BERLIN. Ihm platzt der Kragen. Nicht aus Bequemlichkeit, nicht aus Lust am Jammern – sondern aus Erschöpfung. Ein Realschullehrer aus einer Großstadt rechnet ab mit dem Bild vom gemütlichen Halbtagsjob, mit 100 Wochen Ferien und angeblich geringer Belastung. Was folgt, ist ein wütender, persönlicher Bericht aus dem Maschinenraum Schule: über eskalierende Klassen, überforderte Kollegien, unbezahlte Mehrarbeit, politische Ignoranz – und über eine Bildungspolitik, die zuschaut, während das System langsam kollabiert. Wir dokumentieren den Post, der im Forenportal Reddit erschienen ist.

“Es folgt ein Rant zum Dasein als Lehrkraft. Ja, ich weiß, Halbtagsjob, 100 Wochen Ferien, usw. Das mit den Ferien ist in der Tat ein krasses Privileg, ich will da nicht so tun, als sei es anders. Aber…
Die Arbeit ist mittlerweile komplett irre geworden, was die Belastung angeht. Kontext: Ich bin Reallschullehrer in einer Großstadt. Dementsprechend “anspruchsvoll” sind die Schüler, zumindest in manchen Klassen. Gerade in den Pubertätsklassen (6. bis 8.) hat man teils mit extremen Verhaltensauffälligkeiten zu tun, die normales Unterrichten fast unmöglich machen.
In manchen Klassen hab ich das Gefühl, in einem Affenkäfig zu stehen
Und ich bin ziemlich streng, aber in manchen Klassen hab ich das Gefühl, in einem Affenkäfig zu stehen. Die Kinder werden zuhause oft sich selbst überlassen, sei es aus Unvermögen oder Desinteresse – und wir dürfen das ausbaden. Kinder, die sich keine fünf Minuten konzentrieren können, Kinder, die bei den kleinsten Kleinigkeiten “hochgehen”.
Die Frustrationstoleranz bei Schülern ist so niedrig wie noch nie, gleichzeitig war Corona richtig übel, was die Sozialkompetenz angeht. Es mangelt an grundlegenden Skills, die man eigentlich in der Grundschule erwirbt, z. B. fällt es vielen Schülern extrem schwer, auf Provokationen deeskalierend zu reagieren, weil sie zu wenig Erfahrung mit solchen Situationen haben. Einen Teil trägt sicher auch die relative soziale Isolation durch veränderte Erziehungsmethoden und neue Medien bei, ich hab mal in einer 6. Klasse ne Umfrage gemacht, wie lange die Kids täglich am Handy sitzen. Die Spitzenreiter kamen auf ACHT STUNDEN. Jeden Tag.
Aber gut, das ist der Unterricht. Den krieg ich mit meinen 10 Jahren Berufserfahrung mittlerweile gut gestemmt. Und ich habe auch großartige Klassen, wo ich sehr oft mit einem zufriedenen Lächeln rausgehe. Alles super also? Nein. Nicht mal annähernd. Ich habe z. B. diese Woche über 50 Stunden gearbeitet. Und das ist kein Ausreißer nach oben, sondern Standard. 30 Stunden gingen für das Unterrichten inkl. Vor- und Nachbereitung drauf. Hinzu kommen 5 Stunden Korrigieren, 3 Stunden Elternabend, 6 Stunden schulische Termine und nochmal 6 Stunden für Bürokratie, Telefonate und sonstiges Gedöns. Ich verlasse das Haus i. d. R. um kurz vor 7 und komme oft erst gegen 20 Uhr nach Hause. Und selbst wenn ich mal wirklich ‘nen klassischen Halbtag habe, sitze ich daheim noch bis abends an irgendwelchen Stunden oder Korrekturen.
Der tägliche Kontakt mit Jugendlichen ist wahnsinnig anstrengend, aber auch sehr bereichernd
Jetzt könnte man sagen: Streng dich halt weniger an. Scheiß auf guten Unterricht. Aber das sehe ich nicht ein, ich mache diesen Job, weil ich ihn wirklich liebe und weil ich so viel Gutes zurückbekomme, wenn der Unterricht etwas taugt. Der tägliche Kontakt mit Jugendlichen ist wahnsinnig anstrengend, aber auch sehr bereichernd. Entgegen weitläufiger Klischees sind viele Kids einfach cool und witzig, das hält mich wirklich bei der Stange. Auch mein Kollegium ist toll, wir arbeiten viel zusammen und haben trotz Überlastung ein gutes Klima zwischen uns.
Und jetzt das nächste ‘Aber’: In meinem Kollegium gärt es grade gewaltig. Alle sind drüber, einige hatten schon einen Burnout, andere stehen kurz davor. Viele wollen sich versetzen lassen – und das obwohl unser Schulhaus eines der modernsten der Stadt ist. Aber es ist einfach zu viel. Eine Kollegin erzählte heute beiläufig, dass sie gestern Nacht bis halb 3 wach war. Die Schulleitung ist bei alldem keine Hilfe, im Gegenteil. Trotz nett gemeinter Bekundungen, auf das Kollegium Rücksicht zu nehmen, werden wir mit Zusatzprojekten zugeschissen. Wenn die darauf verwendete Arbeitszeit wenigstens vergütet würde, würde ich nicht so meckern – aber 90 % der Arbeit, die für diese Projekte draufgeht, ist unbezahlt. Sie wird schlicht nicht erfasst. Aber hey, hauptsache die ‘Außenwirkung’ stimmt. Leck mich doch am Arsch.
Und am Horizont ist ein massiver Lehrermangel absehbar, was auch kein Wunder ist. Wer tut sich das auch freiwillig an? Das Problem ist, dass wir dann noch mehr Unterricht halten müssen, was wiederum mehr Korrekturen, mehr Elterngespräche, mehr Bürokratie bedeutet. Dieses elende Geseier der Zuständigen im Ministerium kotzt mich einfach nur noch an, man klopft sich auf die eigene Schulter, während überall die Hütten brennen.
Ja, es gibt nen Haufen faule Lehrer, wir alle hatten sie während unserer Schulzeit – und auch in meinem Kollegium gibt’s ein paar. Aber die sind echt in der Minderheit. Die meisten reißen sich täglich den Arsch auf und kriegen maximal ne bessere Beurteilung, die evtl. dazu führen kann, dass man ein bisschen mehr verdient. Aber Leistung wird trotzdem kaum belohnt, wahrscheinlich noch weniger als in der freien Wirtschaft.
Da die meisten Lehrkräfte verbeamtet sind, ist Arbeitskampf nicht möglich. Also hören viele einfach auf, teils richtig gute Leute. In meinem Kollegium haben in den letzten Jahren 10 Leute hingeschmissen, teils waren das überragende Lehrer*innen, die nicht nur beliebt, sondern auch fachlich hochkompetent waren. Aber wenn man zusammenbricht, muss man sich was anderes suchen.
Und sobald dann mal ein Artikel über Lehrer/Schule in den Medien gepostet wird, geht das übliche Gebashe in den Kommentaren los. ‘Lol, alle faul’, ‘Das ist doch gar keine richtige Arbeit’, ‘Die sollen mal nicht rumjammern’, usw.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass man billigend in Kauf nimmt, dass unsere Kinder verblöden
Ich hab’s satt. Nein, ich schmeiße nicht hin, noch nicht. Aber in 4-5 Jahren? Wahrscheinlich. Muss das entscheiden, bevor ich zu alt bin, um noch woanders unterzukommen. Ich will aber nicht hinschmeißen. Ich will, dass wir verdammt nochmal offen und kontrovers über Bildungspolitik streiten, anstatt irgendwelche Geschenke für Gruppen mit starker Lobby zu verteilen (ja, Populismus, aber ich bin sauer) oder sterbende Industrien zu subventionieren.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass man billigend in Kauf nimmt, dass unsere Kinder verblöden, weil man sie so am einfachsten lenken kann. Und ich bin wirklich kein Verschwörungsheini, aber man muss nur in die USA schauen, um ‘nen Einblick ins Endgame zu erhalten. Und wenn wir hier nicht JETZT aufwachen, dann blüht uns ähnliches. Bildung ist mehr als das Sammeln irgendwelcher Zettel, die für irgendwas berechtigen. Bildung ist das Fundament für eine gelingende Demokratie. End of rant.” News4teachers









Das passt auch dazu.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/die-deformierte-reform-berlins-neue-lehrkrafteausbildung-organisiert-den-padagogischen-stillstand-15166244.html
Das wäre mal einen eigenen Artikel wert, n4t?!
Wir schauen es uns an. Herzliche Grüße Die Redaktion
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Doch, sehr viel Präzisierungen, denn da ist vieles übertrieben und/oder einseitig, aber wie ich sehe, geschah das ja schon.
Sehr präzise 😉
Nichts davon ist übertrieben!
Also ich finde es auch sehr übertrieben!
“Die Schulleitung ist bei alldem keine Hilfe, im Gegenteil. Trotz nett gemeinter Bekundungen, auf das Kollegium Rücksicht zu nehmen, werden wir mit Zusatzprojekten zugeschissen. Wenn die darauf verwendete Arbeitszeit wenigstens vergütet würde, würde ich nicht so meckern – aber 90 % der Arbeit, die für diese Projekte draufgeht, ist unbezahlt. Sie wird schlicht nicht erfasst. Aber hey, hauptsache die ‘Außenwirkung’ stimmt. Leck mich doch am Arsch.”
Könnte ich nicht besser formulieren!
Wenn es hier nicht um einen Realschullehrer ginge, hätte ich ihn an meiner Schule vermutet.
Das ist das Problem, sie lassen das mit sich machen.
Bei meiner Frau wird alles bezahlt und es gibt hohe Zuschläge, wenn es zu ungünstigen Zeiten ist. Schauen sie sich nach einem neuen Job um:-)
Aber es geht doch um die “Kiiinder!!!”. Da muss man doch nicht nach dem Geld schauen, oder? (Komisch, der Kinderarzt kassiert bei den Kleinen genauso wie bei den Großen…)
Und um die “Zuuukunft!!!”. Da muss man sich doch engagieren! (Komisch, wenn es um die “Zukunft” in der Industrie geht, nimmt Intel auch gerne Milliardensubventionen mit oder die Stahlkocher Milliarden für “grünen Stahl” oder die Autobauer für E-Autos…)
Und es geht um “Soziiiaaale Gereeeechtigkeit!”. Da muss doch gerade der (über?)versorgte verbeamtetet Lehrer mit Freuden abends, nachts und am Wochenende unbezahlte Überstunden schieben, oder? (Komisch, hunderete von NGO die für “Gerechtigkeit kämpfen” bekommen auch hunderte von Millionen vom Staat jedes Jahr und das mit stark steigender Tendenz…)
Also: “Kinder!”, “Zukunft!”, “Gerechtigkeit!”.
Da macht man doch mit Freuden mit! Und Sie wollen “mehr Geld”???
Aber Sie schauen doch nur nach dem Geld? Sie haben doch in der Diskussion um den Beamtenstand argumentiert, ohne all die Vorzüge des Beamtenstandes würde niemand mehr Lehrer werden wollen. Waren das nicht Sie?
Er strotzt doch vor Ironie.
besser wäre es
Ich habe Klage eingereicht als Angestellter.
Mehrarbeit durch die Teilnahme am Klassenfahrt.
Es hieß die ganze Zeit: „Nein, sie müssen“-blablaaa
Auch in der Gewerkschaft musste ich erst mal mich aktiv machen und klar stellen; dass das nicht in Ordnung ist.
Nun wurde heute die Klageschrift abgesendet. Ich werde die Entwicklung dem Moderator senden. Vielleicht ist es eine Nachricht wert 😉
Es gibt bereits ein Gerichtsurteil, dass die Teilnahme an Klassenfahrten zu den sozusagen normaltypischen Aufgaben eines Lehrers gehört, selbst wenn das nicht explizit im Arbeitsvertrag steht.
Eine Teilzeitkraft bekommt nicht mal den Vollzeitausgleich, wenn sie eine Woche auf Klassenfahrt ist. Da wird einfach die Teilzeit als Grundlage genommen, keine Stunden- und Gehaltserhöhung.
In NRW aber schon. Da bekommen Die KuK, die angestellt und TZ sind, für die Woche den Lohn für Vollzeit über die Mehrarbeitszeitabrechnung.
Im Schuljahr 21/22 aber nicht. Weder wurde meinem Antrag für den zeitraum der klassenfahr mein halbes deputat auf 100% zu erhöhen, noch wurde für den Zeitraum mein Gehalt angepasst. Eine MAV gab es ebenfalls nicht. Aber inzwischen weiß ich, dass DT immer etwas anders tickt.
Mein Antrag, den ich auf Drängen der SL an die Regierung gestellt habe, landete wohl im Papierkorb, ich bekam nicht mal eine Ablehnung. Mie war von vorneherein klar, dass da nichts bei rumkommt. Bin trotzdem weiterhin mitgefahren.
In Hessen auch.
lieber kürzere Deputate, 4 Tage Woche oder online Unterricht!!
„ Schauen sie sich nach einem neuen Job um:-)“
Und, haben Sie schon gekündigt? Warum nicht?
Genauso bei uns. Noch ein Projekt, noch ein Zertifikat, noch ein Artikel. Hauptsache Außenwirkung, selbst wenn innen alles zusammenbricht.
…Und über UNTERRICHTSQUALITÄT wird seit mindestens 12 Jahren nicht mehr geredet. Es ist bitter.
Bravo!
Aber leider interessiert das weder die Politik (Es gilt Geld einzusparen.) noch die Mehrheit der Eltern (Es gelten nur gute Noten und möglichst wenig Stress.)
Und deshalb wird sich auch nichts ändern.
Weil die Eltern denken, dass die Noten, maßgebend für die Entwicklung ihrer Kinder sind.
Deshalb finde ich kritische Eltern, auch wenn sie anstrengend sind, sehr gut!
So ganz unrecht haben die Eltern da auch nicht. In der Bildungsempfehlung oder später für die Uni zählen häufig einfach nur die Noten und nicht ob das Kind irgendetwas kann.
Nö. Wenn die dann nichts auf die Kette kriegen, weil sie nichts können, wird es doch relevant.
Hm? Wer etwas (die Ausbildung/Schule/Uni betreffend) etwas kann, bekommt in der Regel auch gute Noten.
Ja, aber nur da, wo es keine Alternativen gibt. Es scheint mir, dass Betriebe und auch Unis den schulischen Abschlüssen nicht mehr trauen, spätestens seit der Inflationären Einser – Abis der letzten Jahre.
Firmeninterne Auswahlverfahren á la Assessment Center haben massiv zugenommen, manche Unis / Fakultäten haben zum Abitur zusätzliche Aufnahmeverfahren eingerichtet (ich meine jetzt nicht den sattsam bekannten Medizinertest). Da ich C1 – Vorbereitungskurse unterrichtet habe, weiß ich, dass manchen Unis auch die Abinote in Englisch nicht mehr ausreicht und sie ein Sprachzertifikat (z.B. Cambridge Advanced) verlangen.
Für das Ansehen unserer Abi – Prüfungen ist das alles andere als ein gutes Zeichen
Das ist richtig. Wenn jeder zweite ein Abi hat, ist das Abi nun mal so viel Wert wie alles andere, das jeder zweite hat.
Ich bin mir nicht sicher ob die Politik sich nicht interessiert. Vielleicht passt denen die Richtung ja ganz gut.
Ich stimme zu, dass leider viele Eltern kontraproduktiv agieren und manche sich auch wenig interessieren. Aber viele Möglichkeiten haben die anderen Eltern, die sich das ganz anders wünschen, leider auch nicht.
Was für eine Lösung haben denn die Lehrergewerkschaften, Verbände, NGOs und die Bildungswissenschaftler? Die ewige Leier von der “Schule für Alle”. Das löst immer alles. In der Einheitsschule werden die sehr effektiven “Affenbanden” nicht auseinandergerissen, verlieren nicht ihren Zusammenhalt und ihre bewährte Zusammenarbeit, sondern dürfen Lehrer und wissbegierige Schüler bis zum Ende der Schulzeit drangsalieren. Und natürlich sollen Privatschulen weitere Steine in den Weg gelegt werden. Die sind böse, könnten sie doch einen Ausweg für unzufriedene Schüler oder Lehrer bieten.
Ohne Vergleich und ohne Ausweg, kann man die Bedingungen dann nach Belieben verschlechtern.
Wenn jemand eine Schule ohne den “Affenkäfig” anbietet, öffentlich oder privat, werden sich ganz schnell die richtigen Familien finden. Die Familien, denen es wichtig ist, dass sich ihr Sprössling ganz nach eigenem Gutdünken in Ihrem Unterricht entfalten und selbst verwirklich kann, könnte man durch ein entsprechendes Konzept abschrecken.
Was könnte in so einer Schule für ein Unterricht stattfinden und wie könnten manche Schüler und Lehrer dort aufblühen. Aber das ist dann wieder “Bildungsungerechtigkeit” und daher strikt verboten.
? Privatschulen sind Teil des Problems. Die Unzufriedenen, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder dorthin und halten dann natürlich den Mund.
Genau das verhindert aber die Verbesserung an den staatlichen Schulen.
Sie fordern die Möglichkeit der Selektierung. Ich fordere die Verbesserung der Verhältnisse für alle, die in staatlichen Schulen lernen, lehren und anderweitig arbeiten.
Nein, ich denke nicht, dass eine Schule für alle ohne solche Verbesserungen funktionieren würde.
Ich bin auch nicht für ein gemeinsames Lernen (also alle Niveaus (Förder – Gym) immer zusammen in einem Raum) bis Klasse 10.
Aber ich bin definitiv dafür, dass es keine soziale Separierung gibt.
Einige stellen sich das wohl so vor (Ich übertreibe.): Brennpunktschulen mit hohen Elektrozäunen, in denen die bösen Schmuddelkinder weggesperrt werden, damit die anderen (ihre eigenen Kinder) nicht behelligt werden.
Zum Teil haben wir das ja schon. Nur die Zäune fehlen.
Und besonders “toll” ist, dass diejenigen, die Privatschulen fordern, diejenigen sind, die sich besonders über die Abgehängten aufregen. Wie Sie z.B., wenn Sie Kinder als “Affenbanden” bezeichnet. (“In der Einheitsschule werden die sehr effektiven “Affenbanden” nicht auseinandergerissen, verlieren nicht ihren Zusammenhalt und ihre bewährte Zusammenarbeit, sondern dürfen Lehrer und wissbegierige Schüler bis zum Ende der Schulzeit drangsalieren.”)
So ein Menschenbild ist nicht bildungsnah, sondern menschenfeindlich, finde ich.
Narzissmus und Sadismus gibt es auch schon bei Schülern, und es nicht nachvollziehbar, warum normale Schüler unter jenen leiden sollten.
Hallo, Sie sprechen Grundschullehrer nur so ganz nebenbei an.
Ich bin ausgebildeter Gymnasiallehrer (Italienisch und Deutsch), habe dort 20 Jahre unterrichtet, und dann konnte und wollte ich nicht mehr.
Seit 2018 bin ich nun an der Grundschule.
Ich habe knuffeligste Klassen, leuchtende Augen beim Aushecken irgendwelcher Späße … erinnert mich sehr an “damals”.
Das Problem sind nicht die Kinder, sondern Eltern, die es einfach nicht hinkriegen … das Handy ist wichtiger als das Kind, ICH bin überhaupt wichtiger als alles sonst.
Und solange ein Kinderschutzbund dies nicht erkennt, diese Eltern sogar noch vehement unterstützt, bin ich … traurig.
Ralf Michael Ittermann
Ich bin Mutter. Und ich finde es ziemlich eindimensional und übergriffig, als “Problem” bezeichnet zu werden.
Lehrer wehren sich auch dagegen, als faul bezeichnet zu werden.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vollste Zustimmung!
Ja, das ist es. Es ist auch ungerecht, wenn vergleichbar akademische Berufe 3 Tage Homeoffice genießen (muss man ja dazu sagen) und sich bei den Lehrerarbeitsbedingungen nichts zum Guten verändert. Wenn man sich vorstellt, dass die IGS 5 Tage bis zum Abend tagen, um die Zeugniskonferenzen abzuhalten und mancher völlig zerstückelte Zeiten hat, weil es nicht online ist, ist das eine regelrechte Sauerei heutzutage!
Es muss mehr Wertschätzung geben:
4-Tage Woche
30 % Homeschooling
Reallohnverlust kompensieren, rauf um 17 %
DB & GK online!
Ganz genau
Konferenzen alle online, nachmittagsunterricht online und 35 Std Woche 😉
Einfach angepasst an die IG , wie bei meiner Frau
Nachmittagsunterricht gerade NICHT online, sondern statt Unterricht besser Angebote, die Kinder aus schwachen sozialen Verhältnissen weiter bringen.
Sie nachmittags zuhause online zu beschulen, wäre kontraproduktiv.
Corona hat uns doch gezeigt, wie schlecht das funktioniert.
Konferenzen online durchzuführen, wäre tatsächlich eine Entlastung. Das machen wir bereits teilweise und es läuft gut.
Gleitzeit für Ferien und Unterricht
finde ich gut!
Ich möchte zunächst einräumen, die Arbeit mit Schülern in der Puberträt ist nochmal eine Hausnummer für sich. Was ich da höre und lese, lässt mich nur grausen und ich frage mich, wie hält man das nur aus. (Einfache Antwort wohl: Man hält es nicht aus. Man flüchtet, wohin auch immer, in die Krankschreibung, in die Versetzung, in die Frühpensionierung…).
Für diese Zustände mache ich die Politik verantwortlich und die von diesen abzuleitenden Lehrerausbildern, die dir sagen, wenn du es nicht schaffst, alle Schüler zu motivieren, dann hast du was falsch gemacht.
Ich habe aber auch Kritik. Das folgende Punkte:
(1) Die Behauptung der 50 Stunden pro Woche als Regel gründen sich wieder mal auch auf Dinge, die man nicht jede Woche hat:
Abgesehen davon, dass man das doch nicht alles jede Woche hat, muss es auch auf die Ferien umgerechnet werden, in denen man keinen Unterricht gibt (minus Urlaubsanspruch).
(2) Der Kollege im Artikel klagt erst über die massive zeitliche Belastung neben dem Unterricht, schreibt dann, es wäre aber ok, wenn es bezahlt werden würde. Also ist ja dann die zeitliche Belastung nicht das Problem, sondern dass das (vermeintlich) nicht oder nicht ausreichend bezahlt wird? Das finde ich komisch. Wenn die zeitliche Belastung so schlimm ist, dass man kurz vorm Ausbrennen steht, hilft doch auch kein Geld.
Einfach nur mehr Geld zu geben, ist nun jahrelang die Strategie in den KuMins gewesen, um die Lehrer zufrieden- oder wenigstens ruhigzustellen. Mit offensichtlich geringem Erfolg. Alle nahmen das Geld und jammerten munter weiter oder wieder.
(3) Wer sind die “faulen Lehrer”? Ich hätte das gerne konkreter. Sind das die, die nicht alles mitmachen, die auch Nein sagen, die sich nicht ausbeuten lassen? Das ist doch richtig so. Welche obligatorische Aufgabe könnte man als Lehrer denn verweigern? Was Pflicht ist, muss getan werden. Ein Beamter ist weisungsgebunden, ein Angestellter de facto ja auch. Der Rest muss nicht getan werden. Dann lerne man, Nein zu sagen oder beiße sich in den entsprechenden Situationen auf die Zunge.
(4) Am Ende wird der Beitrag noch mehr vage. Die Kinder verblöden? Wieso? Es hieß doch, dass sich viele Lehrer große Mühe geben, etwas beizubringen. Also ohne Erfolg?
Die Lehrervorteile werden in diesem Beitrag gar nicht erwähnt. Sie uns allen bekannt und fast alle legen großen Wert darauf (viele wären sonst angeblich nicht Lehrer geworden, das sagen sie selbst in der Diskussion um den Beamtenstand: Pension, gutes Gehalt mit meist A13, private Krankenkasse infolgedessen mit alle den Vorzugsbehandlungen, Unkündbarkeit, diverse Gehaltszuschläge, Ferien…). Das alles zählt nun doch wieder nichts? Aber wenn das alles nichts zählt und so unwichtig ist, warum bleibt man dann Lehrer, wenn der Rest so schlimm ist? Dann gehe man doch einfach.
Wechseln sie den Job:
4 Tage Woche
35 Std Woche
Gleitzeit
Bonuszahlung
13 Gehalt
Außertariflich für Sie?
Warum haben sie für Lehrer die starke Belastung noch nicht runtergefahren und bieten freitags Homeofficetag für alle an? Das machen doch so viele freitags. Dieser 1 Tag.
Nur weil hier einige unter jedem Artikel nach Homeoffice schreien, heißt das noch lange nicht, dass das alle Lehrer wollen. Ich bin Lehrerin geworden, weil ich mit den Schüler arbeiten möchte. Ich hasse Digitalunterricht! Und ich habe lieber einen ausgeglichenen Stundenplan mit max. 6 Stunden pro Tag als alles auf vier Tage gelegt, damit ich freitags ins Homeoffice darf.
Das würden wohl mindestens 80% aller real existierenden Lehrkräfte unterschreiben…
Ich glaube, das ist eh nur eine Person. 😉
sehe ich auch so: Ein Troll, viele Vornamen.
Wer schreit denn hier – und ist “Ich hasse Digitalunterricht!” sachlicher formuliert?
Ich bin diese Woche 3x im Homeoffice gewesen, davon 2x pünktlich informiert, 1x unter Gesundheitsgefahr zur Schule gefahren. Mir hat diese Woche absolut nicht gefallen, weil ich meine Planung über den Haufen werfen konnte.
Homeoffice macht für bestimmte Jahrgangsstufen, Fächer oder Teilbereiche durchaus Sinn, aber pauschal? Das können wir knicken!!! Meine 6. -Klässler haben mir gestanden, dass sie während der ersten 2 Tage Homeoffice viel lieber gezockt haben, als sich um ihre Aufgaben zu kümmern. Mama und Papa waren ja auf der Arbeit!!
Das könnte man nur lösen, in dem bspw. jede abgegebene Aufgabe der SuS benotet wird. Dass das nicht bei jedem der SuS klappt versteht sich von selbst, wie der Corona-Lockdown gezeigt hat.
Auch sie sollten aus den Arbeitszeitstudien wissen, dass 50 Stunden eher die Regel als die Ausnahme ist. Da kommt man je nach Deputat sehr schnell drauf. Im übrigen bei 47,5 Stunden pro Woche müssten alle Ferien frei sein.
Das mit dem Geld ist denke ich eine Sache von, Realismus ohne Überstunden wird es hier nie gehen aber dann sollen sie es wenigstens bezahlen, damit es nicht ausufert.
Meinen Sie die sächsische Arbeitszeitstudie, die ergab, dass gar nicht alle Lehrer zu viel arbeiten, es im Großen und Ganzen eher ausgeglichen ist oder meinen Sie die Arbeitszeitstudien, die Sie in dem bestätigen, was Sie gerne bestätigt haben möchten?
Ich ziehe da die übereinstimmende Aussage der von unabhängigen Instituten durchgeführten Arbeitszeitstudien für Lehrer vor, wonach Lehrer flächendeckend mehr arbeiten müssen als sie nach ihrem Arbeitsvertrag müssten.
Wenn Sie die sächsische Studie, die zudem noch schlecht gemacht ist, präferieren… ja, dann sollten Sie sich mal fragen, warum diese Studie als einzige zur gegenteiligen Aussage kommt.
Auf relativierende Ausführungen, so wie Sie sich das wünschen, hört aber keiner “da oben”, merken Sie nicht, dass dies ein absoluter Hilfeschrei ist? Kein Brandbrief mit gut formulierten und akademisch vertretbaren, braven Schilderungen, die kaum bis gar nicht wahrgenommen werden und aufgrund derer außer einer kurzen Kontrollmaschinerie nichts weiter passiert? Dieser Aufruf bekommt Aufmerksamkeit, weil er sich Formulierungen und bewusst auch Übertreibungen bedient, die eyecatching sind, nicht das übliche Blabla. Denn hey, so kann ein studierter Lehrer doch nicht reden! Was ist da los? Man ist natürlich entsetzt. Und ja, es ist fast Basissprache, wir sind schließlich an der Basis, und nicht im kultusministeriellen Wolkenkuckucksheim, und wenn alles nichts nützt, dann vielleicht das.
Ich bin dabei wenn es darum geht, genauso zu reden, man nennt es auch Klartext, vor allem wenn ich daran denke, dass bald wieder die externe Evaluation ins Haus steht, wo im Vorfeld schon mächtige Vorbereitungen laufen werden, alles unbezahlte Überstunden versteht sich. Ich freu mich schon auf die ach so schlauen Damen und Herren aus dem KuMi, habe diesen Käse schon zweimal mitgemacht, mit einem Ergebnis, dass für die Entwicklung der Schule gegen Null geht. Es wird Zeit, dies mal noch intensiver zu hinterfragen.
Alles zusammengezählt hat ein Lehrer (je nach Fächerkombination) nicht nur 50 Stunden, sondern 60 Stunden pro Schulwoche im Durchschnitt! Die Ferien sind übrigens selten Ferien. Es ist unterrichtsfreie Zeit, in der die meisten Lehrer Korrekturarbeit leisten.
Und 3 Stunden Elternarbeit pro Woche sind eher knapp bemessen. Die Sprechstunden und Telefonate und Briefe an die Eltern nehmen viel Zeit in Anspruch. Man hat im Schuljahr 150 bis 250 Schüler je nach Fächerkombination! Da kommt einiges zusammen an Elternarbeit.
Da ich selbst Lehrerin bin, kann ich das alles so nicht bestätigen. Die meisten meiner Kollegen verreisen die meiste Zeit in den Ferien. Man sieht immer tolle Bilder im Whatsapp-Status und hört dann hinterher von den Reisen. Ich würde eher sagen, die wenigste Zeit in den Ferien geht für schulische Dinge drauf. War nicht von 6 Stunden Elternarbeit pro Woche die Rede? Wer hat denn jede Woche mehrere Elterngespräche oder Telefonate. Das stimmt doch wieder nicht. Für welche Schulart sprechen Sie? Wechseln Sie sie am besten.
Zur Elternarbeit gehört doch auch die Kommunikation über den Schulmessenger: Krankmeldungen, Anfragen, Beschwerden, Infos von Lehrerseite usw. Da hab ich täglich schon zwischen 15 und 30 Min. zu tun. Dazu kommt mind. ein Gespräche vor Ort meist 30 Minuten.
Ach Quatsch!
300 Stunden im Durchschnitt!
Pro Tag!!!
Moin,
also ich bin wirklich fast JEDE Woche über 50 Stunden. Es steht einfach immer etwas an.
Und was glaubst du, was wir in den Ferien machen? Mindestens die Hälfte korrigieren oder ja, man bereitet den Unterricht vor. In den Sommerferien nicht so viel, aber 30 Tage Urlaub haben alle anderen ja auch.
Ich fühle mit dem Kollegen aus der Hauptstadt mit. leider scheinen viele ältere Kollegen hier auch nicht zu sehen, dass es den jüngeren Lehrern schlechter ergeht und die Belastung nicht mehr erstrebenswert ist, Freunde. Wenn ich meinen Hasilein so anschaue, wie glücklich er ist und wie sehr seine Firma auf ihn eingeht und ihm ein supi Leben zaubert mit den 3 Tagen im Homeoffice, der 35 Stunden Woche, der Gleitzeit und diesem neuen Flexiurlaub / mal locker 10 Tage einfach mehr Urlaubstage. Wow
Demnächst ist er im Bildungsurlaub in Portugal. Raus aus OWL. Ich werde weiterhin kratzen und das Auto frei machen. Alles schön in Präsenz bei den Nullrunden. Werden es 7 %, werden es 1%?
Wir brauchen die 4 Tage Woche und 1 Tag zum Arbeiten im Zuhause und wir brauchen bessere Gehälter und die 35 Stunden Woche, weil sie viele andere Gewerkschaften schon längst errungen haben. Was machen eigentlich unsere Gewerkschaften? Wurde was erreicht???
Bin neugierig.
Eure Winter Peti 🙂
Liebe Petra,
wir wissen ja, du bist die Beste! Hut ab madame.
Viele wissen das gar nicht. Ich musste mir erstmal die Bedingungen der Gewerkschaften für die 35 Stunden Woche der Auto und Metallbranche anschauen. Das glaubt man gar nicht, wie weit schlechter die Schulbedingungen sind. Es hat sich ja so viel verändert.
Es ist ja doch ein großer Unterschied, ob ich 8 Stunden weniger pro Woche arbeite. das ist ja dann 1 ganzer Arbeitstag! Die Arbeitszeit zur Schule, sagen wir 30 min. Das ist 1 ganze Stunde pro Tag! mehr. Pro Woche sind das ganze 5 Stunden mehr im Vergleich zu diesen Homeofficearbeiten. Wir sehen diese Problematik, liebe Petra. Du kennst dich da ja sehr gut aus! Ganz liebe Grüße
Petra hat das wirklich gesehen, was viele Beufe schon bieten.
Meine Frau hat auch den IG Tarif und Lehrer mit dem Tarif verglichen, ist hart.
Das sind Jahre Mehrarbeit für Lehrer.
4 Tage Woche muss her;-)
bei 2-3 Tagen Homeoffice pro Woche, sind das riesige Unterschiede, sowohl zeitlich als auch finanziell und natürlich von der Belastung
35 Stunden pro Woche vs 40 Stunden pro Woche sind aufs Arbeitslebengerechnet 5 komplette Jahre.
Aber dafür darf der Autobauer auch mit 55 in den Vorruhestand. Das gleicht das wieder aus. Oder doch nicht?
Wenn wir Autobauer*innen;-) hätten werden wollen, wären wir in diesen Bereich gegangen. Ich freue mich für die Menschen, die tolle Arbeitsbedingungen haben!
Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass diese Forderungen von den wenigsten hier unterstützt werden?! Und das, obwohl die Diskutierenden hier sehr oft bei anderen Dingen über Kreuz liegen?
Wahrscheinlich ist das so, weil die meisten gern echten Schüler*innen arbeiten und nicht online.
Online machen die sowieso schon viel zu viel. Schule sollte da einen Gegenpol bilden, finde ich. Echte Sozialkontakte sind wichtig! Ablenkung durch Social Media und Daddelei sind Gift für unsere Gesellschaft. Das sollten doch inzwischen die Letzten gemerkt haben.
Für Lehrkräfte wären andere Veränderungen sinnvoll: Weniger Verwaltungskram, weniger S*S pro Lerngruppe und eine besser ausgebaute Schulsozialarbeit flankiert von mehr staatlichen Sanktionsmöglichkeiten beim Nichtnachkommen von Elternpflichten.
Nein, Lehrer möchten auch bessere Arbeitsbedingungen.
Dann mach deine 50 Std. Der echte Norden und wir anderen kommen von den Deputaten runter und haben auch etwas online Stunden.
Oder eben auch eine 4 Tage Woche
Leider haben Sie nicht verstanden, dass die Arbeitsstunden ja weniger werden, wenn meine Forderungen erfüllt würden.
Ich bräuchte keine 50 Stunden arbeiten, Sie hätten leider mehr aorobleme mit den S*S. Wetten?
Dann wollen SIe bestimt gerne bei FORD/Köln oder ZF arbeiten?
Nur: wie lange noch?
Ging mir auch durch den Kopf. Bestimmt nicht die beste Idee, Autobauer hier zum Vergleich zu nehmen…
Was hindert Sie daran Bildungsurlaub zu nehmen? Brauchen sie Unterstützung von der Gewerkschaft dabei den Antrag auszufüllen?
Bravo, bravo – genau so sieht’s aus! Endlich mal jemand, der nicht in pädagogischem Wattebauschsprech versinkt, sondern Klartext liefert. Ein Kollege, der ausspricht, was sich viele seit Jahren nur noch denken, weil man sonst sofort als „nicht resilient genug“ abgestempelt wird.
Wenn ein Lehrer sagt, “die Arbeit sei „komplett irre geworden“,dann möchte man ihm am liebsten den roten Teppich ausrollen – für noch mehr Klartext. Bitte weiterreden, wir brauchen mehr davon. Denn ja – “In manchen Klassen hab ich das Gefühl, in einem Affenkäfig zu stehen”. Und das ist keine Übertreibung, sondern eine nüchterne Zustandsbeschreibung. In der Oberstufe oder beruflichen Bildung ist es nicht anders, nur besser getarnt, weil die Käfigbewohner dort gelernt haben, ihre Bananen weiter zu werfen.
Und dann diese ewige Heuchelei der Schulleitungen. “Trotz nett gemeinter Bekundungen, auf das Kollegium Rücksicht zu nehmen, werden wir mit Zusatzprojekten zugeschissen.” Exakt so läuft es. Bei uns an Gymnasien kein Deut besser. Hauptsache irgendein neues Leuchtturmprojekt, irgendeine „Innovation“, die man stolz in den Schulnewsletter drucken kann, während das Kollegium kollektiv am Limit kratzt.
Denn am Ende zählt nur die glänzende Fassade. “Aber hey, Hauptsache die ‘Außenwirkung’ stimmt. Leck mich doch am Arsch.” Treffender kann man den Zustand des Systems nicht sezieren und das nur noch periphere Tangieren zum Selbstschutz ausdrücken. Außenwirkung ist der neue Götze – und bei uns misst man sie daran, welches Gymnasium am effizientesten die Noten inflationiert, selbstverständlich im Rahmen hochseriöser „Kompetenzsimulationsprojekte“.
Und genau da zeigt sich der ganze Irrsinn: ein Bildungssystem, das sich selbst immer noch zu oft feiert – für was auch immer-, während es gleichzeitig Strukturen pflegt, in denen genau jene Lehrer und Erzieher kaputtgespielt werden, die den Irrsinn erkennen und benennen – still, systematisch und mit einem Lächeln für die Außenwirkung.
“Bravo, bravo – genau so sieht’s aus!”
Fordert der Kollege nicht Unterstütung und Verbesserung, anstatt das Rad (irrwitzigerweise) zurückdrehen zu wollen und zu behaupten, Schule solle sich nicht um solche Probleme kümmern?
“Manchmal habe ich das Gefühl, dass man billigend in Kauf nimmt, dass unsere Kinder verblöden.”
Nicht nur manchmal! Inzwischen wirkt es fast wie ein inoffizielles Modul der großen Bildungsinitiative Schland 2035 – jenem Schlagwort, das @447 so treffend geprägt hat. Schöne Grüße an dieser Stelle: Volltreffer.
Und genau das zeigt der Artikel ja deutlich: Wer so offen ausspricht, was schiefläuft, wer – wie der Kollege – klar sagt “Leckt mich doch am Arsch”, macht sichtbar, wie tief der Frust sitzt. Trotzdem läuft es am Ende darauf hinaus, dass der letzte Lehrer und Erzieher, der diesen Irrsinn erkennt und benennt, ausgebrannt das Weite sucht.
Ein System, in dem längst der ganze, nicht einmal mehr gerade im Gleis sitzende Bildungszug immer rasanter gegen die Wand rast – und gleichzeitig diejenigen verschlissen werden, die ihn eigentlich bremsen könnten. Das ist Irrsinn mit Methode!!!
Es ist aber schon ein bisschen erschreckend, wie viel Beifall der Artikel bekommt. Es wird wieder nur gejammert und gejammert und in Teilen doch sehr übertrieben und das war’s dann aber auch wieder. Es folgt nichts, aber auch gar nichts daraus. Die Betroffenen erwarten wieder einmal, dass irgendwelche anderen für sie die Kartoffeln aus dem Feuer holen. Rufen Berufsorganisationen, das ist ja nicht nur die GEW, zu Kundgebungen oder Demonstrationen und sonstigen Aktionen auf, hält sich die Teilnehmerzahl doch sehr in Grenzen und da, wo man die Wahl hatte wie in Berlin, verzichtete man auch gerne auf sein Streikrecht und ließ sich verbeamten. 90% der “verbeamtungsfähigen” Lehrer in Berlin, die bis vor Kurzem noch Angestellte waren (so um die 20.000) habe ich verbeamten lassen. Sie wollten nur das. Das war ihr wichtigstes Ziel. Und nun hört man wieder Gejammer, wie schlimm alles ist und dass man als Beamter nichts machen kann, denn man darf ja nicht streiken und Ausscheiden aus dem Beamtenstand ist mit so vielen Komplikationen verbunden… Da kann man nur staunen.
Was ich mich immer Frage: Unzählige verbeamtete Lehrer sind in der GEW. Alleine mit deren Mitgliedbeiträgen müssten die Streikassen der GEW so voll sein, dass die angestellten Lehrer ohne Einkommensverlust monatelang streiken könnten. Aber das passiert nicht. Warum? Where is the money? Oder WILL man keine ernsthaften Streiks im Schulbereich? Lehrer nur als Zahlschafe im Verdi-Konstrukt?
Sehen Sie, das sind wieder typisch Sie mit dem wirklich komplett irreführenden Nicknamen. Was nützen denn volle Streikkassen, wenn keiner (oder fast keiner) am Streik teilnimmt. Man kann schlecht streiken ohne Streikende. So oft stand hier, dass es um die 10% sind, die dabei mitmachen. Von den angestellten Lehrern, die sich nicht mit Streikverbot herausreden können.
PS: Die GEW wäre eher der richtige Adressat. Nicht einmal das wissen Sie?
In dem Moment, in welchem die GEW sich für die Abschaffung des Par 44 TV – L stark macht und den Abschluss eines Tarifvertrages davon abhängig macht, trete ich in die GEW ein. Ist aber nach Aussage des brandenburgischen GEW-Chefs Herrn Fuchs nicht geplant und nicht in Aussicht.
Kleiner Hinweis: Streikgeld bekommen nur Gewerkschaftsmitglieder, und das ist in der Regel geringer als der Verdienstausfall. Streikenden Angestellten wird der Lohn entsprechend gekürzt. Die Beamten könnten ihren angestellten streikenden Kollegen, die kein Streikgeld beziehen, die fehlenden Lohnanteile als Zeichen der Solidarität ja überweisen…
” Es ist aber schon ein bisschen erschreckend, wie viel Beifall der Artikel bekommt. ”
Erschrecken sollten Sie die Zustände in unseren Schulen und der Umgang mit seinen Lehrern!!!
Lampedusa, Ihr Kommentar zeigt vor allem, wie bequem es ist, Lehrkräften „Gejammer“ zu unterstellen, statt sich mit den tatsächlichen Bedingungen auseinanderzusetzen.
Ich bin in Sachsen angestellt, seit über 30 Jahren im Schuldienst – in einem Bundesland, das ganze Generationen von Lehrkräften bewusst von der Verbeamtung ausgeschlossen hat. Unter solchen Voraussetzungen Lehrkräften mangelnden Einsatz oder Jammern auf hohem Niveau vorzuwerfen, ist kein Argument, sondern ein ziemlich durchschaubares Stück respektlosen Lehrerbashings.
Und während Sie hier großspurig „Kämpfen“ einfordern:
Ich habe diese Woche bereits gestreikt und bin morgen beim bundesweiten Streiktag Bildung mit dem Philologenverband Sachsen wieder dabei.
Manche von uns kämpfen also tatsächlich – andere kommentieren nur.
Warum bei den Philologen?
Weil die Philologen sich für Lehrkräfte an Gymnasien stark machen, statt die ideologische “eine Schule für alle”-Propaganda zu verbreiten? Weil die Philologen eine für spezialisierte Gewerkschaft für Gymnasiale sind? Weil da – entgegen oft falsch verbreiteter Annahme – genauso eine Streikkasse für die Arbeitnehmer-Lehrkräfte da ist, die bei Streikaufrufen unterstützt? Und weil – selbst erlebt – bei den Philologen auch Beamte solidarisch an den Kundgebungen teilnehmen, wenn sie gerade dienstfrei haben? Zur Weiterbildung: Es gibt nicht nur die sogenannte “Bildungsgewerkschaft”, deren “eine Schule für alle” immer mehr Unbildung hervorbringt, sondern auch die Lehrkräftefachverbände, die nichts anderes als spezialisierte Gewerkschaften sind, unter dem Dach des dbb Beamtenbunds Tarifunion.
Liebe Katze, ich verstehe “Lampedusa”. Weil Sie als “der letzte Mohikaner” tatsächlich ehrenhafterweise am Streik teilnehmen, heißt das doch nicht, dass Lampedusa Unrecht hat, wenn er oder sie moniert, dass die allermeisten Lehrer sehr gerne und bereitwillig ihr Streikrecht gegen die Vorzüge der Verbeamtung verkauft haben. Sie hätten das nicht getan. Ich vermute aufgrund Ihrer Angaben, Sie waren schon über der Altersgrenze, als Sachsen ab 2019 wieder verbeamtete.
Das war in allen ostdeutschen Bundesländern so, als dort wieder verbeamtet wurde. 90% der, wie Sie sagen, “verbeamtungsfähigen” Lehrer haben sich auch verbeamten lassen und wie Sie sagen auf ihr Streikrecht bedenkenlos verzichtet, Hauptsache verbeamtet.
Mir gefällt diese Betrachtungsweise „Selbst schuld“. Das erleichtert mir mein (verbeamtetes) Lehrerleben enorm.
Das ist tatsächlich so. Man kann es nicht bestreiten. Es ist ja auch in Ordnung, wenn man gerne alles für sich haben möchte, was die Verbeamtung einem bietet, aber dann muss man eben auch in Kauf nehmen, welche negativen Folgen das hat. Alles andere wäre Rosinenpickerei. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Das Grundproblem bleibt aber unabhängig von „Gejammere“ oder nicht: Die Verdichtung der Lehrerarbeitszeit und Zusatzaufgaben wirken sich negativ auf die Kernaufgaben aus, den Unterricht. Das kann man glauben oder nicht, man sollte sich aber nicht wundern, wenn das spürbar wird, denn es ist oft genug thematisiert worden.
Also ist das Rosinenpicken, wenn man auch für Beamte eine Arbeitszeiterfassung fordert oder kann man LuL einfach unbegrenzt Arbeit aufdrücken? Sind halt Beamte, für die gilt eine Arbeitszeitregelung einfach nicht, Arbeitsschutz auch nicht. Ist halt Pech. In allen anderen Jobs regen sich Leute auf, wenn Regelungen nicht eingehalten werden und finden das mies, wenn Mitarbeiter schlecht behandelt werden. Bei LuL halt egal, sind ja verbeamtet, da muss man sich an nix halten, die haben sämtliche Rechte grundsätzlich abgegeben. Echt jetzt? Wenn man sagt, was schief läuft ist das nur jammern? In anderen Jobs darf man Missstände anzeigen und das ist auf keinen Fall okay, wenn sich da nichts ändert. Bei Lehrkräften ist jedoch immer alles okay? Die sind halt nur faul und haben keinen Bock, werden mit Privilegien überhäuft und arbeiten nur halbtags. Jop. Das scheint das Bild zu sein. Danke für nichts…da fühlt man jede Menge Wertschätzung…so gar nicht…
Wozu eine Gewerkschaft, wenn man nicht streiken darf. Und was bitte haben die Lehrergewerkschaften bisher gerissen außer beim Dienstherrn Um schön Wetter zu bitten?
Als Gewerkschaft würde ich wohl langsam sagen, macht doch euren … alleine. Jede Gehaltserhöhung haben Sie der Gewerkschaft zu verdanken. Sie wollen sie nicht? Dann spenden Sie sie doch für den Tierschutzverein. Gute Sache! A13 für alle in mehreren Bundesländern hat man den Gewerkschaften zu verdanken. Das machte in Berlin rund 500 Euro mehr aus für die, die das noch nicht hatten. Die ersten Verbesserungen in der Arbeit in Brandenburg und Berlin, auch wenn Sie sie gleich schlechtreden werden, haben Sie der Gewerkschaft zu verdanken.
Sicher wäre immer mehr möglich und wünschenswert, aber alleine hätten Sie das alles nicht !
Die Gehaltserhöhungen werden bei den Beamten automatisch von den Tarifverhandlungen des ÖD/ der angestellten Lehrer übernommen. Und diese Erhöhungen sind eher schon ein Automatismus.
Ach, die Arbeitgeber erhöhen automatisch? Träumen Sie weiter…
Ohne die Mitglieder, die Beitrag bezahlen, gäbe es keine Tarifverhandlungen, weil es keinen dbb gäbe!
Für die Beamten schon. Die durch die Gewerkschaften ausgehandelten Lohnerhöhungen werden in der Regel automatisch für die Beamten übernommen, aus “Gründen des Betriebsfriedens“…
Ohne Mitglieder keine Gewerkschaften!
Ja glauben Sie, ohne den gewerkschaftlichen Einsatz der Verbände hätte es auch Besoldungserhöhungen gegeben? In BW gab es vor einigen Jahren eine drastische Verringerung der Eingangsbesoldung für neue Lehrkräfte durch das Land, die zurückgenommen werden musste, weil unter dem Dach des dbb dagegen geklagt wurde (https://www.phv-bw.de/zumeldung-des-philologenverbandes-baden-wuerttemberg-phv-bw-zum-urteil-des-bundesverfassungsgerichts-zur-absenkung-der-beamten-eingangsbesoldung-in-baden-wuerttemberg/) und (https://www.phv-bw.de/wp-content/uploads/2017/11/images_download_2017_Besoldung_2017-11-Besoldung-web.pdf).
Dies nur exemplarisch, es hat vielen Kolleginnen und Kollegen hohe 4-stellige Nachzahlungen gebracht – und trotzdem sind längst nicht alle Begünstigten anschließend Mitglieder geworden, dabei ist der Beitrag ein winziger Bruchteil des von den Verbänden erstrittenen Urteils. Nebenbei bemerkt ist der Mitgliedsbeitrag in den dbb-Lehrerverbänden etwa halb soviel wie bei der GEW. Aber alle diese Nichtmitglieder profitieren für lau, man könnte auch sagen schmarotzen von den Leistungen der gewerkschaftlichen Berufsverbände. Schämt euch!
Arbeitsverdichtung hat schleichend und deutlich zugenommen zugenommen – kein Ende in Sicht.
Tag hat immer noch 24 Stunden.
Viel Arbeit, wenig Erholungszeit.
Mit oder ohne Gejammer – das geht an die Substanz! Physisch und psychisch.
Ich habe fertig.
Der Ersteller zeigt an mehreren Stellen, dass ihm bewusst ist, dass der Beitrag nicht übermäßig differenziert ist. Er kündigt die Art des Beitrags sogar an (“Rant”). Nicht jede Äußerung muss immer perfekt ausbalanciert sein und alle Nuancen beachten. Manchmal dürfen Menschen ihrem Frust auch einfach Luft machen, insbesondere wenn sie dafür die entsprechenden Kanäle (hier sehr passend: Reddit) nutzen.
“Es muss sich alles ändern – damit alles so bleibt wie es ist”, sprach der Fürst.
Spenden Sie jeden Monat 10-15% ihres Gehalts für Klimaprojekte? Verzichten auf Zuschuss zum E-Auto, damit das Gesamtprojekt ‘Mobilitätsumstellung’ für alle anderen mehr Ressourcen hat? Gehen dann auch noch demonstrieren, weil man sich dabei als Teil einer engagierten Elite fühlen kann?
Komisch, ich kenne nicht viele mit solchen Prioritäten, aber ‘thank you for your service’, das ungefähr wäre der Verzicht auf Verbeamtung. Ich verstehe jeden, der seine Verbeamtungsmöglichkeit wahrnimmt, die meisten ‘erwarten’ nicht, dass andere ihre Interessen durchsetzen, sie haben damit auch nicht das Recht aufgegeben, ihre Meinung zu äußern. Sie haben den angebotenen Weg zu ‘gleiche Arbeit, gleiches Geld’ genutzt, einen anderen gibt es leider nicht, aber hier war der Realitätsdruck auf die AG wenigstens stark genug.
‘Jammern’ über die unzumutbaren Arbeitsbedingungen tun Angestellte und Beamte gleichermaßen, sie haben auch gleiche Probleme. Wir haben aber Tarifverhandlungen im ÖD, nicht nur für Schulen. Das heißt, deutlich mehr Lohngruppen, für die es auf andere Dinge eher ankommt. Natürlich wünsche ich mir Forderungen nach gleicher Bezahlung für gleiche Aufgaben, aber noch mehr wünsche ich mir Realitätssinn und echte Reformen einer völlig verfahrenen Situation. So wie übrigens nahezu alle verbeamteten KuK, das berühmte ‘Jammern’. Werden wir nicht bekommen, aber es gibt wenigstens viele, die sich ihre Kritik an diesem kranken System nicht durch Verbeamtung abkaufen lassen.
Ja, der Laden wird zusammenbrechen, vielleicht durch völlige Entwertung aller (!) Schulabschlüsse, vielleicht durch dauerhafte Arbeit im roten Bereich, egal ob stundenmäßig oder, für mich wohl eher, psychisch (egal ob die genauen Zahlen stimmen, Überlastung ist Überlastung), am wahrscheinlichsten beides gleichzeitig.
Egal wieviele hier Homeoffice und 4-Tage-Woche fordern, das sind diejenigen, die flüchten, die ihre persönliche Überlastung durch persönliche Freiheiten verbessern wollen, ohne etwas am Gesamtsystem für die Schüler und Eltern zu ändern. Dafür streike ich nicht, auch wenn ich es darf. Die meisten meiner KuK wollen nicht nur für sich ‘Kartoffeln aus dem Feuer holen’, sie wollen das retten, was von Schule noch übrig ist und was Schule sein sollte. Auch die Beamten…
Laien verstehen weniger, als sie denken.
Dafür ist Ihr Beitrag hier gerade leider der Beweis.
Was Sie insbesondere nicht verstehen, ist, dass all diese im Kommentar genannten Dinge unseren Nachwuchs betreffen.
Was Sie als Jammern identifizieren, ist in Wirklichkeit eine Beschreibung unseres komplett maroden Bildungssystems.
Aber das war ja zu erwarten. Und deshalb ändert sich auch nichts.
Solange Laien meinen, dass die Lehrkräfte ja immer nur jammern, wird sich natürlich nichts ändern. Da fühlen sich im Gegenteil Politiker*innen sogar eher berufen, die Bedingungen noch zu verschlechtern. Von wegen “Der Volksmund meint das ja auch.”
Ich kann den Ausführungen des “wütenden Lehrers” nur zustimmen.
Und ich verstehe die Leute nicht, die hier wieder alles relativieren.
Hier spricht ein Lehrer, der seinen “Job” mit Herzblut macht, weil man das muss, um den Kindern gerecht zu werden. Und gerade die werden verschleißt, mit einem Lächeln im Gesicht, weil ” so schlimm wird das schon nicht sein”, Sie haben ja 100 Tage Ferien. Ein Witz! Wir ziehen mal die Feiertage darin ab, die Korrekturtage, die man in die Ferien legt, weil sie während der Unterrichtszeit nicht mehr zu schaffen sind, und die Präsenzzeit in den Sommerferien – und schon habe ich Probleme überhaupt auf die mir gesetzlich zustehenden Urlaubstage zu kommen.
Warum kritisieren hier Leute an diesem Beitrag rum, die selber nie einen Tag als Lehrer überleben mussten? Als engagierter Lehrer wohlgemerkt! Und das wird auch von den Eltern (und Schüler/innen) eingefordert, ohne darüber nachzudenken, dass man eigentlich eine 41 Stunden Woche hat. (Ja, keine 35 Stunden Woche, diese faulen Lehrer!)
Ich bin diese Diskussionen so leid! Und dieses rechtfertigen, wenn man einfach nicht mehr kann. Einfach gehen, wie hier so konstruktiv vorgeschlagen wurde? Super, und wer unterrichtet dann Ihre Kinder?
Ein bisschen nachdenken und das große Ganze sehen, wäre nicht schlecht!
Doch, der Trick ist doch ganz einfach. Jedem, der über schlechte Erfahrungen wird hier entgegengesetzt, dass es sich um Einzelfälle handelt, die allenfalls anekdotische evidenz haben und nicht auf das gesamte Schulsystem übertragbar sind.
Bei denjenigen, die dann sagen, dass sie entsprechend eErfahrungen an ihren Schulen nicht gemacht haben, entgegnet aber keiner:
“Ja schön für dich, und es freut mich, wenn es in deinem Microkosmos so ist, aber dein Erleben lässt sich nicht verallgemeinern.”
Ja an vielen vor allem GS, wird es vermutlich noch idyllische Verhältnisse geben, die eben nicht mit den GS in “sozialen Brennpunkten” vergleichbar sind. Ebenso lassen sich die unterschiedlichen altersstufen unabhängig von der Schulform nicht vergleichen. Und die Anfeindungen, die Lehrkräfte an einem Gymnasium im gutbürgerlichen Umfeld erleiden, sind mit Sicherheit andere als die, die Lehrkräfte an Schulen der SekI oder Berufsschulen erfahren müssen.
Aber eigentlich, liebe dickebank, passiert doch genau das, dass nämlich die guten Erfahrungen alle negiert und schlechtgeredet werden, indem sie mindestens bestritten und heftigst zurückgewiesen werden.
…passiert doch genau das, dass nämlich die guten Erfahrungen alle negiert und schlechtgeredet werden, indem sie mindestens bestritten und heftigst zurückgewiesen werden.
Das ist wohl wahr! Leider 🙁
Ich finde es auch schade, dass es hier niemandem gegönnt / geglaubt wird, ein halbwegs “normales” Schulleben zu haben, … da zu arbeiten, wo die Welt noch einigermaßen in Ordnung ist.
Und ja!
SOLCHE ORTE GIBT ES!
“habe ich verbeamten lassen”
Sind Sie ein Olympbewohner ?
Na, dann wundert mich die fehlende Schul- und Lebensnähe Ihrer Kommentare nicht mehr.
Motto: the Show must go on,
Betonung auf Show – leider ist jede Zirkusdarbietung, jedes Cabaret, sogar seichte Filmchen – besser.
Herzliche Grüße von Maybe
Es ist aber schon ein bisschen erschreckend, wie viel Beifall der Artikel bekommt. Es wird wieder nur gejammert und gejammert und in Teilen doch sehr übertrieben und das war’s dann aber auch wieder
Dann schauen Sie bitte mal hier:
https://www.news4teachers.de/2026/01/wir-sind-insolvent-warum-ex-schulleiterin-silke-mueller-das-deutsche-bildungssystem-fuer-bankrott-erklaert-und-ausgestiegen-ist/
Mich würde mal interessieren, wie viel Lehrer Lehrer geworden wären, wenn es niemals einen Beamtenstatus gegeben hätte. In vielen anderen Ländern gibt es so etwas nämlich gar nicht. Übrigens wäre ich dafür, ab sofort keine Lehrer mehr zu verbeamten, denn ein Beamtenstatus ist überhaupt nicht notwendig. Das freiwerdende Geld dann lieber in die Schulsanierung stecken. Ein Arzt, der unser Leben rettet, arbeitet auch nicht im Beamtenstatus. Naja, und wenn alle so gern Lehrer aus Berufung sind, dann dürfte der Beamtenstatus ja nicht so wichtig sein.
Nur bis das Geld frei wird, sind die Schulruinen eingestürzt.
Kann man an einer Hand abzählen.
Wobei, es gibt schon einige, die wären an einem anderen Studium gescheitert.
Ach was, an einem Finger. Jadda.
Vielleicht sollte man sich mal näher damit auseinandersetzen, ob man wirklich mehr Geld zur Verfügung hätte.
Hier ein Schwank aus meinem Leben: Als ich studierte, mein Ref absolvierte und meine ersten Anstellungen hatte, hieß es, dass meine Artgenoss*innen und ich nicht verbeamtet würden.
Frau Simonis (ehemalige SPD-MinPrä von SH) hat genau das damals immer propagiert. Stellen Sie sich vor, wie überrascht ich war, dass ich, als ich schließlich entfristet wurde, schwupps auch noch verbeamtet wurde.
Die Finanzexpert*innen hatten Frau Simonis gesteckt, dass das das Land billiger käme.
wäre das nicht ewas?
Wenn sie noch kein Homeoffice erfahren wie andere, dann nehmt die 4 Tage Woche.
1 Tag für alles andere. In der Pflege und im Krankenhaus hat man an super neuen Konzepten bereits gearbeitet. Das ist doch was für Euch
“Die Kinder werden zuhause oft sich selbst überlassen, sei es aus Unvermögen oder Desinteresse – und wir dürfen das ausbaden.”
Tja, leider gibt es viele Gegner*innen der Ganztagsbetreuung. Die sind sehr zufrieden mit der aktuellen Situation und hoffen geduldig darauf, dass die Eltern, die es nicht richten (könnn), es irgendwie – eines Tages – richten werden 😉
Und wenn man in der Pause etwas Ruhe bräuchte, geht man stattdessen ins Großraumbüro “Lehrerzimmer”, in dem in unserer Grundschule knapp 40 Lehrkörper dicht gedrängt wie die Sardinen in der Büchse sitzen und hält die nächsten zu hohen Dezibel aus. Jeden Schultag. Mehrfach. Gibt es eigentlich ansonsten noch so klassische Großraumbüros ohne Schallschutz und Zwischenwände mit Möbeln, die vor Staub erwürdig ergrauen? Nix mit Designerstühlen … Ach ja, und trotzdem möchte ich nicht tauschen mit der Dame in der Sparkasse im Kostüm 😉
Naja, das ist schon alles ziemlich einseitig und zugespitzt. Wie jemand anderes schrieb, es hat doch niemand von uns jede Woche einen 3-stündigen Elternabend usw.
Schon vor vielen vielen Jahren erschien das Buch “Tatort Schule”. Der Autor hat es im Selbstverlag drucken müssen. Es beinhaltet zu viel Wahrheit für andere Verlage. Alles, was im Buch beschrieben ist, gilt auch heute noch und noch einiges mehr. Gebessert hat sich nichts. Lehrkräfte, die die Missstände offen ansprechen, werden gerne als Unruhestifter abgestempelt. Es wird erwartet, dass Probleme unter den Teppich gekehrt werden, um das Schulbild nach außen hin nicht zu gefährden.
Das o.g. Buch müsste Pflichtlektüre für alle sein, Lehrkräfte und Vorgesetzte, verbunden mit dem Auftrag, Lösungswege zu suchen und zu finden.
Tatort Schule
Das ist wirklich das bravste,liebste “Kragen platzen”, dass ich seit langem gelesen habe – inklusive vorauseilender Entschuldigung(en) und unter korrektem Umtänzeln der Elefanten im Raum.
Dennoch war der Text für mich sehr, SEHR anregend:
Mir kam ein ganz einfacher, naheliegender Gedanke: Wenn DAS das mindset von einem ganz normalen Lehrer(?) beim “ausrasten” ist, erklärt sich perfekt wieso niemand Lehrer ernst nimmt.
Es werden eher jene nicht ernst genommen, die brav ihr Katzbuckelchen machen vor dem Dienstherrn, weil sie sonst Ungemach fürchten, und die denken, wenn sie Mitglied bei einer Lehrergewerkschaft sind ist das Engagement genug, sollen die mal machen. Hintenrum sich beschweren und meckern, aber wenn der Dientsherr persönlich in irgendeiner Form auftritt, den dienstbeflissenen treuen Beamten mimen. Ich sehe jetzt schon, wie man sich wieder überschlägt vor Motivation und alles in den schönsten Farben darstellt, wenn die kultusministerielle externe Evaluation kommt. Da werden Überstunden gerissen, die man hinterher wieder beklagt…….
Also ich sehe das anders mit dem Mindset, Klartext ist angesagt.
Da würde ich Ihnen vollkommen zustimmen!
Verblöden tun sie, weil Lehrkräfte ihren Erziehungsauftrag an der Grundschule nicht erfüllen, selbst ihren Bildungsauftrag erfüllen sie nicht vollständig. Es geht nicht nur darum, Defizite aufzuzeigen sondern mit Förderungsmaßnahmen die Defizite zu beheben oder mal eine Info an die Eltern zu schicken. Was die Eltern damit tun, ist ihnen überlassen. Eltern sind selbst oft in ihrem Job überlastet und dass sie überhaupt arbeiten übersehen Lehrer auch gerne.
Viele Eltern sind nicht in der Lage, ihre 1-3 Kinder zu erziehen, aber der Lehrer soll sich punktgenau um 30 Schüler kümmern, von denen mind. 20 verhaltensoriginall sind? Außerdem scheinen Sie recht wenig Ahnung zu haben, was alles an den Grundschulen gemacht wird, um den Bildungsauftrag zu erfüllen. Aber auf sandigem Boden kann man nun mal schlecht bauen …..
Wie wahr, wie wahr!!!
Wir fördern uns an den Schulen mittlerweile dumm und dämlich in allen Bereichen. Aber die Schule alleine kann es nicht richten. Und sorry, wenn ich Kinder in die Welt setze, dann ist das dummerweise Arbeit und Verantwortung. Das ist doch kein Geheimnis, dass man Kinder nicht nur ein Bett und Essen hinstellen muss bis sie 18 sind, sondern dass es schon etwas mehr braucht.
Gerade die Grundschullehrkräfte arbeiten sich den Poppes ab. Aber nicht mal ein Achtarmiger Oktopus kann die Brände löschen, die in der Grundschule auf kommen.
Ich finde es sehr mutig von Ihnen, sich hier als Elternteil zu outen, das mit der Erziehung und auch Bildung des eigenen Nachwuchses offenbar überfordert ist.
Wenn Kinder in die Schule kommen, haben sie bereits fünfeinhalb bis sechs Jahre hinter sich, in denen sie -manchmal ausschließlich- durch ihre Eltern/Familien geprägt wurden. DAS bei viel zu großen Klassen, vielen Individuen und unterschiedlichsten Elternvorstellungen auszugleichen oder gar zu richten, überfordert wiederum die Institution Schule inkl. der dort Tätigen.
Aus einem Fiat Panda kann man auch mit sehr viel Willen, Engagement und Fachwissen keinen Porsche machen. Lehrer*innenbashing ist dabei auch so gar nicht hilfreich.
Alles Gute!
Schule hat einen Bildungsauftrag. Punkt.
Eltern haben sich um die Erziehung zu kümmern. Auch Berufstätige.
Dem sie nachkommt, was SuS dazu befähigt, Banden zu “bilden” und andere Personen aufzunehmen.
Keine Ahnung ob wir aneinander vorbei reden.
Mir geht es darum, dass es sich viel zu viele Eltern mit Ausreden einfach machen, und Erziehungsarbeit an die Schule abdrücken, was dort den Unterricht behindert und dazu führt, dass Schule ihren Job nicht erledigen kann (Bildung). Alle wollen das Problem immer mit Geld bei den Schulen zu werfen aber die Lösung muss bei den Eltern anfangen.
Ähnlich wie bei Bildungsgerechtigkeit. Es wird immer Eltern geben, die Chancen und Angebote nutzen und Kinder fördern (selbst ohne Geld) – und andere, die das nicht tun. Diesen Effekt KANN Schule nicht kompensieren.
“Die man eigentlich an der Grundschule lernt”. Ja meint er denn da wäre es besser? Dort herrscht genauso Affenstall. Die Verhaltensauffälligkeiten sind so enorm, dass man nur mit Deeskalation beschäftigt ist. Arbeitsverweigerung, weglaufen, Schreien, Frust, die Kinder benehmen sich wie Babys. Anweisungen werden grinsend ignoriert. Viele Kinder haben mittlerweile Schwierigkeiten eine Beziehung aufzubauen, haben schlimme Schicksale hinter sich oder erleben Verwahrlosung. Und wer jetzt meint es seien die Kinder mit Migrationshintergrund der irrt gewaltig. Die Kinder, die am stärksten Auffälligkeiten aufweisen bei uns, haben alle keinen. Ich erlebe schon in der Grundschule absolute Hilflosigkeit. Elterngespräche helfen leider gefühlt auch gar nicht weiter. Es dauert ewig, bis man von irgendeiner Stelle Hilfe bekommt, geschweige denn eine Diagnose durchgeführt wird. Ein Highlight bei uns an der Grundschule war, dass der Krankenwagen kommen musste und die Polizei, um das randalierende Kind endlich in die Psychiatrie zu bringen. Wohlgemerkt, Grundschule.
Tja, hat schon Vorteile, wenn Exekutivbeamte im Gegensatz zu Lehrkräften und Rettungsdienstpersonal unmittelbaren körperlichen Zwang anwenden dürfen.
Das Kind drohte, sich vor ein Auto zu schmeißen. Es war Gefahr im Verzug. Nach Therapie und Medikamenten nimmt es normal am Unterricht teil und kann auch endlich wieder lachen.
Ich glaube nicht das es so gemeint war, dass die Grundschule und ihr Personal schlechte Arbeit leisten. Es war eher ein Verweis drauf das Kinder insgesamt mit immer weniger Starten.
Allerdings vernachlässigt die Grundschule im Allgemeinen (nicht jeder Lehrer natürlich) ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag durchaus oft. Bestimmte Dinge werden eben nicht mehr (erfolgreich) beigebracht. Zum einen weil sie heutzutage nicht mehr “angesehen” sind (Disziplin), zum anderen, weil man meint, das ist Sache der Eltern, was aber nicht stimmt und auch nicht hilft, wenn die das aber nicht tun. Dann lernt Hans nimmermehr, was Hänschen nicht lernte. Ich habe oft dein Eindruck – selbst an einer Grundschule arbeitend -, die Lehrer heute wollen nicht mehr erziehen müssen, sie wollen nur ihren Unterricht machen, ihre Themen vermitteln, es soll Spaß machen und sie wollen beliebt sein. Alles andere ist zu aufwändig, zu nervig, zu unangenehm. Das sollen “die anderen” machen.
Und dazu kommen dann noch Eltern, die nicht wollen, dass die Schule ihre erzieht, weil es ja ihre Kinder sind. Wie man liest, fängt das schon im Kindergarten an. Das ist auch ein Problem. Für die Schule zumindest kann man sagen, sie hat einen Erziehungsauftrag, der dem der Eltern nicht untergeordnet ist (laut Bundesverfassungsgericht).
Den Hinweis auf Corona hätte er sich sparen können. Handy statt Erziehung hat uns die Schüler fabriziert, die wir unterrichten sollen.
Ein guter Beitrag, den ich nicht besser hätte formulieren können. Ergänzend denke ich über folgendes nach: ein Professor in meiner Referendarzeit machte zwei Aussagen, die mich noch heute beschäftigen. 1. Unsere Kinder sind das, was wir ( die Elterngeneration) aus ihnen gemacht haben. Ich formuliere es breiter- was die Gesellschaft ( Nachbarn, Lehrer, ..etc.) ihnen vorlebt. 2. Holen Sie die Kinder da ab, wo sie momentan stehen. Also erkennen, was die Kinder können und daraufhin natürlich aufbauend sie fordern. Ja, eine sehr schwere Herausforderung! ….denn die Gesellschaft entwickelt sich rasant und selbst im naturwissenschaftlichen Bereich braucht man Zeit, um die vielen neuen Erkenntnisse zu verstehen, geschweige denn vermitteln zu können. Aber mal ganz ehrlich: in sehr vielen wirtschaftlichen Bereichen müssen AN / natürlich auch die AG sich diesen neuen Herausforderungen stellen….Motivation ist gefragt und natürlich handeln….
Das sind doch aber auch Allgemeinplätze. Ich kenne die auch seit Jahrzehnten. Es stimmt ja auch nicht so genau, dass unsere Kinder das sind, was wir aus ihnen gemacht haben. Ein Professor hat das gesagt? Er sollte es besser wissen. Es ist immer eine Mischung aus Veranlagung und “Außeneinwirkung” (erst eher die Eltern, später eher der Freundeskreis und sicherlich auch die Gesellschaft als Ganzes). Man sieht das ja am besten bei Geschwisterkinder, die so vollkommen anders sind – trotz gleicher Eltern, gleicher Gesellschaft, aber bei durchaus schon unterschiedlichem Freundeskreis. (Sie sind aber schon von Anfang an anders!)
Vollste Zustimmung auch von mir! Ich hätte den Text exakt genauso schreiben können. Ich arbeite lediglich am Gymnasium. Sonst gibt es absolut keinen Unterschied.
Ich glaube, da gibt es ne Menge Frust. Tatsächlich ist das von Schule zu Schule und Schultyp zu Schultyp unterschiedlich. Ich bin an einer Grundschule und die Probleme mit Schülern sind meist noch Einzelfälle. Schwieriger ist in den letzten Jahren die Elternschaft geworden. Es vergeht kein Monat, wo nicht irgendein Elternteil mit Klage droht ( angebliche Gewalt an Kindern ( psychisch und physisch , falsche Benotung bis zu Missbrauchsvorwürfen)alles bisher haltlos. Da steckt oft ein allgemeiner Hass gegen Schule und Lehrer dahinter. Eine Zusammenarbeit ist mit dieser Sorte Eltern auch nicht möglich, weil sie das oft gar nicht wollen. Es ist nicht die Masse, aber psychisch belastet das ungemein auch wenn man scheinbar“drüber steht“. Auch das bekommen die Kinder mit und nehmen es mit fürs Leben. Ich meine ,dass es tatsächlich einen veränderten Lehrplan geben müsste, mit Fächern die Sozialkompetenz fördern und sie trainieren.
So sind Probleme an GS (allerdings bei uns auch bis Kl.6) doch anders gelagert als an Gesamtschulen oder Gymnasien. Die Belastung hängt auch vom Unterrichtsfach ab. Aber man kann es alles nicht pauschal vergleichen. Ein Kunstlehrer hat bestimmt wahnsinnig viel Vorbereitung zu tätigen, ich als Musiklehrer auch.wenn ich den Unterricht spannend und abwechslungsreich gestalten will. Die Deutschlehrer an den Oberschulen haben erhebliche Korrekturen. Sportlehrer sind oft bei außerschulischen Wettkämpfen. Aber das kann ich nicht im „Klein Klein „ aufrechnen. Das gehört zum Beruf und es sollte Spaß machen. Ich glaube ein bisschen Ehrenamt ist beim Lehrerberuf immer mit dabei. Nur darf es nicht ausgenutzt werden vom Ministerium und hier ist das Problem . Anerkennung müsste in den
Arbeitsbedingungen sichtbar werden.Die ganze Verwaltungsarbeit , die. Lehrer nebenbei tätigen ,müsste ausgelagert werden, Schulleitungen müssen in erster Linie hinter den Lehrern stehen und das Bollwerk gegen Angriffe von Außen sein.
Im Schulsystem spiegelt sich oft die ganze Gesellschaft wieder und es steht die große Frage : wie wollen wir unsere Kinder eigentlich bilden und noch mehr: wie sollten wir erziehen? ( Erziehen ist noch ein veralteter Begriff, da wir nicht „Ziehen“ wollen) also wie sollten wir Kinder sozialisieren.
Was du schilderst, ist übrigens auch im so tollen Bayern Alltag. Wirklich unerträglich geworden, dieser Beruf. Auch ich war ein „Guter“. Ich habe regelmäßig 60 Std./Woche gearbeitet. Für die Jugendlichen, denen ich etwas bieten wollte. In den Ferien war ich immer krank. Dann haben die nicht mehr gereicht, um mich zu erholen. Ich musste hinschmeißen. Nicht lustig, beruflich bin ich damit zerstört. Wer will einen Lehrer, der mit einem Burnout ausgestiegen ist? Keiner. Was dieses Bildungssystem anrichtet, ist unsagbar. Es wird uns um die Ohren fliegen, denke ich. Das Wohl der Kinder steht da schon lange nicht mehr im Fokus, es ist nur noch eine Mängelverwaltumg. Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft.
Das System spukt einen aus und macht weiter, als wäre nichts geschehen. Muss man sich klar machen. Und seine Konsequenzen daraus ziehen.
Ja, das kann ich alles nachvollziehen, ist aber von einem jungen Lehrer geschrieben (erst 10 Jahre im Dienst) nach spätestens 20 Jahren geht allen, auch und gerade den Engagiertesten, die Puste aus. Wenn sie nicht bis dahin Schulleitungsmitglieder oder an höherer Stelle im Schulamt sind. Warum ist das so? Weil die ständige bloße idiotische Zeitrechnerei (40 Stunden-Woche, 50 Stunden-Woche… 3 Stunden Elternarbeit, 6 Stunden Elternarbeit…??) am Grundproblem völlig vorbei geht:
Fast niemand zieht jemals in Betracht, wie unterschiedlich die Stresslevel normaler Arbeit vs. Lehrerdasein sind (gilt auf seine Weise heute sicher auch im Kindergarten schon). Und damit auch wie kräftezehrend der Beruf des Lehrens wirklich ist. Können alle nachvollziehen, die irgendwann mal ernsthaft vor einer Klasse gestanden sind.
Stresslevel einer Lehrkraft im Unterricht: Wurde nachgemessen. Genau wie bei einem Verkehrsflugzeugpiloten bei der Landung (der gefährlichste Teil) – das dauert für den Piloten so einige Minuten! Ansonsten hat der Verkehrspilot entspannte Arbeitszeit, in der meist der Bordcomputer das Flugzeug lenkt. Aber eine Lehrkraft hat den “Landungsstress” 24-28 durchgängige Schulstunden (“Dreiviertel-Stunden” = 18-21 Zeitstunden) die Woche! Die volle Zeit! Hinzu kommt noch der heute riesige Stress mit Eltern und bisweilen auch der Schulleitung oder höherer Stellen. (Der Rest der Lehrerarbeit – obwohl wie beschrieben oft sehr zeitaufwendig – ist, was den kräftezehrenden Stress betrifft, schon fast geschenkt.)
Aber Verkehrspiloten gehen eben trotz messbar kürzerer Belastungsdauern obendrein mit 55 auch noch oft ein gutes Jahrzehnt früher in Rente als Lehrkräfte arbeiten sollen. (Dass die Piloten auch dann nicht selten sogar wirklich hohe Renten erzielen und davor meist absolute Spitzengehälter verdient haben, ist in diesem Zusammenhang nur ein unwesentliches, allerdings interessantes Detail am Rande.)
Ein anderer Vergleich mit dem Stresslevel im Unterricht ist der des Formel-1-Rennfahrers beim Rennen. Und der macht das genauso wenig mindestens 16 Zeitstunden die Woche/40 Wochen im Jahr lang! Auch nicht annähernd.
Stimmbelastung einer Lehrkraft: So groß wie die eines Schauspielers an einem großen Haus, egal wo – nur: der Schauspieler hatte eine jahrelange Stimmausbildung; Lehrkräfte müssen mit ihrer Stimme alleine kämpfen und “dürfen” auf eigene Kosten (!) Sonderfortbildungen zur Stimmschulung und Stimmgesundheit in den Ferien (!) machen. Die Stimme aber ist das Kapital der Lehrkraft – daher ist es wahnsinnig stressig, wenn man was mit der Stimme hat, aber ein großer, wenn nicht der größte Teil der Lehrkräfte bekommt selbstverständlich irgendwann Probleme mit der Stimme.
Das “Gejammere” ist also objektiven Tatsachen geschuldet. Wer das so nicht sehen will, kann genauso gut sagen, die Erde sei eine Scheibe. Ernsthafte Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Lehrergesundheit befassen, sagen: Das ist einer der anstrengendsten Berufe, den man in Deutschland haben kann. Und das gilt unter den GEGEBENEN Voraussetzungen, MIT den 12 Wochen Ferien und den – ach! – angeblich “NUR” 24-28 Stunden Unterricht pro Woche. Zwei Stunden Korrektur sind nicht einmal annähernd körperlich und nervlich so anstrengend wie nur eine Stunde eigentlicher Unterricht, Stimmgesundheit kein Thema. Aber das Unterrichten macht doch Spaß? Sicher, aber so ist es auch mit Formel 1, Verkehrsflieger und jedem anderen Beruf, den jemand nicht gewählt hat, nur um Geld zu verdienen. Nur bei Lehrkräften ist jedoch der Kraftaufwand so unvergleichlich enorm.
Das Problem auch bei dem Artikel – obwohl er sehr sauer und kritisch ist: Er ist eigentlich sehr begeistert, ist sozusagen überdreht, im “Freudemodus” des Workaholics (wendet sich sogar gegen den angeblichen Haufen fauler Lehrkräfte), der Schreiber arbeitet in Kraftaufwand gemessen viel mehr als normale Menschen und – ist damit für Burnout vorprogrammiert. Er ahnt das selbst, weil er sagt, dass er in vielleicht 5 Jahren hinschmeißen wird. Ein Hauptpersonalrat im Schulbereich hat immer wieder die gleiche Geschichte erzählt: Mit rund 40 Jahren standen die “guten” Lehrkräfte, die sich so verausgabt hatten, alle vor seiner Tür und haben gejammert: Ich kann nicht mehr… Burnout? Aber sicher! Dann folgt die Zwangspensionierung. (Die angebliche Faulheit manch anderer, die in Wirklichkeit vielleicht nur mit ihren Kräften haushalten, hat angesichts des Lehrermangels hier sogar was für sich, wenn die bis zum Schluss durchhalten.)