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Türkischstämmige Migranten: Ein Drittel macht keine Ausbildung

DÜSSELDORF. Ein Schulabschluss ist noch lange keine Garantie für einen Ausbildungsplatz – vor allem nicht für türkischstämmige Migranten. Knapp ein Drittel der türkischstämmigen Migranten in Nordrhein-Westfalen macht keine Berufsausbildung – trotz deutschen Schulabschlusses.

Das geht aus einer aktuellen Befragung hervor, die Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) und der wissenschaftliche Leiter des Zentrums für Türkeistudien, Haci-Halil Usluçan, vorstellten. Einschließlich derjenigen ohne deutschen Schulabschluss hätten 31,9 Prozent der Türkischstämmigen aus der zweiten Generation keine Ausbildung absolviert, in der dritten Generation seien es sogar 46,3 Prozent. Den Anstieg erklärte Schneider mit der Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Außerdem stellten viele Unternehmen immer noch lieber junge Menschen ohne Migrationshintergrund ein. Schneider sprach sich für anonymisierte Bewerbungen aus. Menschen mit ausländischen Wurzeln müssten es zumindest bis zum Bewerbungsgespräch schaffen.

Für die Studie befragte das Zentrum für Türkeistudien im Oktober 2011 mehr als 1000 türkischstämmige Migranten ab 18 Jahren. Die Wissenschaftler stellten unter anderem fest, dass türkischstämmige Frauen selten eine Ausbildung machen. Nur knapp ein Fünftel habe eine Lehre absolviert – 58 Prozent hätten keinerlei Berufsausbildung. Usluçan wies darauf hin, dass beispielsweise Frauen mit Kopftuch wenig Chancen auf eine Lehrstelle hätten.

Insgesamt sprachen aber sowohl Schneider als auch Usluçan von Fortschritten bei der Integration – vor allem was den Generationenvergleich angehe. «Hier geborene oder aufgewachsene Migrantinnen und Migranten partizipieren in allen Bereichen deutlich stärker als die erste Generation», sagte der SPD-Minister. Mehr als die Hälfte aus der Nachfolgegeneration erziele bessere Bildungsabschlüsse als die Elterngeneration, betonte Usluçan.

Aus Sicht der CDU sind die Fortschritte der früheren schwarz-gelben Landesregierung zuzuschreiben. Die integrationspolitische Sprecherin der CDU, Serap Güler, sagte, dass sich beispielsweise die Einführung von Sprachtests für Kleinkinder bewährt habe: Die Deutschkenntnisse der türkischstämmigen Migranten hätten sich erheblich verbessert. Der integrationspolitische Sprecher der FDP, Joachim Stamp, schlug in dieselbe Kerbe und forderte, die frühkindliche Sprachförderung noch stärker zu unterstützen. dpa
(31.10.2012)

Zum Bericht: „Integration von Ausländern wird besser – Sprache und Ausbildung entscheidend“

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