Website-Icon News4teachers

Philologen: Bevor Grundschullehrkräfte besser gestellt werden – erstmal mehr Geld für den gesamten übrigen Staatsdienst!

Anzeige

MAINZ. Nur noch in vier Bundesländern werden Grundschullehrkräfte grundsätzlich schlechter bezahlt als Gymnasiallehrkräfte. Die übrigen haben in den vergangenen Jahren die Gleichstellung vollzogen oder zumindest eingeleitet. Auch in Rheinland-Pfalz mehren sich die Stimmen, das Land solle allen Beschäftigten im Schuldienst A13 zahlen. Dagegen machen nun – einmal mehr – die Philologen mobil.

Auf den Unterschied kommt es (manchen) an. Illustration: Shutterstock

„Rheinland-Pfalz braucht endlich attraktivere Rahmenbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer. Die Anhebung ist längst überfällig, denn es geht um eine Frage der Wertschätzung. Die Arbeit von Grundschullehrerinnen und -lehrern ist anspruchsvoll und systemrelevant zugleich. Dies gilt es entsprechend zu würdigen“, so begründet Jenny Groß, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, ihre Forderung nach A13 für alle Lehrkräfte

Sie sagt: „Grundschullehrkräfte haben mitunter die höchste Unterrichtsverpflichtung, allerdings die geringste Bezahlung im Vergleich zu anderen Lehrkräften in Rheinland-Pfalz. Das muss sich ändern. Mit einer besseren Besoldung können wir außerdem wieder mehr junge Menschen für den Beruf gewinnen.“

Anzeige

„Der Philologenverband Rheinland-Pfalz wird sich in den kommenden Wochen intensiv in die Diskussion um eine gerechte und zukunftsfähige Lehrerbesoldung einbringen“

Der Philologenverband Rheinland-Pfalz stellt sich allerdings quer – und nimmt die Forderung zum Anlass, seinerseits eine Überprüfung des „gesamten Besoldungsgefüges im öffentlichen Dienst“ zu fordern, im Bildungsbereich und darüber hinaus. „Generellen Fachkräftemangel über den Tellerrand der Grundschulen hinaus kann man nicht bekämpfen, indem man einseitige Erhöhungen für Grundschullehrkräfte fordert. Im Übrigen haben gerade Grundschullehrkräfte in den vergangenen Jahrzehnten schon massiv profitiert von einseitigen Erhöhungen von A 10 über A 11 nach A 12“, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Und weiter: „Jetzt ist es an der Zeit, die Besoldung des restlichen öffentlichen Dienstes anzupassen, ob beim Finanzamt, im Ingenieurswesen, anderen Lehrämtern etc. Das Besoldungsgefüge ist in sich schon jetzt nicht mehr stimmig: Wir brauchen erst einmal eine Höhergruppierung des übrigen Öffentlichen Dienstes.“ Anders ausgedrückt: Die Philologen verlangen ernsthaft, alle Staatsbediensteten besser zu bezahlen, bevor an eine Aufwertung der Arbeit an Grundschulen gedacht werden kann. Eine Mondforderung.

„Wir fordern die Landesregierung auf, zeitnah ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen, das die Leistungen und Qualifikationen aller Lehrkräfte bzw. des gesamten Öffentlichen Dienstes angemessen würdigt und honoriert“, so die Philologen-Landesvorsitzende Cornelia Schwartz laut Pressemitteilung (Betonung im Original). „Der Philologenverband Rheinland-Pfalz wird sich in den kommenden Wochen intensiv in die Diskussion um eine gerechte und zukunftsfähige Lehrerbesoldung einbringen und dabei die Interessen der Gymnasiallehrkräfte und gymnasialen Schulleitungen mit Nachdruck vertreten.“

Die Position ist nicht neu. Bereits 2019 war der Philologenverband Rheinland-Pfalz mit einem ähnlichen Vorstoß gegen eine finanzielle Gleichstellung insbesondere von Grundschullehrern gegenüber Lehrern am Gymnasium an die Öffentlichkeit gegangen (News4teachers berichtete). Damals verlangte der Landesverband nicht nur, dass die Bundesländer auf „A13 für alle Lehrkräfte“ verzichten sollten. Der Abstand soll sogar (wieder) vergrößert werden. Schließlich hätten Grundschullehrer in den letzten Jahrzehnten einen „deutlichen Aufstieg innerhalb der Besoldungsgruppen erlebt“. Einen solchen muss der „der übrige öffentliche Dienst“ den Philologen zufolge auch erst einmal bekommen, bevor über weitere Verbesserungen für Grundschullehrer nachgedacht werden darf.

„Wir erwarten daher vergleichbare Steigerungen von drei bis vier Stufen bei den Besoldungsgruppen auch für den übrigen öffentlichen Dienst“

Wörtlich hieß es damals in einer Pressemitteilung (fast im gleichen Wortlaut wie heute): „In den letzten Jahrzehnten wurde der Berufsgruppe der Grundschullehrkräfte ein deutlicher Aufstieg innerhalb der Besoldungsgruppen ermöglicht: von A 9 über A 10 und A 11 schließlich nach A12. Aktuell stehen Forderungen von Politik, Verbänden und Gewerkschaften nach A13 für Grundschullehrkräfte im Raum.“

Diese Gewerkschaften und Verbände (gemeint waren GEW und VBE) forderten nun, „endlich Wertschätzung für alle Berufsgruppen im öffentlichen Dienst, um auch dort den Bedarf an Nachwuchskräften decken zu können. Wir erwarten daher vergleichbare Steigerungen von drei bis vier Stufen bei den Besoldungsgruppen auch für den übrigen öffentlichen Dienst, unter anderem für Polizei, Justiz, Verwaltung, Steuer und Lehrkräfte an weiterführenden Schulen.“

Hintergrund: Seit Jahren kämpfen die GEW und der VBE unter dem Motto „A13 für alle Lehrkräfte“ bundesweit für eine finanzielle Gleichstellung von Lehrkräften aller Schulformen – zuletzt, unter dem Eindruck des massiven Lehrermangels insbesondere an Grundschulen, mit Erfolg. In mittlerweile zwölf der 16 Bundesländer wurde eine Angleichung bereits vollzogen oder zumindest angekündigt. Es stehen aus: Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen-Anhalt – und eben Rheinland-Pfalz. Zumindest dort hat der Widerstand aus Reihen des Philologenverbands offensichtlich gewirkt. News4teachers

A13 für alle Lehrer? Philologen kündigen harten Widerstand an – sie beharren auf mehr Geld für Gymnasiallehrer

Anzeige
Die mobile Version verlassen