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Neue Wege in der Diagnostik von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

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Mit Dysmate-C startet ein wissenschaftlich entwickeltes Testverfahren für Grundschulen im deutschsprachigen Raum.

Digitale Screeningverfahren können helfen, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielte Förderung zu ermöglichen. Foto: Dysmate

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) gehören zu den häufigsten Ursachen für schulische Probleme in der Grundschule. Dennoch dauert es in Deutschland oft lange, bis betroffene Kinder eine fundierte Diagnose und gezielte Unterstützung erhalten.

Mit Dysmate-C (Dysmate – Dyslexia Marker Test for Children) steht nun ein neues diagnostisches Verfahren zur Verfügung, das aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer praxistauglichen Umsetzung im Schulalltag verbindet.

Das digitale Testsystem wurde von einem internationalen Forschungsteam entwickelt und für den deutschsprachigen Raum wissenschaftlich adaptiert und normiert.

Beteiligt sind unter anderem:

  • Dr. Trude Nergård-Nilssen (Arctic University of Norway, Tromsø)
  • Dr. Marie-Christine Vierbuchen (Europa-Universität Flensburg)
  • Rebecca Schumacher (Universität Potsdam)
Prof. Dr. Trude Nergård-Nilssen, Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Dr. Rebecca Schumacher. Fotos: Dysmate

Früh erkennen – gezielt unterstützen

Frühe Diagnostik ist entscheidend, um Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten rechtzeitig passende Unterstützung zu bieten.

Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Professorin für Sonderpädagogik des Lernens an der Europa-Universität Flensburg, betont die zentrale Bedeutung diagnostischer Verfahren für eine gerechte Bildung: „Diagnostik spielt eine große Rolle für Chancengerechtigkeit in der inklusiven Bildung. Wenn wir gezielt fördern wollen, müssen wir zunächst verstehen, welche Stärken und Schwierigkeiten ein Kind hat.“

Aus ihrer Sicht liegt eine der großen Herausforderungen darin, Diagnostik stärker mit konkreten Förderentscheidungen zu verbinden.

„Diagnostische Verfahren sollten Lehrkräften helfen, Lernprozesse besser zu verstehen und gezielt zu unterstützen – nicht nur Leistungen zu bewerten.“

Forschung trifft schulische Praxis

Auch Dr. Rebecca Schumacher von der Universität Potsdam, die an der wissenschaftlichen Begleitung und Adaption des Verfahrens beteiligt ist, sieht in digitalen diagnostischen Verfahren großes Potenzial für Schulen.

„Neue Forschung zeigt, dass Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen sind. Eine differenzierte Diagnostik muss verschiedene zugrunde liegende Prozesse berücksichtigen.“

Dysmate-C wurde genau mit diesem Ziel entwickelt:
nicht nur Schwierigkeiten festzustellen, sondern auch die zugrunde liegenden Prozesse sichtbar zu machen.

„Wenn wir genauer verstehen, wo die Schwierigkeiten eines Kindes liegen, können Fördermaßnahmen viel gezielter und wirksamer gestaltet werden.“

Ein diagnostisches Instrument für den Schulalltag

Dysmate-C wurde so konzipiert, dass wissenschaftlich fundierte Diagnostik auch im schulischen Alltag praktikabel bleibt.

Das Verfahren ist:

  • wissenschaftlich fundiert und normreferenziert
  • vollständig digital und direkt im Browser durchführbar
  • ohne Installation nutzbar
  • einfach zu administrieren
  • für Gruppentestungen geeignet

Eine ganze Klasse kann innerhalb einer Unterrichtsstunde getestet werden.

Die Auswertung erfolgt automatisiert und steht unmittelbar nach Abschluss der Testung in einer übersichtlichen und leicht verständlichen Form zur Verfügung.

Die Testbatterie erfasst mehrere zentrale Komponenten der Lese- und Schreibentwicklung, darunter:

  • Lesen
  • Rechtschreiben
  • phonologische Bewusstheit
  • Benennungsgeschwindigkeit
  • orthografisches Gedächtnis

Damit liefert Dysmate nicht nur Hinweise darauf, dass ein Kind Schwierigkeiten hat, sondern auch welche Prozesse beim Lesen- und Schreibenlernen betroffen sind.

Perspektive aus der Praxis

Der Sonderpädagoge Friedo Scharf, der maßgeblich an der Einführung von Dysmate in Deutschland beteiligt ist, sieht darin einen wichtigen Fortschritt für Schulen.

„In Deutschland dauert es oft sehr lange, bis Kinder eine fundierte Diagnose erhalten. Frühzeitige Diagnostik kann hier einen entscheidenden Unterschied machen.“

Für ihn liegt eine der größten Stärken des Systems in seiner praktischen Umsetzbarkeit.

„Innerhalb einer Schulstunde kann eine ganze Klasse digital getestet werden – und die Ergebnisse stehen unmittelbar zur Verfügung.“

Bereits erfolgreich im Einsatz

Dysmate wurde ursprünglich in Norwegen entwickelt und ist dort bereits weit verbreitet im Einsatz.

Mehr als 60 Kommunen haben eine kommunale Lizenz, sodass das Testverfahren flächendeckend in ihren Schulen eingesetzt wird. Darüber hinaus nutzen zahlreiche einzelne Schulen, Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten sowie weitere Fachkräfte das System.

Die norwegische Forscherin Prof. Dr. Trude Nergård-Nilssen von der Arctic University of Norway, die an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt war, beschreibt das gemeinsame Ziel der internationalen Forschungsgruppe so:

„Unsere gemeinsame Mission ist eigentlich ganz einfach: Wir wollen sicherstellen, dass jedes Kind zur richtigen Zeit die passende Unterstützung erhält – damit jede Schülerin und jeder Schüler lesen, lernen und erfolgreich sein kann. Sehen Sie das Kind. Nutzen Sie forschungsbasierte und wissenschaftlich geprüfte Instrumente. Handeln Sie frühzeitig. Gemeinsam “

Die Erfahrungen aus Norwegen zeigen, dass digitale Screeningverfahren dazu beitragen können, Lernschwierigkeiten früher zu erkennen und Fördermaßnahmen gezielter zu planen.

Einladung zum Webseminar

Zum Start von Dysmate-C im deutschsprachigen Raum laden die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Praxispartner zu einem kostenlosen Webseminar ein:

„LRS neu denken: Was neue Definitionen und aktuelle Studien für die Diagnostik in der Grundschule bedeuten“

Mit:

  • Dr. Marie-Christine Vierbuchen
  • Rebecca Schumacher
  • Friedo Scharf
Ein Abend mit Professorin Marie-Christine Vierbuchen, Dr. Rebecca Schumacher und dem Sonderpädagogen Friedo Scharf , 20.04.2026 um 18:00 Uhr. Fotos: Dysmate

Das Webseminar richtet sich an Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Logopädinnen und Logopäden sowie weitere Fachkräfte im Bildungsbereich.

👉 Anmeldung und Aufzeichnung: www.dysmate.de/webseminar

Die Teilnahme ist kostenlos

Über Dysmate

Dysmate ist ein digitales Testsystem zur Identifikation von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Das Verfahren wurde in Norwegen entwickelt und wird kontinuierlich wissenschaftlich begleitet.

Dysmate richtet sich an Lehrkräfte, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Logopädinnen und Logopäden sowie Schulen und Kommunen, die Diagnostik und Förderung enger miteinander verbinden möchten.

In Deutschland wird Dysmate-C ab Frühjahr 2026 unter anderem über die Lernplattform meistercody.com bereitgestellt.

Kontakt: www.dysmate.de/kontakt

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Quellenangaben:

https://www.dysmate.de/tavla/interview-mit-friedo-scharf-ueber-dysmate-eine-neue-testbatterie-fuer-lese-rechtschreib-schwierigkeiten-in-deutschland/ Interview mit Friedo Scharf über Dysmate: Eine neue Testbatterie für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten in Deutschland

https://www.dysmate.de/tavla/interview-mit-prof-dr-marie-christine-vierbuchen/ Interview mit Prof. Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Wie kann Diagnostik inklusiver, alltagstauglicher und wirksamer gestaltet werden?

https://www.dysmate.de/tavla/earli-konferenz-2025/ EARLI-Konferenz 2025

https://www.dysmate.de/tavla/diagnostik-im-bereich-der-lese-rechtschreib-schwierigkeiten-wo-stehenwir-heute-ein-gespraech-mit-dr-rebecca-schumacher-ueber-forschungpraxis-und-dysmate/ Diagnostik im Bereich der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten – wo stehenwir heute? Ein Gespräch mit Dr. Rebecca Schumacher über Forschung,Praxis und Dysmate

https://www.dysmate.no/tavla/dysmate-som-diagnostisk-verktoy/  Intervju med professor Trude Nergård-Nilssen

Dies ist eine Pressemitteilung der Daglig leder Literate AS.

LRS in der Sekundarstufe erkennen: Neuer digitaler Test für das Klassenscreening

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