COTTBUS. Nach massiven Gewaltproblemen an Cottbuser Schulen – und einem Brandbrief von Eltern – kündigt Brandenburg eine Kurskorrektur in der Migrationspolitik an. Innen- und Bildungsministerium sowie die Stadt setzen auf strengere Wohnsitzauflagen, schulische Sanktionen und besondere Beschulungsformen für auffällige Kinder.

Brandenburg reagiert auf zunehmende Gewalt an Schulen mit einer landesweiten Kurskorrektur in der Migrationspolitik und mit verschärften schulischen Maßnahmen. Nach Beratungen zwischen Innenminister René Wilke, Bildungsminister Steffen Freiberg und dem Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (alle SPD) kündigte das Innenministerium an, künftig stärker mit Wohnsitzauflagen zu steuern, um eine Konzentration von Migrantinnen und Migranten in einzelnen Städten und Quartieren zu verhindern. Zugleich wurde in Cottbus Eltern wiederholt gewalttätiger Kinder mit Schulverweisen gedroht.
Auslöser der Beratungen waren anhaltende Gewaltvorfälle an Schulen im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf. Eltern der Regine-Hildebrandt-Grundschule hatten sich bereits vor einiger Zeit mit einem Brandbrief an Politik und Behörden gewandt. Darin berichteten sie von Schlägen, Tritten und Stürzen, die ärztlich behandelt werden mussten, sowie von Angst unter Kindern und Eltern. Zudem verwiesen sie auf erhebliche Sprachbarrieren und einen vergleichsweise hohen Migrationsanteil an der Schule (News4teachers berichtete).
„Konzentrationseffekte, wie wir sie in Cottbus und anderen Städten erleben, sind auch durch zu große Freizügigkeit und mangelnde Steuerung entstanden“
Innenminister Wilke sprach im Anschluss von einer notwendigen „Kurskorrektur“ in der Migrationspolitik. Brandenburg werde eine kreisspezifische Wohnsitzauflage einführen, um eine übermäßige Ballung von Menschen mit Aufenthaltserlaubnis in bestimmten Städten zu vermeiden. „Konzentrationseffekte, wie wir sie in Cottbus und anderen Städten erleben, mit negativer Wirkung auf Integration und einen funktionierenden Sozialraum, sind auch durch zu große Freizügigkeit und mangelnde Steuerung entstanden“, erklärte Wilke. „Das gilt es, mit den vorhandenen Instrumenten und im Sinne aller, die hier sind und die zu uns kommen, zu korrigieren.“
Die Wohnsitzauflage soll es Ausländerbehörden ermöglichen, Migrantinnen und Migranten verbindlich einem bestimmten Kreis zuzuweisen. Gleichzeitig betonte der Innenminister, dass es Ermessensspielräume geben werde, um Integration nicht zu behindern, etwa wenn eine Arbeitsaufnahme an einem anderen Ort möglich ist. Die Weisung zur Umsetzung werde derzeit vorbereitet.
Parallel zu den migrationspolitischen Maßnahmen verständigten sich Land und Stadt auf ein härteres Vorgehen gegen wiederholt gewalttätige Schülerinnen und Schüler. Bildungsminister Freiberg sagte, den betroffenen Eltern sei deutlich gemacht worden, dass ihre Kinder bei weiteren Vorfällen mit einem Schulverweis rechnen müssten. Dabei gehe es um Restriktionen, „die über das sonst übliche Maß hinausgehen“. Ordnungsrechtliche Maßnahmen seien an der Regine-Hildebrandt-Grundschule bereits ausgeschöpft worden, nun werde auch ein Schulwechsel in Aussicht gestellt.
„Wir haben einfach massiv Eltern, die überfordert sind, ihrer Aufgabe als Eltern nachzukommen“
Oberbürgermeister Schick kündigte darüber hinaus an, dass in besonders gravierenden Fällen auch jugendhilferechtliche Schritte geprüft würden. Zwei Kinder könnten möglicherweise durch das Jugendamt aus ihren Familien genommen werden. Bereits im Dezember hatte Schick öffentlich erklärt, er wolle erreichen, dass zwei Familien, deren Kinder mehrfach gewalttätig geworden seien, die Stadt verlassen müssten. Am Rande der aktuellen Beratungen sagte er: „Wir haben einfach massiv Eltern, die überfordert sind, ihrer Aufgabe als Eltern nachzukommen.“
Für das kommende Schuljahr sind zudem besondere Beschulungsangebote geplant. Wie die Stadt mitteilte, bereitet die Schulleitung der Regine-Hildebrandt-Grundschule die Einrichtung temporärer Lerngruppen für besonders auffällige Schülerinnen und Schüler vor. Ziel sei es, gewalttätige Kinder zeitweise außerhalb des regulären Klassenverbands zu unterrichten und gezielt zu fördern. Langfristig fordert Schick besondere Beschulungsformen für verhaltensauffällige Kinder außerhalb von Regelschulen.
„Dass Kinder so sind, wie sie sind, ist niemals Schuld der Kinder. Das ist immer die Verantwortung von Erwachsenen“
Bildungsminister Freiberg verwies darauf, dass sich die Konflikte im Stadtteil Sachsendorf über Jahre aufgebaut hätten und nun auch in die Schulen hineingetragen würden. „Daraus entstehende Probleme, die nur von wenigen Personen verursacht werden, aber viele weitere betreffen, können nur gemeinsam gelöst werden“, sagte er. Zugleich betonte er: „Dass Kinder so sind, wie sie sind, ist niemals Schuld der Kinder. Das ist immer die Verantwortung von Erwachsenen.“ Neben temporären Lerngruppen seien externe Unterstützungsmaßnahmen vorgesehen, um die Schulentwicklung stärker mit dem Sozialraum zu verzahnen.
Flankiert werden die schulischen Maßnahmen durch zusätzliche Unterstützung für die Schulleitung, den Einsatz von Mitteln aus dem Startchancen-Programm sowie durch Präventionsprojekte und Migrationssozialarbeit. Polizei und Ordnungsbehörden haben nach Angaben der Stadt bereits mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagiert, darunter Schulhof- und Schulwegsicherung, Gefährderansprachen und die Einrichtung einer gesonderten Ermittlungsgruppe. Auch der Einsatz eines Sicherheitsdienstes und die Prüfung zusätzlicher Videoüberwachung wurden veranlasst.
Die Landesregierung verweist in diesem Zusammenhang auf eine insgesamt angespannte Lage. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte an Brandenburger Schulen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben von Innenstaatssekretär Frank Stolper nahm die Zahl der Fälle von 510 im Jahr 2020 auf 853 im Jahr 2024 zu – ein Anstieg um rund zwei Drittel.
Im Frühsommer soll in Cottbus ein weiterer „Cottbus-Gipfel“ stattfinden. Dort wollen Stadt und Land langfristige Strategien zur Sicherheit an Schulen und im Stadtteil sowie landesweit übertragbare Ansätze beraten. Dabei sollen auch weiterführende Fragen zur Steuerung von Migration, zu Beschulungsformen für auffällige Kinder und zu den notwendigen Ressourcen für Betreuung, Bildung und Erziehung thematisiert werden. News4teachers / mit Material der dpa
Bildungsforscher Maaz: Obergrenzen für Migrantenkinder “weder umsetzbar noch sinnvoll”









Hier der link zum Regionalmedium rbb24 mit den Kommentaren aus der region:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/cottbus-gewalt-grundschulen-wilke-freiberg-schick.html
Aha… Also erstmal Zeit mit Rochaden verbringen, um dann festzustellen, dass die betroffenen Kinder und Jugendliche auch an anderen Schulen den Rahmen sprengen..
Vielleicht mag die Landesregierung sich mal Expert*innen zum Thema Verhaltensauffälligkeiten dazuladen und dort investieren?
Aber Vorsicht! Am Ende könnte dabei die Migration nicht als Ursache allen Übels ausgemacht werden (augenroll)
Nehmt endlich a l l e gewalttätigen Schüler aus den Klassen!
Niemand kann lernen, wenn er Angst hat!
Schüler und Lehrkräfte zu SCHÜTZEN muss oberstes Gebot sein!
Ich habe fertig!
(Dass man sowas überhaupt sagen muss….. Unfassbar!)
Für alle Kinder gilt das Recht auf Schulbildung und die Pflicht, eine Schule zu besuchen.
Wie sieht Ihre Lösung dafür aus?
Und ab welchem Grad von Gewalt wollen Sie Kindern und Jugendlichen das Grundrecht verweigern?
Oder wollen Sie die Kinder, die Sie aus den Klassen nehmen alle in Einzelunterricht beschulen? Woher wollen Sie Lehrkräfte dafür nehmen?
Und falls Sie den Burch unserer Verfassung hinnehmen wollen: Glauben Sie, dass Kinder, die keine Schule besucht haben, in höherem Alter eher stärker zu einer kriminellen Karriere neigen oder eher weniger?
Der Schutz der übergroßen Mehrheit wird viel zu oft ignoriert.
Abgesehen davon müsste man auch im Schulsystem wirkungsvolle Sanktionsmöglichkeiten für gerade solche Fälle einführen. Das übliche Dududu wirkt umso weniger, je gewaltaffiner die Schüler sind. Ein vorübergehender Ausschluss vom Unterricht wirkt wie eine Belohnung, weil schulfrei. Man muss bei den Sanktionen da ansetzen dürfen und wollen, wo es dem individuellen Schüler sprichwörtlich weh tut. Bei kulturellen Unterschieden forscht man zum Beispiel nach, wie ähnliche Vorfälle in der Kultur des Schüler geahndet werden, und macht das dann einfach mal so.
Bestrafe einen wirklich wirkungsvoll — erziehe viele. Klappt in anderen Fällen bei Hausdurchsuchungen morgens um 6 Uhr auch.
Sie haben auf keine Frage, die ich gestellt habe, eine Antwort gegeben.
Noch einmal: Wie wollen Sie den schulischen Ausschluss rechtfertigen oder Alternativen organisieren? Es handelt sich um ein Grundrecht, das nicht dauerhaft entzogen werden kann. (Und auch nicht sollte.)
Es gab eigentlich immer schon spezielle Einrichtungen für die Beschulung unbeschulbarer Kinder.
Nicht jedes Kind und jeder Jugendlicher, der gewalttätig wird, ist unbeschulbar.
Prügeleien gab schon seit jeher, ohne dass die Kinder deshalb generell unbeschulbar waren.
Der Kommentar von oldfashion ist einfach viel zu pauschal, um richtig zu sein.
Aber das ist doch Wortklauberei. Sie können sich denken, wie es von Warenhausdetektiv gemein war.
Ich weiß, wie es Oldfashion in seinem Ausgangskommentar formuliert hat. Wenn Warenhausdetektiv dies verteidigt, weiß ich tatsächlich, wie er es gemeint hat und meine Antwort ist dann angemessen.
Bruch der Verfassung ist ein Totschlagargument. Sie scheinen nicht viel Ahnung davon zu haben. Nur wesentliche Eingriffe in Grundrechte sind verboten, unwesentliche nicht.
Ja, gar nicht beschulen wäre sicherlich ein wesentlicher Eingriff. Darum geht’s mir aber gerade nicht.
Prima, erst pöbeln und dann zugeben, dass ich Recht habe.
Wenn man Schüler aus des Klassen nehmen will, muss man schon sagen, wie das gehen soll.
Wie “Sonnenschein” schon schrieb, die “schwierigen Kinder” oder wie immer Sie sie nennen wollen, sollen ja nicht gar nicht beschult werden.
In Ihrem Kommentar und der Unterstellung eines Verfassungsbruchs gingen Sie aber davon aus, dass die gar nicht beschult werden sollen. Das hatte aber niemand gefordert.
Hier: “Und falls Sie den Burch unserer Verfassung hinnehmen wollen: Glauben Sie, dass Kinder, die keine Schule besucht haben, in höherem Alter eher stärker zu einer kriminellen Karriere neigen oder eher weniger?”
Die “auffälligen Kinder” sollen ja auch nicht gar nicht beschult werden, sondern an speziellen Einrichtungen. In Berlin heißen die “Schulstationen”, glaube ich. Da werden die in kleinen Gruppen unterrichtet. Also vollkommen “verfassungskonform”!!!
Beispiel:
Tagesgruppe Buntstifte Adlershof – Diakoniewerk Simeon
Diese Tagesgruppe, unter Leitung einer Schupsychologin, arbeitet seit vielen Jahren recht erfolgreich.
@Walter Hasenbrot, lesen Sie mal den Kommentar von “potschemutschka”,
Irgendwie wird suggeriert, dass es auffällige Schüler nur unter Migranten gäbe. Das finde ich hochproblematisch und ist natürlich absoluter Quatsch.
Mit anderen Teilen des Berichts gehe ich mit. Die Kinder von heute sind die Eltern von morgen. Die Überforderung mancher Eltern ist erneut hausgemacht, denn man hat sich das auffällige Kind teils durch Bequemlichkeit selbst heran erzogen. Natürlich möchte ich hier wieder auf den immensen Medienkonsum aufmerksam machen und verweise noch mal auf meine Geschichte aus dem Burgerladen von neulich, wo gleich zwei Familien ihre Kleinkinder vor den Smartphones parkten.
Dann haben wir immer mehr Eltern, die lieber die besten Freunde ihrer Kinder sein wollen, anstatt in eine Elternrolle aus Verantwortung, Vorbild und Konsequenzen zu gehen. Teils leben Eltern auch vor, dass Autoritäten, Schule, Lehrer etc. nicht ernstzunehmen seien.
Die Aussage „Dass Kinder so sind, wie sie sind, ist niemals Schuld der Kinder. Das ist immer die Verantwortung von Erwachsenen”, stimmt nur zum Teil. Das wissen wir bereits aus Literaturklassikern wie “Herr der Fliegen”. Geraten Kinder bzw. Jugendliche untereinander in entsprechende Peergroups, können sie anfällig für allerlei Unsinn werden – und ja, leider auch zu Straftaten, selbst wenn sie aus einem absolut liebevollen Elternhaus stammen.
Dass man auffällige Schüler aus Regelklassen nehmen will, ist im Sinne des Opferschutzes sicherlich richtig. Wenn wir es insgesamt als Gesellschaft noch hinbekämen, wieder mehr Disziplin und Leistung, vor allem in der Schule, einzufordern und nicht jedes Kind (und seine Eltern) in Watte zu packen, dann würden gewiss auch wieder mehr Leute den Hintern hochbekommen.
“Irgendwie wird suggeriert, dass es auffällige Schüler nur unter Migranten gäbe.“
Solche Dinge finde ich auch bedenklich, ebenso dass im thread zum Artikel “Etwas weniger Disziplin”: ” ein Forist meinte, auch die Hautfarbe der Schüler*innen ins Spiel bringen zu müssen. Aber das muss man halt nach Art 5 GG tolerieren.
Muss man das? Herzliche Grüße Die Redaktion
In Art 5 GG steht zwar, dass eine Zensur nicht stattfindet, aber was hier abgedruckt wird oder nicht entscheidet m.W. die Redaktion.
Natürlich – wir machen von unserem Hausrecht Gebrauch (wie es das Presserecht vorsieht). Wir verbieten aber nichts. Sie können posten und sagen, wo und was immer Sie wollen. Nur nicht auf unseren Deckel.
Das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit legitimiert Sie ja auch nicht, sich selbst auf jede Party in Deutschland einzuladen und dort die Gäste zu beschimpfen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn ich sehe welche Posts hier z.T. abgedruckt werden, möchte ich gar nicht wissen, was in den Kommentaren steht, die Redaktion herausfiltert.
Wir auch nicht (Scherz). Im Ernst: viel Blödsinn. Herzliche Grüße Die Redaktion
Zum Glück schreiben Sie nie Ihre Meinung zu Themen, sondern stellen “nur Fragen” 😉
Wie bereits mehrfach geschrieben, müssen Sie meine Meinung nicht teilen, dass das Singen von Hymnen nichts mit der Hautfarbe von Menschen zu tun hat.
“Wie bereits mehrfach geschrieben, müssen Sie meine Meinung nicht teilen”
Welche ist das zum Thema?
So mancher Kram von fremden Planeten wird ja veröffentlicht (https://www.news4teachers.de/2026/01/gewalt-an-schulen-bundesland-will-auffaellige-schueler-aus-regelklassen-nehmen-und-migranten-familien-umsiedeln/#comment-769964) 😉
Wer Hautfarben ins Spiel bringt, ist ein Rassist. Keine Diskussion.
Vorsicht, das wäre schon zu viel Meinung, wenn sich dies auf einen Artikel beziehen würde!
Wenn Sie ein anständiger ed840 sein wollen, zeigen Sie nie ihre Meinung zu einem Thema, sondern kritisieren jene, deren Meinung Sie nicht teilen.
Oder meinen Sie, ed840 würde seine wahre Meinung zur Migration schreiben? 😛
“Irgendwie wird suggeriert, dass es auffällige Schüler nur unter Migranten gäbe.”
Warum ich bloß einbrachte, Rassismus würde eine Rolle in der Politik spielen? Ich Schelm!
Und jetzt müssen die Fachleute die Politik bremsen, dass es nicht nur um Migration gehe – seltsam oder?
Dass Sie eine anonyme Aussage in einem Internetforum ähnlich “bedenklich” finden, wie die Aussagen eines Innenministers, wirkt ein wenig verloren, was Ihre Prioritäten betrifft :/
Nein, es wird nicht immer suggeriert, dass es auffällige Kinder nur unter Migranten gäbe. Das ist falsch! Bitte zusätzlich zum Lesen auch Denken. Da steht ein Gedankenstrich und dann folgt noch “und”. Das sind zwei verschiedene Themen!
Immer öfter denke ich, man sollte Eltern verpflichtend im Umgang mit ihren Kindern schulen. Es gibt bereits Elternkurse, die bisher freiwillig sind, wie hier beispielsweise „Starke Eltern, starke Kinder“ vom Deutschen Kinderschutzbund.
https://sesk.de/
Eltern sollten schon sehr früh genau so selbstverständlich zu Kursen und Beratungen gehen, wie zu den U- Untersuchungen. Ich habe in meinen Jahren als Tagesmutter und jetzt als pädagogische Fachkraft in Familien den Eindruck gewonnen, dass viele Eltern sehr liebevoll sind und das Beste für ihre Kinder wollen, aber nicht wissen, wie sie „gut erziehen“ sollen.
Häufig geht schon früh das Kind in Führung statt der Eltern, weil diese zu wenige Grenzen setzen, um ihr Kind in seiner Exploration nicht einzuschränken. Zur Erkundung und Eroberung neuer Räume gehört aber auch der Widerstand, mit dem ein Mensch sich auseinandersetzen muss, entweder durch natürliche Grenzen wie Schwerkraft, Körperstärke, Eigenschaften von Material und Ähnlichem, oder durch die Interessen der Mitmenschen, die Nein zu Handlungen und Forderungen sagen.
Es wäre Aufgabe der Eltern, ihr Kind auf selbstverständliche, gewaltfreie Art mit diesen Grenzen ebenso vertraut zu machen wie mit der Erlaubnis zur Exploration. Daran scheitern viele Eltern regelmäßig. Dadurch bekommen die Kinder kein Gefühl für selbstverständliche Grenzen und tun sich selbst damit von Klein auf bis ins Erwachsenenalter am schwersten. Sie ecken in Massen überall an, wo es Gruppen gibt oder wo sie etwas tun sollen, was sie gerade nicht tun wollen, beispielsweise Lernen, Konzentrieren, still Sein.
Das sollte Kindern erspart bleiben und sie sollten sich mit Regeln in unserer Sozialisation auskennen und diese grundsätzlich wahren können.
Da Eltern sich selbst häufig mit ihren Kindern und deren Verhaltensweisen schon im Kleinkindalter unglücklich fühlen und stark verunsichert sind, wären verpflichtende Elternschulungen und – gespräche für viele vermutlich von vornherein willkommen.
Diese Kurse sollten selbstverständlich nicht von Lehrkräften oder Kita- Personal abgehalten werden, sondern von Trägern der freien Jugendhilfe und vom Jugendamt. Die Erfahrungen mit diesen bisher freiwilligen Kursen sind sehr gut und die Eltern empfinden diese als bereichernd und gut umsetzbar. Sie haben auch die Möglichkeit, sich über den Kurs hinaus in Einzelgesprächen beraten zu lassen, was rege genutzt wird. Dieses Modell der frühen Hilfe, die nahezu jede junge Familie brauchen kann, würde in verpflichtender Form rechtzeitig dem wachsenden Erziehungschaos Einhalt gebieten und den Kindern die Chance auf echte Sicherheit, gute Bindung und ein gutes Aufwachsen geben.
Es gibt auch irgendwo an Oberschulen das Fach Pädagogik und Psychologie. Da müsste sowas drin vorkommen. In BaWü oder Bayern oder in beiden.
Und wie genau nutzt das, was irgendwo in Oberschulen in den Fächern Pädagogik und Psychologie irgendwie drin vorkommt, in BaWü oder Bayern oder beiden, den Eltern von der Geburt ihrer Kinder an beim gesunden Aufwachsenlassen und für beide erfolgreichen Erziehen?