BERLIN. Am morgigen Freitag wollen in vielen deutschen Städten junge Menschen gegen die Wehrdienst-Reform auf die Straße gehen – auch während der Schulzeit. Die Forderung, Schüler dafür freizustellen, stößt bei der Union auf Gegenwind. Verteidigungspolitiker Erndl warnt sogar Schulen davor, die Jugendlichen bei ihren Streikplänen zu unterstützten (wozu die Bundesschülerkonferenz aufgerufen hat). Aus Reihen der GEW kommt dagegen eine Solidaritätsadresse.

Der Unions-Verteidigungspolitiker Thomas Erndl (CSU) hat Schulen davor gewarnt, ihre Schüler am Freitag bei geplanten Demonstrationen gegen die Wehrdienst-Pläne der schwarz-roten Koalition zu unterstützen. Wenn Schulen sie dafür vom Unterricht freistellen würden oder «dem Schuleschwänzen ein Eventcharakter umgehangen werden soll», habe er dafür kein Verständnis, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Die schwarz-rote Koalition hatte sich auf einen zunächst freiwilligen Wehrdienst geeinigt. Dafür müssen alle 18-jährigen Männer Fragebögen ausfüllen und zu einer Musterung erscheinen. Gegen die Pläne ruft die Initiative «Schulstreik gegen Wehrpflicht» für den morgigen Freitag zu Demonstrationen auf. In vielen deutschen Städten wollen junge Menschen dann auf die Straße statt in die Schule gehen. Einige der Proteste sollen bereits am Vormittag beginnen.
Schülerkonferenz: Demos haben höheren Mehrwert als Schultag
Die Bundesschülerkonferenz (BSK) rief Schulen dazu auf, ihre Schülerinnen und Schüler für die Proteste vom Unterricht freizustellen. Das müsse unabhängig davon gelten, ob man den Schulstreik unterstütze oder nicht, sagte die BSK-Generalsekretärin Amy Kirchhoff. «Uns geht es darum, dass junge Menschen ihr verfassungsmäßiges Recht auf Versammlungsfreiheit ausüben können.» Sie könnten politische Prozesse so auch praktisch erfahren – der Mehrwert davon sei höher, «als es der von einem einzelnen Schultag je sein könnte», hieß es in der BSK-Mitteilung. Schulen und Bildungsverwaltungen müssten «klare und einheitliche Regelungen» für die Teilnahme am Freitag schaffen.
Erndl sieht das anders. Das Demonstrationsrecht sei zwar «ein hohes Gut» und auch politisches Engagement junger Leute sei positiv zu bewerten – solange das in ihrer Freizeit geschehe. Für Proteste während der Schulzeit gelte das jedoch nicht. «Unsere Wehrhaftigkeit und die Verteidigung unserer Demokratie sind dafür schlicht zu ernsthaft», sagte der Unionspolitiker.
Die GEW Schleswig-Holstein begrüßte unterdessen die Planungen des Aktionstages gegen die Wehrpflicht – und solidarisiert sich mit den beteiligten Schüler*innen und ihrem Anliegen. „Auch die GEW stellt sich seit vielen Jahren kritisch gegen eine Wehrpflicht und steht deshalb entschieden gegen eine Wiedereinführung“, so heißt es in einer Pressemitteilung.
Kein Verständnis zeigte die GEW-Landesvorsitzende Kerstin Quellmann zu der Forderung nach schulischen Sanktionen für die streikenden Schülerinnen: „Politisches Engagement junger Menschen verdient Anerkennung und keine Sanktionen.“ Einige Bildungsministerien – darunter auch das von Schleswig-Holstein – hatten zu Beginn der Woche gemahnt, dass die Teilnahme an Demonstrationen von Schülerinnen während der Unterrichtszeit unentschuldigte Fehlzeiten seien und entsprechende Konsequenzen haben müsse. Nach Ansicht der GEW übt dieses Vorgehen des Ministeriums unnötigen Druck auf die Lehrkräfte aus. Die GEW ruft zu Gelassenheit auf und appelliert, den pädagogischen Ermessungsspielraum bei Fehlzeiten zu nutzen.
„Schulstreiks während der Unterrichtszeit sind rechtlich keine Streiks, da Schülerinnen und Schüler keine Arbeitnehmer sind“
Ganz anders sieht das der Deutsche Lehrerverband. „Wer gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht demonstrieren möchte, kann dies jederzeit außerhalb der Unterrichtszeit tun“, sagte Verbandspräsident Stefan Düll dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wer unentschuldigt dem Unterricht fernbleibe und Gesprächsangebote ausschlage, müsse „mit erzieherischen Maßnahmen bis hin zu einem Verweis“ rechnen.
Düll betonte: „Schulstreiks während der Unterrichtszeit sind rechtlich keine Streiks, da Schülerinnen und Schüler keine Arbeitnehmer sind.“ Aufgabe der Schule sei es, sachlich über die sicherheitspolitische Lage, Rechtsgrundlagen und den gesellschaftlichen Kontext – insbesondere die Bedrohung durch Russland – zu informieren, so Düll. Ohnehin werde niemand zum Wehrdienst gezwungen: „Im Grundgesetz ist das Recht auf Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe garantiert.“
Darauf berufen sich allerdings die Initiatoren des Schulstreiks, um ihre Protestaktion zu rechtfertigen: „Was ist mit Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes, nach welchem niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf?“, fragen sie auf ihrer Website. News4teachers / mit Material der dpa
Initiative kündigt für Freitag bundesweite Schulstreiks gegen die Wehrpflicht an









Jetzt haben wir ein Dilemma, bei den Schülerstreiks für das Klima sollte der Streik in der Unterrichtszeit toleriert werden. Manche lobten und bejubelten sogar das Engagement der Jugend. Nun plötzlich gefällt das Thema nicht, nun soll das “Schwänzen” nicht toleriert werden. Das ist zweierlei Maß und deshalb wäre es besser, Regeln grundsätzlich immer einzuhalten und nicht je nach Laune.
Stimmt. Auch damals hätte gelten müssen, was jetzt gilt: Schulrecht geht vor Versammlungsfreiheit.
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/12/berlin-schulstreik-wehrpflicht-erlaubt-verboten-schulpflicht.html
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass bei Fridays for Future gefordert wurde, dass die Schüler in der Zeit entschuldigt werden. Bei uns auf jeden Fall nicht, und obwohl wir in der Nähe einer Großstadt wohnen, wo es regelmäßig Demonstrationen gab, ist mit kein Schüler bekannt, der von unserer Schule dort gewesen wäre.
Das mag aber auch daran liegen, dass wir lediglich eine Sekundarstufe 1 sind.
Im Zweifel ist es aber doch sowieso egal. Ob entschuldigt oder unentschuldigt, interessiert doch heute eh niemanden mehr, und auf Abschlusszeugnissen dürfen (zumindest in NRW), die Fehlstunden eh schon lange nicht mehr stehen.
Bewerben tut man sich aber mit dem Zeugnis 9.2 und 10.1
Die Bewerbungen sollten aber schon einsetzen, wenn die 9.2er Zeugnisse noch gar nicht erstellt sind, da Firmen in der Regel Ausbildungsplätze für das Folgejahr ausschreiben.
Genauso wie das Verteidigungsministerium regelmäßig seine Soldaten gegenüber Unterstellungen und Angriffen Dritter in Schutz nimmt, müssten jetzt die Kultusminister ihre Beschäftigten sich vor ihre Lehrkräfte stellen diesen Politiker zurechtweisen.
Aber es wird wie immer… nichts passieren. Gegen Lehrkräften und Schulen darf ja jeder polemisieren, wie er will in Deutschland.
Wie kommen Sie darauf, dass sich das Verteidigungsministerium vor seine (vor allem regelmäßig) Soldaten stellen würde? Als ehemaliger SaZ-12 (noch gar nicht so lange her) kann ich Ihnen sagen, dass die Soldaten genauso gef… sind, wie wir Lehrer auch.
Wovon träumen Sie denn?
Bitte was ?
Da habe ich alsSoldat wohl zahlreiche Pressetermine glatt verpasst…
Ein weiteres Argument gegen Ganztagsschule. Bei den langen Unterrichtstagen heute müssen die Schüler während des Unterrichts streiken.
Man kann auch am Wochenende an Demos teilnehmen.
Da muss gelernt werden.
… in der Schule nicht?
Wie denn?
Ach, in der Schule lernt man nichts? Stimmt, wenn man nicht hingeht und stattdessen streikt! 🙂
Ständig meckern, dass die SuS an ihren Devices hängen, und jetzt, wo sie mal an die frische Luft gehen, ist es auch wieder nicht recht.
Einige unsere Schüler meinten auf die Frage, zu welcher Demo sie denn gingen, einfach nur:
“Wieso Demo? Ich streike, indem ich zu Hause bleibe.”
Also nix mit frischer Luft und weniger Bildschirmzeit…
Moderne Zeiten halt, da gehört zum zivilen Ungehorsam auch ein Sitin im HO. Ist für die Work-Life-Balance auch besser.
Lernen tut man fast alles zu Hause. Als Schüler lernt man ja nicht umsonst einige Tage für eine Klausur.
Also wenn ich mir die Klausurergebnisse einiger meiner SuS ansehe: doch, falls sie tatsächlich zuhause für diese Klausur gelernt haben, war es umsonst.
Falsch, vergeblich.
Als ob Sie mehrere Argumente gegen Ganztagsschulen hätten ^^
Die GEW macht mal wieder die Pipi Langstrumpf und die Welt, wie sie ihr gefällt:
Die Wehrpflicht wurde nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt.
Auch Kritiker der an angedachten Lösung sollten eine gewisse bürgerliche Redlichkeit und Mäßigung an den Tag legen:
Es geht mitnichten um die Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Alles andere zu behaupten wäre schlicht peinlich.
GEW und Realität? Gegensätzlicher geht es doch gar nicht, schließlich ist die GEW doch visionär.
Auch die GEW-Funktionäre können nicht mehr sinnerfassend lesen, so wie viele ihrer Schüler: Keiner von denen hat kapiert, dass selbst bei (Wieder-)Einführung von Wehrdienst weiterhin Ersatzdienst anstelle von Dienst in der Bundeswehr abgeleistet werden kann, so wie es schon immer war. Oder (vermutlich sogar wahrscheinlicher) sie wollen es einfach nicht wahrhaben, sie suchen Konflikte, wo keine sind, weil das einfach zu ihrer Ideologie gehört. Es ist ja auch bezeichnend, dass der GEW-Slogan “Bundeswehr raus aus den Schulen” eine verfassungsmäßige Institution versucht zu delegitimieren, während GEW-Funktionäre bei Demos keinerlei Probleme haben, mit Antifa-Terroristen und -Schlägern Seite an Seite zu agieren.
Ich freu mich schon drauf, wenn Schüler (oder Schulen) dann fragen, warum es bei FFF faktisch erlaubt war und jetzt nicht. Die aktuelle Union scheint ein besonderes Händchen dafür zu haben, sich in Zwickmühlen zu manövieren.
Das Demokratieverständnis der Union ist einmal mehr äußerst fragwürdig.
Wen meinen Sie denn mit Union? Meinen Sie evtl. den Kanzlerwahlverein, der selbst ‘ne Kanzlerwahl vergeigt? Union im Sinne von Einheit kann ja schlecht gemeint sein.
Erinnert mehr an Union-Brikett, verglühen langsam, aber sie zerfallen letztendlich zu Asche.
Mir ist nicht so ganz klar, wieso anhand dieser Meldung das Demokratieverständnis der Union als äußerst fragwürdig beurteilt wird.
Die Union verbietet doch keine Demonstrationen, spricht sich nur gegen solche während der Schulzeit aus. Was ist daran problematisch?
Die Möglichkeit die Unterrichtszeit zu verlegen ist für die Union außerhalb des Vorstellungsvermögen.
Was genau meinen Sie damit? Den Besuch der Demo zum Unterrichtsgang erklären? Oder Unterricht an diesem Tag von 17-23 Uhr?
An den beweglichen Feiertagen.
Demonstrieren: Ja, dafür Schule schwänzen: Nein. Wahrscheinlich erhoffen sich einige Initiatoren dieser ohnehin hanebüchenen Aktion mehr Zulauf, wenn dafür der Unterricht geschwänzt werden kann. Samstags schlafen halt doch alle lieber aus – trotz der anstehenden Rückkehr der Wehrpflicht.
Wenn die GEW sich zudem so für das Demonstrationsrecht von Schülern einsetzt, gilt das hoffentlich für jetzt und alle Zukunft für alle Themen und nicht nur für solche, die der eigenen Agenda entsprechen.
… es öffnet ja auch Tür und Tor für jede Form des Schulabsentismus… „Wo warst du denn gestern zur Klausur?“
“Ich habe meine bürgerlichen Rechte wahrgenommen und gegen / für (hier ein beliebiges Thema einsetzen, dass man gerne umgesetzt sehen will und dafür auf die Straße geht) … da konnte ich nicht kommen … Sie wollen mir doch wohl nicht meine Grundrechte verwehren, oder?“
… und dann stellt sich heraus, dass diese Demo von quasi 3 Nasen besucht und veranstaltet wurde, weil es ersten regnete, zweitens man doch auch sehr müde war vom nächtlichen Dauerzocken und drittens der eigene Arsch im Bett nicht hochzubekommen war.
Anwesenheitskontrolle bei Demos anstatt Unterricht? Dafür meine obige Idee, die jeweiligen LuL als Demontrationsbegleiter und -betreuer zu verpflichten, die dann die Fürsorge- und Aufsichtspflicht übernehmen und sicherstellen, dass hier wirklich Demokratieerziehung in der Praxis stattfindet und auch alle „Aktivisten“ dort vor Ort sind und nicht als „Passivisten“ mit dem Hintern im Bett bleiben.
Ich finde den Streik so was von richtig. Die unentschuldigten Zeiten würde ich als Elternteil in Kauf nehmen. Jede Lehrkraft kann entscheiden, ob sie im Zweifel ein Bußgeld empfiehlt. Und wenn sie clever ist und die Eltern kooperieren, sollte der gesunde Menschenverstand nahelegen, dass dafür kein Bußgeld empfohlen werden muss.
kann man so sehen … muss man aber nicht….
Und täglich grüßt das Murmeltier. Die GEW mal wieder voll dabei, um für Schüler und Eltern Dinge zu Regeln.
Die GEW versteht es einfach nicht, hier mal eine Definition einer Gewerkschaft:
“Eine Gewerkschaft ist eine Vereinigung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Die Gewerkschaft vertritt die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen“
Quelle: bpb
Man kann doch einfach die Schüler als unentschuldigt fehlend ins Klassenbuch eintragen aber weitere Sanktionen für‘s erste unterlassen. Wenn ein Schüler oder dessen Eltern einen Klassenbucheintrag für einen Schulstreik nicht mit erhobenem Kof hinnehmen können, dann meinen sie es eh nicht ernst. Ich habe auch nicht vor, Entschuldigungszettel von Eltern zu akzeptieren. Die Schüler wollen ja streiken. Sollen sie aber dann bitte ohne Muttizettel.
Da merkt man, dass das Recht auf Demonstration im letzten Jahrtausend festgesetzt wurde. Damals wäre niemand auf die Idee gekommen, dass Jugendliche eine eigene Meinung haben und sich auch noch dafür den Erwachsenenentscheidungen widersetzen würden.
Die Zeiten haben sich geändert, Gesetze wurden aber nicht mitangepasst.
Ein Streik macht nur Sinn, wenn er an anderer Stelle wehtut. Hätten Islands Frauen streiken sollen, während die Männer Urlaub im Job hatten? Dann wäre doch gar nicht sichtbar geworden, was passiert, wenn sie nicht mehr mitmachen.
Und was sollen diese lächerlichen Drohungen, dass dann Klausuren bei Streikteilnahme mit Null Punkten bewertet werden?
Ein Jugendlicher, der ernsthaft Angst hat, in einigen Jahren irgendwo im Schützengraben zu liegen, wird sich doch von so einer Nichtbewertung nicht abschrecken lassen. Wen interessiert denn später noch die Note einer einzelnen Klausur?
In den Neunzigern haben wir gegen die Abschaffung der Hauptschule demonstriert während der Schulzeit. War möglich, weil es im Interesse unserer Lehrer war, dass die Hauptschule nicht abgeschafft wird.
Na, da waren sie aber nicht auf einer GEW-goutierten Demo unterwegs.
Ob das legal war — oder zumindest moralisch vertretbar?
Wem verursacht der Schüler”streik” denn Schmerzen außer den Schülern selbst?
Die Politik gibt vielleicht eine Pressemeldung raus, Gesetze werden deswegen aber nicht geändert.
Zumindest bei uns ist der Bildungsplan voll und die Fehlzeiten waren schon immer hoch. Bei durchschnittlich 20% Fehlzeiten fällt das nicht weiter ins Gewicht, wenn statt 5 Mal 8 Schüler fehlen. Das geht in statistischen Rauschen unter.
Sie haben Recht damit, dass ein Streik nur Sinn macht, wenn er an anderer Stelle weh tut. Was Sie aber vollkommen missachten:
-Wem tut es denn weh, wenn die Schüler die Schule schwänzen? Achja, nur ihnen selber, nur nicht unmittelbar sondern in einem Zeitraum, der für Jugendliche oft nicht zu überblicken ist. Ich bin manchmal fassungslos, dass man „man lernt nicht für die Schule“, offenbar jetzt auch Eltern erklären muss. Für die Schulen oder die Gesellschaft ist es vollkommen unerheblich, ob da mal jemand einen Tag fehlt.
-Es ist kein Streik sondern eine Demonstration.
-Klassenarbeiten mit 0 Punkten zu bewerten ist doch keine Drohung, sondern eher eine Erinnerung an geltendes Recht. Freuen Sie sich doch, dass man vorher noch einmal daran erinnert wird.
-Ob ein Jugendlicher irgendwann in einem Schützengraben liegt und kämpfen muss, hängt nicht davon ab, ob er vorher ausgebildet wurde oder nicht. Wenn es hart auf hart kommt, liegt der Jugendliche irgendwann dummerweise eh im Schützengraben, und auch nicht nur der Jugendliche, sondern wir auch. Dummerweise ist das fremdbestimmt, durch eine aggressive Eroberungspolitik anderer Länder. Davon auszugehen, dass man die Chancen für einen Jugendlichen verringert, in dem es keine Wehrpflicht gibt ist eine Farce, stattdessen geht man momentan davon aus, dass die Chance sogar steigt, wenn es keine Wehrpflicht gibt, weil wir angreifbarer sind.
„Uns geht es darum, dass junge Menschen ihr verfassungsmäßiges Recht auf Versammlungsfreiheit ausüben können.» Sie könnten politische Prozesse so auch praktisch erfahren – der Mehrwert davon sei höher, «als es der von einem einzelnen Schultag je sein könnte», hieß es in der BSK-Mitteilung. Schulen und Bildungsverwaltungen müssten «klare und einheitliche Regelungen» für die Teilnahme am Freitag schaffen.“
Da spricht überhaupt nichts gegen … dieses Recht ist absolut garantiert … und wird von niemandem in Frage gestellt … z.B. FreitagsNachmittags, den ganzen Samstags, jeden Wochentag nach 17 Uhr usw. Die Zeiten, in denen dieses Grundrecht in Anspruch genommen werden kann überwiegen vor den Zeiten, zu denen ein Streik ggf. im Konflikt mit eigentlichen Pflichten steht.
Einen klare Regelung, die z.B. eine Teilnahme am Unterricht – Stichwort: Schulpflicht – vorschreibt würde den „Aktivisten“ auch nicht passen….was die unter „klare Regelung“ verstehen ist doch, dass die übergeordneten Behörden quasi einen „Freifahrtschein“ ausstellen, der jegliche Form von gesellschaftlichen Protest zwingend in den Zeitraum einer üblichen Schulzeit verordnet… Unterricht an und für sich wird doch erfahrungsgemäß völlig überschätzt … schön wäre es auch, wenn die jeweils zuständigen LuL die Aufsicht am Demonstrationsort übernehmen und sich verantwortlich machen für alles, was dort passiert… Stichwort: Dienstpflicht
Disziplinarisch sanktioniert werden sollten die unterstützenden Beamten des GEW.
Verteidigungsfähigkeit ist mit diesen Jugendlichen wohl auch nicht zu erreichen.
“Beamten des GEW” – wirrer geht’s grad nicht, oder?
Erstens der GEW, weil es heißt die Gewerkschaft (Nominativ, weiblich), der Gewerkschaft (Genitiv, weiblich).
Zweitens die GEW ist eine Gewerkschaftsorganisation innerhalb des DGB, deren hauptamtlich Beschäftigten angestellt – also nicht verbeamtet – sind. Es gibt aber verbeamtete Lehrkräfte als Mitglieder, die in dieser Gewerkschaft organisiert sind.
Letzteres ist in etwa so sinnvoll wie ein WLAN-Kabel oder ein Volleyball-Schläger.
Das einzige, was denen de facto gelungen ist, dafür zu sorgen, dass die GEW sich in gar keinem Fall mit den Tarifbedingungen der angestellten Mitglieder im Bereich Erziehung und Wissenschaften beschäftigt. Für andere Gewerkschaften ist das das Kerngeschäft.
Aber es ist wie bei diversen Obstsorten, mttlerweile gibt es die – wie die GEW – eben auch kernlos.
Ich tue mich schwer mit diesem “Schulstreik”. Ich bin GEW-ler und finde Zustimmung und Vorgehen nicht gut.
Zunächst einmal ohne Betrachtung der Schulpflicht stehen doch stehen vor einem Streik Verhandlungen, eine politische Meinungsbildung. Das vermisse ich in der ganzen Sache.
Haben die Schüler*innen denn schon versucht, mit einer Abgesandtschaft mit der Politik zu sprechen? Hat schon jemand flächendeckend versucht, zunächst mit Kundgebungen außerhalb der Schulzeit auf das Thema aufmerksam zu machen? Ich habe das allenfalls sehr punktuell wahrgenommen. Haben die Protestierenden sich genau mit dem Gesetzesvorhaben auseinandergesetzt?
Ich kann das Anliegen der Schülerschaft verstehen. Nicht verstehen kann ich hingegen, dass man als (fast) erstes Mittel einen Streik ausruft. Und hier sind die aufrufenden und unterstützdenden Organisationen in der Pflicht, die wichtigen und richtigen Wege vor einem Streik zu gehen und Rechte und Pflichten gut gegeneinander abzuwägen.
Bei den Schulstreiks von Firdays for Future war die Ausgangslage eine andere. Die Expertiese von tausenden von Wissenschaftlern wurde seitens der Politik ignoriert, hunderte Versuche waren schon unternommen worden, über Verhandlungen und Proteste außerhalb der Schulzeit etwas zu bewirken. Das sehe ich beim aktuellen Thema nicht.
Die Frage ist doch, was ist denn das Ziel?
Widerstand gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht gemäß GG. Oder Änderung des GG und ersatzlose Abschaffung der Wehrpflicht, oder stattdessen die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht.
“habe er dafür kein Verständnis”
Furchteinflößende Warnung.
“Wer unentschuldigt dem Unterricht fernbleibe und Gesprächsangebote ausschlage, müsse „mit erzieherischen Maßnahmen bis hin zu einem Verweis“ rechnen.”
Plötzlich haben die Schulen Zeit für Gesprächsabgebote und Lehrkräfte sogar die Muße, die Schulleitung bezüglich eines Unterrichtsausschlussen anzusprechen?
Respekt, normalerweise “lohnt sich das nicht”, wenn es Kleinigkeiten wie Gewalt oder Antisemitismus geht 😀
“Sie könnten politische Prozesse so auch praktisch erfahren”
Ne, die Schüler*innen dort sind zu reich, zu jung und ggf. zu weiß, um da die politische Exekutive zu spüren.
Aber wer weiß, vielleicht werden die ja noch von der Polizei wegen Körperverletzung angezeigt, wenn ein Beamter neben denen ausrutscht ^^
Das ist doch immer eine Frage der Sichtbarkeit der Probleme. Wenn Schüler extrem hohe Fehlzeiten aus anderen Gründen haben (von den Eltern gedeckt), dann interessiert das niemanden, weil es auch kein externer sieht. Wenn aber in der öffentlich groß über kollektives Schule Schwänzen diskutiert wird, bleibt doch nichts anderes übrig, als dagegen Maßnahmen ggf. anzukündigen. Hier kann sich doch niemand hinstellen und sagen „Ich erlaube dies öffentlich“.
Oder man kommuniziert mit der Bevölkerung zu dem Thema – Politik und so.
Es hätte nicht geschadet, über Zivildienst oder Verweigerung zu sprechen, aber bis dahin reichte ja selbst der Atem der zuständigen Politiker*innen nicht.
Dann holen sich die jungen Leute halt ein Recht zur Verweigerung über den Weg des Protests – schade, hier hätte ich mir ausnahmsweise und aufrichtig die Jungoffizier*innen an Schulen gewünscht, um MIT den Schüler*innen zu sprechen, aufzuklären und Sorgen zu entkräften :/
Stell dir vor, der Krieg kommt zu dir,
und du musst nicht mal hin.
Was heutzutage so alles im HO machbar ist.
Haben Sie gedient?
Wenn ja, sagten Sie das Gleiche Ihren Bekannten, die – völlig rechtens – den Dienst an der Waffe verweigerten? 😉
Weder noch, habe ich hier auch schon gepostet (Par. 8 Abs. 2 KatSG).
Schon damals lautete die NATO-Doktrin “stay put” – ergo Krieg im HO.
Was werden Sie Ihren Kindern raten, “wenn der Krieg kommt”?
Die sind schon groß und müssen selbst entscheiden, wie sie sich verhalten wollen.
Mein Tipp ist der von Bismarck und den Gütern in der Altmark.
Au weia!! …. und nichts weiter!!
Sie haben nichts von Substanz zum Thema zu sagen? Ich bin geschockt und bemerke eine gewisse Ironie, dass Sie sich dem Thema entziehen, wie es dickebank sarkastisch beschrieb XD