Propaganda: Altersgrenze für Soziale Medien? Warum sich die AfD-Fraktion dagegen stellt

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BERLIN. Die AfD im Bundestag will zwar digitale Lernmedien aus der Grundschule verbannen. Doch der Forderung nach mehr Jugendschutz in den Sozialen Medien kann sie nichts abgewinnen – kein Wunder.

Jugendschutz? Nein, danke (Symbolbild). Illustration: Shutterstock

Die AfD-Bundestagsfraktion hat sich für eine «restriktive Handhabung digitaler Medien» in der Grundschule ausgesprochen. «Um Schreiben, Lesen, Rechnen zu lernen, braucht es keine Tablets oder Smartphones», schrieb der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion und Bildungspolitiker Götz Frömming auf der Plattform X.

Gleichzeitig sprach er sich gegen das in vielen Ländern diskutierte Social-Media-Verbot für Jugendliche aus. «Wir lehnen das von der EU und führenden Politikern der Union geforderte Verbot Sozialer Medien für Jugendliche ab.» Denn: «Unser Eindruck ist, dass es weniger darum geht, Jugendliche zu schützen, sondern unter dem Vorwand des Jugendschutzes das erodierte Meinungsmonopol der Altparteien wieder herzustellen.»

Kein Wunder: Die AfD und ihre Anhänger sind auf sozialen Medien extrem engagiert, um junge Menschen für sich zu gewinnen. «Die AfD ist ohne die rechten Influencer und Multiplikatoren nicht vorstellbar. Der große Erfolg speziell bei jungen Leuten hat auch sehr stark damit zu tun, dass es einen ganzen Ring von Multiplikatoren gibt, die die Verlautbarungen, die Posts, die Videos et cetera von Kandidaten, Kandidatinnen oder der Partei multiplizieren. Das unterscheidet die AfD nach unseren Daten sehr klar von allen anderen Parteien», erklärt der Sozialwissenschaftler Prof. Roland Verwiebe, der die Verbreitung der AfD im Netzwerk Tiktok untersucht hat, in einem Interview mit dem «Spiegel».

«Es ist schnell, es ist provokativ, es ist einfach zu verstehen»

«Außerdem nutzen sie einfache Botschaften, emotionale Texte und erzeugen Spannungsbögen durch Musik – meist aggressive Musik à la Rammstein, Ballermann-Musik oder Après-Ski-Rhythmen. Es ist schnell, es ist provokativ, es ist einfach zu verstehen.» Und es wirkt offenbar: «Wir können von einem deutlichen Rechtsruck in der jungen Bevölkerung sprechen», erklärte der Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann im vergangenen Jahr. Die AfD erfahre unter Jugendlichen besonders großen Zulauf.

Eine Studie der Universität Potsdam und der Bertelsmann-Stiftung hatte gezeigt, dass Inhalte von Parteien am linken und rechten Rand jungen Nutzerinnen und Nutzern auf Instagram und Tiktok deutlich häufiger angezeigt werden als Inhalte der Mitte-Parteien. SPD und Union verlieren demnach durch die Algorithmen sichtbar an Reichweite, während AfD, Linke und BSW davon profitieren. Für die Untersuchung wurden 268 künstliche Nutzerprofile erstellt.

Seit dem 10. Dezember dürfen in Australien Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen. Die Regierung will junge Menschen so vor Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten schützen. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission für «Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt» soll bis zum Sommer Empfehlungen für Deutschland erarbeiten (News4teachers berichtete). News4teachers / mit Material der dpa

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22 Kommentare
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Unfassbar
3 Tage zuvor

Die Linkspartei ist auf TikTok und Instagram auch gut unterwegs.

Heinrich der 9.
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ich bin sicherlich kein Freund der Linken, aber diese mit der AFD zu vergleichen ist schon dummdreist. Die AFD verbreitet ihre Lügen und Propaganda sehr geschickt auf diesen Kanälen; kein Wunder, dass man das so weiter betreiben will.

Oldie
1 Tag zuvor
Antwortet  Heinrich der 9.

Wieso? Das macht unsere Bundestagsweinkönigin doch auch- ganz offiziell. Nius = taz.

DerechteNorden
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Verbreitet dort aber keine Falschnachrichten und Hetze.
Erkennen Sie den Unterschied nicht?

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist “eat the rich” keine Hetze?

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Nicht nur Groteske. Es wird “auch als ernsthafte Forderung nach Umverteilung oder als Warnung vor sozialen Unruhen benutzt. die FBI verbindet es in einigen Fällen mit anarchistischem extremistischem Terrorismus. Es beschreibt eine Haltung, die den Lebensstil der Superreichen verspottet oder radikale Maßnahmen gegen sie fordert, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.”

https://en.wikipedia.org/wiki/Eat_the_rich

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Opossum

Die DEA sieht in Maduro auch einen Drogenboss. Und staatliche Instanzen der US-Regierung unter Trump können nicht irren, da die politische Führung ja schon irre ist.

unverzagte
1 Tag zuvor
Antwortet  Opossum

Nein, eine alternative Form zur Appetitanregung hat doch nichts mit Hetze zu tun, wie kommen Sie denn auf sowas ? Hat gar jemals wer versucht, Sie zu verstoffwechseln ?

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich komme aus dem ehemaligen UdSSR. Für mich hört sich dieser Slogan bedrohlich, weil damals unter “reich” auch Menschen galten, die zwei Kühe oder ein Stück Feldes hatten. Ich kann es nicht ironisch nehmen, genauso wie die Deutschen – Sprüche aus Hitler Zeiten.

AvL
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Die A*D ist auf TikTok die stärksten propagierende Partei.

Oldie
1 Tag zuvor
Antwortet  AvL

prapagandierende

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Und was fordert die Linkspartei im Vergleich zur gesichert rechtsextremen AfD, die sich diesbezüglich gegen Jugendschutz ausspricht?

Hysterican
2 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Das wurde so beschrieben….

Rainer Zufall
3 Tage zuvor

Wow, die AfD fodert weniger digitale Bildung, aber uneingeschränkten Medienkonsum sogenannter “social media”. Wer hätte ahnen können, dass die gesichert rechtsextreme AfD uneingeschränkt nichts zur Bildung beozutragen hat…

Zum Glück wurde die Aussage entschärft, indem Linke, BSW und Welpenvideos eingeworfen wurden, um politische Absichten mit einem fehlerhaften, schädlichen Algorythmus zu vermengen, der sich aus Spaltung und Polarisierung speist – und Welpenvideos

Lesender
3 Tage zuvor

Ja, die AfD ist dagegen. Das heißt nicht, dass alle oder viele Argumente gegen das Sozialmediaverbot für Minderjährige der AfD zuuzordnen sind oder dadurch schlechter werden. Was mir in der Debatte fehlt ist der Blick auf die Umsetzung des Verbotes und was damit einher geht: Eine Art KYC (know your customer) für Social Media und das Internet. Meiner Meinung nach wäre hier der Schaden immens.

Peter
2 Tage zuvor
Antwortet  Lesender

Vor allem ist das nicht umsetzbar. mit VPN können sie ihren Standort virtuell ändern und somit trotzdem zugreifen. Kommt dann die VPN-Vorbots-Debatte als nächstes? Dann ist man in Gesellschaft von China, Russland, Iran.. .

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Lesender

Ich vermute, das läuft mehr auf eine Selbsttäuschung hinaus – in Australien laufen die ersten, massenweisen Umgehungen gerade.

Könnte man so ein Verbot theoretisch für die Masse umsetzen ?

Wahrscheinlich schon.

Ist bestimmt auch der Traum vieler Politiker und Konzernlenker.

Dann gäbe es aber kein “Internet” mehr, wie wir es kennen – sondern eine Art “politisch korrektes Amazon-Internet”… aka “Modell China”, nur in Europa mit anderen normativen Vorzeichen.

GriasDi
2 Tage zuvor

Zitat:
“Altersgrenze für Soziale Medien? Warum sich die AfD-Fraktion dagegen stellt”

Ist doch klar. Da die AfD hauptsächlich über (a)soziale Medien wirbt und Wähler gewinnt. Je jünger die Konsumenten, desto leichter lassen sie sich beeinflussen. Reiner Eigennutz.