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Ein Drittel der Seiteneinsteiger steigt schon im ersten Jahr wieder aus

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MAGDEBURG. Seiteneinsteiger an Sachsen-Anhalts Schulen sollen besser begleitet werden. Geplant ist ein Pflicht-Qualifizierungstag pro Woche und ein neues Onboarding. So sollen die neuen Lehrkräfte länger gehalten werden. Ein Drittel steigt schon im ersten Jahr wieder aus. 

Notausstieg. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Die Qualifizierung von Seiteneinsteigern für den Lehrerberuf wird in Sachsen-Anhalt neu geregelt. Kern der neuen Ausbildung sei die Einführung eines verbindlichen Qualifizierungstages pro Woche, teilte das Bildungsministerium mit.

Über einen Zeitraum von einem Jahr sollen neu eingestellte Lehrkräfte im Seiteneinstieg gezielt pädagogische, didaktische sowie schulrechtliche Kompetenzen erwerben. Den Auftakt der Ausbildung bildet ein zweiwöchiges Onboarding am Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung.

In der Vergangenheit vermehrt negative Rückmeldungen

«Unser Ziel ist es, Lehrkräfte im Seiteneinstieg im ersten Jahr ihrer Tätigkeit nachhaltig zu begleiten», sagte Bildungsminister Jan Riedel (CDU). Nur so könnten sie langfristig im System gehalten werden.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Riedel eine Veränderung bei Seiteneinsteigern an Schulen in Aussicht gestellt. Dabei räumte er ein, dass Seiteneinsteiger vermehrt auf die Behörden zukämen und ihre Unzufriedenheit deutlich machten. Etwa ein Drittel der Neulinge steige im ersten Jahr wieder aus dem Schuldienst aus, sagte der Bildungsminister damals im Landtag.

Die Schulen in Sachsen-Anhalt sind aufgrund des Lehrermangels stark auf Seiteneinsteiger angewiesen. Ende 2025 unterrichteten an den Schulen in Sachsen-Anhalt rund 2.500 Seiteneinsteiger. Das entspricht rund 15 Prozent der etwa 16.500 Lehrerinnen und Lehrer im Land.

Gewerkschaft: Ministerium hat es eilig mit der Umsetzung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Neuausrichtung bei den Seiteneinsteigern grundsätzlich positiv. «Prinzipiell ist das eine gute Idee», sagte die Landesvorsitzende Eva Gerth auf Anfrage. Man habe sich mit dem Ministerium verständigt, dass es sich erst einmal um eine Pilotphase handele. Das Beteiligungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Es sei festzuhalten, dass es das Ministerium ziemlich eilig mit der Umsetzung habe.

Es sei zudem noch nicht klar, wie groß die Seminargruppen würden und es gebe noch einige Unklarheiten, so Gerth. Dennoch sei der Weg der richtige, da durch die Anpassungen die Qualifizierung vermutlich strukturierter verlaufe.

GEW: Arbeitsbedingungen an den Schulen so schlecht wie nie – Seiteneinsteiger werden verheizt

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