Start Leben didacta: Studie zum Berufsausstieg von Lehrkräften vorgestellt – Einzelkämpfertum, der größte Frust-Faktor

didacta: Studie zum Berufsausstieg von Lehrkräften vorgestellt – Einzelkämpfertum, der größte Frust-Faktor

23
Anzeige

KÖLN. Warum verlassen Lehrkräfte den Schuldienst – und was hält andere im Beruf? Eine neue Studie von Wissenschaftlerinnen der Universität zu Köln und der Katholischen Hochschule NRW legt nahe, dass weniger individuelle Belastbarkeit als vielmehr funktionierende Teams und stabile schulische Strukturen entscheidend sind. Die Ergebnisse wurden auf Grundlage einer NRW-weiten Befragung von mehr als 1.100 Lehrkräften erarbeitet und auf der Bildungsmesse didacta vorgestellt.

Die (am heutigen 14. Februar zu Ende gehende) didacta zog wieder Tausende von Lehrkräften an. Foto: Koelnmesse

Die Entscheidung von Lehrkräften, im Beruf zu bleiben oder ihn zu verlassen, hängt nach neuen Forschungsergebnissen weniger von individueller Belastbarkeit ab als von den strukturellen Bedingungen an Schulen. Eine aktuelle Untersuchung des Zentrums für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem Teamstrukturen und organisationale Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle spielen. Grundlage ist eine Befragung von 1.178 Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen, darunter sowohl aktive Lehrkräfte als auch solche, die den Schuldienst bereits verlassen haben.

Die Studie setzt an einem Punkt an, der in der bisherigen Forschung nur begrenzt berücksichtigt wurde. Zwar wird der Lehrkräftemangel seit Jahren intensiv diskutiert, doch die Ursachen für den tatsächlichen Ausstieg aus dem Beruf sind bislang vergleichsweise wenig untersucht worden. In Deutschland steigt nach Schätzungen etwa jede zehnte Lehrkraft aus dem Lehrberuf aus, um in eine andere Tätigkeit zu wechseln. Gleichzeitig bleiben in Nordrhein-Westfalen tausende Stellen unbesetzt. Zuletzt waren dort rund 8.000 Lehrerstellen vakant.

„Wenn Gestaltungsspielräume fehlen oder innovative Ansätze von der Schulleitung und dem Kollegium konstant nicht unterstützt werden, dann entsteht eine Art stille Kündigung“

Während bisherige Ansätze häufig darauf zielten, die psychische Widerstandsfähigkeit einzelner Lehrkräfte zu stärken, rückt die Untersuchung zusätzlich Team- und Organisationsstrukturen in den Mittelpunkt. „Natürlich lässt sich an der individuellen Widerstandsfähigkeit arbeiten. Das sind psychologische Prozesse, die beispielsweise mit Selbstwirksamkeitstraining zu tun haben“, erklärt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Karla Verlinden. „Unsere Interviews und Fragebögen-Analysen zeigen aber auch: Wenn Gestaltungsspielräume fehlen oder innovative Ansätze von der Schulleitung und dem Kollegium konstant nicht unterstützt werden, dann entsteht eine Art stille Kündigung, ein Rückzug des eigenen Engagements.“

In der Studie wird Resilienz daher auf drei Ebenen untersucht: als individuelle Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen, als kollektive Resilienz von Teams sowie als organisationale Resilienz von Schulen. Teamresilienz beschreiben die Autorinnen als „die kollektive Fähigkeit einer Gruppe, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen und sich gegenseitig zu unterstützen“. Dazu zählen etwa kollegiale Unterstützung bei der Unterrichtsvorbereitung, gegenseitige Vertretung in Krisensituationen oder gemeinsame Strategien im Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen. Organisationale Resilienz beschreibt dagegen die Fähigkeit einer Schule, auf Krisen oder strukturelle Herausforderungen flexibel zu reagieren, Belastungen zu verteilen und langfristig tragfähige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Die Auswertung zeigt zunächst, dass Lehrkräfte ihre eigene Resilienz insgesamt geringer einschätzen als die allgemeine Bevölkerung. Besonders deutlich fällt der Unterschied bei der organisationalen Resilienz aus. Während Lehrkräfte hier im Durchschnitt einen Wert von 3,52 auf einer sechsstufigen Skala erreichen, liegt der Vergleichswert in einer allgemeinen Erwerbstätigen-Stichprobe bei 4,30. Auch bei individueller Resilienz und Teamresilienz liegen die Werte der Lehrkräfte unter denen der Vergleichsgruppe.

Deutlich wird der Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Berufsverbleib vor allem im Vergleich zwischen aktiven Lehrkräften und ehemaligen Lehrkräften. Letztere bewerteten rückblickend ihre Arbeitsbedingungen im Schuldienst deutlich schlechter. Besonders groß sind die Unterschiede bei Team- und Organisationsstrukturen. Aktive Lehrkräfte berichten von deutlich höheren Werten bei der Teamresilienz als diejenigen, die den Beruf verlassen haben. Die durchschnittlichen Werte liegen hier bei 4,06 gegenüber 3,45. Auch bei der organisationalen Resilienz zeigt sich ein ähnliches Bild: Lehrkräfte im Schuldienst erreichen einen Durchschnittswert von 3,58, während ehemalige Lehrkräfte rückblickend nur auf 3,02 kommen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass funktionierende Teamstrukturen eine stabilisierende Wirkung auf den Berufsverbleib haben können. Gleichzeitig verweisen die Autorinnen auf strukturelle Besonderheiten des Schulsystems, die solche Formen der Zusammenarbeit erschweren. Schulen seien organisatorisch häufig so aufgebaut, dass Lehrkräfte weitgehend autonom arbeiten. Kooperation entstehe eher situativ als dauerhaft.

Die Bildungsforscherin Dr. Teresa Frank vom Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln sieht hier einen entscheidenden Hebel. „Was Lehrkräfte in unseren Interviews als entlastend beschreiben, ist gemeinsame Arbeit, gegenseitige Wertschätzung und das Aufbrechen des weit verbreiteten Einzelkämpfertums“, sagt sie. Lehrkräfte, die ihre Arbeit stärker als Teamaufgabe erlebten, berichteten häufiger von Stabilität und beruflicher Zufriedenheit.

In der Studie heißt es dazu, Lehrkräfte würden häufig nicht als Teil eines Teams wahrgenommen – oder nähmen sich selbst nicht so wahr. Stattdessen dominiere eine professionelle Kultur, in der Lehrkräfte vor allem eigenständig arbeiteten und Zusammenarbeit häufig nur punktuell stattfinde.

Diese Struktur wirkt sich nach Einschätzung der Autorinnen auch auf die Entwicklung von Teamresilienz aus. Wenn Zusammenarbeit nicht institutionell verankert sei, bleibe sie oft vom Engagement einzelner Lehrkräfte abhängig. In solchen Fällen könne kollegiale Unterstützung zwar entstehen, sei aber nicht dauerhaft abgesichert.

Die Wissenschaftlerinnen sehen deshalb in der strukturellen Förderung von Zusammenarbeit einen möglichen Ansatzpunkt, um Lehrkräfte im Beruf zu halten. Schulen, die gezielt Räume für Austausch und Kooperation schaffen – etwa durch feste Zeiten für Teamarbeit oder gemeinsame Entwicklungsprozesse –, könnten damit auch ihre organisationale Resilienz stärken.

„Wenn Lehrkräfte im Beruf bleiben sollen, müssen Land und Schulträger die Arbeitsbedingungen an den Schulen spürbar verbessern“

Lehrergewerkschafter fühlen sich durch den Befund bestärkt. Anne Deimel, Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen, erklärt: „Die Ergebnisse bestätigen, was Lehrkräfte seit Jahren berichten: Gute Bildung gelingt dort, wo Kollegien zusammenarbeiten können und Schulen verlässliche Rahmenbedingungen haben. Wenn Lehrkräfte im Beruf bleiben sollen, müssen Land und Schulträger die Arbeitsbedingungen an den Schulen spürbar verbessern.“

Die Analyse zeige insbesondere, dass Zusammenarbeit im Kollegium sowie organisatorische Strukturen der Schule einen stärkeren Einfluss auf die Entscheidung haben, im Schuldienst zu bleiben, als individuelle Belastbarkeit. Schulen benötigten daher stabile Teams, Zeit für Zusammenarbeit und verlässliche Unterstützungssysteme.

Der Verband verbindet diese Forderungen mit einer politischen Initiative. Mit der Petition „Bildung braucht Zeit – Fokus Schule“ setzt sich der VBE NRW für kleinere Lerngruppen, mehr multiprofessionelle Unterstützung, verlässliche Personalplanung und besseren Gesundheitsschutz ein. Deimel betont: „Die Beschäftigten an den Schulen leisten jeden Tag Großartiges. Doch Engagement allein kann schwierige Arbeitsbedingungen nicht aufwiegen. Bildung braucht Zeit und verlässliche politische Entscheidungen.“

Auch die Rolle multiprofessioneller Teams wird in diesem Zusammenhang hervorgehoben. Stefan Behlau, Co-Landesvorsitzender des VBE NRW, verweist auf die zunehmenden sozialen Herausforderungen in Schulen. „Schule braucht das Zusammenspiel unterschiedlicher Professionen. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, sozialpädagogische Fachkräfte in der Schuleingangsphase, Fachkräfte in multiprofessionellen Teams – sie alle bringen unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Methoden ein.“

Die Studienautorinnen sehen in solchen strukturellen Veränderungen einen wichtigen Ansatzpunkt für zukünftige Reformen. Maßnahmen zur Stärkung individueller Resilienz könnten zwar hilfreich sein, reichten jedoch allein nicht aus, um die Abwanderung von Lehrkräften zu verringern. Entscheidend sei vielmehr, die Arbeitsbedingungen an Schulen so zu gestalten, dass Zusammenarbeit möglich wird und Unterstützungssysteme dauerhaft verankert sind. „Wenn wir wirklich erfolgreiche Bildungsbiografien fördern wollen, müssen wir dafür sorgen, dass Lehrkräfte gerne zur Schule kommen und dort auch konstant bleiben“, sagt Karla Verlinden. News4teachers 

Studie: Mehrzahl der Lehrkräfte ist – aufgrund von Überlastung – höherem Gesundheitsrisiko ausgesetzt

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

23 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Katze
14 Tage zuvor

Einzelkämpfertum? Ach woher denn. Ich treffe mich regelmäßig mit Kollegen meiner Altersgruppe und jungen Oldschool‑Sympathisanten, denen Leporello, Kahoot und der ganze digitale Zwangsoptimismus genauso auf den Nips geht wie uns, in der Pause vor der großen Klangschale. Der eine meditiert noch „Kommt runter, kommt fachlich runter“, während ein anderer schon anstimmt: Wehrt euch, leistet Widerstand gegen die Verblödung hier im Schland. Ein Satz, der eigentlich längst auf jede verdammte Kaffeetasse im Lehrerzimmer gedruckt gehört.
Der Arbeitskreis „Zyniker aus Verzweiflung“ arbeitet in meiner Stadt längst schulart- und altersgruppenübergreifend.
„Wenn Gestaltungsspielräume fehlen oder innovative Ansätze von der Schulleitung und dem Kollegium konstant nicht unterstützt werden, dann entsteht eine Art stille Kündigung“. Hääää?. Unsere Gestaltungsräume als Lehrende wurden durch die Degradierung zu Lernbegleitenden in der Kompetenzschule der 2000er derart verengt, dass wir sie heute nur noch mit Pinzette und Stirnlampe finden. Seitdem suchen wir uns Nischen wie bedrohte Tierarten: die letzten Reservate der Fachlichkeit, die letzten Biotope für nicht‑kompetenzgerasterte Vernunft, die letzten Rückzugsräume, in denen man noch unterrichten darf, statt nur noch „Lernprozesse zu begleiten“. Aber klar: Einzelkämpfer. Viele kämpfen ja nur gemeinsam allein.
Kollegen und Mitkämpfer sind das, was viele von uns überhaupt noch im Beruf hält – der letzte soziale Klebstoff in einem System, das längst bröckelt. An unserer gemeinsamen Exit‑Strategie bastelt inzwischen der Arbeitskreis „Team Stille Kündigung Plus“, der einzige Arbeitskreis, der wirklich weiß, wie man pädagogisch korrekt untergeht.

Hans Malz
14 Tage zuvor

Bitte, bitte keine unendlichen verpflichtenden “Teamsitzungen” aka Laberrunden, sondern die Möglichkeit flexibel (!) zusammen zu arbeiten, wo es Sinn macht … Danke

Rainer Zufall
12 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Vielleicht wäre auch die Perspektive auf Doppelbesetzung ein Anreiz, dürfte dann aber nicht bei jeder Landtagswahl zum Zankapfel erklärt werden -__-

Hans Malz
12 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Gibt es bei uns sogar teilweise …. aaaaber, wenn viele krank sind, dann müssen die halt vertreten … planbar ist anders. Auf die Politik zu warten, ist wie warten auf Godot…

blau
14 Tage zuvor

” Aber meine pädagogische Freiheit…!” tönt es dann durch meine Schule, wenn mehr Teamarbeit gefordert wird. Und mittlerweile kann ich das verstehen, denn ich habe auf Doug Lemovs Methoden umgestellt und diese laufen jeglichen Forderungen der didaktischen Leiter an NRWs Gesamtschulen insgesamt entgegen. Sie wollen immer mehr Verantwortung schon ab Klasse 5 an die Schüler abgeben, während Lenovo ganz klar sagt, dass Novizen Anleitung bedürfen. Auch Studien zeigen, dass gerade lernschwächere SuS mehr Anleitung benötigen und nicht weniger. Dank Lemov sind meistens 100% meiner Schüler gedanklich dabei und wir nutzen die Lernzeit effektiv von Beginn bis Ende auf die Minute

Realistin
14 Tage zuvor

Es sind immer mehr.
Warum?
Noch immer über 41 Stunden pro Woche
5 Tage Präsenz
Reallohnverlust
A13 für alle, Abwertung des Abiturs
keine benefits wie Homeoffice, 4-Tage Woche, Gleitzeit, workaway oder Flexiurlaub!
Der Beamtenstatus wird aufgeweicht
Pension ab 67, in einigen Unternehmen aber schon ab 60. 7 Jahre länger?
Die junge Generation schaut sich das sehr genau an, es sind eher die Boomer, die noch im System sind und nichts anderes gewöhnt sind, laut Ralist das ‚Stockholm Syndrom‘ haben oder nicht über den Tellerand blicken möchten!

Petra OWL
14 Tage zuvor

Jaja seitdem so viele Homeoffice und 4 Tage Woche leben, sieht es Mau aus beim Lehrernachwuchs, wer wundert sich noch?
🙂 Geld gibt es ja auch nicht mehr, als woanders. Die Extrazahlungen fehlen sogar, also Bonus und 13. Monatsgehalt.:-)

Tanya
14 Tage zuvor

Immerhin wurden auf der didacta Infos zu Distanzuntericht, Homeschooling und Digitalunterricht gegeben. Es geht doch 😀
Wenn die Eltern schon Homeoffice genießen, wollen die Kinder auch 😀
Muss man sich mal vorstellen, Kind steht um 6.30 auf, steht um 7.15 an der Haltestelle, um 8 geht die Stunde los.
Papa liegt bis 8 im Bett, dreht sich nochmal um, ab 8.30 mit Gleitzeit wird der Comp angemacht, dann erstmal gefrühstückt.
Es fehlt beim Lehrerberuf an Flexibilität, Eigenverantwortung und dem Sinn den Beruf endlich an die derzeitige Arbeitswelt anzupassen. Wenn es schon kein Homeoffice oder 35h Woche gibt, muss es ne Aufwandspauschale geben oder eine Jahresprämie oder frühere Pension oder so.
Sind die Zahlen nicht zuletzt um 10% der Anfänger eingebrochen?
Kommen noch viele?
Schönes Wochenend 🙂

Schotti
12 Tage zuvor
Antwortet  Tanya

Auf dem platten Land mit weiten Entfernungen stehen viele Kinder und Lehrkräfte eher zwischen 5-5:30 Uhr auf, um pünktlich vor 8 Uhr die Schule zu erreichen. Was das auf die Dauer mit der eigenen Gesundheit macht, ist wohl allen Beteiligten klar. Sie wird zerstört.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor

“Allein ist man schneller, aber gemeinsam kommt man weiter” (Ich, ja ich habe das als Erster gesagt – nicht nachgooglen!)

Aber auch solche allgemeine Beobachtung müssen wissenschaftlich erfasst und bestätigt werden. Ich nenne es die “Hurrelmann-Studie” 😛

Simone L.
13 Tage zuvor

Weiß nicht, ob das Einzelkämpfertum frustrierend ist. Was genau ist gemeint? Dass ich machen muss, was andere wollen, obwohl ich das falsch oder weniger gut finde? Oder dass ich bei Problemen alleine dastehe und die Kollegin an mir vorbei geht, weil sie Feierabend hat, obwohl sie sieht, ich habe da gerade Stress mit Schülern?

Es ist wohl meistens so. Bei allem, was man selbst so will, will man keine Einmischung; bei Problemen will man allerdings Unterstützung. Geht beides?

Götz
13 Tage zuvor

Ich bin sehr gerne – hoffentlich kollegialer – Einzelkämpfer und das seit 30 Jahren. Gerade die Möglichkeit, den Unterricht relativ frei zu gestalten und individuell Schwerpunkte zu setzen, war lange ein Vorzug des Lehrerberufes. Dem wird aber stark entgegengearbeitet, im Sinne von “Standardisierung” und “Vergleichbarkeit”, was letztlich die Lehrkräfte zu Trainern degradiert.

Fridolin
13 Tage zuvor

Naja, Zusammenarbeit, bei der mir andere mehrheitlich vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe, finde ich genauso frustrierend.

laromir
13 Tage zuvor

Ja, mangelnde Teamarbeit nervt, wäre für mich aber kein Punkt hinzuwerfen. Dass alles so wenig pragmatisch ist, dass Ideen kaum umgesetzt werden, dass die Schulleitung wenig Innovation zulässt, dass Rechtssicherheit egal in welchem Kontext das Wichtigste ist, Geldmangel, Zeitmangel, ein bunter Blumenstrauß an Dingen, die auf Dauer sehr anstrengend sind. Dazu ständig neue Ideen von oben, ständige Schuldzuweisungen als Depp vom Dienst, mangelnde Wertschätzung der Gesellschaft, der Eltern der Schulleitung (im Kollegium zum Glück okay), eine grundsätzliche Haltung, dass SuS die Kunden sind und alles vor den Popo getragen bekommen müssen. Arbeitsunwillige SuS werden immer mehr, die anderen schauen in die Röhre, Niveau sinkt permanent und man kommt nicht mehr durch die Themen im Lehrplan, weil es 10 Nebenschauplätze gibt, die man abfrühstücken muss, weil die Hälfte sonst gar nichts versteht. Teilweise überfüllte Pläne, ständig neue Termine für nichts. Wegen einer Sache allein schmeißt doch keiner hin.

Steißtrommler
13 Tage zuvor

Offenbar gehen diejenigen, deren Resilienzwerte für den Beruf nicht ausreichen.
Ist doch nicht verwunderlich.

Klara
11 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Dann sollten dringend und endlich die Arbeitsbedingungen den Resilienzwerten angepasst werden! …aber wem sag´ ich das!

vhh
13 Tage zuvor

Aus irgendeinem Grund wird fast jede Teamarbeit von denen initiiert, die nach Präsentation ihrer revolutionären neuen Ansätze pünktlich zur Detailarbeit verschwinden – noch mehr Aufgaben, die im gleichen Stil bearbeitet werden. Zur Präsentation der Ergebnisse sind sie dann wieder da. Alles nicht einmal extrem frustrierend, schlimmer ist, wenn die Leitungsebenen auch die fünfte Neuerfindung des Rades noch innovativ nennt. Ich habe deutlich zu viele solcher Teams erlebt und suche mir meine Zusammenarbeit selbst, inoffiziell, ohne verordnete Themen und oft genug vorgegebene Resultate.

unfassbar
13 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Für die Präsentation der Ansätze gibt es die Beförderung auf A14 als Teamarbeitsinitiator.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor

„Die Wissenschaftlerinnen sehen deshalb in der strukturellen Förderung von Zusammenarbeit einen möglichen Ansatzpunkt, um Lehrkräfte im Beruf zu halten. Schulen, die gezielt Räume für Austausch und Kooperation schaffen – etwa durch feste Zeiten für Teamarbeit oder gemeinsame Entwicklungsprozesse –, könnten damit auch ihre organisationale Resilienz stärken.“

Ja, so geht es….feste Teamzeiten sind notwendig, um Teamarbeit zu institutionalisieren. Wenn jeder erst in den Stundenplan gucken muss und sich dann mit Kollegen verabredet, kann das nichts werden. Bei uns gibt es feste Teams (Klassen- und Jahrgangsteams, Fakos) und feste Teamzeiten, wer wann mit wem arbeitet. Inhaltlich geht es in aller erste Linie um die Unterrichtsvorbereitung, aber auch um einzelne Kinder, um gemeinsame Lernzielkontrollen, um Gesprächsvorbereitung, auch um kollegiale Fallberatung, um Planungen von Aktivitäten…..usw.
Durch die festen Zeiten, kehrt Routine ein und dadurch Verlässlichkeit. Alle Kollegen profitieren, da Arbeit auf die Mitglieder der Teams aufgeteilt wird.

Aber auch die Zusammenarbeit mit den SoFas und der Schulsozialarbeit als größeres Team wirkt ungemein entlastend, da eine LK nie alleine dasteht und mit allem fertig werden muss.

Teams gefährden übrigens keinesfalls die pädagogische Freiheit, denn natürlich kann jeder seinen Unterricht so gestalten, wie er/sie es gerne möchte. Das ist sogar wirklich gewinnbringend, denn so werden auch neue Ideen, best practice ins Kollegium getragen….

Marie
11 Tage zuvor

Stehen die ganzen Teamsitzungen bei den Kollegen im Stundenplan oder kommt das alles on top? Als Teilzeitkraft ist man nämlich in der Regel die Gelackmeierte, weil man jedes Mal warten muss, bis die Vollzeitleute ihre 6. Stunde weg haben…

Lampedusa
12 Tage zuvor

Nee, ich möchte mir nicht von anderen sagen lassen, wie ich meinen “Job” machen soll. Vor allem die jungen Kollegen machen einen auf “locker-flockig” im Unterricht und jammern und wehklagen dann, wenn es bei ihnen über Tische und Bänke geht. Ich will solche Verhältnisse nicht bei mir haben!

447
12 Tage zuvor

Bin ich der einzige, dem es auffällt?

– kein Wort von mehr Stellen
– kein Wort von mehr Sozialarbeitern
– kein Wort von mehr Geld
– kein Wort von mehr Zeit für/pro SuS, weniger Deputat in Unterrichtsstunden

“Hey, ihr zwei Typen da hinten! Ja, ihr! Ihr sollt zu zweit 100 Zementsäcke schleppen? Puh, sieht echt krass aus! Stützt euch mal gegenseitig, falls wer zusammenbricht! Was, wir? Was haben WIR denn mit eurer Arbeit zu tun???!? Macht mal lieber ‘ne Teamsitzung auf euren Nacken und ermuntert euch gegenseitig dazu, noch mehr zu wuchten! Hier sind noch ein paar Säcke, hat die Chefetage so versprochen – jetzt haltet euch mal ran!”

Am A****, die Studie!

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  447

Sie sind aber heute wirklich schlecht gelaunt…..was ist los, sooo schlecht geschlafen?