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Stress nach der Geburt kann Lernschwäche auslösen

MÜNCHEN (red). Sind Neugeborene starkem Stress ausgesetzt, kann sich das negativ auf geistige Leistungen wie Lernen und Erinnern auswirken. Dies haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie durch Versuche an Mäusen herausgefunden.

In einer sensible Phase der Hirnentwicklung: Neugeborenes Kind. Foto: Gonzalo Merat / Flickr (CC BY 2.0)

In einer sensible Phase der Hirnentwicklung: neugeborenes Kind. Foto: Gonzalo Merat / Flickr (CC BY 2.0)

Während der Entwicklung haben hohe Mengen an Stresshormon dramatische Auswirkungen auf das Gehirn, da viele Nervenverbindungen erst nach der Geburt ausgebildet werden. Als Folge ist die Bildung und Plastizität von Synapsen in bestimmten Hirnbereichen beeinträchtigt, so dass die Kommunikation zwischen Nervenzellen verringert ist. Die Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie untersuchten, welche Veränderungen das bei Stress ausgeschüttete Neuropeptid Corticotropin-releasing Hormon (CRH) in dieser kritischen Entwicklungsphase im Gehirn von Mäusen auslöst. Sie stressten das Muttertier und ihre Jungen, indem sie ihnen kein ausreichendes Nestmaterial zur Verfügung stellten. Mäuse, die ab dem zweiten Tag nach ihrer Geburt für eine Woche mit diesem Stress aufwachsen, zeigen im Erwachsenenalter deutlich schlechteres Lern- und Erinnerungsvermögen. Gestresste Tiere, denen das Rezeptormolekül für CRH im Hippokampus fehlt und bei denen daher CRH dort nicht wirken kann, haben dagegen später keine Lernschwierigkeiten. Als nächstes wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob Hemmstoffe von CRH die durch Stress ausgelösten Vorgänge im Gehirn verhindern oder gar rückgängig machen können, was eine medikamentöse Behandlung ermöglichen würde. „Dann könnten möglicherweise die bereits existierenden CRH-Rezeptor Antagonisten auch für die Behandlung frühkindlicher Traumata einsetzen werden“, erklärt Studienleiter Mathias Schmidt.

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