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Lehrer wird Justizopfer – und stirbt vor vollständiger Rehabilitation

DARMSTADT (Mit Leserkommentar). Jahrelang hat ein Lehrer in Hessen wegen Vergewaltigung unschuldig hinter Gittern gesessen, bevor er endlich freigesprochen wurde. Seitdem wartete der 53-Jährige vergeblich auf einen Prozess gegen seine Ex-Kollegin wegen Falschaussage. Jetzt wurde das Verfahren gegen die Frau abgeschlossen – ausgerechnet am Todestag des Lehrers.

Der Lehrer war von einer Kollegin beschuldigt worden, sie in der Schule vergewaltigt zu haben. Foto: ilkin / Flickr (CC-BY-NC-ND-2.03)

Der Lehrer war von einer Kollegin beschuldigt worden, sie in der Schule vergewaltigt zu haben. Foto: ilkin / Flickr (CC-BY-NC-ND-2.03)

Nach Angaben seines Anwaltes war die Leiche des Mannes am Freitag auf der Straße nahe seiner Wohnung im saarländischen Völklingen gefunden worden. Als Ursache werde Herzversagen angenommen, sagte der Anwalt. «Tragischer geht es eigentlich nicht mehr», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Darmstadt. Ob das Verfahren gegen die Frau eingestellt oder Anklage erhoben wird, wollte er nicht sagen. Erst müsste die Entscheidung zugestellt werden.

Der damals an einer Gesamtschule im hessischen Reichelsheim tätige Pädagoge war vor zehn Jahren schuldig gesprochen worden, seine Kollegin – eine Biologie-Lehrerin – während einer Pause im Biologie-Vorbereitungsraum geschlagen und vergewaltigt zu haben. Das Urteil: fünf Jahre Haft. Zugleich war seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet worden. Der Mann beteuerte stets seine Unschuld. Nachdem er seine Freiheitsstrafe vollständig verbüßt hatte, strengte er eine Wiederaufnahme des Verfahrens an. Und tatsächlich hob das Landgericht Kassel im vergangenen Jahr das ursprüngliche Urteil auf und sprach den Angeklagten frei. Der Lehrer sei „Opfer einer gezielten Falschaussage“ geworden, befand das Gericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge.

Motiv: Ihrer Karriere im Weg

Am angeblichen Tattag im August 2001 habe sich „nichts abgespielt, was auch nur ansatzweise mit einer Vergewaltigung zu tun haben könnte“. Das Motiv für die falsche Beschuldigung sah die Strafkammer laut Bericht darin, dass die Frau ihren Kollegen loswerden wollte, weil er ihrer Karriere im Weg stand: Sie habe anstelle des Angeklagten in der Sekundarstufe II unterrichten wollen. Die erheblichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der heute 46-Jährigen seien unter anderem durch etliche Lügengeschichten genährt worden, die sie den Ermittlern aufgetischt habe. So habe sie neben einer nicht existierenden Tochter den Tod eines angeblichen Lebensgefährten erfunden.

Der Lehrer fand nach seiner Haftentlassung laut „Frankfurter Rundschau“ keine neue Anstellung und von lebte von Hartz IV. bibo (mit Material von dpa)

Ein Kommentar

  1. Unglaublich. Ich denke immer, sowas gibt es nur im Film.

    Welche Strafe bekommt nun diese Frau?

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