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Polizeiliche Kriminalstatistik: Zahl der Gewalttaten gegen Lehrkräfte – auch schwerste Fälle – binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt

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BERLIN. Lehrkräfte geraten in Deutschland zunehmend ins Visier von Gewalt. Neue Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen, dass die Zahl der Übergriffe in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen ist, zuletzt auf einen Höchststand. Parallel wächst auch die Zahl schwerer Gewalttaten, die sich gezielt gegen Lehrerinnen und Lehrer richten. Einen besonderen gesetzlichen Schutz gibt es für sie – anders als für andere Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes – aber nicht (und ist bislang auch nicht geplant). 

eine Frau vor weißem Hintergrund hält die ausgestreckte Hand vor Ihr Gesicht
Die Gewalt nimmt zu (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Lehrerinnen und Lehrer werden in Deutschland immer häufiger Opfer von Körperverletzung und anderen Formen von Gewalt. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die einen Zeitraum von zehn Jahren umfasst. Danach stieg die Zahl der Fälle, in denen Lehrkräfte als Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung aktenkundig wurden, 2024 auf 1.283 Fälle. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2023 meldeten die Polizeibehörden der Länder zwischen 717 und 1.017 Fälle an das Bundeskriminalamt (BKA).

Dass es 2021 mit 564 Fällen deutlich weniger solcher Übergriffe gab, dürfte mit den vorübergehenden Schulschließungen während der Corona-Pandemie zu tun haben. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 ist noch nicht veröffentlicht.

Die Auswertung der bundesweiten Polizeidaten zu Gewalttaten gegen Lehrkräfte liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Sie ist Teil einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sicherheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

557 schwere Fälle

Ein Anstieg ist demnach auch bei den gegen Lehrerinnen und Lehrer gerichteten Straftaten zu beobachten, die in der PKS in der Kategorie Gewaltkriminalität aufgeführt werden. Dazu zählen Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall, Raubdelikte, Körperverletzung mit Todesfolge, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme sowie schwere und gefährliche Körperverletzung.

Seit 2015 hat die Zahl solcher Taten gegen Lehrkräfte kontinuierlich zugenommen – mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. 2015 zählte die Polizei bundesweit 268 Fälle, in denen eine Lehrkraft Opfer von Gewaltkriminalität im Sinne der Statistik wurde. 2023 wurden 477 Fälle registriert, ein Jahr später wurden 557 Fälle aktenkundig.

Als Gewalttaten gegen Lehrkräfte zählt die Polizei nur Straftaten, bei denen die Tatmotivation in Beziehung zur beruflichen Tätigkeit stehen. Der Fall eines Lehrers, der beispielsweise auf einem Volksfest, von einem Menschen, der ihn in seiner Eigenschaft als Lehrer nicht kennt, geschlagen wird, würde zwar als Opfer in der Statistik auftauchen, nicht jedoch als von Gewalt betroffene Lehrkraft.

Erneute Gesetzesänderung geplant

Zwischen 2018 und 2024 nahm laut Polizeistatistik auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Mitarbeiter von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei zu. Im Mai 2017 waren im Zuge einer Gesetzesänderung zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten Straftatbestände geändert und neue Straftatbestände geschaffen worden. Daher sind die Opferzahlen der Jahre 2018 bis 2024 nicht mit den Daten der Vorjahre vergleichbar.

Kurz vor Silvester hatte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf zum besseren Schutz von Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften vorgelegt. Er sieht härtere Mindeststrafen für Angriffe auf diese Gruppen vor.

Höhere Strafen für Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte

Laut Justizministerium soll es dafür künftig Freiheitsstrafen von mindestens sechs statt wie bisher mindestens drei Monaten geben. In besonders schweren Fällen soll eine Mindeststrafe von einem Jahr statt wie bisher sechs Monaten drohen. Das soll etwa für Überfälle gelten, bei denen Einsatzkräfte in einen Hinterhalt gelockt werden. Wer Rettungs- und Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert, soll grundsätzlich nicht mehr mit einer Geldstrafe davonkommen können, sondern in Haft. Einen Kabinettsbeschluss zu dem Vorhaben gibt es noch nicht.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Marcel Emmerich, findet es alarmierend, dass die Gewalt gegen Menschen zunimmt, die in ihrem beruflichen Alltag Verantwortung für die öffentliche Infrastruktur, die Sicherheit und die Bildung künftiger Generationen tragen. Besonders besorgniserregend sei, dass sich die Zahl der Gewaltvorfälle gegen Lehrkräfte in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt habe. Emmerich sagt: «Es ist höchste Zeit für wirksame Schutzkonzepte.» Diese müssten auf die jeweilige Berufsgruppe zugeschnitten sein. Ebenso wichtig seien einheitliche Verfahrensstandards für den Umgang mit Übergriffen sowie der Einsatz verlässlicher technischer Unterstützung, etwa durch moderne Alarmsysteme.

Neues Meldeverfahren für Berliner Schulen

Im Schuljahr 2024/2025 hatten sich nach Angaben der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) 82 Prozent aller Berliner Schulen an einem neuen Meldeverfahren beteiligt. Von diesen 599 Schulen meldeten demnach 53,6 Prozent Vorfälle mit körperlicher Gewalt, 9,2 Prozent angedrohte Gewalt, 7,5 Prozent selbstverletzendes Verhalten von Schülern und 4,3 Prozent Übergriffe auf Schulpersonal. News4teachers / Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

Gewalt gegenüber Lehrkräften: Polizeigewerkschaft sieht Erziehungsdefizite – „Daher muss man an die Eltern ran, an das Zuhause“

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Michael Thomas
1 Tag zuvor

Ich kann mich an einen anderen Artikel, ein paar Monate zuvor erschienen, erinnern, in, der über die PKS im Zusammenhang mit jugendlichen Verdächtigen berichtete. Im Kommentarbereich wurde seitens der Redaktion vehement bestritten, dass sich daraus irgendein Zusammenhang bezüglich der Menge realer Täter konstruieren ließe. Das müsste ja dann hier auch der Fall sein. Kein Grund zur Aufregung also.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Michael Thomas

Es gibt auch Foristen hier, die unbedingt glauben wollen, dass die Kinder- und Jugendgewalt vor 30 Jahre noch wesentlich höher gewesen sein soll, obwohl die Zahlen der PKS was anderes zeigen.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Eben.

Tatverdächtige 8 -17 Jahre im Jahr 2024 = 45.158, vor 30 Jahren also 1994 = 27.107. Dass es 2024 auch ca. 10% weniger Einwohner in der Altersgruppe 8 – 17 Jahre gab, müsste man statistisch natürlich auch noch berücksichtigen.

Auch dass es in den Jahren 2023 und 2024 neue absolute Höchststände bei tatverdächtigen Kindern 8- 13 Jahre gab, könnte man herauslesen, wenn man es denn wollte.

Hmm...
1 Tag zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot
unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  Michael Thomas

Richtig. Es darf ja nicht sein, was nicht sein darf.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

und
so schlussfolgerte er messerscharf
dass nicht kann
was nicht sein darf

In der vereinfachten Klassiker-Ausgabe:
“Ey! Iss abba so!”

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Michael Thomas

Richtig, musste da wirklich schmunzeln.

Immer dran denken:

1) Gesunder Menschenverstand=nicht faktengecheckt, anekdotisch, vorurteilsgeprägt.

2) PKS und alle leicht öffentlich zugänglichen Polizeidaten: Verzerrt, relativiert oder (neueste Masche:) “das ist ja nicht verurteilt und daher nur Verdaaaaaaacht” (dass in der PKS nur die Fälle auftauchen, die auch an die StA weitergehen und damit eine Verurteilung mindestens recht sicher ist: egal)

Insofern: Ist doch alles toll, früher wars schlimmer und heute ist alles beeeeeeesser, Feuerwehr & Rettungsjräfte wurden -äh- immer schon angegriffen und Lehrer auch…etc.pp.

unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Die Verurteiltenstatistik ist noch übler (im Sinne der Kritiker der PKS) als die PKS selbst …

unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Die PKS ist wirklich verzerrt. Die Vornamen wären vermutlich ehrlicher.

Walter Hasenbrot
14 Stunden zuvor
Antwortet  unfassbar

Mit dieser Forderung fällt die AfD jedesmal auf die Nase, weil dann doch nicht die aus rassistischen Gründen erwarteten Namen an erster Stelle stehen, sondern zum Beispiel Michael oder Alexander.

dickebank
11 Stunden zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wobei in der Schreibweise “Mikail” oder “Alexey” das auf einen Teil der Wählerschaft verweisen würde …

Mario
7 Stunden zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Walter möchte mal wieder seinen Onkel verarbeiten und versteht den Unterschied zwischen 1988 und 2025;nicht
Solche Leute, von der Redaktion brav umsorgt, sind seit Jahrzehnten schuld an der Misere

Hans Malz
1 Tag zuvor
Antwortet  447

Liegt bestimmt daran, dass genauer hinschaut wurde als früher.

dickebank
12 Stunden zuvor
Antwortet  Hans Malz

Von wem? Der KMK ist garantiert nichts aufgefallen. Bleiben nur Die Beihilfestellen und die Gemeinde-Unfallversicherungen wegen der Regressforderungen.

DerechteNorden
1 Tag zuvor

Leider trifft uns Lehrkräfte dasselbe Schicksal wie alle anderen, die den Staat repräsentieren.
Für eine zunehmende Anzahl von Menschen scheint Folgendes zu gelten: Alle, die staatlicherseits irgendwie meine individuellen “Bedürfnissen” einschränken, sind nervig und dürfen deshalb auch wie der letzte … behandelt werden.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das wurde (und wird!) auch hier im Forum von einigen aktiv kuratiert und gepflegt.

Gehört (gerade im Pädagogen-/Sozialbereich) für viele einfach zum “guten Ton” dazu: Die “Gesellschaft” ist halt schuld, dass das arme Täterlein zuhauen (bzw. heute zunehmend zustechen) “musste”, ja, hat diesen armen Menschen quasi dazu getrieben.

Das einzig Gute an solchen (natürlich schlechten) Siruationen ist: Konkrete Einschläge im Nahbereich oder gar eigene Betroffenheit lösen verquasten Gehirnkleister bei den meisten (nicht allen) Menschen recht zuverlässig.

Tinchen
1 Tag zuvor

Lauter, aggressiver, unruhiger, lernunwilliger und nicht beschulbar. Was denn noch?
Unser Kollegium leidet total darunter. Wir brauchen mal 1 Tag in der Woche zuhause. Können wir nicht endlich die 4 Tage Woche für Lehrer anbieten. Jaa und nicht mit TZ kommen, diesem faulen Ei. Da verdienste auch viel weniger.
In einer Welt von neuem Arbeiten, remote Arbeit und Homeoffice 🙂 🙂 🙂
Es geht doch nicht, warum immer die anderen?

DerechteNorden
1 Tag zuvor
Antwortet  Tinchen

“In einer Welt von neuem Arbeiten, remote Arbeit und Homeoffice
Es geht doch nicht, warum immer die anderen?”

Inwiefern hilft es denn irgendwem wirklich, wenn alle weniger Zeit in der Schule verbringen?
Denken Sie, die schwierigen jungen Menschen werden dann weniger schwierig?
Als pädagogisch versierte Person wissen Sie doch bestimmt, dass mehr Bindung der Schlüssel ist.
Mehr “remote” bedeutet aber weniger Bindung.
Fordern Sie doch zur Abwechslung mal kleinere Lerngruppen und weniger Verwaltungskram für Lehrkräfte!
Ich denke, damit würde man auch junge Menschen, die eigentlich gern in den Schuldienst gehen wollen, für unseren schönen Beruf gewinnen können.

Und ganz allgemein: “Berufe mit Menschen” bedeuten tatsächlichen Kontakt, nicht “remote communication”.

Sabrina D
1 Tag zuvor
Antwortet  DerechteNorden

hmm aber viele Eltern habe doch genau solche Arbeiten.
Da gibt es auch Homeoffice und remote Arbeiten, ob zuhaus oder sonst wo.
Warum dann nicht in der Schule? Wir müssen die Schule doch eh umgestalten und die Pläne verändern. Anders arbeiten, nennt man das.
Bei uns sind die ganzen Kollegen z.B. ausgelaugt, wenn sie mit der Leier kam , na hö ma, ab in die laute Klasse. Lehrer arbeiten außerdem noch 41 Stunden an 5 Tagen, nech.
Außerdem gibt es Schulen, wo die Lehrer nur noch 4 Tage arbeiten;-)
Es gibt auch neue Unterrichtsformen wie Projektlernen oder SOL etc.
Es krankt doch an der Lautstärke, den Arbeitsbedingungen und den Teams.

Pit2020
1 Tag zuvor
Antwortet  Sabrina D

@Sabrina D

“Es krankt doch an der Lautstärke, den Arbeitsbedingungen und den Teams.”

Es krankt leider oft auch an der inhaltlichen Qualität auf Grund mangelndem Themenbezugs (sic!) bei den üblichen Homeoffice-Werbe-Beiträgen (wie z.B. Ihrem hier) unter mittlerweile wirklich jedem Ausgangsartikel.
Von dem gezeigten sprachlichen Niveau wollen wir lieber gar nicht reden, auch wenn das ein sicheres Erkennungsmerkmal der “Homeoffice-Gang” (alles Lehrkräfte, na siiischa siiischa 😉 ) ist.

Also insgesamt als “Werbung” … nun ja …
Leider ist es in gleichem Ausmaß unterhaltsam. 🙁 (Obwohl ja von Zeit zu Zeit die Nicknames gewechselt werden.)
Ergo: Kann weg. 🙂

Btw:
Wo ist @Peti?
Remote arbeiten geht doch von “all over the world”? 😉 🙂

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Sabrina D

„hmm aber viele Eltern habe doch genau solche Arbeiten.“

Das liest sich sich so, wie bei einem kleinen Kind: „Der hat aber auch……der darf aber……ich will das auch…“ *Fußaufstampf*

Ja Gottchen, dann manchen Sie doch den Job, den sooooo viele Eltern auch machen. Erkundigen Sie sich, kündigen Sie und reiten gechillt in den Sonnenuntergang…..
Bitte nehmen Sie die anderen von der Hasi-Blümchenterrasse gleich mit!

DerechteNorden
1 Tag zuvor
Antwortet  Sabrina D

Außerdem gibt es Schulen, wo die Lehrer nur noch 4 Tage arbeiten;-)
Es gibt auch neue Unterrichtsformen wie Projektlernen oder SOL etc.
Es krankt doch an der Lautstärke, den Arbeitsbedingungen und den Teams.”

Genau, die Kids, um die es hier geht, werden alle richtig lieb, wenn sie nur so arbeiten dürften, wie Sie es beschreiben.//

Stellen Sie sich vor, ich arbeite auch nur vier Tage. Allerdings arbeite ich auch unter 3/4 an einer Ganztagsschule. Theoretisch könnte ich also auch nur an drei Tagen in der Schule sein. DAS würde ich aber nicht wollen!
Ich habe kein Problem damit, dass Lehrkräfte nicht jeden Tag in der Schule sind, aber bei dem geforderten Modell wären alle Beteiligten, also auch Fünftklässlys mit Förderstatus und Jugendliche mit diversen Problemen, nur vier Tage in der Schule. Eigentlich sind für nicht wenige Kinder bereits fünf Tage Schule zu wenig, wenn man es genau nimmt.
Das alles sollen nicht die Lehrkräfte ausbaden, aber umgekehrt sollten Lehrkräfte auch nicht nur an sich denken. Das verträgt sich nicht mit dem Auftrag, den unser Beruf mit sich bringt, finde ich.

Realist
21 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

 Eigentlich sind für nicht wenige Kinder bereits fünf Tage Schule zu wenig, wenn man es genau nimmt.”

Nun seien Sie einmal vorsichtig mit ihrem “Wunschdenken”., Genau so etwas hat die aktuelle Bundesbildungsministerin schon einmal gefordert:
Zudem schlug Karin Prien vor, angesichts der Schulausfälle durch die Corona-Krise wieder Samstagsunterricht einzuführen. Außerdem sollte es zusätzliche Angebote in den Sommerferien geben.”
https://www.deutschlandfunk.de/bildungsministerin-von-schleswig-holstein-prien-cdu-100.html

Heute wäre das Argument natürlich nicht mehr “Corona”, sondern “Mediensucht”, “sinnvolle Freizeitgestaltung”, “”Bildungskatastrophe”, “soziales Lernen”, “Anti-Gewalt-Training”, … da könnte man am Samstag doch viele wichtige “Soft Skills” lernen ohne den Fachunterricht montags bis freitags zu kürzen… und die “f… S…” hätten endlich die Arbeitszeit, die sie aus Sicht der Öffeentlichkeit verdienen.

Am Ende bewahrheitet sich noch eine meiner Prognosen:
Die Schulen waren die LETZEN, welche die 5-Tage-Woche eingeführt haben, und sie werden die ERSTEN sein, die wieder die 6-Tage-Woche haben.

Dann doch lieber IG Metall mit 35 oder noch weniger Stunden oder gleich chilliges Homeoffice mit 5×5 Stunden effektive Arbeitszeit pro Woche auf der Terasse a la Hasi. Gen Z weiß Bescheid und liest natürlich mit…

DerechteNorden
10 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Am Ende bewahrheitet sich noch eine meiner Prognosen:
Die Schulen waren die LETZEN, welche die 5-Tage-Woche eingeführt haben, und sie werden die ERSTEN sein, die wieder die 6-Tage-Woche haben.”

Sechs Tage Schule wird nicht kommen: Zu teuer. Die Hausis müssten bezahlt werden. Heizkosten, Wasser …
Ich mache mir diesbezüglich keinerlei Sorge.
I

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  Sabrina D

Lehrer arbeiten außerdem noch 41 Stunden an 5 Tagen”

In dieser “kurzen” Osterwoche habe ich “nur” 28 Stunden gearbeitet. Im Metallbereich wäre das schon fast eine 5-Tage-Woche…

Gen Z: “Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!”

Götz
13 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Würde ich auch so sehen. Bei nüchterner Abwägung von Pro und Contra kann man von dem Beruf nur abraten, denn die Lage verschlechtert sich von Jahr zu Jahr.

dickebank
12 Stunden zuvor
Antwortet  Götz

Irrelevant. Die zeitliche Bemessung im Schulbereich erfolgt nach Schuljahren, Kalenderjahre sind da irrelevat.

Realistin
11 Stunden zuvor
Antwortet  Götz

Es wird schlechter, Lehrermangel, Gen Z hat keinen Bock drauf und die Dauerpräsenz ist ermüdend. Realist hat es bei den Alteingesessenen als so genanntes Stockh Syndr bezeichnet, eine Blase, an der alles abprallt, weil man die Veränderung und Realität der schicken Arbeitsbedingungen woanders überhaupt nicht an sich ranlassen möchte. Blockade!

Coffee lover
1 Tag zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Einerseits sind die Klassen definitely lauter und heterogener geworden. Andererseits hat sich seit Corona die Arbeitswelt totally gewandelt. Wir pressen nur Schule noch nicht an und das sieht man auch hier an der Diskussion. Es geht nicht um 100% Homeoffice oder sonst was, es geht um Veränderung in alle Richtungen. Darunter fallen natürlich auch schlechte Arbeitsbedingungen, wenn wieder 50-60 Stunden im Abi gearbeitet wird oder am Wochenende oder abends beim Elliabend. Und wenn ich auch sehe, dass die Eltern Homeoffice und de facto 5 Stunden pro Tag arbeiten, dann ist das unfair!

DerechteNorden
14 Stunden zuvor
Antwortet  Coffee lover

Was unfair ist, liegt hier doch wohl eher im Auge der Betrachtenden. Bestimmt sagen Sie denjenigen, die die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften “kritisieren”, auch immer, dass das mit dem vielen Urlaub nicht stimmt, oder?
Und wie verteidigen Sie sich gegenüber Menschen, die mindestens genauso viel arbeiten, aber nicht einmal die Hälfte verdienen?
Von daher ist das Argument “Fairness” hier nicht unbedingt passend.

Die Arbeitswelt hat sich in bestimmten Bereichen verändert. Aber Tatsache ist nun einmal, dass es Berufe gibt, für die Homeoffice nach Petras, Tanyas und Ihrer Lesart nun einmal ungeeignet ist. Die Gründe dafür wurden hier bereits zigfach erläutert.

Außerdem sollten Sie weiter denken: Je mehr man zuhause am Computer erledigen kann, desto weniger muss dann im Laufe der Zeit nach Ansicht der Entscheider*innen noch von echten Menschen erledigt werden.
“Schule geht von zuhause aus? Prima, da können wir ja sowas von einsparen und unseren Landeshaushalt entlasten!” So würde das dann natürlich nicht kommuniziert, sondern man könnte einen angeblichen Lehrkräftemangel vorschieben oder Ihr Argument, dass man den Beruf den Veränderungen in der Arbeitswelt anpassen möchte, verwenden.
Ich wäre wirklich sehr, sehr vorsichtig mit solchen Forderungen!

Realistin
11 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was soll das von Ihnen, Der echte?
Es werden hier Akademikerjobs verglichen und der Mangel ist da.
Die Gen Z hat keinen Bock mehr drauf, die Arbeitsbedingungen müssen sich verändern. Für Mathelehrer ist es alleine vom Geld her schon nicht mehr attraktiv. Finden sie noch Mathelehrer?

Fräulein Rottenmeier
9 Stunden zuvor
Antwortet  Realistin

Ja klar findet man noch Mathelehrer…..man findet eher selten Musiklehrer oder auch Sportlehrer sind ein rares Gut…..
Und wenn Gen Z meint (gehören Sie und die anderen Bots hier auch dazu?) nicht Lehrer werden zu wollen, dann ist das so…..es wird sich schon eine Lösung finden…..

Mika BB
9 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finds ja heldenmütig, immer wieder auf das gleiche sinnfreie Geseire einzugehen, aber so hörts halt nie auf!
Don’t Feed the Troll!

unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  Tinchen

Petra, Tanya, Tanyas Frau, Hasi und wie sie nicht alle heißen sind Ihrer Meinung.

Petra OWL
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Alle sind so an meinem Hasilein interessiert. Freunde, ihm geht es gut 🙂 Letzte Woche war er mein Osterhasi. Ach, er ist so toll. Naja hat es auch geschafft mit seinem Wechsel damals im Studium. Hält uns den Spiegel vor. 3 Tage Homeoffice, 35 Stunden, mehr Urlaubstage, dazu eine satte Prämie, 13. Gehalt, volles Weihnachtsgehalt. Ein Träumchen. Dann die frühere Rente später, während wir bis 67 oder 70 machen. Laute und unruhige Klassen kennt er nicht, er kennt die Blümchenterrasse, meine Fischis und seine Firma.
Die Peti tuckelt an 5 Tagen zur Arbeit, ja schön, alles in präsenz, aber auch alles 😀 muss ja, ne.
bin für 4 Tage Woche, ein Anfang 🙂
Eure Peti aus Lippe / OWL

Ulla
1 Tag zuvor
Antwortet  Petra OWL

Wir wissen leider immer noch nicht, was für einen tollen Job Hasi macht. Obwohl, ich will das gar nicht wissen. Bin mit meinem Lehrerjob in Präsenz sehr zufrieden.
Können wir jetzt mal wieder zum eigentlichen Thema des Artikels zurück kommen?

DerechteNorden
14 Stunden zuvor
Antwortet  Petra OWL

Bestimmt meldet sich Frau Feller bald bei Ihnen und fragt Sie, wie man das dann gestalten könnte.
Dass Sie das mit dem Hintergedanken tut, den Landeshalt von NRW nachhaltig zu entlasten, und nicht, wie Sie und einige andere vielleicht denken, Lehrkräften das Leben leichter machen möchte, wird Sie Ihnen allerdings nicht mitteilen.

Ulla
1 Tag zuvor
Antwortet  Tinchen

Stimmt. Dann wird es sicher ab sofort keine Gewalt gegen Lehrer mehr geben.

Realistin
11 Stunden zuvor
Antwortet  Tinchen

Da gehe ich mit!

Katze
1 Tag zuvor

Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für 2024 insgesamt 1.283 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung gegen Lehrkräfte aus – nahezu eine Verdopplung innerhalb eines Jahrzehnts. Diese Entwicklung ist nicht überraschend über das System hereingebrochen. Sie ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Wegschauens.
Seit langer Zeit erleben Lehrkräfte eine stetige Verschärfung des Umgangstones: erst unterschwellige Respektlosigkeiten, dann offene verbale Übergriffe – insbesondere gegen diejenigen, die es wagen, fachliche Leistung oder angemessenes soziales Verhalten einzufordern. Wer Standards einfordert, wird schnell als „unprofessionell“ oder „übergriffig“ etikettiert. Gefälligkeitsnoten scheinen mancherorts bereits als elterlicher Anspruch betrachtet zu werden. Parallel dazu haben sich digitale Prangerformate etabliert: Eltern‑WhatsApp‑Gruppen, öffentliche Petitionen, diffamierende Rundmails. All das geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Umfeld, in dem Lehrkräfte zunehmend ohne institutionelle Rückendeckung agieren.
Dass sich dieses Klima verfestigen konnte, liegt nicht zuletzt daran, dass viele Kolleginnen und Kollegen – aus nachvollziehbarer Sorge vor Konsequenzen und mangels Unterstützung – Konflikten ausgewichen sind. Nicht aus fehlendem Rückgrat, sondern weil sie wussten: Wer Haltung zeigt, steht häufig allein. Dieses strukturelle Alleinlassen hat Eltern signalisiert, dass Grenzüberschreitungen folgenlos bleiben.
Die Verantwortung dafür liegt bei den zuständigen Behörden. Dienstliche Anzeigen wegen Beleidigung, Bedrohung oder Verleumdung wurden wiederholt abgewiesen, als handele es sich um Bagatellen. Lehrkräfte wurden aufgefordert, privat Strafanzeige zu stellen – als hätten sie unbegrenzte Ressourcen und als sei der Schutz ihrer beruflichen Integrität nicht Aufgabe des Dienstherrn. Die gesetzliche Fürsorgepflicht nach § 241 Abs. 2 BGB, die ausdrücklich den Schutz der Gesundheit, der beruflichen Integrität und des persönlichen Ansehens umfasst, wurde damit faktisch ausgehöhlt.
Gleichzeitig werden in der Öffentlichkeit regelmäßig wohlklingende Bekenntnisse zum Schutz von Lehrkräften abgegeben. Doch sobald konkrete Fälle auftreten, sobald eine klare dienstliche Reaktion erforderlich wäre, ziehen sich die zuständigen Stellen (Landesschulämter) zurück.
„Wir müssen doch den Eltern etwas anbieten“, heißt es dann.
Natürlich. Am besten die Lehrkraft selbst. Als Opfergabe, damit die Stimmung nicht kippt.
Angesichts der nun vorliegenden Zahlen stellt sich nicht die Frage, wie es so weit kommen konnte. Die Entwicklung war absehbar, sie wurde dokumentiert, gemeldet und vielfach benannt. Die eigentliche Frage lautet:
Wann übernehmen die verantwortlichen Behörden endlich die Rolle, die ihnen gesetzlich und moralisch zukommt – und schützen die Menschen, die sie beschäftigen?
Es fehlt nicht an Forderungen – die liegen seit Jahrzehnten klar und detailliert auf dem Tisch. Was fehlt, sind tragfähige, verbindliche und durchsetzbare Konzepte der Behörden selbst. Konzepte, die nicht nur in Leitfäden existieren, sondern im Alltag angewendet werden. Konzepte, die nicht bei der ersten elterlichen Beschwerde einknicken. Konzepte, die Lehrkräfte nicht als Konfliktpuffer missbrauchen, sondern als Fachkräfte schützen.
Solange Grenzüberschreitungen verharmlost, dienstliche Anzeigen abgewiesen und betroffene Lehrkräfte ohne Schutz gelassen werden, trägt der Dienstherr eine klare institutionelle Verantwortung für die fortschreitende Eskalation.

Realist
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Wann übernehmen die verantwortlichen Behörden endlich die Rolle, die ihnen gesetzlich und moralisch zukommt – und schützen die Menschen, die sie beschäftigen?”

Alle Lehrkräfte, die schon “länger dabei” sind, kennen die Antwort: “Einzelfälle”, “Hier gibt es nichts zu sehen! Weitergehen!”

Dagegen “anderswo”:

“Übergriffe in Rathäusern nehmen zu: Wedel engagiert Security”
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/uebergriffe-in-rathaeusern-nehmen-zu-wedel-engagiert-security,rathaus-140.html

Knapp ein Drittel der Krankenhäuser arbeitet mit einem Sicherheitsdienst”
“https://md-forum.de/schutz-statt-eskalation-wie-krankenhauser-gewalt-begegnen/”

Machen wir uns nichts vor: Man WILL das Problem der zunehmenden Gewalt an den Schulen nicht effektiv angehen, weil man es nicht wahrhaben will, dass sich die Gesellschaft auch in den Altersgruppen der Kinder und Jugendlich geändert hat. Sieht man auch aktuell an der (gewollten?) Hilfslosigkeit bei Straftaten der Unter-14-Jährigen: Mangels Strafmündigkeit und gesclossener Heime bleibt es beim: “Du, du! Machste aber nicht wieder!…” bis zur nächsten Straftat, die nicht geahndet werden kann.

Realpolitik in Deutschland nach dem Motto:

“Also schloss er messerschaf, das nicht sein kann, was nicht sein darf!” (Christian Morgenstern)

Oder moderner:
„Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.“ (Pippi Langstrumpf)

Mario
7 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Der Staat Schützt generell seine EinwohnerInnen nicht, bitte bei Walter, Reiner und der Redaktion bedanken

dickebank
14 Stunden zuvor
Antwortet  Katze

Wann übernehmen die verantwortlichen Behörden endlich die Rolle, die ihnen gesetzlich und moralisch zukommt – und schützen die Menschen, die sie beschäftigen?

Sie kennen die Karikatur, die schon vor etlichen Jahren die Runde gemacht hat, die eine Szene an einem Elternsprechtag vor Jahren und heute gegenüberstellt?
Kurze Schilderung der Szene:
In den Sechzigern informiert die Lehrkraft die Eltern über den miserabelen Leistungsstand des Nachwuchses. Darauf steht der Vater auf und gibt dem Kind eine Ohrfeige.
Gleiche Situation heute, mit dem Unterschied, dass der Vater nach erhalt der information aufsteht und der Lehrkraft eine Ohrfeige verpasst.
(Leider habe ich die Karikatur nicht wiederfinden können.)

Rüdiger Vehrenkamp
1 Tag zuvor

In der sozialen Arbeit verzeichnen wir ebenfalls mehr Übergriffe als früher. Aber da es sich oft um sozial schwache Familien und/oder Menschen mit “Neurodivergenz” handelt, wird hier einiges unter den Tisch fallen gelassen. Die können ja nichts dafür (heißt es immer wieder).

Die Dunkelziffern dürften also noch wesentlich höher sein.

OMG
1 Tag zuvor

In Hessen hat man im Leitfaden oder bessser Leidfaden komplett vergessen, dass auch Schulleitungen oft Opfer werden. Passt schon zu dem Felix Krull generell

HuGo
13 Stunden zuvor

Ist es das fortschreitende Ergebnis einer seit 1968 eingeleiteten ” antiautoritären” Erziehung, die in den letzten Jahren durch den gesellschaftlichen Wandel, auch ” Transformation” genannt, hin zum Schmelztiegel mittels des “grossen Experiments” mächtig Fahrt aufgenommen hatte? Zudem die zunehmende Einflussnahme anderer Kulturen, insbesondere der sehr ” religiös” geprägten dürften eine immer grösser werdende Rolle spielen. Politik antwortet vermehrt mittels ” Stockholmsyndrom” und schlägt alle weisen Ratschläge der “Altvorderen” , zB. Helmut Schmidt, Thilo Sarrazin uvam. zwangsläufig resp. der Not folgend mehr oder minder “konzeptionslos” in den Wind. Der ” Kipppunkt” scheint überschritten. Die Basis in allen Bereichen ist damit völlig überfordert mit den entsprechenden Auswirkungen. Beweis des Gegenteils?