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Lehrerverband VRB fordert nach Studie: Schulgebäude müssen gesünder werden

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SAARBRÜCKEN. Der Verband Reale Bildung (VRB) Saarland fordert, der Sanierung deutscher Schulgebäude eine höhere Priorität einzuräumen und dabei die Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften stärker zu berücksichtigen. Der Verband reagiert damit auf eine von News4teachers vorgestellte schwedische Regierungsuntersuchung, die erhebliche gesundheitliche Risiken durch schlechte Luft in Schulen und Kitas aufzeigt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse müssten nach Auffassung des VRB auch Konsequenzen für die Schulbaupolitik in Deutschland haben.

Neulich im Klassenzimmer… (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

„Wir erwarten von Schülerinnen und Schülern Konzentration und Leistungsbereitschaft und von Lehrkräften guten Unterricht. Dafür brauchen beide geeignete Bedingungen. Gesunde und funktionale Schulgebäude sind eine grundlegende Voraussetzung für gute Bildung“, erklärt Karen Claassen vom VRB Saarland.

Der Lehrerverband reagiert damit auf die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme, die die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten im Auftrag der Regierung erstellt hat. Die Untersuchung beschreibt, wie sich Luftschadstoffe und unzureichende Lüftung auf die Gesundheit von Kindern auswirken können. Neben Atemwegsbeschwerden und Asthma werden auch mögliche Beeinträchtigungen der Lungenfunktion sowie Zusammenhänge mit Konzentrationsproblemen, Lernleistungen und krankheitsbedingten Fehlzeiten behandelt (News4teachers berichtete).

Auch Lehrkräfte kommen in der Untersuchung vor: Erhöhte CO₂-Konzentrationen in Unterrichtsräumen können demnach bei Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften mit Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten einhergehen. Die schwedische Behörde weist zugleich darauf hin, dass eine ausreichende Frischluftzufuhr allein nicht genügt, um eine gute Raumluftqualität sicherzustellen. Denn Schadstoffe können auch im Gebäude selbst entstehen – etwa durch Ausdünstungen aus Baumaterialien und Möbeln oder durch Feuchtigkeit und Schimmel.

Für den VRB Saarland ist das ein Anlass, die Anforderungen an Schulgebäude umfassender zu betrachten. Während der Corona-Pandemie sei deutlich geworden, welche Bedeutung ausreichende Lüftung und gute Raumluft für den Schulalltag haben. Diese Erkenntnisse dürften nicht wieder in den Hintergrund treten. Zugleich gehe es um weitere Belastungen: eben Feuchtigkeit und Schimmel, aber auch sommerliche Hitze, Lärm und technische Anlagen, die nicht zuverlässig funktionieren.

Heinz Trox-Stiftung

Gesunde Luft, besseres Lernen: Wie Schulen ihre Klassenräume zukunftsfähig gestalten können

Gute Luftqualität schützt die Gesundheit und schafft bessere Voraussetzungen für konzentriertes Lernen. Doch bei der Sanierung von Klassenzimmern kommt es auf mehr an als auf ausreichende Lüftung: Auch Temperatur, Akustik und Beleuchtung beeinflussen die Bedingungen, unter denen Kinder lernen und Lehrkräfte unterrichten.

Die Heinz Trox-Stiftung zeigt in ihrem kostenlosen Leitfaden „Klassenräume SMART sanieren“, wie Schulen und Schulträger diese Faktoren gemeinsam berücksichtigen können. Die Publikation bietet Orientierung für die Planung und Modernisierung gesunder, lernförderlicher Unterrichtsräume.

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Der Verband erkennt ausdrücklich an, dass bereits Investitionsprogramme zur Sanierung von Schulgebäuden bestehen. Angesichts des vielerorts vorhandenen Sanierungsbedarfs reiche es jedoch nicht, entsprechende Mittel bereitzustellen. Entscheidend sei, dass die Vorhaben geplant, umgesetzt und an den tatsächlichen Anforderungen des Schulalltags ausgerichtet würden.

Dabei dürfe die Modernisierung nicht auf eine ansprechendere Gestaltung oder energetische Verbesserungen reduziert werden. Veraltete technische Anlagen, ungeeignete Unterrichtsräume und unzureichende Lüftungsmöglichkeiten könnten sowohl die Gesundheit als auch die Arbeitsbedingungen beeinträchtigen. Die bauliche Qualität sei zudem eine Voraussetzung dafür, moderne Unterrichtskonzepte, individuelle Förderung und Inklusion im Schulalltag umzusetzen.

Aus Sicht des VRB darf die Verantwortung für solche Rahmenbedingungen nicht bei den einzelnen Schulen und ihren Lehrkräften liegen. Gefordert seien vielmehr die zuständigen Schulträger sowie Land und Kommunen. Der Verband spricht sich für verlässliche Finanzierung, ausreichende Planungskapazitäten und eine engere Zusammenarbeit der beteiligten Stellen aus. Darüber hinaus verlangt der VRB, die Raumluftqualität regelmäßig zu überprüfen und vorhandene Lüftungsanlagen sachgerecht zu warten.

Verbandschefin Karen Claassen: „Schulbauprogramme sind wichtig und notwendig. Entscheidend ist aber, dass die Maßnahmen vor Ort spürbar werden und die tatsächlichen Bedürfnisse der Schulen berücksichtigen. Gesunde Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler und gute Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte gehören zusammen. Wer die Bildungsqualität verbessern will, muss deshalb auch der Qualität unserer Schulgebäude die notwendige Priorität einräumen.“ News4teachers 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Schulbau & Schulausstattung“. 

Überhitzte Klassenzimmer, gefährdete Gesundheit: Warum die Klimakrise das Bildungssystem vor Herausforderungen stellt

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