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Auch Berufsschulen im Ländle fühlen sich von Regierung hintergangen

STUTTGART. Die Berufsschulen im Südwesten sehen sich von Grün-Rot hintergangen. «Wir haben die Befürchtung, dass der Rotstift der Landesregierung die berufliche Weiterbildung im Land gefährdet», sagte Vorsitzende des Berufsschullehrerverbands (BLV) in Baden-Württemberg Margarete Schaefer am Montag in Stuttgart.

Nach BLV-Angaben würden in den nächsten drei Jahren etwa 400 zusätzliche Stellen jährlich benötigt. Tatsächlich aber plane das Land, rund 850 Stellen bis August 2015 zu streichen. Das Kultusministerium habe sich nicht an Abmachungen gehalten, alle freiwerdenden Stellen in diesem Jahr neu zu besetzen. 190 Stellen seien gesperrt worden.

Die Opposition stimmte in die Kritik ein: «Die beruflichen Schulen sind die Stiefkinder der grün-roten Bildungspolitik», sagte FDP-Landeschefin Birgit Homburger. Die Forderung, freiwerdende Stellen wieder zu besetzen, sei völlig berechtigt. Grün-Rot benachteilige die Berufsschulen zugunsten der Gemeinschaftsschulen, monierte die CDU-Berufsbildungsexpertin Viktoria Schmid.

Der angesammelte Überstundenberg sei in den vergangenen vier Jahren rasant angewachsen, berichtete der BLV. Die Unterfinanzierung der Berufsschulen sei auch unter Grün-Rot verschleiert worden. Schäfer sagte: «Das ist die Fortführung der Politik der Vorgänger.» SPD-Experte Gerhard Kleinböck wies die Anschuldigungen zurück: «Die Panikmache des BLV ist völlig überzogen. Die Perspektiven für die beruflichen Schulen sind dank Grün-Rot sehr gut.». Er sprach von einer guten bis sehr guten Lehrerversorgung. An den Engpässe sei noch Schwarz-Gelb schuld: CDU und FDP hätten die Weichen falsch gestellt. dpa

Die Stuttgarter Landesregierung ist in den letzten Monaten von zahlreichen Lehrerverbänden kritisiert worden.

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