auf der Haut, der aktiviert wird, wenn man daran leckt. Der Schleim enthält einen Stoff, der beim Menschen den Puls in die Höhe treibt. Irgendein mutiger Schüler fand sich immer.“

Über Pädagogik: „Es gibt zwei Denkschulen in der Pädagogik, die einen sind die Töpfer, die anderen die Gärtner. Die Gärtner sagen, man muss nur gute Bedingungen schaffen, dann wächst das Kind von allein. Die Töpfer gehen davon aus, dass man das Kind formen müsse. Die Wissenschaft sagt, beide Methoden haben Erfolg, wenn der Lehrer weiß, was er tut. Am Ende landet man immer bei der Lehrerpersönlichkeit. Ich war jedenfalls ein Töpfer.“

Über Regeln und Lehrpläne: „Damals war das lockerer. Mich haben die ganzen Vorschriften wenig beeindruckt.“ Den Lehrplan habe er nicht sonderlich gut gekannt. „Wenn ich organische Chemie unterrichten soll, dann weiß ich als Chemielehrer doch, was ich zu tun habe.“

Über Erfolgserlebnisse: „Das Schönste am Lehrerberuf ist für mich, etwas Kompliziertes zu erklären, und nach mehreren Anläufen haben es alle – oder fast alle – in der Klasse verstanden. Das ist ein großartiges Gefühl! Deshalb habe ich immer viel Arbeit in die Konzeption meiner Klassenarbeiten gesteckt. Ich habe einige sogar aufbewahrt und schau mir die heute manchmal noch an. Ich wollte, dass meine Schüler in den Tests zeigen, dass sie einen Erkenntnisschritt gemacht haben. Wem das gelang, der bekam schon ein Gut von mir.“

Über seine eigene Schulzeit: „Wir waren sehr faul damals. Viel fauler als die Schüler heute. Allein in meiner Oberstufenklasse war die Hälfte im Laufe der Schulzeit einmal sitzen geblieben. Auch die Lehrer sind heute viel besser als zu meiner Zeit: menschlich, pädagogisch, didaktisch. Das waren früher teilweise schlimme Typen.“

Über seine Zeit als Schüler in einem katholischen Internat: „Schwarze Pädagogik durch und durch, jeden Tag. Wer in Latein schlechter als vier minus war, musste sich beim Pater Rektor Ohrfeigen abholen und zum Nachhilfeunterricht. Dort hockte man am Tisch und musste deklinieren, und bei einem Fehler sauste der Stock auf den Kopf, zack, zack, zack. Die schlugen uns auf den Kopf!“

Über Schule heute: „Die Paukschule, wo geprügelt wird, gibt es nicht mehr – zum Glück. Aber dass man heute für fast alles Verständnis haben soll, finde ich befremdlich. Es gibt nun einmal auch heute noch faule Schüler.“ Der Lehrerberuf sei schwieriger als früher. „Früher hatten die Kinder ein bisschen Angst, als sie in die erste Klasse kamen, aber der Lehrer konnte stante pede mit dem Unterricht beginnen. Heute dauert es Wochen, bis alle Schüler überhaupt stillsitzen können. Dieses veränderte Sozialverhalten stresst die Lehrer.“

Über die Lehrerverbände: „Die klagen immer. Wenn ich deren Presseerklärungen lese, ist die Schule die Vorhölle. Auch ihre Forderungen sind immer dieselben: mehr Lehrer, kleinere Klassen. Das ist so öde. Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Ganztag, mehr fächerübergreifendes Lernen und mehr Steuerung der Ressourcen hin zu Schulen, die eine besonders herausfordernde Schülerschaft haben.“

Über Eltern: „Mit einigen war es schon schwierig, als ich noch Lehrer war. Da kamen oft diejenigen zu den Gesprächen in die Schule, bei deren Kindern es gar keine Probleme gab, die anderen ließen sich nicht blicken. Heute arbeiten Schule und Elternhäuser teilweise sogar gegeneinander – dabei ist die Erziehungspartnerschaft die Grundlage für eine gute schulische Entwicklung des Kindes. Ein Beispiel ist die Übergangsempfehlung nach der Grundschule. Seit zehn Jahren ist sie bei uns im Land nicht mehr verpflichtend. Ich habe schon damals an die Eltern appelliert: Bitte ignorieren Sie die Grundschulempfehlung nicht, vertrauen Sie den Lehrern! Eltern weichen immer wieder vom Lehrervotum ab. Manche glauben, ihre Kinder gehören aufs Gymnasium, auch wenn der Lehrer zur Realschule rät. Diese Form der Selbstermächtigung beunruhigt mich. Klar sollen sich Menschen in einer Demokratie informieren und eine eigene Meinung bilden. Problematisch wird es, wenn sie glauben, dass sie alle gleich Experten sind.“

Über neue Unterrichtsinhalte: „Der Umgang mit neuen Medien gehört für mich unverzichtbar in die Schule! Kinder und Jugendliche müssen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz verstehen, was jetzt ‚Welt‘ bedeutet und wie man sich als Bürger verlässlich informiert. Überhaupt: Wir brauchen mehr Schulung der kritischen Urteilsfähigkeit.“

Über verzichtbare Unterrichtsinhalte: „Ich frage mich: Ist Rechtschreibung tatsächlich so wichtig, wenn das Schreibprogramm alles korrigiert? Und wenn das Handy Gespräche in fast jede Sprache der Welt in Echtzeit übersetzen kann – brauchen wir dann noch eine zweite Fremdsprache in der Schule als Pflichtfach?“

Reaktion des Realschullehrerverbands Baden-Württemberg: „Disqualifikation in Bildungsfragen buchstabiert man spätestens ab heute an den Schulen K-r-e-t-s-c-h-m-a-n-n!“

Hier geht es zum vollständigen Interview in der „Zeit“.

Bundesland streicht „Fehlerquotienten“ – und löst damit bundesweite Debatte um den Wert der Rechtschreibung aus

 

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kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

„Auch ihre Forderungen sind immer dieselben: mehr Lehrer, kleinere Klassen. Das ist so öde. Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Ganztag, mehr fächerübergreifendes Lernen und mehr Steuerung der Ressourcen hin zu Schulen, die eine besonders herausfordernde Schülerschaft haben.“

Und wie bitte soll „mehr Ganztag…“ etc. gehen ohne mehr Lehrer und kleinere Klassen, wenn die Kinder eben nicht beim Schuleingang – auch nicht bei dem in der fünften Klasse – von selbst still sein, sitzen bleiben, zuhören, sich respektvoll untereinander und Lehrern gegenüber verhalten können?
Soll das vom Himmel fallen?
Wenn die Eltern es nicht schaffen, Kinder schulfähig in den Schulen abzugeben (zwei Eltern pro Kind – zumindest im Idealfall), wie sollen dann die Lehrer das mit 32 Kindern schaffen??

Den Herrn würde ich gerne mal einladen, eine Woche meinen Unterricht zu übernehmen.
Ich glaube, er wäre ähnlich unvorbereitet auf Schule wie meine Schüler…

ICH finde es „öde“, dass wieder mal das Klischee bedient wird, dass Lehrer immer nur auf hohem Nieveau jammern, ihren angeblich „privilegierten“ Beruf nicht zu schätzen wissen, immer nur „verlangen“ – wobei wir nahe beim Bild von den „faulen S…“ wären, das unserem Beruf und unserer täglichen Arbeit massiv und unsagbar nachhaltig geschadet hat.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

„Über die Lehrerverbände: „Die klagen immer. Wenn ich deren Presseerklärungen lese, ist die Schule die Vorhölle. Auch ihre Forderungen sind immer dieselben: mehr Lehrer, kleinere Klassen. Das ist so öde. Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Ganztag, mehr fächerübergreifendes Lernen und mehr Steuerung der Ressourcen hin zu Schulen, die eine besonders herausfordernde Schülerschaft haben.“

Um seine angesprochenen Wurzeln der Probleme angehen zu können, bedarf es eben mehr Personal und auch kleinere Lerngruppen.

Man merkt an seinen Ausführungen deutlich, dass es er schon sehr lange kein Lehrer mehr ist. Spannend auch, dass ihm Lehrpläne so gar nicht interessiert haben….irgendwie sind seine Ansichten krude….

anka
1 Monat zuvor

Ein alter Mann erzählt von früher. Gäähn.
Deswegen klingt das krude.
Deswegen macht er sich keine Vorstellung von heutigen Problemen obwohl er vor dem Krieg mal ein paar Tage Lehrer war.

Katze
1 Monat zuvor

Mein Unterrichtsstil ist auch geprägt von der fragend-entwickelnden Methode.“ Ich habe viele Fragen und Problemstellungen und bei zunehmend mehr SuS entwickeln sich auch nach mehrjährigem Fachunterricht weder Bereitschaft noch Befähigung zur Beantwortung (Lösung) dieser. Wahrscheinlich ist mein Unterricht zu wenig experimentierfreudig, geschwätzwissenschaftlich, empathisch und lustbetont. Im Chemieunterricht gibt es bei mir zu wenige Lachsalven und Juxraketen. An meinen Talenten in Animation und Clownerie arbeite ich noch.
Ich habe meine Schüler im Biounterricht noch nicht an Kröten lecken lassen, da ich weiß, dass manche zu Konsumenten gereiften SuS ein Leben lang nicht mehr damit aufhören können. Tipp: Bestimmte Pilze (Psilocin) können das Bufotenin im Krötenschleim zielführend ergänzen.
Meinen Puls in treibt in tägliche Unterrichtsarbeit in die Höhe sowie das Geschwätz von Kultus- und Ministerpräsidenten.

Katze
1 Monat zuvor

Berichtigung: Meinen Puls treibt die tägliche Unterrichtsarbeit in die Höhe …

Auch auf Satzbau, Grammatik und Ausdruck legten meine Lehrer noch viel Wert.

Autobahnabfahrt
1 Monat zuvor

Die Argumentation ist seltsam. Wenn man eine Forderung erhebt, diese aber nicht erfüllt wird, soll man sie fallenlassen, weil eine Wiederholung der Forderung „öde“ wird?

Schön wär’s! (für die andere Seite) Man sagt, nein, geht nicht und fertig?!?

Einer
1 Monat zuvor

Aus den Äußerungen kann jeder Lehrer schließen was er mag, aber heute wäre Herr Kretschmann damit niemals Lehrer geworden. Er hätte das Ref nicht bestanden mit lehrerzentrierten Fragen entwickelnden Unterricht. Seine Froschversuche hätten ihm im besten Fall ein Gespräch mit der Schulleitung und im schlimmsten Fall eine Anzeige eines Schülers wegen Tierquälerei oder Nötigung eines Schülers (oder auch beides) eingebracht. Lehrpläne schienen ihm auch nicht wichtig gewesen zu sein – er wußte ja was ein Chemielehrer unterrichten muss. Solche Kollegen kenne ich. Mit denen will niemand zusammenarbeiten oder deren Unterricht fortführen. Für das heutige Ziel der Kompezenzentwicklung sind solche Kollegen nicht zu gebrauchen.
Seine Äußerungen über die wiederholten und berechtigten Forderungen der Verbände sind zu langweilig um seine Aufmerksamkeit länger als einige Sekunden zu fesseln. Seine „Lösung“? Mehr Unterrichtszeit. Die logische Konsequenz mehr ausgebildete Lehrer hat er scheinbar vergessen. Damit gehören diese Äußerungen zum Trump-Niveau.
Genauso die Beurteilung der Wertigkeit von Rechtschreibung. Wenn es danach ginge könnte man Religion auch aus dem Lehrplan streichen, wegen dem Anstieg der Kirchenaustritte und der mittlerweile nahezu völligen Bedeutungslosigkeit der Kirchen im alltäglichen Leben.

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Er hat auch die heutige Grundfrage nicht verstanden: Nicht was unterrichtet werden soll (Lehrplan Chemie), sondern wie ist die zentrale Frage. Wie erreicht man SuS im Zeitalter der kontinuierlichen Reizüberflutung? Und da reichen, s. @Katze, die Experimente und problemorientierter, fragend-entwickelnder Unterricht nicht mehr. Auf Fragen antwortet (reagiert) nämlich keiner mehr…

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Solche Kollegen kenne ich. Mit denen will niemand zusammenarbeiten oder deren Unterricht fortführen.“ Tja, vielleicht war unser Landesvater auch deshalb in einer relativ kurzen Zeitspanne (10 Jahre Schuldienst) an 4 verschiedenen Schulen….

Außerdem, Herr Kretschmann, finde ich Ihre Salbaderei auch öde. Die ist nämlich jedes Mal zum Fremdschämen!

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Man hat den Eindruck, dass Kretschmann immer noch daran knabbert, ein früheres Schultrauma zu verarbeiten. Denn nach seiner Vita, die man ja im Netz nachlesen kann, war er zuerst nicht im staatlichen Schuldienst wg. des damals gültigen „Radiakalenerlasses“, und dann, nachdem er auf Staatstreue überprüft wurde, etwa 10 Jahre im Schuldienst des Landes BW an Gymnasien, bis er sich in die Politik stürzte. Aber in diesen 10 Jahren gibt es 4 Schulorte: Stuttgart, Esslingen am Neckar (Theodor-Heuss-Gymnasium), MengenBad Schussenried (z. B. in https://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Kretschmann). Später dann an einer fünften Schule. Sorry, aber bei uns an der Schule nennt man sowas „Wanderpokal“…

Canishine
1 Monat zuvor

„Das ist so öde.“
Ich sollte dringend mein pädagogisches Konzept überdenken, wenn ich als Lehrer nun auch noch Herrn Kretschmann langweile. Einen Politiker mehr dort abholen, wo er steht, mehr Inhalte aus seiner Lebenswelt und vor allen Dingen kein Leistungsdruck, das traumatisiert und demotiviert. Ich glaub‘, ich zeig‘ nen Film … aber welchen?

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Honig im Kopf.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Böse 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Zutreffend

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Treffer, versenkt!

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Vielleicht irgendwas mit Kröten. Wir Lehrkörper sollen eine Kröte nach der anderen schlucken (nicht ablecken).
Lehrer als Abholer und Ausgleichsventile gegen den von uns aufgebauten bösen, traumatisierenden Leistungsduck – ganz mein Humor!

„Wahrscheinlich gibt es nicht viele Berufe, an die die Gesellschaft so widersprüchliche Ansprüche stellt: Gerecht soll er sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig, straff soll er führen, doch taktvoll auf jedes Kind eingehen, Begabungen wecken, pädagogische Defizite ausgleichen, Suchtprophylaxe und Aids-Aufklärung betreiben, auf jeden Fall den Lehrplan einhalten, wobei hochbegabte Schüler gleichermaßen zu berücksichtigen sind wie begriffsstutzige. Mit einem Wort: Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.“ Prof. Dr. Müller-Limmroth

Beste Laune zeigen viele SuS und deren Eltern nur noch, wenn die bei minimalster Anstrengung (also bitte auch kein Nebel und unwegsames Gelände mehr) die maximalste Bestnote (also ein Zielort nicht drei) ausgelobt wird, denn hochbegabt sind sie doch alle.

An der Suchtprophylaxe ist Kröten-Kretschmann jedenfalls gescheitert.

Schulmeister
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

„Gerecht soll er sein, der Lehrer, und zugleich menschlich und nachsichtig,“
Das ist per Se kein Gegensatz, es sei denn, man begreift Gerechtigkeit rein formalistisch- ohne Absehen der Person. Aber das ist es ja gerade nicht

Finagle
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Da hat jemand wohl zu viele Kröten gekostet, dass er nichts mag, was Kröten kosten, da es seinen Puls hochtreibt… oder eben weil es ihn wegen des Desensibilisierungeffektes langweilt…

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Krude Phantasien und Erinnerungen eines alten Mannes, der in seinen jungen Jahren mal Lehrer war.

Allerdings so kurz, dass die Geschichte dadurch nicht beeinflusst wurde.

GriasDi
1 Monat zuvor

Von den MinisterpräsidentInnen und den KultusministerInnen immer dasselbe. Das ist so öde.

Stoffel
1 Monat zuvor

Der gute Mann hat definitiv von heutiger Schule keine Ahnung!

Jette
1 Monat zuvor

Herr Kretschmann kommt mir vor wie der Schüler Pfeiffer in der Feuerzangenbowle: Er verklärt eine Schule von früher und hängt Altmännerträumen nach.
Im Gespräch wird aber deutlich, dass er absolut keine Vorstellung von Schule in der Realität hat.
Bedenklich, zumal auch die Kultusministerin, sowie die Schulbehörden weit weg vom tatsächlichen Geschehen sind.
Ich sehe auf breiter Front niemanden, der sich mit Realitätssinn und Problembewusstsein für die LehrerInnen einsetzt. Wer kann, sollte so schnell wie möglich weglaufen,-eine Besserung ist nicht in Sicht!

Dr. Hans
1 Monat zuvor

Ich bin immer wieder beschämt, wie weltfremd und naiv wir Lehrkräfte doch sind. Daher bin ich dankbar für gute Ratschläge und Tipps von Menschen, die sich besser mit dem Arbeitsplatz Schule auskennen als wir. Eine Bitte noch, damit ich diese auch im Alltag umsetzen kann: Falls die Redaktion die Möglichkeit hat, könnte sie eventuell bei Herrn Kretschmann anfragen, wo man günstig eine Krötenfalle erstehen kann? Als Grüner hat er da bestimmt einen guten Überblick.

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Dr. Hans

Die stehen bestimmt unter Naturschutz. Sonst im Zoo, für 18,00 Eintritt.

Fragezeichen
1 Monat zuvor

Guter Text. Interessant. Viele sympathische Gedanken!

Hans Hoffmann
1 Monat zuvor
Antwortet  Fragezeichen

Ironie bitte als solche kennzeichnen. 😉

Schulmeister
1 Monat zuvor

Interessant, was unser Ex – Kollege und mein derzeitiger Landesvater über seine Schulzeit als Schüler und Lehrer zu berichten hat. Es ist allerdings zu merken, dass es schon sehr lange hier ist und es kommt alles auch etwas verklärt daher. Wie viele Politiker kann er sich aber dann doch nicht den einen oder anderen Seitenhieb auf die fordernden Lehrer verkneifen. Eigentlich schade, denn er müsste es besser wissen. Bei der Passage über seinen Umgang mit den Vorgaben der Lehrpläne habe ich fast schmunzeln müssen. Er hatte offensichtlich das selbe Problem wie viele von uns heute, ein Unverständnis dem gegenüber, was als Vorgabe gesetzt ist und was die Schüler dementsprechend können beziehungsweise wissen sollten. Aber, damals wie heute kommen diese Vorgaben aus der Politik.

447
1 Monat zuvor

Die klagen immer, die Politiker. Wenn ich deren Presseerklärungen lese, ist die Schule die Vorhölle. Auch ihre Forderungen sind immer dieselben: mehr Stunden unbezahlt draufwuppen, Politiker- und Politikmist ausgleichen. Das ist so öde. Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Halbtag zum Korrigieren, mehr richtiges Lernen von konkretem Wissen und mehr Steuerungsmöglichkeiten für Schulen, die eine besonders dreiste Schülerschaft haben.

Ähnlichkeiten zu den Aussagen eines gewissen Herrn K. weise ich streng zurück.

Kerstin
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Mehr Halbtag brauchen vor allem die Schüler. Kinder und Jugendliche den ganzen Tag über in Schulen und Kitas zu betreuen (einzusperren), nur damit auch mehr Frauen berufstätig werden, um der Wirtschaft und den Steuereinnahmen zu dienen, ist inhuman und sorgt für eine ungesunde Entwicklung. Das Ganze findet dann unter dem Etikettenschwindel „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ oder „Gleichberechtigung der Frauen“ statt.

Welche negativen Auswirkungen das auf die Familien, insbesondere die Kinder und die einstige Bildungs– statt Betreuungsstätte Schule hat, ahnen aufmerksame Beobachter nicht nur, sondern wissen es längst: Allgemeiner Bildungsverfall, dazu eine explosionsartige Zunahme von psychischen Störungen bei Kindern.

Es gibt viele Gründe, warum unsere ach so moderne und angeblich fortschrittliche Welt gerade für die kindliche Entwicklung viele Gifte enthält. Einige werden auch klar benannt. Ganztagsschulen und -kitas gehören allerdings nicht dazu. Sie werden weiterhin als tolle Errungenschaft einer moderneren und besseren Welt dargestellt. Mängel an ihrer äußeren Ausstattung und den Rahmenbedingungen kommen höchstens zur Sprache, doch das systemische Übel, in dem Kinder heute aufwachsen, wird weiterhin schöngeredet und unter den Teppich gekehrt.

Sogar unser Pisa-Papst Andreas Schleicher – einst glühender Anhänger von immer mehr staatlicher Bildung, Erziehung und Betreung – hat in einer Nebenbemerkung zum jüngsten Pisa-Test zugegeben, dass die Annahme und Behauptung vieler Fachleute, der Staat könne die Eltern schadlos ersetzen, ein jahrzehntelanger Irrtum aus Naivität gewesen sei.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Die Behauptung, der Staat könne es besser als Eltern ist ein klassisches Merkmal vor-totalitärer oder totalitärer Systeme.

Ich sage nur: „Lufthoheit über den Kinderbetten“.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ja, sämtliche Parteien außer AfD und CSU sind im Kern diktatorisch. Wissen wir doch.//

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Komisch, in der DDR gab es keine/kaum Ganztagsschulen, den Hort gab es nur bis zur 4. Klasse und freiwillig. So weit ich weiß, gibt es auch in Russland kaum Ganztagsschulen, außer Spezialschulen und Internaten.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ergänzung: die Frauen-Erwerbsquote ist in Russland recht hoch und war sie in der DDR auch. Ganztagsunterricht habe ich erstmals in Großbritannien kennengelernt, ist das ein (vor-)totalitärer Staat?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich bin übrigens gegen flächendeckende Ganztagsschulen, da sie den Kindern und Eltern viel Selbstvertrauen und Selbständigkeit rauben. Ganztag bitte nur für Grundschulkinder und für die, die wirklich Hilfe brauchen.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  447

So, fertig gelacht. Ich freue mich für jedes Kind, jeden Jugendlichen, dass es ein staatliches Bildungssystem gibt und es nicht vom Zufall der Geburt/ des Elternhaus abhängt, ob ein Kind versorgt wird.
Aber natürlich lebe ich in einer Diktatur und bin nur zu doof, um es zu bemerken.
Bei dem Wort “ Lufthoheit“ hat der Geschichtslehrer in mir übrigens weitere Assoziationen….was war das noch, ich komme gleich drauf…1933…1939…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Schön, wenn Sie etwas zu lachen haben.

Als Geschichtslehrer sollten Sie das von mir benannte Zitat vielleicht googeln – Sie könnten…leicht…überrascht sein, wer der Urheber war, es war weder Bärtchen-Mann noch einer seiner Genossen…

Im übrigen ist gegen ein staatliches Schulsystem natürlich garnichts einzuwenden, ist ne Erfolgsgeschichte.

Die ständigen Ausweitungsphantasien finde ich dagegen bedenklich.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Wie ist das eigentlich im Ausland mit dem Ganztag? Und sind dort alle Kinder viel gestörter als Kinder in Deutschland?
Ich bin kein Kretschmann-Fan, aber Ganztag per se zu verteufeln, ist auch falsch.

Kerstin
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was für eine Frage! Müssen „alle Kinder“ im Ausland noch „viel gestörter“ sein als die hiesigen Kinder, damit eingesehen wird, dass die Ganztagsschule Kindern nicht guttut?
Und ja, den Ganztag per se zu verteufeln, ist falsch. Ich schätze ihn sogar für Kinder aus problematischen Elternhäusern.
Mein Problem ist der politisch gewollte Ganztag für alle.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Ihr Post legte nahe, dass Sie Mutti gern zuhause hätten.

Kerstin
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es soll sogar Muttis geben, die (zumindest in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder) gern zu Hause blieben, sich das aber aus mehreren Gründen nicht leisten können, .
Zu fragen wäre auch, warum wir und andere westliche Länder eine so katastrophale Geburtenrate haben. Kinder in die Welt zu setzen, um sie von anderen betreuen und erziehen zu lassen, ist für viele Paare anscheinend nicht so prickelnd.
Außerdem: Wie viele Frauen machen Karriere oder gehen täglich voller Begeisterung und Vorfreude zur Arbeit?
Ja, ich hätte Mutti oder auch Vati gern zu Hause, zumal sich immer mehr abzeichnet, dass Schulen und Kitas die elterliche Erziehung nicht ersetzen können.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

„Außerdem: Wie viele Frauen machen Karriere oder gehen täglich voller Begeisterung und Vorfreude zur Arbeit?“
Ach ja, Frauen haben Vorurteile gegen Frauen? Oder sind Sie keine?
Und da es bisher nur wenig Ganztag gibt, können Sie gar nicht wissen, ob es für viele Kids nicht doch besser wäre.
Tatsächlich sind die Kids mit den größten Problemen diejenigen, deren Eltern „sehr viel nicht auf Arbeit“ sind. Ähem.
Ja, schön wäre es, wenn man bestimmte Eltern verpflichten könnte. Leider wird es das in Deutschland niemals geben.

Bettina
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wo sehen Sie ein Vorurteil von Kerstin gegen Frauen? Es stimmt doch, dass viele Arbeitnehmer (sowohl Frauen als auch Männer) nicht Karriere machen und auch nicht „voller Begeisterung und Vorfreude täglich zur Arbeit“ gehen.
Gerade von den Lehrern und Lehrerinnen würden doch viele lieber heute als morgen den Beruf an den Nagel hängen.
Und unsere Geburtenrate zeigt doch auch, dass Kinderkriegen nicht (mehr) sonderlich beliebt ist. Wo also steckt das Vorurteil??

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Bettina

1. Seit wann sind Lehrer Frauen?
2. Ich denke, Kerstin meint tatsächlich etwas anderes, denn sie schrieb eben nicht „Frauen und Männer“.
3. Ich habe keine Kinder, weil es nicht meine Priorität war. Es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass alle Menschen unbedingt Kinder wollen. Und wenn wir uns dagegen entscheiden dürfen, dann nutzen das viele eben. Früher war Kinderlosigkeit ein Makel. Zum Glück ist das nicht mehr so!

Gabi
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Generisches Masculinum!

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Gabi

Nö, da steht „von Lehrern und Lehrerinnen“, Gabi.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und wo ist da das Problem? Verstehe den Bezug ehrlich gesagt gar nicht. Stimmt doch, was Bettina geschrieben hat?

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Na, „bestraft“ wird man für Kinderlosigkeit trotzdem. Das beginnt bei dummen Bemerkungen („wolltet ihr nicht oder konntet ihr nicht“, „Enkelkinder kann man wohl vergessen“, „das versteht man nur, wenn man eigene Kinder hat“), einem immer noch vorhandenen Rechtfertigungszwang besonders für Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden bis hin zu Zwangsvollzeit, deutlich höherem Pflegebeitrag und – dank Ortszuschlag für jedes Kind- einem gleichzeitig deutlich niedrigerem Gehalt.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Früher konnten sich Kinder auch noch nach dem Grundschulalter selbständig beschäftigen und ihre Hausaufgaben erledigen und so konnten die Mütter trotzdem berufstätig sein (Schlüsselkinder). Warum können das Kinder/Jugendliche heute anscheinend immer weniger und müssen rund um die Uhr betreut/bespaßt werden?

Kerstin
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie könnten es, wenn der Staat weniger Wert auf das legte, woran 447 erinnert.
Vor über 20 Jahren formulierte Olaf Scholz erstaunlich offen und unverblümt sein politisches Ziel, nämlich die „Lufthoheit über den Kinderbetten“ zu erlangen.
Sein Bekenntnis hat sich in viele Köpfe eingebrannt und wird häufig zitiert, wenn es um die Frage geht, ob Ganztagsschulen und Ganztagskitas Ausdruck staatlicher Fürsorge oder staatlicher Machtinteressen seien, u.a. durch Indoktrinierung des Nachwuchses.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Als Physiker erkläre ich Ihnen gerne wie ein Regenbogen entsteht.

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich finde es äußerst schwierig, wenn Sie als Redaktion mit uns als Komentarverfasser diskutieren.
Die Redaktion kann durch das prüfen der Beiträge schon eine gewissen Zensur vornehmen. Ob sie das macht, kann ich nicht sagen, aber sie könnte eine Zensur vornehmen und Beiträge nicht zulassen.

Das sehr engagierte mitdiskutieren der Redaktion empfinde ich als komisch.

Ilka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Krude These? Erinnern Sie sich nur an den lebhaften Streit um die Reformierung des Sexualunterrichts. Eltern liefen Sturm gegen den (indoktrinierenden)Unterricht in sexueller Vielfalt, der genauso wie Sprachveränderungen auf der Genderlehre beruht.
Die GEW veröffentlichte als Fürsprecherin bereits vor gut 10 Jahren eine Reihe von Unterrichtsbeispielen, die jedoch einen so großen Sturm der Entrüstung hervorriefen, dass sie das Ganze schnell wieder löschte.
https://rp-online.de/politik/sexualpaedagogik-ohne-grenzen_aid-16387293

https://www.emma.de/artikel/kinderfreunde-es-geht-weiter-333657

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307.html

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Sagen Sie mal, haben Sie wirklich das Gefühl, dass das so ist? Und auf welche Inhalte sollen Kinder denn bitte in einem föderalen Staat bzw. unter einer Regierung, die aus drei verschiedenen Parteien besteht, geeicht werden?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Auf GARKEINE (abgesehen vom GG), Sie Demokratiefreund!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Ich glaube eher, viele Eltern haben das Vertrauen in sich und ihre Kinder verloren. Woran das liegt? Ich weiß es nicht.

Pit2018
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Dagegen spricht die heutige Aufmüpfigkeit vieler Eltern, die meinen, sie wüssten alles besser und damit den Lehrern das Leben schwer machen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Frage: Haben in den 50er bis 70er Jahren, als mehr Frauen als heute „nur“ Hausfrauen waren und Ganztagsschulen kaum verbreitet, die Mütter mit den Kindern immer die Hausaufgaben gemacht, auch mit größeren Gymnasialschülern?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

@Kerstin
Kann es nicht auch sein, dass Eltern ihre Kinder nicht allein zu Hause lassen wollen, auch wenn diese dem Grundschulalter entwachsen sind? Warum traut man seinen Kindern nichts mehr zu? Kann es evtl. sein, dass manche Eltern nicht mehr wissen, wie man Kinder zu altersgerechter Selbständigkeit erzieht oder trauen sie ihren eigenen Kindern nur Dummheiten zu, wenn sie nicht unter ständiger Aufsicht von Erwachsenen stehen? Was läuft bei zu vielen in der Erziehung falsch?

anka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Sehe ich auch so.
Wer soll sich das Leben in Städten heute noch leisten können, wenn nicht Doppelverdienerhaushalte?
Deshalb heißt es ja: Frauen raus aus der Küche, rein in den Beruf.
Nicht wegen Emanzipation oder so.

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Ich gebe zu bedenken, dass es viele Kinder und Jugendliche gibt, für die das Zuhause
„Gift“ ist und die Schule der Ort, an dem man sich wohl fühlt, wertgeschätzt wird.
Oft ist Schule auch der Ort, an dem man etwas essen kann, der Ort, an dem man schwimmen lernen kann oder ein Instrument spielen.
Bitte nicht alles über einen Kamm scheren. Als Kompromiss gerne Offene Ganztagsschule.

Fr.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Und was sagte Kerstin, die gegen Ganztag für alle ist?
„Und ja, den Ganztag per se zu verteufeln, ist falsch. Ich schätze ihn sogar für Kinder aus problematischen Elternhäusern.“

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Dann allerdings eben mit genug Qualität und Quantität. Und hier mangelt es an beiden Seiten gewaltig.
Wirklich .. vom Personal, über Material, über (geeignete) Räumlichkeiten bis hin zu sinnvollen Angeboten/AGs usw.
Daher ist der „Kompromiss“ oft eben nicht so super, wie er sein sollte.
Kurzum: „Wir“ brauchen mehr qualitativ hochwertigen Ganztag für Kinder, welche diesen auch brauchen und/oder wollen.
Was „wir“ nicht brauchen: Reine Beaufsichtigung, damit „die Kinder nicht draußen sind“ und (mehr oder weniger) „betreut“.

PaPo
1 Monat zuvor

„Die klagen immer. Wenn ich deren Presseerklärungen lese, ist die Schule die Vorhölle. Auch ihre Forderungen sind immer dieselben: mehr Lehrer, kleinere Klassen. Das ist so öde. Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Ganztag, mehr fächerübergreifendes Lernen und mehr Steuerung der Ressourcen hin zu Schulen, die eine besonders herausfordernde Schülerschaft haben.“

… „mehr Leher“ und „kleinere Klassen“, d.h. mehr Kapazitäten für den einzelnen Schüler, Reduzierung der Gefahr des Burnouts der Lehrkräfte u.ä., das sind exakt die „Ressourcen“, die uns fehlen und damit die „Wurzeln der Probleme“ im Schulaltag resp. im System Schule darstellen. „Ganztag“ und Co. werden das Problem nicht beheben (eher im Gegenteil). Aber ja, „öde“ – spricht dann auch für das argumentative Niveau des Herrn………

Maggie
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Wow, wir sind mal einer Meinung.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Stimme Ihren Argumenten uneingeschränkt zu

Tim Bullerbü
1 Monat zuvor

Ich freue mich für die Schülerinnen und Schüler, dass sie nicht mehr Ton in seinen Händen sind.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Die Wahrheit ist eben manchmal leider öde.

Hauke Haien
1 Monat zuvor

Und wieder geht die Politik nur von Gymnasialschülern aus. Von denen kann man teilweise problemlösendes Denken erwarten. Aber was ist mit dem Rest? Ich arbeite an einer Gesamtschule und kaum einer meiner Schüler ist in der Lage bei Google eine Frage so einzugeben, dass er die Suchvorschläge bekommt, die er haben möchte. Wer dort „Mika“ statt „Amerika“ eingibt, dem hilft auch keine automatische Rechtschreibkorrektur. Und wer nahezu jedes Wort falsch schreibt und dazu noch Satzbau- und Grammatikfehler macht, der übetfordert jedes mir bekannte Rechtschreibkorrekturprogramm. Diesen „dugital natives“ bringt das gar nichts! Sie haben oft gar kein Sprachsystem im Kopf, da sie ihre Muttersprache oft nur mündlich und rudimentär beherrschen. Das sind Kinder, die praktisch keine Muttersprache haben.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Hauke Haien

Ist am Gymnasium nicht anders…

Schulmeister
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Kann ich aus meiner Erfahrung so nicht bestätigen. Aber wenn es so ist, schreit das geradezu danach, die Schulzeit eben nicht zu verkürzen (G8) und die Betreuung der uns anvertrauten Kinder zu intensivieren. Das bedeutet natürlich einen erhöhten Aufwand an Personen und Ressourcen. Klar, dass dies Geld kostet, aber wir sind es den Kindern und uns selbst schuldig. Zufriedengeben können wir uns mit der oben geschilderten Situation auf keinen Fall

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Schulmeister

Abgesehen vom ersten Satz: Zustimmung.

Lisa
1 Monat zuvor

„Und geht an den Wurzeln der Probleme vorbei: Wir brauchen mehr Ganztag, mehr fächerübergreifendes Lernen und mehr Steuerung der Ressourcen hin zu Schulen, die eine besonders herausfordernde Schülerschaft haben.“
Mehr Ganztag, also mehr Lehrer:) Da wird ein Widerspruch konstruiert, der keiner ist.
Und beim Thema Schulen mit besonders herausfordernder Schülerschaft gilt landesweit bereits das Wort des Lehrer- Comedians HerrSchröder: “ Lehrer? Noch Brennpunktschule oder schon Flächenbrand?“

Hysterican
1 Monat zuvor

Unfassbar, wie jemand, der für sich in Anspruch nimmt, mit dem System Schule vertraut zu sein, über lediglich anekdotische Erinnerungen an diesen Arbeits- und Schaffensplatz politische Forderungen, die aus der Realität entspringen zu diffamieren.

Dieser Mann hat sich – nicht nur damit – bzgl einer ernstzunehmenden Debatte zur Veränderung von Schulen und den dortigen Arbeitsbedingungen komplett disqualifiziert.

Das ist so, als wenn man die Rolle von Peter Alexander als Lehrer in den unsäglichen Schulkomödien der 60er Jahre mit einem Hansi Kraus als Schüler Nietnagel als Blaupause für die heutige Rolle einer Lehrkraft nehmen.

Das war bereits damals völlig unerträglich – wenn auch aufgrund der Absurdität in den Kinos erfolgreich.

Für heute würde dieses – gerade auch von Kretschmann offenbar geschätzte „Lehrerbild“ keine 10 Minuten im Unterricht z.B. an einer Brennpunktschule überstehen.

Dieses von Realtäten und Notwendigkeiten völlig unbeleckte Gelaber solcher Dummköpfe ist wahrhaft „öde“.

Finagle
1 Monat zuvor

Immerhin zeigt dieser Fall: Schläge auf den Hinterkopf fördern halt doch nicht das Denkvermögen.

Mondmatt
1 Monat zuvor

Die Kernforderung aller Schulen nach kleineren Klassen und mehr Lehrkräften jahrelang schlicht und ergreifend komplett zu ignorieren und dann die stetige Wiederholung der Forderung als öde zu bezeichnen ist an Dreistigkeit fast nicht zu überbieten.

Aufgrund der ausbleibenden Reaktion der Politik auf die Forderung nach kleineren Klassen und mehr Lehrkräfte wächst die Anzahl der Kollegen, welchen die Schule als Vorhölle erscheint, tatsächlich stetig.

Umgekehrt ist die gebetsmühlenartige Forderung der Politik nach flächendeckenden, verpflichtenden Ganztagsschulen mindestens genau so öde.

Verschärfend kommt dabei hinzu, dass diese Ganztagsschulen mit den Kollegen umgesetzt werden sollen die schon im normalen Schulbetrieb am Vormittagen über zu große Klassen und zu wenig Lehrer klagen (s.o.)

SB HS Lehrer
1 Monat zuvor

Damit wäre für BaWü alles gesagt was Bildungspolitik angeht – es bleibt beim WEITERSO.

Gut es kommen noch weitere Forderungen und Ideen von Seiten der Politik drauf und dann war’s das…

Noch zwei so Interviews und ich fahr nur noch Dienst nach Vorschrift – für diesen Dienstherrn habe ich weniger Bock zu arbeiten

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  SB HS Lehrer

Genauu wegen des WEITERSO hatte Kretschmann ja Frau Schopper ins Boot gezerrt.

Die Frau „Füße stillhalten, nichts bewegen, niemand auf den Schlips treten“ hat es aber dank der G9-Initiative nicht geschafft, ihren von Kretschmann angedachten Posten auszufüllen.

Achtung: Weniger als Null Bock geht nicht 🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Es macht schon nachdenklich, warum Kretschmann über seine Kultusministerin hinweg zu den Bildungsfragen angesprochen wird…

Ist in anderen Bundesländern ähnlich, verbinde es aber da eher mit Ego und Populismus des Ministerpräsidenten. Warum verweist Kretschmann nicht an Schopper?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Interessanter Einblick. Den Wahlplakaten der Grünen in BW habe ich diese Einstellungen nicht nachempfungen…

Die Schülerschaft veränderte sich und der MP erkannte die Not der Lehrkräfte? Schade, dass Kretschmann weder eine Unterstütung der Lehrenden noch eine Anpassung des Lehrplanes vorsieht.
Vielleicht löst es sich von alleine, so wie Ganztagsangebote, für die es kein Personal gibt. Es ist schade, dass Kretschmann die jahrelangen Rufe nach mehr Lehrkräften als ermüdend empfindet und keinen über Jahre verschleppten Handlungsbedarf sieht – naja, darum ist BW eben auch Nummer 1 😉

Maggie
1 Monat zuvor

Immer wenn ich den Mann höre wünsche ich mir, dass Politiker*innen wie andere Beamte oder Angestellte mit spätestens 67 in Pension bzw. Rente geschickt werden. Sie werden außer Dienst gestellt, da sie den komplexen Anforderungen ihrer Tätigkeit nicht mehr gerecht werden, aber Politiker sollen in dem Alter zukunftsfähig Entscheidungen treffen oder wie im Fall von Herrn Kretschmann mit 75! Wie man seinen Aussagen entnehmen kann, ist er mehr als Weltfremd und hat vom aktuellen Kosmos-Schule keine Vorstellungen oder Pläne. Aussitzen bis zum Ende der Amtszeit – durch dieses Versagen der etablierten Parteien, hier Beispielhaft an dem Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten gezeigt, gewinnen populistische Parteien an Einfluss, da die Bevölkerung politikverdrossen wird.

asablau
1 Monat zuvor

Der Mann ist wirklich drüber … An Kröten lecken, igitt! Ich dachte, Kröten stehen unter Naturschutz?!
Was Herr K. von sich gibt, ist wirklich erschreckend. Langsam schwindet meine Hoffnung, dass wir vielleicht doch noch die Kurve kriegen.

Josi
1 Monat zuvor

„.. Ich war jedenfalls ein Töpfer .. “

Ja, das glaub’ ich gerne. Bedauerlich das wir so viele, äh, “ Führungskräfte“ haben, die ihre Kindheitstrauma an den Kindern ausagieren, noch bedauerlicher das die Eltern das dulden.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Na also, man kriegt es auch ohne Studien, Institute und Bildungsforschung hin.

pfk
1 Monat zuvor

Ein Paradebeispiel dessen was mit einem sog. alten weißen Mann gemeint ist. Nicht böse, nicht gut. Völlig in seinem eigenem Film… Aber ohne Ahnung was draußen bei Tageslicht abgeht.

Wobei seine Erzählungen von früher unterhaltsam sind, wie die von meiner 94jährigen Uroma, Aber halt längst nicht mehr 1:1 umsetzbar.

Wir brauchen, was Schule angeht, Entwicklungssprünge in der Höhe, Elastizität und Ausdauer von der Marke Reh oder Steinbock, kein Lecken an nahezu ausgestorbenen Tierarten als Unterrichtstipp…

mama51
1 Monat zuvor

„Kröten- Kretschi“ wird doch „langsam“ (?) alt! – OMG – 🙁
Aber, SCHLIMMER geht IMMER!

Interessant wären mal die Erfahrungen von Joe Biden zu lesen (dem ja leider auch von allerlei Seiten Senilität vorgeworfen wird,… nun ja, er ist schon 81, ein alter Herr,
verglichen mit W. Kr.), was der von seiner Schulzeit zu berichten hätte…
Auch wenn er NUR der Präsident der Vereinigten Staaten und nicht Ministerpräsident von BaWÜ ist und vermutlich KEIN Lehramt studiert hat.

Bitte, wer Zynismus findet, kann ihn behalten. Ich hab noch mehr!
Heul – schnief – … es ist kaum auszuhalten.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

Der „Kröten-Kretschi“ (Yessss!) ist doch in den besten Jahren … genau wie Trump ….

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Lustig finde ich die Passage mit der Grundschulempfehlung: Direkt nach Amtsübernahme deren Verbindlichkeit abschaffen und sich jetzt wundern, dass die Eltern seitdem anders entscheiden, als die Lehrkräfte… Das KANN man sich nicht ausdenken!

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor

Realität schlägt sämtliche Phantasie – soviel Realsatire, wie Kretschmann sie produziert, kann sich der beste Comedian nicht ausdenken.
Vielleicht hilft bei Kretschmänn in Zukunft mal ein nasser Waschlappen auf der Stirn beim Denken, bevor er spricht! Er benutzt die doch so gern…

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Es ist, wie Verkehrsregeln abzuschaffen und sich dann zu wundern, dass alle bei „rot“ über die Ampel fahren.

Schulmeister
1 Monat zuvor

Vielleicht liegt es daran, dass mein Arbeitsplatz eben keine Brennpunktschule ist (bzw. war), sondern ein ganz normales süddeutsches Gymnasium, aber so daneben finde ich das Schülerbild eines Herrn Kretschmann – bei aller Verklärung seiner eigenen Erfahrungen – dann doch nicht. Ihm schwebt – so lese ich das Interview – ein junger Mensch vor, der Stück für Stück in  die Lage versetzt wird, das Neu – Erfahrene mit bekanntem Wissen zu verbinden und dadurch Probleme zu lösen im Stande ist. Deswegen die Experimente, deswegen auch die fragend – entwickelnde Methode. Ich gestehe, dass ich ein ähnliches Bild von meinen Schülern habe. Schließlich ist es ja meine Aufgabe, sie zu mündigen und selbstverantwortlich handelnden Personen zu bilden und zu erziehen. Sollten mangelnde Sprachkenntnisse oder ein entsprechend auffälliges Verhalten dem entgegenstehen, sollte nach Möglichkeit schnellstens Abhilfe geschaffen werden. Auch dafür lohnt es sich, sich einzusetzen. Irgendwann werden diese jungen Leute selbst in der Position sein, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur sie, sondern auch andere betreffen. Dann brauchen sie Reife und Bildung. 

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Schulmeister

Es liegt wahrscheinlich wirklich an der Schule im Auenland. In den Ballungsräumen in NRW sind auch die Gymnasien oft „Brennpunktschulen“ – Hier brennt der Baum überall.

Das merken auch die jugen „Töpfer“ ziemlich schnell. Abhilfe schaffen bei mangelnden Sprachkentnissen oder auffällige Verhalten? Genau mein Humor. Wer denn? Und mit welchen Mitteln?