
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sieht die Sprachbildung im Kindesalter als einen Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Die Anfangsjahre in Krippe, Kita und Grundschule seien zentral, sagte der SPD-Landeschef bei einer Parteiveranstaltung in Springe bei Hannover. Lies zeigte sich dabei auf Nachfrage auch offen für eine Diskussion darüber, den Kitabesuch im letzten Jahr vor der Grundschule verpflichtend zu machen.
Er sei «zutiefst überzeugt, wenn die Kinder in die Kita gehen, ist es ein Mehrwert für die Kinder», sagte der SPD-Politiker. «Und ich möchte eben nicht, dass wir Kinder, die zum Beispiel Sprachdefizite haben, sozusagen außerhalb von Kita qualifizieren, sondern ich möchte sie auch gesellschaftlich mitnehmen, also in der Kita. Also ich finde, das ist eine Debatte, die man führen kann.»
Etwa jedes zehnte Kind gehe nicht in die Kita
Der Regierungschef betonte, er sei noch nicht so weit zu sagen, ein verpflichtendes Kitajahr müsse eingeführt werden. Es sei immer schöner, das nicht staatlich regeln zu müssen. «Aber wir müssen ja auch eine Antwort geben, wenn wir sagen, Sprachförderung unterstützen, wie wir das denn leisten können.» Entscheidend sei, ob es einen Mehrwert für die Kinder dadurch gebe. Lies zufolge geht etwa jedes zehnte Kind in Niedersachsen nicht in die Kita.
Der SPD-Landesvorsitzende stellte zudem infrage, ob die Sprachfeststellung früher ansetzen müsse als bisher im Alter von meist fünf Jahren, ob die Sprachförderung statt wie bisher in den Grundschulen nicht in den Kitas besser aufgehoben wäre und ob diese immer von hochqualifizierten Fachkräften erteilt werden müsse. Dafür brauche es pragmatische Lösungen. News4teachers / mit Material der dpa








