Kretschmann zur G9-Rückkehr: „Werde mich nicht zur Eile drängen lassen“

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STUTTGART. Seit Monaten arbeitet die grün-schwarze Landesregierung an einem Konzept, wie das Land die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium umsetzen kann. Bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand machte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nun klar: Zum nächsten Schuljahr wird die Umstellung nichts – das sei unmöglich.

Keine Eile. Foto: Shutterstock

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will sich bei der Entscheidung über Bildungsreformen des Landes nicht unter Druck setzen lassen. „Ich werde mich nicht zur Eile drängen lassen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Dass die Beratungen zur Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium und auch über ein Bildungspaket zur Sprachförderung so lange dauerten, habe gute Gründe. „Nämlich Sorgfalt, die man da an den Tag legen muss.“ Man wolle zu soliden, strapazierfähigen und belastbaren Reformen kommen, die nicht beim ersten Gegenwind kippten.

Umstellung soll Klassenstufe für Klassenstufe erfolgen

Bisher bekannt ist, dass die Landesregierung eine flächendeckende Rückkehr frühestens zum Schuljahr 2025/2026 plant, und zwar schrittweise: Klassenstufe für Klassenstufe. „Für uns steht fest, dass wir ein neunjähriges Gymnasium aufwachsend als Regelform einführen werden“, sagte der Staatssekretär im Kultusministerium, Volker Schebesta (CDU), Mitte März bei der Beratung des Volksantrags im Bildungsausschuss. „Aufwachsend heißt, dass wir mit den unteren Klassenstufen beginnen.“ Eine Wechseloption für Klassen der Mittelstufe sei nicht vorgesehen.

Genau das fordert aber die Elterninitiative, die für einen Volksantrag zur Rückkehr zum G9 in Baden-Württemberg mehr als 100.000 Unterschriften eingesammelt und somit Druck auf die Landesregierung ausgeübt hatte (News4teachers berichtete). In ihrem Volksantrag ist vorgesehen, dass alle derzeitigen Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien bis zur zehnten Klasse zwischen G8 und G9 wählen können sollen. „Die Mehrheit der Unterzeichner hat schon Kinder am Gymnasium. Denen ist die Dehnungsmöglichkeit für die jetzigen Gymnasiasten sehr wichtig“, so Anja Plesch-Krubner, eine der Initiatorinnen des Volksantrags.

Eine Frage der Ressourcen

Einen festen Zeitplan für die Umstellung gibt es derzeit nicht. Sicher sei lediglich, dass man das neue G9 nicht zum nächsten Schuljahr einführen werde, so Kretschmann. Das sei unmöglich. Laut einem Bericht des Südwestrundfunks (SWR) sagte der Ministerpräsident zum Stand der Debatte: „Wir hatten intensive Gespräche in der Koalitionsspitze. Nun müssen wir uns mit den Fraktionen einigen.“ Der weitere Fahrplan hänge zudem von den Ressourcen ab. Geld sei auch für wichtige Vorhaben nicht einfach da, das müsse man sich beschaffen. News4teachers / mit Material der dpa

Im Zuge von G9: Kretschmann deutet verbindlichere Grundschulempfehlung an

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4 Kommentare
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Realist
2 Monate zuvor

Öde!

Konfutse
2 Monate zuvor

Dass die Beratungen zur Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium und auch über ein Bildungspaket zur Sprachförderung so lange dauerten, habe gute Gründe. „Nämlich Sorgfalt, die man da an den Tag legen muss.“ Man wolle zu soliden, strapazierfähigen und belastbaren Reformen kommen, die nicht beim ersten Gegenwind kippten.
Soso der Krötenlecker hat nach der letzten völlig überstürzten Schulumwandlung anno 2011 „Weiterentwicklung der Realschule“ gelernt? Oder geht’s hier wieder um Klientelpolitik aka. „Zwei Säulen: das GYMNASIUM und der Rest? So geht Bildungsgerechtigkeit, gell Kretsche?

Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor

Realisierung im G9-Tempo.

Rainer Zufall
2 Monate zuvor

Schönes Portrait. Anscheinend hat Kretschmann schon einen spannenden Slogan für den Wahlkampf gefunden.
Bitte dieses Mal aber keine Wahlplakate, dass Bildung die BW-Grünen interessieren würde, Danke